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Sub soll exklusiv sein - Dom ist es nicht344
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Vor dem Tod des Hauptpartners neue devote Sub suchen

*******Paar Paar
93 Beiträge
Themenersteller 
Vor dem Tod des Hauptpartners neue devote Sub suchen
In einer polyamoren Beziehung gibt es meistens einen Hauptpartner, mit dem oft auch die Ehe eingegangen wurde. Mit meiner Partnerin zusammen haben wir eher mehrere Beziehungen, die etwas unregelmäßig stattfinden. Ich, der Dom, habe eine sehr feste Beziehung mit einem Transgender. Wir treffen uns aber weniger zum Sex, sondern führen lange Gespräche beim Essen, wo ich sehr gut abschalten kann.

Jetzt kommt mein Problem. 
Meine Partnerin ist krank und es ist abzusehen, dass sie bald stirbt. Derzeitig hat sie noch viel Spaß am Sex und wir versuchen ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Jetzt gehen meine Gedanken aber auch in die Zukunft.

Vor der letzten Phase, die sehr anstrengend wird, habe ich keine Angst. Die werde ich mit unserem Kreis sicherlich gut schaffen.  Aber was wird danach. Was ist, wenn sie nicht mehr da ist und ich nicht in ein Loch fallen möchte.

Ist es möglich, schon in der jetzigen Phase eine neue devote Hauptperson zu finden?

Mir wurde von einem Therapeuten berichtet, der auch in dieser Phase nach einer neuen Hauptperson gesucht hat. In unserem jetzigen Kreis liebe ich am stärksten unseren Transgender. Aber dieser kann die Rolle nicht einnehmen. Schließlich wäre es ja eine 24/7 Beziehung, wo die polyamore Liebe weitergeführt werden kann.


Würde mich freuen, wenn der Schwarm mir Anregungen geben kann.
Wer mich verurteilen will, sollte lieber schweigen.
Liebe Grüße
*********lerin Frau
3.057 Beiträge
Das ist keine Verurteilung. Aber ich stelle es mir unglaublich schlimm vor, wäre ich die kranke und sterbende Person und mein Partner würde die letzten Wochen oder Monate nicht mir widmen, sondern dem Kennenlernen einer neuen Person. Da würde ich vermutlich im Nachhinein die gesamte Beziehung bereuen und mir wünschen, meine Zeit lieber mit einem anderen Menschen verbracht zu haben.

Die Angst vor dem Loch kann ich total verstehen. Aber man kann einen Menschen einfach nicht mit einem anderen ersetzen, man kann das zwar versuchen, aber es funktioniert nicht. Eure Beziehung ist absolut einzigartig und verdient ein würdiges Ende und vielleicht auch eine bewusste Zeit des Trauerns und Verarbeitens danach. Mein Rat wäre, suche dir lieber Freunde und ggfl. eine professionelle Unterstützung für die Zeit nach dem Tod deiner Partnerin, aber noch keine neue Beziehung.
********er84 Mann
6.466 Beiträge
Eine echt schwere Situation und sicher auch jetzt schon alles andere als emotional einfach.

Ich glaube erst einmal, dass niemand das ersetzen kann was ihr jetzt mit einander habt und mit ihr gehen wird. Es wird egal was du auch vorher machst und tust erst einmal ein Loch entstehen.

Die Trauer um den Verlust wird immer da sein und es wird seine Zeit brauchen dieses zu verarbeiten und zu akzeptieren.

Ich glaube nicht, dass irgend eine andere Sub das ersetzen kann was sich über die Zeit bei euch aufgebaut hat. Vielleicht lenkt eine andere / neue dich vom Schmerz und der Trauer um den Verlust ab doch dann bleibt die Frage im Raum ob die Gefühle zu der neuen Sub aus dem Herzen zu ihr wahrhaftig sind oder ob es nur etwas ist das den Schmerz überlagert.

