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Trennung emotional schwieriger in poly BDSM Kontext als nor?

*********rena Frau
33 Beiträge
Themenersteller 
Trennung emotional schwieriger in poly BDSM Kontext als nor?
Liebe Poly-BDSM-Community,

ich komme aus einer BDSM-Poly-Verbindung und leide sehr unter der Trennung – mehr, als ich es aus anderen Beziehungen kenne, die weder Polyamorie noch BDSM beinhaltet haben.

Historie in Kurzform

Ich: Single, dominant (FemDom) mit einem kleinen devoten Anteil, ohne Poly-Erfahrung.

Er: Dom mit einer Sub in einer Nebenbeziehung, die seit 2 1/3 Jahren besteht. Er ist in ihrer Familie bekannt und ab und zu auch dort. Es gibt allerdings keinen gemeinsamen Alltag. Die beiden sehen sich etwa einmal pro Woche.

Sie: Nestpartnerin mit Kindern und Co.

Die Vereinbarung zwischen ihm und mir war der Aufbau einer Hauptbeziehung.

Unsere Definition war: Wir sind die Mitte, wir teilen den Alltag. Andere Beziehungen haben Raum und Schutz.

Er und ich haben uns zunächst ohne BDSM-Kontext kennengelernt und auch sexuell nur ein wenig BDSM einfließen lassen. Relativ schnell entwickelte sich daraus das Spiel mit Keuschhaltung, Keuschheitsgürtel, dem „Verdienen“ von Sex und Spanking zu seinem Lieblingsspiel. Für mich war das sehr verbindend, und ich war dadurch sehr schnell emotional sehr nah bei ihm.

Bzw. wir waren uns sehr nah.

Der Satz „Wir sind zu Hause – nicht vergessen“ wurde unser gemeinsamer Satz.

Ein paar Monate nachdem wir zusammengekommen waren, habe ich mit ihm erste Erfahrungen in einer devoten/submissiven Rolle gemacht: D/s, Keuschhaltung, Regeln usw.

Da ich selbst dominant im Außen bin, war dieser Schritt für mich sehr groß. Ich wollte für mich zunächst herausfinden, ob dieser Anteil etwas ist, das ich dauerhaft leben möchte, und ob ich ihn auch nach außen zeigen und tatsächlich in eine Dom-Sub-D/s-Beziehung einbringen möchte und kann.

Meinen dominanten Anteil habe ich weiterhin mit Spielpartnern ausgelebt, allerdings ohne romantische Gefühle.

Er hatte mir gesagt, dass er mit seiner Sub und weiteren Partnerin die Vereinbarung hat, dass er keine weitere Sub hat. Wir waren uns einig, dass sie informiert werden sollte, sobald klar ist, dass wir tatsächlich in diese Konstellation gehen – bzw. dass er mit ihr darüber spricht.

Im Laufe der Beziehung gab es immer wieder Ungereimtheiten, und ich hatte zunehmend das Gefühl, dass er Dinge nicht klar kommuniziert und Themen, die das Polykül betreffen, nicht mit ihr bespricht, obwohl er mir das zugesagt hatte.

Im Mai kamen dann einige Lügen heraus, und ich wusste nicht, ob ich die Beziehung weiterführen kann.

Nachdem die Wahrheit herausgekommen war und er mir noch weitere Dinge gestanden hatte, haben wir die Beziehung trotzdem weitergeführt. Meine Bedingung war, dass wir im Polykül offen miteinander sprechen und es Gespräche zu dritt gibt und dass wir die gesamte Konstellation insgesamt offener und kooperativer gestalten.

Ende Juni kam dann durch einen Kontakt, der von seiner Sub/Nebenbeziehung ausging, heraus, dass es eine Vielzahl weiterer Lügen gegeben hatte.

Insbesondere hat mich eine Sache tief erschüttert:

Es gab ein generelles BDSM-/Session-Verbot.

Außerdem gab es die Vereinbarung, dass er ihr sagen sollte, wenn wir Sex haben. Das empfand ich als sehr demütigend.

Er hatte die Themen, die er mir zugesagt hatte, nie mit ihr kommuniziert.

Sowohl sie als auch ich waren tief verletzt. Für sie war der BDSM-Tabubruch so nicht haltbar, weil sie BDSM für sich exklusiv wollte und nicht teilen konnte.

Sie hat die Beziehung daraufhin für vier Wochen auf Eis gelegt und die beiden haben sich in dieser Zeit nicht getroffen.

Er hat sich dann ausschließlich um die Rettung der Beziehung mit ihr gekümmert. Er hat ihr Kontakte zu Therapeuten geschickt, aber für uns – obwohl das vereinbart war – keine gesucht.

Meine Enttäuschung war so groß, dass ich mich getrennt habe. Sicherlich zunächst auch aus dem Affekt heraus und aufgrund einer sehr großen Verletzung.

Zwei Wochen später habe ich wieder Kontakt zu ihm aufgenommen. Er bot mir an, mit mir zu sprechen, und sagte, er habe sich nicht mehr gemeldet, weil er meine Grenze respektiert habe.

Ich habe dann zugestimmt und ihm geschrieben, dass ich bereit wäre, dass wir gemeinsam im Polykül in eine Beratung gehen.

Danach hat er nicht mehr geantwortet.

Ein paar Tage später bekam ich von ihr eine Nachricht, in der sie mir alles Gute wünschte.

Sie sagte, sie könne so nicht weitermachen.

Das Ende vom Lied ist: Die beiden sind noch zusammen und ich bin raus.

Es fällt mir sehr schwer, die Trennung zu verarbeiten. Es ist ein ständiges Auf und Ab, und ich frage mich, weshalb mich das so sehr zusetzt.

Ich liebe diesen Mann noch immer.

Meine Fragen

1. Kann die Kombination aus BDSM und insbesondere der Tatsache, dass er als sehr erfahrener Dom mich in das D/s-Gefälle und in die Submissivität eingeführt hat, die Bindung massiv verstärkt haben?

2. Verstärkt das Gefühl, benutzt und gedemütigt worden zu sein, die Trennungsemotionen?

3. Sind solche Absprachen in Poly-/BDSM-Konstrukten normal?

Greift eine Beziehung tatsächlich in die Entwicklung und Privatsphäre einer anderen Beziehung ein?

4. Hatte ich überhaupt eine reale Chance auf eine Nestpartnerschaft?

5. Seit der Trennung kann ich die D/s-Beziehung zu meinem Sklaven nicht mehr führen.

Wir sehen uns momentan nur, um zu sprechen oder etwas trinken zu gehen.

