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Mittelalterliche Rezepte

Mittelalterliche Rezepte
Hier ist Platz für Eure mittelalterlichen Rezepte *tipp*

Wenn Ihr sie aus Büchern o. ä. hier einstellt, nennt bitte die Quelle!



Edit von JoNa02 (Gruppenmods):
Auf Bitte von Dino_67 erfolgt folgender Nachtrag am 20.02.2022:
Es wäre interessant zu erfahren, wenn nach den hier (von ihm) geschriebenen mittelalterlichen Rezepten gearbeitet wurde, was dabei rausgekommen ist.
Sind die alten Rezepte neuzeittauglich, oder hat man was dazugefügt oder weggelassen?

Schreibt eine kurze Rückmeldung gerne hier in den Thread.
Wenn möglich, setzt den Link zum betreffenden Rezept dazu.

Zitat von ****_67:
Mittelalterliche Rezepte
Wer hat noch mittelalterliche Rezepte?
Die können gerne in diesem Thread gepostet werden *tipp*

________________________________
Hier vier Rezepte aus meiner Sammlung

Danke...also die Pilz Suppe wird auf jedenfall gemacht
*******esse Frau
5.664 Beiträge
Ysop musste ich erst nachschauen, das ist Eisenkraut
******ter Mann
1.419 Beiträge
Nach Rezepten muss ich nochmal gucken, bis dahin kann ich dieses Buch

https://www.weltbild.de/arti … y-kraefften-haelt_22916999-1

und diesen Bericht empfehlen:


*********rger Paar
1.369 Beiträge
Gruppen-Mod 
Marktmittelalterliche Suppe

Besoffenes Huhn

1 Suppenhuhn
2-5 Liter Rotwein
1 Fl. Amareitto oder 500gr Marzipan
0,5 - 1kg Trockenobst
1. EL Zucker
Gewürze nach persönlicher Vorliebe oder zum Pfuschen gekörnte Brühe

Das Huhn ausreichend Wein und Amaretto kochen ( Kommt auf dem Markt gut, wenn die Dämpfe übers Gelande ziehen)
Trockenobst während des Kochens dazu.
Wenn das Huhn gar ist, alles entbeinen. ggf von dem abgekühlten Sud überschüssiges Fett entfernen.
Das Fleisch zurück in den Sud geben, erwärmen und mit den Gewürzen ( Brühe ) abschmecken. Der Zucker kann dabei helfen.
******ter Mann
1.419 Beiträge
Auch lecker und schnell zubereitet sind Karamell-Eier.

Eier trennen zu Schaum schlagen, dann durch unterheben wieder zusammenführen.
Honig in einer Pfanne erhitzen und die Schaumbällchen darin braten.

Gerade im Lager erfordert es allerdings etwas Übung mit der offenen Flamme, da der Honig sonst leicht verbrennt, wenn die Pfanne zu heiß wird.
****02 Paar
23.898 Beiträge
Gruppen-Mod 
@****_67
Wir freuen uns über die Rezepte. *g*
****ns Mann
3.053 Beiträge
@****_67 Also deine Rezepte treffen nicht immer meinen Geschmack, und bei manchen zweifle ich auch dass das wirklich mittelalterliche Rezepte sein sollen, weil einfach manche Zutaten im MA entweder sehr teuer oder gar nicht verfügbar waren, aber ich finde es richtig klasse wie viel Mühe du dir gibst die Rezepte alle hier einzustellen. Und Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden, daher mach auf jeden Fall weiter so! *danke*
****02 Paar
23.898 Beiträge
Gruppen-Mod 
Danke für die viele Mühe mit den Rezepten @****_67

Aber bleiben wir doch bitte beim Thema der Gruppe und beschränken uns auf Rezepte, die zum Thema "Mittelalter" passen.
*danke*

*modda*
*********rger Paar
1.369 Beiträge
Gruppen-Mod 
Vielen Dank dafür, das werde ich demnächst mal ausprobieren.
LG,
TheNienburg(er)
*********rger Paar
1.369 Beiträge
Gruppen-Mod 
Zitat von ****_67:
Hallo hier ist Dino_67 . Heute hab ich zwei Rezepte aus der Zeit Wilhelm der Eroberer 1027 bis 1087, den Eroberer von England und Sieger von Hastings .

