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Understatement des eigenen Seins

******n_S Frau
4.726 Beiträge
Themenersteller Gruppen-Mod 
Understatement des eigenen Seins
Oftmals lasse ich gerne meine Blicke schweifen, über Veranstaltungstexte, über Foren und verschiedene Gruppe und sehr oft fällt mir heutzutage etwas auf in die Richtung gehend von "gesehen und gesehen werden", ein hervorheben des eigenen Seins.

Und im Gegensatz dazu denke ich gerne an ältere Zeiten zurück, erinnere mich an einen Stammtischbesuch, wo eine kleine Vorstellungsrunde stattfand und ein dominanten Mann gefragt wurde, wie lange er denn schon BDSM auslebe und er antwortete: "Eine Zeit lang". Damals grinsten einige der Anwesenden, denn sie wusste, dass er einige Jahrzehnte bereits Erfahrungen hatte und doch war es eine Art Zurückhaltung von ihm niemals mit seiner Erfahrung zu imponieren anderen.

Heutzutage merke ich oft eine gewisse Form von offensiveren Selbstmarketing, Selbstdarstellung und wenn man hinter diese Fassade blickt, dann ist es wie das schauen in ein schwarzes Loch ohne Inhalt.

Was meinen die werten Mitglieder dieser Gruppe? Warum gibt es heutzutage weniger Understatement und deutlich mehr "zeigen"?

Gibt es eine Art Angst, nicht mehr aufzufallen und nicht gesehen zu werden, wenn man sich zurückhält?

Ich erinnere mich an das Kennenlernen mit meinem Herrn damals, er war der einzige Mann, der sich zurückhielt damals. Alle anderen, die sich als dominant ausgaben, rannten mich gefühlt um um gesehen zu werden von mir.

Wie ist es bei euch? Zeigt ihr euch offen und sichtbar oder seid ihr eher die Personen, die zwar ihr Neigungen und ihr Wesen präsentieren allerdings dieses nicht überall sichtbar zeigen müssen?
*******a_72 Frau
4.618 Beiträge
Das ist jetzt nur von mir meine Meinung.
1, Durch Fifty Chaits of grey oder diesen anderen Kinofilm entschuldigung mir fällt leider der Name nicht mehr ein.
Werden immer mehr auf den Plan gerufen ihre Dominanz oder ihre Devotheit anzupreisen oder mehr zur Schau zu stellen. Aber es gibt auch noch diese die damit nicht angeben. Kenne einige davon.

2, Auch mein Herr war am Anfang zurück haltent diese diskrete Dominanz. Nicht hoppla hier bin ich der Superdom der alles kann und weiß.
Auch ich bin da eher zurück haltent. Muss ja nicht jeder gleich wissen das ich devot bin. Auch ich brauche das nicht wie man hofft list hoppla ich bin die super Sub die alles kann und weiß.

Auch mir ist es schon auf Veranstaltungen auf gefallen das es diese Siperdoms gibt. Die alles wissen und besser können als all die anderen.
********erJC Mann
310 Beiträge
Ein sehr schönes Thema, vielen Dank dafür @******n_S.

Ich denke, das ist ein gesellschaftspolitisches Phänomen. Jeder vermarktet sich offensiv, auch, wenn da nur ein „Schwarzes Loch“ ist.

Ich beziehe das jetzt mal auf das Joy:

Millionen von Mitgliedern sind auf der Suche nach was auch immer. Wie kann ich auf mich aufmerksam machen? Jede Werbeagentur wird eine offensive Vermarktung vorschlagen.

Aber wie will man zurückhaltend in einem Portal für sich werben? Wie beschreibe ich meine Herren-Attitüden ohne, dass es „offensiv“ wirkt?

subs haben es da (in meinen Augen) etwas leichter. Ich erkenne aus einem Profiltext sehr schnell, was ich bei der Person zu erwarten habe. Lese ich Zurückhaltung, bin ich interessiert. Lese ich Offensivität, habe ich kaum Interesse.

Zurückhaltung ist ein edler Charakterzug, der wird aber wahrscheinlich in einem Online-Portal nur selten wahrgenommen…
******n_S Frau
4.726 Beiträge
Themenersteller Gruppen-Mod 
Eine interessante Sichtweise @********erJC

Ich denke auch ein dominanter Mann kann sich "zurückhaltend" präsentieren. Hierbei denke ich an versteckte kleine Dinge wie einen Siegelring, einen kleinen Ausschnitt etwas großem Ganzen vielleicht auch.

