mhhhm, ja spannende Frage.
Ich hatte mal (vor Jahrzehnten) eine sehr unschöne Begegnung mit einer Feuerqualle (ergab ein "Branding" aus Quallenkörper und Tentakeln, was meinen Oberarm dann ein paar Jahre "zierte"^^), das war an einer abgelegenen Bucht am Cabo de Gata und die nächste Apotheke, in der ich Brandsalbe o. Ä. hätte bekommen können, wäre erst nach mehrstündigem Fußmarsch wieder erreichbar gewesen. Da hat mir jemand mit einer Salbe aus Aloe vera geholfen. Also "aus Aloe vera" - so war zumindest damals die Aussage der Person, die mir das gab, war irgendwas selbst zusammen Gemixtes von jemanden, der dort am Cabo de Gata lebte und nicht nur das pure Gel, sondern eher eine Salbe. Ich war zuerst skeptisch, weil ich da nix "fettiges" von unbekannter Zusammensetzung drauf schmieren wollte. Hat aber erstaunlich schnell und wirklich gut gegen die höllischen Schmerzen geholfen. Scheint also was zu können - kann aber leider nicht sagen, was genau da zusammen gerührt und mir gegeben wurde und war mir damals ehrlich gesagt dann auch egal (schlimmer konnts eh nicht mehr werden^^).
Irgendeinmal hatte ich dann auch selbst hier zu Hause so eine Pflanze. Hab sie irgendwann entsorgt, da die eben wirklich stark wüchsig sind und einem über den Kopf wachsen und die ganzen Kindeln dann auch irgendwann nerven. Das ausgeschabte Gel selber gefällt mir von der Konsistenz nicht - ist mir zu "glibberig". Sieht man auch auf Deinem Bild recht schön - das ist keine homogene viskose Masse. Wem das egal ist, der kann das sicher so pur verwenden (Sonnenbrand oder ähnliches). Würde ich aber eben nur frisch verwenden. Alles was einen hohen Wasseranteil hat, muss eben irgendwie vor mikrobiologischem Verderb geschützt werden, wenn man das nicht relativ unmittelbar verbrauchen will.
Beim Aloe vera Gel scheint darüber hinaus Oxidationsempfindlichkeit eine Rolle zu spielen.
Steht zumindest hier:
https://www.gruenes-archiv.de/aloe-vera-gel-selber-machen/
Man kann sicher versuchen, das zu homogenisieren und dann wohl auch als Wasserphase in einer Creme verwenden. Dann müsste man sich Gedanken machen, wie man das konserviert und welches Antioxidans man zur Stabilisierung einbaut.
Wenn man selber Cremes "bauen" will, kann das sicher nicht schaden, sich mal mit den Grundlagen dazu zu beschäftigen. Im Grunde genommen ist es ja relativ einfach (Fettphase + Wasserphase + Emulgator) und jeder der ne Buttercreme zusammen gerührt kriegt, kann das auch.
Wenn man dann aber bestimmte Ansprüche hat (Was soll die Creme können? - die Haut hydratisieren und/oder fetten?; Wie soll die sich anfühlen? - Spreitvermögen, Konsistenz, wie "zieht" die ein?) ist es halt dann schon nicht mehr ganz so trivial und auch die Zutaten (wie Emulgatoren, hochwertige Pflanzenöle usw.) je nach Anspruch nicht ganz so billig. Und wenn einem das dann verschimmelt oder sich wegen nicht ausreichender Stabilisierung in eine braune, undefinierbare Masse verwandelt, ist es schon echt schade.
Oxidationsempfindlichkeit bedeutet übrigens, dass ein bestimmter Stoff mit dem Luftsauerstoff reagiert. Den Effekt kennt man nicht nur vom Eisenoxid aka Rost, sondern zum Beispiel auch von alten Apfelsorten, die nach dem Anschneiden braun werden. Man sollte aber im Hinterkopf haben, dass dies unter Umständen nicht nur ein optisches Problem ist (wie beim angeschnittenen Apfel), sondern dabei eben auch Stoffe entstehen können, auf die man dann (schwer) allergisch reagiert (wie zum Beispiel beim Teebaumöl - das an und für sich super verträglich ist, aber nur solange es nicht oxidiert). Insofern sollte man eher vorsichtig agieren, wenn irgendwo bei steht "ist oxidationsempfindlich" und es nicht unbedingt auf irgend einen wilden Versuch ankommen lassen, Hauptsache "rein natürlich".