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7. Aug

Sechsunddreißig Grad im Schatten,
lang mach ich das nicht mehr mit!
Und man wird mich dann bestatten
als ein menschliches Pomm Fritt.

Und du, Petrus, hochbetagter
Himmels-Wetter-Dezernent:
Bist du noch ein Angesagter,
für dein Amt noch kompetent?

Wochenlang kein Tropfen Regen
hier bei uns, das ist zu toll!
Und im nächsten Ort dagegen
laufen plötzlich Keller voll.

Aber sonst herrscht große Dürre,
Affenhitze weit und breit.
Und so langsam wird man irre:
Petrus, das ist Pfuscharbeit.

Weit're Aussichten? - Na keine!
Doch was ICH tu, weiß ich schon:
Morgenmeld ich mich für eine
Nordpol-Expedition.


Rhabia 08-2018
13. Jun

ich will Dich
so

wie Du bist
will ich dich

ganz
will ich dich

mit allem
was dazugehört

mit Altlasten
und Neuzugängen

so

will ich

dich


Rhabia 06-2018
14. Mai

Einmal
nur einmal
Prinzessin sein

wollt ich
als Mädchen
schon erleben

einmal
nicht nur
mit einem Bein

sondern mit beiden
Füßen
irgendwie zu schweben

einmal
nicht ein ganzer Kerl
sondern ein Mädchen sein

das
hast du mir
gegeben


(c) Rhabia 05-2018
8. Mai

Unten am Fluß
wo die Graureiher
In hohen Bäumen nisten

Unten am Fluß
dessen Ufer ein betörendes
Blütenmeer ist

Unten am Fluß
in dessen schlammigen Tiefen
die Welse schlafen

Unten am Fluß
der seine Geheimnisse
zu hüten weiß

Unten am Fluß
begrabe ich
alle Gedanken an dich


© Rhabia 05-2018
8. Mai

fühle mich heute umarmt

vom Tag
von der Nähe
die du duldest

ich fühle mich heute umarmt

von Plänen
und Arbeit
und Zukunft

ich fühle mich heute umarmt

weil du bist
wer du
bist

und mich lässt
wie ich
bin



(c) rhabia 05-2018
7. Mai

Du bist für mich,
der Geruch des Regens
auf trockenem Sommerboden.
Erdigwarm und nasenstechend.

Wie der Duft von Boskoop.
Apfelspätsommerlich,
herbstkalt und ledrig,
so, dass ich mich darin einwühlen möchte.

Ein feuchter Frühlingsboden bist du mir,
bedeckt von Bärlauch und Aronstab.
Voller Würze und Oxalat.
Verlockend und gefährlich.

Ich sehne mich,
frisch gefallenen Schnee
zu kosten.



© Rhabia 05-2018
6. Mai

In Bezugnahme nun, auf den gestrigen Tag
revidiere ich, was ich gesagt haben mag,
denn ich lieb dich noch immer,
doch das macht es nur schlimmer
und es schmerzt viel mehr, als ich zu sagen vermag.

Auch wenn es dir jetzt vielleicht sauer aufstößt
und gegen deine eigenen Regeln verstößt,
sprech ich’s aus, frank und frei:
Noch sehn ich dich herbei!
Denn ich hatte dir längst meine Seele entblößt.

Denn noch niemals gelang, mir mein Herz zu veröden.
Dieses närrische Ding sucht nach nahrhaften Böden.
Jetzt steh ich dumm da,
fast so wie ein Narr.
Ich gehör nun mal doch zu den Blöden.

© Rhabia 05-2018
28. Mär

Wenn das Leben
versucht
dich wegzuspülen,
hinweg zu wischen,
als wärst du
der letzte Dreck
der Welt…

Dann!
Jetzt erst recht!
Kopf hoch!
Bauch rein!
Schultern gerade!
Arschbacken anspannen!

Das Leben
muss dir
erst mal
gewachsen sein.

Anke 03-2018
18. Mär

Ich werde vom 26.8. bis 8.9.18 die Sommerferien mit meinen beiden Teenagern, meinem Hund und meinem besten Freund verbringen.

Hat jemand irgendwelche Geheimtipps für die Gegend, was wir dort unternehmen könnten?

Also mal Sachen, die nicht in jedem Reiseführer stehen...

LG
Rhabia
12. Mär

Die Art, wie du dasitzt,
wenn du liest,
Seiten sortierst,
Worte korrigierst,
über Papier gebeugt,
sie ist mir so vertraut.

