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Clubbesuch in der Nähe

*****y68 Mann
35 Beiträge
Themenersteller 
Clubbesuch in der Nähe
Hallo allerseits,

Akademiker haben ja durchaus öfter Führungsverantwortung in (ihrem) Unternehmen. Das kann bei Clubbesuchen zum Problem werden.

Wie ist das bei Euch, besucht Ihr auch Clubs in Eurer Nähe? Bei mir ist die Befürchtung, ich könnte einen Kunden oder sogar einen Kollegen treffen, sehr groß. Daher wähle ich nur Clubs aus, die weiter entfernt liegen, was dann natürlich einen erheblichen Mehraufwand bedeutet.
Wie macht Ihr das - also vor allem Personen mit Führungsverantwortung?

Wenn Ihr aber in Clubs in der Nähe geht, habt Ihr da auch diese Bedenken, die ich habe? Und gab es schon mal problematische Begegnungen im Club (ich meine jetzt nicht den Nachbarn oder den Bekannten aus dem Sportverein, sondern Kunden oder sogar Mitarbeiter, deren Chef Ihr seid)?

Ich freue mich auf Euer Feedback.

Liebe Grüße
****lyy Frau
216 Beiträge
Deshalb gehe ich in keine Clubs. Private Kontakte klopfe ich im Vorfeld darauf ab ob sie etwas mit meinem Beruf zu tun haben. Ich mag es mir nicht vorstellen Bekannte (wie auch immer geartet) zu treffen.
********chen Frau
1.518 Beiträge
Ich bin Lehrerin und halte mit meinen BDSM-Neigungen nicht hinter dem Berg, denn es ist mein Lebensstil. Allerdings bin ich nicht der Typ der den Ring der O oder ein Halsband trägt... ansehen tut man es mir definitv nicht. Und ich rede auch nicht mit jedem darüber, denn das würde ich über "normalen" Sex ja auch nicht und das ungefragt jedem auf die Nase binden. Aber wenn das Thema darauf kommt oder es nötig ist, um ein Verhalten von mir zu erklären, dann sage ich es auch und erkläre. Damit fahre ich gut.
Folglich gehe ich auch auf BDSM-Events und auch in meiner Nähe. Darunter sind auch dann und wann Swingerclubs. Ich habe noch niemanden erkannt, will aber nicht ausschließen, dass man mich erkannt hat. Seit 20 Jahren geht alles gut.
Meiner Meinung nach macht man sich zu viele Gedanken... was soll schon passieren? Ist doch nicht verboten. Es haben doch beide Seiten "was zu verlieren" und ein gemeinsames Geheimnis kann auch zusammen schweißen.
*****_92 Paar
40 Beiträge
Sie schreibt: ich klopfe vor jedem neuen Treffen auch erst das Gegenüber ab. Ich möchte auch nicht, dass sich privat und beruflich vermischen.

Die Sorge in Clubs jmd bekanntes zu treffen, habe ich auch. In die kleineren Clubs im Sauerland würde ich nie gehen, zumal ich von einigen KollegInnen weiß, dass sie dort hingehen. Dürfen sie gerne, aber ich möchte sie dort nicht treffen.