Hühnchen in Holunder Sauce mit Äpfel
Zutaten für 4 Personen
1kg Hühnerbrust in Streifen
2 große Äpfel
1 Zwiebel
250 ml Roséwein
500 ml Holundersaft
Öl zum anbraten
Salz
Pfeffer

Zubereitung :
Die Zwiebel schälen und in feine Stücke hacken
Die Äpfel waschen
Kerngehäuse entfernen
In kleine Würfel schneiden
Das abgebrauste und trockengetupfte Fleisch in heißen Öl rundum kross anbraten
Herausnehmen und warmstellen
Zwiebel und Apfelstücke ins Bratfett geben und kurz andünsten
Mit Wein und Saft ablöschen
Das Fleisch wieder hinzugeben
Alles zusammen 5 bis 8 min köcheln lassen
Mit Salz und Pfeffer abschmecken
Tipp :
Es eignen sich auch alle anderen Arten von zarten Fleischsorten


Herzhafte Semmeltorte
Zutaten für 4 Personen
5 Eier
300 g Semmelbrösel
200 g gemahlene Mandeln
50 g Butter
Je 1/2 TL Pfeffer und Salz
Zubereitung :
Eier aufschlagen
Mit den Bröseln vermischen
Mit dem Mandeln , dem Pfeffer und dem Salz zu einem glatten Teig verkneten
Eine Kastenform mit weicher Butter ausstreichen und den Teig einfüllen . Im vorgeheizten Ofen 50 min bei 200 Grad backen
Kurz vor Ende der Backzeit mit Butter bestreichen und mit einer Prise Salz bestreuen .

Tipp :
In dickere Scheiben schneiden und zum Fleisch möglichst warm servieren
Passt als Beilage zu allen herzhaften Fleisch und auch Gemüsegerichten .
Das nächste Mal gehen wir nach Spanien zu El Cid 1043 bis 1093

Mojn Dino
Ich habe die Rezepte heute mal ausprobiert.
Zu dem Huhn
Ich habe Äpfel der Sorte Boskopp verwendet, in Kombination mit dem Holländer war das am Ende arg sauer, daher habe ich mit einen guten Esslöffel Zucker gegen gesteuert. Das nächste mal werde ich Honig nutzen, vielleicht schon zum andünsten der Äpfel & Zwiebeln.

Die Semmeltorte, in meinen Augen eher ein Semmelmandelbrot ist echt lecker.
*********skirt Paar
85 Beiträge
Na, dann will ich mal "Off-Topic" aus dem alten Rom vorstellen:

Frikassee mit Aprikosen

In alt:
Gib Öl, Liquamen und Wein in einen Topf, schneide Schalotten hinein und füge gekochte, in Würfel geschnittene Schweineschulter hinzu.
Wenn all dies gekocht hat, stampfe im Mörser Pfeffer, Kümmel, getrocknete Minze und Dill, gieße Honig, Liquamen, Passum, etwas Essig und etwas von der Schweinsbrühe hinzu.
Gib entsteinte Abrikosen dazu. Bringe dies zum Kochen und lasse es kochen, bis es gar ist. Dicke das Gericht mit Teigkrümeln an.
Bestreue mit Pfeffer und serviere.


In modern:

Vorbereituing: 10 Min
Kochzeit: 90Min

Für 4 Mägen:

800g Schweinsragout
3EL Distelöl
2 Schalotten
1/4l Rotwein
4EL Sojasauce
500g Aprikosen
1MS Pfeffer
1MS Kümmel
1EL Dill
2El Minze
1TL Honig
1EL Birnendicksaft
1/2 EL Weinessig
2TL Maispulver
Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Das Ragout in heißem Öl anbraten, die gehackten Schalotten dazugeben und mit dem Wein und der Sojasauce ablöschen. Zugedeckt 75 Minuten schmoren lassen.
Die Aprikosen entsteinen und zusammen mit gemahlenem Pfeffer und Kümmel, gehacktem Dill und Minze, Honig, Birnendicksaft und Essig unter das Fleisch mischen. nochmals 10 Minuten kochen, mit in Wasser aufgelöstem Maispulver binden, mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.

Das ganze ist sehr lecker und hat auf einigen Märkten ein Lächeln gezaubert.

Für experimentierfreudige:

Liquamen ist eine Sauce aus fermentiertem Fisch. Wer möchte kann einen Teil der Sojasauce mit asiatischer Fischsauce ersetzen, diese kommt dem altrömischen Vorbild am nächsten.