Ich möchte dich jetzt hier in dieser schweren Situation wirklich nicht angreifen o.ä. vielleicht aber kann es dir helfen wenn du dir selbst einmal die Fragen Stellst:

Warum schon zu vor eine neue Sub?
Was gibt diese neue mir dann?
Was würde fehlen wenn die aktuelle gestorben ist?
Was will ich durch die neue ersetzen?


Wenn ich mich da jetzt mal ganz persönlich reindenke:

Lange Jahre in 24/7 mit einer Partnerin und Sub gelebt und diese Stirbt dann. Dann währe bei mir wohl neben der Trauer um sie das wieder alleine Leben das was am schwersten wiegt denn das erinnert daran was nach dem Tod von ihr fehlt, ihre Gesellschaft mit all dem was eben genau sie mir gegeben hat.

Sicherlich kann, wenn sich schon vor ihrem ableben eine tolle Beziehung mit liebe zu einer anderen Sub entwickelt diese eine gute und starke Stütze für die schwere Zeit nach dem Tod der jetzigen sein weil sie eben da ist, keine Einsamkeit entsteht und man geliebt wird. Es kann dann aber auch sein das es der neuen zu viel wird und wenn sie dann nach dem Tod im vollen Focus steht oder den Top zu sehr um die alte trauern sieht daran alles Zerbricht.

Eine echt unschöne Situation und ich möchte nicht mit dir tauschen. Ich hoffe dich mit meinem Beitrag nicht verletzt zu haben und wünsche dir / euch viel Kraft für den schweren Weg und noch möglichst viele möglichst schöne Zeiten miteinander.
*****kua Frau
4.809 Beiträge
JOY-Angels 
Aus der anderen Perspektive - Ich will, dass Subs mich kennenlernen, wenn Ich mich stark, mächtig und schön fühle.

Dem wäre nicht der Fall, stürbe mein Partner neben mir.
****ise Mann
1.551 Beiträge
Nach etwas darauf herumdenken *nein*

aus meinem Empfinden heraus hätte ich vermutlich in eurer Situation weder das Bedürfnis, noch die Ruhe und Energie, eine neue Partnerperson zu suchen und zu integrieren. Alleine .. suchen! Irgendwie passt das in meinem Kopf gerade komplett nicht. Anders sähe es gewiss aus, wenn ein/e Partner:in aus dem bestehenden Polykül anders/intensiver integriert werden würde. Verstehst, was ich meine?

Um es klar zu sagen: Meine Hauptpartnerperson bliebe meine Hauptpartnerperson bis zum Schluß! Hat für mich was mit unabdingbarer Loyalität zu tun. Es spricht aber für mich nichts dagegen, quasi parallel eine/n Nachfolger:in gewissermaßen "heranwachsen" zu lassen, und, sofern möglich, mit ins Alltagsleben einzubeziehen. Ein D/s-Machtgefälle würde ich in dieser Situation bewußt außen vor lassen, wenn nicht eh schon vorhanden.
Eine schwierige Situation, und jemand, der nicht in diesen Schuhen steckt, wird sich nur schwerlich da hineinversetzen können...
*******Paar Paar
93 Beiträge
Themenersteller 
Es spricht aber für mich nichts dagegen, quasi parallel eine/n Nachfolger:in gewissermaßen "heranwachsen" zu lassen, und, sofern möglich, mit ins Alltagsleben einzubeziehen.

Das sind meine Gedanken.
Kann die gemeinsame Begleitung eines lieben Menschen nicht auch eine starke Bindung bringen? Ist es nicht schöner, wenn das Ende einer liebenden Person gemeinsam begleitet wird und die geliebte nicht in ein Heim abgeschoben wird?
Sie möchte keinen Pflegedienst im Hause haben und möchte sie auch nicht in die Tagespflege abschieben.
LG
*****kua Frau
4.809 Beiträge
JOY-Angels 
Du suchst also eher deiner Frau eine Begleiterin?
*******fly Frau
7.196 Beiträge
Jeder sollte durch das Loch der Trauer, will er auch Heilung erfahren....weil es eben wichtig ist. Weiss ich durch meine Profession als Trauerbegleiterin und durch meine Erfahrung mit persönlichen Verlusten. Dabei können nahe Menschen wichtig sein aber die scheinst du TE ja zu haben. Ich empfehle dir, mit deinem Therapeuten dich auf den kommenden Verlust vorzubereiten und deine persönliche Trauerarbeit nicht zu blockieren, weil du meinst eine "neue Gefährtin" würde diese Trauerphasen und Löcher verhindern ....total falscher Denkaansatz.
Alles Gute euch
*********lerin Frau
3.057 Beiträge
@*******Paar
Kann die gemeinsame Begleitung eines lieben Menschen nicht auch eine starke Bindung bringen? Ist es nicht schöner, wenn das Ende einer liebenden Person gemeinsam begleitet wird und die geliebte nicht in ein Heim abgeschoben wird?

