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Die verschiedenen Richtungen des Bondage Shibari Kinbaku

******ari Mann
563 Beiträge
zamil:
Q_Shibari:

Meister entwickeln, profis fesseln nach, idioten kapieren es nie ;)

Wunderbar plakativ, prägnant und nicht korrekt. Ich gehe weder bei der Benennung der Gruppen noch bei den Unterscheidungsmerkmalen mit. Halte ich für zu simpel und unangemessen allen Beteiligten gegenüber.

Danke für das einbremsen Zamil, sieh es der Müdigkeit geschuldet an.

@all, überlest es am besten es ist wirklich eine zu reduzierte darstellung.

Was die Eingangsfrage angeht.

Jeder Rigger hat seinen eigenen Stil aber nicht jeder Rigger eine eigene Ryu. Das macht kategorisieren sehr schwierig.

Unterrichtet wurde schon immer, aber das war ein direktes Meister zu Schüler konzept.

Der erste der da "mal ordnung" reingebracht hat und sich ein unterrichtbares system ausgedacht hat das aus einzelabschnitten die überprüfbar sind besteht war Steve mit seiner Osada Ryu. Das er dann auch gleich dran gedacht hat Instruktoren zu integrieren ist wahrscheinlich der deutschen gründlichkeit zuzuschreiben.

Gefolgt meines Wissens von yakimura und Akira Naka der nun auch ein system unterrichtet, vierter im Bunde Yukinaga Max.

Die verschiedenen Stile aufzulisten sehe ich eher als sinnlos an, das kann man recht gut googlen.

Zumal man aus jeder Ryu oder allem was man bei einem Meister erlernt hat auch jeden Stil fesseln kann, alles was gut tut kann auch weh tun *zwinker*

An sich ist der Oberbegriff Shibari der einzige richtige, alles was sich darunter aufgliedert entstand aus den versuchen einer unterscheidung oder um den Stil einer Person zuzuordnen.

Das es dann dazu kommt das vieles falsch verstanden wird und z. B. Die osada ryu als fesseln nach zahlen verschrien ist (was horrender blödsinn ist denn sie bietet unendlichen freiraum wenn der eigene geist es zulässt) ist wieder menschlich.

Geschichtlich gesehen ist es sehr interessant aber man muss es trennen in tradition ala samurai beweg dich und du erwürgst dich..... Und dem neuzeitlichen fesseln das sich ja erst in den 50er Jahren ca gebildet hat.
****cts Paar
959 Beiträge
Gruppen-Mod 
Die Frage des TE...
...war nicht "Findet Ihr meine Frage doof und wenn ja, warum"

Kann es sein, dass die TEs einfach nur von denen, die hier auf dieser Plattform vertreten sind und ihre Workshops und Unterricht anbieten, lesen wollte, was letztendlich die Inhalte sind...was das, was sie lehren, von den anderen unterscheidet.
Nicht um ein besser - schlechter gegenüber zu stellen, sondern um Unterschiede heraus zu arbeiten.

Eine, wie wir meine legitime und konstruktive Frage.

Kann es sein, dass einige, die uns fachlich wirklich etwas zu sagen hätten, sich scheuen ihren Stil, ihre Art zu fesseln zu beschreiben, weil sie befürchten, entgegen der tatsächlichen Frage des TEs, sofort ´zerrissen` zu werden?
Das sollte dem einen oder anderen zu denken geben.

Es wäre schön, noch einen Thread hin zu bekommen, der auf die Frage des TE eingeht, ohne Ironie und Garstigkeiten.

Ihr gebt eure Fähigkeiten und euer Wissen weiter? Wenn *ja*, wie und was sind die Inhalte?

So haben wir den TE verstanden...das könnte eine sehr interessante Sammlung werden.
******ari Mann
563 Beiträge
Okay dann will ich das mal tun.

Q's Curious Q-ryu

Ich arbeite, zumindest noch, ohne ein System mit einzelelementen. Das ist allerdings in Arbeit da ich wieder vermehrt unterrichte nachdem ich ja zwei jahre pausiert habe wegen verlust eines Auges.

In Workshops und auch im Einzelunterricht hole ich meine Schüler da ab wo sie stehen, auch wenn das oft bedeutet das ich sie einbremsen muss denn ohne Grundrechenarten gibts kein Algebra um es bildlich zu sagen.

Mein Stil entstand aus dem Unterricht bei diversen Riggern, erwähnt seien hierbei Nawashi Kanna, Matthias Grimme, Yukinaga Max, Vinciens, Barkas, Umino, Kumochan und einigen mehr.

