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Dauerhafte Poly-Beziehungen

*******john Mann
71 Beiträge
Themenersteller 
Dauerhafte Poly-Beziehungen
Frage an die Poly-Gemeinschaft:
Welche persönlichen und organisatorischen Voraussetzungen begünstigen ein dauerhaft stabiles Polykonstrukt?

Mein Gefühl beim Lesen vieler Beiträge hier ist, dass sich viele polyamor fühlende Menschen dauerhafte stabile Beziehungen wünschen, aus den verschiedensten Gründen aber noch nicht erreicht haben.

Dabei spielen bei manchen bestimmte Ausschlusskriterien eine Rolle, z.B. als Single sich keinem Paar anschließen zu wollen.
Manchen scheint der Unterschied zwischen Verliebtsein und Liebe empfinden nicht klar zu sein. U.v.m.
Bin gespannt auf Eure Erfahrungen.
*****_71 Mann
256 Beiträge
Hi, ich weiß nicht ab wann dauerhaft gilt. Aber bei uns fühlt es sich zumindest stabil an 🤪. Meine Frau und ich leben seit 2008 poly und ich habe eine Partnerin seit 2014 und meine Frau hat auch noch einen Partner.
Was bei uns hilft, ist halt viel Transparenz bei der Termin Absprache und Gleichwertigkeit aller Beteiligten.
Um Missverständnisse auszuräumen und Bedürfnisse klar benennen zu können hat bei uns auch die gewaltfreie Kommunikation geholfen. Am Anfang war meine Kommunikation auch noch nicht so klar und es hat in Vergangenheit viele klärende Gespräche gebraucht. Es ist halt immer auch Beziehungsarbeit. Was in den letzten Jahren auch noch mal hilfreich war, war/ ist das Wheel of Consent. Soll jetzt hier keine Werbung sein, sorry - hat aber auch zur Klarheit beigetragen.
Ab und zu sind wir alle Beteiligten mal im Kontakt oder Unternehmen was - auch mal mit den Kindern, wobei die langsam eigene Wege gehen 😆
Alles zusammen und die Bereitschaft geliebte Menschen so wie sie sind und ihre Bedürfnisse zu akzeptieren, hat wohl zu der aktuellen Situation beigetragen.
LG
*****olf Mann
2.321 Beiträge
Eigentlich nicht mehr als in guten Mono-Beziehungen auch.
Selbstliebe, echte Kommunikation, vertrauensvolle Transparenz, Selbsterkenntnis, Wachswille, Mitfreude, Sein statt Haben ...

Das einzig spezifische ist das Überwinden der übermächtigen Mono-Konditionierung.

CNM ist grundsätzlich anspruchsvoller, weil mehr geteiligt sind. Die Beziehungsarbeit wächst nicht linear, sondern exponentiell.
*******ben Mann
3.820 Beiträge
lebendiges variables Leben
Stabilität wünschen sich viele, egal welche Beziehungsform/Lebenskonstellation. Vielleicht sollten wir lernen, dass Leben nun mal Wachstum & Veränderung immer beinhaltet. Dies in unsere Lebensmodelle und Köpfe entsprechend variabel mit einbeziehen.
Also Veränderungen - egal welcher Art - nicht als Scheitern begreifen (lernen mit dem Schmerz produktive umzugehen), sondern als normale Lebensschritte.
*my2cents*
**********Musik Paar
15 Beiträge
Ich schließe mich an - die Beziehungsform ist zweitrangig. Die Frage ist eher, was gesunde Partnerschaft braucht. Und da ist absolute Ehrlichkeit für mich ein wesentlicher Schlüssel. Klar zu kommunizieren, was geht und was eben nicht, auf allen Seiten. Nicht auf Krampf irgendwas durchziehen zu wollen, sondern Unterschiede zu akzeptieren und fair damit zu sein, wenn es eben nicht passt. Schmerz da sein zu lassen, statt ihn 'weg basteln' zu wollen. Zuhören. Wertfreiheit, in der größten Challenge, wenn es um eine Verletzung geht, die ich selbst bei meinem Partner ausgelöst habe. Und am Wichtigsten - Demut. Grundsätzlich davon auszugehen, dass die eigene Sichtweise nichts mehr als das ist - eine Sichtweise von vielen. Jeder von uns hat Recht, aus seinem Blickwinkel.