Habt ihr (du und die neue Partnerin) denn als frisch verliebtes Paar noch ein Interesse, eine sterbende Person zu pflegen oder werdet ihr euch gegenseitig ermutigen, genug der Pflicht getan zu haben und euch nun eurem Vergnügen zuwenden zu dürfen?
Hat eine neue Patnerin ein Interesse daran, deine jetzige Partnerin zu pflegen oder wird sie darauf warten, dass diese möglichst schnell weg ist?

Wenn alles in Liebe und Achtsamkeit geschehen würde, wäre dein Weg vielleicht möglich. Aber ich sehe da zu viele menschliche Schwächen im Weg, die alle zulasten deiner sterbenden Partnerin gehen werden, die sicher nicht mehr in der Lage sein wird, für ihre Bedürfnisse einzustehen.
Sollte deine neue Partnerin ihr nicht rein wohlwollend und liebevoll gegenübertreten, wird das riesiges Leid für deine ohnehin schwerkranke Partnerin bedeuten.

Wenn ich das richtig verstanden hab, ist deine Partnerin eine 24/7-Sub von dir, die dir einige Jahre ihres Lebens geschenkt, sich dir untergeordnet und viel für dich gegeben hat, um dich glücklich zu machen.
Kannst du ihr im Gegenzug ein paar Monate schenken und eure letzte gemeinsame Zeit so schön wie nur irgend möglich gestalten?
*******fly Frau
7.196 Beiträge
Zitat von *******Paar:
Es spricht aber für mich nichts dagegen, quasi parallel eine/n Nachfolger:in gewissermaßen "heranwachsen" zu lassen, und, sofern möglich, mit ins Alltagsleben einzubeziehen.

Das sind meine Gedanken.
Kann die gemeinsame Begleitung eines lieben Menschen nicht auch eine starke Bindung bringen? Ist es nicht schöner, wenn das Ende einer liebenden Person gemeinsam begleitet wird und die geliebte nicht in ein Heim abgeschoben wird?
Sie möchte keinen Pflegedienst im Hause haben und möchte sie auch nicht in die Tagespflege abschieben.
LG
Dann sucht du quasie eine Nachfolge Sub die mit dir deine Frau und dich im Sterbeprozess begleitet?
*********ssin Frau
397 Beiträge
Ich und mein vor fast 2 Jahren verstorbener Herr, waren in dieser Situation.
Wir lebten allerdings monogam und TPE.
Mit seinem bevorstehenden Tod sind wir sehr offen umgegangen. Haben alles erdenkliche geregelt. Bei TPE geht es da ja um das komplette Leben der Sklavin.

Er hätte sehr gerne selbst noch einen neuen Herrn ausgesucht, der mich und die Verantwortung zumindest parallel bis zu seinem Tod übernimmt, dann komplett.
Ich konnte mir das absolut nicht vorstellen.
Gott sei Dank gab es keinen, der damals in Frage gekommen wäre.

Unser Umgang mit seinem bevorstehenden Tod war anders als vielleicht üblich, daher bin ich auch nicht in ein Loch gefallen, sondern recht schnell wieder zurück ins Leben.

In meinem Herzen wird er immer sein.
Heute wäre unser 2. Hochzeitstag.

Mir geht es gut, genau so wollte er es.

Jeder der in der Situation ist, hat das Recht gemeinsam mit seinem Partner individuell zu schauen, was das Beste ist.