Hingegen finde ich es eher unschön, was man leider oft sieht, dominante Männer halb nackt, Männer, die mehr schlecht als recht ihre Peitschenkünste demonstrieren oder ihren Sadismus präsentieren.

Ich glaube, dass es hierbei so kleine Nuancen gibt in Offensivität und Zurückhaltung und trotzdem noch aufzufallen, so dass devote Damen ein Interesse zeigen.

Ich glaube, zumindest mein Empfinden vor einigen Jahren ist das Spiel mit den Worten, dass sich zeigen in dem man seine Sichtweise teilt ohne dabei jemanden anderen zu versuchen diese überzuholfen.
Man konnte diese als Devota für sich selber betrachten. Ohne das diese Erwartungshaltung da war, dass es ein "mehr" geben muss.
********erJC Mann
310 Beiträge
Ja, verehrte @******n_S, da bin ich bei dir.

Wenn man jemanden „in echt“ wahrnehmen kann, funktionieren viele sensorische Dinge. Authentizität, das Wirken, der Eindruck, der Habitus, der Ausdruck, das sind alles Dinge, die ich in der Präsenz wahrnehmen kann.

Jedoch geschieht in der Regel das Kennenlernen zunächst online, und an dieser Stelle wird es schwierig, eine Balance zwischen Zurückhaltung und „Vermarktung“ zu finden.
*****_85 Paar
23 Beiträge
Ein sehr spannender Gedanke – und für mich auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Was wir heute erleben, hat längst außerhalb der Szene begonnen. Es fing mit dem Kapitalismus an – mit dem Prinzip des Vergleichs und Besitzes. Aus „mein Haus, mein Auto, mein Boot“ wurde irgendwann „mein Körper, mein Lifestyle, meine Szene-Identität“.
Social Media hat diesen Prozess nur beschleunigt: Heute wird nicht nur Erfolg, sondern auch Privatheit und Persönlichkeit vermarktet. Eine Verkapitalisierung des eigenen Seins – Sichtbarkeit als neue Währung.

Im Grunde ist das eine logische Konsequenz: Wenn das gesamte System auf Wettbewerb, Wachstum und Aufmerksamkeit beruht, färbt das zwangsläufig auch auf unser Selbstbild ab. Understatement passt da nicht mehr hinein – es lässt sich nicht „verkaufen“.

Ich selbst habe meinen Umgang damit gefunden: Ich arbeite nur noch für Menschen, nicht für Firmen. Wenn mein Chef den Raum betritt, wird es still – nicht, weil er laut ist, sondern weil er Autorität und Lebensleistung ausstrahlt. 84 Jahre alt, und er hat sein Unternehmen von 300 auf 4.400 Mitarbeiter gebracht. Kein Selbstmarketing, keine Bühne – einfach Präsenz. Genau das ist für mich wahre Stärke.

Und im Privaten bin ich seit Langem vergeben – und ehrlich gesagt froh darüber, dass mich dadurch viele dieser Oberflächlichkeiten gar nicht mehr erreichen. Ich muss nichts darstellen, nichts beweisen.

Vielleicht ist das auch der Kern von „Old School“: Man ist, ohne es ständig zeigen zu müssen. Haltung statt Hashtag.

Er
*****976 Frau
373 Beiträge
Ich empfinde das Understatement des eigenen Seins als etwas ,das in unserer heutigen Zeit fast verloren gegangen ist.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der vieles nach außen glänzt - in der Bilder, Likes und Selbstdarstellung oft wichtiger erscheinen als das, was darunter liegt. Man zeigt, was man sein möchte, nicht was man wirklich ist.

Für mich ist Understatement das genaue Gegenteil davon. Es bedeutet in sich selbst zu ruhen. Nicht alles zeigen zu müssen, um zu wissen, wer man ist. Echte Stärke braucht keine Bühne, sie zeigt sich leise, in Haltung, in Ausstrahlung und im Verhalten.

Ich muss nichts beweisen, nichts laut zeigen. Meine Haltung, meine Ruhe, meine Art zu fühlen und zu dienen, authentisch zu sein, ohne Maske, ohne Bühne. Auch wenn in mir manchmal Zweifel aufbrausen, wenn ich unruhig werde oder kämpfe mit meinen eigenen Gedanken.

Echtheit heißt für mich nicht perfekt zu wirken, sondern ehrlich zu bleiben, in der Stille, in der Unsicherheit, in all dem was dazugehört.
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