Das letzte Wort
Ich schenke dir das letzte Wort.Nicht, weil mir nichts einfällt.
Nicht, weil ich keine eigene Meinung hätte.
Und auch nicht, weil ich immer klein beigeben will.
Sondern weil es für mich etwas unglaublich Intimes ist, einer Frau genau das zu überlassen.
Das letzte Wort ist mehr als nur das Ende eines Gesprächs.
Es ist Richtung.
Es ist Gewicht.
Es ist die stille Entscheidung, wessen Stimme am Ende trägt.
Wenn ich dir das letzte Wort schenke, dann heißt das für mich:
Ich lasse los.
Meinen Trotz.
Mein Rechthaben.
Meinen inneren Drang, Dinge selbst zu halten.
Und ja, manchmal steckt mein ganzes Herz in etwas.
In einer Idee, einem Plan, einem Vorschlag.
Vielleicht habe ich mir Mühe gegeben, vielleicht war ich überzeugt davon, vielleicht wollte ich dir etwas Gutes damit tun.
Und dann sagst du:
„Nein.“
Oder:
„Anders.“
Natürlich spüre ich das.
Weil ich nicht aus Stein bin.
Weil ich fühle.
Weil mir etwas an dir liegt.
Aber genau darin liegt für mich auch etwas unglaublich Schönes:
Dass ich selbst diesen Moment nicht verteidigen muss.
Dass ich ihn dir geben darf.
Dass ich meine Mühe, mein Wollen, mein kleines Hoffen nicht gegen dich halten muss — sondern in deine Hände legen kann.
Ich schenke dir das letzte Wort, weil es mich beruhigt, wenn nicht alles an mir hängt.
Weil ich mich in deiner Führung nicht kleiner fühle, sondern richtiger.
Weil dein letztes Wort für mich nicht Niederlage bedeutet, sondern Halt.
Es heißt für mich:
Du trägst es jetzt.
Du entscheidest.
Du ordnest.
Und ich darf folgen.
Vielleicht ist genau das meine Sprache von Hingabe:
Nicht nur Ja zu sagen, wenn es leicht ist.
Sondern dir auch dort das letzte Wort zu schenken, wo mein Herz kurz daran hängt.
Denn wenn ich dir das letzte Wort gebe, dann gebe ich dir nicht nur ein Gespräch.
Ich gebe dir Vertrauen.
Ruhe.
Und einen Teil von mir, der nicht mehr kämpfen will, sondern ankommen.


