„Beim Spiel ertappe ich mich allerdings dabei, neuerdings immer häufiger ‚Beiß-Hemmungen’ zu haben, nachgiebiger und nicht mehr so fordernd und unerbittlich zu sein. Gerade dieses Machtgefälle war aber bisher der Kick. Für beide.
Wie war das für Euch? Aus der Dom- aber auch aus der Sub-Perspektive?
Das ist leider sehr oft zu beobachten und auch der Grund für Probleme in solchen aus Spielbeziehungen erwachsenen Partnerschaften. Meist sind es meiner Erfahrung nach einfach zu hohe Erwartungshaltungen, die einfach aus den gezielt dem Spiel gewidmeten Treffen in gewissen Abständen auf alle Tage und Stunden projeziert und ausgeweitet werden.
Das "Spiel" Zusammenleben kann nicht 24/7 gleich intensiv sein wie zum Beispiel gezielte wöchentliche Sessions. Einzelne Sessions in diesem Zusammenleben aber durcahus und sogar noch deutlich intensiver. Das Machtgefälle kann auch völlig unabhängig von irgendwelchen Sessions dauerhaft im Alltag existent sein.
Wir hatten damit eigentlich kein Problem, eher im Gegenteil. Wir leben beide das Machtgefälle auf einer intrinsischen Basis, die mit dem Zusammenzug eher noch mehr Möglichkeiten hatte, noch intensiver wurde. Diese Form einer intensiven 24/7-D/S-Beziehung liesse sich m.E. auf Distanz oder in Teilzeit ja gar nicht realisieren.
Ein ganz anderer Punkt ist auch, dass ich, gerade weil wir in dieser intensiven Beziehung auch unseren Alltag miteinander erleben, damit auch tagesaktuelle Grenzbereiche und Tagesformen wesentlich besser einschätzen kann. Das "Spiel" mit bzw. in den Grenzbereichen lässt sich so zumindest für mich deutlich besser beherrschen als in einer reinen Spielbeziehung.
Das kann aber im Einzelfall auch dazu führen, dass ich eine geplante Session spontan wieder aufschiebe wenn sie svchon mit schmerzenden Beinen aus der Arbeit kommt oder den Plan einfach etwas ändere. Genau das stößt gerade in einer Spielbeziehung oft an gewisse Grenzen, weil man sich ja gezielt mit gewissen Erwartungshaltungen trifft.
Es kommt meiner Erfahrung nach also ganz auf die Struktur des Machtgefälles an und wie stark der Wunsch danach in den jeweiligen Persönlichkeiten intrinsisch verankert ist. Insgesamt sehe ich persönlich die Möglichkeiten in einer festen Partnerschaft sicher nicht geringer an.
Vielleicht versucht ihr tatsächlich den Rhythmus im Rahmen der Treffen der früheren Spielbeziehung wieder zu aktivieren.
Diesen Takt kann man dann ganz bewusst auch langsam steigern, bis so eine "Auszeit" oder "Benutzung" täglich etabliert ist und auch weiter.
Das hat in meinem Dunstkreis schon einigen Paaren geholfen, die es nicht geschafft haben ein Machtgefälle dauerhaft im Alltag zu etablieren und auch mir selbst in früheren Beziehungen.
LG, BoP (m)