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Sammelthread für alternative Lebensformen...

****cts Paar
1.416 Beiträge
Themenersteller Gruppen-Mod 
Sammelthread für alternative Lebensformen...
hier ist Platz für Wohnprojekte, die sich öffentlich vorstellen möchten.

Bitte genau nachdenken ob dein Beitrag nicht in Alternative Wohnprojekte: Literatur und Medien gehört.

Hier sind Projekte gedacht an dem Mitglieder tatsächlich beteiligt sind bwz. für die Mitstreiter gesucht werden.
Ja schade....
Jetzt hätte ich hier gern gelesen, ob und was es fuer Projekte in Berlin gibt....
******chu Mann
282 Beiträge
Die Arche stellt sich vor
Ich habe mir überlegt, ob ich hier über mein eigenes Projekt berichte, denn wenn ich die anderen Beispiele sehe, komme ich mir wie ein Exot vor. Doch ich bin über meinen Schatten gesprungen und will über die Ziele, Finanzierung, Struktur und Verwirklichung schreiben:
Das Ziel der Arche
ist, sich aus der Fremdbestimmung der Gesellschaft zu lösen und im Kreis von Gleichgesinnten die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu leben
Sich aus der Fremdbestimmung zu lösen, bedeute für mich, das Verlangen nach Gestalten und Ausleben der Kreativität, den Wunsch nach Kommunikation zu erfüllen. Ich habe erlebt, dass für mich der beste Weg ist, um Kreativität auszuleben, einen Garten zu gestalten, Tieren eine annähernden natürlichen Umgebung zu geben, zu erleben, wie sich Pflanzen entwickeln und gestaltet werden können. Da die Vorstellungen darüber bei Menschen sehr unterschiedlich sind, ist es für die Harmonie in der Gruppe wichtig, dass alle Beteiligten sich wesentlich in so einer Aussage wieder finden.
Gerade mit über 60 ist mir klar, dass das Leben endlich ist - also auch ich irgendwann abtreten werde. Vor 80 Jahren war die Lebenserwartung unter 60 Jahren. Ich habe dann meine Mutter die letzten 4 Jahre vor ihrem Tod begleitet. Ich habe da gesehen, wie einsam man sein kann, wenn man in einer traditionellen monogamen Ehe geprägt wurde, der Partner früher verstirbt und man selbst dann zurück bleibt. Dies in einem Alter, wo man sich schwer tut neue Kommunikationsmöglichkeiten zu erschließen, wo man geprägt ist, möglichst wenig Veränderung zu erleben. Für mich ist daher gerade das Alter ab 50 geeignet, sich dieser Frage zu stellen und neue Gemeinschaftsformen zu überlegen, um dann nicht irgendwann ins Altersheim überlegt zu werden.
Das Konzept der Arche soll sich an Menschen richten, die genug von immer neuen Eindrücken haben, die meinen es ist Zeit für Entschleunigung, die aber neue Herausforderungen, neue Fähigkeiten für sich entdecken wollen. Die nach Ende der fremdbestimmten Arbeit die in sich schlummernde Kreativität ausleben wollen, die so die Schönheit im Unvollkommenen sehen.
Die Struktur unserer Gesellschaft hat dazu geführt, dass Menschen immer mehr von sich selbst, von ihren Wurzeln entfernt sind. Viele haben nie mit Bewusstsein das Wachsen von Pflanzen gesehen, nicht die Folge von Jahreszeiten und Natur erlebt. Essen, das man zu sich nimmt, wird nur als Ware aus dem Kaufhaus erlebt - die Wechselwirkung zwischen zur Welt kommen, Werden, Essen und Sterben ist ausgeblendet. Sinnlich ist nur der Erfolg. Die Arche soll wieder die Erfahrung geben, dass der Weg das Ziel ist.
Jahrhunderte lang haben Menschen Tiere herangezogen, sie als Nutztiere zu ihrem Nutzen gehalten aber auch als ihre Gefährten. Heute zählt nur noch der wirtschaftliche Ertrag. Nutztiere die nicht in kürzester Zeit den optimalsten Gewinn erzielen, werden aussortiert. Auf der Arche sollen einige solcher Tiere, die auf der roten Liste stehen, zum Nutzen aber auch als Gefährten ihren Platz haben.
Die Arche soll in den Bereichen Energie, Wasser und Abwasser möglichst autark sein.
Es ist absehbar, das ältere Menschen im Alter über immer weniger Einkommen verfügen werden. Durch gemeinsames Wirtschaften soll dem gegengesteuert werden. Auch soll durch dieses Zusammenleben ein soziales Netzwerk entstehen, in dem die Stärkeren, Gesünderen sich um die kümmern, denen es nicht so gut geht.
Wie ich das Projekt angegangen in, resultiert aus bestimmten Sinnsprüchen wie:
Wer seinen Traum leben will, muss erstmals aufwachen.
Es gibt nichts gutes, außer man tut es.
Viele Köche verderben den Brei.
So bin an die Verwirklichung gegangen.
Die Finanzierung
erfolgte durch den Erlös der Veräußerung einer Eigentumswohnung, meine Rente und Bankkredit. Die Finanzmittel waren überschaubar. Um für diese Geld möglichst viel Objekt zu erhalten, habe ich bei einem Versteigerungsportal gesucht und konnte mein Objekt bei der Zwangsversteigerung vor 9 Jahren erwerben. Seither baue ich das erste Haus Jahrgang 1949 um und werde mit dem Umbau Ende dieses Jahres fertig sein. Es können dann die anderen Häuser folgen bis es letztendlich 5 Wohnungen sind.
Eine Struktur
oder vielleicht besser – die rechtliche Organisation ist aus mehreren Gründen nötig. Ich selbst habe zwei (Scheidungs) Kinder die für ihren Vater oder dessen Ideen nichts übrig haben. Ich muss die Eigentumsverhältnisse „Vererbungssicher“ machen. Ich werde das ganze Objekt zu einer WEG mit 5 Wohnungen machen. Gleichzeitig wird ein Verein gegründet mit Satzung. Durch dies beiden Instrumente soll sichergestellt werden, dass ich bis zu meinem Tod das Sagen habe, aber nach meinem Tod die Bewohner (Vereinsmitglieder) die Entscheidungen übernehmen. Es hat auch den Vorteil, dass Menschen,die neben mir leben und Geld einbringen, dadurch auch Rechtsansprüche erwerben. Durch die beiden Instrumente Teilungserklärung und Vereinssatzung sollte gewährleistet sein, dass eine lebende, sich verändernde Organisationsform sich den Bedingungen der Beteiligten anpasst.
Damit soll, wie im Stafettenlauf die Arche an Nachfolger weiter gereicht werden. Dies auch gerade mit den Vorlieben der besonderen Sexualität .
Bei der Verwirklichung
hat sich herausgestellt, dass es sehr schwierig ist, entsprechende Menschen zu finden. Dieses Modell hat den Vorteil daß es zügig (vorbehaltlich der vorhandenen Gelder) ohne ewige Diskussionen durchgeführt werden kann. Es finden sich auch genügend Menschen, die gern hier leben würden auch gern die Möglichkeiten der Outdoorsexualität nutzen wollen. Auch der Gedanke der teilweisen Selbstversorgung findet anklang. Doch sein bisheriges Leben so umkrempeln auch entsprechend mit anpacken – das ist schwierig.

