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Nix passiert

*******orm Frau
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Themenersteller 
Nix passiert
In der Luft liegt noch der süße Duft vom Wochenende, Duftrichtung Einfach-Abhängen, frei von Terminen. Die Decke schmiegt sich sanft an mich, das Kissen flüstert: „Bleib noch liegen.“ Draußen sind die Morgenanbeter schon durch mit ihrem ersten harten Workout, die Vögel zwitschern eifrig, als hätten sie keine Ahnung von Müdigkeit oder von einem Montag. Hier drinnen beginnt der erste Wochenkampf mit der Feststellung: Es ist Montag. Muss ich wirklich? Der Rest von meinem menschlichen Dasein hadert noch zwischen „Warum darf ich nicht liegenbleiben?“ und „Vielleicht doch aufstehen?“, ohne eine wirklich befriedigende Antwort im Halbschlaf zu bekommen. Ein Auge öffnet sich langsam und fixiert den Mitbewohner mit der größeren Arbeitsmoral an diesem Morgen. Nicht nur an diesem Morgen, eigentlich ist der Untermieter ein Streber. Der, der unschuldig blinkt, aber in Wahrheit die absolute Macht über Zeit und Moral beansprucht.

Meine Gedanken hängen immer noch zwischen Nirgendwo und Irgendwo fest. Zwischen „noch fünf Minuten“, die gefühlt vor 10 Minuten schon rum waren, und „wenn ich mich bewege, ist alles vorbei“. Das zweite Auge versucht, sich müde hochzuklappen - ein heroischer Anspruch. Vielleicht soll der Rollladen auch einfach untenbleiben. Der Zimmergenosse, dieses störrische Etwas, ist es nicht wert, dass man ihn mit beiden Augen fixiert. In fünf Minuten wird er wohl oder übel noch an Ort und Stelle sein. Und dennoch: Sein Leuchten, das jede Nacht taghell werden lässt - ein stilles (Er)Mahnen. Dennoch entschließe ich mich, noch einmal die Augen zu schließen, vielmehr handelt mein Körper selbstständig, ohne Rücksprache mit mir.

In meinen Gedanken lasse ich die willensstarke Frau heraushängen, um dem morgendlichen Drama zu begegnen. Mitten in einem kühlen Raum, ein Scheinwerfer auf ihn gerichtet, sitzt er in unschuldig wirkender Pose auf dem hölzernen Stuhl. Man sieht es ihm an: Dieser Mitbewohner startet jeden Morgen mit einer Arbeitsmoral, für die andere glatt zum Mitarbeiter des Monats gekürt würden - und er wirkt dabei fast stolz darauf. Das rote Leuchten in seinen Augen verrät ihn. Als würde er sich innerlich selbst auf die Schulter klopfen, jedes Mal, wenn er mich aus dem Tiefschlaf reißt. Ich trete vor ihn in einem schlichten OP-Outfit, gehe langsam in die Hocke und schaue ihm mit eiserner Miene fest in sein kantiges Gesicht. Dieses vibrierende Aufbäumen, dieses selbstzufriedene Anschwellen kurz vor dem finalen „TUT“. Er, der sich jeden Morgen selbst von einem Kissenknebel unbeeindruckt zeigt, verstößt gegen sämtliche Absprachen. „Haben wir nicht besprochen, dass du deine Leistungsdemonstrationen auf ein Minimum reduzierst?“, donnerte ich ihm entgegen. Er schweigt. Natürlich schweigt er. Aber dieses selbstzufriedene Blinken - das ist Antwort genug.

Meine Hände greifen seinen makellosen, glatten Körper. Ich spüre kleine Vertiefungen, die ich genussvoll ganz langsam drücke. Vielleicht entweicht ihm ein leises, schwer zu erkennendes „Tuuuut-tuuuuut“. Vielleicht fangen seine Augen an zu flackern. Doch er bleibt standhaft. Als Wiederholungstäter ist er geübt in seiner Standhaftigkeit. Meine Finger fahren genussvoll über die Rillen an seiner Außenseite. Ganz langsam drücke ich sie bestimmend und schiebe die Schutzklappe weg. Da liegt es: sein Egoherz, dreifach AAA, makellos. Glänzend. Eiskalt. Perfekt geladen.

