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Beendigung der Verbindung

******n_S Frau
4.854 Beiträge
Themenersteller Gruppen-Mod 
Beendigung der Verbindung
Es gibt viele verschiedene Beziehungskonstellationen im BDSM, und jede wird auf ihre ganz eigene Weise gelebt. Doch manchmal kommt der Moment, an dem man tief in sich spürt, dass eine Verbindung nicht mehr das ist, was sie einmal war, dass sie einen nicht mehr mit derselben Erfüllung und dem gleichen Glück erfüllt.

Genau an diesem Punkt setzt meine Frage an.

Bei meinem Herrn und mir wird unsere Dynamik so gelebt, dass ich um eine Freigabe bitten darf. Diese Bitte begründe ich selbstverständlich, doch die Entscheidung liegt letztlich bei ihm. Wenn mein Herr meinen Beweggrund nicht als ausreichend oder triftig empfindet, wird er meiner Bitte nicht stattgeben und mich weiterhin in seinen Diensten behalten.

Gleichzeitig kenne ich auch viele Beziehungen, in denen eine Devota selbst entscheiden darf, die Verbindung zu lösen und ihren eigenen Weg zu gehen.

Daher würde mich interessieren: Wie wird das bei Euch gelebt? Wer entscheidet bei Euch über eine Trennung oder Freigabe? Gibt es dafür feste Regeln oder entwickelt sich eine solche Entscheidung aus der jeweiligen Dynamik heraus? Und wie habt Ihr diese Situationen vielleicht in vergangenen Beziehungen erlebt?

Mich würde außerdem interessieren, wie Ihr persönlich den Gedanken seht, dass eine Freigabe unter Umständen auch verweigert werden kann. Gehört das für Euch zu einer konsequent gelebten Dynamik dazu oder ist eine Trennung für Euch grundsätzlich die freie Entscheidung beider Partner?

Ich freue mich auf einen respektvollen und offenen Austausch über dieses doch sehr persönliche Thema.
****oba Frau
892 Beiträge
Bei uns gab es diesbezüglich keine Regelung. Ich habe die Beziehung damals beendet weil ich ansonsten daran zerbrochen wäre und das konnte, bzw. wollte ich nicht zulassen.
*********iette Frau
7.972 Beiträge
Wir haben keine Regeln dafür und planen „unser Ende“ auch nicht. Wenn es irgendwann so sein sollte, dass ich unsere Beziehung nicht mehr möchte, werden wir darüber reden - und wenn es so wäre, dass ich wirklich nicht mehr seine Sklavin sein möchte, würde mein Herr mich sicherlich auch nicht dazu zwingen, es zu bleiben. Ich denke, er findet es schöner, wenn seine Sklavin auch wirklich seine Sklavin sein möchte *zwinker* Alles andere macht in meinen Augen auch keinen Sinn.
Rein theoretisch fände ich es geil, als Sklavin nicht gehen zu können, wenn er es nicht will. Rein praktisch finde ich es aber weniger realistisch und weniger sinnvoll.
******WUG Mann
23 Beiträge
Ich würde sagen, dass es sehr auf das Wesen der Person ankommt. Es gibt ja nicht nur Schwarz oder Weiß, sondern sehr viele Abstufungen dazwischen. So ist eine unterwürfige Person vielleicht so eingestellt, dass sie sich wirklich als ein Objekt sieht, das Eigentum von jemandem ist, so dass nur die eigentümende Person über dessen Freiheit entscheiden kann. Und dann gibt es die andere Seite, die sagt: "Ich fühle nichts mehr, also bin ich nicht mehr unterwürfig und niemandem verpflichtet, deswegen kann ich frei entscheiden, zu gehen".
Deine Einstellung, Sklavin S, ist sicher die, die man sich unter oder bei der Haltung einer Sklavin vorstellt. So geht es mir zumindest. Doch ich glaube, dass bei Weitem nicht alle so weit. Eure Art halte ich persönlich für die Richtige, aber jeder muss das mit dem Partner zusammen "für sich" ausmachen.
*********iette Frau
7.972 Beiträge
Zitat von ******WUG:
Ich würde sagen, dass es sehr auf das Wesen der Person ankommt. Es gibt ja nicht nur Schwarz oder Weiß, sondern sehr viele Abstufungen dazwischen. So ist eine unterwürfige Person vielleicht so eingestellt, dass sie sich wirklich als ein Objekt sieht, das Eigentum von jemandem ist, so dass nur die eigentümende Person über dessen Freiheit entscheiden kann. Und dann gibt es die andere Seite, die sagt: "Ich fühle nichts mehr, also bin ich nicht mehr unterwürfig und niemandem verpflichtet, deswegen kann ich frei entscheiden, zu gehen".