Ich habe das Gefühl, nicht in meine dominante Rolle gehen zu können, weil sich dabei irgendwie meine Gefühle für meinen Ex einmischen.

Ich versuche, weiterzugehen, das Ganze hinter mir zu lassen und meinen Frieden damit zu machen. Ich wünsche keinem von ihnen etwas Böses.

Dennoch komme ich emotional nicht wirklich darüber hinweg und fühle mich vom Polykül irgendwie weggeworfen – wie ein Testobjekt.

Diese Gefühle kenne ich so von mir nicht und frage mich deshalb wirklich, ob das mit der Kombination aus BDSM, insbesondere damit, bei ihm eine devote/submissive Rolle eingenommen zu haben, und der Kombination mit Polyamorie zu tun hat.

Das treibt mich sehr um.

PS: Ich habe mir eine Poly- und BDSM-freundliche Therapeutin gesucht, zu der ich jetzt gehe.

Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Einschätzungen.
*********Pain Paar
5.494 Beiträge
Gruppen-Mod 
Zu allererst es tut mir sehr Leid, das du das mitmachen musstest.

1. Kann die Kombination aus BDSM und insbesondere der Tatsache, dass er als sehr erfahrener Dom mich in das D/s-Gefälle und in die Submissivität eingeführt hat, die Bindung massiv verstärkt haben?

Kurz:ja
Gefühlt sind gerade Ds Beziehungen häufig intensiv(er) und durch das Machtgefälle ist der Schritt raus aus der Beziehung teilweise schwieriger (daher gibt es auch häufig eine Begleitung durch den Aktiven Part in der Trennungsphase, sofern das gewünscht ist).

Verstärkt das Gefühl, benutzt und gedemütigt worden zu sein, die Trennungsemotionen

Ja, das kann sein gerade auch weil du dich gefühlt nichtnur im Ds sondern auch im Beziehungskontext ausgenutzt gefühlt hast (bzw es könnte das Gefühl entstehen).

Sind solche Absprachen in Poly-/BDSM-Konstrukten normal?

Greift eine Beziehung tatsächlich in die Entwicklung und Privatsphäre einer anderen Beziehung ein?


Jein.
Es gibt alle Arten von Absprachen, wichtig ist nur das sie offen kommuniziert werden.
Ich habe auch "Privilegien" die eine weitere Partnerin nicht hätte, aber das wird im Voraus klar kommuniziert.

Das angesprochen wird wann man Sex hat finde ich hingegen echt schwierig. Da wäre ich sofort raus, weil das ein extremer Eingriff ist. Das geht niemanden etwas an. Relevant ist aus meiner Perspektive nur ob es prinzipiell Sex gibt und ob dieser geschützt oder ungeschützt ist.

Hatte ich überhaupt eine reale Chance auf eine Nestpartnerschaft?
Das klingt nicht so, die Einschränkungen klingen für mich nach einem hierarchischen Polykül in dem eher sie die Rolle hatte. Aber das ist mein Eindruck ich kenne ihn und eure Beziehung nicht. Kann daher also nicht wissen, welche reellen Chancen es gegeben hätte.

Seit der Trennung kann ich die D/s-Beziehung zu meinem Sklaven nicht mehr führen.

Wir sehen uns momentan nur, um zu sprechen oder etwas trinken zu gehen.

Ich habe das Gefühl, nicht in meine dominante Rolle gehen zu können, weil sich dabei irgendwie meine Gefühle für meinen Ex einmischen.

Auch das passiert, es hat eine große Verletzung mit daher eingehender Unsicherheit stattgefunden. Da kann Sexualität und in diesem Fall BDSM darunter leiden.
Überstürze nichts, gibt die die Zeit zur Verarbeitung und du hast dir da ja schon die richtige Hilfe gesucht *top*

Kurz: gefühlt ist kommunikativ extrem viel zwischen euch schief gelaufen. Ob das von ihm ggf. aktiv gesteuert wurde kann ich nicht beurteilen, aber so wie du es beschreibst liegt die Vermutung nahe.

Ich drücke dir die Daumen, das du schnell über ihn hinweg kommst und dein BDSM in einer sicheren Beziehung/Polykül wieder leben kannst.

Liebe Grüße
Pinky
*****lim Frau
5.760 Beiträge
Auch mir tut es leid, dass deine ersten Erfahrungen so gelaufen sind!

Zu 1:
Ja, gerade, weil es deine ersten Erfahrungen aus der devoten Seite waren, glaube ich durchaus, dass das erheblichen Einfluss auf deine Emotionen und die Verarbeitung derselben hat.

Zu 2 kann ich dir nichts sagen. Mich würde das wahrscheinlich wütend machen und dadurch die Trennung erleichtern.

Zu 3:
Ich stimme Pinky zu, dass es alle möglichen Absprachen in Polykülen gibt. Diese sollten vorab klar mit allen Beteiligten klar kommuniziert werden. Jede*r sollte dadurch die Gelegenheit haben, Konsens zu äußern oder eben nicht.
Bei einer Absprache, zu erfahren, wann wer mit wem Sex hat, wäre ich ebenfalls völlig raus. Das klingt nicht so, als wäre sie wirklich bereit, sich auf eine polyamore Lebensweise einzulassen, sondern wollte ihn eher für sich haben. Das würde auch zu dem BDSM-Verbot passen.
So oder so ist da kommunikativ einiges schief gelaufen. Was mich zur Antwort auf die nächste Frage führt.

Zu 4:
Aufgrund der Schwierigkeiten in der Kommunikation glaube ich nicht, dass ihr je eine Chance auf ein zufriedenes Polykül hattet. In Folge dessen wohl auch nicht auf eine Hauptbeziehung. Mein persönlicher Eindruck aus drinen Schilderungen ist (ohne ihn zu kennen und daher auch ohne das ernsthaft beurteilen zu können), dass er euch beiden das erzählt hat, was ihr hören wolltet, damit er möglichst friedlich leben kann.

Zu 5:
Lass dir Zeit. Solange dein Sklave damit einverstanden ist, brauchst du dich nicht unter Druck setzen, das bringt eh nichts. Halte die Kommunikation mit ihm aufrecht, erkläre dich, soweit das in eurer Beziehung sinnvoll ist und lass die Zeit deine Wunden heilen.
*********rena Frau
33 Beiträge
Themenersteller 
@*****lim @*********Pain

Danke für Eure Antworten.

Ich will den beiden keinen Vorsatz vorwerfen. Die Realität ist meist anders als die Vorstellung.

