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Können Männer "Feministen" sein?

**********unter Mann
196 Beiträge
Themenersteller Gruppen-Mod 
Können Männer "Feministen" sein?
Ich würde gerne eine Frage zur Diskussion stellen, die mir selbst nicht leichtfällt und genau deshalb wichtig erscheint:

Können männlich gelesene Menschen Feministen sein – oder sollten sie es besser bleiben lassen?

Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist ein Paradoxon, in dem ich mich selbst ausdrücklich einschließe:
Wenn wir davon ausgehen, dass alle Männer Teil des Problems sind – ja, auch „die reflektierten“, „die guten“, „die bewussten“ –, dann deshalb, weil es strukturell unmöglich ist, nicht vom Patriarchat zu profitieren. Dieses System hat zweifellos auch Seiten, die für Männer schädlich sind. Aber global, historisch und in der Gesamtbilanz bleibt es ein System, das Männern strukturelle Vorteile verschafft.

Sich als Mann als Feminist zu bezeichnen, kann daher problematisch sein:
Es kann verdecken, dass man Teil des Problems ist.
Es kann eine moralische Überlegenheit signalisieren, die nicht angemessen ist.
Und es kann – gewollt oder ungewollt – zur Vereinnahmung eines emanzipatorischen Kampfes beitragen, der nicht aus männlicher Erfahrung heraus entstanden ist.

Gleichzeitig überzeugt mich die Gegenposition ebenfalls nicht vollständig. Ich halte die Vorstellung eines grundlegenden gesellschaftlichen Wandels nicht für realistisch, wenn er entlang einer Frontlinie „Frauen gegen Männer“ gedacht wird. Wut ist absolut berechtigt – und als Energie für Veränderung zentral. Die Frage ist für mich aber: Worauf richtet sie sich? Auf Menschen – oder auf Strukturen?

Pauschale Anfeindungen aufgrund von Geschlecht oder Körpermerkmalen erzeugen aus meiner Sicht vor allem Abwehr, Rückzug und Trotz – und damit genau jene Opposition, die nachhaltige Veränderung erschwert. Wenn wir davon ausgehen, dass Privilegien nicht einfach verschwinden, sondern aktiv abgegeben werden müssen, dann braucht es dafür auch die freiwillige Bereitschaft männlich gelesener Menschen, sich solidarisch zu engagieren, Macht zu reflektieren und Räume bewusst zu verlassen oder zu teilen.

Daraus ergeben sich für mich offene Fragen, bei denen ich sehr gespannt auf eure Perspektiven bin:

Können oder sollten sich Männer / männlich gelesene Menschen als Feministen bezeichnen?

Falls ja: unter welchen Bedingungen?

Falls nein: Welche Bezeichnungen, Haltungen oder Rollen wären angemessener?

Wo verläuft für euch die Grenze zwischen Solidarität und Vereinnahmung?

Ich frage nicht, um eine eindeutige Antwort zu finden, sondern um besser zu verstehen, wie ein solidarischer, machtbewusster und nicht-paternalistischer Umgang mit Feminismus – gerade auch im fBDSM-Kontext – aussehen kann.
**********ttles Mann
457 Beiträge
Das Paradoxon fühle ich auf jeden Fall auch.

Deswegen sehe ich mich so:

Ich habe eine queerfeministische, intersektionale Einstellung und versuche, ein guter Allie zu sein.

Allie verwende ich aber auch nicht als Selbstbezeichnung, weil Allie-sein ein Prozess ist und nicht abgeschlossen, und weil nicht ich als Typ darüber entscheide, ob ich ein Allie bin. Das ist meiner Auffassung mach eher eine Fremdbezeichnung, die von FLINTA* kommen muss.
****_DS Frau
7.009 Beiträge
natürlich können sie das.
für mich orientiert sich Realfeminismus nicht am Geschlecht sondern an der Menschlichkeit.
und auch Männer sind durch das Patriachat in Rollenbildern und aufgezwungenen Prozessen gefangen, die schädlich sind und kein Mann gerecht werden kann.
******iny Frau
14 Beiträge
Ich finde den Begriff Ally passender als den Begriff Feminist für Männer. Aber beides finde ich letztendlich okay, Hauptsache ist, dass Privilegien reflektiert werden und sich aktiv gegen das Patriarchat eingesetzt wird.
Allerdings sehe ich das Thema mit der Wut anders, ich finde nämlich, dass wir aktuell noch deutlich mehr Wut brauchen, und zwar nicht nur gegen Strukturen, sondern sehr wohl auch gegen Männer, die sich nicht aktiv gegen das Patriarchat einsetzen.
*****ild Frau
81 Beiträge
Danke für die Frage zum Wort Feminismus.
Die Begrifflichkeit bereitet mir immer wieder Unwohlsein.