Noch einmal gebe ich ihm die Chance, ein Geständnis abzulegen, ein Akt der Gnade, bevor ich - in meiner Traumwelt die brillanteste Herzchirurgin, die je existierte - sein Herz mit chirurgischer Präzision freilege, sehe, wie es vor mir pocht, nur um einen Augenblick später, wie mit der Klaue eines Werwolfes, es herauszureißen, bis das Glimmen in seinen Augen verlischt und er keinen Ton mehr hervorbringt. Ob Hollywood jemals diese Szene besser hätte inszenieren können? Wahrscheinlich nicht. Die Kamera würde hier atmen, jeder Schnitt perfekt getimt, die Musik dramatisch. Jeder Blick, jede Spannung. Glücklicherweise ist es ein Stummfilm. Kein „Knack“ der Knochen, kein erschütternder Laut. Nur meine Augen. Mein Atem. Das blinkende Licht. Die Kontrolle in meiner Hand. Jede Bewegung ein Statement. Hollywood hätte applaudiert. 
 
06:00 Uhr unüberhörbar kaltherzig: TUT - TUT - TUT.
 
Da ist er wieder. Dieser Streber, der mich unsanft in einen Montagmorgen katapultiert. Ich ziehe die Decke höher und murmele: „Du bekommst kein Abzeichen. Nur weil du pünktlich deinen Orgasmus bekommst.“ Ich strecke einen Fußzeh langsam unter der Bettdecke hervor. Brr, ist das schweinekalt. Wer kam überhaupt auf die Idee, ein Schlafzimmer so arktisch zu temperieren, dass selbst Pinguine frieren würden? Gut für das sogenannte Schlafklima. So ein Wort, das ich hasse. Es klingt nach Wellnessprospekt, meint aber eigentlich nur: frier und jammer leise. Schlafklima - ja, genau. Ein Begriff, der vermutlich erfunden wurde, um Menschen wie mich morgens zu disziplinieren. Vielleicht wurde das Schlafzimmerklima auch ganz gezielt so gewählt. Schließlich muss die Ware im mittleren Alter ja irgendwie frisch gehalten werden. Wie die Ware in einem Kühlschrank im Wechseljahres-Kühl-Modus. 

Ehrlich gesagt bringt alles Jammern nichts. Weniger schwungvoll schäle ich mich aus dem Bett und verschwinde raschen Schrittes Richtung Badezimmer. Kaum berühren meine nackten Füße die wohltemperierten Bodenfliesen, entweicht mir das erste „Ohhh“ - und ein zweites, tieferes „Oh ja“, sobald das warme Wasser der Dusche über meine Haut fließt. Danach läuft alles wie am Fließband: Kleidungswahl, Frühstück to go - gekrönt vom obligatorischen Joghurtdrink, den ich im Gehen leere. Rekordverdächtig schnell heute Morgen.

Nur einen Wimpernschlag später sitze ich bereits vor dem Monitor im Büro.
Längst sind das nervige Stop-and-go im Berufsverkehr, der quietschende Scheibenwischer, der die Unmassen an Regentropfen beiseite schaffen musste, vergessen. Die ersten Mails laden sich wie von Geisterhand, und meine To-do-Liste scheint endlos zu werden an diesem Morgen.

Da ist es wieder: das allmorgendliche Schaulaufen, begleitet vom obligatorischen Kopfgymnastikprogramm. Es beginnt wie von selbst. Der junge Azubi - mit diesem bemerkenswert knackigen Hintern durchaus ein Blickfang. Wenn da nur nicht diese viel zu große Cargohose wäre, die sich alle Mühe gibt, sein Potenzial zu sabotieren. Sein Gesicht hingegen wirkt noch so ungereift, als würde ein Bildhauer gerade erst die Skizze begonnen haben. Kaum hat er das aufgeregte weibliche Bestäuber-Kommando passiert, beginnt die Show: das langsame Drehen des Kopfes, die Haltung einstudiert. Ob es nun sein Hintern ist oder die Duftspur, die ihm folgt - die kleinen Fliegerinnen sind hin- und hergerissen.