Viel Spaß beim Nachkochen und genießen.
****ns Mann
3.053 Beiträge
Was ist denn Ysop? Kenne ich nicht.
****ns Mann
3.053 Beiträge
Ah, hab ich nie gehört.
****_67 Mann
3.361 Beiträge
Themenersteller 
Hallo Freunde des mittelalterlichen Speisen .
Heute hab ich zwei Rezepte nicht nur für Vegetarier mit gebracht .Stammen aus der Abteilung Ritter essen


Kohlrabigemüse
Zutaten für 4 Personen
4 Kohlrabi
1 Stange Lauch
2 Zwiebeln
Etwas Öl
Etwas Sahne
Etwas Gemüsebrühe
Salz
Kräuter z.b.
Ysop
Bohnenkraut
Petersilie
Koriander

Zubereitung :
Kohlrabi schälen und in kleine Stücke schneiden .Den Lauch in kleine Scheiben schneiden,
die Zwiebeln fein würfeln.
Wenn frische Kräuter verwendet werden sollte man sie vorsichtig im Mörser zerstoßen .
Etwas Öl erhitzen , Lauch und Zwiebeln andünsten. Kohlrabi dazugeben,kurz weiterdünsten lassen, dann mit Gemüsebrühe ablöschen.20 min köcheln lassen , dann mit Sahne , Salz und Kräutern nach Belieben abschmecken .
Der Koriander hat ein durchdringendes
Aroma ,daher vorsichtig verwenden .
Auch die Kombination von Ysop und Koriander ist gewöhnungs bedürftig für unseren Gaumen .



Erbsen in Honig Sahne Sauce
Zutaten für 4 Personen
1kg frische Erbsen
100 ml Honig
400 ml Milch
200 ml Sahne
Salz
Pfeffer

Zubereitung :
Die Milch erwärmen ( nicht aufkochen lassen )
Den Honig einführen, bis er sich ganz aufgelöst hat . Die frischen Erbsen dazugeben und gar dünsten .
Anschließend vorsichtig mit Salz und Pfeffer abschmecken .
****_67 Mann
3.361 Beiträge
Themenersteller 
Hallo heute hab ich zwei Rezepte aus der Bauernküche mitgebracht - sie stammen aus dem 10 Jahrhundert

Möhren - Pilz - Gemüse
Zutaten für 4 Personen
500 g Möhren
1kg Pilze ( Champignons , Steinpilze ,Pfifferlinge )
300 g geräucherten Speck
150 g Butter
Kräuter nach Geschmack
Zb Thymian , Ysop , Salbei , Kümmel , Koriander
Salz
Zubereitung :
Die Möhren schälen und klein schneiden
Den Speck würfeln und beides in Butter anbraten
Die Pilze säubern und klein schneiden
Dazugeben und mit raten lassen
Mit Salz und Kräutern abschmecken
Einige min weiter ziehen lassen ( nicht mehr kochen )

Gebratene Rauke mit Zwiebeln
Zutaten für 4 Personen
1kg Rauke ( Rucola )
4 Zwiebeln
200g Butter
Salz
Kräuter nach Geschmack zb
Kerbel , Thymian , Kümmel usw
Zubereitung :
Die Rauke putzen
Die Zwiebeln schälen und klein schneiden
Die Butter erhitzen
Zwiebeln kurz anbraten
Die Rauke hinzufügen
Mit den Kräutern und dem Salz würzen und kurz garen lassen ( nicht zu lange sonst wird es Mus
Kann als Beilage genommen werden .

Die Rezepte kann man auch auf dem Lager machen
****_67 Mann
3.361 Beiträge
Themenersteller 
Hallo dieses Mal hab ich ein ländliches Rezept mitgebracht . Und zwar

Linseneintopf
Zutaten für 6 Personen
500 g Linsen
Schmalz zum Anbraten
1 l Gemüsebrühe
1l Essig
1 dicke Zwiebel
2 kleine Stangen Lauch
Petersilie
1Lorberblatt
3 Wachholderbeeren
2 Nelken
Mögliche Kräuter
Mayoran
Dill
Ysop
Estragon
500 g Fleisch ( Kassler oder Bauchfleisch )
Zubereitung :
Das Lorberblatt , die Wachholderbeeren und die Nelken in einen Stoffbeutel geben und verschließen
Essig in die Gemüsebrühe geben
Den Gewürzbeutel in den Topf hängen und kurz zum Kochen bringen
Linsen dazugeben und bei mittlerer Hitze garen
Zwiebeln und Lauch putzen und klein schneiden
Im Schmalz anbraten
Linsen mit Brühe dazugeben und nochmals 30 min garen
Zerkleinerte frische Kräuter unterrühren
Bei Bedarf Wasser nach Gießen und abschmecken
Das gegarte Fleisch in Stücke schneiden und hinzufügen
Tipp :
Das Aroma der Zutaten im Gewürzbeutel ist sehr intensiv .
Wer das nicht so gern mag , sollte den Beutel nur während der ersten Garzeit im Topf hängen lassen ( bis die Linsen weich sind ) und für die zweiten 30 min herausnehmen
*****erl Frau
3.165 Beiträge
Ich hab mal so ne grundsätzliche Frage zu den Rezepten:

