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Zwischen Lust & Erwartung: Warum wird Orgasmus vorgetäuscht?

**********ige76 Frau
812 Beiträge
Themenersteller 
Zwischen Lust & Erwartung: Warum wird Orgasmus vorgetäuscht?
Hallo Ihr Lieben,

laut Internet und verschiedenen Statistiken haben schätzungsweise 56 % bis 70 % der Frauen schon einmal einen Orgasmus vorgetäuscht.

Das finde ich ziemlich bemerkenswerte Zahlen – und ich gehöre definitiv auch dazu. Warum? Aus Bequemlichkeit, um keine Diskussion zu starten oder um das Gegenüber nicht zu verletzen. Gleichzeitig habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass das Thema nicht immer offen angesprochen wird oder werden möchte.

Ich habe kürzlich gelesen, dass der weibliche Körper oft mehr Zeit benötigt, um beim Sex wirklich „anzukommen“ – teilweise wird von etwa 20–30 Minuten gesprochen (Tantraannayves).

Der weibliche Körper ist in vielen Fällen nicht auf schnelle Erregung ausgelegt – auch wenn es natürlich individuelle Unterschiede gibt.

Was aus meiner Sicht eine große Rolle spielt: Zeit, Wärme und ein Gefühl von Sicherheit. Erst wenn der Geist zur Ruhe kommt und nicht mehr bewertet oder „mitläuft“, kann sich der Körper wirklich öffnen. Gleichzeitig scheint es so zu sein, dass ein starker Fokus auf ein bestimmtes Ziel – wie den vaginalen Orgasmus – eher kontraproduktiv wirken kann.

Warum ist Sicherheit so wichtig?
Der Körper reagiert sensibel auf das, was im Nervensystem passiert. Entspannung und Vertrauen können entscheidend dafür sein, ob jemand sich fallen lassen kann.

Mich würde interessieren, wie Ihr das erlebt. Denn oft habe ich den Eindruck, dass der Fokus – bei Männern wie Frauen – noch stark auf den Orgasmus ausgerichtet ist (wertfrei gemeint).

Vielleicht würde ein besseres Verständnis füreinander auch dazu beitragen, dass sich Lust anders entwickeln kann. Dafür braucht es allerdings Zeit – und die wird sich im Alltag nicht immer genommen.

Bitte bleibt freundlich in der Diskussion, da das Thema durchaus sensibel sein kann. Mir geht es um einen respektvollen Austausch und unterschiedliche Perspektiven.

Liebe Grüße,
ScharfSinnige76 *blume*
******987 Frau
1.350 Beiträge
Zitat von **********ige76:

Der weibliche Körper ist in vielen Fällen nicht auf schnelle Erregung ausgelegt

Was aus meiner Sicht eine große Rolle spielt: Zeit, Wärme und ein Gefühl von Sicherheit. Erst wenn der Geist zur Ruhe kommt und nicht mehr bewertet oder „mitläuft“

Warum ist Sicherheit so wichtig?
Der Körper reagiert sensibel auf das, was im Nervensystem passiert. Entspannung und Vertrauen können entscheidend dafür sein, ob jemand sich fallen lassen kann.

Ja, bei Frauen kann dauert es oft länger bis die Erregung kommt
Das äußere Umfeld spielt bei vielen auch eine große Rolle, Zimmertemperatur (eher warm), Geruch (evtl Duftlampe oder Kerze), das Hirn sollte ausgeschaltet sein (nicht denken, jetzt muss ich dann noch zum Einkaufen und Kind abholen etc)

Diese Faktoren bestimmen definitiv meist (bei unserer Süßen) ob der Orgasmus kommt oder nicht

Das Vertrauen ist definitiv ein Pluspunkt, wenn man sich geborgen und geliebt, angekommen fühlt erleichtert es

Vorgetäuscht habe ich zu 100%noch nie in meinem Leben - warum denn?


Ich brauche warme Füße, der Rest is mir relativ....
********rmal Mann
869 Beiträge
Ich hatte das Glück von Anfang an auf Frauen zu treffen die wussten wie sie am besten kommen konnten und mir fad auch verbal wie nonvetbal verklicketten.

Da gab es von, ich stimulieren mich dabei selber
Über mich mit ihren Beinen einklemmen übersich auf meinen Hintern legen und sich an mir reiben bis hin zu Finger im Po oder oder oder alles.