Ich wünsche dir und deiner Partnerin von Herzen, eine wundervolle verbleibende, gemeinsame Zeit.

Ela
*******Paar Paar
93 Beiträge
Themenersteller 
und euch nun eurem Vergnügen zuwenden zu dürfen

Ich finde, Liebe ist mehr als Vergnügen. Liebe spielt sich in gemeinsamen für einander da sein und Gedanken austauschen statt.

ist deine Partnerin eine 24/7-Sub
Das ist falsch rübergekommen. Sie ist zwar sehr ruhig, wird von mir aber nicht als Sub gehalten. Hier war gemeint, dass wir 30 Jahre zusammen sind, 25 Jahre verheiratet und die letzten 10 Jahre jeden Tag 24 Stunden zusammen verbracht haben. Erst durch die Belastung im letzten Jahr benötigte ich, ab und zu eine Auszeit um wieder Kraft zu sammeln. Diese Auszeit habe ich mit ihrem Wissen und Zustimmung bei Abendessen und angenehmen Gesprächen mit unserem lieben Transgender.

Vielleicht sollte ich erwähnen, es handelt sich um Frontotemporale Demenz, die schon zu erheblichen Wortfindungsproblemen führt. Hier ist die Lebenserwartung abschätzbar. Da ihre Schwester die gleiche Erkrankung hatte, kann ich vieles einschätzen. Das Problem ist, die kranke Person erkennt ihre Krankheit nicht.

Wenn ich auf den Rat der Ärzte hören würde, müsste ich sie in die Pflege abschieben. Das wieder spricht aber meiner Zuneigung und Liebe zu ihr und zum Glück stehen mir unsere Bekannten bei.
LG
*******Paar Paar
93 Beiträge
Themenersteller 
Dann sucht du quasie eine Nachfolge Sub die mit dir deine Frau und dich im Sterbeprozess begleitet?

Vereinfacht kann man es so sagen. Wobei meine Frau keine Sub im klassischen Sinn war. Ich habe nicht darüber nachgedacht, ob die Person, die uns in dem schweren Endprozess begleitet, eine Sub sein muss. Sie muss aber mit meinen polyamoren Leben klarkommen und Teil dieses Leben werden.
*******fly Frau
7.196 Beiträge
Zitat von *******Paar:
Dann sucht du quasie eine Nachfolge Sub die mit dir deine Frau und dich im Sterbeprozess begleitet?

Vereinfacht kann man es so sagen. Wobei meine Frau keine Sub im klassischen Sinn war. Ich habe nicht darüber nachgedacht, ob die Person, die uns in dem schweren Endprozess begleitet, eine Sub sein muss. Sie muss aber mit meinen polyamoren Leben klarkommen und Teil dieses Leben werden.
Also ich finde wenn du da transparent bist und auch klar sagst was euer/dein Wunsch ist...dann ist dies auch ok...ich denke aber, dass es nur sehr wenige gibt die sowas eingehen möchten...denn es ist das Eine jemanden (oder mehrere) in Krisen zu begleiten die man bereits kennt und liebt. Sich auf eine neue Beziehung oder Liebe einzulassen, wo sowas auf einem zukommt eine ganz andere Geschichte. Zudem findet man Liebespartner ja selten auf Knopfdruck...also ich kann das nicht steuern.
Ich wünsche euch, dass es gelingt und rate dir einfach auch beim Kennenlernen stets ganz offen zu sagen, was denn eben und warum genau gesucht wird.
*********lerin Frau
3.057 Beiträge
Zitat von *******Paar:
Vielleicht sollte ich erwähnen, es handelt sich um Frontotemporale Demenz, die schon zu erheblichen Wortfindungsproblemen führt. Hier ist die Lebenserwartung abschätzbar. Da ihre Schwester die gleiche Erkrankung hatte, kann ich vieles einschätzen. Das Problem ist, die kranke Person erkennt ihre Krankheit nicht.