Wir überlegen, ein paar Bundesländer weiter weg zu fahren. Wir haben bspw. nicht-Joy-Freunde in Sachsen. Dann könnte man den Besuch wunderbar mit einem Clubbesuch in Leipzig verbinden. Bei 500km dazwischen wird die Wahrscheinlichkeit hoffentlich stark sinken. 100km Entfernung sind mir zu gering. Da ist die Wahrscheinlichkeit höher
********chen Frau
1.518 Beiträge
vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass ich in Swingerclubs keinen Sex habe und auch nicht öffentlich spiele. Man wird mich alos nie in kompromittierenden Situationen sehen und ich bin "nur" anwesend. Vielleicht macht das gedanklich einen Unterschied.
*******ate Paar
654 Beiträge
Früher hatten auch wir Bedenken, einen Club bei uns in der Nähe zu besuchen. Bei unserem ersten Clubbesuch sind wir 350 km weit gefahren und haben tatsächlich Menschen gesehen, die wir flüchtig kannten.
Wir haben einen Club in unserem Ort und gehen ab und an dort hin. In 6 Jahren sind wir bislang erst 2 Mal auf Bekannte getroffen, das Herz ging natürlich erst mal in die Hose.
Selbstverständlich haben wir uns dann auch mit unseren Bekannten unterhalten und jeder war der auffassung, dass doch alle in einem (Club-)boot sitzen und sind - genau wie wir - natürlich disket mit unserem Wissen umgegangen.
****an Mann
3 Beiträge
Ich gehe nicht in Swinger-Clubs, aber durchaus auf BDSM-Partys. In meinem Profil bin ich auch erkennbar. Ich schließe mich Doppeldate an und gehe davon aus, dass Leute, die mich auf Joyclub oder auf einer Party erkennen, eben im selben Boot sitzen und sich entsprechend (professionell) verhalten. Man genießt und schweigt. Nichts von dem, was ich tue, ist illegal oder muss um jeden Preis verheimlicht werden.
*********ella Frau
280 Beiträge
Ich habe schon öfter Kolleginnen im KitKat getroffen und wir haben uns jedesmal gefreut. Auch meine frühere Chefin hat offen darüber gesprochen, dass sie im joyclub ist, und niemand hat daran Anstoß genommen.
Ist aber in Berlin vielleicht auch ein bisschen anders als anderswo und ins KitKat gehen viele, wie ich, auch nur zum Tanzen und feiern.
*****y68 Mann
35 Beiträge
Themenersteller 
Vielen Dank schon mal für Eure Beiträge. So vielfältig hatte ich es auch erwartet. Ich bin nach wie vor sehr hin- und hergerissen.
Schwierig....
******tro Mann
287 Beiträge
Das mit dem selben Boot wirsd etwas schwierig, wenn man eine gewisse öffentliche Bekanntheit hat. Dann triffst du eventuell auf Leute, die du nicht kennst, die aber dich kennen. Und dann eventuell woanders plaudern - hey stell dir vor, ich habe den __ im Swingerclub gesehen - noch besser - ich hab gehört, dass der dort war.... *lach*
********chen Frau
1.518 Beiträge
@******tro
naja... aber wenn das erzählt wird, ist doch ganz klar, woher die Erzähler das wissen... eben weil sie auch selbst da waren. Die schneiden sich doch ins eigene Fleisch mit dem Tratschen. Egal, ob ich sie auch gesehen oder erkannt habe. Und das "ich habe GEHÖRT..."... das ist doch nur ein billiges Verscheiern, dass man selbst da war... das merkt doch jeder sofort und denkt sich seinen Teil.
Aber ja... wenn einem das unangenehm ist... ganz vermeiden wird man das nicht können, dass es rauskommen könnte. Aber auch bei 300km Entfernung gibt es keine Garantie, dass es nicht passiert. Entweder man akzeptiert diese Gefahr oder muss es eben bleiben lassen.
Ich für meinen Teil mache keine Dinge, die mir peinlich oder unangenehm sein müssten. Ich kann, trotz öffentlicher "Bekanntheit", zu den Dingen stehen die ich tue und wie ich mich präsentiere. Wenn ich mich dafür irgendwo "erklären" müsste, werde ich nicht rot werden.
*********rerin Frau
661 Beiträge
Zunächst einmal, ich kann die Bedenken absolut nachvollziehen, da ich ähnliche Gedanken habe.

