Artige Brat
Heute grinst du. Heute grinse ich. Heute werden wir sehen wie lange wir grinsen und wann wem das Grinsen aus dem Gesicht fallen wird. Du willst die Brat aufwecken, sagst du. Wie du das machen willst, frage ich dich provokant. Meine Art zu spielen.Doch innerlich sinniere ich. Vielleicht will ich das ja gar nicht. Vielleicht will ich mich ja lieber weiterhin flauschig fühlen, wenn du mir in die Augen blickst, meinen Körper an deinen ziehst, mich an dich drückst, mich auf Distanz hälst, mich bewegst wie es dir gerade gefällt. Und ich folge dir bereitwillig, denn du forderst nichts verbal ein. Du lässt mich zu dir kommen und dirigierst mich auf diese wunderbare intime Art und Weise. Aus meiner distanzieren Art machst du ganz mühelos ein flauschiges folgendes Ich. Das gefällt mir überraschend gut.
Auf meine Frage gehst du nicht ein. Diese Ambivalenz die du mir damit bescherst ist immer wieder etwas Feines. Natürlich will ich es wissen, was mich erwartet. Aber natürlich will ich nicht dass du einknickst und es mir verrätst, um dir die Überraschungsmomente für mich zu lassen. Und weil ich diesen in mir aufkeimenden Ärger mag, dass du damit spielst. Und vielleicht die beginnende Verschiebung von Macht und Ohnmacht.
…
Später, als du mich fickst, meine Lippen und Nasenspitze fühlen sich vom Würgen bereits kalt an, will ich so gerne wegdriften in meinen Genuss, doch du lässt mich nicht. Jedes Mal wenn ich in die Entspannung fallen will setzt es eine Ohrfeige. Jedes Mal folgt darauf dein durchdringender Blick und die harten Worte dass ich dich ansehen soll. Ich merke wie die Wut in mir wieder aufsteigt. Und die Verzweiflung weil ich endlich kommen will. Doch so klappt das nicht! Und als ob das noch nicht reicht, schiebst du auch noch etwas Vibrierendes zwischen uns, das einen dermaßen bescheuerten Rhythmus hat, dass jedes Mal wenn ich kurz vor meinem Orgasmus bin, die Pause einsetzt bevor die Vibrationen in ihrer Intensität wieder anschwellen. Lust, Wut, Enttäuschung, Verzweiflung im Wechsel für mich.
Gleichzeitig der Genuss, mein Leben in seinen kräftigen Händen gut aufgehoben zu wissen. Und doch so ein kalter, berechnender Blick der mich trifft.
Zerrissen zwischen untypischer Wut und diesem flauschigen Driften, gepaart mit der Verzweiflung kommen zu wollen – meine Mimik und mein Blick müssen für dich einen wilden Wechsel zwischen alldem abzeichnen.
Ich muss mir eingestehen dass es mich anmacht, dich über mein Fühlen und Erleben entscheiden zu lassen.
Dein hartes Gesicht verändert sich. Du grinst. Ich hebe fragend eine Augenbraue. Grinsend fickst du mich weiter, dein Orgasmus macht mich zusätzlich an. Doch wo bleibt meiner!?
Während du noch in mir bist, frage ich dich, den wütenden Unterton nicht versteckend, was du so grinst und was eigentlich mit meinem Orgasmus ist?! Statt einer Antwort grinst du weiter und ziehst dich aus mir zurück.
„Hey, rede mit mir! Warum grinst du?! Ich bin noch nicht gekommen! „
Bevor ich das ganz ausgesprochen habe, drehst du dich weg um aufzustehen. Jetzt kann ich nicht mehr an mich halten, drücke mich hoch ins Sitzen, ignoriere, dass dein aus mir heraus rinnender Saft mein Bett einsauen wird und klammere mich mit meinem gesamten Körper an dich, beiße dir in die Schulter.
Auf einmal lässt du dich zurück fallen, begräbst mich unter deinem Körper, drehst dich um, packst meine Arme, fixierst meine Beine mit den Deinen und grinst mich an.
