„„
Darüber mit anderen reden? Nein, wieso?
Na genau um dieses Schweigen geht es mir. Wir machen so viele Dinge die wir genießen, in Urlaub fahren zum Beispiel. Da ist es doch ganz normal drüber zu reden und sich mitzuteilen. Bei Sexualität verhalten wir uns ganz anders. Da geht es nicht über diese "Männergespräche" hinaus. Ich wäre froh gewesen als Jugendlicher darüber reden zu können und habe auch heute ein Bedürfnis mich darüber auszutauschen. Deshalb bin ich auch hier im Joyclub.
Bei dem reinen darüber reden wollen, stellt sich mir die Frage, ob es um sexuelle Fortbildung geht oder ob es mehr um Gesprächstherapie wegen (unangebrachten!) Schuldgefühle gehen soll.
Die Tatsache, dass man kaum darüber spricht, darf man nicht als falsch interpretierte Bestätigung nehmen, dass man es nicht tut oder nicht tun darf.
Ich erinnere mich an eine frühe Episode, als ich im Grundschulalter war und mit zwei Mädels aus der Nachbarschaft aufgrund vorhandener und damals gar nicht richtig einordbaren Lust so etwas ähnliches wie Doktorspiele starten wollte. Heute würde man es als stark übergriffig bezeichnen, auch wenn ich sie gar nicht angefasst hatte. Sie sind nicht wirklich drauf angesprungen und so blieb es bei diesem einen Versuch.
Jahre später gab es eines Tages aus heiterem Himmel einen Moment des heimischen Unbeobachtetseins, wo ich aus mir unbekanntem Grund irgendwann angefangen habe, mit meinem Schwanz in der Hose zu spielen und dabei plötzlich ein ganz starkes neues Gefühl entdeckte. In meiner Erinnerung vermute ich, dass ich kurz vor einem Orgasmus war. Ich stoppe allerdings sofort, weil ich das in Ruhe erkunden wollte, wenn ich später alleine in der Wohnung sein würde, und zum anderen war es wenige Minuten vor dem Mittagessen und ich wollte keinen Stress herbeiführen.
Wie mir vorgenommen habe ich mich später darum gekümmert und meinen ersten Orgasmus herbeigeführt. Es war etwas ganz neues, intensives, schönes. Gleichzeitig war nach dem Orgasmus aber auch kein Wunsch da, eine Wiederholung zu starten. Der kam ein, zwei, drei Tage später - keine Ahnung - wieder auf. Und da war es wieder so schön. Ab da war es ein neuer Begleiter meines Lebens. Da war ich ein junger Teenager. Im Lauf der Jahre nahm der Sexdrang langsam zu. Es gab Tage, da war ich vielleicht zwischen 18 und 20, wo mir einmal am Tag nicht immer gereicht hat, andererseits habe ich früh gemerkt, dass ich nach einem Orgasmus weniger leistungsfähig bin, was Brainwork angeht. Also habe ich dafür gesorgt, dass die SB und notwendiges Lernen für die Schule oder eine Klassenarbeit zeitlich aufeinander abgestimmt waren. Der Effekt gilt heute noch. Gerade so, als ob das Tagwerk mit dem Orgasmus erledigt ist und man sich nun ausruhen darf.
Was das herbeiführen des Orgasmus angeht, war das in jungen Jahren immer völlig problemlos binnen Sekunden möglich. Es brauchte kein "Futter" zur Unterstützung, im Zweifel schaute ich mir die Frauen auf der Titelseite einer Illustrierten an, wo man die Nippel sich abzeichnen sah.
Erst viel später entdeckte ich das "Material" meines Vaters: Zwei absolut pornografische Romane (ohne Bilder) aus einem anonymen Druck (Ein junger Mann auf Reisen bandelt sowohl mit der Wirtin als auch ihrer Tochter an, ohne dass die beiden anfangs davon wissen. Später, als das hinlänglich bekannt ist, sollen jede von ihnen dabei helfen, dass es künftig zu dritt rund geht. Das zweite Buch ist eine Fortsetzung.), Sophie Mutzenbacher und ein Pornofilm im Stil der 70er auf Videocassette kopiert.
Naja, wenn es schon da ist, nutzt man es natürlich.
Tatsächlich gab es aber seitdem bis heute auch Gelegenheiten, wo man einfach mit sich spielt, ohne dass ein Orgasmus das Ziel ist. Einfach, weil auch das sich schon gut anfühlt. Man weiß zwar, man könnte eine Schippe drauflegen, aber es ist gerade gut, wie es ist. So auf halber Erregungshöhe. Also, warum das durch einen Orgasmus vorzeitig beenden?
Schuldig habe ich mich nie gefühlt. Die Natur hat es so eingerichtet, dass es sich gut anfühlt, dann wird es auch gut tun. Der Körper gibt da schon auf natürliche Weise richtiges Feedback.
Was soll daran falsch sein, wenn man das alleine macht, was mit (s)einer Frau gut und richtig ist? Und nein, man bekommt keine Schwindsucht, keinen Buckel oder kaputtes Rückgrat, man wird auch nicht blind davon.
Andererseits darf man es auch nicht übertreiben und davon quasi süchtig werden, denn leider gibt es auch solches Fälle. Die armen Menschen verbringen viel zu viel Zeit damit, einem Orgasmus nachzujagen, so dass es sie richtig belastet. Körperlich und seelisch.