Ich bin in einer Führungsposition im öffentlichen Dienst, arbeite und bewege mich in einem Bereich mit einer gewissen Sichtbarkeit und auch einer verbindlichen Erwartungshaltung.
Leute kennen mich in meiner Region, durch berufliche Netzwerke und öffentliche Auftritte.
Ich sehe meine Clubbesuche nicht als problematisch, solange ich damit d’accord gehe und dabei selbstreflektiert und souverän damit umgehen kann.
Mir ist durchaus bewusst, dass ich dort Bekannte oder Personen aus meinem beruflichen Umfeld treffen kann, es ist auch schon mal passiert.
In solch einer Situation hilft mir eine humorvolle Leichtigkeit und eine klare Haltung: ‚Privat ist Privat‘. Und solange sich alle respektvoll verhalten (was in den meisten von mir besuchten Clubs so definitiv der Fall ist), kann ich auch solchen Begegnungen gelassen begegnen.
Wer mich kennt, weiß, dass ich loyal und entspannt mit solchen Dingen umgehe.
Selbstverständlich gibt es auch Grenzen, ich spreche nie jemanden proaktiv aus meinem direktem beruflichen Umfeld an oder lass eine Clubbegegnung im Arbeitsalltag mit dem Angetroffenem Revue passieren.
Eine eventuelle Kompromittierung oder gar Erpressbarkeit sehe ich persönlich nicht als Gefahr, weil ich hinter meiner Entscheidung stehe und mir ist bewusst, was ich tue.
Derjenige der versucht daraus Kapital zu schlagen, disqualifiziert sich ohnehin selbst, beruflich, als dann auch privat.

Es ist und bleibt ein Balanceakt zwischen Lebensfreude und Diskretion und dieser ist individuell für sich zu finden.
******tro Mann
287 Beiträge
@********chen
Danke + Kompliment!
*****y68 Mann
35 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von ******tro:
Das mit dem selben Boot wirsd etwas schwierig, wenn man eine gewisse öffentliche Bekanntheit hat. Dann triffst du eventuell auf Leute, die du nicht kennst, die aber dich kennen. Und dann eventuell woanders plaudern - hey stell dir vor, ich habe den __ im Swingerclub gesehen - noch besser - ich hab gehört, dass der dort war.... *lach*
Genau das ist auch mein Problem...
Mich kennen aufgrund meiner Tätigkeit viele Personen, die ich selbst nicht kenne.
*****y68 Mann
35 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *********rerin:
Zunächst einmal, ich kann die Bedenken absolut nachvollziehen, da ich ähnliche Gedanken habe.

Ich bin in einer Führungsposition im öffentlichen Dienst, arbeite und bewege mich in einem Bereich mit einer gewissen Sichtbarkeit und auch einer verbindlichen Erwartungshaltung.
Leute kennen mich in meiner Region, durch berufliche Netzwerke und öffentliche Auftritte.
Ich sehe meine Clubbesuche nicht als problematisch, solange ich damit d’accord gehe und dabei selbstreflektiert und souverän damit umgehen kann.
Mir ist durchaus bewusst, dass ich dort Bekannte oder Personen aus meinem beruflichen Umfeld treffen kann, es ist auch schon mal passiert.
In solch einer Situation hilft mir eine humorvolle Leichtigkeit und eine klare Haltung: ‚Privat ist Privat‘. Und solange sich alle respektvoll verhalten (was in den meisten von mir besuchten Clubs so definitiv der Fall ist), kann ich auch solchen Begegnungen gelassen begegnen.
Wer mich kennt, weiß, dass ich loyal und entspannt mit solchen Dingen umgehe.
Selbstverständlich gibt es auch Grenzen, ich spreche nie jemanden proaktiv aus meinem direktem beruflichen Umfeld an oder lass eine Clubbegegnung im Arbeitsalltag mit dem Angetroffenem Revue passieren.
Eine eventuelle Kompromittierung oder gar Erpressbarkeit sehe ich persönlich nicht als Gefahr, weil ich hinter meiner Entscheidung stehe und mir ist bewusst, was ich tue.
Derjenige der versucht daraus Kapital zu schlagen, disqualifiziert sich ohnehin selbst, beruflich, als dann auch privat.

