Vierundzwanzig Stunden
Du kommst an, Vorfreude auf Augenhöhe.Abendessen zu dritt auf der Terrasse in der ausklingenden Wärme, Austausch, langsam verlassen wir den Alltag.
Purple zieht sich zurück, überlässt uns Raum und Zeit.
Musik untermalt die Stille, der Fall beginnt als ich deine Haare öffne, dein leichtes Kleid über deine Schultern ziehe, dir deinen heutigen Platz bedeute. Wir reden noch etwas über Gott und die Welt.
Tief unten bist du bereits als ich dich an allen Vieren stramm auf dem großen Bett fixiere.
Zeit und Raum verschwimmen für dich, du tauchst in eine andere Welt, meine Welt, wirst zu meinem Geschöpf.
Die Stunden vergehen. Du bist laut, du schwitzt, deine Atmung ist heftig, angestrengt. Flow. Dein Blick ist manchmal verschwommen, manchmal klar und starr in meine Augen gerichtet. Meist aber sind die Augen einfach geschlossen.
Ich hole dich ein Stück weit zurück, es ist Zeit zu schlafen. Ich lasse dich nochmals trinken, du hast viel Flüssigkeit verloren.
Heute genügen zwei Ketten und zwei Vorhängeschlösser. Eine um deinen Hals und um eine Strebe am Bettgestell, eine um den Bauch nach hinten, die Enden durch den Schritt nach vorne und fest mit deinen Handfesseln verbunden.
Ich habe den Toilettengang vergessen, genauso wie auch das Bettlaken, das ich normalerweise zur Schlafenszeit über die Kunstledermatratze ziehe. Zwei Handtücher müssen genügen.
Du kannst dich berühren, du könntest dir weiter Lust verschaffen, aber du schläfst ein.
Nach vier Stunden schaue ich nach dir, ich habe Ketten gehört. Du bist wach, aber alles ist gut. Du wirst weiterschlafen.
Samstagmorgen. Ich habe dich geweckt und mein Griff in deine Haare bringt dich im Moment des Aufwachens sofort wieder ganz nach unten, in die Erinnerung an gestern Abend.
Die Handtücher sind trocken, dein Bauch druckempfindlich. Das reicht für ein kurzes Spiel.
Frühstück. Du brauchst das, was bei uns sonst eher unüblich ist. Purple gesellt sich dazu.
Wir plaudern, Purple macht sich fertig für ihre Spätschicht, überlässt uns wieder die Zweisamkeit.
Die Kette baumelt immer noch an deinem Hals, lädt zum festmachen am Flaschenzug ein, die Arme auf dem Rücken nach oben gezogen.
Am Ende landest du auf dem neuen Bock. Er ist noch nicht optimal auf dich eingestellt, aber der Rohrstock in meiner Hand übernimmt deine Aufmerksamkeit. Flow.
Du drückst dein Gesicht in die Kopfstütze, dein Mund findet da eine Querstrebe, eigentlich nicht so gedacht, aber nett anzusehen. Ich werde sie mit Silikon polstern.
Flow. Ich fülle dich.
E-Stim übernimmt vom Rohrstock. Deine Atmung geht, auf Bauch und Brust liegend und von einem Gurt gehalten, gepresst und heftig. Flow. Ich schalte alles ab.
Kleine Berührungen reichen und den Flow zwei Stunden aufrecht zu erhalten.
Ich erlöse dich, bringe dich aufs Bett, du bleibst genau so liegen, keine Bewegung, keine Lageänderung, ich streiche dir die Haare aus dem Gesicht. Stille, Ruhe.
Du bist ganz in der anderen Welt, ganz bei mir.
Es folgen noch einige Wellen im Auf und Ab bis ich dich endgültig zurückhole ins Hier.
Es ist Abend. Abschied. Wir sind beide entspannt und energiegeladen.
Du nimmst die Energie mit nach Hause, in deinen Alltag, in deine Welt.
Ich freue mich auf Purple, nehme einen großen Teil dieser Energie mit für sie.
Wir werden einen schönen Abend haben auf den Rutenfest wenn ich sie abhole von der Arbeit. Wir werden einen wunderbaren Sonntag erleben. Es ist Brennesselzeit.