Diese Form der Absprachen (Sex Info und BDSM verbot) greifen in die Intimsphäre ein und das BDSM verbot verhindert eine Entwicklung. Ob das so gewollt war von den beiden. Keine Ahnung.
Ich will so etwas nicht, das sind keine strukturellen polythemeb sondern hierarchische vorgaben und Beschränkungen.

Unsere Idee war uns gegenseitig das Leben unserer Bedürfnisse und weiteren Beziehungen möglich zu machen und dennoch für einnsnder zu Hause zu sein.

Das geht mit solchen Vereinbarungen nicht. Das wird mir gerade klar.

Er hat die Absprachen mir gegenüber nicht kommuniziert und ich hatte reel keine Chance mich zu entscheiden. Hätte ich davon gewusst wäre ich diese Beziehung nicht eingegangen. Da mir klar gewesen wäre dass das Angebot Nestpartner in der Realitä nicht existiert.

Also nicht mit der Form von Nestpartnerschaft die er und ich vereinbart hatten (Alltag, Zukunft)

Mit meinem Sklaven werde ich das langsam versuchen wieder aufzunehmen und zurück in Dynamik zu kommen.

Es tut gut lesen, dass die Intensität die ich erlebe durch die Trennung auch mit dem BDSM zu tun hat und ich hier nicht irgendwie übermäßig sensibel/dramatisch oder sonst was bin

Da wirken noch andere Dinge mit

Danke Euch ☺️
*****lim Frau
5.760 Beiträge
Absicht wollte ich nicht unterstellen. Möglicherweise waren beiden die Konsequenzen auch nicht bewusst. Trotzdem lagen und liegen sie halt vor, Absicht hin oder her. Und da musst du dich nun mit beschäftigen. Die Beiden auch.

Ich wünsche dir alles Gute und künftig bessere Erfahrungen, wenn du deine devote Seite weiter erkunden möchtest oder dich weiter poly ausprobieren willst! Sonst natürlich auch.
*****olf Mann
2.449 Beiträge
Meine Fragen

1. Kann die Kombination aus BDSM und insbesondere der Tatsache, dass er als sehr erfahrener Dom mich in das D/s-Gefälle und in die Submissivität eingeführt hat, die Bindung massiv verstärkt haben?
Wolf: Ja, das ist IMO sogar sehr wahrscheinlich. BDSM öffnet die dunklen Ecken für andere Menschen und erfordert viel Vertrauen. Entsprechend hoch ist oft die Fallhöhe.

2. Verstärkt das Gefühl, benutzt und gedemütigt worden zu sein, die Trennungsemotionen?
Wolf: Als Submissive B&G oder als Mensch auf Augenhöhe B&G? Das ist für mich ein massiver Unterschied.

Ich liebe diesen Mann noch immer.
Wolf: Ihn oder das Bild, dass Du von ihm hast und das nicht mit dem, was er getan hat, übereinstimmt?

3. Sind solche Absprachen in Poly-/BDSM-Konstrukten normal?
Wolf: Normal ist, was für alle passt und im gemeinsamen Konsent erfolgt.
Dazu von meine HP:
"Regeln, Vereinbarungen, Grenzen
MoreThan2 (ob in der neuen Ausgabe immer noch, weiß ich nicht) beschäftigt sich ebenfalls damit. Und unterscheidet zwischen Rules/Regeln, Agreements/Vereinbarungen und Boundaries/Grenzen.
Rules: " Du musst das tun/lassen!" Werden ohne Mitwirkung der Betroffenen aufgestellt und durchgesetzt.
Agreements: "Liquid Bond" Vereinbarung unter Gleichen.
Boundaries: "Ich esse so etwas nicht." Werden ausschließlich von Betroffenen aufgestellt.
Diesen Teil von MoreThan2 kann ich empfehlen, bei aller (berechtigten) Kritik, die um das Buch herrscht."


Greift eine Beziehung tatsächlich in die Entwicklung und Privatsphäre einer anderen Beziehung ein?
Wolf: Alles ist mit allem verbunden. Jede Beziehung beeinflusst über die Beziehung hinaus. Soviel zur Entwicklung. Zur Privatsphäre siehe Regeln, Abmachungen und Grenzen.

4. Hatte ich überhaupt eine reale Chance auf eine Nestpartnerschaft?
Wolf: Schwierig die Zukunft der Vergangenheit zu bewerten. Unter den geschilderten Prämissen stelle ich mir das sehr schwierig vor.

5. Seit der Trennung kann ich die D/s-Beziehung zu meinem Sklaven nicht mehr führen.

Wir sehen uns momentan nur, um zu sprechen oder etwas trinken zu gehen.

Wolf: Vielleicht helfen dir die Erkenntnisse von Kübler-Ross und anderen Trauerforschern. Auch dazu ist was auf meinen Homepages.
Trauer ist ein tatsächlicher Schmerz/Verletzung/Verlust und braucht Zeit zum Heilen.

Ich habe das Gefühl, nicht in meine dominante Rolle gehen zu können, weil sich dabei irgendwie meine Gefühle für meinen Ex einmischen.
Wolf: Nachvollziehbar und nicht überraschend. Er ist noch so in Deinem Kopf präsent. Den Abschluss damit kannst nur Du selbst schaffen. Therapeutin ist dabei eine sehr wertvolle Hilfe.

Und es war keine Polamorie. Es war Betrug, Hintergehen und Missbrauch durch ihn.
Polyamorie setzt offene, liebevolle, konsensuelle Kommunikation unter allen Beteiligten voraus. Unter anderem.

Ich drück Dir die Daumen und Dich, wenn Du möchtest, und wünsche Dir viel Kraft und Erfolg beim Bewältigen dieser schweren Situation.
******eus Mann
220 Beiträge
Ja und nein, würde ich sagen. Im poly und bdsm sind Vertrauen extrem wichtig und wenn man dann so verarscht wird wie du, das Vertrauen auf verschiedenen Ebenen so missbraucht wird dann ist das vielleicht noch mal schmerzhafter weil es alle Werte dieser (vereinbarten) Beziehungsform. Mit Füßen tritt.