Mein eigener war mir nicht soooo wichtig und ich fühlte mich für ihren auch nie allein verantwortlich.

Frau brauchte mir nie einen vorspielen ich wusste auch so das ich super toll vögeln kann *lach*

Es ging ums reine Erleben und nicht um Ziele.
**ia Frau
489 Beiträge
Meine persönliche Erfahrung ist definitiv, dass längere, stärkere Erregung durchaus hilfreich ist, wie einfach und/oder schnell ich zum Orgasmus kommen kann. Da spielt aber auch noch einiges andere mit rein - bis hin zur Tagesform.
Aber: Ich hinterfrage das nicht mehr großartig für mich, weil mir mein Orgasmus nicht besonders wichtig ist - und ich eher selten die Situation habe, dass ich jetzt unbedingt einen haben möchte und mittlerweile lieber abbreche, als krampfhaft darauf hinzuarbeiten.
Und auch: Ich kann auch nur durch eine bestimmte Zeit/Intensität von Penetration das Gefühl von Befriedigung erreichen, ohne dafür einen Orgasmus zu brauchen.

Was das Vortäuschen angeht: Ich habe das nie bewusst getan, aber so indirekt: Früher hatte ich eine bestimmte Art Gefühl/Stimulation irgendwie als "Orgasmus beim Sex" interpretriert - eigentlich Bullshit, weil ich eigentlich durchaus wusste, wie Orgasmen bei mir sind. Irgendwann habe ich das gelassen, weil es halt doch keine "richtig richtigen" Orgasmen waren. Ein aktives "Vorspielen" mit einem Ziel war da nicht dabei - aber es hat natürlich trotzdem manchmal Diskussionen darüber vermieden, warum ich denn jetzt nicht komme.. (Denn die hatte ich später durchaus mal und anstrengend wird's dann, wenn die Männer das aber gern hätten, aber es eben nicht so einfach ist.) Und in dem Alter konnte ich vielleicht vieles auch einfach noch nicht so gut verbalisieren.
Profilbild
**********itekt Mann
1.072 Beiträge
Ich bin ein Mann und ja – ich gehöre auch zu denen, die schon mehrmals einen vorgetäuschten Orgasmus erlebt haben, ohne es sofort zu merken. Und wenn ich es doch gespürt habe, habe ich als ich sehr jung war meist geschwiegen. Aus Unsicherheit. Aus Angst, die Stimmung zu zerstören. Oder weil ich einfach nicht wusste, wie ich damit umgehen soll, ohne dass es wie ein Vorwurf klingt.

Früher dachte ich wirklich, wenn ich 10–15 Minuten „gut“ bin und auf die Frau eingehe, sollte das reichen. Heute weiss ich: Bei den meisten Frauen braucht es deutlich länger, bis der Körper wirklich ankommt. Und vor allem braucht es diesen sicheren Raum, in dem der Kopf endlich still wird. Ich habe selbst erlebt, wie eine Frau sich erst nach 25–30 Minuten plötzlich tief entspannt hat – einfach weil ich aufgehört habe, „etwas zu wollen“, und stattdessen nur noch da war. Mit langsamen Berührungen, Wärme, Präsenz. Das war für mich ein richtiger Augenöffner.

Ich merke bei mir selbst: Sobald der Druck „sie muss kommen“ da ist, wird alles verkrampfter. Bei ihr und bei mir. Deshalb versuche ich inzwischen bewusst, diesen Druck loszulassen. Manchmal sage ich sogar vorher: „Es geht heute nicht darum, dass irgendetwas ‚passieren‘ muss. Ich will einfach nur mit dir fühlen.“ Und erstaunlicherweise entspannt sich dann oft viel mehr – und die Lust wird tiefer und echter.

Was mich traurig macht, ist dieses stille Wettrennen, das viele noch in sich tragen. Wir wollen den anderen nicht enttäuschen und faken stattdessen. Dabei wäre Ehrlichkeit so viel intimer. „Ich bin noch nicht ganz da“, „Heute brauche ich mehr Zeit“, „Kannst du einfach nur halten?“ – solche Sätze sind für mich inzwischen das schönste Geschenk, das eine Frau mir machen kann. Weil sie Vertrauen bedeuten.
******987 Frau
1.350 Beiträge
Zitat von ********rmal:
Ich hatte das Glück von Anfang an auf Frauen zu treffen die wussten wie sie am besten kommen konnten und mir fad auch verbal wie nonvetbal verklicketten.

