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Nach den Bildern, die ich gepostet hatte, bekam ich einiges an Zuschriften. Unter anderem aus NRW. Dazu bekam ich im Anhang auch wieder Bilder einer solchen Peitsche, die wegen der schon genannten Probleme vom Besitzer aufgeschnitten wurde. Auch hier wieder das völlig gleiche, identische Muster. Ein Overlay aus – Zitat des Besitzers - qualitativ äußerst schlechtem Leder, das noch kurzer Zeit begann sich aufzulösen. Auch diese Bilder sollten eine deutliche Sprache in Bezug auf der Verwendung von Klebebändern in Peitschen sprechen.Ich wurde in diesen Zuschriften auch gefragt, ob es denn nicht eine Art von Positiv Liste von Peitschenmachern gäbe. Ich, für mich selbst, habe natürlich eine solche Liste. Aber da ich nicht vorhabe, mich in eine endlose Diskussion darüber zu verlieren, warum ich dies oder jenes über diesen oder jenen Peitschenmacher denke, kommt hier ein ganz einfacher, praktischer Rat: Fragt, bevor ihr bestellt. Aaaaaber...
Lasst euch diese Angaben schriftlich bestätigen. Talk is cheap.
Im Falle einer Nylon Whip müsste die Frage so lauten:
Welches Paracord wird verwendet.
Mit wievielen Strängen wird die Whip geflochten.
Hat die Whip einen tradionellen Fall Hitch oder ein English Eye.
Wieviele Bellies hat die Konstruktion.
Mit welchem Material werden die Bindungen gemacht.
- Ist in der Peitsche irgendeine Art von Klebeband verbaut
Es spielt keine Rolle, ob das Isolierband, Paketband, Hockey Tape (Griffband), Gewebeband oder sonstwas selbstklebendes ist.
Stahlnägel, die gerne als Foundation bei Bullwhips aus Leder verwendet werden, sind logischerweise glatt. Deshalb werden sie angeraut. Das bedeutet mehr Arbeit, ja.
Bei einer Lederwhip lautet der Fragenkatalog:
Welches Leder wird verwendet. Rindsleder und/oder
Kanguruhleder (Roo). Und zwar für die Bolster und die geflochtenen Bellies. Oft werden Peitschen als 1st Grade Roo verkauft. Und dann sind die Bolster aus Rindsleder. Damit wir uns da richtig verstehen - Rindsleder ist ganz ausgezeichnet für Bolster. Es ist nur wesentlich (!) billiger als Roo. Und ich habe was dagegen, wenn dem Kunden der Preis für eine komplett aus Känguruhleder gefertigte Peitsche berechnet wird, die Bolster dann aber aus billigerem Rindsleder.
Oder würdet ihr es akzeptieren, wenn ihr euch einen Wagen mit Echtlederausstattung bestellt, Echtleder bezahlt und dann mitbekommt, dass die Seiten aus Kunststoff sind? Ich denke nicht.
Warum solltet ihr das also bei einer Peitsche akzeptieren...?
Mit wieviel Strängen ist das Leder geflochten (Plait count)
12, 16, 20 Stränge...? Merke: Je höher die Strangzahl, desto größer ist der Flechtaufwand. Man sollte es aber nicht übertreiben. Ich denke, für eine Lederpeitsche sind 16 plait ein gutes Mass.
Sind die Stränge gesplittet - also alles auf dieselbe Stärke gebracht.
Sind die Stränge skived (gefast - also die Seiten entlang der Längsrichtung angeschrägt). Dadurch legen sich die Stränge beim Flechten extrem sauber und glatt übereinander.
Und auch hier:
• Ist in der Peitsche irgendeine Art von Klebeband verbaut.
Egal, ob das Isolierband, Paketband, Hockey Tape (Griffband), Gewebeband oder sonstwas selbstklebendes ist.
Klebeband hat in einer Whip nichts verloren.
Aus welchem Material ist das Binding.
Aus welchem Material ist der Fall - Redhide, Whitehide...?
Am Telefon und/oder im persönlichen Gespräch, kann euch jeder alles erzählen. Wenn Du schriftlich hast, was in der Peitsche ist, die Du mit Deinem erarbeiteten Geld bezahlt hast und das dann NICHT stimmt, kannst Du nicht nur Dein Geld zurück verlangen, sondern den Verkäufer, von dem Du die Bestätigung hast, wegen Betrugs verklagen.
Als ich das Thema vor einigen Jahren aufgebracht habe, war die Resonanz in USA und England gewaltig. Viele der Whipmker dort wünschten (und wünschen) mir die Pest, Cholera und den Tod ganz allgemein an den Hals. In Deutschland hat das kaum jemanden gekratzt.
Vielleicht ändert sich das ja gerade.