Die Weise, wie du mich anblitzt,
wenn du mich siehst,
mich provozierst,
mir applaudierst
und mich beäugst,
geht mir unter die Haut.

Ich sehe dich an
und erkenne dich.

Doch du siehst
nicht mich.


Rhabia 03-2018
3. Mär

Ich habe gerade angefangen, eine Erzählung zu schreiben.
Sicher liegt es da schreibtechnisch noch im Argen, aber eine erste Leseprobe möchte ich doch gerne mal hier posten, allein um zu sehen, ob ich die Sprache, das Gefühl der Zeit, ob ich das alles so irgendwie hinbekomme, wie mir das vorschwebt... Und ja, da sind noch jede Menge Rechtschreib-, Komma- und sonstige Fehler drin!



Er kauft sich eine Schippe.

Er kauft nicht irgendeine Schippe, sondern eine echte, einen ehrliche Schippe mit Holzstiel und –griff, eine Schippe, auf die man sich verlassen, kann eine Schippe die das tut was sie soll: Schippen!

Die Schippe geschultert, geht er fröhlich vor sich hin pfeifend zur S-Bahn-Station.

Manche Leute, an denen er vorbei geht, sehen ihn merkwürdig an, als er – die Schippe geschultert – an ihnen vorbei geht und „Wir sind die Moorsoldaten“ vor sich hin pfeift. Männer mit geschulterten Schippen gehören nicht mehr unbedingt zum Stadtbild. Fröhliches Pfeifen auch nicht.

Damals, beim Reichsarbeitsdienst, gehörte das Singen und Pfeifen dazu. Damals war vieles anders. War früher alles besser? Nicht alles, aber manches schon.

Schlimm wurde es erst im Schützengraben.
Viel Hunger war da. Und viel Frieren. Und viel Nass- und Einsam- und Nichtzuhausesein war da.
.
Viel Sehnsucht war da. Sehnsucht nach Essen, nach Wärme und vor allem nach seinem Mädchen.

Das Mädchen mit den schönsten mausgraubraunen Haaren. Das Mädchen mit den Äpfeln, die sie aus dem Garten ihrer Oma geklaut hatte. Das Mädchen, das…

Sie war für ihn das schönste Mädchen der Welt. Sie duftete nach Äpfeln und nach Erde und nach Garten und nach Weib. Er liebte diesen Duft. Er liebte einfach alles an ihr. Ihr Erröten, ihr Kichern, ihre Schamhaftigkeit.




„Lotte, wo steckst du denn schon wieder? Lotte! Loootte!“
Die Großmutter schüttelte den Kopf über das ungebärdige Kind, das so schnell vom Erdboden verschwinden konnte, wie ein geölter Blitz, wenn Waschtag war.

Lotte flitze mit fliegenden Zöpfen über die Bleichwiesen, zwischen schon herbstlich kahlen Apfelbäumen hindurch und tat, als hätte sie die Großmutter nicht gehört.
Sie rannte atemlos bis hin zum kleinen Schuppen am Fähranleger, wo ihr Onkel August seine Taue und Fender aufbewahrte.

Eigentlich hatte sie ihre Oma Maria – sie nannte sie Ohmaria, der Kürze wegen – wirklich gern. Aber erstens war heute Waschtag, was bedeutete, dass sie heute nicht mehr von Ohmaria fort käme, wenn die sie erst mal zum Arbeiten eingefangen hätte. Zweitens wartete Franz beim Schuppen auf sie.

In ihrer Strickjacke hatte sie Äpfel geschürzt. Boskoop. Die mochte Franz so gern. Ohmaria bewahrte die Äpfel in hölzernen Steigen unterm Bett auf, denn im Schlafzimmer war es immer kalt und so würden die Äpfel den Winter überstehen. Sofern sie nicht von Lotte frühzeitig geplündert würden.

Franz lehnte lässig an der Schuppentür und kaute auf einem vergilbten Grashalm. Er grinste breit, als er Lotte mit rotem Gesicht und zerzausten Zöpfen um die Ecke flitzen sah.