Bei mir reicht auch ne Kurzeinweisung *g*
Lg
*****_68 Mann
8.875 Beiträge
Also bei uns spielt der Orgasmus eher eine Nebenrolle ...
Ich als Mann brauche nicht unbedingt einen und meine Partnerin hält es ebenso ...
Wenn wir einen Orgasmus wollen, dann sorgen wir selbst dafür ... bzw. unterstützen uns gegenseitig ... je nachdem - wonach uns der Sinn steht.
Erst wenn der Orgasmus fast in der Bedeutungslosigkeit verschwindet und man sich auf die Genialität von Sex konzentrieren kann, dann fängt es an richtig Spaß zu machen.
Einen Orgasmus vorzutäuschen - käme uns nie in den Sinn ... warum auch ... wäre völliger Quatsch.

Al
**********erLyk Mann
407 Beiträge
Als Mann faked man ja eher selten einen Orgasmus bzw. ists auch etwas schwerer, weil ja die Spuren klarer zu sehen sind. Ich glaub ich habs 1 mal gemacht, weil ich sehr unentspannt war, die Chemie zwischen mir und dem Gegenüber nicht so super war und ich dem Gegenüber ein gutes Gefühl machen wollte - würde ich aber heut nicht mehr tun, auch Sex generell, wenn die Chemie nicht passt, weil man sich nachher nicht so toll fühlt - is aber ein anderes Thema

Frauen haben schon hin und wieder mal einen Orgasmus gefaked, als ich jünger war, und da hatte ich das Gefühl, dass die damals auch jungen Frauen das Gefühl hatten, man müsse kommen beim Sex, sei dahingestellt ob für den Mann um einem Bild zu entsprechen oder aus Angst es würde sonst mit einem selbst was nicht stimmen, wenn man nicht kommen kann. Man spürt es aber denk ich schon, wenn ein "fake orgasmus" kommt. Ich gebe auch zu, dass mir damals der Orgasmus der Frau wichtiger war als mein eigener bzw. der Leistungsgedanke, dass "ich ihr einen verpassen muss" sehr stark da war - recht unreflektiert aber man bekommts bisschen so mit.
Jetzt ist das anders, glaub da hat sich an der Aufklärungsfront viel getan, Podcasts etc., es wird viel offener über das Thema geredet, vielleicht merkt man auch mit der Erfahrung und in Gesprächen mit Gegenübern mehr, wie weit Porno bzw. die fiktive Welt von der echten auseinander liegt und was guten Sex ausmacht und dass der Orgasmus nicht das ultimative Ziel sein sollte....
Sprich jetzt ists mehr fühlen und genießen und früher wars Leistung, somit denke ich, dass sehr viel beim Thema Orgasmus und faken davon ein gesellschaftlicher Zwang ist, Ängste nicht gewissen Bildern zu enstprechen, gefallen zu wollen, vielleich tauch Gegenübern nicht weh zu tun und vielleicht oft das auseinandersetzen mit sich selbst nicht so stark vorhanden war
********isch Frau
434 Beiträge
Viele Männer sind leider so gepolt, dass sie den Wert des Sexes daran messen, ob sie es der Frau so "richtig besorgt haben", bestenfalls noch mit feuchter Fontäne.
Aber zugegebenermaßen ticke ich umgekehrt auch nich vuel anders. Kommt der Mann nicht, denke ich auch, es hätte ihm keinem Spaß gemacht.
Also rational weiss ich es dass das nicht so sein muss. Aber gefühlstechnisch ist es eben doch eine andere Hausnummer.
Die wenigsten Frauen machen das um dem Mann zu verarschen.
Ganz im Gegenteil.
*********0815 Mann
4.010 Beiträge
Liebe @**********ige76

Mir schwindet der Kopf, bei soviel Zahlenmaterial! *augenzu*
Meine Erfahrung: "Frauen, Männer, Menschen sollten wieder mehr Persönlichkeit zeigen!"
*****eil Mann
40 Beiträge
Ich behaupte mal: tendenziell gibt es drei unterschiedliche Arten Sex zu haben:

1. Sex mit gegenseitiger, offener Kommunikation über die eigene Sexualität

2. Sex als Selbstbefriedigung – nur zu zweit

3. Sex als Selbstbefriedigung aber mit Dienstleistungscharakter

1.     Orgasmus vortäuschen braucht es nicht: wie geht es dir? Was gefällt dir? Was magst du heute, was magst du heute nicht? Was brauchst du heute, was brauchst du heute nicht? Es ist so, wie es heute ist. Schön, dass wir das heute zusammen erleben können.

