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Hä? Wie lange geht denn so ein Honeymoon?

******lia Frau
11.470 Beiträge
Themenersteller 
Hä? Wie lange geht denn so ein Honeymoon?
Ich bin überzeugt polyamor und fühlte schon mit 18, dass ich wirklich zwei Männer lieben kann - damals fehlten mir nur die Wörter und ich dachte ich sein unmoralisch.

Das ist meine Prämisse, ich war mein Leben lang zerrissen in mehreren Lieben und konnte mich erst vor drei Jahre durch den JoyClub damit aussöhnen, dass ich das auch darf. Mit dem Wissen meines Mannes, ich kann und darf und möchte poly sein!
Seither hatte ich polyamore Beziehungen und gehe regelmäßig auf den Poly-Stammtisch, wo ich viele superliebe Gleichgesinnte treffe.

Nun hat mich aber in den letzten Monaten ein Schlimmes nach dem nächsten heimgesucht und es gipfelte darin, dass bei meiner erwachsenen Tochter ein Hirntumor festgestellt wurde, mein Leben ist nicht wie vorher.
In dieser Zeit mit Bandscheibenvorfall und allem, habe ich einen monoamoren Mann kennengelernt, der mir unfassbar viel Sicherheit und Aufmerksamkeit und Liebe gibt.
Von Anfang an habe ich ihm gesagt, dass ich polyamor bin, und dass ich in meinem Leben nie wirklich mono sein konnte. Er wappnet sich, weiß nicht, wie es dann sein wird, hat es noch nie erlebt und will offen damit umgehen.

Ja nun. Ausgerechnet jetzt fühle ich mich aber absolut ruhig mit ihm. Ich brauche Ruhe und Ankommen, Geborgenheit, Sicherheit, ich brauche nur ihn.
Wie soll ich denn jetzt eine Beziehung aufbauen, die eigentlich poly sein soll, aber sich völlig mono anfühlt und gerade auch nur mono ausreicht?

Kennt ihr solche komischen Konstellationen, dass man jemandem erklärt, was polyamor bedeutet und euch dann komplett diametral
dazu verhaltet?
Wir sind seit drei Monaten zusammen, ich verbuche das als Honeymoonphase, von der ich in polyamoren Beziehungen gehört habe. Aber wie lange gehen die denn?
Oder kann man durch Lebensumstände plötzlich mono werden?
*****oir Frau
147 Beiträge
Ich meine mal gelesen zu haben, dass die akute Verliebtheit 12-18 Monate anhält. 😄

Du hast sehr anstrengende Zeiten hinter dir und der Mann stillt gerade alle deine Bedürfnisse. Warum also Energie darauf verbringen gerade noch jemanden zu finden? Ich denke, es wird sich ergeben, wenn du dafür bereit bist. 💚

Um deine Frage zu beantworten: Ich fühle mich poly, weil ich mal zwei Männer gleichzeitig geliebt habe, aber gelebt habe ich das nicht, weil der zweite Mann darauf bestand, dass es “nur Eine Spielbeziehung” war. So lebe ich also nicht-monogam verheiratet und frage mich auch: darf ich mich eigentlich poly nennen? 😉
******lia Frau
11.470 Beiträge
Themenersteller 
@*****oir Da sagst du was! Meine Energie ist völlig erschöpft, ich könnte gerade gar nicht noch eine Kennenlernphase eingehen. Es ist wirklich auch ein Energiethema!