Aber ich glaube dass das nicht inhärent an der Art der Beziehung liegt, auch wenn Bindung und Vertrauen da besonders tief gehen, insbesondere bei der Verletzlichkeit die Punkt 1 beinhaltet, ja. Aber trotzdem klingt hier so viel raus, was davon unabhängig und echt toxisch/übergriffig ist.
-Du wurdest von einem Partner angelogen
-Dein beziehungsmodell poly wurde in seinen Grundlagen und Werten mit Füßen getreten.
-Du wurdest von einem Dom zurückgelassen in deiner Verletzlichkeit ohne angemessene Nachsorge
-du hast eine Trennung erlebt (das ist der einzig normale Teil)
-Dein Partner hat dich, trotz poly, für eine andere Partnerin verlassen
-Jemand hat unter Vortäuschung falscher Tatsachen über deine Sexualität bestimmt und dir dabei noch etwas vorgegaukelt (play erlaubt und gleichzeitig jemand anderen zugestanden es dir vorenthalten zu wollen)
-die andere Person hat ohne Absprachen über deine Dynamik (bdsm) Fremdbestimmung wollen
-die andere Person im polykül hat die Lügen toleriert und mitgetragen weil sie in letzter Konsequenz nichts dagegen getan hat.
-die andere Person im polykül hat sich mit dem Lügner und Manipulator verbündet und dich zusätzlich noch mit ausgesondert
• du wurdest von einer fellow sub und einer anderen Frau verraten, ohne jede Form von Loyalität oder Mitgefühl.

Ich habe ein krasses störempfinden warum du niemand was Böses willst. Du darfst wütend sein. Das ist so eklatant übergriffig, dass Wut 😡 sie alle verbrennen sollte! Ich werde gerade stellvertretend wütend für dich, das zeigt mir wie gekränkt du sein musst, wenn das durch die Trauer gar nicht durch kommt.

Klar sehe ich das gerade nur aus deiner Perspektive aber du bist auch hier und fragst. Aber das ist nicht ok. Auf so unglaublich vielen Ebenen. Und ja, durch das gebrochene Vertrauen auf all diesen Ebenen ist das extra schmerzhaft. Aber nicht nur weil es poly und bdsm sind, das was du hier beschreibst hat mit beidem nix mehr zu tun, ehrlich gesagt, sondern weil die beiden dir gemeinsam von drei
Seiten aus, inkl. Ply und bdsm, ordentlich in die Fresse getreten haben, ohne Scham und Anstand und einem Mindestmaß an Werten und Integrität.

Ich kann nur sagen, die beiden haben einander verdient, sei froh, dass du raus bist. Mein Mitgefühl an deinen sub, es muss schwer sein jemanden zu dem man aufblickt und den man schätzt, so behandelt zu sehen.

Ich wünsche dir die brennende Wut der Gerechten, die deine Wunde heilen soll.

Be Safe, be kind (to yourself).
*********rena Frau
33 Beiträge
Themenersteller 
Meine Fragen

@*****olf

2. Verstärkt das Gefühl, benutzt und gedemütigt worden zu sein, die Trennungsemotionen?
Wolf: Als Submissive B&G oder als Mensch auf Augenhöhe B&G? Das ist für mich ein massiver Unterschied.

> In beiden, ich bin da sehr ambivalent. Ich gestatte mir irgendwie nicht glauben zu wollen dass das so war.

> Wenn ich in das Gefühl reingehe dann in beiden, weil mein einlassen in beiden Bereichen auf falschen Tatsachen bzw. nicht vollständigen Informationen beruhte.

> Das ich mich auf ihn submessiv einlassen konnte beruhte auf unserer Beziehung als definierte Nestpartner also auf das Bindungsangebot.

Ich liebe diesen Mann noch immer.
Wolf: Ihn oder das Bild, dass Du von ihm hast und das nicht mit dem, was er getan hat, übereinstimmt?

> Puuuh….. muss ich drüber nachdenken
Aber ein Teil liebt das vermeintliche Potential

> Kübler Ross ist ein guter Ansatz.

Trauer hat Phasen. Da gibt es keine Abkürzung.
Verstehen hilft und der Austausch hilft.
*********rena Frau
33 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von ******eus:
Ja und nein, würde ich sagen. Im poly und bdsm sind Vertrauen extrem wichtig und wenn man dann so verarscht wird wie du, das Vertrauen auf verschiedenen Ebenen so missbraucht wird dann ist das vielleicht noch mal schmerzhafter weil es alle Werte dieser (vereinbarten) Beziehungsform. Mit Füßen tritt.

Aber ich glaube dass das nicht inhärent an der Art der Beziehung liegt, auch wenn Bindung und Vertrauen da besonders tief gehen, insbesondere bei der Verletzlichkeit die Punkt 1 beinhaltet, ja. Aber trotzdem klingt hier so viel raus, was davon unabhängig und echt toxisch/übergriffig ist.
-Du wurdest von einem Partner angelogen
-Dein beziehungsmodell poly wurde in seinen Grundlagen und Werten mit Füßen getreten.
-Du wurdest von einem Dom zurückgelassen in deiner Verletzlichkeit ohne angemessene Nachsorge
-du hast eine Trennung erlebt (das ist der einzig normale Teil)
-Dein Partner hat dich, trotz poly, für eine andere Partnerin verlassen
-Jemand hat unter Vortäuschung falscher Tatsachen über deine Sexualität bestimmt und dir dabei noch etwas vorgegaukelt (play erlaubt und gleichzeitig jemand anderen zugestanden es dir vorenthalten zu wollen)
-die andere Person hat ohne Absprachen über deine Dynamik (bdsm) Fremdbestimmung wollen
-die andere Person im polykül hat die Lügen toleriert und mitgetragen weil sie in letzter Konsequenz nichts dagegen getan hat.
-die andere Person im polykül hat sich mit dem Lügner und Manipulator verbündet und dich zusätzlich noch mit ausgesondert
• du wurdest von einer fellow sub und einer anderen Frau verraten, ohne jede Form von Loyalität oder Mitgefühl.

Ich habe ein krasses störempfinden warum du niemand was Böses willst. Du darfst wütend sein. Das ist so eklatant übergriffig, dass Wut 😡 sie alle verbrennen sollte! Ich werde gerade stellvertretend wütend für dich, das zeigt mir wie gekränkt du sein musst, wenn das durch die Trauer gar nicht durch kommt.

Klar sehe ich das gerade nur aus deiner Perspektive aber du bist auch hier und fragst. Aber das ist nicht ok. Auf so unglaublich vielen Ebenen. Und ja, durch das gebrochene Vertrauen auf all diesen Ebenen ist das extra schmerzhaft. Aber nicht nur weil es poly und bdsm sind, das was du hier beschreibst hat mit beidem nix mehr zu tun, ehrlich gesagt, sondern weil die beiden dir gemeinsam von drei
Seiten aus, inkl. Ply und bdsm, ordentlich in die Fresse getreten haben, ohne Scham und Anstand und einem Mindestmaß an Werten und Integrität.