2.     Orgasmus vortäuschen braucht es nicht: Jeder schaut, dass er auf seine Kosten kommt – im besten Fall ohne dem anderen weh zu tun. Jeder nimmt seinen Orgasmus selbst in die Hand – manchmal wortwörtlich – und benutzt den anderen um ans Ziel zu gelangen.

3.     Hier macht Orgasmus vortäuschen Sinn und erfüllt seinen Zweck: hier möchte/kann man nicht so egoistisch sein, wie bei 2. und möchte dem Gegenüber gerne auch etwas Gutes tun – in doppelter Hinsicht. Er soll sich gut fühlen und er soll einen schönen Orgasmus erleben: weil das nun mal der Höhepunkt ist. Also gibt man sich Mühe, geht auf den anderen ein, macht was man denkt, das gefallen könnte und wenn der Orgasmus ausbleibt, dann täuscht man ihn eben vor. Das lässt den Gegenüber mit einem guten Gefühl zurück und signalisiert: isch habe fertig! 🤭
*******ed25 Frau
1.215 Beiträge
Ich finde, es ist oft auch die Frage, ob der andere wirklich darauf eingeht. Gerade wenn man als Frau vaginal nicht zum Orgasmus kommt, ist dieses „das braucht Zeit, dann wird das schon“ für mich eher stressig.

Weil die Folge oft ist, dass einfach weitergemacht wird – obwohl es sich für mich gar nicht mehr gut anfühlt. Und gerade dieses Gefühl von „ich will doch nur was Gutes tun“ setzt mich zusätzlich unter Druck, statt dass es hilft.

Je nachdem, wie gut man sich kennt, wird dann manchmal auch einfach etwas vorgetäuscht, nur damit es vorbei ist.

Und eigentlich zeigt das ja schon, dass dieses „einfach weitermachen“ nicht unbedingt der richtige Weg ist.
*******ne72 Mann
496 Beiträge
Ich habe zwar nicht die großen Erfahrungen mit vielen Frauen, aber die, die ich kennen lernen durfte hatten kein Vergnügen wenn der Kopf sich nicht ausschalten ließ und ihre Gedanken überall sind außer bei der Sache, wenn man (n) das verstanden hat dann kann man sich auch darauf einstellen, ist halt ein Lernprozess, und zum Thema vaginal kann ich nur sagen: es gibt noch so viele andere Möglichkeiten Spaß zu haben 👍🙂
Liebe Grüße in die Runde
********isch Frau
434 Beiträge
Zitat von *******ne72:
aber die, die ich kennen lernen durfte hatten kein Vergnügen wenn der Kopf sich nicht ausschalten ließ

Das ist zu kurz gedacht, das Vergnügen am O festzumachen.
Ich hatte schon richtig tollen mindblowing Sex ohne Höhepunkt und Schei&sex mit.
*******nge Mann
411 Beiträge
Ich tue das. Wenn mir das zu lange wird. Ist auch nicht so, dass mir der Sex nicht gefällt. Nur habe ich eben genug. Mir reicht das dann. Wobei ich fairerweise sagen muss, dass sie das eh nicht mitbekommt. Ich mache keine Geräusche beim Sex. Wenn es Geräusche gibt, dann sind die Geräusche von ihr. Oder weil das Bettzeug raschelt. Die Bettroste quietschen oder so. Ich rede ihr allerdings in ihren Sex auch nicht drein. Ist ja ihr Orgasmus. Geht mich nichts an. Warum soll ich da Druck aufbauen. Fände ich schon sehr gewagt und intim. Wenn sie noch nicht genug hat, dann mach ich halt weiter. Das geht, muss mich halt etwas fokussieren. Aber es geht.
******avf Frau
159 Beiträge
Als ich damit anfing Sex zu haben, hatte ich mir geschworen !!! Sex niemals vorzutäuschen, tja habe es trotzdem getan, mehrfach sogar.

