Missbrauch im Tantra und Sexological Bodywork
Hallo ihr lieben,mich hat soeben dieser Artikel erreicht und ich möchte dazu auch etwas sagen.
https://taz.de/Sexualtherapeutinnen-ueber-Tantra-Szene/!5885320/
Zu Beginn ein paar Worte zu dem Artikel selbst.
Das ist meine ganz persönliche Meinung!
Meines erachtens ist er sehr reißerisch geschrieben und im großen und ganzen fehlen mir Kontexte. Das ist aber die Art des Autors und hat nichts mit dem Inhalt zu tun, der jetzt nunmal auf dem Tisch zu sein scheint. Leider erschient er mir auch sehr einseitig zu sein, aber dazu kommen wir später. Mir fehlt auch die positive Sicht auf diese Berufe. Laut dieser Darstellung sind wir alle Monster und esotherische Verbrecher. Das ist mir persönlich doch etwas zu dünn. Ich könnte hier auf die Feinheiten des Artikel viel tiefer eingehen, das würde jedoch tatsächlich zu weit gehen.
Es ist überhaupt keine Frage, dass sexueller Missbrauch eine absolute Katastrophe ist, den niemand erleiden darf! Wenn der Vorwurf auch unter Tantra-Masseuren oder Sexological Bodyworkern seinen Platz findet, dann bestürzt mich das nochmehr.
Es bestürzt mich, weil wir diejenigen sind, die Menschen helfen wieder in ihren Körper zu finden, ihre eigene Sexulität zu entdecken, über Grenzen aufklären und noch viel mehr leisten für eine gesunde Sexualität.
Nun ist es leider auch so, das wahrscheinlich einige schwarze Schafe unter uns sind. Das macht mich sehr traurig und auch sauer, wenn Scharlatane diese wichtigen Berufe zerstören wollen, die eh schon viele Jahre um ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen. Jeder Bodyworker/in bekommt einen sehr großen Vertrauensvorschuss geschenkt. Das ist nicht verhandelbar und sollte mit Demut betrachtet werden. Denn ich bekomme die Erlaubnis mit jemandem zu arbeiten und auch an seinem oder ihrem Körper zu arbeiten.
In dieser Arbeit, ist also Grenzen zu achten ein ganz großes Thema und wahrscheinlich eins der wichtigsten.
Was ich leider generell erlebe, ist dass die meisten Menschen ihre Grenzen nicht kennen und es auch nicht als Problem ansehen, dass es so ist. Das ist ein Irrglaube im übrigen. Denn wir lassen zu das Menschen unsere Grenzen Missachten und wir achten sie auch selbst nicht. Genauso verhällt es sich mit der Kommunikation dazu. Doch das können wir lernen in Achtsamkeit, Trainings, Workshops zu genau diesen Themen. Meines Erachtens auch in Sexbod und Tantraseminaren, wo genau dieser Raum auch geöffnet wird und sehr aufmerksam drauf geachtet wird. Haltet inne wenn ihr unsicher seit und sprecht an wie ihr euch fühlt. Grenzen gehen uns alle was an und wir alle haben sie um sie schützen. Wenn ich lese, dass Frauen in eine starre fallen, während eines Trainings oder während einer Session... Wo ist die Person die das gesehen hat und was hat sie dagegen getan? Reicht es also einen Artikel zu verfassen um sich dann dazu zu äußern? (kleine Entrüstung am Rande)
Wir alle haben fast nicht gelernt mit Grenzen umzugehen und sie zu spüren. Dieser Artikel hat absolute Sprengkraft und wahrscheinlich möchten viele nicht drüber sprechen. Ich hingegen sehe ihn als Weckruf!
Ein Weckruf für Tantramasseure, Sexological Bodyworker, Bodyworker, Therapeuten, Coaches,etc. Zum einen zeigt er mir nochmal wie wichtig das Thema Grenzen ist und wie sehr wir noch daran arbeiten können und müssen, damit dieser wichtige Berufsstand professionell bleibt und Menschen sich sicher fühlen wenn sie zu uns kommen!
Und zum anderen zeigt er mir ebenso auf, wie wichtig es ist auf Qualitätzu achten. Es ist nicht in Ordnung das diese Arbeit verramscht wird und verhökert wird für schlechte Qualität und quasi unter dem Ladentisch für wenig Geld angeboten wird, aber dafür gibts was extra...