Und dein Zögern, dich poly nennen zu „dürfen „ kenne ich auch. ☺️
Ich habe lange hier im JC gebraucht bis ich das mit Fug und Recht für mich erkapert habe. Man muss nicht in einem Polykül leben, um poly zu sein. Da hat mir tatsächlich der Stammtisch geholfen, ich passe da so rein, dass mir dann auch irgendwie klar war, das bin ich dann wohl wirklich. 🤓
******a7x Frau
100 Beiträge
Bin gerade bissle verwirrt. Du liebst auch dein Ehemann, oder? Mit dem neuen Partner ist es eine dreier Konstellation, das ist keine Monogamie.
Zum Energiethema: ich kenne den Begriff "Polysaturated". Wenn die Ressourcen knapp sind, die Bedürfnisse gestillt werden, ist es auch legitim zu sagen: gerade möchte ich keine weitere Beziehung eingehen.
***al Mann
103 Beiträge
Ich finde es sehr schön, dass Du gerade eine Phase von Ruhe und Geborgenheit erleben darfst. Und wenn Du in dieser Zeit keinen Anderen brauchst, dann genieße es einfach.

Aus meiner Erfahrung, ich hatte lange Phasen in meinem Leben, wo ich monogam gelebt habe. Polyamor bin ich trotzdem immer geblieben. Was man tut oder nicht tut ist Kopfsache und kann hoffentlich einvernehmlich ausgehandelt werden. Was man fühlt ist Herzsache, nicht verhandelbar und vom Kopf nicht zu kontrollieren.

Ein Stein über den ich mehrfach gestolpert bin: Ja ich habe anfangs erzählt, dass ich etwas Anders bin. Leider habe wir beide mit unseren rosaroten Brillen nicht bemerkt, dass meine monogame Partnerin nicht verstanden hat, was das bedeutet. Nach der Verliebtheit kam die Liebe. Und mein Schatz hat gedacht, sie hätte mich "geheilt" und ich würde jetzt genau so wie sie fühlen.
Und irgendwann habe ich mich neu verliebt. Katastrophe. Vorwürfe wie "Du liebst mich nicht, Du hast mich nie geliebt, das hast Du mir nie gesagt" usw.
******wen Frau
16.735 Beiträge
Zitat von ******lia:
Meine Energie ist völlig erschöpft, ich könnte gerade gar nicht noch eine Kennenlernphase eingehen. Es ist wirklich auch ein Energiethema!

Und ich dachte schon, ich wäre das einzige Einhorn.

Bei mir/uns sind es jetzt, auf den Tag genau, 1,5 Jahre. Ich fühle mich immer noch frisch verliebt wie am ersten Tag. Schon vor über einem Jahr stellte er mir diese Frage: Ob ich jetzt überhaupt noch Interesse am Dating mit anderen hätte?
Nein, hab ich gesagt, da müsste mir schon wer sehr Spezielles über den Weg laufen.

Seitdem denke ich darüber nach, immer wieder. Im Grunde habe ich in ihm alles gefunden, was ich je gesucht und ersehnt habe. Und noch ein bisschen mehr. Er ist genau derjenige, den ich brauche, er gibt mir was ich will, füllt meine Leerstellen und bringt meine Seele ins Gleichgewicht.
Im Grunde habe ich gar keine Zeit für noch jemanden, dem ich gerecht werden will. Alle freie Zeit widme ich ihm, oder dem was eben sonst noch so getan werden muss. Zudem habe ich überhaupt gar keine Lust, mich nochmal von Null beginnend auf jemanden einzulassen. Das nötige Vertrauen aufzubauen kostet so enorm viel Energie, die hab ich einfach nicht.
Nein, ich will keine weiteren Männer daten oder kennenlernen. Ich bin "saturated", wie es genannt wurde. Ich weiß, dass ich grundsätzlich und schon seit jungen Jahren polyamor fühle, aber im Moment habe ich keinerlei Bedürfnis nach einer weiteren Beziehung. Trotzdem nenne ich mich weiterhin polyamor, selbst wenn ich es derzeit nicht lebe.


Vielleicht ist es bei dir ähnlich. Deine Energie und deine Kraft reicht aktuell für genau diese eine Beziehung, und wenn du dich damit seelisch wohlgenährt fühlst, wieso dann noch in eine weitere Beziehung investieren, die du gerade weder brauchst noch willst? Weniger zerdenken, mehr sein. Keine Konjunktive. Im Hier und Jetzt leben und lieben. Für ihn, für dich, für deine Tochter.
**ia Frau
489 Beiträge
Ich möchte bei @******wen unterschreiben:
Nur, weil dir gerade eine Liebe reicht, bist du nicht mehr oder weniger polyamor als vorher.
Für mich ist der entscheidende Aspekt das Können und "Dürfen", nicht müssen.