Grundsätzlich kann ich nur zustimmen
"Hauptsache ist, dass Privilegien reflektiert werden und sich aktiv gegen das Patriarchat eingesetzt wird. "

Darüber hinaus sehe ich mehrere Aspekte:
1. Ist das Wort "Feminismus" noch Zeitgemäß?
2. Dürfen sich Unterstützer die gleiche Bezeichnung geben, wie Betroffene?
3. Welches Ziel wollen wir verfolgen?

Wenn das alles nicht ganz den Punkt trifft, darf der Beitrag auch gerne verschoben werden.

1. Ich glaube "Feniminismus" war für die Bewegung der 70/80 das richtige Wort. Heute ist unsere Gesellschaft an einem anderen Punkt. Diskriminierung ist viel stärker präsent in meinem Alltag und zwar gegen eine sehr viel größere Bandbreite an Personengruppen.
Jedoch, um dieser beängstigenden Tendenz zu begegnen, sind die Menschen, die früher für den Feminismus gestritten haben - und sich als FeministInnen bezeichnen - genauso wichtig, wie die Menschen, die neue Worte gefunden haben, um gefährlicher Engstirnigkeit entgegen zu treten.
Ein gemeinsames Vokabular ist für die Verständigung wichtig. Manchmal kommt mir die Zeit zu kostbar vor, die in die Nomenklatur investieren wird.
Aber das muss ich vielleicht auch als meine persönliche Ungeduld anerkennen und als meinen Fehler sehen.🥴

2. In der Regel arbeiten diskriminiere Gruppen mit Unterstützern zusammen, die weniger betroffen sind. Häufig ist das eine Notwendigkeit, um überhaupt gehör zu finden. Das Ausmaß der Spuren von Diskriminierung, die auf der Seele der Betroffenen hinterlassen würden, lässt sich schwer mit einer Bezeichnung zusammen fassen. Die Lebensgeschichten von betroffenen in einer Region und "nur" Freunden oder Helfern in einer anderen Region können näher bei einander liegen, als von Diskriminierungsopfern zueinander.
In jedem Fall kommt mir der aufmerksam sorgsame und wertschäzende Umgang mit einander, viel mehr als die Bezeichnung. Die Bereitschaft hin zu hören, was z.B. ein Gespräch wirklich braucht, würde ich gerne wie Glückspillen in der Bevölkerung verbreiten...😉

3. Ich möchte keine feministische Gesellschaft (mehr). Die Phase meines Lebens ist schon einige Zeit her.
David Graeber hat viele wichtige strukturelle Merkmale in menschlichen Gesellschaften (historisch & antropologisch) herausgearbeitet, die gerade in modernen Zeiten einen guten Denkanstoß für neue Betrachtungen liefern.
Eine Gesellschaft, die allen Menschen Entfaltungsmöglichkeiten anbieten, ohne die Wahl des Individuums unnötig einzuschränken, mit Idealen, die Entwicklung fördern und das Positive feiert, hört sich eher utopisch an."Egalitär" wird häufiger benutzt.

Abschießend habe ich den Eindruck, dass die Worte für das jeweilige Zielpublikum (alte Feministin, neue AntiFa) passen muss, um sie zu erreichen. Wenn sehr viel Kunst darin liegt, kann ein guter Text neue und alte Bezeichnungen zusammen bringen und vielleicht sogar "Sprachbarrieren" aufweichen.

Ich glaube aber mehr an "richtige Ideen", als an "richtige Sprache" und beides ist in ständigem, phänomenalen Wandel.

Am ehesten "bewegende Ideen" in "respektvoller Sprache"
Und ich bin Teil dieser Gruppe, weil ich so etwas ab und an hier lesen darf.
Danke dafür 🎉
**********otion Frau
42 Beiträge
Ich hab dazu keine abschließende Meinung. Du hast es differenziert beschrieben. Aus den Gründen höre und tendiere ich eher zu nein und falls nein, dann ist die Bezeichnung feministisch (aktiv) passend. Feiner kleiner ausschlaggebender Unterschied, weil ein Mensch evtl nicht entscheiden kann etwas zu sein(Feminist), aber bestimmte Werte und Haltung haben kann und sich aktivistisch engagieren(feministisch).
****aso Paar
385 Beiträge
Männlich wird systematisch anders geschädigt. Statistisch eine geringere Lebenserwartung, statistisch häufig Opfer von Gewalt, welche statistisch häufiger männlichen Ursprungs ist. Männlich wird in vielen Situationen als Opfer wenig ernst genommen. Männer verbringen statistisch weniger Zeit mit ihren Kindern und in vielen Details ließen sich noch viel mehr Schwierigkeiten finden.

All dies beruht natürlich überwiegend auf männlichen Entscheidungen, Prägungen und Machtstrukturen.

Schon die Grundannahme dass Männer nicht / weniger systematisch geschädigt werden, sollte aber vielleicht weniger herrausgestellt werden.

Entscheidend ist, dass durch so einige Veränderungen ziemlich viele ziemlich viel besser leben könnten.