Mein Appell an alle Menschen die sich für eine Arbeit mit ihrem Körper interessieren und auch dafür entscheiden - Achtet auf Qualität, Umgebung, Ausbildungen und ja, auch auf den Preis. Es hat schon seinen Grund warum Tantramssagen, Sexbod,etc kostet, was es nunmal kostet. Seit es euch wert, auch das Geld in euch selbst zu investieren und sucht euch vertrauensvolle Coaches und Bodyworker aus, bei denen ihr auch ein wirklich gutes Gefühl habt! Grenzen, Bedürfnisse, Erwartungen, Einschränkungen, Ziele, Verantwortung, all das sind Themen die besprochen werden sollten in einer Session. Es geht dabei um euch, euren Körper und eure Seele!
Ich möchte auch kurz etwas zu der Ausbildung in der Schweiz sagen, da sie im Artikel erwähnt wird. Ich habe meine Ausbildung zum Sexological Bodyworkerin dort gemacht und kann mit abolut ruhigem Gewissen sagen, dass diese Ausbildung zu jedem Zeitpunkt Grenzen gewahrt hat. Ich habe meinen Ausbilder so erlebt, dass er eine ganz klare Haltung dazu hat und auch zur #Metoo Bewegung. ER hat uns dazu sensibilisiert daraauf zu achten und Traumasensibel zu arbeiten. In der Ausbildung setzt man sich automatisch mit seinem Inneren auseinander und macht Grenzerfahrungen. Allerdings im positiven. Es gibt eine rundum Betreuung für die gesamte Zeit und alle Prozesse finden in der Gruppe platz, mit sehr viel Respekt und Wohlwollen. Mich hat diese Arbeit zu tiefst berührt und deshlab gebe ich sie auch weiter. Das es erst seit dem letzten Jahr ethische Richtlinien gibt, ist nicht wahr. Da ich meine Ausbildung schon vor Jahren gemacht habe und es diese schon gab, weiß ich es sehr genau. Auch der Traumasensible Part wird sehr gut gelehrt und wir wurden gut ausgebildet in zu vielen Facetten, als das ich sie jetzt hier alle wieder geben könnte. Mein Fazit von der Ausbildung in Zürich ist ganz klar. Sie ist absolut Professionell!
Der ISB wird heute Abend eine Stellungname dazu abgeben und einen Livecall dazu starten. Selbstverständlich wird dazu von allen Verbänden ein Statement abgegeben.
Was ich mir wünsche ist, mehr Eigenverantwortung und viel mehr Sensibilisierung in der Gesellschaft für einander. Dafür müssen wir keine Coaches sein, damit das Thema Grenzen wichtig wird. Und dazu müsssen wir noch nichtmal im sexuellen Bereich arbeiten um das Thema anzugehen. An seiner Sexualität zu arbeiten ist meines Erachtens ein sehr wichtiger und auch befreiender Punkt in unserem Leben. Diese Arbeit sollte nicht für neue Panzer sorgen, sondern diese befreien. Ich halte es aber durchhaus für falsch jetzt mit der Arbeit aufzuhören oder sie einzuschränken. Lasst uns statt dessen in den Kontakt gehen und geziehlt zusammen arbeiten.
Wie kann man also sicher sein als Bodyworker und als Klient? (aus Sicht des Sexological Bodyworkers)
~ Erstgespräch telefonisch/Videocall
~ Coaching in den Räumen, Anliegen klären, Vorgehen klären
~ Coachingvertrag
~ Kommunikation über Grenzen, die Situation, Beklemmungen, etc. Es muss nichts erkämpft werden in der Session!
~ Hintergründe der intimen Berührung klären. Absichten klären. Beide Seiten dürfen nicht missbraucht werden! Es ist ebenso wenig in Ordnung, wenn der Klient den Bodyworker für sexuelle Berührungen nutzt! Gerne führe ich diese Sicht in einem anderen Artikel tiefer aus.
~ Wenn keine Kommunikation stattfindet, gibt es keine Berührung. (Auch das führe ich gerne noch weiter aus)
Das erstmal dazu. Ich könnte noch viel tiefer in alle Bereiche rein gehen. Jetzt ist erstmal gut.
Lieben Gruß
Fenja