Es ist und bleibt ein Balanceakt zwischen Lebensfreude und Diskretion und dieser ist individuell für sich zu finden.
Diese Souveränität, die Du dabei an den Tag legst, die finde ich richtig gut. Soweit bin ich (leider) noch nicht.
*********ella Frau
280 Beiträge
Ich finde den Beitrag von @*********rerin ausgesprochen hilfreich, weil er die eigene Entscheidungsfindung in den Mittelpunkt stellt.
Nicht die Sorge, was irgendwer irgendwann in irgendeinem theoretischen Setting über mich denken oder erzählen könnte. Da gibt's nämlich unendlich viele worst-case Konjunktive, und wollte man die alle berücksichtigen, wäre man früher oder später bewegungsunfähig 😊
**********man_W Mann
853 Beiträge
Alles gute Beiträge, die aufgrund der Eingangsfrage des TE hier gebracht wurden. Vieles habe ich auch schon abgewogen. Wie einige hier auch geschrieben haben, kennen mich aufgrund meiner Position viele, die ich nicht kenne. Gehe trotzdem in Clubs auch in meiner Nähe. Wie @*********ella schrieb, wird man andernfalls völlig bewegungsunfähig. Bisher gab es meines Wissens noch keine Begegnungen, jedenfalls ist nichts dazu bei mir angekommen. Letztlich steht eins fest: Wir bewegen uns in unserer Freizeit, machen nichts Illegales oder Verbotenes. Im Zweifel dazu stehen und fertig.

Liebe Grüße
Euer der_Gentleman_W
*******sima Frau
2.710 Beiträge
Als ich im bereits vorgerückten Alter von 55 Jahren neu an einem beruflichen Gymnasium mit Spezialisierung auf IT(!) unterrichtete, war eine der ersten Geschichten, die mir aus dem Kollegium zugetragen wurde, die meines Vorgängers, dessen Stelle ich einnahm.

Er war auf dieser JC-Plattform angemeldet gewesen, mit Gesichts- und anderen Bildern, auf denen er identifizierbar war, und wurde dort prompt von ein paar Schülern entdeckt, für die es zu der Zeit ein beliebter "Sport" war, sich auf solchen Seiten einzuhacken. Es kam, wie es kommen musste: die Entdeckung machte die Runde, erst über die damals prominente Plattform "Schüler-VZ", Elternvertreter wurden aktiv, Gespräche mit der Schulleitung und dem Schulträger folgten, die lokale Presse schnappte den "Fall" auf, überwiegend war man der Meinung, dass - ähnlich wie bei Geistlichen - an Lehrpersonen besonders strenge moralische Maßstäbe anzulegen seien, die mit einer Mitgliedschaft in einem Erotik-Forum jedenfalls nicht vereinbar seien. Es folgte eine beispiellose öffentlich ausgetragene Schlammschlacht, die Kinder des betroffenen Lehrers wurden gemobbt und bloßgestellt als Kinder des "Sexmonsters", die Wand seines Hauses wurde mit obszönen Darstellungen besprüht, eine Dienstaufsichtsbeschwerde folgte, aufgrund derer er um ein Haar seine Altersversorgung als Beamter auf Lebenszeit verloren hätte. Obwohl sich viele Kollegen klar hinter ihn stellten und darauf verwiesen, dass dies Privatsache sei und er sich im beruflichen Umfeld und Schüler*innen gegenüber nie etwas hatte zu schulden kommen lassen, sahen andere Kollegen das ganz anders und auch die Schulleitung konnte sich nicht dazu durchringen, sich hinter den angegriffenen Kollegen zu stellen, der außerdem bei den Schülern außerordentlich beliebt war. Das Kollegium spaltete sich an dieser Einschätzung, die Schulleitung sah das als nicht hinnehmbare Störung des Arbeitsfriedens. Der Skandal war perfekt.