Darüber hinaus lässt sich viel mit breiterem Rückhalt eher und besser durchsetzen. Andersherrum hätten kleine spezielle Interessensvertretungen wenig gute Möglichkeiten, wenn sie nur gegen alle anderen wären.

Die Idee sich weniger mit Begrifflichkeiten aufzuhalten ist wahrscheinlich hilfreich.

Inhaltlich bleiben benachteiligende, ungerechte Strukturen mit männlicher Dominanz, aber auch mit femininem Anstrich ungerecht, benachteiliegend und männlich dominiert. Daher sollte sich Vielfalt schon im wirksamen Auftritt, bei Interessensvertretung und an den Schalthebeln zeigen.
**********queen Frau
3 Beiträge
Wer wirklich solidarisch ist, fragt nicht, ob er sich Feminist nennen darf, sondern wo er Platz machen soll.
Alles andere ist patriarchales Rebranding fürs gute Gewissen.
Männer, die Feminismus ernst meinen, brauchen kein Label.
Die, die eines brauchen, meinen ihn nicht ernst.

Cis hetero Männer können keine Feministen sein: Ihnen fehlt die eigene Erfahrung struktureller Unterdrückung und sie stehen nicht außerhalb des Systems, von dem sie selbst profitieren, auch dann nicht, wenn sie es kritisch reflektieren.
Solidarität heißt: zuhören, Räume abgeben, andere Männer adressieren und Kritik aushalten - ohne Applaus oder Zugänge oder moralische Aufwertung zu erwarten.
Was wir nicht brauchen, sind performative Männer, die Feminismus in ihr Selbstbild integrieren, um sich progressiv zu fühlen. Das ist kein politisches Engagement, sondern nur perfides Selbstmarketing mit emanzipatorischem Anstrich. Diese wollen keine Ende von Machtstrukturen, sondern nur ein besseres Image dafür.
Besonders problematisch wird es, wenn Feminismus bei Männern darüber legitimiert wird, dass das Patriarchat ja auch Männern schade. Das ist ein altbekannter Mechanismus, um männliches Erleben erneut ins Zentrum zu schieben und empfinde ich als sehr gefährlich.

Zum Thema Wut: ich denke, wir brauchen mehr davon. Gegen Strukturen und auch gegen Männer, die sich nicht vorwärts bewegen.
Dass dabei männliche Egos leiden, ist kein Kollateralschaden, sondern unvermeidlicher Teil des Prozesses und mir persönlich sehr egal. Feminismus ist kein Safe Space für männliche Bequemlichkeit.
****_DS Frau
7.009 Beiträge
ich fühle mich selten von Beiträgen getriggert. aber bei dir, liebe @**********queen ist das durchaus der Fall.

und deine Art Feminismus ist kein Feminismus für Gleichberechtigung sondern du führst Krieg. es fühlt sich gar so an, als sollten die Männer nun "zurück stecken" da sie ja jahrhundertlang durch das Patriachat priviligiert waren. das ist in meinen Augen kein Zustand, wie ich mit anderen Menschen leben möchte.
das war vlt. mal in den 80ern sinnvoll... aber inzwischen dürften wir doch weiter sein. Achtsamer, wertschätzender und einander mehr zugewandt. Und: wir Frauen sollten das doch besser können. sonst leben wir ja wieder das männliche aus *zwinker*

aber nun verstehe ich auch, warum von engagierten Männern überhaupt diese Frage aufkommt.
**********queen Frau
3 Beiträge
Liebe @****_DS

Ich möchte eins klarstellen: Meine Position richtet sich gegen patriarchale Strukturen und Machtverhältnisse und natürlich nicht gegen Männer als Individuen, nicht gegen einzelne Personen in dieser Diskussion und auch nicht gegen dich.
Ich führe keinen Krieg. Ich benenne meine Haltung zum Thema und genau danach wurde hier gefragt. Dass sich das für dich unbequem anfühlt, macht es nicht feindselig. Dass privilegierte Gruppen „zurückstecken“ müssen, um Gleichberechtigung zu erreichen, ist kein moralischer Racheakt, sondern die logische Konsequenz davon, Platz zu teilen und Macht abzugeben. Für mich ist das im Übrigen kein Geschlechterkampf, weil Feminismus nur intersektional funktioniert.
Dass meine Haltung radikal ist, ist eine bewusste Entscheidung. Radikalität bedeutet für mich, an die Wurzeln von Ungleichheit zu gehen und nicht, Menschen anzugreifen. Dazu gehört auch, kritisch darauf zu schauen, wem wir innerhalb feministischer Räume systematisch Raum, Deutungshoheit und den Mittelpunkt geben, und wem nicht. Wenn in einer feministischen Gruppe eine Diskussion eröffnet wird, die Männer erneut zentriert, fällt mir das auf.
Es ist völlig legitim, wenn dein Feminismus anders aussieht. Was mir wichtig ist: meine politische Haltung nicht zu personalisieren oder zu psychologisieren. Unterschiedliche feministische Ansätze können nebeneinander bestehen, ohne einander zu delegitimieren. Augenhöhe ist mir dabei wichtig, auch bei klarer Kritik. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
********elen Mann
1.699 Beiträge
Feminist oder Feministin ist eine Person, die das gleiche Recht für beide Geschlechter einfordert. Imho
So eine Person bin ich, auch als Mann.