Ich hatte in der Honeymoon-Phase mit meinem aktuellen Partner (die auch ziemlich lang anhielt) jemanden kennengelernt, den ich auch spannend fand und einen kleinen Crush hatte - es war für mich jedoch schnell klar, dass ich die Zeit mit meinem Partner gerade nicht reduzieren möchte.
Und auch später hatte ich lange Phasen, in denen ich keinen Wunsch und auch keine Energie hatte, unbedingt noch jemand weiteren kennenzulernen - die Gründe waren vielleicht etwas anders gelagert, aber es war auch so, dass er mir gerade gereicht hat.
(Ich gehe aktuell für mich sogar so weit zu fragen, ob es für mich überhaupt möglich ist, zwei "intensive" Beziehungen zu führen, aber das führt hier jetzt zu weit.)

Insofern: genieße es und freue dich einfach darüber.
Vielleicht kommt irgendwann der Punkt, dass da wieder ein weiterer Mensch auftaucht und du offen dafür bist.
****007 Frau
3.636 Beiträge
Ich und mein Partner hatten nach dem Umzug von mir zu ihm und meiner diagnose 6monate Momo phase (momentan Monogam)
Und ja es war für ihn dann als ich wieder gedatet habe eine umstellung. Doch diese freiheit ist für uns beide schön.
Zu dürfen und nicht zu müssen.

Also genieße deinen Honeymoon. ♡
*******ngo Frau
839 Beiträge
„Ich bin poly“ führt manchmal gedanklich und sprachlich zu Verwirrung, weil es zwei Ebenen hat: polyamor fühlen und polyamor leben, was oft nicht differenziert wird. Ersteres ist bei dir so, seit du 18 bist. Zweiteres ist nur zeitweise so, und aktuell gerade nicht? (Was ist mit deinem Mann? Seid ihr nicht mehr zusammen? Das wird für mich in deinem Text nicht klar. Sonst wäre es ja weiterhin poly leben.)

Du kannst weiterhin offen für Polyamorie sein, ohne es aktuell zu leben. Das ist ja das schöne, dass wir uns bewusst für Monoamorie entscheiden können, wenn sich das gerade stimmiger anfühlt. Warum nicht? Polyamorie ist ja kein „Zwang“ zu Mehrfachbeziehungen, sondern die Möglichkeit und Offenheit dazu.

Schwierig wird es, wenn du irgendwann wieder polyamor leben möchtest, dein monoamorer Freund aber nicht.

Wie lange die Honeymoon- / Verliebtheitsphase anhält, ist unterschiedlich. Ich würde aus eigener Erfahrung einige Monate bis ca 1,5 Jahre sagen.
****ara Frau
5.629 Beiträge
Ich fühle polyamor und lebe es seit über 40 Jahren - und in dem größten Teil der Zeit habe ich von außen gesehen monoamor gelebt, da ich 'nur' einen Partner hatte.

Für mich war es mein Leben lang so: ich kann mehrere Menschen gleichzeitig lieben und nehme mir das Recht das zu tun und auch eventuell in einer Beziehung auszuleben, doch ich war nie auf der Suche nach einem weiteren Partny, weil ich nicht unglücklich oder unzufrieden war.

Ab und an schlug der Blitz ein und ein Mensch kam hinzu und blieb mal kurz mal auch sehr lang, doch es gab für mich nie das Bedürfnis, mehrere Partnys haben zu MÜSSEN.

Polyamorie bedeutet unter anderem für mich, die Fähigkeit und die Möglichkeit zu haben, mein Beziehungsleben nach meinen Vorstellungen im Konsens gestalten zu können und das kann auch bedeuten nur mit einem Menschen Sex zu haben oder verpartnert zu sein.

