Schmerz als Tor – Wenn das Feuer Glück gebiert
Schmerz ist nicht nur Reiz und nicht nur Technik.Im Old School BDSM war er zumeist etwas größeres. Ein Tor, durch welches man schreitet, ein Feuer, dass verzehrt und zugleich verwandelt.
Wer diesen Weg kennt, weiß: Schmerz ist nicht das, was er zu sein scheint.
Er kann den Körper in Tränen tauchen und zugleich die Seele zum strahlen bringen.
Er kann wie Peitschenhiebe sich anfühlen, wie eine Nadel, wie ein brennendes Seil auf der Haut beginnen und sich im Inneren in eine unerklärliche Ruhe, eine fast glückselige Weite verwandeln.
Was nach außen manchmal wie grobe Härte wirkt, ist im innen ein Leuchten, was kein Außenstehender verstehen mag.
Manche Menschen, mit denen man in den Austausch kommt, sprechen von Reinigung: als würde der Schmerz all die Schwere des Alltags verbrennen.
Andere nennen es Hingabe: ein Fallenlassen in Hände, die halten, auch wenn sie schlagen.
Wieder andere erleben dort drin etwas spirituelles: ein Verschmelzen mit Intensität, bei dem die Ich-Grenzen verschwimmen.
Doch was ist es, was Schmerz in Glück verwandelt?
Ist es das Vertrauen, das jedem Schlag seine Härte nimmt und ihn in Nähe umwandelt?
Ist es Hingabe, die Schmerz nicht als Angriff erlebt sondern als Brücke?
Oder liegt im Schmerz selbst eine alte Wahrheit, dass wir im Brennen erkennen, was es heißt. ganz lebendig zu sein?
Vielleicht ist Schmerz nicht der Gegensatz von Glück, sondern sein dunkler Spiegel.
Vielleicht sind sie Geschwister, die einander rufen, einander brauchen.
Und vielleicht liegt gerade darin die Essenz des Spiels: dass wir Licht nicht ohne Schatten begreifen und die Glückseligkeit nicht ohne das Feuer, was ihm vorausgeht.
So viel zu meinen Gedanken innerlich, nun bin ich gespannt auf die euren zu dieser Thematik.