Jedenfalls bekam er kein Bein mehr auf den Boden, musste sich schließlich "freiwillig" an eine Schule in einem anderen Ort versetzen lassen, sein Haus mit Verlust verkaufen, die Familie wurde aus dem gewohnten Umfeld herausgerissen und musste feststellen, dass auch am neuen Wohn- und Arbeitsort bereits stark aufgebauschte und inhaltlich nicht haltbare Gerüchte über ihn die Runde machten. Ergebnis: Seine Frau, die am neuen Wohnort keine Arbeitsstelle fand, brach zusammen und ließ sich scheiden, die beiden Kinder zogen zur Mutter und brachen den Kontakt zu ihm ab, er wurde depressiv und zum Alkoholiker, musste deshalb krankheitshalber seinen Beruf an den Nagel hängen und war fortan ein seelisch und materiell gebrochener Mann. Persönlich habe ich ihn nie kennengelernt, aber von Kollegen hörte ich, dass er sich schließlich das Leben genommen hat.

Das ist nun sicherlich ein extremes Beispiel und eine unselige Verkettung von Umständen. Dennoch war es mir eine ernste Warnung, so dass ich, als ich dann ebenfalls hier ein Profil eröffnete, um nicht mit ähnlichen Reaktionen konfrontiert zu werden, sehr strikt darauf achtete, meine Anonymität zu wahren und dieses auch beibehalte, obwohl ich mittlerweile seit über zehn Jahren nicht mehr im aktiven Schuldienst bin, denn bei genügend bösem Willen "interessierter Kreise" stünde da unter Umständen auch heute noch rückwirkend meine Altersversorgung auf dem Spiel - so ist das nun mal im öffentlichen Dienst -, und darauf habe ich selbstverständlich keine Lust.

Was Besuche von Swinger Clubs betrifft, habe ich vor diesem Hintergrund mich viele Jahre ausschließlich auf solche beschränkt, die mindestens zwei Fahrstunden vom Schulort entfernt waren, um das Risiko, dort von Schülereltern erkannt zu werden, möglichst zu minimieren. Inzwischen wohne ich aber auch in einer anderen Stadt, und es ist so viel Zeit seit meinem aktiven Dienst ins Land gegangen, dass ich gemeinsam mit meinem Partner nun auch Clubs in der Nähe meines jetzigen Wohnorts frequentiere.

Ich denke, das ist immer eine sehr individuelle Entscheidung unter Berücksichtigung der eventuellen schlimmstmöglichen Konsequenzen in Bezug auf die Frage, ob man willens und in der Lage ist, diese im Ernstfall für sich und die Menschen, die davon ebenfalls betroffen wären, in Kauf zu nehmen. Ich gebe auch gerne zu, dass ich ohne den konkret stattgefunden Fall meines Vorgängers an dieser speziellen Schule das Risiko für mich als weniger gravierend eingestuft hätte. Aber so war es nun mal und ich stand immer zu meiner getroffenen Entscheidung, d.h. sowohl dazu, hier ein Profil zu eröffnen und mich an Forumsdiskussionen aktiv zu beteiligen, aber paralell auch gleichermaßen dazu, angemessene Schutzvorkehrungen zu treffen, um mich nicht unnötig existenziell zu gefährden.
**********man_W Mann
853 Beiträge
Zitat von *******sima:
Als ich im bereits vorgerückten Alter von 55 Jahren neu an einem beruflichen Gymnasium mit Spezialisierung auf IT(!) unterrichtete, war eine der ersten Geschichten, die mir aus dem Kollegium zugetragen wurde, die meines Vorgängers, dessen Stelle ich einnahm.