Überall konnte ich einiges mitnehmen und für mich anpassen, bis ich schlussendlich in der Lage war selber zu entwickeln. Anfangs wollte ich das Rad neu erfinden sah aber bald ein das das nicht nötig ist. Ich begann bewährtes zu übernehmen und zu integrieren, abzuwandeln und manchmal auch neu zu überdenken.

Mein Stil sieht kein Seil beim Fesseln sondern eine Nabelschnur die zwei Menschen verbindet auf einer Ebene die ausserhalb dessen liegt was wir zeit und raum nennen. Das heisst nun nicht das es nur homöopathisches heilfesseln mit kuschelzuschlag gibt sondern das, egal in welche richtung es geht, immer eine verbindung bestehen muss.
Diese Verbindung bei jedem Tempo aufrecht zu erhalten, ob am Boden oder in der Luft, das ist der größte teil meiner Ryu, die Technik des bindens mit seil kann ich jedem beibringen, das *herz* was dahinter steht leider nicht.

Daher in Kurzform

Jeder der Q's curious Q-ryu dreimal schnell hintereinander sagen kann hat die erste Kyu bestanden *zwinker*

Meine Lehre beinhaltet basics, floor work und suspension, von zart bis hart.

Ich gebe allen meinen Schülern auf den Weg das ich ihnen in den Arsch trete wenn sie sich nicht auch anderweitig weiterbilden da ich, genausowenig wie jeder andere, die spitze der Fahnenstange bin und Shibari ein Fluß ist auf dem jeder selber schippern muss. GRUNDLAGEN UND SICHERHEIT sind ein muss, sobald man weiß was man tut sollte man aber selber schwimmen. Mein wissen ist begrenzt und es gibt noch viel mehr zu entdecken.

Ich hoffe ich konnte damit den mich betreffenden Teil der Eingangsfrage beantworten, bei fragen nur zu.

Liebe Grüße

Immo
***il Mann
637 Beiträge
Q_Shibari:

Danke für das einbremsen Zamil, sieh es der Müdigkeit geschuldet an.

Gerne geschehen. Paste so nicht zu Dir.

Q_Shibari:
Der erste der da "mal ordnung" reingebracht hat und sich ein unterrichtbares system ausgedacht hat das aus einzelabschnitten die überprüfbar sind besteht war Steve mit seiner Osada Ryu.

Ich bin mir sicher, das es so aussieht, ist allerdings nicht ganz historisch richtig.
Die Osada ryu existiert seit 2006/2007, das Studio 6 (heute Dojo) in Tokio schon ne ganze Weile länger und das erste nicht Japanische Studio was diese Ryu unterrichtete stand in Berlin ab 2009. Das wurde damals von Enji, Hagen, Steve und mir gegründet. Hielt nicht lang *g*
2004 hatte ich mit Steve in Japan über Hans Meier aus den Niederlanden gesprochen. Hans war damals ein Dorn im Auge von Steve, da Hans sein Fesselsystem als Ryu bezeichnete und es auch so unterrichtete. Zumindest meiner Kenntnis nach ist Hans demnach der erste der Fesseln kodifizierte. Entsprechende Quelle findest du im Archiv der AdultRopeArt Mailingliste. Ich weiss, das Steve danach angefangen hat über ein eigenes System nachzudenken. Dann gibt es noch Jimmy Tatu aus den USA mit seinem NawaDo. Auch hier hat man es mit einer Ryu zu tun. Leider weiß ich nicht ob die Osada oder die NawaDo zuerst da waren, zumindest habe ich sie zeitgleich wahrgenommen.

Q_Shibari:
Das er dann auch gleich dran gedacht hat Instruktoren zu integrieren ist wahrscheinlich der deutschen gründlichkeit zuzuschreiben.

Da war er zumindest meiner Kenntnis nach wirklich der erste. Auch hier waren die Berliner Hagen, Enji und ich mit dabei.

Q_Shibari:
Geschichtlich gesehen ist es sehr interessant aber man muss es trennen in tradition ala samurai beweg dich und du erwürgst dich..... Und dem neuzeitlichen fesseln das sich ja erst in den 50er Jahren ca gebildet hat.

