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Ich bin verantwortlich für das, was ich sage...

******fun Frau
8.660 Beiträge
Themenersteller 
Ich bin verantwortlich für das, was ich sage...
...aber nicht für das, was du verstehst!

Ich schreibe hier meist nichts, sondern lese mehr mit, mal mit viel, mal mit weniger Kopfschütteln.

Die Dates hier finde ich meist eher swingerorientiert denn polyamorbezogen und viele, die contra-polyamor sind, suchen hier verzweifelt nach Erklärungen, warum sie nicht polyamor empfinden können. Und viele polyamore Beziehungs-Partner suchen hier Hilfen und Antworten auf konkrete Gefühls- und Lebensfragen.

Alles kann ich irgendwie nachvollziehen und oft denk ich: "*hi5*"…

Und heute steh ich wiedermal fragend mir selbst gegenüber und hab keine Ahnung, wie ich soooo dermaßen falsch verstanden werden konnte.

Ich halte mich eigentlich des Schreibens und Redens für mächtig. Aber gerade bin ich ohnmächtig und verwundert ob der fehlenden Empathie und der Fähigkeit, Geschriebenes komplett fehlzuinterpretieren.

"Ich bin verantwortlich für das, was ich sage, aber nicht für das, was du verstehst."

Dieser Satz schwirrt mir die ganze Zeit durch den Kopf und warum ist es so schwer, sich bei Kommunikationsfragen wirklich zu verstehen?

Warum scheitern wir immer wieder daran?

Ich auch … Nicht falsch verstehen, ich stehe nicht über diesen Dingen, sondern bin nur so überrascht, dass ich nach all dem vielen Lernen, Schreiben, Diskutieren, Reflektieren, Verstehenwollen, Begreifen … nach so vielen Übungseinheiten dennoch erkennen muss: ICH HABE VON NIX NE AHNUNG! und zwar echt ne Menge an "keine Ahnung", dass es mich überrollt hat.

Bitte, hat wer ne Erklärung?

Geht es euch ähnlich?

Ich erwarte kein Kommunikations-Patentrezept, wenn es das gäbe, wäre die Welt gesund.

Aber ich schau gerade ein bisschen mimimi und irritiert aus der Wäsche und könnte ein wenig Verständnis und Empathie brauchen. *zwinker*
mit ki gemini gebastelt...
******fun Frau
8.660 Beiträge
Themenersteller 
Ach ja, also um was es ging, hab ich gar nicht geschrieben … *lol*

Also ich bin polyamor, bin aber meist nur swingend hier unterwegs im Joy und jetzt hätte sich so ganz knapp endlich was Polyamores entwickeln können und dann wurde ich sowas von falsch verstanden und zwar auf so vielen Ebenen, dass ich mal wieder keine Lust hab, dann bitte einfach und ohne Gefühle... just for fun… seufz…
******lia Frau
11.557 Beiträge
Du suchst Mitgefühl und du
kriegst meins. *ja*

Ohne Besserwisserei und Bedingungen.
Ich glaube, es gibt so viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt und das sage ich als eine, die Mathematik studiert hat.
Dazu kommt noch die Schwierigkeit, sich über Mails und Messenger auszutauschen, das funktioniert auf einigen Ebenen nicht.

Ich habe mit allen, mit denen ich eine tiefere Beziehung eingehe, die Regel, dass Probleme und Missverständnisse nur persönlich oder mindestens telefonisch geklärt werden, niemals per Messenger und auch nicht per Sprachnachricht.

Naja und ansonsten: Ich glaube, ich kenne dein Kopfschütteln und dein mimimi. ☺️🥹
Es ist ja auch nahezu unbegreiflich für Menschen, die immer nur seriell einen lieben, wie es passieren kann, dass Polys mehrere ehrlich gleichzeitig lieben. Daraus entstehen so viele Ungereimtheiten, die dann vom jeweiligen Gehirn einfach mit Annahmen aufgefüllt werden, dass man es manchmal gar nicht mehr aufklamüstert bekommt.