Auch wenn ich durch die Erziehung in unserem Kulturkreis geprägt wurde, versuche ich die patriarchalen Strukturen zu verstehen und, wo sie mir auffallen, zu hinterfragen.

Auch wo sie auf mich als Mann schädlich Einfluss nehmen oder mich in meiner Entfaltung hemmen.

Diese Bemühung, das mühsame Herausarbeiten und Hinterfragen der eigenen anerzogen Wahrnehmungsmuster, fällt beiden Geschlechtern, so scheint es mir, ähnlich schwer.
Feministisch verhalte ich mich, wenn ich bewusst und möglichst offen neue, gerechtere Wege suche.

Kann ich das immer? Sehe ich alle meine Privilegien in allen Situationen? Mit Sicherheit nicht. Ich bin mir aber auch sicher, dass ich damit zu Mehrheit gehöre.

Den Titel Feminist so hoch zu hängen, dass er nur auf 100 % verwirklichte Gleichberechtigung angewendet werden darf, lässt niemanden mehr in der Kategorie übrig.

Nein, für mich ist eine Feministin oder ein Feminist lediglich jemand der/die mit offenen Augen und dem Willen für Gerechtigkeit seinen Mitmenschen begegnet und sein Leben mit Empathie lebt. Das erstreckt sich bei mir aber auch jenseits der Gender Frage auch auf Hautfarbe oder Kulturkreise.
**********unter Mann
196 Beiträge
Themenersteller Gruppen-Mod 
Vielen Dank für die vielen differenzierten Beiträge. Für mich zeichnet sich in der Diskussion ein gemeinsames Grundverständnis ab – bei gleichzeitig deutlich unterschiedlichen Akzentsetzungen.

Einigkeit scheint darüber zu bestehen, dass es weniger um Labels als um Haltung, Praxis und Machtreflexion geht: Privilegien wahrzunehmen, patriarchale Strukturen aktiv zu kritisieren und sich für eine gerechtere, intersektionale Zukunft einzusetzen. Uneinigkeit besteht hingegen darin, wie sich männlich gelesene Menschen dabei positionieren sollten – sprachlich, politisch und emotional.

Ein zentrales Spannungsfeld verläuft zwischen
Feminismus als offene politische Haltung, die prinzipiell auch von Männern vertreten werden kann,
und
Feminismus als Erfahrungsperspektive von strukturell Betroffenen, bei der männliche Selbstbezeichnungen schnell als Vereinnahmung oder Rezentrierung wahrgenommen werden.

Ähnlich differenziert wird der Begriff Ally diskutiert:
Für einige ist er eine hilfreiche Beschreibung solidarischer Praxis, für andere bewusst keine Selbstbezeichnung, sondern eine Fremdzuschreibung, die sich im Handeln erst bewähren muss.

Deutlich wird auch, dass das Thema Wut unterschiedlich gerahmt wird:
als notwendige, auch konfrontative politische Kraft – oder als Risiko, neue Fronten zu erzeugen und Dialog zu blockieren. Hier prallen weniger „richtig“ und „falsch“ aufeinander als unterschiedliche Einschätzungen darüber, welche Mittel in welcher Phase gesellschaftlicher Veränderung sinnvoll sind.

Was mir wichtig erscheint – gerade für diesen Raum – ist die Anerkennung, dass
radikale, konfrontative Positionen ebenso Teil feministischer Geschichte und Gegenwart sind
wie
dialogische, integrative Ansätze, die auf Mitnahme und freiwillige Machtabgabe setzen.

Diese Ansätze schließen sich nicht zwingend aus, bewegen sich aber in unterschiedlichen Logiken und Zielhorizonten.

Vielleicht liegt ein möglicher gemeinsamer Nenner nicht in der Frage
„Wer darf sich wie nennen?“,
sondern eher in der kontinuierlichen Selbstprüfung:

Wer spricht – und für wen?
Wer profitiert – und wer gibt Raum ab?
Wo reproduzieren wir Macht, obwohl wir sie kritisieren wollen?