„SO wecke ich die Brat in dir offensichtlich! „
„Das ist ja wohl nicht dein Scheiß Ernst?! Das ist nicht komisch! Da gibt es absolut nichts zu grinsen! Lass das!„ Oooooh, ich bin wütend. Auf ihn dass er das mit mir macht. Auf mich dass ich das mit mir machen lasse!
Und ich bin wütend dass ich merke wie mich dieses bescheuerte Gegrinse anmacht. Die Macht die ich ihm über mich gegeben habe. Die er sich über mich genommen hat. Oh wow, wo soll das nur noch hin führen?!
Ich verziehe mein Gesicht. Du Arsch hast den Druck auf meine Beine erhöht. Verdammt, das tut echt weh. Aber ich will nicht auch noch hier einknicken! Ich atme. Tief ein und aus. Im langen Ausatmen erhöhst du nochmal den Druck. Ich konzentriere mich auf das Geräusch meines Ausatmens uns bemühe mich redlich, den Schmerz zu ignorieren. Bis zu dem Moment in dem ich das nicht mehr aushalte und mir ein Jaulen entfährt. Du grinst.
„Aaah, verdammt, das tut echt weh!“
Grinsend antwortest du dass du das weißt.
„Ja, dann setz dich doch anders hin!„
„Nein.“
„Wie nein?!“ mein ganzer Körper steht unter Spannung, selbst mein Gesicht muss ziemlich verkrampft aussehen. Ich sehe dein blödes Grinsen und werde wütend.
„Maaan, lass das, das ist echt nicht mehr lustig!“
Auf einmal greifst du um, zerrst meine Hände über den Kopf, presst meine Handgelenke in eine deiner Hände und legst die andere Hand über meinen Mund.
„Es muss auch nicht lustig sein. Es muss mir nur Spaß machen! Und das tut es!“
Undeutliches Gezeter quäkt unter deiner Hand hervor. Motzen wollte ich dass du jetzt verdammt nochmal von mir runter gehen sollst! Doch außer „mhmmbmhm“ kommt wohl nichts bei dir an da du den Druck auf meinen Mund erhöhst und mir die Nase auch zu drückst.
Der Schmerz, dein beschissenes Grinsen, die beginnende Atemnot und final dein Flüstern in mein Ohr „na, du bist wohl doch unterwegs zur unterwürfigen Sklavin zu werden statt die Brat zu sein von der du immer erzählt hast?!“ bringen das Fass zum Überlaufen. Ich schiebe den Rest an Anstand und Kontrolle zur Seite.
Ich ziehe die Lippen hoch, versuche dir in die Finger zu beißen, bäume mich unter dir auf, drehe und wende mich, versuche es mal ruckartig, mal ausdauernd. Schweiß bildet sich auf meinem Körper.
Mir geht die Luft aus. Ich versuche die Zunge durch deine Finger zu schieben um wenigstens ein bisschen Luft erhaschen zu können. Doch nichts. Meiner Kehle entspringt ein Knurren. Ich will meine Wut nicht durch Hilflosigkeit ersetzen. Knurrend starre ich dich aus meiner misslichen Lage heraus an. Es setzt ein Atemreflex ein, der ins Leere läuft. Keine Luft da die ich ansaugen könnte. Und doch spüre ich die Lungenflügel sich zusammen ziehen. Ich halte mich unter Kontrolle, meine Augen sind riesig, ich spüre den Druck. Du beugst dich langsam zu mir hinunter, meinem Starren standhaltend, bis deine Lippen mir ein „Psssst“ ins Ohr hauchen. „Ich zähle nun von fünf bis null. Wenn du dich kontrollierst wirst du wieder atmen können. Ich werde dich nun fragen ob du damit einverstanden bist und ich rate dir, das zu sein!“.
Mein erster Impuls ist Kampf. Doch die kalten Lippen und die Nasenspitze sowie das Japsen meiner Lunge lassen mich hektisch nicken.
„Siehst du mal wie brav du sein kannst! So mag ich das!“ Ein Kuss auf meine Stirn folgt.