Ich glaube nicht, dass du deswegen „nur“ oberflächlichen Spaß suchen darfst. Den kannst du ja mitnehmen, aber bitte gib nicht die Hoffnung auf. 🌷
******fun Frau
8.660 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von ******lia:
Ich habe mit allen, mit denen ich eine tiefere Beziehung eingehe, die Regel, dass Probleme und Missverständnisse nur persönlich oder mindestens telefonisch geklärt werden, niemals per Messenger und auch nicht per Sprachnachricht.

Du hast völlig recht. *hi5*
Aber genau das ging leider nicht,
es war nicht möglich, zu telefonieren,
und das hat das Schlamassel noch mehr gepusht.
********emme Mann
447 Beiträge
Du hast mein Mitgefühl, weil ich das Problem kenne. In der Absicht alles richtig zu machen, erklärt man sich überaus detailliert und klar, trotzdem wird man missverstanden. Das ist das Wesen der Kommunikation die immer gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen abläuft. Nach Schulz von Thun: Sachebene, Beziehungsebene, Selbstkundgabe und Appell. Sowohl beim Sender als auch beim Empfänger existieren diese Ebenen. Beide sollten sich also immer vergewissern, dass sie die Aussage auf der gleichen Ebene verstehen. Insofern sind auch beide Seiten dafür verantwortlich, dass Kommunikation gelingt. Vielen ist das aber zu anstrengend.
Auch ich hab auf die Frage: „Hab ich das so richtig verstanden?“ die Antwort: „Ich hab es so gemeint, wie ich es geschrieben habe.“ erhalten. Womit keinem weitergeholfen ist.
Ich persönlich finde jedoch, wer sich nicht die Mühe macht, mit mir vernünftig zu kommunizieren, ist meine Aufmerksamkeit dann auch nicht wert. 🤷🏼‍♂️
****ini Paar
150 Beiträge
Hmmm … der gute Schulz von Thun hat ne Erklärung, aber erklären kann er auch nicht, was nicht erklärbar ist.

Vielleicht hilft dir, dass du unser vollstes Verständnis hast. 🙏
**********liste Mann
5.750 Beiträge
@******fun
Zu deiner Frage: Warum ist es so schwer, sich bei Kommunikationsfragen wirklich zu verstehen?
Ich denke, dass es ein allgemeines Problem von geschriebener Kommunikation ist.
Wir lesen alle in den Foren und Mails nur TEXT, und bekommen weder die Betonung, noch die Gestik mit, noch die Mimik und Körpersprache noch sonst irgendetwas anderes. NUR TEXT. Und den lesen wir dann, wenn wir in unserer eigenen „Kiste“ sitzen, durch die Brille der eigenen Erfahrungen und oft auch Verletzungen. Da sind dann Missverständnisse beinahe vorprogrammiert.
Das sollten wir immer bedenken, bevor wir antworten. Oftmals ist es deutlich sinnvoller, dann erst mal mit einer neutralen Wortwahl (ich meine nicht provokativ) nachzufragen, was genau mit dem Geschriebenen gesagt werden wollte.
Dazu kommt, dass es offensichtlich vielen schwerfällt, die Meinung anderer erst einmal so, wie sie gesagt (geschrieben) wurde, stehenzulassen. Dazu benötigt es eine stabile Ambiguitätstoleranz. (Ein Begriff, den ich erst hier kennengelernt habe und selber erst einmal „ergoogeln“ musste.)
Denn sonst ist das dann sehr oft der Beginn eines regelrechten Schlagabtausches in den Threads.
Ich habe auch den Eindruck, dass es manchmal passiert, dass anscheinend vergessen wird, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt und keine IP-Adresse oder ein Chat-Bot.
******fun Frau
8.660 Beiträge
Themenersteller 
Flüstermodus: pssst...

Mal so als kleines Details am Rande.
Ich gebe beruflich Kommunikationsseminare *lol*
Was am Ende aber nicht, also mal so wirklich
nullkommanullgarnicht geholfen hätte!
******fun Frau
8.660 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von **********liste:
Zu deiner Frage: Warum ist es so schwer, sich bei Kommunikationsfragen wirklich zu verstehen?

Da fängt es schon an, denn das war nicht meine Frage *zwinker*
*****olf Mann
2.328 Beiträge
Ich zitiere mich mal:
"Der grundlegendste Fehler bei der Kommunikation ist: Anzunehmen, sie habe stattgefunden..."