Ich empfinde die Diskussion als wertvoll gerade dort, wo sie unbequem wird – und wünsche mir, dass wir Unterschiedlichkeit aushalten können, ohne sie vorschnell zu delegitimieren. Nicht als Konsensprojekt, sondern als gemeinsamen Denkraum.
***io Frau
392 Beiträge
Die Zuordnung Mann Frau ist gar nicht so klar wie sie hier scheint. Oder soll es die Zuordnung sein, Männlich gelesene Menschen können keine Feministin sein, alle anderen Geschlechter schon?
Was ist wenn ich Hoden und Gebärmutter hätte? Für mich ist es die Struktur, die diskriminiert und die Menschen die ihr anhängen. Bitte seid alle Feministinnen und Feministen, denn dann ist das Problem gelöst. Schade dass für den Begriff kein Neutrum gibt. Feministische Menschen vielleicht.
*****_91 Mann
483 Beiträge
Den Gedanken Männer bzw männlich gelesene Personen davon abbringen zu wollen sich Feminist*innen zu nennen finde ich persönlich total absurd.
Es gibt eine Menge Menschen auf dieser Welt, die sich Feminist*innen nennen und deren Vorstellung davon was Feminismus ist sehr weit entfernt ist von dem wie ich den Begriff verstehe und lebe.
Für mich persönlich zum Beispiel gilt das Prinzip: If your feminism isn’t intersectional, it isn’t feminism.
Aber viele Menschen (jeden Geschlechts) sehen das deutlich anders als ich und nennen sich dennoch Feminist*innen. Ich sehe da auch durchaus ein Problem und finde man darf und sollte auch Leute kritisieren, wenn sie sich der Bigotterie hingeben, egal in welcher Form.

Wir alle haben Dinge an denen wir noch weiter arbeiten müssen, das sehe ich auch so. Es ist ein lebenslanger Prozess. Das ist auch eigentlich schon der Grund warum der Titel „Feminist*in“ meiner Meinung nach nicht an eine bestimmte Leistung oder einen bestimmten Wissensstand geknüpft sein kann. Wäre es überhaupt möglich einen globalen Konsens dazu zu finden, ab wann Mensch sich Feminist*in nennen darf? Wie sollte geprüft werden ob Menschen diesen Wissen- und Leistungsstand erreicht haben? Das nimmt halt auch dann ganz schnell einen sehr akademisierten und klassistischen Charakter an. Und in dieser hypothetischen Situation, erhalten zb cis Frauen dann automatisch die Erlaubnis (das Geburtsrecht) sich Feministin zu nennen, wie hier teils angedeutet wurde? Auch wenn sie zb Alice Weidel heißen oder Joanne K. Rowling und rechte Propaganda verbreiten und/oder finanzieren?
Ich finde die Antwort darauf darf gerne Nein sein.
*****_91 Mann
483 Beiträge
Ich begegne dem Gedanken Männer und sehr spezifisch cis Männer aus feministischen Aktivitäten ausschließen zu wollen nicht zum ersten Mal hier bei Joy, sondern sehe das immer mal wieder auch in aktivistischen Kreisen. Mal abgesehen davon das Menschen die heute sich selbst und von anderen als cis Männer verstanden werden, das morgen nicht aus noch sein müssen... Ich frage mich oft ob Leute das mal zu Ende gedacht haben. Desweiteren davon abgesehen das Männer und männlich gelesene Personen (wie das hier von Vorposter*innen gruppiert wurde) auch vom Patriachat geschädigt sind/werden, wüsste ich gerne wie die Zukunftsperspektive aussehen soll, wenn Männer aus dem Kampf gegen das Patriachat ausgeschlossen werden sollen.
Also hypothetisch… Eines Tages wird das Patriachat zerschlagen (YAY!) und… Feminist*innen reißen die Macht an sich?? Wie wird denn dann sichergestellt, dass das Patriachat kein Come Back macht? Zwingen wir dann alle Männer dazu zu lernen was Feminismus ist und warum das etwas Gutes ist (auch für sie!), nachdem wir sie bis dahin aus feministischen Kreisen verbannt haben? Oder sperren wir die einfach ein und machen sie zum neuen unterdrückten Geschlecht, weil es unrealistisch ist das die verstehen könnten warum das neue System auch für sie besser ist? Was genau ist der Plan?

Ich persönlich glaube das es schön und gut ist wenn mehr Menschen sich selbst als Feminist*innen sehen und auch als solches bezeichnen, selbst wenn ihr Verständnis dessen von meinem abweicht. Es gibt immer noch eine Menge Menschen die Feminismus für ein Schimpfwort halten und davon würde ich mich gerne weiter entfernen.
Ich glaube daran das es möglich ist, sich innerhalb feministischer Kreise weiter zu entwickeln, sich zu verbessern, mehr dazuzulernen und das haben wir alle nötig. Jede Person fängt auch irgendwo erst mal an und das ist normal.
Ich glaube eine einladende Haltung gegenüber Neulingen ist die beste Option. Ich wünsche mir mehr Bereitwilligkeit dazu Menschen von einem initialen oberflächlichen Interesse oder einer initialen Sympathie für Feminismus abzuholen und einzuladen sich tiefgründiger mit dem Thema auseinander zu setzen, anstatt darüber zu diskutieren ab welchem Wissensstand es sich lohnt die Energie aufzuwenden Anfänger*innen mit einzubeziehen. Ich verstehe auch das es anstrengend ist Anfänger*innen die Flausen auszureden und wie viel Kraft und Energie es kostet. Aber was ist die Alternative?