Als erstes erstaunt mich dabei immer wieder, dass ich noch nie dabei erwischt wurde. Ich habe nie ONEs, dass heißt die betreffende Person hat mich durchaus schon erlebt, wenn ich einen Orgasmus hatte. Vielleicht doch gemerkt und nichts gesagt? Hmm.

Machen wir uns da alle gern gegenseitig immer wieder was vor? Hmm

Was ich gar nicht ausstehen kann, wenn der Orgasmus als Ziel im Fokus liegt, womöglich noch als Haken. Schnell abarbeiten fertig, nächstes Thema. Kommt mir aber oft so vor...

Können wir nicht einfach miteinander rummachen und dabei entscheiden was passiert? Seufz... Aber ich schließe mich da nicht aus, wenn der Kerl nicht kommt, guck ich auch erstmal komisch 🤦‍♀️
**********ger87 Mann
469 Beiträge
Zitat von **********ige76:
Mich würde interessieren, wie Ihr das erlebt. Denn oft habe ich den Eindruck, dass der Fokus – bei Männern wie Frauen – noch stark auf den Orgasmus ausgerichtet ist (wertfrei gemeint).

Diese These mag vielleicht ein wenig provokant sein - aber ich spreche sie trotzdem aus:

"Ich behaupte einfach mal ganz Frech - das das Vortäuschen von einem Orgasmus ein reines Thema für Vanillas ist. In der BDSM/Fetisch - Welt wird das so nicht vorkommen."

Am Ende einer jeder "Session" kommt das wunderschöne "Aftercare". Man kuschelt sich zusammen, knutscht, schaut zusammen Serien, hält sich und schenkt sich gegenseitig Wärme, Nähe, Vertrauen und ein Gefühl von "Halten"

Im Rahmen vom "Aftercare" reflektiert man gemeinsam das Erlebte und bespricht das gemeinsame Erlebnis. Wie habe ich mich gefühlt? Welche Emotionen sind hochgekommen? Konnte ich Loslassen? Was hat mir besonders gefallen?

Und genau diese Kommunikation, diese Reflektion, das gemeinsame Austauschen und Reflektieren bringt einen Riesen-Mehrwert. Denn genau hier lernt man gemeinsam, als Team, das anzusprechen, was wichtig ist. Und genau das überträgt sich dann auf alle Lebensbereiche *g*
**********ige76 Frau
812 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von **********ger87:
Zitat von **********ige76:
Mich würde interessieren, wie Ihr das erlebt. Denn oft habe ich den Eindruck, dass der Fokus – bei Männern wie Frauen – noch stark auf den Orgasmus ausgerichtet ist (wertfrei gemeint).

Diese These mag vielleicht ein wenig provokant sein - aber ich spreche sie trotzdem aus:

"Ich behaupte einfach mal ganz Frech - das das Vortäuschen von einem Orgasmus ein reines Thema für Vanillas ist. In der BDSM/Fetisch - Welt wird das so nicht vorkommen."

Am Ende einer jeder "Session" kommt das wunderschöne "Aftercare". Man kuschelt sich zusammen, knutscht, schaut zusammen Serien, hält sich und schenkt sich gegenseitig Wärme, Nähe, Vertrauen und ein Gefühl von "Halten"


Da muss ich Dich leider enttäuschen....macht überhaupt keinen Unterschied!

Und wenn Du glaubst, dass in der BDSM Szene Aftercare Standard ist - nope. *nein*

ScharfSinnige76 *blume*
**********ige76 Frau
812 Beiträge
Themenersteller 
Vielen Dank an dieser Stelle für Eure zahlreichen Beiträge.

Ich möchte gerne etwas klarstellen.

Ein „Fake“-Orgasmus war bei mir in jungen Jahren nicht so, dass ich vorsätzlich etwas vorgetäuscht habe, sondern eher so, dass der Mann interpretiert hat, ich hätte einen Orgasmus gehabt. Meine Vermutung ist, dass ein Mann glaubt, wenn eine Frau lustvoll stöhnt oder beim Sex laut ist, dass dies gleichzusetzen ist mit einem Höhepunkt.

