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Grundsätzliche Frage über Eigenwahrnehmung

*******anns Frau
4.078 Beiträge
Themenersteller 
Grundsätzliche Frage über Eigenwahrnehmung
Im Telefonat mit einer Freundin hat sich folgende Frage für mich gestellt:

Sind wir (Freundin und ich) irgendeine aussterbende Art von Menschen?

Hinterfragt ihr euch, wenn ihr eine Situation oder ein Thema hattet, ob ihr hättet besser reagieren können?

Bei einigen Aktionen in unserem Umkreis ist uns aufgefallen, dass einige Menschen das nicht zu machen scheinen.

Daher die Frage: Arbeitet ihr Situationen abends allein mit euch auf, überlegt ihr ob ihr besser hättet reagieren können?
Oder ist bei jedem Mensch immer direkt der andere Schuld, da euer richtig richtiger ist und es fehlt die Empathie sich darein zu versetzen?
Ich bin neugierig auf eure Antworten.
Und wie immer, es gibt keine falschen Kommentare, ausser Lügen. 😉
LG Andrea
**********Toast Mann
362 Beiträge
Sich selber zu hinterfragen, egal wobei, ist doch das spannendste was man (für sich) tun kann.
Wie sonst sollte man sich selber kennen lernen? ☺️
****ni Mann
2.814 Beiträge
JOY-Angels Gruppen-Mod 
Natürlich ist mein Richtig IMMER richtiger - wo kämen wir denn da sonst hin?! Wieso soll mich denn bitte das Geschwafel anderer Menschen interessieren, logischerweise liegt die Schuld immer bei meinem Gegenüber. Wie soll es auch sonst sein?! Schließlich habe ich immer recht! *nixweiss*





*clown*

Leider ist meine etwas überspitzte Darstellung heute oftmals gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt - jedenfalls fühlt es sich für mich so an, wenn ich mir die Diskussionskultur teilweise anschaue. Gut, ich selbst kann die Welt nicht retten, aber ich kann kann mit den Maßstäben agieren, die ich persönlich als richtig empfinde. Soll heißen, ich hinterfrage meine Aktionen permanent, das ist für mich ein automatischer Prozess. Ich möchte auch mit 50 Jahren noch wachsen und mich weiterentwickeln, daher nehme ich andere Meinungen und Sichtweisen gerne in mich auf.

Ja, auch ich finde nicht immer alles geil, was man an mich heranträgt, aber ich denke in einer ruhigen Minute dennoch über alles nach und oftmals ist auch etwas dran - selbst wenn ich mich anfangs "mit Händen und Füßen dagegen wehrte". Und rückblickend gesehen kann ich ganz klar sagen, dass ich heute ein viel besserer Mensch bin als noch vor zehn, fünfzehn Jahren. Ich war recht intolerant, rechthaberisch und hatte eigentlich eh immer recht. Oh - habe ich eingangs etwa mein altes Ich beschrieben? *gruebel*

Nein - ganz so schlimm war ich auch nicht, ich habe mir konstruktive Kritik schon immer angehört, auch wenn ich sie früher (zugegebenermaßen) nicht gerne hörte. Aber letztlich hat es mir immer geholfen. Daher bin ich heute sehr froh, wenn man mich entweder darauf anspricht, dass ich besser hätte reagieren können, oder wenn es mir selbst auffällt. Nur so kann ich mich weiterentwickeln. Menschen, die ausschließlich die Schuld bei Anderen suchen, werden einerseits auf der Stelle treten, noch dazu werden sie immer unzufrieden sein; sie müssen ja permanent jammern, dass die Welt um sie herum so schlecht und böse ist, denn schließlich sind ja alle Anderen schuld.