Die wieder aufsteigende Wut in mir bemühe ich zu kontrollieren. Du zählst runter und statt deine Hand von meinem Mund zu nehmen presst du deinen Mund auf deine Finger, spreizt sie und mein erster verzweifelter Atemzug besteht aus deinem Ausatmen. Es ist mir gerade so egal, ich sauge in die Lungen was ich kriegen kann! Danach lässt du mich durch diesen kleinen Schlitz zwischen deinen Fingern weiter gierig nach Luft hecheln und beobachtest mich dabei genau.
Alle Anspannung weicht aus meinem Körper. Ich komme an und atme einfach nur noch tief und bewusst langsam ein und aus. Unwillkürlich schließe ich meine Augen, so wie es meine Art ist. Und plötzlich explodiert völlig unerwartet eine Ohrfeige auf meiner Wange. Aus die Entspannung. Hättest du nicht noch immer meinen Körper unter deiner Kontrolle, wären vermutlich mindestens unsere sturen Schädel kollidiert. Du greifst um und es knallt auf der anderen Seite. Mit großen Augen schaue ich dich an, hole gerade Luft um dir wieder zu erzählen was ich von dieser Arschlochnummer halte, doch alles was ich gerade aussprechen will, verwehrt mir wieder deine Hand über Mund und Nase.
„Was wolltest du mir für Nettigkeiten erzählen? Ich bin ganz Ohr!“
Wenn Blicke töten könnten, läge jetzt dein Körper auf mir…!
„Na komm, bemüh dich doch mal! Schau, im Gegensatz zu dir hab ich seit ich dich gefickt habe, keinen Tropfen Schweiß an dich verschwenden müssen! Wo ist denn diese Brat vor der du mich anfangs immer gewarnt hast!? Zeig mir wie wütend du bist! Wie stark und fähig du bist! Du willst deinen Orgasmus?! Tu was dafür du kleines schwaches schwanzhungriges Stück!“
Dein herausforderndes Grinsen, die Stimmlage, die Worte, meine Situation… Ooooh wie sehr würde ich dir gerne... Ja was eigentlich?! Egal! Los geht’s!
Ich schütte wild den Kopf, reiße den Kiefer auseinander, ergattere mir ein bisschen Luft ehe du wieder die Kontrolle hast, drehe den Körper mal oben und unten gegeneinander, mal miteinander in eine Richtung, versuche meine Hände ruckartig aus deinen Pranken zu lösen, der Schweiß rinnt, ab und zu kann ich kurz etwas Luft schnappen, mir hängen die Haare im Gesicht, über den Augen, kleben an der Stirn, immer wieder reißt du an einzelnen Haaren mit deiner atemberaubenden Hand wenn du sie wieder richtig platzierst.
Laute und Knurren entstehen in meinem Hals. Frustration, Wut, Lust bahnen sich ihren Weg. Ich versuche meinen Körper in Wellen zu bewegen in der Hoffnung dich runter zu katapultieren, doch keine Chance, du bist zu schwer, zu kräftig. Meine Kraft neigt sich ihrem Ende. Ich kann nicht mehr. Meine Muskeln brennen. Ich fühle mich klebrig vom Schweiß. Ich brauche Atem. Dringend. Frische Luft. Jämmerliche Laute steigen unwillkürlich auf wenn ich immer wieder kurz ein bisschen Kraft aufbringen kann. Doch irgendwann geht gar nichts mehr. Ausgelaugt liege ich da, die Wut das erste Mal in meinem Leben wirklich aufgebaut und verbraucht. Ich bin kein wütender Mensch.
Ich schaue dir wieder in die Augen. Das Grinsen ist einem Lächeln gewichen. Es verwirrt mich, ich ziehe die Brauen zusammen. Ich glaube es ist sanfter. Wohlwollender.