Wenn mich ein Mann gefragt hat, ob ich gekommen bin, habe ich auch ehrlich geantwortet. Aber in der Regel haben Männer interpretiert und nicht gefragt. Deshalb habe ich mir auch eine „Korrektur“ erspart, denn das Interesse, es herauszufinden, war wohl nicht vorhanden.

Meine (zarte) Vermutung ist, dass ich damit kein Einzelfall bin. *nachdenk*

Des Weiteren fehlt mir in der Diskussion der Aspekt, ob sich Männer und auch Frauen wirklich die Zeit nehmen, um ankommen zu dürfen.

Welcher Mann ist bereit, sich 30 Minuten Zeit zu nehmen, um sicherzustellen, dass das Nervensystem der Frau wirklich zur Ruhe kommen kann? Ehrliche Antworten wären hier spannend.

ScharfSinnige76 *blume*
***ka Frau
2.097 Beiträge
Zitat von **********ige76:

Ein „Fake“-Orgasmus war bei mir in jungen Jahren nicht so, dass ich vorsätzlich etwas vorgetäuscht habe, sondern eher so, dass der Mann interpretiert hat, ich hätte einen Orgasmus gehabt. Meine Vermutung ist, dass ein Mann glaubt, wenn eine Frau lustvoll stöhnt oder beim Sex laut ist, dass dies gleichzusetzen ist mit einem Höhepunkt.

Wenn mich ein Mann gefragt hat, ob ich gekommen bin, habe ich auch ehrlich geantwortet. Aber in der Regel haben Männer interpretiert und nicht gefragt. Deshalb habe ich mir auch eine „Korrektur“ erspart, denn das Interesse, es herauszufinden, war wohl nicht vorhanden.

Meine (zarte) Vermutung ist, dass ich damit kein Einzelfall bin. *nachdenk*

Dieses Erlebnis habe ich auch schon gemacht, dass mein Stöhnen als Orgasmus interpretiert wurde. Und wie er aus dem Häuschen war, weil ich ja so "lange" und "immer wieder" gekommen sei.
Und wie enttäuscht, als ich seine Wahrnehmung korrigierte und es dann nicht wahrhaben wollte...

Ich habe aber auch schon das gegenteilige Erlebnis gehabt. Ich bin gekommen (und neige dabei mich aufzubäumen) und wurde im Nachgang gefragt, ob ich denn gekommen sei *gruebel*
*******opf Mann
139 Beiträge
Mir hat mal eine Frau erzählt sie sei laut und sie mache das, um ihrem Mann zu zeigen, dass er der beste ist.
**********ige76 Frau
812 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *******opf:
Mir hat mal eine Frau erzählt sie sei laut und sie mache das, um ihrem Mann zu zeigen, dass er der beste ist.

Oh wow, das impliziert ja beinahe, dass Männer bzw. ihr Mann das braucht für sein Ego?! *gruebel*
*******ed25 Frau
1.215 Beiträge
@**********ige76

worauf beziehst du dich mit Zeit nehmen und ankommen? kuscheln, Vorspiel, Penetration?
*******opf Mann
139 Beiträge
Zitat von **********ige76:
Zitat von *******opf:
Mir hat mal eine Frau erzählt sie sei laut und sie mache das, um ihrem Mann zu zeigen, dass er der beste ist.

Oh wow, das impliziert ja beinahe, dass Männer bzw. ihr Mann das braucht für sein Ego?! *gruebel*

Könnte sein, ihn konnte ich nicht fragen, ist/war mir auch egal ich war nur im Gästzimmer.
**********ige76 Frau
812 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *******ed25:
@**********ige76

worauf beziehst du dich mit Zeit nehmen und ankommen? kuscheln, Vorspiel, Penetration?

Was aus meiner Sicht eine große Rolle spielt: Zeit, Wärme und ein Gefühl von Sicherheit. Erst wenn der Geist zur Ruhe kommt und nicht mehr bewertet oder „mitläuft“, kann sich der Körper wirklich öffnen. Gleichzeitig scheint es so zu sein, dass ein starker Fokus auf ein bestimmtes Ziel – wie den vaginalen Orgasmus – eher kontraproduktiv wirken kann.

Das heißt alles, was absichtslos ist und nicht auf Orgasmus ausgerichtet, so dass Frau zur Ruhe kommen und ankommen kann.
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