Ich kenne mich sicher weniger mit der Krankheit aus als du.
Aber würde das nicht bedeuten, deine Partnerin weiß nicht mehr, dass sie krank ist oder dass sie vielleicht mal irgendwann zugestimmt hat, dass du eine weitere Partnerin suchen darfst? Sie weiß aber womöglich noch, dass sie deine Frau ist (aufgrund der langen gemeinsamen Zeit). Das heißt, im schlimmsten Fall ist sie täglich mit der Situation konfrontiert, ihren Mann mit einer anderen Frau im eigenen Zuhause zu erleben und versteht nicht, warum das alles geschieht?

Wie lange wird sie denn wahrscheinlich noch leben? Monate oder Jahre?
****ise Mann
1.551 Beiträge
Zitat von *********lerin:
Ich kenne mich sicher weniger mit der Krankheit aus als du.
Aber würde das nicht bedeuten, deine Partnerin weiß nicht mehr, dass sie krank ist oder dass sie vielleicht mal irgendwann zugestimmt hat, dass du eine weitere Partnerin suchen darfst? Sie weiß aber womöglich noch, dass sie deine Frau ist (aufgrund der langen gemeinsamen Zeit). Das heißt, im schlimmsten Fall ist sie täglich mit der Situation konfrontiert, ihren Mann mit einer anderen Frau im eigenen Zuhause zu erleben und versteht nicht, warum das alles geschieht?

Wie lange wird sie denn wahrscheinlich noch leben? Monate oder Jahre?

Sehr guter Einwand! Ich habe mich jetzt mal kurz in die Thematik eingelesen. Demenzerkrankungen gehen insgesamt häufig mit Veränderungen der Persönlichkeit einher. Dies wird wohl auch und gerade bei FTLD beschrieben. Teilweise mit Aggressivität. Dazu kommt, wie der TE schon beschreibt, eine fehlende Krankheitseinsicht.
Insgesamt würde ich mich fragen, inwieweit ich allen Beteiligten die emotionale Belastung einer zusätzlichen Partnerschaft unter solchen Umständen zumuten würde.
*****uri Frau
647 Beiträge
Ich erlebe aktuell mit wie es meinen Eltern mit der Pflege meiner Oma geht, die ebenfalls Demenz hat (Ob es eine ähnliche Form ist, weiß ich nicht). Fakt ist, dass die Pflege inzewischen so intensiv ist, dass für sie normaler Alltag schon nicht mehr möglich ist, da man meine Oma nicht mehr alleine lassen kann. Sie schlafen kaum noch eine Nacht durch, können nichts mehr ohne sie unternehmen, oder nur einzeln, während der andere sich um die Pflege kümmert.
Ich stimme da meinen Vorschreibern zu. Wenn die Beziehung bereits besteht, die Gefühle bereits da sind jemanden in dem Bereich unterstützen, gar kein Thema.
Jemand Neues mit einbringen, Gefühle entstehen lassen, prinzipiell möglich, aber kommst du, lieber TE, langfristig damit klar, dich tagtäglich damit auseinander setzen zu müssen, dass deine Hauptpartnerin nicht weiß wer du bist, wer sie ist,...
Würde eine neue Partnerin damit klar kommen?
Ich für mich würde mich erstmal auf das Bestehende konzentrieren, mir Unterstützung aus Familien- und Bekanntenkreis holen, professionelle Hilfe wo es nur geht,...
Über was Neues würde ich frühestens dann nachdenken, wenn eine Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist, vermutlich könnte ich das aber so früh noch nicht.

Ich wünsche dir und euch auf alle Fälle ganz viel Kraft für dir bevorstehende Zeit.
*******Paar Paar
93 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von ****ni:
Ich empfehle dir, mit deinem Therapeuten dich auf den kommenden Verlust vorzubereiten und deine persönliche Trauerarbeit nicht zu blockieren, weil du meinst eine "neue Gefährtin" würde diese Trauerphasen und Löcher verhindern ....total falscher Denkaansatz.


