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Bondage mit psychomotorischer Epilepsie

**********t0976 Mann
250 Beiträge
Themenersteller 
Bondage mit psychomotorischer Epilepsie
Schönen guten Abend zusammen,

ich habe per suche leider nichts dazu gefunden, daher die direkte Frage in die Runde.

Vor einiger Zeit habe ich mich mit einer guten Freundin über Shibari unterhalten und sie fand das so spannend, dass sie demnächst einen Stammtisch besuchen und ggf. dieses auch für sich als Bunny probieren möchte.
Nun blieb jedoch eine Frage offen, ob das mit ihrer Erkrankung so einfach funktioniert.

Sie hat psychomotorische Epilepsie...
Bei einem Anfall ist sie jedoch einfach nur weggetreten, sie krampft nicht und die Bewegungen, die sie währenddessen einleiten würde, haben keine große Kraft und können einfach unterbrochen werden (Kopf drehen/neigen, manchmal mit dem Armen rudern). Wird die Bewegung unterbrochen baut sich keine Kraft auf, um den Ablauf weiterzuführen.

Seit einiger Zeit ist sie mit Medikamenten so gut eingestellt, dass seit Monaten kein Anfall mehr aufgetreten ist. Ob diese blutverdünnend wirken gilt es noch abzuklären.

Hat jemand hierzu schon Erfahrungen sammeln können oder hat ein Bunny, welches Epilepsie hat?
Wie problematisch kann dies werden?
Oder unbedenklich?

Es geht hier nicht um eine medizinische Einschätzung, das ist nicht möglich, was mir klar ist.
Vielmehr interessieren Erfahrungen, die den Horizont erweitern können.

In diesem Sinne
PA
*********ampyr Frau
931 Beiträge
Frag mal bei Fushicho nach
ich hoffe, ich darf den Link posten,...

Links nur für Mitglieder

du findest die beiden auch hier im Joy,...
sie hat eine medizinische Ausbildung und die beiden kennen sich mit sehr vielen Extras und dergleichen aus...

Sie bieten auch bei Workshops sehr individuelle Lösungen an... stehen aber auch mit Rat und Tat zur Seite...

Die sind echt sehr versiert und haben wie gesagt die medizinischen Fachkenntnisse...
**********ibari
194 Beiträge
Grundsätzlich kann auch ein Mensch der Epilepsie hat gefesselt werden.

Da man - wie du selber schreibst - keine medizinische Einschätzung vornehmen kann und auch nicht sicher sagen kann, wie hoch nun das Risiko ist in einer Fesselung einen Krampfanfall zu bekommen, bzw. wie dann genau dieser Anfall abläuft (von den Symptomen und der Krampfintensität), kann man nicht generell sagen ob das geht oder nicht geht. Ich versuche stattdessen dir ein paar Praxistaugliche Tipps zu geben.

Wichtig ist:

• Dem Fesselpartner, sowie jedem Lehrer, und jedem Trainings/Veranstaltungsleiter Bescheid sagen und denjenigen über die Erkrankung und eventuell einzuleitende Erste-Hilfe/Notfall-Maßnahmen aufklären. Idealerweise sollte ein Worst-Case Fall einmal simuliert werden (z.B. im Beisein eines Übungsleiters oder Lehrers) um sich mit dem grundsätzlichen Szenario "Gefesselt und Krampfanfall" so praxisnah wie möglich auseinanderzusetzen.

• Langsame erste Erfahrungen machen, viel Floorwork, zunächst körperlich wenig restriktive Fesselungen, langsame Steigerungen in Bezug auf Fesseldauer, Restriktivität und Suspension. Sie soll Zeit haben ihren Körper im Seil kennenzulernen und zu erfahren, ob sie irgendetwas triggert.

• Auch bei langer Anfallsfreiheit, kann ein Kramofanfall jederzeit neu auftreten, da also ein Restrisiko immer gegeben ist, würde ich auf alle Fesselungen im Kopfbereich (Seile durch den Mund, um das Gesicht, an den Haaren, um den Hals) grundsätzlich verzichten. Better safe than sorry.

• Der Fesselpartner muss in der Lage sein, sie im Fall eines Krampfanfalls schnell, sicher, und ohne selber in Panik zu verfallen auf den Boden legen zu können und alle Verletzungsrisiken (Kopf anschlagen, usw.) auszuschließen. Die Fesselung zu entfernen ist - gesetzt dem Fall dass sie nichts abschnürt und kein Verletzungsrisiko darstellt - sekundäre Priorität.