Dazwischen gibt es eben sehr viel. Meine Devotion verschwindet nicht - aber trotzdem weiß ich, dass es keinen Sinn macht (für KEINEN Beteiligten) die Sklavin von jemandem zu sein, dessen Sklavin man nicht (mehr) sein möchte.
Ich würde auch keinen Herrn wollen, der eine unglückliche Sklavin haben möchte.
******WUG Mann
23 Beiträge
Jetzt wird es spannend: eine Sklavin, die sich als wirkliche Sklavin, als rechtloses Objekt und Eigentum sieht, das nicht frei entscheiden kann, aber unglücklich ist bei ihrem Herrn, der sie aber nicht freigibt...
Ihre Werte zielen ja darauf ab, zu dienen und ihren Herrn zufrieden zu stellen und ihre Bedürfnisse hinten an zu stellen...
Ist diese Konstellation nicht zu einem Teil der beste Zustand, den sie haben kann?
*********iette Frau
7.972 Beiträge
Ich könnte einen Herrn, der keine glückliche Sklavin haben möchte, nicht respektieren. Für mich ergibt das einfach überhaupt keinen Sinn.
Allerdings wurde ich eben auch so von meinem Herrn erzogen. Ich denke, für ihn würde es ebenso wenig Sinn machen, dass ich dauerhaft unglücklich bin und ihn gar nicht mehr will.

Ich stelle mich tatsächlich sehr hinten an und ich führe eine Beziehungskonstellation, die nicht immer leicht für mich ist - aber die Positiv-Seite überwiegt. Würde die Negativ-Seite überwiegen und ich das alles wirklich nicht mehr so wollen oder können… würde es einfach keinen Sinn machen, das Ganze unter Zwang weiter durchzuziehen. Und ich würde niemals einen Herrn wollen, dem ich so egal bin, dass ich ruhig dauerhaft unglücklich sein soll. Die Zeiten habe ich hinter mir.
*******ress Frau
1.611 Beiträge
Was auch immer man im Kink und in der Liebe ausmacht, unterschreibt und festlegt: sobald eine/r wirklich nicht mehr mag und sagt "Tschüss, ich bin dann mal weg!" ist er/sie eben weg.
Denn seien wir mal ehrlich: egal wie devot man ist, wenn man merkt, dass einem eine Beziehung nichts mehr gibt, trennt man sich - und lässt sich nicht von einem Schwur aus vergangenen, verliebten Zeiten aufhalten.

Ist vielleicht unromantisch - ich halte es dennoch für realistisch.

Außerdem wäre ein Sklave, der gar nicht bei mir sein mag und mich nur noch doof und ätzend findet, so ziemlich das Allerletzte, was ich mir in meinem Leben wünsche.
*******ehr Mann
93 Beiträge
Zitat von *******ress:
Was auch immer man im Kink und in der Liebe ausmacht, unterschreibt und festlegt: sobald eine/r wirklich nicht mehr mag und sagt "Tschüss, ich bin dann mal weg!" ist er/sie eben weg.
Denn seien wir mal ehrlich: egal wie devot man ist, wenn man merkt, dass einem eine Beziehung nichts mehr gibt, trennt man sich - und lässt sich nicht von einem Schwur aus vergangenen, verliebten Zeiten aufhalten.

Ist vielleicht unromantisch - ich halte es dennoch für realistisch.

Außerdem wäre ein Sklave, der gar nicht bei mir sein mag und mich nur noch doof und ätzend findet, so ziemlich das Allerletzte, was ich mir in meinem Leben wünsche.

Dem wäre nix hinzuzufügen
******WUG Mann
23 Beiträge
Ich muss sagen, dass das natürlich vernünftig und gesund klingt. Absolut. In normalen Verhältnissen wird das wohl so gehandhabt, aber der Neugierde zur Psychologie und der Gruppe von Menschen wegen, die nicht im Normbereich leben, muss ich ebenso sagen, dass mich die Bereiche dahinter auch interessieren und diese gibt es auch. Ich weiß nur nicht, ob die Vielfalt hier in der Gruppe gegeben ist.
**********urple Paar
8.178 Beiträge
BDSM basiert in allen Varianten auf Einvernehmlichkeit, auf Konsens, und im TPE in der Regel auf einem übergeordneten Metakonsensens (CNC). Solange diese Einvernehmlichkeit gegeben ist kann man alles mögliche und jedes erdenkliche Szenario vereinbaren.