Und dann betritt jemand den Raum, dessen Charisma selbst den Azubi kurz innehalten lässt, wie ein Anfänger, der entdeckt, dass das Hochseil kein Netz hat. Jeans, ein perfekt sitzendes Hemd, farblich abgestimmte Krawatte. Auf den ersten Blick unschuldig, und doch ahnt man sofort, dass das nur Fassade ist. Haare kurz, an den Schläfen silbern wie das Fell eines Wolfs, der lange genug überlebt hat, um Rudel zu führen. Der Dreitagebart auf den Punkt getrimmt, jede Linie bewusst gesetzt. Ein Mann, der mit leiser Stimme dominiert, ohne sie zu erheben. Seine Augen – markant, ausdrucksstark, dunkel wie poliertes Ebenholz – scannen den Raum, ruhig, ohne Hast. Dann ein beiläufiges „Guten Morgen“, fast wie ein Reflex, unaufgeregt, und doch spürt man, dass er seinen Platz kennt. Jede Bewegung sitzt, jede Geste wirkt durchdacht und souverän. Seine Hände: groß, kräftig, bereit zu führen oder zu packen. Sofort zieht er Aufmerksamkeit auf sich, ohne ein Wort zu verlieren. Alle spüren es, bevor es ausgesprochen wird. 

Ich schiele über den Monitor und fahre mir heimlich mit der Zunge über die Lippen - wie ein Raubtier, das einen unnahbaren Wolf studiert. Jeder Atemzug zieht mich näher, jeder Blick steigert die Spannung, jede kleine Bewegung von ihm ein Rätsel, das ich nur aus der Ferne bewundern kann. Er ist perfekt, kalkuliert, unerreichbar - die Art von Beute, die man heimlich begehrt, weil man weiß, dass sie nicht zu greifen ist. Die, deren Lebensplanung bei Tinder endet? Wahrscheinlich halten sie ihn für „viel zu alt“: zu graues Haar, zu viele Jahre Abstand - für sie längst aus der Liga, bevor sie überhaupt bemerken, dass er existiert. Dabei ist er locker noch fünfzehn Jahre von dem entfernt, was man „Rente“ nennt - ein Mann, der das Spiel schon längst durchschaut hat, während sie höchstens die Regeln raten. Eine Frau in den Wechseljahren hingegen erkennt sofort, wie echte Qualität aussieht und warum genau diese Art Mann für sie unwiderstehlich ist.

Die Hormone spielen den Gedanken einen Streich. Mein Kopfkino versinkt im Chaos, wenn ich mir vorstelle, dass er vielleicht in einem Arztoutfit vor mir steht und bei einer morgendlichen Herz-OP seine Anweisungen gibt - klar, präzise. Und dann … nach erfolgreicher OP, dann schmiegen sich unsere verschwitzten Körper in einem Materiallager zwischen den kalten Metallregalen, eng aneinander. Seine Hände erkunden Stellen, für die selbst eine Facharztausbildung nie genug wäre. Jeder Griff, jede Berührung lässt mich aufschrecken, und gleichzeitig zieht es mich magisch näher.
Dieses Werden wir erwischt, das kalte Metall, der heiße Atem - es klingt wie aus einem Dreigroschenroman und macht mich so unglaublich geil, an diesem Montagmorgen. Hatte ich erwähnt, dass ich Montagmorgen eigentlich hasse?

Oh nein, nicht schon wieder diese gemeinen Wechseljahreshormone. Was soll ich tun? Ein Teil von mir will es, will diese brennende Mischung aus (nicht) Kontrolle, Macht und Verlangen, die er mit jedem Blick entfacht. Wer weiß, vielleicht ist es diese unverschämte, verruchte Lust, die mich antreibt, oder einfach eine chronische Untervögelung. Jedenfalls bleibt dieses Kopfkino nicht unbemerkt von anderen Körperteilen, die sofort ein Warnsignal senden: Es wird nass. Slipsensor Posten äußere Schamlippe an Gehirn: Melde, der Feuchtigkeitssensor ist angesprungen, frage, kommt da noch mehr, müssen wir die Schleusentore schließen? Schließen, wer will was schließen, zum Schließen ist das Kopfkino bereits über den Trailer hinaus. 
 