„Wohin so eilig, holde Maid?“ fragte Franz und versuchte eine noch lässigere Pose einzunehmen, was ihn aber fast dazu brachte, das Gleichgewicht zu verlieren. Es sah beruhigend albern aus und so konnte Lotte sich noch ein wenig sammeln und Luft holen, bevor sie errötend hervorstieß: „Ich hab dir Äpfel mitgebracht.“

„Da muss ich mich aber höflichst bei dir bedanken. Wäre ein Kuss ein guter Preis für einen Apfel?“

„Franz! Ich… ich… ich… kanndichdochnichteinfachsoküssen!“

Lotte wäre vor Scham am liebsten im Boden versunken, hatte Franz doch einfach ausgesprochen, was sie sich insgeheim schon seit Wochen heimlich ausmalte, wenn sie abends im Bett lag und an ihn dachte.

„Ach Gottchen, Charlottchen, nun sei doch nicht so peinlich berührt!“

Nach einer Weile lagen sie nebeneinander in der blassen Spätherbstsonne am Neckarufer, schmausten Äpfel, schauten den Wolken zu und versuchten Bilder darin zu erkennen und spuckten Apfelkerne in die Luft.

Sie steckten die Köpfe zusammen, redeten über den blöden Heinz aus der 8A, der Charlotte immer an den Zöpfen zog. Franz schwor sich, dem Heinz mal einen richtigen Schwinger zu verpassen. Sie redeten über den Schulhausmeister, Herrn Schwerdtfeger, der ihnen das Leben schwer machte, weil er den Schülern hinterherschnüffelte und mistraute und sie redeten über Herrn Hitler, der jetzt ständig im Radio zu hören war und dessen Stimme Charlotte nicht mochte, weil er immer so schrie.
15. Feb

Du lässt mir jede Freiheit.

Auch die,
zu vögeln,
mit wem ich gerade will.

Denn ich nehme dir
ja nichts weg.

Es geht dir
nichts verloren.

Dir nicht.

Aber mir.

Wenn ich in den Armen
eines Anderen weine,

weil es sich
falsch
anfühlt,

weil ich nicht
dort,
sondern bei dir

wirklich
sein will.

Du lässt mir jede Freiheit…





Rhabia
4. Feb

Du lässt mir jede Freiheit.

Auch die,
zu vögeln,
mit wem ich gerade will.

Denn ich nehme dir
ja nichts weg.

Es geht dir
nichts verloren.

Dir nicht.

Aber mir.

Wenn ich in den Armen
eines Anderen weine,

weil es sich
falsch
anfühlt,

weil ich nicht
dort,
sondern bei dir

wirklich
sein will.

Du lässt mir jede Freiheit…

Rhabia 02-2018
24. Jan

Just in dem Moment, als mir klar wurde, wie befreiend es ist, Single zu sein und meine Zeit mit mir selbst zu genießen, trat er in mein Leben.

Wobei…
Er trat nicht ein. Er marschierte auch nicht ein und platzte nicht hinein, wie irgendein tölpelhafter Trampel. Er schlich sich auch nicht durch die Hintertür, wie ein Dieb in der Nacht.

Er kam in mein Leben, mit einer fast tänzerischen Leichtigkeit. Dabei ist er ein ganz bodenständiger Mann, der aber das Träumen noch nicht ganz verlernt hat.

Seitdem reden wir fast jeden Tag stundelang miteinander.

Wir führen heiße Debatten über Sinn und Unsinn des deutschen Bildungssystems, kommen darüber auf Goethe zu sprechen, was natürlich unweigerlich zum faden Gretchen und folglich auch zum Thema Sex führt und mich bei Walther von der Vogelweide ankommen lässt, dessen Lieder ich dann vorsinge.

Er träumt davon, mit mir Waller fangen zu gehen, an meinem Fluss. Und dabei gerät er ins Schwärmen über das Angeln mit alten, schweren Ruten. Am frühen Morgen will er das mit mir tun, wenn sich die anderen Menschen noch in ihren Betten zusammenrollen während die Ratten am Flussufer fröhliche Urständ feiern und der Nebel von den Bäumen tropft.

Ich träume davon, ihm mein Land zu zeigen. Das Land, das ich liebe wie kein Zweites und nach dem ich immer Fernweh habe. Ich will ihm meinen Strand zeigen und meine Wellen und meinen Wind, will gemeinsam mit ihm Bilder mit Worten malen, über den schönsten Flecken Erde der Welt.

Wir lesen uns aus Büchern vor, zitieren Gedichte, singen Kanons und erzählen von unserem Alltag.

Ich lache wieder viel. Viel mehr als sonst in der letzten Zeit. Und ich träume wieder viel mehr. Ich schreibe wieder. Ich lebe wieder intensiver.