Zitat von ******n_S:
Mich würde außerdem interessieren, wie Ihr persönlich den Gedanken seht, dass eine Freigabe unter Umständen auch verweigert werden kann. Gehört das für Euch zu einer konsequent gelebten Dynamik dazu oder ist eine Trennung für Euch grundsätzlich die freie Entscheidung beider Partner.

Das ist hier anscheinend nicht mehr der Fall, und insofern sind sämtliche noch so hübsch verpackte Ausstiegsszenarien obsolet.

Insofern sehe ich auch keinerlei Notwendigkeit für irgendwelche Vereinbvaruingen in diese Richtung.
Wenn Purple gehen will ist sie nicht mehr meine Sklavin und damit die Frau auf Augenhöhe als die sie gekommen ist.

Eine Frau, die diese Augenhöhe nicht hat oder wiedererlangen kann, könnte niemals meine Sklavin werden.
Sie wäre nicht stark genug.

LG, BoP (m)
********inda Frau
433 Beiträge
Natürlich hat @*******ress vollkommen Recht und ich sehe es ganz genau so.

Die Variante von @******n_S finde ich allerdings auch spannend, reizvoll und logisch.
Denn es schafft eine gewisse Hürde die es erschwert einem spontanen Impuls zu folgen, wenn es mal nicht ganz rund läuft. Zunächst muss sie ja, wenn ich das richtig verstanden hab, genau überlegen was sie stört und das auch schlüssig kommunizieren. Das ist oft schon der erste Schritt um etwas zu verändern/verbessern. Sowohl für sie, als auch für ihren Herrn. Dieser "muss" sich dann auch nicht sofort entscheiden sondern kann selbst reflektieren und überlegen ob es sich lohnt an der Beziehung zu arbeiten und wie das aussehen könnte.

Somit sehe ich es als eine Art Sicherheitsnetz. Und grade bei Menschen mit geringer Frustrationstoleranz kann das durchaus sinnvoll sein. Ganz abgesehen von der generellen Tendenz der meisten Menschen eher "zu flüchten" als sich schwierigen Themen zu stellen.
Und daher gefällt mir diese Regelung prinzipiell ziemlich gut. Auf jeden Fall besser als das weit verbreitete "bin nicht mehr glücklich und verabschiede mich hiermit" ohne gründliches Nachdenken und Austausch im Vorfeld.

Zumal schlussendlich ja tatsächlich jeder gehen kann, wenn er wirklich nicht mehr will. Ein Sklavenvertrag ist schließlich nicht rechtlich bindend.
*******ress Frau
1.611 Beiträge
Tja... Eine schöne Idee, durchaus. Wenn da dann nur nicht die Sache mit der Impulskontrolle wäre!

Wahrscheinlich würde nahezu jeder erwachsene Mensch bestätigen, dass man sich bei ernsthaften Beziehungsproblemen auf Augenhöhe hinsetzen und offen und klar miteinander sprechen sollte.

Wenn aber die Gefühle brodeln, sieht die Realität dann leider doch oft ganz anders aus. ^^ Dann fliegt das Halsband aus dem Fenster und Dom/me kriegt ne böse Whatsapp vor den Latz geknallt.

Aber Hut ab vor jeder Person, die trennungsbereit bei Frust, akuter Eifersucht, Verzweiflung oder Wut, sich selbst am Riemen reißt und sich sagt: "Halt. Ich habe da ja eine Regel zu! Ich reflektiere nun wohl besser."
😉
*******rtin Mann
2.566 Beiträge
Ich kann mich dem Geist der Vorredner nur anschließen, die oben erwähnte Vereinbarung hat natürlich einen reizvollen Hintergrund und trägt einer TPE Verbindung respektvoll Rechnung, aber am Ende würde ich als Dom eine Reisende nie aufhalten wollen.
Sie ist irgendwann freiwillig in mein Reich gekommen, hat sich mir untergeordnet, wurde angenommen und unterworfen, aber wenn sie diese Magie nicht mehr empfindet, wäre es sinnlos, und damit auch ehrlos, sie weiter binden zu wollen.