Ich persönliche habe ich meiner 15 jährigen Mono Beziehung alle Voraussetzungen für unser funktionierendes Polykül gelernt. Welches übrigens nicht geplant war, sondern entstanden ist, mittlerweile als Familie. Ich schätze, diese Absichtslosigkeit ist auch ein wichtiger Faktor, denn sie lässt Raum für jedes Bedürfnis, vor allem ein Ausjonglieren von Nähe und Distanz, das in jeder Partnerschaft immer mal wieder stattfinden sollte.
****on Mann
17.235 Beiträge
Für mich ist das Bewusstsein für Projektionen aufeinander essentiell wichtig im menschlichen Miteinander. Wie schon gesagt wurde, braucht es für Polyamorie die selben persönlichen Voraussetzungen wie in anderen menschlichen Beziehungen.

Weitere Punkte sind für mich Wohlwollen und Loyalität. Zuhören können. Bereitschaft, Glaubenssätze und Prägungen auf den Prüfstand zu stellen, die eigenen Schatten ans Licht zu holen. Tiefes Tauchen ins eigene Unterbewusstsein, um zu verstehen, wie eigene Motive und Regungen funktionieren.

Organisatorisch hat sich ein gemeinsamer Onlinekalender bewährt, ebenso häufige Treffen aller Liebsten und Metamouren des Polyküls.

Nicht unwichtig finde ich auch das Kennenlernen effektiver Beziehungstools wie Klärung/Schattenarbeit (im Grunde Projektionsentdeckungsarbeit) und das Forum-Verfahren, Zwiegespräch, Affinity (Paul Ferrini), GFK, Aufstellungsarbeit. Bewusstseinsarbeit mit holotropem Atmen und vielen anderen Möglichkeiten. Je besser ich mich verstehe, um so besser kann ich mit der Welt, den Menschen, den Liebsten und Metamouren umgehen.
***oj Mann
27 Beiträge
Was Organisation betrifft, sollte man sich im Klaren darüber sein, dass Veränderungen der Lebensbedingungen nur einer beteiligten Person, alle betreffen kann.

In unserem Fall hat sich meine Frau relativ früh nach unserer Hochzeit im Rahmen unserer offenen Beziehung in einen deutlich jüngeren Mann verliebt.
Aus einer Affäre wurde eine Polyähnliche Beziehung.
Zu der Zeit hat er studiert und das recht lange, da er immer wieder Pausen eingelegt hat um das ganze zu finanzieren.
Danach hat er sich relativ schnell selbstständig gemacht, mit der Konsequenz, dass relativ wenig Zeit übrig blieb. (Stichwort "Selbst" und "ständig") Auch gerade für die Beziehung.

Wir haben uns dann entschlossen, dass meine Frau ihren Job von 100 auf 70 Prozent reduziert, was für uns finanziell relativ erträglich ist, zumal er inzwischen einen deutlich größeren, finanziellen Spielraum hat.

Man sollte also nie außer acht lassen, dass in einer Poly- , oder Polyähnlichen Beziehung damit gerechnet werden muß, dass persönliche Änderungen (Beruflich, räumlich... etc) sehr gravierende Konsequenzen für alle Beteiligten haben können.
*********ually Frau
799 Beiträge
Was den Wunsch nach (dauerhafter) Beziehung und den Mangel an (dauerhafter) Beziehung angeht, sehe ich keinen Unterschied zwischen Monos und Polys. Da gibt es überall Menschen, die sich eine Bindung wünschen, bei denen es dann aus den unterschiedlichsten Gründen nicht funktioniert: eigene Baustellen, Baustellen des/der anderen, unterschiedliche Vorstellungen, die Umstände...

Auch die Probleme in Beziehungen unterscheiden sich meist nicht so sehr. Wie mein Vorschreiber sagt, hat eine Veränderung bei einer Person in einer Poly-Beziehung Auswirkungen auf mehr Menschen. Auf der anderen Seite können hier auch mehr Schultern eine Last tragen.