Wie oben schon gesagt, hast du ja auch noch deinen Mann und nur, weil du keinen Sex mit ihm hast, liebst du ihn ja trotzdem und lebst mit ihm zusammen, es fühlt sich vielleicht nur nicht wie eine Konkurrenz für deinen Honeymooner an.

Deine Erfahrung sagt dir, dass diese Phase der Verliebtheit irgendwann aufhört und dass es wichtig sein wird, dass er und auch du darauf vorbereitet sein solltet. Doch aus meiner Sicht ist das, was du beschreibst total 'normal' und kann sich ändern, muss es aber nicht. Das liegt nicht daran, dass du jetzt mono geworden bist, sondern dass es jetzt für dich so am besten passt - und vielleicht irgendwann demnächst wieder nicht mehr.

Sprich, alles ist richtig. Du hast deinen neuen Partner vorbereitet und mehr kannst du aus meiner Sicht gerade nicht tun, außer zu genießen, was ihr gerade habt, was, um deine Frage zu beantworten, auch gut ein Jahr oder sogar länger mit dieser Energie bleiben kann *sonne*
********reau Frau
347 Beiträge
Polyamores Leben ist für viele Menschen deutlich kontextabhängiger als gemeinhin angenommen. Es gibt Phasen der Kompression – geprägt von hohem Sicherheitsbedürfnis, von Rückzug, von dem Wunsch, anzukommen. Und es gibt Phasen der Ausdehnung – von romantischem und sexuellem Entdeckungsdrang, von Offenheit nach außen. Beides gehört meiner Meinung nach dazu.

Der eigentliche Stress entsteht erst dann, wenn man eine dieser Phasen zur endgültigen Wahrheit über sich selbst erklärt. Wenn man denkt: „Jetzt hab ich's verstanden. So bin ich.“ Denn dann ändern sich die Umstände und die Identitätskrise ist da. Ein anderer Blickwinkel wäre dieser: Dein Sicherheits- und Ruhebedürfnis ist gerade, aufgrund dessen was du durchmachst, sehr hoch. Und du hast jemanden gefunden, der genau darauf eingeht. Das ist zunächst einmal etwas Gutes. Wir sind keine isolierten Wesen. Das Leben macht immer wieder etwas mit uns und wir antworten darauf.

Wichtig scheint mir auch die Unterscheidung zwischen polyamor fühlen und polyamor leben, die @*******ngo beschreibt. Das eine beschreibt eine Anlage, das andere einen gelebten Entwurf unter konkreten Bedingungen. Selbst wer sich zutiefst polyamor fühlt, kann Phasen haben – oder bewusste Entscheidungen treffen –, in denen er nicht polyamor lebt. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Und noch etwas: Mehrere Beziehungen gleichzeitig zu pflegen in scjwierigen Lebensphase halte ich für außerordentlich herausfordernd.
******lia Frau
11.470 Beiträge
Themenersteller 
Ooooh, geht mir gerade das Herz auf bei Euren Beiträgen! Ich fühle mich verstanden.

Eigentlich ist mir das ja auch klar, dass man poly fühlen kann und gleichzeitig vielleicht auch einfach gar keine Beziehung oder eben nur eine hat. Trotzdem zweifle ich halt ein bisschen an mir, weil ich mich selbst im letzten Jahr so stark verändert habe…mir gehen so Gedanken in den Kopf: Vielleicht bin ich bei meiner Arbeit an meinen inneren Glaubenssätzen aus Versehen mono geworden?

Und ja es stimmt, ich liebe auch meinen Ehemann! Aber wie @****ara schreibt, es fühlt sich eher wie ein liebevolles Team an, wir wollen bewusst zusammen alt werden, führen aber keine sexuell-romantische Beziehung.

