Im Hotel
Das Hotelzimmer liegt offen vor uns. Unsere Blicke treffen sich. Ein magischer Moment – Blicke, die alles sagen, alles bedeuten. Die Lust erhebt sich in meinem Innersten. Dieser Blick, so fordernd, so hingebungsvoll, so tiefgründig. Meine Hand begibt sich auf eine Reise zu ihrem schlanken Hals, umfasst ihn; sie schließt die Augen und ergreift mein Handgelenk. Ich merke ihr Ziehen, als wolle sie mich näher spüren. Ich verstehe, ich greife zu und unsere Lippen berühren sich. Ihr Atem, berauscht von Lust und Verlangen. An ihrem Hals führe ich meine Angebetete weiter hinein in den Raum – unser Kosmos für die nächsten Stunden. Die Welt um diese vier Wände herum verstummt und verschwindet. Nur noch Dunkelheit umschließt unser Raumschiff. Nur wir zwei, umschlungen von Verlangen und Hingabe. Wir stehen im Zentrum des Raumes und des Universums. Ich hauche in ihr Ohr, während sich mein Griff um ihren schlanken Hals strafft: „Bist du mein?“ Sie flüstert, beinahe stöhnend: „Ja, Herr, ich bin dein!“Meine freie Hand möchte sie spüren, wie ihre warme Haut auf sie schlägt. Das Geräusch, als meine flache Hand auf ihr Ebenmaß schlägt, verhallt schneller als ihr Stöhnen als Verheißung ihrer Lust. Ein weiterer Schlag auf ihr Gesäß erregt mich. Meine Hand verweilt und spürt die steigende Wärme ihrer Haut. Die Hand trifft erneut den weißen Samt, der sich rosa färbt. Meine Sehnsucht verhaucht in ihrem Ohr: „So soll es nun von fortan sein.“
Ihr Kleid fällt zu Boden. Ich bete sie an, meine hingebungsvolle Zofe. „Gib mir deine Hände.“ Den Blick gesenkt, entblößt sie ihre zarten Hände vor meinem Blick. Geschmeide aus tiefschwarzem Leder umfassen ihre Handgelenke. Der Haken des glänzenden Verschlusses besiegelt die erste Hälfte des Paktes, als sich unsere Zungenspitzen berühren. Bestimmend weisen meine Hände den Ihren den gebührenden Weg an den Ort ihrer Bestimmung. Hinter ihrem Rücken besiegelt ein Klicken den Pakt. Meine Hände erkunden ungezügelt ihren Körper, umfassen ihre Schultern, fahren an ihrer Kurvatur entlang. Ihre Taille fordert mich zum Verweilen auf. Auge in Auge, kein Wort und doch eine Botschaft: Der Glanz der Sehnsucht, die Flammen der Hingabe und die ungezügelte Lust entfachen das Feuer.
Nur mein kurzes Nicken ist Anweisung genug. Langsam gleitet ihr Körper abwärts. Der weiche Teppich küsst und liebkost ihre Knie. Ich öffne meine Hose und befreie meine Manneskraft aus ihrem Verlies. Ihr lustvoller Blick trifft meinen. Ein weiteres kurzes Nicken ist Befehl und Belohnung. Ihre warmen Lippen umschließen meinen Schaft. Ein leichter Biss und ein Funkeln in ihren Augen bedeuten die Welt, die sich um mich zu drehen scheint. Meine Hand schwebt hinab, langsam. Sie findet den schönen Schopf, sorgsam zu einem Zopf gebunden. Ohne Zögern, ohne eine Unterbrechung unserer Blicke, die uns vereinen, weist meine Hand den Weg. Ihre warmen Lippen berühren das Ende ihres Weges. Nur Sekunden verstreichen und ihre Augen beginnen zu glänzen. Ihr Körper bäumt sich kurz auf, jedoch ist ihr Blick fest auf meine Augen gerichtet. Eine kleine Träne rinnt über ihre Wange. Ein leichtes Ziehen an ihrem Schopfe bringt meinen glänzenden Schaft wieder hervor. Meine Augen bemerken, wie ihr Mund mich weiter willkommen heißt. Den Schopf fest in der Hand, nehme ich mir, was sie mir versichert hat. Lustvoll benutze ich das mir dargebotene Kleinod. Geräusche der Lust und der Hingabe erfüllen den Raum in den nächsten Minuten.
Den Höhepunkt verschmähend, unterbreche ich den Liebesakt. An ihrem schlanken Hals greifend, unterstütze ich ihr Aufrichten. Ihr Körper fährt kurz bei meinen Worten zusammen, die leise und bestimmend klingen: „Begib dich auf das Bett. Präsentiere mir deinen Arsch!“ Ihre Wange berührt die Matratze. Metallisches Klappern bestätigt den soliden Fortbestand der Einschränkungen. Staunend betrachte ich meine holde Ergebene, ihr Ebenmaß emporgereckt. Ein Teil ihres Stolzes rosig, der andere makellos. Das Utensil der Lust bei der Hand verstärkt den Reiz, das Gefühl der lustvollen Pein. Meine Worte sind bebend: „Zehn Schläge.“ Ihre Erwiderung ist unverzüglich: „Bitte, mein Herr.“
Bedächtig wird erkundet und ein Ziel bestimmt. Die Eins erfüllt den Raum mit dem kurzen Schlag und der folgenden Verheißung der Lust aus ihrem Munde. Das Farbenspiel der weißen Seide bei jedem Streich, von der weißen Unschuld zur Glut der Abendröte, betört meine Sinne. Tropfen der Freude rinnen ihr an den Lenden herab. Mein benetzter Finger lässt mich von dem Nektar kosten. Das Utensil fest in der einen Hand, den silbern glänzenden Verschluss ihrer Fesseln in der anderen, vereinigen wir uns. Ihre Hitze und ihre Enge umfassen mich fest. Ein Stoß, ein Schlag. Ihr Keuchen beraubt mich meiner Sinne. Ihre Hände umfassen mein Handgelenk und flehen – flehen nach mehr. Sie zerren an mir und nun befiehlt sie mich, leitet meine Stöße, führt mich durch das Feuerwerk der Ekstase. Kein Raum, keine Zeit, nur grenzenlose Begierde. Ich spüre ihren Körper, er umfasst mich, gewährt mir Einlass in ihr Innerstes. Meine machtvolle Brandung entfacht die Beben in ihr. Eines und noch eines, ich bin berauscht von ihr – von ihrem Geruch, von ihrer Stimme, von ihrer Wärme. Sie schaut zurück und unsere Blicke treffen sich. Sie öffnet langsam ihren Mund. Leuchtende Augen verlangen nach einem letzten Geschenk.
Ich ergreife ihren Schopf und führe ihr bezauberndes Gesicht zu meinen Lenden. Glänzend und bebend findet er seinen Weg in sie. Mein Schreien erschüttert mich. Die Entgrenzung überkommt mich. Unsere Blicke verschmelzen, als ich ihr mein lüsternes Geschenk übereigne. Auf den Tumult des Orkans folgt die seichte Ergebung in die Umarmung und die Verschmelzung zweier Seelen. Herzschläge, so wild, so synchron, bezeugen das Siegel der Leidenschaft.