Ich will aber gar nicht unzufrieden sein, ich will ein glückliches Leben haben. Und mich kontinuierlich selbst kritisch zu hinterfragen, hilft mir sehr dabei. *g*
Keine Beschreibung angegeben.
*******man Mann
1.768 Beiträge
Warum soll man seine Entscheidungen im Nachgang nicht nochmal durchspielen? Ist für mich normal.
*******anns Frau
4.078 Beiträge
Themenersteller 
Kennt ihr denn solche Menschen?
****col Mann
297 Beiträge
Zitat von *******anns:


Oder ist bei jedem Mensch immer direkt der andere Schuld, da euer richtig richtiger ist und es fehlt die Empathie sich darein zu versetzen?

Von der Logik her ist das Richtig eines jeden doch erst mal richtiger, solange es keine Fakten, Argumente o. ä. gibt, dass das (bisher) Richtige falsch ist. Sonst wäre das Richtige ja schon von vornherein nicht richtig (und das Falsche richtig) und niemand wüsste, was richtig oder falsch ist.

Natürlich kann ein Richtig für einen selbst richtiger sein, obwohl jemand anderes dieses Richtig für falsch hält. Aber trotzdem kann man bei seinem Richtig bleiben und der/ die andere bei seinem Falsch, dass er/ sie für richtig hält. Das nennt man dann Meinungsfreiheit.

Und wenn ich mein Richtig für richtiger halte und dann doch merke, dass es falsch ist, kann mein Richtig natürlich nicht nur aus der Sicht des/ der anderen falsch sein, sondern das bisher Richtige kann dann auch aus meiner Sicht falsch sein.

Ist doch ganz einfach *zwinker* .
******nny Mann
20 Beiträge
Selbstreflexion, eine sehr besondere Stärke die leider immer weniger Menschen beherrschen.
Du und deine Freundin, wie auch andere reflektierte Menschen, ihr besitzt damit die Fähigkeit Konflikte zu lösen, auch wenn vielleicht sogar ihr der Auslöser gewesen seid. Ich kenne tatsächlich Leute die das garnicht machen, das Hinterfragen des eigenen Handelns. Dies sind in meinen Augen narzisstische Persönlichkeiten, diese lerne ich nur einmal kennen und halte sie dann aus meinem Leben raus. Vielleicht ist das bei euch ähnlich? Umgebt ihr euch mit Menschen die auch, wie ihr, deutlich besser mit zwischenmenschlichen Problemen umgehen können, die auch sagen „ja, war Scheiße von mir“ oder darüber nachdenken ob das alles so richtig war? 😉
*******anns Frau
4.078 Beiträge
Themenersteller 
@****col

Das ist mir schon klar, mein Lieber.
Aber es ging darum, ob man sich in andere rein versetzen kann um zu hinterfragen, ob die eigene Meinung richtig bleibt.
*******ion Mann
3.078 Beiträge
Gruppen-Mod 
Liebe @*******anns danke für die Frage.

Vielles von oben kann ich so bestätigen oder wieder holen.

Ich fange mal mit einen Spruch an: Erfahrung ist die Summe aller Fehler und ich bin sehr erfahrenen.

Ja ich habe viele Fehler gemacht und mit der heutigen Entwicklung und Wissen würde ich einiges anders machen.
Zu der Erkenntnis bin ich aber nur gekommen, weil ich über vieles nachgedacht habe.

Ja ich habe Personen verletzt und wollte es teilweise nicht, doch wenn unterschiedliche Erfahrungen und Lebensweisen aufeinander treffen, dann wird es manchmal nicht schön.

Ich habe für vieles sehr gute Beispiele an "Eltern" meine Ex Freundin wollte mir nie glauben das Menschen so sein können, doch als sie sie erlebt hat meinte Sie, wie kann man so mit seinem Kind umgehen, das geht gar nicht.
Ich hatte gesagt die Motivation "weg von" und nie so sein, wie die ist eine sehr starke Motivation.
Das hat aber nur geklappt, weil ich über vieles immer und immer wieder nachgedacht habe.