Er war auf dieser JC-Plattform angemeldet gewesen, mit Gesichts- und anderen Bildern, auf denen er identifizierbar war, und wurde dort prompt von ein paar Schülern entdeckt, für die es zu der Zeit ein beliebter "Sport" war, sich auf solchen Seiten einzuhacken. Es kam, wie es kommen musste: die Entdeckung machte die Runde, erst über die damals prominente Plattform "Schüler-VZ", Elternvertreter wurden aktiv, Gespräche mit der Schulleitung und dem Schulträger folgten, die lokale Presse schnappte den "Fall" auf, überwiegend war man der Meinung, dass - ähnlich wie bei Geistlichen - an Lehrpersonen besonders strenge moralische Maßstäbe anzulegen seien, die mit einer Mitgliedschaft in einem Erotik-Forum jedenfalls nicht vereinbar seien. Es folgte eine beispiellose öffentlich ausgetragene Schlammschlacht, die Kinder des betroffenen Lehrers wurden gemobbt und bloßgestellt als Kinder des "Sexmonsters", die Wand seines Hauses wurde mit obszönen Darstellungen besprüht, eine Dienstaufsichtsbeschwerde folgte, aufgrund derer er um ein Haar seine Altersversorgung als Beamter auf Lebenszeit verloren hätte. Obwohl sich viele Kollegen klar hinter ihn stellten und darauf verwiesen, dass dies Privatsache sei und er sich im beruflichen Umfeld und Schüler*innen gegenüber nie etwas hatte zu schulden kommen lassen, sahen andere Kollegen das ganz anders und auch die Schulleitung konnte sich nicht dazu durchringen, sich hinter den angegriffenen Kollegen zu stellen, der außerdem bei den Schülern außerordentlich beliebt war. Das Kollegium spaltete sich an dieser Einschätzung, die Schulleitung sah das als nicht hinnehmbare Störung des Arbeitsfriedens. Der Skandal war perfekt.

Jedenfalls bekam er kein Bein mehr auf den Boden, musste sich schließlich "freiwillig" an eine Schule in einem anderen Ort versetzen lassen, sein Haus mit Verlust verkaufen, die Familie wurde aus dem gewohnten Umfeld herausgerissen und musste feststellen, dass auch am neuen Wohn- und Arbeitsort bereits stark aufgebauschte und inhaltlich nicht haltbare Gerüchte über ihn die Runde machten. Ergebnis: Seine Frau, die am neuen Wohnort keine Arbeitsstelle fand, brach zusammen und ließ sich scheiden, die beiden Kinder zogen zur Mutter und brachen den Kontakt zu ihm ab, er wurde depressiv und zum Alkoholiker, musste deshalb krankheitshalber seinen Beruf an den Nagel hängen und war fortan ein seelisch und materiell gebrochener Mann. Persönlich habe ich ihn nie kennengelernt, aber von Kollegen hörte ich, dass er sich schließlich das Leben genommen hat.

Das ist nun sicherlich ein extremes Beispiel und eine unselige Verkettung von Umständen. Dennoch war es mir eine ernste Warnung, so dass ich, als ich dann ebenfalls hier ein Profil eröffnete, um nicht mit ähnlichen Reaktionen konfrontiert zu werden, sehr strikt darauf achtete, meine Anonymität zu wahren und dieses auch beibehalte, obwohl ich mittlerweile seit über zehn Jahren nicht mehr im aktiven Schuldienst bin, denn bei genügend bösem Willen "interessierter Kreise" stünde da unter Umständen auch heute noch rückwirkend meine Altersversorgung auf dem Spiel - so ist das nun mal im öffentlichen Dienst -, und darauf habe ich selbstverständlich keine Lust.

Was Besuche von Swinger Clubs betrifft, habe ich vor diesem Hintergrund mich viele Jahre ausschließlich auf solche beschränkt, die mindestens zwei Fahrstunden vom Schulort entfernt waren, um das Risiko, dort von Schülereltern erkannt zu werden, möglichst zu minimieren. Inzwischen wohne ich aber auch in einer anderen Stadt, und es ist so viel Zeit seit meinem aktiven Dienst ins Land gegangen, dass ich gemeinsam mit meinem Partner nun auch Clubs in der Nähe meines jetzigen Wohnorts frequentiere.

