Blindes Vertrauen
Ich hatte ihr nur wenige Informationen gegeben. Den Ort. Die Uhrzeit. Keine Fragen, keine Zweifel. Sie hatte verstanden. Es war kein Treffen wie jedes andere – es war ein Test, eine Hingabe. Ein stilles Versprechen, das sie mit jedem Schritt einlösen würde.Ich kam etwas früher, wie ich es geplant hatte. Das Hotel war diskret, elegant, fast zu vornehm für das, was ich im Sinn hatte. Ich ließ mir Zeit beim Weg durch die Gänge. Ich wollte mir vorstellen, was sie tat, während ich mich näherte – wie sie sich in das Ritual fallen ließ.
Sie war längst eingecheckt. Allein. Ich stellte mir vor, wie sie langsam in das Zimmer trat, sich umsah, die Tür hinter sich schloss. Die stille Spannung, das Prickeln der Ungewissheit. Sie wusste nicht, wann ich kam. Nur, dass ich kam.
Sie duschte. Ich weiß, wie gründlich sie dabei vorging – nicht nur um den Alltag abzuwaschen, sondern um sich bereit zu machen. Sie rasierte sich glatt, frisch und makellos, ganz so, wie ich es von ihr erwartete. Jede Berührung später sollte über samtweiche, entblößte Haut gleiten. Ohne Widerstand. Ohne Ablenkung. Nur reine Empfänglichkeit.
Danach cremte sie sich sorgfältig ein, ihre Bewegungen langsam, bewusst. Sie trug ihr Parfüm auf – genau jenes, das ich an ihr so sehr liebe. Elegant, warm, mit einem Hauch von Vanille und etwas Verbotenem. Ein Duft, der mich sofort in Besitzlaune versetzt. Ein Duft, der nicht zu ihr gehört, sondern zu meiner Sub.
Dann legte sie das Handtuch ab. Die vereinbarten Dessous – feine Spitze, ein schwarzes Strapsset, das ich ausgesucht hatte – schmiegten sich an ihre weiche Haut. Edel. Erotisch. Dazu die High Heels, hoch genug, um ihre Haltung zu verändern. Um sie bewusster gehen zu lassen, gezwungen zur Anmut.
Sie schminkte sich sorgfältig. Rote Lippen. Rote Nägel. Ein Kontrast zu ihrer hellen Haut, eine Einladung – oder eine Provokation. Und dann das Kleid – kurz, schwarz, mit dem perfekten Schnitt. Gerade so lang, dass es den Blick auf die Strapse nur erahnen ließ, aber nicht verbarg.
Sie sorgte für Stimmung – ganz wie ich es ihr befohlen hatte. Das Licht war gedimmt, das Zimmer nur vom sanften Flackern einer Kerze durchzogen. Der Duft, das Licht, die Stille – sie bereitete das Feld, legte sich selbst hinein wie ein Opfer auf den Altar. Und dann… die letzte Handlung.
Kurz vor der vereinbarten Zeit öffnete sie die Tür einen Spalt – ein stilles Zeichen, dass sie bereit war. Keine Worte, kein Ton. Nur Stille. Dann legte sie sich die Augenbinde an, kniete sich vor die Wand. Die Beine leicht gespreizt, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Der Kopf gesenkt, ihre Haltung ergeben, empfangsbereit. Ihre Brust hob und senkte sich ruhig, fast meditativ. Eine Statue aus Lust und Disziplin.
Als ich die Tür leise öffnete, sah ich sie. Wie ein Geschenk, das nur für mich dort wartete. Ich trat ein – lautlos – schloss die Tür hinter mir. Ich sprach kein Wort. Ich genoss den Anblick. Der Duft ihres Parfüms mischte sich mit der warmen Luft des Zimmers – subtil, aber spürbar. Besitzanzeigend.
Sie wusste, ich war da.
Wenn diese Worte Anklang finden, schreibe ich mit Vergnügen weiter an dieser Fantasie – einer Fantasie, die ich nicht nur ausmalen, sondern eines Tages mit jeder Faser real werden lassen möchte.