Ja ich kenne Person die sich nicht hinterfragen und in ihrer Welt alles richtig machen.
Doch versuche ich mich von diesen zurück zu ziehen. Ich möchte jetzt keine Diskussion zu Narzissmus aufmachen, weil es heute teilweise zu schnell und als einfach benutzt wird.
Denn männlichen Narzissmus kannte ich lange. Ich habe aber die Chance gehabt den weiblichen (und zwar versteckten) Narzissmus kennen zu lernen.
Wir haben uns beide am Tiefpunkt kennengelernt in der Sauna (also kein joy).
Wir bauten uns auf, Taten uns gut. Kamen zusammen Familie und Kinder kennen gelernt. Nach 2 Monaten Beziehung habe ich es beendet weil kein Verständnis meine Wünsche.
Seit über 2 Jahren kein Sex, seit 22 Monaten nicht mehr gesehen, trotzdem meldet sie sich immer mal und will sich mit mir treffen, obwohl ich sage ich habe eine Freundin.

Ja das Leben ist kompliziert und wir alle wollen glücklich sein, daß gute ist hierfür gibt es Herzens Menschen und von andern Menschen müssen wir uns auf der Reise trennen.
Empathie ist ein großes Thema und Vater sagt selber das er es wohl nicht hat.
Für empathen ist es schwierig wenn sie "zu viel" Verständnis für den anderen haben und sich zu sehr selber aufgeben oder vergessen.
Euch einen schönen Start in den Dienstag.
*******anns Frau
4.078 Beiträge
Themenersteller 
@*******ion

Erfahrung ist die Summe aller Fehler

Das gefällt mir, allerdings nur wenn man daraus lernt.
Keine Beschreibung angegeben.
*********rast Mann
576 Beiträge
Oh Gott, mein Lieblingsthema...oder doch nicht weil ich immer ausschweife und schlechte Vibes bekomme *g*

Da ich berufsbedingt sehr viel mit Menschen zu tun habe, kann ich sagen, dass das eine aussterbende Fähigkeit ist. Manche Menschen hinterfrgane sich leider zuviel ...andere dafür zu wenig, deutlich zu wenig.
****u79 Frau
136 Beiträge
Danke für dieses reflektierte Thema @*******anns
Jede Antwort hat einen wahren Kern!
Es sind die Erfahrungen und das daraus lernen, was den Unterschied bei jedem einzelnen ausmacht.
Ich hinterfrage vieles und überlege welche Konsequenz ich für jemand anderen ausgelöst haben könnte.
Das tun nur wenige.
Ich versuche immer aufrichtig und ehrlich zu sein, behutsam immer mit den Folgen meines Handelns im Blick.
Ich meinem sozial pflegerischen Beruf muss ich immer sehr sensibel und umsichtig sein und ich bin auch einfach so.
Auch das bietet für den ein und anderen genug, um mich meiner positiven Energie bringen zu wollen.
Ein kleines Stück Selbstachtung ist also auch immer dabei- denn andere nutzen das aus. Ein Nein zu einer anderen Person, ist auch ein Ja zu dir selber!

Viele hinterfragen sich und ihr handeln eben nicht und das ist nicht nur schade, sondern katastrophal!
Nicht jeder Mensch möchte dazulernen und sich weiterentwickeln. Phasenweise steht man sich selber im Weg und manches passiert einfach- nicht gewollt, aber auch aus solchen Phasen lernt man!
Für mich ist das alles ganz eng miteinander verknüpft.

Mal allgemein, es braucht für ein kritisches Wort auch manchmal Freunde, weil man es von ihnen leichter annimmt. *ja*
Keine Beschreibung angegeben.
*********rast Mann
576 Beiträge
Zitat von *******anns:


Das gefällt mir, allerdings nur wenn man daraus lernt.

Und das ist der entscheidende Punkt. Fehler machen ist gar nicht schlimm.
Den gleichen Fehler wieder zu machen, ist Dummheit, wie man Vater schon zu sagen pflegte.