Salz konnten sich im Mittelalter doch sicher nur die Reichen leisten.
Und Gemüsebrühe gab es damals auch nicht, außer man hätte sie selber am Tag vorher gekocht.
Ich glaube mal, wenn wir "Heuteleute" quasi salzfrei essen sollten, wär uns das reichlich fad.
Insofern kann ich die Ergänzung der Rezepte schon verstehen.

Hier beim Linseneintopf sind die vielen Kräuter dabei, weil sie selber die Gemüsebrühe bilden.
Und bezüglich der Linsen in diesem Rezept: Linsen werden doch nicht weich, wenn man sie mit Salz kocht. Macht die Gemüsebrühe da nichts aus?
****_67 Mann
3.361 Beiträge
Themenersteller 
Hallo @ Agatherl . Bei den Linsen kommt kein Salz vor . Was die Rezepte betrifft wo Salz vor kommt so sind die im Rezept . Salz war im Mittelalter kein Allgemeingut und nur die mittleren und hohen Schichten konnten es sich leisten . Auf die beziehen sich die Rezepte zum großen Teil .
*****erl Frau
3.165 Beiträge
Danke für die Info. Ich werd auf jeden Fall mal da Ein- oder Andere nachkochen. Hört sich super lecker an.
****_67 Mann
3.361 Beiträge
Themenersteller 
Danke für deine Reaktion . Jetzt weiß ich daß ich nicht ganz um sonst schreibe @ Agatherl
**********ue_MV Paar
1.049 Beiträge
Zitat von ****_67:
Hallo @ Agatherl . Bei den Linsen kommt kein Salz vor . Was die Rezepte betrifft wo Salz vor kommt so sind die im Rezept . Salz war im Mittelalter kein Allgemeingut und nur die mittleren und hohen Schichten konnten es sich leisten . Auf die beziehen sich die Rezepte zum großen Teil .
Das ist völliger Unsinn. Im Mittelalter war der Salzkonsum sogar weit höher als Heute. Salz galt als weißes Gold weil es eine konstante sichere Einnahmequelle war.

https://inforo1300.wordpress … r-ernaehrung-im-mittelalter/
******ter Mann
1.419 Beiträge
Wie Dino schon sagte, die Rezepte beziehen sich größtenteils auf den Adel, nur der konnte dies aufschreiben bzw. sich auch das Buch zum Aufschreiben (lassen) leisten.
Und tatsächlich ist in authentischen Rezepten der Salz- und Pfeffergehalt für heutige Geschmäcker viel zu hoch - damals wurde dadurch aber auch angegeben und der eigene Status herausgestellt.

Dem einfachen Volk standen zur Würzung dann doch eher Kräuter zur Verfügung, aber auch da gibt es Würze wie z.B Senf oder Mönchspfeffer.
****_67 Mann
3.361 Beiträge
Themenersteller 
Hier ist Dino 67 . In den Rezepten von mir ist keine oder fast keine Mengenangabe wie viel Salz man nehmen soll . Meiner Meinung nach konnte das jeder halten wie er wollte . Das gleiche gilt für Pfeffer
*****erl Frau
3.165 Beiträge
Wenn man das Nitritsalz, womit Wurswaren haltbar gemacht werden, mitrechnet, haben wir heut vermutlich nen genauso, wenn nicht noch höheren Salzverbrauch.
Sei's drum. Wir werden die Rezepte mit ziemlicher Sicherheit an unseren Geschmack anpassen. Sonst isst es ja keiner...
Und Mengen- oder Zeitangaben in alten Rezepten sind sowieso oft "nach Gefühl", im Sinne von "eine Handvoll" oder "drei Ave Maria". Denn auch Waagen hatten nur die Reichen, Uhren gab es keine und Rezepte hatten allenfalls die, die lesen konnten. Die allermeisten Leute konnten es nicht und mussten deshalb alles, was sie lernten, auswendig wissen.
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