Liebe vs. sexuelle Neugier und Erfüllung
Hallo zusammen,ich beteilige mich eigentlich nicht an Diskussionen in Foren und halte mich gerne zurück.
Zugleich merke ich, dass in mir etwas steckt, der sich bis heute nicht vollständig versteht oder entfaltet hat und ich lösen muss.
Ich war in der Vergangenheit in einer sehr langen, monogamen Beziehung und bin seit zwei Jahren mit einer neuen Partnerin liiert. Vor und nach den jeweiligen Beziehungen konnte ich gewisse Erfahrungen sammeln, sei es hier im Joy oder anderweitig.
Ich spüre generell, dass ich sexuell sehr neugierig und aufgeschlossen bin und gerne Neues probiere. In meiner ersten monogamen Beziehung haben wir einiges zu zweit ausprobiert, jedoch passte es letztendlich nicht für die gemeinsame Lebensplanung. Zugleich merkte ich, dass ich mich immer wieder und mehr auch anderen Frauen oder neue sexuelle Konstellationen reizen. Daher folgte auch aus Neugier den Anmeldung im Joyclub.
Seit gut zwei Jahren passt meine neue Partnerin zwar menschlich perfekt zu mir, sexuell haben wir jedoch unterschiedliche Vorlieben und Neigungen. So richtig ausleben konnte ich mich zwischen beiden Beziehungen kaum (ca. 6-8 Monate).
Der Sex ist zwar grundsätzlich gut, leidenschaftlich und schön, jedoch nicht so hart, wild und dirty, wie ich es von früher kenne und mochte oder mir generell vorstelle. Zunächst erfüllte mich die zwischenmenschliche Zuneigung trotzdem komplett und ich verschwendete keinerlei Gedanken an andere Frauen.
Mit der Zeit kamen und kommen jedoch immer wieder neue Gedanken an neue sexuelle Erlebnisse auf. Problematisch ist aus meiner Sicht unter anderem, dass sie weder aktiv oder passiv Oralsex mag und ich beides im Nachhinein doch vermisse. Auch z.B. Doggystyle, Begeisterung für Sextoys oder eine gewisse Experimentierfreude ist trotz verschiedener Gespräche wenig gegeben. Sie ist leider sehr verkopft, was ich nur mit viel Mühe und Geduld reduzieren kann.
Zuletzt standen wir kurz vor der Trennung, da ich der Überzeugung war, dass ich nicht ewig in einer monogamen Beziehung leben kann und dies bei mir Bindungsängste auslöst. Dies habe ich ihr entsprechend mitgeteilt und entsprechend für eine emotionale Reaktion gesorgt.
Eine offene Beziehung ist für sie infolge der Diskussion keine Option.
Das Problem, dass mir sexuell bisschen etwas fehlt, haben wir etwas blümchenhaft diskutiert und Ansätze gefunden. Ich habe aber aus Angst sie zu verletzen nicht den Mut zusammengebracht, ihr zu sagen, dass sie mir im status quo sexuell das nicht geben kann, was ich benötige.
Wir haben in diesem Kontext nochmal intensiv gesprochen und sie war (und ist noch) emotional sehr mitgenommen von dem Thema. Auch mir fällt es schwer, da ich sie liebe und gerne mit ihr zusammen wäre, aber mit meinen Vorstellungen zur Sexualität und Monogamie nicht ganz in ihre Welt passe. Ich habe zugleich Angst, dass sie eine Trennung nicht gut verpacken könnte. Insbesondere, da wir zwischenmenschlich eigentlich schon ein perfect match sind.
Ich weiß, dass mir niemand die Entscheidung abnehmen kann. Kennt jemand jedoch ggf. eine solche Situation und hat eventuell einen Rat, wie ich mir klarmachen kann, was ich möchte?
Ich stecke in diesem Spagat, dass mich vielseitiger Sex enorm reizt und ich zugleich jemanden habe, wo ich dies nicht gänzlich, dafür aber anderes bekomme… Mit Blick auf mein Alter und dem vorherigen Scheitern der Beziehung muss ich für mich und mein Wesen eine Grundsatzentscheidung treffen. Leider habe ich erst die letzten Jahre so richtig gut selbst zu mir gefunden… Umso schwieriger, dass mein sexueller Trieb nicht zu dem passt, was ich mir grundsätzlich eigentlich für mein Leben wünsche…
Bitte keine allgemeinen Diskussionen oder Moralapostel, das Schreiben fiel mir schon schwer genug.
Vielen Dank!
