Dadurch fühlt es sich für meinen neuen Liebsten trotz Fernbeziehung wie eine exklusive Beziehung an. Ja, ich mache mir Sorgen, dass ich eines Tages mit dieser Exklusivität kämpfen könnte.
Er versucht sich gedanklich darauf einzustellen, dass mich (oder ihn ja auch) der Blitz mit einem anderen treffen könnte. Das ist wie Schwimmenlernen, aber nur theoretisch.
Eigentlich wollte ich nicht mehr in eine mono Beziehung, ich kenne mich, ich fange dann irgendwann mit Notlügen an, das will ich auf keinen Fall.
Bevor ich jetzt aber meine Sorgen über die hypothetische Annahme, es könnte irgendwann zwischen uns zum Problem werden, hier detailliert ausbreite, nehme ich mir eure lieben Worte zu Herzen!

Gerade ist es komplett gut so wie es ist! Ich beginne ihn zu lieben und spüre dass er auch mich beginnt zu lieben. Ich habe noch nie in einer Anfangsphase so viel Sicherheit, Selbstsicherheit und Vertrauen und Ruhe gespürt. In manchen Momenten ist das fast ein bisschen viel, vielleicht sorge ich mich deswegen und schreibe ziemlich spät am Abend so einen Thread.
Eins fühle ich dabei sehr gewiss und das sage ich ihm auch! Wenn er noch eine weitere Frau kennenlernen sollte, würde ich mich wirklich für ihn mitfreuen, gerade auch weil wir nur eine Fernbeziehung haben.
Bliebe er mir gegenüber offen und ehrlich, würde ich ihm wirklich alle Liebe gönnen!
Aber dann lächelt er nur und sagt mir, das kann er nunmal nicht.
****ara Frau
5.629 Beiträge
@******lia
"Eigentlich wollte ich nicht mehr in eine mono Beziehung, ich kenne mich, ich fange dann irgendwann mit Notlügen an, das will ich auf keinen Fall."

Ich finde es lustig, dass dir anscheinend dein System vorgaukelt, du würdest gerade eine monoamore Beziehung führen, einfach weil du dir nichts zusätzliches wünschst.

In meinen Augen tust du gerade das, was für dich das richtige ist. Du spielst mit offenen Karten, hast zur Zeit das Gefühl, genauso soll und darf es gerade sein und du weißt nicht, wie es weitergeht, doch du DENKST vielleicht, du wüsstest es.

Genauso leben monoamore Paare, die gelernt haben, wie angeblich Beziehungen laufen, dass Amefi angesagt ist und die dann vielleicht nach einiger Zeit vom Leben überrascht werden.

Du wünschst und brauchst gerade Sicherheit und hast das Glück etwas gefunden zu haben, was sie dir gibt. Du darfst das genießen und feiern und dich freuen, wie du und das Leben für dich sorgt und du darfst offen bleiben für die Möglichkeit, dass es so bleibt oder auch sich ändert.

Wir Menschen lieben Konzepte und so liebevolle Wesen wie du wollen aus meiner Sicht Sicherheit nicht nur erleben sondern auch vermitteln und das tust du so gut du kannst - und du kannst es leider nicht garantieren, weder dir noch jemand anderem.

In deiner jetzigen Situation dich zu entspannen ist wahrscheinlich einfach sehr viel verlangt und wohl auch nicht möglich, doch aus deiner Erfahrung heraus kannst du vielleicht vertrauen, dass du mit dem, was in der Zukunft liegt gut umgehen wirst - und er wird das beste tun, was er kann und lernen.
Du bist für dich verantwortlich und er für sich. Ihr macht das schon, denn gerade macht ihr es sehr gut, so wie es für mich klingt *happy*
******lia Frau
11.470 Beiträge
Themenersteller 
@****ara Jetzt bringst du mich zum Weinen 🥹
Ich bin aktuell sehr rührseelig und hab manchmal das Gefühl, mir fallen Eisenspangen vom Herzen ab. Gerade ist wieder eine abgesprungen.
*****olf Mann
2.321 Beiträge
@******lia

NRE, New Relationship Energy hält wohl mWn 6-12 Monate im Schnitt.