• Wie sind ihre Krampfanfälle in der Vergangenheit abgelaufen? Hat sie eine Aura gehabt, kündigte sich der Anfall wahrnehmbar an? Wir viel Zeit von den ersten Anzeichen bis zum Krampfanfall verblieb? Epilepsie verläuft bei allen Betroffenen individuell so unterschiedlich, da hat sie ganz allein und selbst die beste Einschätzung, wie sehr so ein Anfall vorhersehbar sein würde.

• Nebenwirkungen der Medikamente (auch Wechselwirkungen) sind in jedem Fall noch abzuklären, das sagst du ja selbst.

Alles Liebe und viel Spaß bei den ersten Fesselerfahrungen!
**********ibari
194 Beiträge
@Lady_of_Vampyr
hihi, da hatte ich schon meinen Kommentar verfasst *zwinker*

Vielen Dank, ich hoffe mein Beitrag hilft, ansonsten könnt ihr euch auch gerne persönlich mit uns in Verbindung setzen.
**********t0976 Mann
250 Beiträge
Themenersteller 
Danke schon mal für die ersten Beiträge.

Die Anfälle sind ohne Krampfungen, sie ist eher weggetreten und selbst ein zittern in der Hand hört auf, sobald man die Hand auflegt, ganz ohne Druck. Wenn sie die Hand greift, ist das ein Zeichen, dass sie wieder zurück kommt.

Ich bin nicht der Rigger, der sie fesseln wird, jedoch wird sich wohl auf unserem Stammtisch zu Besuch kommen und dafür gilt es genügend Punkte zusammen zu tragen, um mit der Situation entsprechend umgehen zu können.
Es kann ja immer sein, dass jemand zu Besuch auf einem Stammi kommt, der ähnlich betroffen ist.
**********ibari
194 Beiträge
Dann klingt es für mich sehr gut umsetzbar, sie ohne allzu große Gefahr zu fesseln.
Die Gefahr geht ja meistens davon aus, wenn Menschen mit Epilepsie eine hohe Krampfintensität haben, sodass sie sich im gefesselten Zustand durch die Fesselung zusätzlich verletzen würden, oder ein entfesseln (vor allem im Fall einer Suspension) nur erschwert möglich wäre.

Ohne starke Krampfintensität und "nur" mit Bewusstseinseintrübung ist die Situation gut führbar.
Wichtig bleibt: Kann sie das kommunizieren, wenn sich das ankündigt? Denn wenn nicht, muss ihr Fesselpartner in der Lage sein den Zustand "meditativ die Fesselung genießend" von dem Zustand "Bewusstseinseingetrübt" unterscheiden zu können.

Und ja, es kann immer sein dass jemand mit Epilepsie zum Fesselstammtisch kommt, die von mir genannten Punkten sind recht universell auf Epilepsie anwendbar. Wichtig ist natürlich auch, dass die Stammtischleitung ihre Gäste auffordert Vorerkrankungen im Vorfeld und natürlich Diskretion wahrend anzusprechen.
**********hen70 Frau
8.815 Beiträge
Ja, hab schon mit jemandem mit Epilepsie gefesselt. Fushicho Shibari hat schon die wichtigsten Punkte dazu geschrieben.

Es ist etwas, was ihr zwischen euch abstimmen müsst. Generell haben vermutlich die meisten von uns so ihre gesundheitlichen Zipperlein und trotzdem ist ein Fesseln möglich. Bestimmte Sicherheitsvorkehrungen sind da nochmal wichtiger (z.B. auch Notfallmedikamente und Rigger/Dritte über Verabreichung, Symptome und Vorgehensweisen zu informieren). Wenn ihr euch zum fesseln entscheiden solltet, dann lasst es langsam angehen. Unter Einhaltung bestimmter Kriterien spricht nichts gegen das Fesseln. Have fun!
******awa Mann
53 Beiträge
Das wichtigste ist das sie es dir gesagt hat. Somit kannst du nun die nötigen Schritte tun falls es eintrifft, welche hier schon breit gelegt wurden.
Runter, atem beobachten und warten.