Ich kann nur sagen, die beiden haben einander verdient, sei froh, dass du raus bist. Mein Mitgefühl an deinen sub, es muss schwer sein jemanden zu dem man aufblickt und den man schätzt, so behandelt zu sehen.

Ich wünsche dir die brennende Wut der Gerechten, die deine Wunde heilen soll.

Be Safe, be kind (to yourself).



@******eus

Ich muss kurz klarstellen, dass sie nicht wusste das er mich nicht informiert hatte über die Abmachungen welche die beiden hatten. Es gab auch in ihre Richtung Lügen. Ich hab mit ihr oder ihm keinen Streit. der Kontakt zwischen ihr und mir war respektvoll.
Ich versuche mich und mein Leben zu regeln und das zu verarbeiten

Vielleicht bin ich nicht wütend genug und vielleicht täte es gut es zu sein. Das bin ich nicht.
Ich mag mein Herz und meine Seele nicht vergiften mit solchen Gedanken aber gleichzeitig will ich lernen mich zu schützen und künftig nicht wieder in so eine Dynamik zu geraten in der ich am Ende viel zu lange war und zu viel mitgemacht habe.

Ich will weitergehen und für mich gut sorgen. Hass ist nicht mein Weg

Polyamorie ist das wie ich es erlebt habe nicht. Nicht in meiner Definition.

Für mich war sie immer Teil von ihm und das habe ich so akzeptiert und für ihn so auch wollen auch wenn ich lernen musste meine Beziehungs und Bindungssicherheit auf andern Dingen als Exklusivität fest zu machen.

Das es aber für mich am Ende eigentlich nie reel einen Platz gab in der Konstellation das ist der Teil der dann nicht mehr ok ist.

Er ist das Scharnier und die Aufgabe hat er nicht erfüllt.
Statt Polyamorie und Nestpartnerschaft habe ich quasi die Affärestellung bekommen ob gewollt oder nicht, da gebe ich dir recht ist egal. Ich trage die Konsequenzen

Ich schau nach vorne

Zumindest weiß ich durch die Rückmeldungen und vielen Gespräche die sich heute ergeben haben, dass es gesunde und transparente Formen von Polyamorie gibt in denen es auch jeweils zwei nestpartnerschaften gibt und eine oder beide noch nebenbeziehungen führen
*****olf Mann
2.449 Beiträge
Zitat von *********rena:
Meine Fragen

@*****olf

2. Verstärkt das Gefühl, benutzt und gedemütigt worden zu sein, die Trennungsemotionen?
Wolf: Als Submissive B&G oder als Mensch auf Augenhöhe B&G? Das ist für mich ein massiver Unterschied.

> In beiden, ich bin da sehr ambivalent. Ich gestatte mir irgendwie nicht glauben zu wollen dass das so war.

> Wenn ich in das Gefühl reingehe dann in beiden, weil mein einlassen in beiden Bereichen auf falschen Tatsachen bzw. nicht vollständigen Informationen beruhte.

> Das ich mich auf ihn submessiv einlassen konnte beruhte auf unserer Beziehung als definierte Nestpartner also auf das Bindungsangebot.

Ich präzisiere mich mal. Im D/s kann B&G konsensuell enthalten sein. Und trotzdem hinterher nicht gepasst haben. Das passiert, ist nicht schön aber shit happens.
Auf Augenhöhe, unabhängig von der Powerdynamik, ist das intensive Gefühl von B&G zu werden oder geworden zu sein, eine RedFlag (Für mich). Und Du bist zu Recht darüber sehr aufgebracht. Bei mir würde es Zorn auslösen, der bei der Ablösung helfen würde. Ich kann aber auch verstehen, wenn es Selbstzweifel, Ohnmacht oder Trauer auslöst.
Intensive Beziehungen erzeugen intensive Gefühle, positiv wie negativ.

Kurze Antwort auf Deine Frage: Ja

Ich liebe diesen Mann noch immer.
Wolf: Ihn oder das Bild, dass Du von ihm hast und das nicht mit dem, was er getan hat, übereinstimmt?

> Puuuh….. muss ich drüber nachdenken
Aber ein Teil liebt das vermeintliche Potential
Nachvollziehbar, aber auch starke, tote Pferde ziehen den Wagen nicht mehr.

> Kübler Ross ist ein guter Ansatz.

Trauer hat Phasen. Da gibt es keine Abkürzung.
Verstehen hilft und der Austausch hilft.
Da bist Du auf einem guten Stand und Verständnis, da brauchst Du IMO keinen Rat mehr. *knuddel*
******eus Mann
220 Beiträge
Deine Haltung ist richtig und auch the way to go. Hass und Wut sind aber meiner Meinung nach zwei verschiedene Sachen. Es ist gut sich davon zu lösen und positiv nach vorne zu sehen. Ich sag dir auch nicht wie du fühlen sollst. Meiner Erfahrung nach ist es für den Heilungsprozess nur auch sinnvoll unrecht als solches zu benennen, im Sinne des selbst Schutzes und der eigenen Wertigkeit. Und egal ob sie wusste was er erzählt, am Ende hat sie sich nicht dagegen verwehrt, als es raus kam, dass mit jemand im polykül so umgegangen wird. Im gesellschaftlichen Kontext nennt man das Zivilcourage , nenne ich s hie wie du willst, aber beide haben sich nicht angemessen verhalten finde ich aber er ist im Zentrum mit den Lügen und der Manipulation. Ich weiß wie schwer es ist sich von Menschen zu lösen und Gefühle zu verarbeiten oder zu transformieren aber jeder Mensch verdient Respekt, Ehrlichkeit und eine Vertrauensbasis in einer Beziehung .poly, bdsm oder whatever.

Du hast das auch verdient! Ohne weitere Konditionen.

Ob man nun wit oder Trauer empfindet ist sehr persönlich aber in meiner Welt ist Trauer für Schicksal und Wut für Grenzüberschreitungen. Wut schützt und reinigt, festigt Grenzen.

Aber das ist mein Empfinden, es gibt dafür keine Patentlösung .
*********rena Frau
33 Beiträge
Themenersteller 
@******eus

Danke für die Worte.
Ich und jeder andere hat Ehrlichkeit und Respekt verdient egal in welcher Beziehungsform.
Erfahrung mit Grenzüberschreitungen sollten dahin führen dass ich meine Grenzen besser schütze und Paroli biete wenn Menschen diese überschreiten.

