„wie habt ihr die für euch richtige Beziehungsform gefunden?
Ich weiß nicht, ob die immer einen Namen hat. Wenn man sich damit auseinandersetzt, wie differenziert poliamoröse Strukturen sein können, wie die dann mitunter benannt werden, ich glaube, dass weiß keiner so genau, bis er sich darin befindet und versucht, dem ganzen einen Namen zu geben. Den findet man dann vermutlich, nur kann dann damit wieder keiner was anfangen, was zum Suchen einer Beziehung wieder nichts bringt.
Stell Dir einen Entscheidungsbaum vor.
Die ersten beiden Entscheidungen sind, egal in welcher Reihenfolge, heterosexuelle Beziehung oder homosexuell, sodann monogam oder wie auch immer nicht-monogam. Wenn nicht monogam, dann kommt die Fage, ob die Liebe zu anderen mitgelebt werden soll, oder ob es außerhalb der Beziehung zwar Sympathie, aber neben Sex eben keine Liebe geben soll / geben darf.
Tja, und dann kommt das übliche Problem, Menschen kennen lernen, und mit denen Reden. NoGos sollten dringen beachtet werden, ansonsten möglichst viele Übereinstimmungen vorhanden sein.
Und dann hilft nur Reden.
Nach meiner Erfahrung gibt es viel, was zwar gern gewünscht, aber nicht existenziell ist, worauf man also verzichten kann. Passt der Rest, dann kann man es riskieren. Stellt man später fest, das etwas doch wichtiger ist, als gedacht, hat man eben ein Problem.
Das größte Problem ist, dass viele, die sich eine "offene Beziehung" vorstellen können, eigentlich keine Ahnung haben. Vieles, was man sich vorstellt, fühlt sich dann gelebt ganz anders an. Und selbst da kann es von Person zu Person, zu der jeweils Kontakt besteht oder bestand immer wieder anders sein.
Ganz, ganz wichtig. Wenn man glaubt, dass etwas selbstverständlich so ist, rückversichern. Gute Beispiele dafür finden sich in Threads, in denen es darum geht, was eigentlich F+ ist. Die Meinung der Schreibenden sind teilweise gegensätzlich. Jeder geht aber davon aus, dass die anderen den Begriff genau so verstehen. Fängt schon damit an, ob innerhalb dieser Freundschaft Monogamie bzgl. Sex besteht, oder nicht (wobei ich dann bei Monogamie nicht verstehe, warum das nur Freundschaft und nicht Beziehung sein soll....).
Also, immer reden. Vorsichtig ausprobieren, reden. Weiter ausprobieren, reden.
Und wenn sich einer mit einem Schritt / einer Entwicklung nicht wohl fühlt, eben zurück.
Wer schon viel Erfahrung mit Polyamorie hat, wird da anders einsteigen können, aber auch da ist der Partner dort abzuholen, wo er sich befindet, nicht befinden sollte...