Gut, nachdem sich hier einige Laien mal wieder mit ihren „professionellen“ Infos zu Wort gemeldet haben, muss ich kurz folgendes vor medizinisch-anatomischem Hintergrund klarstellen:
1. Bei den gegenständlichen Tropfen handelt es sich DEFINITIV NICHT um Kolostrum!
Kolostrum, auch Erstmilch oder Vormilch begannt, wird NUR (!) zum Ende des dritten Trimesters ab dem Zeitpunkt der Niederkunft gebildet und unterscheidet sich in der biochemischen Zusammensetzung sogar deutlich von der eigentlichen später folenden Muttermilch.
Ich habe seinerzeit in Wöchnerinnenstationen oft Kolostrum und Milch im Kliniklabor untersucht und weiß, wovon ich spreche.
2. Kolostrum wird bei der [re]induzierten Laktation, also bei der künstlich herbeigeführten Milchbildung, NIE (!) gebildet! Ohne hier näher darauf eingehen zu können, will ich nur sagen, dass das hormonell völlig ausgeschlossen ist.
3. Bei den Tropfen handelt es sich um sogenanntes „Prälaktat“ (obgleich auch dieser eingebürgerte Begriff nicht korrekt ist). Wie dem auch sein - mit diesem Sekret, das eine wässrige, milchige oder auch schwach grünliche Färbung haben und ggf. auch leicht klebrig sein kann, werden ab dem Zeitpunkt der Menarche, d.h. zum Beginn der Regelblutung und der Fruchtbarkeit oder auch mit Beginn des Wachstums der Brüste, die Milchkanäle (Ductus lactiferi) von den Milchdrüsen (Alveolen) zu den Brustwarzen hin „gängig“ gehalten. Mit anderen Worten: Es ist ein „Schmiermittel“ und sorgt dafür, dass die Milchkanäle geschmeidig bleiben und innerlich nicht vertrocknen.
Dass das Sekret bei Vakuumeinwirkung an den Brustwarzen austreten kann, ist völlig normal und auch keinesfalls schädlich, also unbedenklich.
Es zeigt aber lediglich, dass die Ducten funktionsbereit sind, hat allerdings mit Milch überhaupt nichts zu tun und sagt auch über einen bevorstehenden Zeitraum einer evtl. Milchbildung gar nichts aus.
Aus dem Austreten des Sekrets kann auch leider nicht auf die Bereitschaft der Milchdrüsen zur Milchproduktion geschlossen werden!