Vielleicht bin ich noch nicht in der Phase einer gesunden Wut in Form von Abgrenzung angekommen und fühle sie deswegen noch nicht

Mein Blick ist doch noch sehr verwässert oder ich mag es nicht wahrhaben und bin noch zu sehr im Trennungsblues

Ich gebe dir recht das Wut und hass ganz unterschiedliche Dinge sind und Trauer und Wut beides gefühlt werden muss

Im versuch es für alle gut zu machen habe ich meine Grenzen massiv überschreiten lassen. das darf nicht sein. Ich muss auf mich aufpassen und meine Bedürfnisse achten und die Wahrung meiner Grenzen und auch der Überschreitung viel deutlicher klar machen
******eus Mann
220 Beiträge
Das wünsche ich dir von Herzen!
*******art Mann
528 Beiträge
zu einwr guten Beziehung gehört eine gute/offene Kommunikation. Zu einer poly-Beziehung gehört eine gute Kommunikation mit allen Beteiligten.
Deine Beschreibung zeigt nur dass es sehr viel falsche Kommunikation gab, was um so einfacher war, als wohl niemals alle drei zusammen kommuniziert/gesprochen haben. So war es einfach falsche Aussagen zu machen, die nciht überprüft wurden.

Wer solche Kommunikationschaos macht hat meinen Respekt verloren.
Mein Rat: trauere diesem Mann nicht hinter her, sondern such dir einen besseren.
Und wenn mehr als zwei beteiligt sind suche das Gespräch mit allen!
**al Frau
214 Beiträge
Ich kann es total nach empfinden, dass durch das Öffnen für etwas komplett neues und Intensives zusätzlich zu den verletzten Vertrauen die Trennung besonders schmerzt.


Ich hatte etwas ähnliches erlebt. Deshalb ist es mir wichtig meine Metamores zu kennen und unabhängig mit ihnen kommunizieren zu können.
*********rena Frau
33 Beiträge
Themenersteller 
@**al
Ja, das wollte ich tatsächlich am Anfang. Mich mit ihr allein treffen, er wollte das nicht. Langsam weiß ich auch warum …

Es gab dann ein Treffen zu dritt, ich bin aber gar nicht auf die Idee gekommen dass es Absprachen gibt die mir gegenüber nicht kommuniziert wurden.

Künftig werde ich vorsichtiger sein und
mehr nachfragen bei den anderen.
*********rena Frau
33 Beiträge
Themenersteller 
@*******art

Ich bin mit Vertrauensvorschuss rein und hätte mir das nie vorstellen können

Ich weiß nun aber auch dass es essenziell ist über die Struktur im polykül zu sprechen und zwar nicht nur mit dem eigenen Partner sondern mit allen. Jeder muss wissen auf was er sich einlässt und ein polykül kann sich nur gesund entwickeln wenn es die Chance dazu bekommt und die Bedürfnisse kommutiert und auch besprochen werden.

Mittlerweile kommen so viele Puzzleteile zusammen und das Meiste was mir von meinem Ex erzählt wurde basierte auf Lügen oder Halbwahrheiten.
So benutzt worden zu sein ist gerade schwer zu ertragen
*****olf Mann
2.449 Beiträge
Zitat von *********rena:
@*******art

Ich bin mit Vertrauensvorschuss rein und hätte mir das nie vorstellen können

Ich weiß nun aber auch dass es essenziell ist über die Struktur im polykül zu sprechen und zwar nicht nur mit dem eigenen Partner sondern mit allen. Jeder muss wissen auf was er sich einlässt und ein polykül kann sich nur gesund entwickeln wenn es die Chance dazu bekommt und die Bedürfnisse kommutiert und auch besprochen werden.

Mittlerweile kommen so viele Puzzleteile zusammen und das Meiste was mir von meinem Ex erzählt wurde basierte auf Lügen oder Halbwahrheiten.
So benutzt worden zu sein ist gerade schwer zu ertragen

*knuddel*
*******art Mann
528 Beiträge
Zitat von *********rena:
Ich bin mit Vertrauensvorschuss rein und hätte mir das nie vorstellen können
Vertrauen ist wichtig. Wenn man nicht ein bisschen Vertrauen hat wird es schwierig, weil man sich ständig zurückhält und überall Gespenster sieht.

Zitat von *********rena:
Mittlerweile kommen so viele Puzzleteile zusammen und das Meiste was mir von meinem Ex erzählt wurde basierte auf Lügen oder Halbwahrheiten.
So benutzt worden zu sein ist gerade schwer zu ertragen
Etwas, das ich schon mehrere Male mitbekommen habe. Leider nicht ganz selten.
Da kann ich dir nur anbieten dich etwas (virtuell) zu halten.
Sei versichert, dass nicht jeder so ist.
Ich wünsche dir jemanden, der all diese Verletzungen wieder heilen kann.
****63 Frau
218 Beiträge
Ich würde sagen, dass du und die andere Partnerin an einen grandiosen Manipulator geraten seit. Es ist immer enorm schwierig sich von solchen Menschen zu trennen bzw. fernzuhalten, weil sie alle Knöpfe kennen und diese auch solange drücken, wie sie glauben noch das von dir bekommen zu können, das sie wollen.

Das sein Verhalten dir und anderen Schaden zufügt und zugefügt hat, ist einem Manipulator vollkommen egal, solange er nur weiter bekommt, was er will.

Du musst verstehen, dass Menschen für ihn nur Mittel zur Befriedigung sind und du als Person keine Rolle spielst. Wenn du oder ihr nicht mehr "mitspielen" wollt, sucht er sich einfach andere.

Spürst du (ständige) Unruhe (Vigilanz) oder kennst du das Gefühl, dass du etwas auf eine bestimmte Art sagen oder tun musst, weil sonst Ärger, Ignorieren/Entzug oder anderes Unschönes von ihm kommt?
Das ist z.B. eines der recht sicheren Anzeichen dafür, dass du (über längere Zeit) manipuliert bzw. konditioniert wurdest. Und zwar nicht im Konsens einer BDSM-Beziehung, sondern darüber hinaus auch sozial und emotional.
Denke, dass es gerade für Menschen mit weniger Bottom-Erfahrung schwieriger ist, das eine (BDSM, Konsens) vom anderen (dahinter liegende soziale & emotionale Beziehung, die auf Augenhöhe sein sollte) zu unterscheiden.
*********rena Frau
33 Beiträge
Themenersteller 
Unruhe ja auch das ständige Gefühl das etwas nicht stimmt. Ungereimtheiten die über einen längeren Zeitraum entstanden sind. Lügen hinsichtlich der anderen Partnerin wie Alter und Tiefe der Beziehung usw. Ich dachte am Ende ich bin drüber.
gestraft mit Ablehnung oder Entzug das kenne ich nicht von ihm, auch keine Aggression oder so.