Die Privilegien die wir inne haben oder hatten, die bestimmen welche Perspektive wir auf die Welt, unsere Gesellschaft und unsere Mitmenschen haben. Das ist richtig und es ist oft sehr schwer sich in andere Personen hineinzuversetzen, deren Lebensrealität wir nicht teilen. Ich finde es dennoch nicht hilfreich ein Ranking aufzustellen wer mehr oder weniger betroffen ist und dann zb daraus zu schließen wer sich Feminist*in nennen darf und wer „Ally“ sein darf bestenfalls. Menschen sind viel zu komplex und individuell für sowas und wir verändern uns ein Leben lang. Es ist einfach nicht machbar ein System für derlei zu finden, das für alle Menschen die da in Schubladen gesteckt werden gerecht ist. Warum nicht stattdessen sich austauschen darüber wie unterschiedlich wir alle betroffen sein können und daraus lernen?

Was ich persönlich am anstrengendsten finde ist, wenn ich Leuten begegne, die sich „großzügiger Weise“ bereiterklären „dazuzulernen“ in dem sie sich passiv zurücklehnen und dir erlauben ihnen alles schön vorzukauen und häppchenweise zu füttert. So einer Einstellung begegne ich allerdings in Menschen jeden Geschlechts.
*****_91 Mann
483 Beiträge
Zitat von **********ttles:
Das Paradoxon fühle ich auf jeden Fall auch.

Deswegen sehe ich mich so:

Ich habe eine queerfeministische, intersektionale Einstellung und versuche, ein guter Allie zu sein.

Allie verwende ich aber auch nicht als Selbstbezeichnung, weil Allie-sein ein Prozess ist und nicht abgeschlossen, und weil nicht ich als Typ darüber entscheide, ob ich ein Allie bin. Das ist meiner Auffassung mach eher eine Fremdbezeichnung, die von FLINTA* kommen muss.

Da hier u.a. im Eingangspost von Männern und männlich gelesenen Personen gesprochen wird möchte ich gerne noch mal erinnern, dass das Akronym FLINTA* auch Männer und männlich gelesene Personen einschließt.
*****_91 Mann
483 Beiträge
Zitat von **********queen:
...
Cis hetero Männer können keine Feministen sein: Ihnen fehlt die eigene Erfahrung struktureller Unterdrückung und sie stehen nicht außerhalb des Systems, von dem sie selbst profitieren, auch dann nicht, wenn sie es kritisch reflektieren...
Intersektionalbetrachtet können cis hetero Männer zb auch: intergeschlechtlich sein, oder armutsbetroffen, behindert, eine Person of Color sein und weiteres. Oder all das zusammen.
Was ich sagen möchte ist: Es ist nicht möglich über eine Gruppe eine so generalisierte Aussage zu treffen, ohne dabei einer ganzen Reihe an Menschen Unrecht zu tun. Und es ist auch unmöglich von außen zu sagen wie Menschen wirklich aufgestellt sind bezüglich Privilegien bzw ob sie Erfahrungen haben mit systematischer Marginalisation. Darüber können nur die Menschen selbst Auskunft geben.
**********ttles Mann
457 Beiträge
Zitat von *****_91:
Zitat von **********ttles:
Das Paradoxon fühle ich auf jeden Fall auch.

Deswegen sehe ich mich so:

Ich habe eine queerfeministische, intersektionale Einstellung und versuche, ein guter Allie zu sein.

Allie verwende ich aber auch nicht als Selbstbezeichnung, weil Allie-sein ein Prozess ist und nicht abgeschlossen, und weil nicht ich als Typ darüber entscheide, ob ich ein Allie bin. Das ist meiner Auffassung mach eher eine Fremdbezeichnung, die von FLINTA* kommen muss.

Da hier u.a. im Eingangspost von Männern und männlich gelesenen Personen gesprochen wird möchte ich gerne noch mal erinnern, dass das Akronym FLINTA* auch Männer und männlich gelesene Personen einschließt.


Du hast recht, Danke für den Hinweis!
Ich meine endo cis Männer im Gegensatz zu FLINTA*
**********ttles Mann
457 Beiträge
@*****_91

„Das ist auch eigentlich schon der Grund warum der Titel „Feminist*in“ meiner Meinung nach nicht an eine bestimmte Leistung oder einen bestimmten Wissensstand geknüpft sein kann.“

„Ich begegne dem Gedanken Männer und sehr spezifisch cis Männer aus feministischen Aktivitäten ausschließen zu wollen nicht zum ersten Mal hier bei Joy“

„wenn Männer aus dem Kampf gegen das Patriachat ausgeschlossen werden
sollen.“

Gebe ich dir auch absolut recht, aber hat das hier jemand gefordert?