Naja... es lässt sich schon eine historische Kette aus den Hojo-Jutsu des 17 Jahrh. zu den Tokugawa Foltertechniken, abgebildet auf Holzdrucken, hin zu Ito Seiu, der um das Jahr 1900 diese wieder mit seiner Frau nachbildete, herleiten. Von dort aus ist die Lücke bis in die 50er da in der nur Holzschnitte weitergereicht wurde und Schriftrollen ausgetauscht. Danach tauchen dann John Willi und andere in den USA und entsprechende Menschen in Japan auf.
Jedoch, gerade die alten Japaner (Osada (nicht Steve, sein Lehrer!), Nureki, Denki etc) haben alle ihre Zeug selber entwickelt - mit Inspiration aus dem Hojo, Ito und dem Shunga - und sind für gleiche Probleme auf andere Lösungen gekommen, resp. hatte andere Ziele.
Ich vermute, das der Erste, der sein System wirklich bis auf die Pike durch analysierte und entsprechende "Techniken" entwickelte, Akechi Denki war. Sein Schüler, Kanna, war unter anderem Steves und mein Lehrer, wobei ich niemanden außer Pedro kenne, der Kanna Stil vollständig gelernt hat.

Soweit so unklar? *g*
******ari Mann
563 Beiträge
Interessante Infos Zamil, was das Historische angeht hast du natürlich recht, wobei ich denke das man vom neuzeitlichen Shibari erst ab den 50 ern sprechen kann wo es sich dann zur rein erotischen kunst etablierte. Das es verwebungen zu den wurzeln gibt ist ganz klar. Aber diese Abgrenzung erleichtert eventuell das diskutieren ein wenig *g*

Das mit den ryu sind interessante hinweise, danke dir. Insgesamt würde es mich ja sehr freuen das mal mit dir privat zu diskutieren, wenn du mal nahe stuttgart bist warten getränke nach wahl und fleisch aus dem smoker *g*
***il Mann
637 Beiträge
Früher d.h. so ungefähr bis vor zehn Jahren, wurde pauschal zwischen Shibari und Western Style unterschieden. Auf der einen Seite standen die Arbeiten von Ito Seiu als Vorbild zur Verfügung, auf der anderen Seite die Arbeiten mit Betti Page und John Willy. Beide Seiten hatten also ihre Vorbilder.

Die Vorbilder auf japanischer Seite hatten allerdings eine viel ältere Quellen, nämlich die Überlieferungen aus der Sengoku und Yedo (Tokugawa) Periode.
Solche Art Vorbilder hatte die eher westlich geprägte Seite nicht. Früheste Abbildung von gefesselten Menschen finden wir hier zum Beispiel bei den Kupferstichen der Erstveröffentlichung des Marquis de Sade. Diese Darstellungen sind allerdings auch wieder angelehnt an bildhafte Überlieferung der Templerprozesse.
Gleich ist beiden Seiten, dass sie Foltertechniken in den späteren Jahrhunderten erotisierten.

Was das Shibari in späteren Jahren immer wieder versuchte, war der sichere Nachbau der alten, überlieferten hojo Techniken. Damit sind wir prinzipiell noch bis heute beschäftigt. Bisher ist mir niemand bekannt der alle Hojo Techniken komplett für sich selbst sicher gemacht, diese in ein System gegossen und dieses dann auch unterrichtet hat. Es gibt dort also noch viel zu tun und zu entdecken.

Was nun die unterschiedlichen Stilrichtungen angeht, so unterscheide ich persönlich in eine oldschool und einer Newschool im Shibari. Nureki, Arisue Go und auch manchmal Yukimura Sind für mich die bekanntesten Vertreter der oldschool. Auch der alte Osada Eikichi gehörte dazu, obwohl er einen ganz eigenen stile entwickelte, der in aller erster Linie für die Bühne und damit minimalistisch auf Geschwindigkeit ausgelegt war.
Newschool ist Akechi Denki und alle Abkönnlinge davon.
In den letzten paar Jahren hat sich, gerade auch durch Kinoko, das ganze vermischt. Es ist also heute nicht mehr so leicht zu erkennen ob jetzt Fessler X oldschool oder Newschool fesselt.
Seit ungefähr 2005, geprägt wurde der Ausdruck allerdings erst 2012 von Kanna , gibt es auch noch sowas das als Western Shibari bezeichnet wird. Das ist mehr oder weniger das Zeug was hier in Deutschland, der Schweiz und Österreich, aber auch in Frankreich und England, und seit ca 2008 auch in den USA gefesselt wird.
Das mal so grob zur Einteilung von unterschiedlichen Stiele, individuelle Ausprägung sind natürlich auch noch da und man kann sicherlich behaupten, dass jeder Fessler sein eigenes Zeug macht, weil es ihm genau jetzt und genau so gefällt.
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