Lügen, Halbwahrheiten, hindrehen, verhindern dass Dinge sichtbar werden, Handy immer umgedreht, sogar mit auf dem Klo, Handy nie in der Halterung beim Autofahren wenn ich dabei war, plötzlich schrieb es sms, Oma krank, irgendjemand gestorben, Urlaub abgebrochen usw. Veranstaltungen angesagt, krank aus heiteren Himmel
Ständig war ich in Alarm
Ich hab ganz viel abgenommen und war in schlechten körperlichen Zustand weil ich nie sicher sein konnte dass das besprochene geplante auch so stattfindet.

All die Dinge die er mit ihr besprechen wollte und mir auch gesagt hat dass er es besprochen hat und mir auch noch sagte sie versteht das und bla bla sind nie kommuniziert worden. Mein Wunsch nach einem weiteren Treffen wurde vertröstet

Ich hab keine Ahnung warum jemand einem anderen Mensch sowas antut und dann behauptet er liebt ihn und will Zukunft und Nestpartnerschaft.

Dann am Ende antwortet er mir einfach nicht. Bodenlos. Charakterlos.
*********rgara Frau
8.872 Beiträge
Meistens wird gelogen, um etwas zu erreichen oder sich zu schützen. Oder beides.

Wer das lebt, hat es möglicherweise als Kind schon so vorgelebt bekommen oder gelernt.
Dahinter steckt dann auch oft ein schwaches Selbstbewusstsein und ein sich nicht anders zu helfen wissen.

Aber beziehungsfähig ist so ein Verhalten überhaupt nicht.
****63 Frau
218 Beiträge
"Ständig war ich in Alarm"

DAS hier. Ist das Anzeichen, dass dein Körper die etwas mitteilen will, dass dein Verstand nicht sieht oder sehen will, wie z.B. Gaslighting (sagen man hätte etwas besprochen, aber es war garnicht so).

Dein Nervensystem ist hochgefahren, aber du bist verwirrt, weil du nicht verstehst warum. Vertrau deinem Körper, denn er will dich schützen. Dieser Mensch will dir nichts Gutes bzw. tut dir nicht gut. Punkt.
*****ter Mann
25 Beiträge
Hallo SensualSirena,

ich kann gerade jetzt Deinen Schmerz gut nachvollziehen und suche gerade selbst immer noch nach Hilfe und Therapie.

Bei mir war die Ausgangslage nicht die gleiche aber in verschiedenen Punkten sehr ähnlich. Mit meiner Partnerin bin ich schon seit vielen Jahren zusammen; wir haben auch schon BDSM-Dinge miteinander gemacht, aber seit 2014 eine Pause eingelegt.
2024 habe ich eine Vanilla-Mitbeziehung gesucht – auf einer Vanilla-Datingplattform. Gefunden habe ich diese zunächst, dann stellte sie sich aber als 24/7 Sub in einer TPE ähnlichen Beziehung heraus.

Versteckte Regeln, asymetrische Information, unklare Konsequenzen, mangelnde Absprachen zu dritt sowie viel Proxy-Kommunikation (also, die Sub hat dem Dom berichtet) waren typisch und letztlich sagte der Dom selbst, dass Informationen ihm gegenüber bis zur Unkenntlichkeit verzerrt wurden.

Gleichzeitig sah es der Dom in der Zeit nicht als seine Aufgabe an, sich durch unmittelbare Kommunikation mit mir zu vergewissern, ob die Informationen stimmten bzw. weitergeben worden waren.
Und oft erschien mir das so, dass Bitten oder Wünsche aus der Partnerschaft erst mit ihm erörtert werden mussten, und sie daher oft keine unmittelbare Antwort geben konnte – ohne dass mir je ein expliziter Rahmen offenbart wurde.

Bei uns war sie als Partny mit in unseren Haushalt und in das Polykül aufgenommen und es bestanden Bindungen auch zu meiner Tochter.

Falls du mehr wissen willst, darfst du gerne mit mir in direkten Kontakt treten.

Jetzt gehe ich erstmal auf deine Fragen ein:


Zitat von *********rena:

Meine Fragen

1. Kann die Kombination aus BDSM und insbesondere der Tatsache, dass er als sehr erfahrener Dom mich in das D/s-Gefälle und in die Submissivität eingeführt hat, die Bindung massiv verstärkt haben?


Ja, eine Verstärkung der Bindung durch die D/s-Dynamik erkenne ich aus meiner eigenen Geschichte wieder. Wir hatten beide bereits eine Affinität zu BDSM. Du warst selbst als FemDom aktiv und hast bei ihm begonnen, deine submissive Seite zu erkunden. Mir war meine submissive Seite bereits bewusst.
Besonders schmerzhaft war für mich, dass die romantische Nähe in unserer Beziehung abnahm, während mich die FemDom/Sub-Verbindung weiter an meine Partnerin band. Weniger gelebte Liebesbeziehung bedeutete für mich deshalb nicht automatisch weniger Bindung. Ich bekam weniger von der partnerschaftlichen Nähe, die ich mir wünschte, und blieb zugleich über diese andere Ebene stark mit ihr verbunden. Das machte es schwerer, mich zu lösen.
Dabei hatte ich Offenheit und Transparenz erwartet – auch darüber, wie weit die Regeln ihrer anderen D/s-Beziehung in unsere Beziehung hineinreichten. Meine Bereitschaft, mich ihr gegenüber submissiv zu zeigen, war keine Zustimmung zu Bedingungen, die ich nicht kannte.
Deshalb halte ich es aus meiner Erfahrung für gut nachvollziehbar, dass die D/s-Verbindung deine Bindung verstärkt hat. Du beschreibst, dass der Schritt in die submissive Rolle für dich trotz deiner BDSM-Erfahrung groß war und besonderes Vertrauen erforderte. Wie viel dieser Rollenwechsel zu deiner Bindung beigetragen hat, kann ich nicht beurteilen. Aber dass eine Beziehung stark bindet, obwohl sie zuletzt wenig Sicherheit gegeben hat, erkenne ich wieder.
Zitat von *********rena:

2. Verstärkt das Gefühl, benutzt und gedemütigt worden zu sein, die Trennungsemotionen?

In meinem Erleben sind Verletzung und das Gefühl von Ungerechtigkeit ein wesentlicher Teil dessen, was nachwirkt. Mich beschäftigt besonders, welchen Bedingungen ich eigentlich zugestimmt hatte und was ich anders entschieden hätte, wenn ich früher mehr gewusst hätte.
Nachdem wiederholt schmerzliche Ereignisse passierten, wurde mir klar, dass ich mich lösen muss. Dennoch dauerte es dann noch sieben Monate und ich brauchte Hilfe von meiner langjährige Haupt-Partnerin, damit ich mich lösen konnte.