Es ist einfach nicht leicht, Menschen zu finden, die wirklich langfristig zu einem passen. Wo es tiefgehend klick macht - und die Umstände stimmen. Ich glaube, wir unterschätzen, wie viele Zufälle da zusammenkommen müssen, wie viele Ärmchen des Universums dafür ineinandergreifen müssen.
*******john Mann
71 Beiträge
Themenersteller 
Danke für Euer erstes Feedback zu meiner Frage.
Ja, es ist echt nicht einfach, das zu bekommen, was man sich wünscht.
Ich finde es dann auch sehr überraschend und bewundernswert zu lesen, dass Ihr @***oj , bereit seid, Eure Kernbeziehung sogar mit wirtschaftlichen Folgen anzupassen. Großer Respekt meinerseits.
Danke @*****_71 , wenn ich Deinen Text so lese, fühle ich mich auf einem guten Weg. Welche Rolle spielen Entfernungen denn für Euch? Und sind alle Beteiligten bei Euch gleichermaßen reflektiert und fähig zu der Beziehungsarbeit?

Ich hatte mir auch schon mehr Gedanken gemacht, was wichtiges Eigenschaften und Randbedingungen sind, wollte hier aber nicht vorgreifen:
• persönliche Reife (alte Muster sind bearbeitet)
• Gabe, reflektieren zu können
• Verständnis seiner eigenen Rolle
• Akzeptanz der Grenzen der anderen
• Vertrauen, Loyalität, Zuverlässigkeit,...
• Gemeinsame Ziele. Ein gewichtiges Ziel würde ich ganz nach oben stellen: sich gegenseitig gut tun, in alle Richtungen. Verbunden mit hoher Achtsamkeit darauf, wenn es hier zu Ungleichgewicht kommt.
• Kommunikation, Ehrlichkeit, Offenheit, Klarheit
• "sich nichts vormachen"
• Compersion (Mitfreuen am Glück der anderen)
• Klarheit seiner eigenen Bedürfnisse und Wünsche
• räumliche Nähe. Lebt jemand unter Euch poly auf Distanz?

Folgende Red flags habe ich für mich schon identifizieren können:
• Übertreten von Grenzen
• Gefühlsduselei, Verliebtheit
• Erwartungen
• Unklarheiten, Unausgesprochenes

Was waren für Euch weitere KO-Kriterien, die früher oder später auftraten und zur Beendigung von Beziehungen führten?
*****_71 Mann
256 Beiträge
@*******john , du fragst nach Entfernungen, also unsere partnerpersonen leben je 45 min Autofahrt von uns entfernt.
Und im schnitt sehen wir sie 1 - 2 Tage die Woche.
Ich muss dazu auch sagen, dass wir das nicht so geplant angegangen sind. Es hatte sich so ergeben und wir haben geschaut wie wir damit umgehen. Wir wussten damals auch nicht dass es polyamorie heißt. Wir haben nach und nach geschaut was hilfreich im Kontakt und in Konflikten sein könnte.
Wir wollten uns nicht trennen, uns gleichzeitig das Lieben anderer erlauben und uns nicht anlügen.
In der GfK haben inzwischen 4 von uns (genaugenommen gehen die Verbindungen noch weiter) tatsächlich 1 - 2 jahresausbildungen, was wir aber eigentlich nur bei Unklarheiten umgangssprachlich einfließen lassen. Ich denke das hat im Prozess viel geholfen.
Hier wurde sinngemäß geschrieben, dass sich die Kommunikationsarbeit mit mehreren Menschen potenziert - das kann ich bestätigen, wenn es etwas zu bearbeiten gibt. 🤪
Und dass die einzige Konstante im Leben Veränderung ist, was auch ausgesagt wurde, klar, dem schließe ich mich auch an.

Die Aufzählung deiner Punkte find ich interessant, das hätte ich vorher gar nicht zusammentragen können.
Mit meinem jetzigen Verständnis würde ich sagen, ja, einiges davon entwickelt sich mit der Zeit und für einiges wäre es hilfreich wenn Bereitschaft da ist.
Bei mir war es so, dass die Themen kamen wenn sie sich ergeben haben 😆
Und solche Werte wie Offenheit, Ehrlichkeit ( auch wenn es am Anfang schwierig war wenn man weiß was andere triggert), einfach ein wohlwollen füreinander, das waren für uns eh Vorraussetzungen wenn wir schon diesen Schritt gegangen sind.