Und das ist es:, einen Fehler, den man reflektiert und daraus Lehren zieht, ist Gold wert.
Deswegen ist, meiner Meinung nach, das einzig Vernünftige, sich selber zu reflektieren ( was ja auch durchaus heißen kann, nö, ich habe diesmla alles perfekt gemacht)
*******lack Paar
202 Beiträge
Machen wir (zumindest probieren wir es konsequent *zwinker* ), für uns individuell, miteinander und mit anderen. Konstruktive Feedbackprozesse sind Abkürzungen für Lernerfahrungen und da auch das Thema Diskussionskultur angesprochen wurde: Sicherlich erwischt man sich auch mal bei dem Gedanken "warum der/die andere nun dies oder jenes gemacht/gesagt/getan hat und wie man nur konnte....". Wir glauben trotzdem, sich auf die eine oder andere Stärke guter Kommunikation zu besinnen, z.B.
• grundsätzliches Wohlwollen,
• einem Zusammentreffen die Chance zu geben aus 1+1 = 3 zu machen (metaphorisch...ausnahmsweise mal *zwinker* )
• oder dem Gegenüber die Chance zu geben, einen inhaltlich zu überzeugen..

macht das Miteinander grundsätzlich angenehmer und die Selbstreflexion frucht- und ertragbarer, selbst wenn das Ergebnis heißt "we agree to disagree" ....wäre ansonsten ja auch irgendwie unangenehm, sich nur zu hinterfragen, wenn mal wieder was nicht so gut geklappt hat *g*
****72 Frau
91 Beiträge
Hallo liebe Andrea.

Hierzu gibt es ein gutes Beispiel.

Male eine riesengroße 6 auf den Boden. Einer stellt sich nach unten, einer nach oben. Was passiert? Der eine sieht eben diese 6, der andere eine 9. Von ihrem jeweiligen Standpunkt aus gesehen haben beide Recht.

Das Dumme ist, viele machen sich leider nicht die Mühe einfach mal die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Was der eine als gut, normal, erträglich usw erachtet, kann für das Gegenüber die größte Katastrophe sein. Das hat halt den Hintergrund, dass die Erfahrungen und damit auch die Trigger, die die Menschen machen/haben, komplett unterschiedlicher Natur sind.

Leider machen es sich viele einfach und leben bequem in ihrer persönlichen Blase sprich ihrer Komfortzone und werden aus dieser nie herauskommen. Da ist es ja auch bequem und gemütlich. Diese Menschen erleben allerdings auch nie "Entwicklung". Das sagt das Wort ja auch. Dafür müsste man sein Inneres ja auseinander Pflücken, sprich ent - wickeln.

Viele dieser Personen haben tatsächlich psychische Probleme, die oft nicht erkannt werden. Narzisten, Borderliner, etc und weil das nie "offiziell" benannt wird, (Weil wer gibt freiwillig zu, dass etwas nicht mit dem "Selbst" stimmt?) bilden sich diese Menschen ein, sie seien ja normal und im Recht und alle anderen haben an allen möglichen Dramen schuld, nur eben sie selbst nicht. Ist doch praktisch.

Ich gebe zu, ich scheitere auch gelegentlich daran mich KOMPLETT selbst zu reflektieren, habe aber zum Glück ganz viele liebe Menschen (etliche tatsächlich durch den Joy) die mich in den entsprechenden Situationen auch in den Hintern treten. Ich bin dann auch nicht sauer, weil genau das fordere ich von denen. Ich liebe es einfach, wenn Menschen ehrlich zu mir sind, auch wenn's manchmal hart ist.

Aber grundsätzlich sollte man versuchen, einen Menschen eben nicht direkt zu verurteilen, sondern den Hintergrund für das jeweilige Handeln zu verstehen. Und wenn das jeder machen würde, halt mal eine andere Sichtweise annehmen, auch auf die eigene Person bezogen (Eigenwahrnehmung vs. Fremdwahrnehmung) dann könnten die Menschen ganz eindeutig viel friedlicher miteinander leben.
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