Und zu meiner Grundlage von Polyamorie passt das:
"Ich muss keine gute, bestehende Liebesbeziehung beenden, nur weil ich oder mein Herzensmensch eine neue beginne/beginnt."

Ich würde aber ebenfalls nie mehr eine Beziehung ohne Polyamorie-Option eingehen. Dafür hab ich mich zu lange in meiner Mononormativität unglücklich gefühlt.

Schlussendlich muss es für euch passen.
******a7x Frau
100 Beiträge
Für mich vereint die Polyamorie "das Beste aus beiden Welten":
Ich habe einen Mensch mit dem ich ein zu Hause aufbaue, ein safe space wo wir entspannen können und auf maskieren verzichten dürfen.
Diese (Haupt)beziehung schränkt uns nicht ein. Ich darf alles, was ich als single dürfen würde. Lerne ich jemanden kennen, muss ich nicht "aufpassen" mich nicht zu verlieben. Darf mich über Zuneigung, Anziehung, Erotisches freuen. Wird eine Verbindung tiefer, fester, sind wir zuversichtlich das als Herausforderung und nicht als Katastrophe zu sehen.
*******ase Mann
623 Beiträge
Polyamorie ist eine Einstellung. Nur weil die Umstände grade nicht alles zulassen, was theoretisch möglich wäre, ändert sich daran nichts. Man ist ja auch noch monogam, wenn man Single ist, obwohl man dann auch weniger Beziehungen hat, als man haben könnte.

Und in der Regel braucht man eine Erstbeziehung, bevor man eine Zweitbeziehung haben kann. Nach der Logik könnte ja niemand dauerhaft polyamor sein, weil es im Leben jedes Polymenschen phasen mit einer Beziehung gibt.

Und an dieser Stelle stelle ich erneut die These auf, dass Polyamorie weniger damit zu tun hat, ob man mehrere Beziehungen hat oder möchte - dass wollen viele monogame Menschen auch-, sondern ob man es zulassen kann, dass der Partner mehrere Beziehungen möchte.
*********Paar Paar
133 Beiträge
Ich finde es sehr natürlich, wenn man poly empfinden kann, dass man grad am Anfang und auch noch in Stresssituationen erst mal Ruhe braucht und sich gönnt.

Du hast ihm ja klar gemacht, dass du poly bist. Wenn er es so nicht kennt, kann es sich natürlich für ihn so anfühlen, dass er dir jetzt reicht. Wenn da aber irgendwann ein anderer auftaucht ist es nur wichtig, dass er versteht, dass du mehrere lieben kannst das keine Auswirkung auf eure Beziehung bzw eher auf eure Liebe hat, denn auf gemeinsame Zeit und Flexibilität hat eine polybeziehung schon enormen Einfluß
Klar wenn er jetzt erst mal mitbekommt, das er reicht könnte er dann später denken, dass er nicht mehr reicht.
*********Paar Paar
133 Beiträge
Huch ich wollte noch nicht abschicken

Es gibt ja auch Monograme, die mal gern alleine für sich sind.

Ich habe nur nicht verstanden, warum du denkst, du müsstest dir nun noch jemanden suchen um poly zu sein!?

Es gibt so viele Monogame, die nicht mal EINEN Partner finden. Und die legen ne Datingpause ein oder probieren es gar nicht erst, weil denen die Energie fehlt.

Ich würde ihm nur klar machen, dass es immer wieder mal passieren kann und sehr wahrscheinlich ist, dass du in eurer Beziehung noch mal jemanden zusätzlich lieben wirst.
*********lebee Mann
2.387 Beiträge
‚Bist Du eigentlich noch poly ?‘ . . .
. . . fragte mich vor einigen Jahren eine Freundin. Zum Zeitpunkt unseres Kennenlernens war ich auch noch mit einer anderen Frau zusammen und kannte kein anderes ‚Label‘ für mich . . .