Und jemand anderen:
"We are nothing but a lucky species that is trying to understand the complexities of Creation via a language that evolved in order to tell one another where the ripe fruit was."
Meine Übertragung davon:
"Ich glaube, das vielleicht wichtigste Problem der Sprache ist, dass wir versuchen, die grundlegenden Vorgänge des Universums mit Hilfe eines Werkzeugs zu vermitteln, das entwickelt wurde, sich gegenseitig mitzuteilen, wo das reifste Obst zu finden ist."
*****olf Mann
2.328 Beiträge
Einen hab ich noch:
"Die Verantwortung für den Inhalt einer Nachricht liegt beim Empfänger."
***ge Mann
237 Beiträge
Zitat von ******fun:
Zitat von **********liste:
Zu deiner Frage: Warum ist es so schwer, sich bei Kommunikationsfragen wirklich zu verstehen?

Da fängt es schon an, denn das war nicht meine Frage ;-)

Danke für den Lacher!! Obwohl der mir fast im Hals steckenblieb... Denn das Thema ist ja durchaus ernst.

Jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens Erfahrungen, erarbeitet sich Wissen und Konzepte. Nennen wir das Ganze mal "inneres Bild der Welt".
Wenn sich zwei unterhalten, dann ist die Sprache kein vollständiger Informationsträger. Du sagst etwas und der andere ergänzt dann das was verstanden wurde mit dem eigenen inneren Bild der Welt.

Wenn sich diese inneren Welten stark unterscheiden, wegen unterschiedlichen Lebenserfahrungen und anderem Wissensstand, dann gibt es Probleme...
Menschen, die sich gut verstehen haben ähnliche innere Welten und teilen tausende implizite Annahmen, die sie gar nicht aussprechen müssen um sich zu verstehen.

Kommunikation funktioniert nie durch Worte allein – Worte sind nur Hinweise, aus denen der Zuhörer die eigentliche Bedeutung rekonstruiert. Wie gut das gelingt, hängt davon ab, wie gut die genannten inneren Welten übereinstimmen.
Das erklärt auch, warum du dasselbe Thema mit jemandem aus deinem Fachgebiet in 2 Minuten besprechen kannst – und für einen Außenstehenden eine halbe Stunde brauchst, ohne dass irgendjemand dumm oder schlechter wäre...

Mit Menschen, die ähnlich ticken wie ich, kann ich mich auch in Chats perfekt austauschen. Da gibt es ganz selten Mißverständnisse. Mit anderen ist die Schriftform oft anstrengend und ich muss Angesicht zu Angesicht sprechen, damit ich mein Thema transportieren kann.

Und dann gibt es wieder Menschen, da schaffe ich es gar nicht für Verständnis zu sorgen. Insbesondere, wenn es um eher abstrakte Themen geht und ich beispielsweise versuche Emotionen zu erklären...
******ore Frau
4.885 Beiträge
Vor allem funktioniert Kommunikation nicht allein über Kopf und Verstand, wenn Gefühle und Körpersprache außer acht gelassen werden.
*********otta Mann
1.261 Beiträge
Kommunikation funktioniert nur als Team! Falls ich Chinesisch mit Dir spreche kann ich die richtigen Worte verwenden, doch Du verstehst es leider nicht....
Es ist immer wichtig das Gegenüber abzuholen. Ich muss mir eben schon Gedanken machen was mein Gegenüber versteht.
*******mar Frau
6 Beiträge
Vielleicht interessant, habe ich letztens aus einem Joyclub Lifestream mitgenommen:
5 Axiome nach Paul Watzlawicks & 4-Ohren-Modell (Schulz von Thun).

Ich denke insgesamt, dass es sehr wichtig ist sich auch verstehen zu wollen und viel zu fragen.
*******_nrw Frau
46 Beiträge
Ich habe aus dem polyamoren Umfeld etwas mitbekommen, das heißt Spiegel Gespräch. Einer erzählt, dann wiederholt der andere, was der erste gesagt hat. Dann wird gecheckt, ob das auch stimmt. Und man geht im Gespräch erst weiter, wenn Person A sich verstanden fühlt.

Das setzt dann aber die Voraussetzung, dass alle Beteiligten das auch WOLLEN.