Liebe Nalani,
Menschen gehen mit dem Tod eines Lieben unterschiedlich um. Für mich ist der Tod etwas, was jedem irgendwann begegnet und damit etwas Natürliches.
Solange ich das Verhalten meiner Frau nicht einordnen konnte, hatte ich erhebliche Probleme. Nachdem der Neurologe uns die Diagnose mitgeteilt hat, bin ich nicht in ein Loch gefallen, sondern habe mich mit der Krankheit beschäftigt. Da war dann auch klar, dass ihre Schwester die gleiche Krankheit hatte und ich konnte klar erkennen, was die Zukunft alles bringen wird.
Mein Verhältnis zu meiner Frau hat sich schlagartig verändert und die Fürsorge ist jetzt das oberste Gebot.
Ob eventuell beim Tod noch eine Phase der persönlichen Trauer entsteht, kann auch ich dir nicht sagen. Aber eins kann ich jetzt schon sagen. Geistig und innerlich habe ich das Problem verarbeitet und werde meine Frau bis zum letzten Tag betreuen. Mir ist voll bewusst, was für eine Belastung noch kommt und dass meine Frau früher geht als ich. Zum Glück haben wir in der Nähe ein Hospiz und ich kann auch in der letzten Stunde Abschied nehmen.

Finde mich nicht herzlos, ich bin jemand, der realistisch durchs Leben geht und mit seinem Universum immer in Einklang kommt. Mein oberstes Motto lautet: Das Leben wird mir den Weg zeigen.
Vielen Dank für deinen Beitrag.
*******Paar Paar
93 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *****uri:
professionelle Hilfe wo es nur geht,...

Vorab, Aggressivität besteht zum Glück nicht und ich hoffe, sie lässt sich vermeiden. Sie verhält sich eher wie ein Kind. Zum Glück setzt bei FTD die bekannte Demenz spät ein und es wird versucht, mit einem Medikament zu verzögern.
Problem ist das Wortfindungsproblem und kritisch wird es, wenn sie Schluckprobleme bekommt.

Die professionelle Hilfe betrachte ich kritisch. Derzeitig soll ich sie in die Tagespflege geben. Dann würde ich sie aus ihrem geliebten Umfeld herausnehmen, ich denke, das häusliche Umfeld bekommt ihr besser. Auch kann sie hier auf bekannten Wegen allein und ausreichend spazieren gehen. Was ihr sehr gut bekommt.

Wir wissen alle, wir haben ein gutes Gesundheitssystem. Aber in der persönlichen Betreuung ist sie mangelhaft.
Vielen Dank für deinen Beitrag.
*****uri Frau
647 Beiträge
Wir haben meine Oma von 1x die Woche auf 4x die Woche in der Tagespflege erhöht und das binnen einem 3/4 Jahr, damit meine Eltern wenigstens noch die Chance auf ein eigenes Leben haben.
Aggressivität ist bei uns auch weniger gegeben. Aber durch sehr viele Wein- oder Verwirrtheitsphasen geht es sehr an die Psyche.
Die Belastung ist bei uns so hoch, dass hin und wieder tatsächlich ein Heim ins Gespräch kommt, obwohl das komplett gegen den Willen meiner Oma und auch von uns geht, weil es einfach nicht mehr geht ohne Schlaf (alle Stunde oder zwei im schlimmsten Falle geweckt werden, bringt keine Ruhe). Wir hoffen alle, dass wir es vermeiden können, aber die Tendenz geht leider zu nein.
Deswegen geh bitte nur bis zu dem Punkt, bis zu dem du es tragen kannst. Dass die professionelle Hilfe leider nicht so aussieht, wie man es sich wünschen würde ist mir bewusst. Aber geh nicht über deine eigenen Grenzen und mach dich nicht kaputt.
********er84 Mann
6.466 Beiträge
Damit das die Zeitspanne so ungewiss ist, ist das ganze sicherlich noch einmal schwerer. Das man sich als poly dann auch in dieser ungewissen Zeit nach jemandem an der Seite sehnt mit dem es abseits der Pflege und Sorgen auch noch etwas anderes und positive schöne Zeiten / Momente gibt kann ich nachvollziehen.