Ah, Du hast noch nach KO Kriterien gefragt. Also wenn bei allem Wohlwollen die Kommunikationsskills nicht ausreichten und Annahmen oder Erwartungen im Weg standen.
***oj Mann
27 Beiträge
Also Gefühlsduselei und Verliebtheit als Red Flag finde ich bei Polybeziehungen etwas schwierig. Es ist doch eine Partnerschaft mit entsprechenden Gefühlen....

Ein K.O Kriterium wäre z.B eine Forderung nach Exklusivität in wichtigen Bereichen des Lebens.
Da gibt es immer noch die Möglichkeit der Absprache.
*******ben Mann
3.820 Beiträge
Zitat von ***oj:
Es ist doch eine Partnerschaft mit entsprechenden Gefühlen....
Nur würde ich Verliebtheit und Gefühlsduselei nicht als echte Gefühle bezeichnen; sondern eher als erhöhte Hormonausschüttungen. Die meist gepaart sind mit Projektionen & Erwartungen an das Gegenüber.
*******wers Frau
108 Beiträge
Verliebtheit an sich würde ich gar nicht als Red Flag sehen. Aber wie jemand mit Verliebtheit umgeht ist wichtig. Wenn mein Gegenüber für die Verliebtheit viele wichtige Dinge in seinem Leben vernachlässigt und sich (eventuell unrealistischen) Träumereien hingibt und aus der Verliebtheit heraus überstürzte Entscheidungen trifft, wird er oder sie das früher oder später wieder machen - nur dass ich und unser gemeinsames Leben dann das Vernachlässigte ist 🤷‍♀️

Als Ergänzung in punkto Stabilität: Wenn ich stabile Beziehungen will, muss ich in meinen Entscheidungen Stabilität priorisieren (natürlich nicht auf Teufel komm raus) und mir Menschen suchen, die ihrerseits Stabilität priorisieren und sich ebenfalls Partner suchen, die das tun. Das ändert natürlich nichts daran, dass das Leben eben passiert und unerwartete und unvermeidbare Veränderung dazu gehört - und dies in einer polyamoren Konstellation potenziert sein kann, weil einfach mehr Menschen beteiligt sind, bei denen es Veränderung geben kann oder die Veränderung wollen.
*******enig Mann
16.268 Beiträge
Ich glaube, dass es für ALLE dauerhaften Beziehungen, egal welche Orientierung und Organisation, Entscheidungen braucht. Und vor diesen Entscheidungen schrecken viele Leute zurück, weshalb die Beziehungen nicht dauerhaft sind. Wobei man natürlich auch entscheiden kann, dass man keine dauerhafte Beziehung führen will. Aber wenn man es will, sollte man sich auch dazu entscheiden und es auch dann durchziehen, wenn der Wind von vorne kommt. Alles weitere ergibt sich dann von selbst.
**********Musik Paar
15 Beiträge
Ja, es ist nicht einfach, das zu bekommen, was man sich wünscht.

In meinem psychologischen Lernen ist ein wesentlicher Satz bei mir hängen geblieben -

'Wie kannst du ein besserer Partner sein?'

Meiner Meinung nach geht es in erster Linie gar nicht darum, was ICH mir wünsche, sondern was ich zu meiner Partnerschaft beitragen kann. Wie es schon geschrieben wurde - Verliebtheit ist ein tolles Gefühl, damit fängt alles an, übrigens unkontrollierbar & auch nicht einfach 'herstellbar', wenn grad jmd um die Ecke kommt, der objektiv in meine 'Suchkriterien' passt. Doch dann kommt das für mich Wesentliche - meine Entscheidung, aus Verliebtheit Liebe machen zu wollen. Das ist für mich ein bewusster Prozess, der viel Verantwortung mit sich bringt. In erster Linie meine innere Klarheit, was ich mir von dieser Beziehung erhoffe, welche Rahmenbedingungen ich überhaupt bieten kann und möchte und auf welche Bedürfnisse meine Partners ich mich einstimmen möchte. Das ganz klar benennen. Verantwortungsbereiche dort lassen, wo sie hin gehören. Ich kann ausschließlich an meiner eigenen Front wirken und das bedeutet für mich Investition, mein Ego und das dazugehörige Drama (kann ich super 😉) auf meinem Tisch behalten, statt es dem anderen vor die Füße zu werfen. usw.

