Gedanken einer Dominanten zu BDSM und Tantra
Es gibt im Zusammenspiel von eigenen Bedürfnissen, tantrischem Dasein und dem Ausleben von Dominanz und Unterwerfung einige scheinbare Widersprüche. Es gibt Männer, die sich wünschen, gezwungen zu werden, gedemütigt zu werden. Das sind Männer, die es brauchen, geführt zu werden. Aber genau weil sie so sind, sind sie nicht in der Lage, Verantwortung zu übernehmen und Verbindlichkeiten einzugehen. Das Miteinander bleibt oberflächlich und verschlossen.
Ich gehe davon aus, dass das eigentlich Befriedigende tatsächlich nur dann stattfinden kann, wenn wahrhaftige Liebe zwischen beiden (auch Dom und Sub) lebt. Und dass das Ausleben von Dominanz und Unterwerfung nicht fanatisch von früh bis spät praktiziert wird, sondern sich wie ein sanfter Faden durch die Beziehung webt.
Diese Beziehung würde dann von gegenseitiger Achtung und Respekt auch in Bezug auf die sogenannten Spielzeiten leben und natürlich auf den gesamten Alltag bezogen sein.
Aber das ist wohl ein Idealzustand. Solch einen Menschen zu finden ist der Sechser im Lotto oder die Nadel im Heuhaufen.
Ich betrachte in meinem BDSM-Roman „Das Rosenhalsband“ – Sehnsucht nach Unterwerfung diese Problematik auch kritisch und habe darin auch einiges infrage gestellt.
Letztendlich ist es am allerwichtigsten, dass du für dich weißt, was dir gut tut, was du möchtest. Und wenn sich dann in Bezug auf diese deine Bedürfnisse, die deine energetische Ausstrahlung ausmachen, jemand in dein Leben einfindet, dann ist das wunderbar, wenn es passt. Alles andere lass fließen.
Doch so wie bei allem im Leben ist alles stetiger Veränderung unterworfen. Somit auch das Miteinander in einer Beziehung, die in Liebe eingegangen worden ist. Das zu verstehen und auch immer wieder loszulassen, das ist eine Aufgabe des Lebens. Diese Art Sein und das Verinnerlichen sind im tantrischen Dasein eine Art zentraler Punkt.
Auch ich, obwohl ich mich schon so viele Jahre, sowohl mit dem einen als auch mit dem anderen befasse und es lebe, lerne immer noch daran, dass nichts von Dauer ist, alles sich stetig verändert und ich nur loslassen brauch, um energetischen Freiraum für Neues, Höherbewusstes zu erlangen.
Esteva Hara











