Ich glaube, es ist wohl sinnlos zu erwähnen, dass er an diesem Tag niemals in seiner Schule ankam und er sich von mir eine „Entschuldigung“ unterschreiben lassen musste. Es war „sein erstes Mal“ – ich auf einem Parkplatz im Wald gegen den Wagen gelehnt und er hinter mir. Am meisten hatte ich mich in sein Lächeln verliebt – und in die Art, wie er mich ansah. Und natürlich in die Art und Weise, wie er mich kraftvoll nahm und mich beim zweiten und dritten Mal – nach einem sehr, sehr kurzen ersten Mal – jeweils zum Orgasmus vögelte … Das war ein Vorteil junger Männer – sie wollten immer und sie konnten immer. Und der Drang, es mit immer neuen, fremden Männern zu treiben, trat allmählich in den Hintergrund. Binnen weniger Wochen, bis ich mich nur noch ausschließlich mit ihm traf.
Nach einem halben Jahr erzählte ich meinem Mann von ihm und fragte, ob ich Tim einmal zum Abendessen einladen dürfte. Das war der Anfang von allem. Wir aßen zusammen zu Abend und die beiden verstanden sich auf Anhieb prächtig miteinander. Am Wochenende darauf übernachtete er – Tim und ich schliefen natürlich in unserem Ehebett, mein Mann verbrachte die Nacht auf der Couch im Wohnzimmer – und dann, eine Woche später, zog mein Lover schließlich bei uns ein.
Ich werde oft gefragt, wie sich das Zusammenleben mit meinem Liebhaber auf unsere Cuckold-Ehe auswirkt. Tja … Wie gesagt, Tim und mein Mann kommen gut miteinander aus – keiner versucht, den anderen offen zu übertrumpfen oder mit lächerlichem Macho-Gehabe das Alpha-Männchen raushängen zu lassen. Ich denke, mein Mann und mein Freund haben sich, hauptsächlich wegen ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten so gut verstanden, aber auch, weil ich das Scharnier zwischen ihnen war und meinen Teil zum Gelingen des Zusammenlebens beigetragen habe. Ich habe nie einen gegen den andern ausgespielt oder versucht, Drama zu stiften. Zumindest, nicht mehr als notwendig … Manchmal brauchen meine Männer eben einen kleinen Schubs, um den Rasen zu mähen oder die Bäume zurückzuschneiden, oder …
Scherz. Die zwei sahen unheimlich süßen zusammen bei der Gartenarbeit aus.
Aber im Ernst …
ICH war diejenige, die entschied, wann und mit wem ich Sex hatte, und sowohl mein Freund als auch mein Mann akzeptierten das. Ich versuchte natürlich, keinen der beiden zu vernachlässigen. Aber meine Bedürfnisse und Vorlieben drängten sich naturgemäß immer ein bisschen in den Vordergrund. Genau so, wie mein Lover und mein Mann ihre Bedürfnisse hatten. Aber wie bei allem im Leben muss man bereit sein, Kompromisse einzugehen. Mit den Jahren wurde es jedoch leichter. Mein Mann und ich hatten beide gelernt, unsere eigenen Gefühle zu erkennen, die des anderen zu lesen und mit ihnen umzugehen. Ich hatte gelernt, dass ich meinen Mann lieben und die Beziehung zu meinem Liebhaber bewältigen konnte, ohne Angst haben zu müssen, illoyal zu sein oder einen der zwei zu kurz kommen zu lassen.
Manchmal werde ich gefragt, warum ich keinen Gefallen daran fand, von meinem Mann beim Austausch intimer Zärtlichkeiten … also beim Sex … beobachtet zu werden. Ob es vielleicht daran läge, dass ich mit meinem Freund Dinge machte, die ich mit meinem Mann nie gemacht hätte … Oder weil ich es genoss, dominiert zu werden – mit rauem Sex unterworfen zu werden – und mein Mann das nicht gut gefunden, vielleicht sogar eingegriffen oder sich schlicht und ergreifend entmannt gefühlt hätte.
Aber nein. Es lag daran, dass ich, als ich anfing, mit anderen Männern auszugehen, es einfach nicht mochte, dabei von jemandem beobachtet zu werden. Ich konzentrierte mich gern einzig und allein auf meinen Liebhaber und wollte es auch umgekehrt so – ohne an andere wie meinen Mann denken oder mir unnötig Sorgen machen zu müssen. Und das ist auch heute noch so.
Deshalb – Videos, Tonmitschnitte, Fotos – großes Ja!
Zusehen oder gar mitmachen – fettes Nein!