So tun als ob, Wasser predigen und Wein trinken, hilft nicht und führt echt nur ins Dilemma...

Kenn ich... Und schade, wenn der Ernst der Situation, also, wenn es echt schlecht um eine Person oder Beziehung steht, nicht erkannt wird.

Es tut mir leid, dass du eine nicht so schöne Erfahrung gemacht hast. Alles Gute für dich.
****ika Frau
171 Beiträge
Hm... Grundsätzlich gibt es ja Menschen die gerne schreiben und welche die es nicht tun.
Und Ja, man ist verantwortlich für das, was ich sagt. Aber wenn ich merke, das es komplett anders ankommt, kann ich mich da nicht einfach rausziehen.

Eigentlich wäre dann wichtig, das man nachfragt:
„So kommt das gerade bei mir an, meinst du das auch so?“
Und andersrum auch: das Nachfragen nicht direkt als Angriff gewertet werden.

Und dann kommt noch hinzu:
Beim Schreiben fehlt halt alles.
Tonfall, Mimik, Stimmung.
Du weißt auch nicht:
Hat die Person gerade Stress? Ist sie unsicher oder traurig?
Steht sie im Stau und ist genervt?
Hatte sie ein Gespräch mit dem Chef (oder jemand anderes) und hat gar kein Kopf für das Gespräch, fühlt sich aber verpflichtet dieses Gespräch bei WhatsApp o.ä. zu führen.
Oder ist die Person eigentlich ganz entspannt und du liest nur was rein und bist selbst nicht ganz bei der Sache.
Wenn da keine Offenheit oder Klarheit kommt, wird’s schwierig.

Wenn man merkt, das es gerade kippt:
Nicht weiter schreiben im Affekt, sondern sagen:
„Ich merke, ich fahr mich gerade fest, ich melde mich später nochmal.“
Das macht man im echten Leben ja auch, oder sollte man zumindest, wenn eine Diskussion zu heiß wird.

Manche Dinge gehören nicht in endlose Texte.
Da hilft Stimme oder Video oft mehr als zehn Nachrichten hin und her.

Ist doch ein cooler Gedanke.
Man kann nicht telefonieren, schreiben ist zu anstrengend. Dann kann man vll ein Video machen und erklären oder reden was man wie gemeint hat. Der dir gegenüber sieht dich dann. Mimik/Gestik wird dann wahrgenommen und hilft dann der Person etwas besser zu verstehen. Merkt, dein Ton ist ruhig oder beunruhigt (oder jede andere Emotion)

Naja, alles Dinge die man aus Erfahrungen her (besser) weiß.
**********silon
9.026 Beiträge
Zitat von ******ore:
Vor allem funktioniert Kommunikation nicht allein über Kopf und Verstand, wenn Gefühle und Körpersprache außer acht gelassen werden.

+ vorherige emotionale Prägungen und das Körpergedächtnis evtl. traumatisierter Menschen. Triggerpunkte, etc. pp.

Sozialisierungen, Glaubenssätze und ähnliches.
*******enig Mann
16.370 Beiträge
Liebe @******fun , als erstes für dein geplagtes Seelchen eine große Packung Leckmich! von Bayer. Dann zur Kommunikation: du schreibst, teflonieren wäre nicht möglich gewesen. Vielleicht andere Wege ebenso. Wäre jetzt mal so mein Verdacht als alter weißer Mann.

Dann zur Kommunikation selbst: wenn sie missverstanden wird, kann das natürlich daran liegen, dass du dich missverständlich ausgedrückt hast, was in ungefähr 0,57% der Fälle zutreffend sein mag. Da du ja Profi bist und sogar Seminare gibst, schätze ich die Quote in deinem Fall auf 0,0057%. Viel häufiger versteht der Empfänger (m/f/d) allerdings einfach nur das, was er verstehen will bzw hört, was er/sie/es hören möchte.

In deinem Fall kommt noch dazu, dass dir aus welchen Gründen auch immer gar nicht alle Wege zur Kommunikation offen stehen, weshalb ich den Fehler, wenn es denn überhaupt einen Fehler bei Kommunikation geben kann, nicht bei dir sehe.