Zum Zeitpunkt als sie mich fragte, war ich tatsächlich schon seit einigen Monaten ‚exklusiv‘ mit ihr zusammen, keine bewusste Entscheidung, sondern die Umstände.

Sie erfüllte mich voll . . .

@ Wie soll ich denn jetzt eine Beziehung aufbauen, die eigentlich poly sein soll, aber sich völlig mono anfühlt und gerade auch nur mono ausreicht?

. . . meine Antwort damals: ‚Ja ? Die Tatsache, dass ich exklusiv mit Dir bin, ändert doch nichts an meinem Mindset ?‘

Mittlerweile fühle ich mich übrigens mit dem Begriff ‚liberal monogam‘ super wohl. Habe ich aus einem BBC-Tierfilm über das Liebesleben der Albatrosse entlehnt.

Fühlt sich wesentlich entspannter und zwangloser an.

Noch was . . . gerade, wenn Du neu in einer Beziehung bist, gibt es ja auch sowas wie NRE . . . New Relationship Energy . . . oft verbunden damit, dass ‚man‘ alles andere grade mal ausblendet und der Hormoncocktail einen immer wieder wie ein Superglue zur Verschmelzung mit dem neuen Partner ‚zieht‘ . . .

Also aus meiner Sicht wäre es wichtig, dass Du in der Kommunikation deutlich machst, dass Du nach wie vor ein Poly-Mindset hast und die vielleicht vorübergehende (kann ja auch den Rest des Lebens sein) Exklusivität daran nichts ändert. Du tickst schlichtweg offen. Poly. You name it. You re-name it. You re-phrase it.
*******ben Mann
3.820 Beiträge
Fraktalia Da ja schon vieles geschrieben, greife ich mal den Punkt mit deinem Ehemann auf
Ich brauche Ruhe und Ankommen, Geborgenheit, Sicherheit, ich brauche nur ihn.
Wie soll ich denn jetzt eine Beziehung aufbauen, die eigentlich poly sein soll, aber sich völlig mono anfühlt und gerade auch nur mono ausreicht?
Und ja es stimmt, ich liebe auch meinen Ehemann! .... es fühlt sich eher wie ein liebevolles Team an, wir wollen bewusst zusammen alt werden, führen aber keine sexuell-romantische Beziehung.
Also für mich bedeutet polyamore Beziehung, dass ich mit mehreren Menschen intim zusammen sein kann (nicht muss). Mit der "Erlaubnis" (anders wie z.B. bei Familienmitgliedern, die ja potentiell ja auch intime Beziehungen sind), dass dies auch romantisch oder/und sexuell sein kann. Das ist aber nicht das ausschlaggebende, ob ich wahrhaftig in einer intimen Beziehung bin. Halt eine/zwei weitere Energien, die Menschen zusammen zieht; manchmal aber auch blind macht. Bei Poly eben nicht "heimlich oder nur swingend", sondern mit dem Wissen aller Beteiligten und der Freiheit der Gefühle.
Also hast du für mich derzeit 2 Beziehungen, einmal mit deinem Ehemann und dann die Verliebtheitsphase (NRE) mit dem neuen Freund.
Ich finde es schade, dass dein Ehemann dir nicht Ruhe/Ankommen, Geborgenheit & Sicherheit gibt. Aber wenn nur der Neue derzeit dir dies, plus Romatik und (guten) Sex bietet; warum solltest du dann krampfhaft weitersuchen (müssen)?
Klar kann später die Frage/Aufforderung von ihm kommen, weiterhin keine neuen Kontakte oder gar Trennung vom Ehemann; weil es für ihn eben nur monogam geht. Oder er entdeckt auch die Lust ihn sich, poly zu leben und vielleicht ist dies deine nächste Herausforderung.
Veränderungen & Wachstum sind fester Bestanteil des aktiven Lebens, wenn wir ihnen Raum ermöglichen.
******lia Frau
11.470 Beiträge
Themenersteller 
„liberal monogam“ merke ich mir und drehe ihn mal in meinem Kopf eine Zeit lang, der Begriff ist interessant, auch wenn ich weder liberal noch monogam zu mir passend definieren würde, aber im Zusammenspiel - wer weiß. 🤓

@*******ben Ich habe das falsch ausgedrückt, ich bin bei meinem Ehemann seit 28 Jahren in Sicherheit und ich bin auch inzwischen ruhig bei ihm. Einige hier kennen meinen Mann, auf ihn lasse ich nichts kommen.