Kurz: Die Situation muss mit einer Rettungsoperation in trockene Tücher gebracht werden. Das einzige wirksame Mittel heißt Rückzug. Mit schnellen Schritten bewege ich mich Richtung Damentoilette, wie eine Königin, hoch erhobenen Hauptes, die sich nichts anmerken lässt. Nicht aus Schwäche, sondern unter Berücksichtigung der brodelnden Bürogerüchteküche. Bevor hier noch jemand ein Feuchtbiotop zwischen meinen Schritten imaginiert, Alterserscheinungen als Inkontinenz fehlinterpretiert und in den Raum wirft, rette ich meine Würde selbstständig. Dieses fleißige, unerfahrene Bienenvolk kann doch Blasenschwäche nicht von gereifter Geilheit im Alter unterscheiden. Vielleicht ist nur ein winziger Hauch - vielleicht - wegen des Alters dran an der Sache, aber nur eventuell, wenn man es ganz genau betrachten würde, mit klinischer Studie und so, ja dann. Korrekterweise würde ich sagen: Aktuell ist mein Innenleben zwischen den Beinen dabei, auf „Verrucht Deluxe“ umzuschalten. Dank der hormonellen Großwetterlage fühle ich mich, als hätte mein Körper beschlossen, gleichzeitig Tropensturm, Sauna und Vulkanausbruch zu sein. Jede Bewegung prickelt, jede Kleinigkeit lässt es in mir auflodern - heiß, ungestüm, fast schon rebellisch. Mein Körper brüllt: Raus, greif dir einen Schwanz! Während ich eigentlich täglich hier versuche, seriös Tabellen am Rechner zu öffnen.

Kaum ist die Abschlusstür der Damentoilette ins Schloss gefallen, empfängt mich mein Spiegelbild wie ein alter Komplize. Es grinst, natürlich grinst es. Als hätte es iligale Wetten gegeben, wie lange ich die Fassade diesmal noch halte. Meine Hände krallen sich in das sterile, kaltweiße Waschbecken - Hygiene trifft Hysterie. Sehr würdevoll.

„Wir wissen doch beide, was du hier willst“, scheint das Spiegelbild zu sagen. Die Finger - stille, heimliche Veteranen aus unzähligen Meetings mit anderen Körperteilen - wissen genau, welche Knöpfe sie drücken müssen, welche Bewegungen, welche Tricks, um sofort Erleichterung zu verschaffen. Der Kopf überlegt noch: Sollte man? Ach bitte. Seit wann war „sollte“ jemals ein ernstzunehmendes Argument? Wir sprechen hier nicht von Tagträumen. Wir sprechen von Erfahrungswerten. Feldstudien. Praxisnah. Der Spiegel zwinkert. Geduldig. Er weiß: Moral ist dehnbar, Hormone unberechenbar, meistens lassen sie sich nur kurzzeitig besänftigen.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Beherrschung kündigt. Bis das „professionelle Auftreten“ die weiße Fahne hisst und die Biologie die Geschäftsführung übernimmt. Bleibt lediglich die technische Frage: Sind die Kabinentüren schalldicht? Oder darf die Chefetage zwei Stockwerke höher unfreiwillig Zeuge eines akustischen Naturereignisses werden? Transparenz im Unternehmen - anders gedacht. Ich sollte später sagen, die Quartalszahlen waren so wunderbar, dass ich vor lauter Aufregung nur kurz aufschreien musste, ob man das glauben könnte, hmmmm. Ich sollte meine Gedanken ordnen. Klar werden. Rational. Erwachsen. 