Falls Leck mich! bei dir nicht helfen sollte, kannst du in der Apotheke auch nach Leck mich forte fragen und wenn das auch nicht hilft, suchst du im Darknet nach "Fickt euch!"... *zwinker*
*********rgara Frau
8.691 Beiträge
Meine Erfahrungen in letzter Zeit:

Vor 2 Jahren hat mir eine polyamore Verbindung die Freundschaft gekündigt. Dazu beigetragen hatte unter anderem unsere misslungene Kommunikation. Sie fand ausschließlich geschrieben statt. Der wunderbare Mensch hatte privat wie beruflich so viel um die Ohren, dass ich für Telefonate in der Regel einen Termin ausmachen musste. Meist 2 Wochen im voraus.

Weil die Schreiberei ohne Mimik und Gestik auskommen muss, passiert es anscheinend öfters , dass man hinein interpretiert. Und wenn man dann noch mehrere Interpretationen addiert, das beide Seiten tun und noch Missverständnisse dazu kommen , kann das dazu führen in einer falschen Schublade zu landen. Oder sich ungewollt zu verletzen. Es ist dann sehr schwer eigene tatsächliche Fehler von den konstruierten Interpretationen zu trennen. In dem erwähnten Fall hat mir der wertgeschätzte Mensch auch noch eine Aussprache verwehrt. Er war sehr wütend. Ich war verwirrt und traurig. Zumal der Kontakt mit WhatsApp beendet wurde . Wieder nur Schreiben.

Im November habe ich mich unerwartet in einen neuen Mann verliebt. Nachdem die erste Verliebtheit nachließ, kamen meine ersten Probleme mit Widersprüchen zwischen seinen Worten und seinen Taten. Da hatte ich so schlechte Erfahrungen mit, die hochkamen , dass ich in einen Verteidigungsmodus geriet. Die Ängste bei mir ließen sich auch nur durch tatsächliche Treffen besänftigen. Dabei spürte ich real und in seinen Armen woran ich mit ihm bin und konstruierte nicht mehr.

Fazit : Man muss jemand gut genug kennen, damit man Lücken in der Kommunikation nicht mehr mit Vermutungen füllt.

Ich habe gelernt, daas Menschen sich oft zurück ziehen, weil sie im Schutzmodus sind . Während ich gedacht habe, sie haben kein wirkliches Interesse oder wollen mich manipulativ täuschen und ausnutzen.

Das kann ganz schön schockierend sein zu verstehen, dass jemand sich vor mir schützt, obwohl ich ihn nicht angreifen wollte. Manchmal fühlt sich das verletzend an so fehlverstanden zu werden oder verurteilt für etwas, das man gar nicht ist oder beabsichtigt hat oder gesagt oder getan hat.

Wenn mir etwas in der Art schriftlich passiert , frage ich daher nach. Solange bis ich die Gründe des anderen verstanden habe. Oft stellte sich heraus, dass gute Gründe da waren und sogar Notsituationen und meine Wut völlig unberechtigt.

Rein schriftliche Kommunikation taugt daher auf Dauer nur für Menschen, die sich lange und gut genug auch persönlich kennen meiner Meinung nach.
***ge Mann
237 Beiträge
Zitat von *********rgara:

.....

Rein schriftliche Kommunikation taugt daher auf Dauer nur für Menschen, die sich lange und gut genug auch persönlich kennen meiner Meinung nach.

Den Satz würde ich gerne noch etwas justieren: Das "taugt daher auf Dauer nur" mag ich ersetzen durch "wird viel einfacher".

In den letzten Jahren habe ich verschiedene Beziehungen gehabt die allesamt online starteten. Mit meinem Hintergrund als Mensch, der in Beziehungen unsicher ist und auch gerne Dinge leicht ins negative interpretiert, ist es wichtig jedes unwohle Gefühl sofort zu beleuchten und dem Gegenüber auch zu spiegeln was die eine oder andere Aussage bei mir ausgelöst hat.

Ich sehe das als Einladung mich besser zu verstehen und gebe meinem Gegenüber damit auch die Chance zu reagieren. Ich erwarte keine Reaktion!!! Ich will lediglich Verständnis schaffen. Es ist MEIN Problem. Aber wenn ich das ans Licht bringe, dann hat mein Gegenüber die Wahlfreiheit was er/sie damit tun möchte. Und meist wird mir dann die Intention der Aussage noch einmal verdeutlicht und ich gewinne dadurch wieder Sicherheit.