Meiner Meinung nach ist es legitim zu sagen, dass cis endo Männer im eigenen Miteinander und bei feministischen Aktionen ausgeschlossen sind, wofür es viele valide Gründe geben kann (traumatische Erfahrungen, männlich-negatives Sozialverhalten etc.). Und gleichzeitig zu sagen, dass man sich über Unterstützung von diesen Männern freut, aber dann eher im Hintergrund (mehr Sorge-Arbeit zB) oder separat, z.B. eigenständig organisierte Männergruppen, die aktivistisch tätig sind.
****aso Paar
385 Beiträge
Zitat von **********ttles:
[Ich meine] endo cis Männer [im Gegensatz zu FLINTA*]
Vom schon Erwähnten, wäre Farbe nicht erwähnt. Wie ist es denn mit mänlich blind, körperlich eingeschränkt, autoimmunerkrankt, sehr klein, sehr groß, schüchtern, zurückhaltend, lieb und nett, ... ?

Benachteiligung hat viele Dimensionen. Anders betrachtet, breitet sich Rücksichtsarmut auch vielfältig aus, hällt sich vielfälltig hartneckig an Überkommenem auf. Zu glauben es könne bestimmte Menschen nicht treffen ist eine Illusion, denn es betrifft uns alle. Sehr, sehr unterschiedlich sebstverständlich aber es ist und bleibt nicht gut, egal wie es gedreht und gewendet und wie und von wo aus es betrachtet wird kann es nicht akzeptabel sein.

Geschützte Räume und Bereiche zu schaffen ist eine ganz andere Frage, lockere und feste, klare und unklare Organisationsformen zu trennen etwas anderes, ...

Aber auch stellt sich zum Beispiel die Frage, ob reine cis endo hetero blau Männergruppen so eine gute Idee sind.
**********ttles Mann
457 Beiträge
@****aso

„blind, körperlich eingeschränkt, autoimmunerkrankt, sehr klein, sehr groß, schüchtern, zurückhaltend, lieb und nett“

Das alles trifft auch auf Frauen zu, nur dass diese zusätzlich noch strukturell benachteiligt sind.
Was ich bei dir/euch (?) rauslese, liest sich für mich relativierend im Sinne einer Gleichmacherei. Das kann man so machen, ist für mich dann aber nicht intersektional feministisch, sondern Humanismus.

Die Lebenswirklichkeit einer sehr großen cis endo männlichen Person ist meiner Meinung nach schon anders als die einer blinden Frau.
****aso Paar
385 Beiträge
Zitat von ****aso:
es betrifft uns alle. Sehr, sehr unterschiedlich sebstverständlich

Selbstredend klingt dass nicht nur nach Gleichmacherei. Es relativiert und egalisiert alles und natürlich ist es von daher gut, dass wir so zurecht den Stempel bloßer Humanismus auf unsere Schublade bekommen haben.

Zwei weniger urteilte der Mann.

Aber vielleicht wäre es bei großen Unterschieden in gravierenden Ungerechtigkeiten und Missständen ganz gut zu sehen, dass es kaum einen sinnvollen Grund gibt, es so zu belassen.

Vielleicht wäre Mitgefühl ja doch nicht ganz abwegig.

Aber gut, lassen wir hier mal ungestört weiter Männer Definitionen bestimmen und sich in den Vordergrund spielen.
**********unter Mann
196 Beiträge
Themenersteller Gruppen-Mod 
Ihr Lieben - kleine moderierende Intervention. Das Thema ist emotionasgeladen und kontrovers. Bitte schaut dass ihre eure Beiträge in einer „forumstypischen“ Länge belasst und angemessen Raum einnehmt. ☺️ (Ich versuche mich selbst zu zügeln).
Bitte werdet nicht persönlich - alle hier vorgetragenen Standpunkte haben ihre Berechtigung und sind es wert gehört und wertgeschätzt zu werden, auch wenn ihr es komplett anders seht.
Ich interveniere an der Stelle, bevor es hochkocht. 😘

BTW - ich würde mich sehr freuen, wenn auch ein weiblich gelesener Mensch auch Lust hätte in der Gruppe zu moderieren. ☺️

Zwei kleine Einwürfe um den Dialog weiter zu führen.

1) die Diskussion hat gerade den Fokus auf der Frage ob und wann aktives Engagement von männlich gelesene Menschen gut gemeint, aber ggf kontraproduktiv ist. Welche Form von Engagement zuträglich sein könnte…?

2) Transsektional gedacht, können männlich gelesene Menschen auch zu marginalisierten Gruppen gehören und Diskrimknierungserfahrungen haben. Weiblich gelesene Menschen mit den gleichen Attributen erfahren aber relational mehr Benachteiligung. In wie fern sind aber Disskriminierungserfahrungen ein Faktor, der zuträglich dafür sein kann sich für intersektionalen Feminismus zu engagieren? Welche Rolle spielt Mitgefühl?
Wann ist es ggf auch abträglich?
******iny Frau
14 Beiträge
Zitat von **********unter:

1) die Diskussion hat gerade den Fokus auf der Frage ob und wann aktives Engagement von männlich gelesene Menschen gut gemeint, aber ggf kontraproduktiv ist. Welche Form von Engagement zuträglich sein könnte…?