Erwachsen. Dass ich nicht lache. Als würde Reife automatisch mit innerer Stilllegung einhergehen. Als bekäme man zum runden Geburtstag einen behördlichen Bescheid: Begehren eingestellt. Vielen Dank für Ihre bisherige Teilnahme. Kann man für Geilheit jemals zu alt sein? Bitte. Der Körper mag Falten werfen, aber er wirft doch nicht das Handtuch. Hormone lesen keinen Personalausweis. Lust kennt kein Renteneintrittsalter. Sie kommt, wann sie will - vor allem aber ungefragt, unverschämt, (un)zuverlässig und niemals zur passenden Zeit. Vielleicht wird sie leiser oder einfach nur klüger. Aber weg? Sicher nicht. Erwachsen heißt doch meistens nicht abgestorben.

Es heißt, man sollte theoretisch wissen, was man tut. Theoretisch. Nur dumm, dass Theorie und Körper selten dasselbe Büro teilen. Während der Verstand noch Protokoll führt, Zuständigkeiten klärt und sich um Anstand bemüht, hat die Biologie längst das Kommando übernommen - einstimmig, ohne Einspruch, brutal effizient. Meine harten Nippel lachen über Rationalität. Sie meutern. Sie starten einen Tropensturm der Kategorie 3, der laut Definition nur „große Schäden“ anrichtet. Ist ein nasser Slip ein großer Schaden? Vielleicht. Aber wer fragt schon nach der Definition, wenn das eigene Nervensystem einen Sabotageakt plant? Ich beschränke mich auf die nüchterne Außenperspektive. Und irgendwo zwischen Waschbecken und zerbröckelnder Würde frage ich mich: Wer kontrolliert hier eigentlich wen - und warum hat das so wenig mit mir zu tun?

Ich reiße die Kontrolle an mich. Haltung bewahren, eindeutig. Die Bluse richten. Die Hände unter kaltes Wasser halten. Es kommt mir vor, als vernehme ich ein leises Zischen - wie beim Feuerlöschen. Notfallmaßnahme erfolgreich. Brandherd vorübergehend eingedämmt. Ein Blick in den Spiegel. Da ist es immer noch, dieses Zwinkern. Dieses: Du hast vielleicht diese Runde gewonnen, aber wir beide wissen sehr genau, dass der Tag noch nicht vorüber ist. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Meute wieder die Macht an sich reißt.

Rotzig, hoch erhobenen Hauptes verlasse ich den Neonlichttempel. Gedanklich noch bei der Meuterei schleiche ich den Gang entlang und stoße mit Jörg zusammen. „Entschuldigung, Jörg, habe dich gar nicht gesehen.“ Eine klitzekleine Lüge. Ich werde nicht einmal rot. Oder zählt das heimliche Anvisieren meiner Beute über den Monitorrand eigentlich schon als Beobachtung? Währenddessen stehe ich hier - unbeabsichtigt. Absichtlich. Die Gedanken überschlagen sich. Hat er gerade seine Hand um mein Genick gelegt? Oh, ihr bösen Gedanken, spielt mir nicht schon wieder diesen Streich. Oder verraten meine Augen, dass ich nicht sein Gesicht, sondern eindeutig zwischen seine Beine geschaut habe? Hatte ich die Zunge schon halb aus dem Mund hängen - sabbernd wie ein Hund vor dem Metzgerladen? Und wenn ja - hatte er es gesehen?

