Die Freiheit benutzt zu werden
Ein Griff in die Haare, unvermittelt, ohne Vorwarnung. Hineinkatapultiert in diesen erregenden Flug, der immer gleich beginnt. Du wirst in die Hocke gedrückt, auf die Höhe der Gürtelschnalle. Euer Ritual. „Ja! So liebe ich es“, schießt es dir durch das Reptilienhirn. Kurz darauf fügt dein Denkvermögen hinzu: „Aber nur bei ihm. Ihm erlaube ich das.“Dieses Privileg hat er sich hart erkämpft. Unzählige einfühlsame Gespräche über deine Fantasien, darüber, was das Benutztwerden für euch beide bedeutet. Unermüdlich empathisches Nachfragen zu deinen Bedürfnissen, deinen Ängsten, deinen Hemmungen, deinen Vorurteilen, deinen Zweifeln. Unfassbar geduldiger Zuspruch, dass er dich wegen deiner Neigungen nicht weniger respektiert, sondern sogar mehr für deinen Mut, dich ihm anzuvertrauen. Dass er sich auch gesehen fühlt, wenn er dich benutzen darf.
Du öffnest wortlos und ohne Zögern den Gürtel, den Reißverschluss, greifst in seine Hose. Weil du es so willst. Weil das Wasser dir im Mund zusammen läuft. Weil du seinen zufriedenen Blick liebst, seinen Geschmack, den Kick, wenn er deinen Kopf festhält, dich warten und zappeln lässt - diese Mischung aus erst Panik, dann Triumph, wenn du endlich sein bestätigendes Nicken bekommst. Weil du aus Erfahrung weißt, dass er auf deine emotionale und körperliche Unversehrtheit achtet. Du bist feucht.
Ihr habt zusammen viel durchgemacht, ausprobiert, verworfen. Er hat dich getröstet, dich gehalten, dich geküsst. All der Scheiß, den man dir in den Kopf gepflanzt hatte, all die nutzlose Scham musste raus: „Anständige Frauen wollen sowas nicht“, „das ist nicht normal“, „du darfst keine Schlampe sein“… So viel psychische Entlastung, seit du beschlossen hast, dir diesen Unsinn von ihm aus dem Kopf rausficken zu lassen. Seit du diesen Weg für dich selber gewählt hast. Seit du beschlossen hast, stärker sein zu dürfen als früher.
Speichel läuft dein Kinn hinunter, mischt sich mit den zufriedenen Mascaratränen, die der Würgereflex in dein Gesicht gemalt hat. Deine Hand pumpt unermüdlich, während du erwartungsvoll grinsend deine Zunge herausstreckst. Dein Blick findet deinen Wegbegleiter. „Du machst das so gut, Danke für dein Vertrauen“, steht in seinen Augen geschrieben. Der Daumen seiner Hand in deinen Haaren streichelt zärtlich deinen Hinterkopf. Subtiler Halt.
Und als das Ding zwischen deinen Fingern anfängt zu zucken, fühlt dein Herz: „Ich darf wollen. Ich darf genießen. Ich darf schlucken. Ich stehe dazu, von ihm benutzt werden zu wollen. Nennt ihr das halt pervers, für mich ist das Freiheit.“