Ich glaube, die meisten Beziehungen scheitern gar nicht am Wollen, sondern an der Vorstellung, es gäbe da draußen wen, der wie in unsere Bedürfnisse rein gegossen ist. Gibt es nicht. Wir müssen schon jeder selbst für uns sorgen.
******987 Frau
1.345 Beiträge
Wir sind quasi noch recht neu dabei
Im Mai werden es 2 Jahre zu dritt

Es fühlt sich allerdings schon wesentlich länger und viel vertrauter an als in meiner Ehe

Ob es hält oder nicht, wird man ja häufig gefragt
Nach dem Motto: ob das lange gut geht?

Meine Antwort darauf: ob zu 2. Oder zu 3. Es kann immer was schief gehen aber ich genieße die Zeit die wir haben einfach
Wenn ich nach dem gehe , dann dürfte ich mie im eine Beziehung gehen
Lg
*****_71 Mann
256 Beiträge
Hey, bzgl Verliebtheit, es muss kein Problem für die bestehende Beziehung sein, wenn die Energie der Verliebtheit auch in die bestehende Beziehung/en fließt.
LG
***oj Mann
27 Beiträge
Also bezogen auf eine Polybeziehung bleibt eine Art der Verliebtheit mit evtl. nicht ganz rationalen Handlungen mit einem anderen Partner für meine Begriffe gar nicht aus.
Wer das Gefühl kennt, wenn man mehr als nur schwärmt, sondern verliebt ist, weiß das sich doch im Körper und Kopf einiges abspielt. Die Hormone spielen verrückt.
Und das stabilisiert sich dann, wenn nach einer Weile das allererste Feuer abklingt.

Zumindest aus meiner Erfahrung lässt sich das bei einer derartigen Lebensweise kaum vermeiden.
Sonst würde man irgendwie nicht von Polyamorie sprechen, sondern eher von einer offenen Beziehung, Wifesharing o.ä. wobei mir die Begrifflichkeiten jetzt auch nicht so wichtig sind.
*********asmus Mann
2.316 Beiträge
Die Kunst ist es 100% ehrlich und offen zu sein... und jeden Wunsch dem Partner einzugestehen und ihm dabei zur Seite zu stehen und sogar dabei zu helfen... . Das sollte man dann auch genießen dieser glückliche Mensch sein zu dürfen... UND beidseitig sich auch so zu verhalten...
****ge Mann
536 Beiträge
@*********asmus – 100% ehrlich und offen sein, jeden Wunsch eingestehen, dabei helfen. Klingt schön.
Aber was, wenn der andere mit deiner Ehrlichkeit nicht umgehen kann? Was, wenn seine Grenzen nicht zu deinen Wünschen passen?
Ehrlichkeit zeigt manchmal, dass es keinen gemeinsamen Weg gibt. Nicht weil einer falsch ist – sondern weil der Raum, zwei Wahrheiten und deren Schnittmenge, nicht mehr geteilt wird.
Poly wird mir klarer: Auch erkennen, wer gerade nicht kann – und das respektieren, ohne es persönlich zu nehmen.
Echte Reife ist für mich: Wenn Ehrlichkeit auch bedeuten darf, dass etwas endet, bevor es begonnen hat.
*******cum Mann
34 Beiträge
Demut, Zuhören, Reaktion
Ich kann mich sehr dem Beitrag von @**********Musik anschließen: Ja, es braucht Demut, darunter die Einsicht, dass nicht alles nach den eigenen Vorstellungen gestaltbar ist, dass ich es bei allem Mühen nicht unbedingt selbst bestimmen kann, ob das nun dauerhaft funktioniert.
Einige hier haben Kommunikation hervorgehoben, das teile ich. Und sehe den Teil des Zuhören können als ziemlich zentral an. Verstanden habe ich das erst aus der Entwicklung in den Zwiegesprächen. In den ersten Jahren war es so, dass mich das Gehörte innerlich so sehr getriggert hatte, dass meine eigenen Gedanken lauter waren als das Gesagte meines Gegenübers. Nach mehr als 15 Jahren Praxis des Zwiegesprächs kann ich mehr und mehr meine Gedanken beim Zuhören so einfangen, dass ich weiter zuhören kann und nicht innerlich aus dem Zwiegespräch aussteige. (Das fühlt sich manchmal wie bei einer Meditation an, der Umgang mit "inneren Störungen"). Das Geschenk dabei ist (bei mir), dass ich meine Partnerin ganz anders verstehen lerne. Das geht so in die Richtung eines unbedingten Mitgefühls (ohne in die Falle des Mitleids oder eines seltsamen Widerstands zu geraten).
Obwohl ich mich im Zuhören noch ziemlich am Anfang verstehe (so zwischen der zweiten und dritten Klasse in der Grundschule), hat es mir sehr geholfen, nicht wegzurennen.
Und dann habe ich vor einigen Jahren von Viktor Frankl gelesen: "Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit."
Das alles hat mir bisher sehr geholfen, nun im siebten Jahr in einem polyamoren Konstrukt zu lieben, das nach gängiger Meinung hier gar nicht gelingen kann (sowohl meine eine Partnerin als auch der Ehemann meiner anderen Partnerin fühlen strikt monoamor). Und es klappt bislang irgendwie doch. Das erfüllt mich Tag um Tag mit einer schwer beschreibbaren Freude, vielleicht ist es das innere Wahrnehmen eines tiefen Glücks.
********ubus Mann
25 Beiträge
In gewissen Sinne ist der Unterschied von Mono zu Poly mehr logistisch. Man hat (mindestens) ein Puzzleteil mehr das man mit rein bauen muss. Ich fand oft die Puzzleteil Arbeit/ freie Zeit und Distanz komplizierter als Metamors, aber das ist natürlich eh alles auch miteinander verbunden.

