Microadventures
Abenteuer ist ein weiter Begriff und für jeden etwas anderes. Im Grunde geht es darum, etwas Neues auszuprobieren, die eigene Komfortzone zu verlassen."Mikro-Abenteuer passen gut zum modernen Menschen", sagt Anja Göritz, Psychologieprofessorin an der Universität Freiburg. "Er hat wenig Zeit und Natur, dafür viel Beton und Lärm um sich. Die kleinen Ausbrüche sind eine effiziente Form der Erholung."
Der Urlaubsforscher Gerhard Blasche aus Wien sagt, oft sei uns gar nicht bewusst, wie wir uns am besten erholen. Viele glaubten, nach einem anstrengenden Tag sei Nichtstun oder Schlafen das Entspannendste – ein Trugschluss. "Früher hat man sich beiläufig erholt. Heute ist das nicht mehr so", sagt er. Damit es trotzdem klappe, müsse man sich mental vom Alltag distanzieren. Denn die Arbeit oder ein Streit zu Hause sind nicht nur währenddessen anstrengend. Stresshormone werden auch ausgeschüttet, wenn man auf der Couch darüber nachdenkt. Der Körper kommt nicht zur Ruhe.
Ablenkung hilft, besonders die durch Natur: "Natürliche Reize binden die Sinne und damit die Aufmerksamkeit", sagt Blasche. Das Grün und Vogelgezwitscher, der Wind und das Wahrnehmen des Tag-Nacht-Rhythmus bieten einen Kontrast, der einen abschalten lässt. Weil wir Dingen ausgesetzt sind und Widrigkeiten überwinden müssen, die anders sind als sonst.
"Kleine Abenteuer sind vielleicht erst mal ein bisschen anstrengend. Aber sie bringen uns raus und schaffen eine Distanz zwischen uns und unseren Sorgen", sagt Blasche. Aus der Forschung weiß man, dass neben dem Abschalten vor allem das Meistern von Herausforderungen der Erholung dient. Sich im Gelände ohne Navi zurechtfinden. Feuer machen. Draußen kochen. Tiere und Pflanzen erkennen.
Quelle: http://www.zeit.de/zeit-wiss … reys-entspannung-komfortzone
Kennt ihr solche Mikro-Abenteuer? Was hilft euch, Distanz zum Alltag zu schaffen und neue Energie zu tanken?