Ich denke, das ist immer eine sehr individuelle Entscheidung unter Berücksichtigung der eventuellen schlimmstmöglichen Konsequenzen in Bezug auf die Frage, ob man willens und in der Lage ist, diese im Ernstfall für sich und die Menschen, die davon ebenfalls betroffen wären, in Kauf zu nehmen. Ich gebe auch gerne zu, dass ich ohne den konkret stattgefunden Fall meines Vorgängers an dieser speziellen Schule das Risiko für mich als weniger gravierend eingestuft hätte. Aber so war es nun mal und ich stand immer zu meiner getroffenen Entscheidung, d.h. sowohl dazu, hier ein Profil zu eröffnen und mich an Forumsdiskussionen aktiv zu beteiligen, aber paralell auch gleichermaßen dazu, angemessene Schutzvorkehrungen zu treffen, um mich nicht unnötig existenziell zu gefährden.

Danke für Deine Schilderung- echt krass und sehr tragisch. Gut, dass ich kein Beamter bin. Macht trotzdem nachdenklich.
*****y68 Mann
35 Beiträge
Themenersteller 
Vielen Dank für all Eure Statements. Sie zeigen in ihrer Breite ziemlich genau auch meinen inneren Konflikt...
****_RO Mann
87 Beiträge
Danke für das Thema und die vielen und konstruktiven Beiträge. Das hilft auch mir bei der Reflektion und Abwägung.

Aber eines möchte ich doch relativieren um den Kolleg:innen im öffentlichen Dienst ggf. die Sorge zu nehmen: ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass nur ein Profil hier im JC oder ein „nachgewiesener“ Besuch in einem Swingerclub zu einer Streichung oder Kürzung der Besoldung oder der Pension führt. Das wird im Jahr 2025 nicht mal von einem Verwaltungsgericht hier in Bayern so entschieden werden.
*****y68 Mann
35 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von ****_RO:
Danke für das Thema und die vielen und konstruktiven Beiträge. Das hilft auch mir bei der Reflektion und Abwägung.