Es ehrt allerdings in der Tat dich, wenn du dich dennoch an eine solche Regeln halten möchtest. Deine Gedanken zu ordnen und sie ihm zu offenbaren und damit eurer bisherigen Beziehung auch die Würde zu lassen, macht aber mMn durchaus Sinn.
Damit aber ihm allein die Entscheidungskompetenz zu geben, ist mMn letztlich am Thema vorbei.
*********iette Frau
7.972 Beiträge
Zitat von ********inda:

Denn es schafft eine gewisse Hürde die es erschwert einem spontanen Impuls zu folgen, wenn es mal nicht ganz rund läuft.

Vermutlich ist das der Grund, weshalb ich diese Variante nur theoretisch reizvoll finde, aber praktisch unrealistisch. Ich würde niemals meinem Herrn aus einem spontanen Impuls heraus sagen, dass ich Schluss machen will, nur weil irgendwas mal gerade nicht ganz rund läuft. Dazu bräuchte ich so eine Regel gar nicht erst, sondern das ist für mich einfach selbstverständlich.
**********urple Paar
8.178 Beiträge
Zitat von *******ress:
Wahrscheinlich würde nahezu jeder erwachsene Mensch bestätigen, dass man sich bei ernsthaften Beziehungsproblemen auf Augenhöhe hinsetzen und offen und klar miteinander sprechen sollte.

Das wäre m.E. der richtige Weg. Den Metakonsens auf Augenhöhe überprüfen und ggf. mit angepassten Bedingungen wieder herstellen oder eben auf Augenhöhe auseinandergehen.

Zitat von *******rtin:
Damit aber ihm allein die Entscheidungskompetenz zu geben, ist mMn letztlich am Thema vorbei.

Genau, denn hier besteht keine Augenhöhe und somit kann auch keine Einvernehmlichkeit mehr statuiert werden.


LG, BoP (m)
*******ehr Mann
93 Beiträge
Zitat von ******WUG:
Ich muss sagen, dass das natürlich vernünftig und gesund klingt. Absolut. In normalen Verhältnissen wird das wohl so gehandhabt, aber der Neugierde zur Psychologie und der Gruppe von Menschen wegen, die nicht im Normbereich leben, muss ich ebenso sagen, dass mich die Bereiche dahinter auch interessieren und diese gibt es auch. Ich weiß nur nicht, ob die Vielfalt hier in der Gruppe gegeben ist.

Da hast du auch nicht unrecht, aber ich denke, wenn ein Mensch dieses Maß an Selbstaufgabe erreicht hätte, würde er/sie sich nicht selbst solche fragen stellen.

Es muss seeeeehr viel bzw. hartes Zeug passieren, dass die menschliche Psyche den Selbsterhaltungstrieb ablegt.

Darüber nachzudenken, eine Beziehung zu beenden weil sie einem nicht mehr gut tut, gehört zu diesem Trieb.

Vielleicht kommt man wenn man masochistisch veranlagt ist in einen inneren Konflikt, aber ich bin der Meinung:

Solange ein Mensch einen solchen Gedanken hat, ist er eigenständig.
Objektifizierung ist solange nur "bewusst" gewählt und dem anderem dargeboten.
*********loher Mann
13 Beiträge
Es ist das Privileg unserer Zeit und unserer Gesellschaft: wir sind niemandem Eigentum! Wer sich, aus welchen Gründen auch immer, sicherlich nach hartem Ringen, dazu entschieden hat gehen zu wollen, benötigt dazu nicht das Einverständnis eines anderen!
Sei frei wie ein Vogel und suche dir ein neues Glück 🍀!
*********an59 Mann
585 Beiträge
Mach einen Deckel drauf!
****ula Mann
812 Beiträge
@ Sklavin_S
Mein Herr Mein Leben...
Hast du ihn nicht deinen Körper, dein Leben geschenkt? Wenn ja, nimmt man Geschenke zurück? Willst du dich trennen, kannst du dir ein Leben ohne deinen Herrn vorstellen? Falls Ja, dann gehe ohne Zustimmung und denke an deine Psyche.
******n_S Frau
4.854 Beiträge
Themenersteller Gruppen-Mod 
Ich möchte einen kleinen Einwurf tätigen zu diesem Thema, was ich eingestellt hab.

Mich persönlich interessierte, welche Wege andere Verbindungen hierbei gehen und ob die Absprache bei anderen eine ähnliche ist wie die unsere bei einer Trennung.

Dieses Thema ist nicht entstanden, weil ich mich aus der Verbindung mit meinem Herrn lösen möchte!
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