Er beugt sich ein kleines Stück näher. Nicht viel. „Du starrst“, sagt er leise. „Und ich frage mich, warum.“ Ich hebe den Blick. Langsam. Absichtlich diesmal. „Vielleicht“, sage ich und zucke mit der Schulter, „wer weiß das schon?“ Ein Muskel in seinem Kiefer arbeitet. Kein Lächeln. Aber auch kein Rückzug. „Nichts passiert“, sagt er schließlich.
Und doch dehnen sich die Sekunden des Schweigens wie Kaugummi. In diesen Momenten ziehen die Abendstunden mit vorauseilendem Gehorsam, mit einem absolut nicht jugendfreien Programm, wie ein Film an mir vorbei. „Nichts passiert.“ rettet das Filmprogramm auch nicht, vielleicht wäre es der Filmtitel, wer weiß? Diese Vorführung jedenfalls läuft schon mittendrin, da, wo du meinen Kopf auf den Kopierer drückst, meine Beine wackelig sind und dein Schwanz unaufhörlich in meine Fotze stößt und die 500 Blatt Papier meine neue Schlafzimmer-Tapete werden könnten, bei jedem Stoß den Kopierknopf drücken, rhythmisch muss es sein. Wenn dein Zuckerguss mich innen flutet und bei jedem Zustoßen dieses schmatzende Geräusch entsteht, der Mösensaft, der an meinen Innenschenkel herunterrinnt, wie ein Bachlauf, der nicht enden will. Wenn deine Krawatte meine Hände fest auf dem Rücken hält und dein Ledergürtel die Luft schneidet. Mit einem klatschenden Applaus auf meinen Arsch auftrifft. Dann, wenn der rot geschundene Arsch und die wundgescheuerte Fotze flehen, aufzuhören, und du zur Höchstleistung aufläufst, mich herumdrehst, zu dem naheliegenden Schreibtisch schubst und sagst, das total aus der Zeit gefallen zu sein scheint: "Oh je, die Vorderseite ist ja noch so unschuldig weiß, das geht ja gar nicht". Dann, wenn du jede kleine, fiese Foldback-Klammer nicht nur an meinen weit abstehenden Nippel setzen wirst, sondern diese unerbittlichen Klemmen, trotz der Tränenflut oder gerade deswegen, wer weiß, an die geschwollenen Mösenlappen anbringst. Wenn der Körper zittert, deine Hand mit auf die glänzend feuchte Muschi schlägt und jeder Schlag noch mal an den Klemmen nachhallt. Ein Jaulen mehr, bekomme ich nicht raus, sich mit einem „Auaaaaa“ vermischt, dann, wenn du nach einem Stift greifst und mir diesen zwischen die Zähne klemmst, mit den Worten „Den wollen wir jetzt nicht fallen lassen". Du versuchst meine Schreie damit unter kontrolle zu bringe. Wenn deine Hand immer wieder genussvoll den Kitzler stimuliert und du danach deine feuchten Finger in mein Gesicht drückst.
 
 
Sekunden später schmiegt sich das aufgewärmte Leder um meinen Hals, seine kräftigen Hände an meinen steinharten Nippeln, wie sie daran ziehen und die Titten als das Gegengewicht, den Schmerz nicht mildert, der Oberkörper streckt sich freiwillig deinen Händen entgegen, nur dass das Ziehen nicht noch schmerzhafter wird, kurz bevor ich zu Boden sinke und immer noch artig versuche, den Stift zu halten. Dann, wenn der Boden schon unter mir oder mit mir zittert und ich nicht erkennbare Wollustschreie von mir gebe. Tränen, die mein Gesicht fluten. Dann, wenn du dich noch einmal über mich kniest, deine Knie meinen Kopf wie in einem Schraubstock festklemmen und es kein Entkommen gibt, du den Stift gegen deinen harten Prügel tauschst und diesen ohne Rücksicht auf meine Atmung tief in mich reinrammst, dich auf meinem Gesicht setzt, mir den Atem raubst, mich teilhaben lässt an dem Geschmack der Unvernunft. Wenn du dich nach vorne beugst, um mir hin und wieder ein wenig Luft zu gönnen, zeitgleich aber meinen angeschwollenen Kitzler an der Muschi zusammendrückst und deine Finger eher unsanft in das geweitete, klitschnasse Fickloch zustoßen lässt. Wenn wiederholte feste Schläge die Haut färben, wenn du Klemmen abziehst und dann die Haut an der Stelle mit deinen Fingern massierst und drückst, dann, wenn meine Hände hinter dem Rücken versuchen, deine Krawatte auseinanderzureißen. Ja, dann kannst du zwar sagen, es ist nichts passiert, aber retten wird das mich nicht mehr. Ich will doch, dass was passiert, jede Faser meines Körpers schreit nach Aufmerksamkeit, nach dem Leder, das meine Haut küsst, dieser charakteristische Lederduft mir unter die Nase gerieben wird und sanft meinen Rücken streichelt, um Augenblicke später seine Visitenkarte auf meinem Arsch abzudrucken, dass deine Hände unsanft zupacken, das die nächsten Tage jedes Sitzen zur süßen Qual werden lässt und bei jedem Schritt mich nicht zwischen Schweben und bebendem Schmerz unterscheiden lässt. Das ist es, was ich will, und nicht ein Sorry, nichts passiert.
 
