Zitat von **********d_Wir:
„Mein Mann möchte gerne dauerhaft keusch gehalten werden bzw. über einen sehr langen Zeitraum.
Jedoch ist es so, dass er nach ca. einer Woche hinschmeißen und erlöst werden möchte. Ich habe dann meistens Mitleid mit ihm und beschere ihm einen Orgasmus. Die höchste Dauer ohne Orgasmus waren 2 Wochen und 6 Tage.
Liebe LadyTam,
aus der Entfernung sieht es für mich so aus, als ob Ihr nicht genau genug besprochen habt, wie Ihr die Keuschhaltung spielen wollt und was Ihr Euch von dem Spiel erwartet. Ich würde Euch empfehlen, eine schriftliche Vereinbarung aufzusetzen, in der Ihr genau beschreibt, welche Regeln für das Spiel gelten, und diese dann beide zu unterschreiben. Ihr braucht da mehr Klarheit. Vor allem Dein Mann muss sich darüber klar werden, was er sich von dem Spiel erhofft. Wenn er genau wüsste, was er will, und Dir das auch erklären könnte, dann gäbe es für Dich keine Unsicherheit mehr. Du bist unsicher, weil Du eben nicht genau weißt, wie das Spiel funktionieren soll.
Dein Mann sollte sich festlegen, wie lange er die Orgasmusverweigerung aushalten will. Nehmt Euch da einen Zeitraum vor, der realistisch ist, aber anspruchsvoll. Vielleicht 4 Wochen? Dann bekommt er von Dir ein Safeword. Wenn er das Safeword verwendet, um einen Orgasmus zu bekommen, dann ist das völlig okay, aber das Spiel endet danach sofort. Außerdem müsst Ihr dann richtig gründlich hinterfragen, ob Keuschhaltung überhaupt etwas für ihn ist oder ob Fantasie und Wirklichkeit da nicht vielleicht etwas zu weit auseinander liegen.
Wenn er bettelt oder jammert, ohne das Safeword zu verwenden, dann gibst Du auf gar keinen Fall nach. Da musst Du eisenhart bleiben. Du hast dann eine schriftliche Vereinbarung in der genau drinsteht, was Dein Mann will, und Du gibst ihm dann genau das, was er will -- nämlich keinen Orgasmus. Darum hat er Dich gebeten! Du tust ihm damit einen Gefallen.
Gefühle von intensiver Frustration und Verzweiflung gehören zur Keuschhaltung dazu. Das ist Teil des Spiels, und Dein Mann muss diese Gefühle (mit Deiner Hilfe) aushalten können, wenn er Keuschhaltung spielen will. Du kannst ihm dabei helfen, indem Du sein Leiden umdeutest als Opfer für Dich. Er leidet für Dich, damit Du froh bist. Sage ihm, wie heiß es Dich macht, dass er so verzweifelt ist. Wie mächtig Du Dich fühlst, wenn Du ihn so hilflos und frustriert siehst. Wie stolz Du bist, dass er diese Verweigerung seiner Bedürfnisse für Dich aushält und Dir dieses Geschenk macht. Dieses Framing hilft ihm, seine egoistische Perspektive loszulassen und stattdessen eine unterwürfige, dienende Haltung einzunehmen, die sich auf Dich bezieht. Er ist keusch für Dich!
Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich außerdem berichten, dass meine Frau am Anfang unserer Keuschhaltungsreise dazu neigte, mir viel zu viel sexuelle Stimulation zu geben. Sie hat mir den Käfig nahezu jeden Tag ausgezogen und mir ein umfangreiches Tease-und-Denial geschenkt. Das war im Rückblick eher kontraproduktiv. Was dabei passiert ist, ist dass ich die Erwartung entwickelt habe, ich bekäme jeden Tag sexuelle Gefälligkeiten. Wenn sie dann irgendwann mal einen Abend zu müde war, dann bin ich richtig enttäuscht gewesen. Und wenn ich mal 2 oder 3 Tage in Folge nichts bekommen habe, dann bin ich emotional zusammengebrochen und habe sofort das ganze Spiel in Frage gestellt.
Heute spielen wir so, dass ich Tease-und-Denial höchstens ein- oder zweimal die Woche bekomme, und selbst dann macht sich meine Frau oft noch den Spaß, mir den Käfig dafür gar nicht auszuziehen. Ich verbringe also 5-6 Tage pro Woche, ohne dass der Käfig aufgeschlossen wird. Das ist jetzt meine Erwartung. Wenn wir abends ins Bett gehen, dann erwarte ich, dass ich im Käfig bleibe und dass ich keinerlei sexuelle Stimulation bekomme. Meine Frau berührt meine Genitalien einfach gar nicht. Deswegen mache ich mir gar keine Hoffnungen und kann entsprechend auch nicht enttäuscht werden. Das funktioniert viel besser für mich als das Modell mit viel Stimulation. Und wenn ich dann mal überraschend sexuelle Gefälligkeiten bekomme, dann empfinde ich diese als großes Geschenk. Einem Verdurstenden schmeckt ein Tropfen Wasser wie der köstlichste Nektar.
Jedenfalls ist es ganz normal, dass Keuschhaltung schwierig ist und nicht so funktioniert, wie man dachte. Man spielt da mit extrem starken Gefühlen und beide Partner brauchen Zeit, um Erfahrungen zu machen und herauszufinden, was sie mögen und was nicht. Nach Deiner Beschreibung seid Ihr da ja auf einem sehr guten Weg! Falls es mit der langfristigen Orgasmusverweigerung einfach nicht klappen sollte, dann ist es vielleicht auch einfach nicht so wichtig? Sex sollte Spaß machen. Es geht ja nicht um Leistung.
Liebe Grüße!