Da ich selbst nicht in der Situation bin oder war weiß ich auch nicht wie ich da dann tatsächlich denken, fühlen und agieren würde. Klar ist mir das auch ich für die Frau die ich liebe und mit der ich viele Jahre meines Lebens verbracht habe bis zum Schluss da sein wollen würde. Ein für diese geliebte frau da sein schließt aber für mich auch nicht aus das ich auch für mich selbst da bin und sich evtl. auch schon eine neue Beziehung beginnt zu entwickeln.

Ich glaube das es für die neue jedoch auch eine nicht immer einfache Herausforderung sein kann. Denn gerade wenn man ja frisch verliebt ist will man ja Zeit mit dem geliebtem Partner verbringen und da ist dann ja die kranke Partnerrin die wahrscheinlich viel Zeit in Anspruch nehmen wird.

Dabei stellt sich mir dann auch die Frage als Partner der kranken und neuen in wie weit es da in mir selbst Zerrissenheit und Gewissenskonflikte geben würde / kann.

Das ist eine echt blöde Situation und ich kann dem TE nur viel Kraft für den weg wünschen
*******Paar Paar
93 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *****uri:
Deswegen geh bitte nur bis zu dem Punkt, bis zu dem du es tragen kannst.
Liebe Isi,
vielen Dank für deine Worte. Das versuche ich ständig im Auge zu behalten und mich zwischendurch durch kurze Auszeiten aufzubauen. Bei dem Punkt achte ich auch auf Hinweise durch meine Bekannte. Leider gibt es bei mir nur noch einen Sohn, dessen Zeit eingeschränkt ist.

Die Psyche und Ruhe zu bewahren, ist eigentlich die schwierigste Aufgabe.
Liebe Grüße
****ise Mann
1.551 Beiträge
Zitat von *******Paar:

Vorab, Aggressivität besteht zum Glück nicht und ich hoffe, sie lässt sich vermeiden.

Schon mal gut! Ich drücke dir die Daumen, das der Kelch an dir vorüber geht!

Die professionelle Hilfe betrachte ich kritisch. Derzeitig soll ich sie in die Tagespflege geben. Dann würde ich sie aus ihrem geliebten Umfeld herausnehmen, ich denke, das häusliche Umfeld bekommt ihr besser. Auch kann sie hier auf bekannten Wegen allein und ausreichend spazieren gehen. Was ihr sehr gut bekommt.

Das unterschreibe ich. Demente Menschen aus ihrem gewohnten Umfeld und Tagesabläufen herauszureißen, ist selten eine kluge Idee.

Wir wissen alle, wir haben ein gutes Gesundheitssystem.

*nein* Haben wir nicht. Ich arbeite seit 30 Jahren darin. Haben wir nicht. Nicht mehr. Es ist auf Kosteneffizienz, Profit für wenige (Konzerne) und Messbarkeit kaputtgeschrumpft worden. Gute Versorgung fehlt an allen Ecken und Kanten. Was sagte Herr Rösler damals noch? Wir wollen ein "ausreichendes Gesundheitssystem für alle". Schulnote 4! Aktuell ist es höchstens 4-.
Der Mensch, vor allem der Alte, ist übrigens in dem System derjenige, der am wenigsten davon profitiert, und der am meisten dabei hinten runterfällt.
Sorry für das emotionale OT, aber nach 12 Stunden Nachtschicht und unterkoffeiniert passiert das schon mal...
*******fly Frau
7.196 Beiträge
Zitat von *******Paar:
Zitat von ****ni:
Ich empfehle dir, mit deinem Therapeuten dich auf den kommenden Verlust vorzubereiten und deine persönliche Trauerarbeit nicht zu blockieren, weil du meinst eine "neue Gefährtin" würde diese Trauerphasen und Löcher verhindern ....total falscher Denkaansatz.