Trotzdem können Erinnerungen immer noch heftige Gefühle und körperliche Reaktionen auslösen. Deshalb würde ich die Stärke deiner Belastung nicht allein daran festmachen, dass du ihn noch liebst. Es gibt in deiner Geschichte auch einen erheblichen Vertrauensbruch zu verarbeiten. Dass du dich benutzt fühlst, ist nachvollziehbar; ob er dich gezielt benutzen wollte, kann ich daraus nicht wissen.

Zitat von *********rena:

3. Sind solche Absprachen in Poly-/BDSM-Konstrukten normal?

Greift eine Beziehung tatsächlich in die Entwicklung und Privatsphäre einer anderen Beziehung ein?

Ich kann Dir keine Aussage darüber machen, wie verbreitet solche Absprachen sind. Aus meiner Erfahrung würde ich aber sehr genau fragen: Wussten alle Betroffenen vorher, welche Regeln gelten und wie weit sie reichen?

Im allgemeinen Polykontext ist Transparenz eigentlich ein Gebot. Es gibt beispielsweise Regeln zur sexuellen Gesundheit oder die Aufteilung der gemeinsamen Zeit betreffend. Geheime oder tief in die Intimsphäre von zwei Partnern eingreifende Regeln sind – nach dem, was ich gelesen habe – ethisch schwierig.

Ich ging davon aus, eine eigenständige Liebesbeziehung auf Augenhöhe zu führen. Erst im Verlauf wurde mir die Tragweite der anderen D/s-Verbindung für unsere Beziehung deutlich. Mein Versuch, einen davon unabhängigen Raum zu schaffen, hat aus meiner Sicht nicht verlässlich funktioniert.
Für mich reicht es deshalb nicht, dass zwei Menschen miteinander eine Regel vereinbart haben. Sobald diese Regel meine Beziehung oder meine Intimität betrifft, muss ich die Konsequenzen kennen und selbst entscheiden können, ob ich mich darauf einlasse. Die Zustimmung meiner Partnerin zu ihrem Machtgefälle ist nicht automatisch meine Zustimmung dazu.
Bei der Absprache, Informationen über euren Sex weiterzugeben, wäre für mich genau diese Grenze berührt. Darüber hättest du mitentscheiden müssen. Und den Widerspruch zwischen seinen bestehenden Vereinbarungen und seinen Zusagen an dich hätte er offen klären müssen.


Zitat von *********rena:

4. Hatte ich überhaupt eine reale Chance auf eine Nestpartnerschaft?

Das lässt sich von außen nicht sicher beantworten. Ich kenne aber die schmerzhafte Diskrepanz zwischen einem zugesagten Beziehungsmodell und dem tatsächlich verfügbaren Raum dafür.
Entscheidend wäre für mich deshalb: Konnte und wollte er die Voraussetzungen für diese gemeinsame Zukunft herstellen? Nach deiner Schilderung hat er notwendige Gespräche wiederholt nicht geführt und sich nach der Offenlegung vor allem um die andere Beziehung gekümmert. Das bietet wenig Grundlage für die Sicherheit, die er dir versprochen hatte.
Daraus folgt für mich nicht, dass alles zwischen euch unecht war. Es zeigt aber, dass die Zusage allein eure Zukunft nicht tragen konnte. Deine Bereitschaft zu Gesprächen und Beratung konnte seine fehlenden Schritte nicht ersetzen.


Zitat von *********rena:

5. Seit der Trennung kann ich die D/s-Beziehung zu meinem Sklaven nicht mehr führen.


Wir sehen uns momentan nur, um zu sprechen oder etwas trinken zu gehen.

Ich habe das Gefühl, nicht in meine dominante Rolle gehen zu können, weil sich dabei irgendwie meine Gefühle für meinen Ex einmischen.

Ich versuche, weiterzugehen, das Ganze hinter mir zu lassen und meinen Frieden damit zu machen. Ich wünsche keinem von ihnen etwas Böses.




Das ist sehr schade.

Bei mir war es so, dass ich nach der Verletztheit und Beziehungstrennung deutlich in die Dominanz gekippt bin … und gleichzeitig Sicherheit und Unterwerfung bei meiner langjährigen Hauptpartnerin gesucht habe.

Meine Vermutung ist, dass dich das noch triggert. Also konkret, dass du an BDSM-Erleben erinnert wirst und beim Einnehmen deiner dominanten Rolle deinem Sklaven gegenüber das unfreiwillig mit aufrufst.
Bei mir haben vergleichbare Erinnerungen, manchmal schon Alltagsdinge wie Garten machen, Erinnerungen mit heftigen Gefühlen und körperlichen Reaktionen ausgelöst.
Von daher könnte ich mir vorstellen, dass da der Mechanismus ähnlich ist.

Zitat von *********rena:

Ich versuche, weiterzugehen, das Ganze hinter mir zu lassen und meinen Frieden damit zu machen. Ich wünsche keinem von ihnen etwas Böses.

Das braucht seine Zeit. So oft bekommt man – nicht nur ich – den Rat „man soll abschließen“ „man kann eh nichts mehr daran ändern“.

Zunächst habe ich das so versucht, dann bemerkt, dass ich noch viel zu schnell getriggert bin und die psychische Verletzung so stark ist, dass ich da qualifizierte Hilfe brauche.

Daher: Ja, irgendwann kommt es idealerweise dahin, dass du diese Erfahrung als Bestandteil deines Lebens akzeptieren kannst. Das braucht seine Zeit. Man kann das bewusst angehen und anschieben, wie lang der Weg ist und wann man wirklich angekommen ist, merkt man erst hinterher.

Zunächst ist es jedoch normal, dass man aus einer Verletzung heraus wütend ist.

Außerdem ist es legitim, darüber zu reden und zu erfahren, dass man mit der Erfahrung nicht alleine ist.

Dafür danke ich Dir.
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