Weiter oben wurde schon von jemandem der Punkt genannt, dass es hilfreich sein könnte, wenn männlich gelesene Personen bei z.B. Veranstaltungen eher im Hintergrund unterstützen, um überhaupt zu ermöglichen, dass weiblich gelesene Personen sich aktiv engagieren können.
Ich würde da noch hinzufügen, dass es hilfreich sein kann, wenn männlich gelesene Personen die Privilegien ihrer Reichweite (sofern vorhanden) reflektieren und sie mit weiblich gelesenen Personen teilen.
Also im Grunde genommen wieder die Grundlage, zuhören und beim gehört werden unterstützen.
Und auch einen ganz wichtigen Punkt finde ich, dass im Alltag sexistisches Verhalten von männlich gelesenen Personen durch andere männlich gelesene Personen outgecalled wird und klar Stellung bezogen wird. Das geschieht immer noch so selten. Egal ob im Berufskontext oder im Freundeskreis oder sonst wo.

Kontraproduktiv finde ich aktives Engagement von männlich gelesenen Personen, wenn es dann wieder Formen annimmt, die Kompetenz und Reichweite von aktiv engagierten, weiblich gelesenen Personen bewusst oder auch unbewusst zu schmälern versucht, also zum Beispiel das Wiedergeben von deren Positionen, ohne, dass Credits gegeben werden.

Das sind jetzt alles keine bahnbrechenden Ideen von mir, aber meine Alltagserfahrung ist, dass es an diesen eigentlich selbstverständlichen Grundlagen häufig bereits scheitert.
**********unter Mann
196 Beiträge
Themenersteller Gruppen-Mod 
Ich hab mich persönlich erst mal zurückgehalten um das Thema zu moderieren. Nun meine eigenen Gedanken zum Thema (nicht als Moderator):
Ich kann hinter den Zielen des intersektionalen Feminsmus stehen, auch wenn er mir vordergründig keine Vorteile bringt. Ideel finde ich die Ziele richtig, aber ich schätze vor allem auch starke, reflektierte, weiblich gelesene Menschen. Augenhöhe ist sowohl freundschaftlich, professionell aber auch sexuell eine feine Sache (auch wenn man sie im Spielkontext bewusst verschiebt).
Ich meide es mich selbst Feminist zu nennen, werde so aber gelegentlich von Außen bezeichnet. Ausnahme: Ich nutze z.B. mit meinem "real men are feminsts" Shirt die Bezeichnung um andere Männer in konservativem Umfeld zu provozieren und einen Dialog anzuzetteln. Ich sehe aber auch die Gefahr zu viel Raum einzunehmen oder daraus eine "hookup" Strategie zu machen. Dazu der Song von Sookee:

Ich bin sicher in vielen Dingen kein lupenreiner Feminist, dazu bin ich zu privilegiert, habe eine schwierige Ehe hinter mir und bekomme immer wieder blinde Flecke an mir selbst gespiegelt, bei denen ich nur den Kopf über mich selbst schütteln kann. 🤷🏻‍♂️ Es ist für mich ein Prozess - mitunter ein schmerzhafter, und kein Zustand.
Ich schreibe zum Theme Feminismus nicht um ihn zu definieren sondern zu reflektieren was die Auseinadersetzung mit mir selbst macht und wie ich mich dadurch verändere. Als Ausfangspunkt für einen Dialog und als Inspiration für andere Menschen. Der Applaus hält sich mit der Kritik die Waage 😂 - dafür würde es sich nicht rentieren.
Ich halte es für den Wandel des Patriachts in eine feministische Gesellschaft für notwendig, dass Männer sich mit sich selbst und anderen männlich gelesenen Männern auseinandersetzen. Vornehmlich sind Männer das Problem - korrekt. Bedeutet doch aber in Folge, dass sich vor allem Männer verändern müssen? Menschen mit massiver Wut zu begegnen (so berechtigt sie ist) bringt sie normal in Opposition und verhindert Wandel.
Ggf braucht es für diesen Prozess aber ein eigenes Konzept - sowas wie: intersextional maleness.(?)
Sozusagen der feminismuskompatible, männlich gelesene Mensch. Der wäre dann sozusagen eingepreist, automatisch ein Ally ohne einen Raum der zu recht weiblich besetzt sein sollte, einzunehmen. Ein Gegenüber das zuhört, versteht und verändert. Es braucht doch nicht nur das Bewusstsein was an uns Männern fraglos Scheiße ist - sondern auch ein positives Zielbild wie wir auch sein können wenn wir uns verändern. 🤷🏻‍♂️
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