Wenn ich das nicht mache, dann weiß ich, dass eins zum anderen kommt und irgendwann zuviel Druck auf dem Deckel ist. Und wenn dann der Druck so hoch ist, dass ordentlich Dampf abgelassen wird, dann kann es ungemütlich werden...
Wenn man danach noch die Chance hat in ein Gespräch über das Geschehene zu gehen, dann hört man meist Sätze wie "Ja warum hast Du das denn nicht schon viel früher gesagt?"

Ich bin also dazu übergegangen auch in der Online-Kommunikation sofort meine Gefühle zu beschreiben. Ich arbeite da auch gerne mit Metaphern um das bildhaft zu gestalten.
Das erfordert sehr viel mehr Worte, verdeutlicht es aber besser.
Ja, das kostet Zeit. Aber es hat die Qualität der Online-Kommunikation für mich auf ein besseres Niveau gehoben. Auf ein DEUTLICH besseres...

Ab und an gibt es Menschen, die verstehen nicht, was ich da mache und warum. Da komme ich auch mit noch so vielen Erklärungen und Metaphern nicht weiter. Das passiert dann aber im Vier-Augen-Gespräch genauso. Dann passt es eben nicht... Unterschiedliche innere Welten...

Herzlichst,
Stefan

P.s.: Zwei meiner drei Lieben leben 40min, bzw. 50min. Fahrzeit entfernt. Da läuft zwangsläufig sehr viel über Chats ab.
*******horn Frau
1.090 Beiträge
Zitat von ******fun:
.
Ich gebe beruflich Kommunikationsseminare *lol*
Was am Ende aber nicht, also mal so wirklich
nullkommanullgarnicht geholfen hätte!

Die notwendige professionelle Distanz geht immer flöten, wenn man selbst drin hängt, das ist bekannt.

Deswegen therapieren auch Therapeuten nie sich selbst oder ihre nächsten. Zumindest ist das ein ethischer Grundsatz.

Wir sind alle nur Menschen.

Ich sehe dich und du hast mein Mitgefühl.
*******enig Mann
16.370 Beiträge
Eine Online-Beziehung ist halt online. Es mag ja Zeiten geben, wo nur eine schriftliche Kommunikation möglich ist, aber auf Dauer erscheint mir diese Form der Kommunikation unvollständig. Zumindest zwischen Leuten, die in einer Beziehung sind...
*******Bi68 Mann
37 Beiträge
Ich kenne das grundsätzliche Problem gut. Aus verschiedenen Kontexten. Bei mir liegt die Ursache im wesentlichen daran, daß ich Autist bin und einfach anders kommuniziere. Das ist jetzt vermutlich nicht hilfreich für die Mehrheit. Aber ich beobachte diese Kommunikationsprobleme schon lange auch bei Neurotypischen. Sie hören nicht nur falsch. Sie hören, was sie hören wollen. Sie sind oft in einer unnötigen Hast, um möglichst schnell eine Antwort zu "produzieren", statt erstmal das Gesagte zu überdenken. Das Problem multipliziert sich mit der Anzahl der Gesprächsteilnehmer. Man muss möglichst schnell antworten, um die Meinungsführerschaft in der Gruppe zu erhalten oder zu behalten.
********reau Frau
348 Beiträge
"Ich bin verantwortlich für das, was ich sage, aber nicht für das, was du verstehst."

Ich habe länger über diesen Satz nachgedacht und ich komme zu dem Schluss, dass damit (für mich) keine wertschätzende Beziehungskommunikation ermöglicht wird. Ich würde es (für meine Beziehungen) so formulieren: Wir haben beide eine Verantwortung dafür, ein gemeinsames Verständnis der Situation/Lage herzustellen.

Einige haben hier schon das Spiegeln angesprochen. Es gibt eine Technik, mit der sich das in Gesprächen umsetzen lässt: Imago Dialog. Das finde ich sehr hilfreich, weil es aus der Matrix hilft, in der es um richtige und falsche Kommunikation geht.
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