Manchmal wird er melancholisch.

Er weiß, dass er mich nie lieben wird. Jedenfalls nicht so lieben, wie er sich das Lieben vorstellt. Weil sein Herz besetzt ist, mit der ganz großen, der einzigen, der wahren, der hoffnungslosen Liebe.

Er glaubt das sei mir gegenüber nicht fair. Er will mich nicht verletzen. Weil er mich mag, oder lieb hat, oder als „kleine“ Liebe liebt, oder was auch immer.

Ich, für meinen Teil, genieße einfach nur das kleine Glück, dass dieser Mann in mein Leben trat und mich zum Lachen, zum Singen, zum Tanzen, zum Schreiben und zum Träumen bringt.



© Rhabia 01-2018
23. Jan

Traumland

Wenn ich hier in meiner verstaubten Wohnung sitze und auf die nächste Hauswand starre, damit ich die schmutzige Wäsche und das dreckige Geschirr nicht zur Kenntnis nehmen muss, dann träume ich mich weg von hier.

Ich träume mich in die weite Polderlandschaft Nordhollands.

Wolken hängen so bleiern über den Poldern dass ich ahne, warum die Kelten Angst hatten, der Himmel könne ihnen auf den Kopf fallen. Sie spiegeln sich in den Tümpeln, Teichen, Wassergräben und Pfützen auf denen sich Scharen von Vögeln tummeln.

Hier weht immer der Wind. Hier kann ich atmen. Aufatmen. Mir frische Gedanken in den Kopf pusten und die Haare zerzausen lassen.

Der Wind lockt mich mit dem verführerischen, süßen Duft der letzten noch blühenden Dünenrosen in die Dünen, die im warmen Abendlicht wie in Flammen stehen. Sanddorn überall. Sanddorn, Rosen und blaue Disteln. Ein Farbenrausch in Orange, Rosa und Blassblaugrün, der hungrig macht.

Aufgeregt fliegen die Möwen in Richtung Meer. Die Ebbe kommt und die Vögel erwarten schon gierig ihr Abendmahl. So wie auch ich nach dem Meer hungere, das nur noch ein paar Schritte durch die Dünen entfernt ist.

Hier lockt der Wind mich nicht mehr. Hier fordert er mich heraus, zum Spiel mit den Wellen, die er an den Strand peitscht. Ich tanze mit dem Wind und den Wellen auf dem nassen Sand, hüpfe auf und ab, wie ein Kind, wenn eine Welle ihren Meeresschaum um meine nackten Füße spült, weiche dabei Muscheln und Quallen aus, laufe mit dem Wind um die Wette. Ich lebe!

Das letzte Abendrot über dem Meer zieht meinen Blick in die Ferne und die Schreie der Möwen machen, dass irgendetwas an meinem Innersten zieht.

Ich sitze zuhause und starre die Wand an.
15. Jan

Lustkörperöffnung ist als Formulierung grottoid
Beinahgeliebte ist auch nicht besser.

Ich will geliebt werden.
So, wie ich liebe,
will ich zumindest zurückgeliebt werden.
Wenn auch nicht vorwärts.


© Rhabia
3. Nov 17

Ich seh mich um im Online-Prospekt
der Fleischfabrik für den schnellen Fick
und muss schon sagen: Mein Respekt!
Was seid ihr alle schick!

Die Ware ist schön präsentiert,
auch Hans und Franz zeigen in Hochglanz
sich ungeniert und erigiert.
Was für ein Eiertanz!

Ne schnelle Nummer auf dem Tisch?
Schreibt Franz, der will sich an mir reiben.
Ach komm schon, Mädchen, zier dich nicht!
Schreibt Hans, inkognito will er gern bleiben.

Bist du eigentlich besuchbar?
Fragt Klaus, der hat ne Frau zuhaus.
Manni meint, er sei auch buchbar.
Mir ziehts gleich die Schuhe aus.

Dass sich manche nicht verblöden,
bei mir öden Einwegsex zu suchen,
muss ich als Erfahrung buchen.
Ich gehör halt zu den Spröden.

© Rhabia
4. Sep 17

Hier geht es weiter mit dem Gedichtespiel.

den vorherigen Thread findet ihr hier:
Gedichte und Lyrik: Drei Worte 1 Gedicht Teil 15

Die aktuellen 3 Worte sind:

Saftig

Knie

September


Viel Spaß beim Dichten und herzliche Grüße aus dem Urlaub.

Rhabia