Ich habe nunmehr einen Mitbewohner und ich zitiere seine Worte: „Ziel ist es ca. 10 Gleichgesinnte auf der Arche zu vereinen. Wo keiner Angst haben muss – wenn sie oder er nicht mehr leistungsfähig ist – in irgendeine Anonymität abgeschoben zu werden.
Anders als in der Politik. „Wie schaffen das!“
****ra Frau
2.809 Beiträge
Info-Veranstaltungen
Die älteste deutsche Kommune in Niederkaufungen (Hessen) veranstaltet Info-Wochenenden, z.B. am 16.-18.3.:
https://www.kommune-niederka … r-wir-koennen-auch-anders-5/

oder am 08.-10.06.
https://www.kommune-niederka … r-wir-koennen-auch-anders-6/

rein interessehalber... wenn jemand weiss, was alles schief gehen kann, was für Probleme auf tauchen und wie man damit umgeht, dann die...

Wikipedia-Eintrag der Kommune:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kaufungen#Kommune_Niederkaufungen
"Im Ortsteil Niederkaufungen siedelte sich 1986 die damals größte und inzwischen älteste politische Kommune Deutschlands an. Dort leben und arbeiten auf einem rund 10.000 Quadratmeter großen Areal um einen ehemaligen Bauernhof etwa 80 Menschen. Die Gemeinsame Ökonomie ist ein wichtiger und zentraler Grundsatz. Alle Vermögen und Einkünfte der Bewohner – auch Gehälter, Erbsummen oder Geschenke – fließen in das gemeinsame Vermögen ein, eine zusätzliche Altersvorsorge wird ebenfalls gemeinsam bestritten. Wer die Gemeinschaft verlässt, bekommt eine zuvor ausgehandelte Summe, die in der Regel zwischen fünf- und zehntausend Euro beträgt und im Laufe der Wohnzeit angepasst werden kann. Weitere Grundsätze sind das linke Politikverständnis, das Konsensprinzip sowie der Abbau kleinfamiliärer und geschlechtsspezifischer Machtstrukturen.[14]

Die meisten Bewohner arbeiten in einem der eigenen Betriebe, etwa einer Kindertagesstätte, einem Gemüsebaukollektiv, einem Aussiedlerhof für Milchwirtschaft, einer Schreinerei und Schlosserei, einer Tagespflegeeinrichtung für demente Menschen, einem Bio-Partyservice sowie einem Tagungshaus"

10 000 qm? Das ist grade mal ein Hektar, d.h. ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 100 m. Das kann eigentlich nicht sein, wenn dort ca. 80 Menschen wohnen und mehrere Betriebe, u.a. Gartenbau und Milchwirtschaft, angesiedelt sind.

Oder bezieht sich die Zahl lediglich auf das Hauptgebäude mit Hof?

fragt sich

Luccio *nixweiss*
****ott Paar
354 Beiträge
Na zumindest
die Landwirtschaft scheint ja außerhalb zu liegen (Aussiedlerhof).
Für den Rest mag es dann gehen, obwohl es eng zugehen dürfte.
Mich würde wirklich mal interessieren, wie hoch die Fluktuation bzw. durchschnittliche Verweildauer der Bewohner dort ist.
****ra Frau
2.809 Beiträge
@Cee-Jott
Die Kommune überaltert, die Alten ziehen natürlich nicht aus (sie haben ja auch ihre Alterssicherung über die Kommune und nicht extern) und es kommen nicht genügend Junge nach... die ganzen alten großen Kommunen haben das Problem der Überalterung und nehmen nur noch junge Neumitglieder auf
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