Liebe Nalani,
Menschen gehen mit dem Tod eines Lieben unterschiedlich um. Für mich ist der Tod etwas, was jedem irgendwann begegnet und damit etwas Natürliches.
Solange ich das Verhalten meiner Frau nicht einordnen konnte, hatte ich erhebliche Probleme. Nachdem der Neurologe uns die Diagnose mitgeteilt hat, bin ich nicht in ein Loch gefallen, sondern habe mich mit der Krankheit beschäftigt. Da war dann auch klar, dass ihre Schwester die gleiche Krankheit hatte und ich konnte klar erkennen, was die Zukunft alles bringen wird.
Mein Verhältnis zu meiner Frau hat sich schlagartig verändert und die Fürsorge ist jetzt das oberste Gebot.
Ob eventuell beim Tod noch eine Phase der persönlichen Trauer entsteht, kann auch ich dir nicht sagen. Aber eins kann ich jetzt schon sagen. Geistig und innerlich habe ich das Problem verarbeitet und werde meine Frau bis zum letzten Tag betreuen. Mir ist voll bewusst, was für eine Belastung noch kommt und dass meine Frau früher geht als ich. Zum Glück haben wir in der Nähe ein Hospiz und ich kann auch in der letzten Stunde Abschied nehmen.

Finde mich nicht herzlos, ich bin jemand, der realistisch durchs Leben geht und mit seinem Universum immer in Einklang kommt. Mein oberstes Motto lautet: Das Leben wird mir den Weg zeigen.
Vielen Dank für deinen Beitrag.

Ich finde dich nicht herzlos, sorry wenn ich den Eundruck hintwrliess ...ich weiss was es heisst demente Angehörige zu pflegen und du hast meibwn grössten Respekt dafür wie treu ergeben du zu deiner Partnerin stehst, selbst wenn das ganz schwere Zeiten sind.
Ich hab einfach das Gefühl, dass du hier eher nach einer " Legitimstion" suchst weil du dir eine neue Partnerin wünschst mit der du wieder eine Beziehungsform 24/7 leben kannst, die dich bereichert. Ich finde, dass ok und verstehe darum glaub deine Ursprungsfrage nicht ganz.
*******Paar Paar
93 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *******_SH:
Gute Versorgung fehlt an allen Ecken und Kanten.

Grundsätzlich pflichte ich dir bei. Auch ich bin einer der größten Kritiker unserer Sparpolitik. Meine Aussage kommt aus einer anderen Richtung.

Ihre Schwester lebte in Litauen und hat nach den Symptomen auch FTD gehabt. Ist eben eine Form, die vererblich ist. Sie ist zu vielen Ärzten gerannt, was dort, vor allem im ländlichen Raum, schon sehr schwierig ist. Die Ursache für ihre Probleme wurden nicht gefunden und private Ärzte konnte sie sich nicht leisten.
Sie hat also keine Medikamente und Versorgung bekommen und ist jämmerlich gestorben.

Jetzt kommt mein Vergleich zu Deutschland. Allein habe ich die Erkrankung nicht gemerkt und hatte auch noch nie etwas von FTD gehört. Die Hinweise auf vermutlicher Demenz kamen von einer Ärztin, die vorsorglich eine ambulante Behandlung im Venenbereich ablehnte, weil die Klinik nicht auf solche Patienten eingestellt ist. Auch aus der Apotheke, wo meine Frau immer hingeht, wurde ich angesprochen.

Wir haben in Bad Münder ein MVZ von wo wir sofort eine Überweisung zu einem Neurologen bekommen haben. Der Neurologe hat nach den Tests sofort FTD vermutet und die Überweisung für eine passende Klinik fertig gemacht, wo dann auch alle nötigen Untersuchungen stattfanden.

Das meine ich mit gut. Gibt aber auch oft bei uns negative Erfahrungen. Aber bislang habe ich mit meiner Wahl der Ärzte viel Glück gehabt.

Abschließend zu dir. Ich habe mehrmals wegen meines Herzens in der Klinik gelegen. Ich bin Gott dankbar, dass Menschen wie dich gibt, die dafür sorgen, dass andere wieder auf die Beine kommen. Das gilt aber auch für Menschen, die den Arbeitsdruck in einem Pflegeheim aushalten müssen. Eigentlich bin ich allen Dankbar, die im Gesundheitswesen arbeit.
Alles gut für dich.
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