In meinen Fall hat die Person es erst im Nachhinein gesagt, das ist weniger lustig.
Dort hatte ich aber auch noch nicht die Erfahrung nach solche Problematiken nachzufragen.
*******ead Mann
118 Beiträge
Es handelt sich hier nicht um Epilepsie, sondern um ein sog.
psychomotorisches Anfallsleiden. Die beschriebene Symptomatik schließt eine Epilepsie zweifelsfrei aus und beschreibt sehr gut das psychomotorische Anfallsleiden.

Es handelt sich um zwei verschiedene Krankheitsbilder mit unterschiedlichen Ursachen, Symptomen und dementsprechend auch Therapien (incl. der medikamentösen Therapie).

Siehe auch hier : Links nur für Mitglieder
*wink*
**********ibari
194 Beiträge
@ShadowHead
Nein!

In deiner Quelle (Ärzteblatt) ist von psychogenen Nichtepileptischen Anfällen (PNEA) die Rede.

Psychomotorische Epilepsie ist und bleibt Epilepsie und wird heutzutage eher komplex-Fokale Epilepsie genannt.
Links nur für Mitglieder

Abgesehen von den sprachlichen Feinheiten die hier in Bezug auf medizinische Begriffe berücksichtigt werden sollten, ist es anmaßend dem TE durch deinen Beitrag zu unterstellen die Krankheit der Feundin offenbar gar nicht richtig eingeordnet oder begriffen zu haben.
**********t2017 Paar
194 Beiträge
Die Art Epilepsie
die du beschreibst ist eine die man splittet wenn man diese beschreibt. Teilweise kommt es rüber wie geistesabwesend, einfach lethargisch. Diese Form ist nie krampfend.

Aus meiner nun über sechzigjährigen Erfahrung mit Epilepsie kann ich dazu folgendes sagen.
Als erstes würde ich falls Unsicherheit besteht mit dem Neurologen sprechen. Der hat ja Schweigepflicht.
Grundvoraussetzung wäre meinerseits eine stabile Einstellung auf gut wirkende Medikamente. Kommen bei jemandem Anfälle gleichgültg in welcher Form von Epilepsie regelmäßig vor, dann würde ich das mit dem Bondage komplett lassen. Und dann erübrigt sich auch das Gespräch mit dem Neurologen.

Falls gewisse Grundvoraussetzungen gegeben sind, sollte immer jemand dabei sein der helfen kann. Heißt automatisch dass der Rigger über alles bescheid wissen muss, und auch gewillt ist zu helfen. Ich schreibe das bewusst so, weil viele Menschen aus reiner Unkenntnis Angst vor Epilepsie haben. Zumal es unzählige Formen davon gibt, wobei manche so schlimm sind dass diese bereits im Kindesalter zu extremen Hirnschädigungen führen.
Bei kleinen Kindern die die von dir beschriebene Art der Epilepsie haben wird es teilweise auf Unkonzentriertheit zurückgeführt und nicht sofort erkannt.

Meine Epilepsie ist rein pathologisch und ich komme mit einem einzigen Medikament aus das auch sehr gut ist. Das war hier auch nicht immer so.
Um meine Epilepsie zu verarbeiten habe ich mittlerweile ein Buch darüber geschrieben das demnächst veröffentlicht wird.
Aber wie gesagt. Als erstes abklopfen was ein Neurologe sagt wenn man selbst stabil eingestellt ist.
**********t0976 Mann
250 Beiträge
Themenersteller 
Vielen Dank für all die Antworten, um den ein oder anderen Punkt ist der Horizont durchaus erweitert worden.

Den Einwand von ShadowHead finde ich durchaus wichtig, es gibt Krankheitsbilder, die durchaus Ähnlichkeiten haben und von Ungeschulten durchaus verwechselt werden können.
Eine anständige Diagnose ist durchaus unumgänglich hierbei.

Doch ist diese gestellt, gibt es ein paar Punkte, die neben den normalen Vorkehrungen, berücksichtigt werden sollten. Gerade bei krampfenden Epilepsien. Was in dem Fall hier zwar nicht gegeben ist, doch es kann durchaus auch für andere Betroffene interessant sein, wenn sie diese Welt betreten wollen und Sorge wegen ihrer Erkrankung haben.

Vielleicht findet sich noch ein wenig mehr an Informationen, evtl. sogar aus erster oder zweiter Hand, die ja sehr nah am Erlebten sind.

PA
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