Kaum ein Atemzug später, meldet sich der Posten „Äußere Schamlippe“: Feuchtigkeitswerte erneut erhöht. Anfrage an Zentrale: Wie sieht der Notfallplan aus?

Knistern…
Zentrale: Lage unklar. Beobachten. Noch keine Evakuierung.

Posten: Verstanden. Überwachung läuft.

Eine unheimliche Ruhe für eine Nanosekunde - dann flüstert der Posten zum Langzeitgedächtnis:
Altersgerechte Sicherheitsausstattung prüfen… Internetrecherche empfohlen.

Langzeitgedächtnis: Protokoll abgelegt. Achtung: Speicherplatz begrenzt. Frühere peinliche Protokolle werden automatisch überschrieben.

Posten: …Ah. Also wieder mal alles wie immer.

Ich höre den Posten murmeln: Vielleicht doch mal alternative Unterwäschemodelle evaluieren… Komfort vs. Blasenschwäche.

Ich atme scharf durch. Verräterischer Körper. Illoyale Infrastruktur.

Plötzlich verursachen deine Worte einen abrupten Stopp, katapultieren mich ins Hier und Jetzt. Wir sind im Büro, und er fragt mich gerade, ob wir vielleicht nach Feierabend was trinken gehen wollen.
„So gegen sechs, wenn du Lust hättest.“ Lust, was zu trinken – soll ich antworten? „Ja, sicher.“ Oder lassen wir das Trinken weg und kommen gleich zum Hauptpunkt des Abends?

Doch bevor ich nur denken kann, habe ich zugesagt, ohne zu wissen: Wo gehen wir hin? Sind wir alleine? Wird es eine nasse Orgie zu dritt? Mein kleiner Dämon mit schwarzem Humor läuft gerade noch mal zur Hochform und denkt: Bitte nicht in diesen neuen Laden.Du weißt schon - der, bei dem vor meinem geistigen Auge sofort ein Hinweisschild aufpoppt: Ambiente. LED-Kerzen auf den Tischen. LED! Wie soll man da spielen wie ein aufmerksamkeitssüchtiges Kleinkind? Wo keine echten Wachstropfen mehr - selbstverständlich völlig unbeabsichtigt - auf dem Handrücken verrinnen, nur um zu beobachten, ob sich seine Gesichtszüge zu einem teuflischen Grinsen verziehen. Und dieses Lokal serviert ausschließlich Babygemüse. Babygemüse! Erfunden nur von einem zutiefst frustrierten Mann, der zu Hause immer die Hoheit behalten muss. Anders lässt sich doch nicht erklären, warum man freiwillig so winzige Gurken züchtet. Allein der Gedanke: Eine Frau, genauso notgeil, äh … sexuell unerfüllt wie ich,  steht nachts vor dem Kühlschrank, zielstrebig das Gemüsefach öffnend, bereit, ein stattliches Exemplar zu greifen … und dann dieses unschuldige, tödliche:
„Schatz, ich hab heute extra neue Babygurken gekauft.“ Ich sag’s, wie es ist: Der Todeszeitpunkt wäre exakt dieser Moment.
Und jede Richterin dieses Landes würde milde nicken und freisprechen.

Und während mein Kopfkino mir sichtlich Schweißperlen auf die Stirn – und nicht nur dort - zaubert, bleibt die Frage: Wie soll man da noch Lust auf einen normalen Drink haben? Noch Stunden bis Feierabend, und ich bete inständig, dass mich keine verdammte Babygurke erwartet. Lieber eine dunkle Ecke, schmutziger Spaß, neugierige Blicke, während ich zwischen Lust, Panik und pervers-amüsierter Erwartung taumle - als wäre ich die Hauptattraktion eines Zirkus, erleuchtet von LED-Kerzen und heimliche Voyeurs zahlen die Drinks.
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