Aber eines möchte ich doch relativieren um den Kolleg:innen im öffentlichen Dienst ggf. die Sorge zu nehmen: ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass nur ein Profil hier im JC oder ein „nachgewiesener“ Besuch in einem Swingerclub zu einer Streichung oder Kürzung der Besoldung oder der Pension führt. Das wird im Jahr 2025 nicht mal von einem Verwaltungsgericht hier in Bayern so entschieden werden.
Das glaube ich auch nicht. Aber der öffentliche Wirbel, wenn es einen Leiter einer Behörde Beträge, könnte schon vernichtend werden. Vor allem, wenn die Presse sich "draufstürzt".
******tro Mann
287 Beiträge
Zitat von *****y68:
Das glaube ich auch nicht. Aber der öffentliche Wirbel, wenn es einen Leiter einer Behörde Beträge, könnte schon vernichtend werden. Vor allem, wenn die Presse sich "draufstürzt".
Genau - da braucht's hinterher kein (ordentliches) Gericht mehr. Und stell dir die "besorgten Eltern" vor, wenn es sich um Pädagog*innen handelt.
*********rerin Frau
661 Beiträge
Das kann es jetzt nicht sein.
Warum wird eine einfacher Clubbesuch oder seine sexuellen Neigungen so Tabuisiert?
Ich bin selber im öffentlichen Dienst, gehobenen Position, aber
1. ich habe einen gesunden, Betonung liegt auf gesunden, Egoismus.
Ich lasse mir mein Leben nicht von eingefahrenem Spießbürgertum regeln.
Wofür haben unsere Eltern und Großeltern gekämpft?
Emanzipation heißt nicht, ich geh nun in eine typische konträren Rollen und beiße mich als Frau oder auch Mann durch. Ich zeige es denen, dass ich es kann.
Nein, Akzeptanz durch vorleben, es zulassen und nicht gesondert labeln.
Es muss ins Blut des Alltags übergehen.
Ich traue uns zu, dass wir wissen, was und wie es zu tun ist. Ich hab auch kein Schild umhängen: ‚Ich besuche Swingerclubs.‘
2. Nicht den Kopf in den Sand stecken oder sich verstecken.
Was muss das für ein Gefühl sein, wenn man sich wegen seinen Neinigungen verstecken muss. Genau so schlimm ist es, wenn ich mich wegen meiner Religionszugehörigkeit, oder meinem Job, oder meine Hautfarbe verstecken muss.
Es gibt wunderbare Möglichkeiten, seine Werte zu zeigen, auch ohne dass sich jemand dadurch kompromittiert oder barbiert fühlt.
Sexuelle Vorlieben, die wie sie hier angesprochen werden, sind keine Straftaten oder auch keine Ordnungswidrigkeit.
3. Wir sind im 21. Jahrhundert, Fliegen bis zum Mond, lassen Roboter Arbeit übernehmen, forschen was das Zeug hält und möchten allen auf dem Grund gehen.
Aber unsere eigene Nase ist garnicht mehr zu packen, die verschwindet ganz in den Hintergrund.
Ist natürlich bequem, so brauch ich keine Verantwortung für mein Leben und Tun übernehmen.
Aber wir bewegen uns durch aufkeimende Resignation nur wieder zurück.
****usD Mann
142 Beiträge
Zitat von *********rerin:
Das kann es jetzt nicht sein.
Warum wird eine einfacher Clubbesuch oder seine sexuellen Neigungen so Tabuisiert?
Ich bin selber im öffentlichen Dienst, gehobenen Position, aber
1. ich habe einen gesunden, Betonung liegt auf gesunden, Egoismus.
Ich lasse mir mein Leben nicht von eingefahrenem Spießbürgertum regeln.
Wofür haben unsere Eltern und Großeltern gekämpft?
Emanzipation heißt nicht, ich geh nun in eine typische konträren Rollen und beiße mich als Frau oder auch Mann durch. Ich zeige es denen, dass ich es kann.
Nein, Akzeptanz durch vorleben, es zulassen und nicht gesondert labeln.
Es muss ins Blut des Alltags übergehen.
Ich traue uns zu, dass wir wissen, was und wie es zu tun ist. Ich hab auch kein Schild umhängen: ‚Ich besuche Swingerclubs.‘
2. Nicht den Kopf in den Sand stecken oder sich verstecken.
Was muss das für ein Gefühl sein, wenn man sich wegen seinen Neinigungen verstecken muss. Genau so schlimm ist es, wenn ich mich wegen meiner Religionszugehörigkeit, oder meinem Job, oder meine Hautfarbe verstecken muss.
Es gibt wunderbare Möglichkeiten, seine Werte zu zeigen, auch ohne dass sich jemand dadurch kompromittiert oder barbiert fühlt.
Sexuelle Vorlieben, die wie sie hier angesprochen werden, sind keine Straftaten oder auch keine Ordnungswidrigkeit.
3. Wir sind im 21. Jahrhundert, Fliegen bis zum Mond, lassen Roboter Arbeit übernehmen, forschen was das Zeug hält und möchten allen auf dem Grund gehen.
Aber unsere eigene Nase ist garnicht mehr zu packen, die verschwindet ganz in den Hintergrund.
Ist natürlich bequem, so brauch ich keine Verantwortung für mein Leben und Tun übernehmen.
Aber wir bewegen uns durch aufkeimende Resignation nur wieder zurück.

Haben Sie (oder duzt man hier) Kinder oder sonstige Personen auf die Sie Rücksicht nehmen müssen?
Pardon, dieses "alle im selben Boot Geschwätz" kann ich nicht mehr hören.
Der eine hat viel zu verlieren, der andere, "Typ Hausmeister", geschieden, so gut wie gar nichts.
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