Ich glaube ich meinte Sicherheit in der sexuellen Liebe, Ruhe in der Kennenlernphase, sowas irgendwie.

Ich bin ganz offenbar in einem neuen Lebensabschnitt und noch nie in meinem Lebrn habe ich einen Mann kennen- und lieben gelernt auf so gelassene und selbstsichere Weise.
Was habe ich mit meinem Mann damals die Nächte durch diskutiert, und was habe ich in meinem Leben dramatische Verliebtheiten erlebt.
Diesmal ist es komplett anders, deswegen bin ich ja auch verwirrt ob ich wohl noch poly bin und wie ich meinem neuen Liebsten poly zeigen kann.
Für ihn fühlt es sich in diesem Aspekt nicht anders an als sonst, außer dass es halt ne Fernbeziehung ist.
Kommt Zeit kommt Rat, vielleicht zeigt es sich in ein paar Monaten.
Jetzt gerade steht bald das nächste MRT meiner Tochter an, ich bin mit dem Kopf nicht konzentriert.
**********rMann Mann
275 Beiträge
Zitat: Oder kann man durch Lebensumstände plötzlich mono werden?

Ist mir ja so ähnlich geschehen, bin ja seit Dezember sexuell exklusiv mit @*******ere . Sie hat über ein Jahr lang versucht, mit meinem polyamoren und exzessiven Leben zurecht zu kommen, und als es für sie nicht mehr möglich war, habe ich mich freien Willens entschieden, ihren Bedürfnissen nach Sicherheit und Verbindlichkeit Priorität einzuräumen. Ich bin jetzt, John Irving würde schreiben, ein nicht praktizierender plansexueller Poly. Es geht mir gut damit.
Bei unserer ersten Umarmung habe ich gespürt, dass es darauf herauslaufen wird.
Das nimmt viel Konfliktpotential aus der Beziehung.
Dass ich verheiratet bin ist für die natural born mono Partnerin auch nicht einfach, weil ich keine emotionale Exklusivität bieten kann und auch keine Integration in meine Bezugsgruppe.
Ich wünsche dem Mono Partner der TE, dass er nicht darunter leidet, in manchen Lebensbereichen in zweiter Reihe zu stehen.
******lia Frau
11.470 Beiträge
Themenersteller 
@**********rMann
Spannend! Es gibt viele Lebensbereiche - auch außerhalb von Sex und Romantik - die das betrifft.
Mein Liebster und ich haben gerade zwei Stunden telefoniert und tatsächlich ging es um das Älterwerden und welche Lebensmodelle vorstellbar sind.
Denn wenn er rein mono ist, wie kann er sich dann mit einer verheirateten polyamoren Frau was aufbauen?
Es hat uns soooo gut getan, das einfach mal als Thema aufzumachen und ich glaube, ich konnte klar machen, dass mein „ich will mit meinem Ehemann zusammen alt werden“ gar nicht bedeutet, dass er und ich uns eines Jahres sowieso trennen müssen.
Es gibt uns beiden gerade Sicherheit, dass wir uns mit Kreativität neue Lösungen ersinnen könnten, wenn es denn einmal soweit kommen sollte.

Außerdem haben wir herzlich über den Begriff „liberal monogam“ gelacht, vielleicht nehmen wir den für uns erstmal als Arbeitstitel, er liegt so in der Mitte zwischen uns. Vielen Dank nochmal dafür @*********lebee , du hast uns damit geholfen!
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