„Gleich darfst du wieder atmen. Vorher möchte ich dir jedoch noch etwas sagen.“
Du beugst dich runter und flüsterst in mein Ohr: „Ist dir aufgefallen wie wunderbar manipulierbar und gehorsam du bist? Ich wollte mit der Brat spielen, du willst nicht. Ich kitzle sie aus dir heraus. Sie bockt, wie sich das gehört. Ich manipuliere sie und ganz artig wird sie sogar auf meinen Wunsch hin wütend und wild und bemüht sich, wie gewünscht, mich ins Schwitzen zu bringen. Und doch bleibe ich stets oben. Und du bleibst stets unten. Dort wo du dich eigentlich sehr wohl fühlst, wenn du es nur zulassen würdest… Stell dir vor, wie gut es sich anfühlen würde, wenn du so ausgelaugt wie du es jetzt gerade bist, vielleicht noch etwas peinlich berührt, etwas beschämt, ungläubig, verwirrt, lüstern oder nach meinem Willen platziert, da unten vor mir auf dem Boden liegen würdest.
Verrotzt und verheult, zurecht gebogen und nach meinem Willen fixiert, vielleicht präsentiert und ausgestellt, vielleicht mit nach meinem Maß hübschen, schmerzvollen, erregenden, dehnenden, vibrierenden, saugenden, stechenden Dingen geschmückt. Mir immer schön zu Diensten, ob du willst oder nicht. Stell dir vor wie genussvoll deine stetige Verfügbarkeit und die Reize wären...
Oder wenn du tatsächlich ganz artig, weich und willig wärst, eingepackt in eine dicke wärmende Decke. Dein Körper meine Nähe suchend, um meine Beine gerollt. Oder wenn du wirklich artig warst, neben mir unter der Bettdecke, dein Kopf auf meinem Bein, sanft gekrault… Wenn du dir das vielleicht vorstellen kannst, dann bleibe jetzt ruhig liegen wenn ich mich von dir löse.“
Unabhängig von deiner mir den Atem raubenden Hand habe ich den Atem angehalten, die Augen geschlossen und mich mitnehmen lassen in diese Szenarien. Ich mag Kopfkraulen…. Es ist gerade so verlockend. Doch ich hasse ihn auch so für all das. Aber…. Vielleicht… ich bin so neugierig...
Als du mich wieder atmen lässt, bemühe ich mich kontrolliert langsam und tief zu atmen wofür du mich lobst mit deiner tiefen beruhigenden Stimme.
Bei der Freigabe meines Körpers lasse ich Ruhe und Entspannung einkehren. Wieder dein Lob und als du neben mir liegst, es fühlt sich an als betrachtest du meinen schwitzenden Körper und die verworrenen Haare, spüre ich deine Finger auf meiner Kopfhaut und wäre ich eine Katze, würde ich wohlig schnurren.
Hinter meinen geschlossenen Augen beginnen sich flüchtige Szenen zu bilden. Sie machen mich an. Doch sie sind noch nicht greifbar. Vielleicht ein bisschen mehr von diesem provokanten Benehmen…? Vielleicht mehr Demütigung…? Mehr Schmerz…? Wut? Verzweiflung? Ein Spielball der Emotionen und seiner Gelüste sein…? Vermutlich einfach mehr von allem! Ich will die dunklen Hasenbauten erforschen! Ich bin so furchtbar neugierig und will wissen wohin es mich bringt. Will wissen wer und wie ich eigentlich bin und sein kann. Und wer und wie er sein kann. All die wunderschönen oder gruseligen Facetten inspizieren…
„Du lächelst. Woran denkst du?“
Mein Lächeln verschwindet. Ertappt. Mist. „Ich weiß nicht so genau….“ murmele ich.
„Also willst du es mir nicht sagen…?“ seine Stimme nimmt einen bedrohlichen Klang an.
„Ich kann es noch nicht in Worte fassen!“
„Nun, dann werde ich dich in Zukunft wohl zum Reden bringen müssen! Deine Scham ist doch sowieso nur aufgesetzt! Du willst es mich wissen lassen!“
Ich schweige. Mein Magen zieht sich zusammen. Zeitgleich kommt Leben in meine Mitte. Sie pulsiert wohlig während mein Kopf wildeste Szenarien erstellt. Welch aphrodisierender Cocktail in meinem Blut! Mehr davon!