Etwas logistisch schwieriger macht für auf Dauer funktionierend klare Kommunikation aber auch eine gewisse Flexibilität und Bezuehungsarbeit wichtiger.

Verliebtheit kann man denke ich zu etwas sehr positivem machen. Eine meiner schönsten poly Erfahrungen war mit meiner Ex einen chatt durch zu gehen und wie ein Teenager zu fragen ob die Person mich wohl mag ❤️.
********erJC Mann
398 Beiträge
Das Thema "Dauerhaftigkeit" ist nicht exklusiv im Poly verortet, ist es doch auch in jeder anderen Beziehung zu finden. Dennoch ist es hier eine besondere Herausforderung. In meinen Augen sind die Anforderungen an die beteiligten Personen höher. Eine große Reflexionsfähigkeit und auch Toleranz ist da sehr hilfreich. Ebenso ist es auch mMn unabdingbar, wenn wirklich offen und pro-aktiv kommuniziert wird.

Es verlangt, dass auch (aufkommende) negativen Gefühle angesprochen werden. Diese gilt es auch ernst zu nehmen, die Gefahren, die darin lauern, auch bewusst zu erkennen.

Wie überall gilt es, den anderen auch verstehen zu wollen. Das "Sehen" und erkennen von Verhaltensänderungen beim Anderen ist wichtig, das dann auch anzusprechen.
*****ger Paar
1.661 Beiträge
Zunächst einfach reden, offene Kommunikation jeder mit jedem, gerade wenn es mal klemmt.
Was uns hilft sind Organisationsthemen, wie ein gemeinsamer Kalender. Ebenfalls eine gemeinsame Chatgruppe mit allen.
Plant, wer wann wo mit wem ist, auch reichlich im Vorraus, um Enttäuschungen zu vermeiden.
Macht Euch Gedanken, wie Ihr das mit Verwandtenbesuchen handhabt oder Weihnachten oder Sylvester. Wer ist wann mit wem im Urlaub.
Je nach Entfernung kommen auch noch Reisekosten dazu, in unserem Fall waren die Erheblich.

Ihr werden eine ganz neue Unspontaneität erleben *zwinker*
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