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Alleinsein und Liebenkönnen, gibt es einen Zusammenhang?

****ody Mann
16.034 Beiträge
Themenersteller 
Alleinsein und Liebenkönnen, gibt es einen Zusammenhang?
Seit Tagen denke ich über ein Zitat des Psychoanalytikers und Philosphen Erich Fromm (1900-1980) nach, der sich u.a. mit der Liebe und der Notwendigkeit des Liebens befasst hat.

"Paradoxerweise ist die Fähigkeit, alleine zu sein, die Voraussetzung für die Fähigkeit zu lieben.“ (Erich Fromm)

Ich glaube, ich habe es noch nicht ganz durchdrungen, möchte ihm aber irgendwie schon zustimmen.

Seht Ihr diesen Zusammenhang auch, oder ist für Euch Alleinsein, d.h. in keiner Partnerschaft zu sein, eher eine nicht-notwendige Erfahrung, um jemanden lieben zu können?
Anders gesehen, was könnte man in einer Zeit ohne Partnerin oder Partner für eine spätere Liebe gewinnen?
*****a_A Frau
13.640 Beiträge
Es gibt sicher Menschen, die im Alleinsein zu sich selbst finden können. Ich gehöre da eher nicht dazu
*******ed25 Frau
845 Beiträge
Paradoxerweise glaube ich, dass die Fähigkeit, alleine zu sein, die Grundlage dafür ist, wirklich lieben zu können. 😊

Damit meine ich nicht nur, dass man physisch allein ist, sondern dass man innerlich mit sich selbst klarkommt – dass man sich selbst kennt, seine Stärken und Schwächen akzeptiert und weiß, was einem wichtig ist. Am besten lernt man das oft in Phasen ohne Partner. Diese Zeit kann man nutzen, um zu wachsen, sich selbst zu tragen und herauszufinden, wie man allein glücklich sein kann. Wer das schafft, sucht keinen Menschen, um ein „Loch“ zu füllen, sondern um echte Verbundenheit und Freude zu teilen.

Das Paradoxe daran: Wir denken ja oft, Liebe braucht Nähe, ständige Zweisamkeit, dass man alles zusammen macht. Aber reife Liebe fängt genau dort an, wo man mit sich selbst zufrieden ist. Menschen, die das gelernt haben, sind oft entspannter, weniger eifersüchtig und können Liebe aus Fülle geben – nicht aus Mangel.

Und das eigentliche Aha-Moment dabei: Wer nicht allein sein kann, sucht in einer Beziehung immer ein Stück Bestätigung oder Ergänzung. Wer gelernt hat, alleine zu sein, liebt freier, entspannter und ehrlicher – einfach weil man es will, nicht weil man es braucht.
Firerose
*******ire Mann
16.358 Beiträge
Kann sehr viel dran sein.

Wer mit sich alleine sein kann ist mit sich im reinen.
Wer mit sich im reinen ist kann sich öffnen, liebe empfangen und auch geben.
*****ucy Frau
14 Beiträge
Das besagte Zitat ergibt für mich persönlich durchaus Sinn. Es gibt Personen, die nicht alleine sein können und sich folglich immer in eine neue Beziehung stürzen ohne darüber nachdenken wer sie denn sind wenn sie alleine sind. Solch überstürzte Handlungen führen doch schnell dazu, dass diese Beziehung nicht von langer Dauer sind und das ist schade. Wenn man sich etwas Zeit nimmt und für sich klar definierten kann, was man von einem Partner gerne hätte wird sich eine Suche gelassener gestalten. Alleine sein können heißt für mich auch nicht immer etwas hinterher zu jagen sondern auch mit mir alleine im Einklang zu sein.
****az Mann
4.769 Beiträge
Zitat von *****ucy:
Das besagte Zitat ergibt für mich persönlich durchaus Sinn. Es gibt Personen, die nicht alleine sein können und sich folglich immer in eine neue Beziehung stürzen ohne darüber nachdenken wer sie denn sind wenn sie alleine sind. Solch überstürzte Handlungen führen doch schnell dazu, dass diese Beziehung nicht von langer Dauer sind und das ist schade. Wenn man sich etwas Zeit nimmt und für sich klar definierten kann, was man von einem Partner gerne hätte wird sich eine Suche gelassener gestalten.
Sehe Ich auch so. Beziehungsweise können diese Beziehungen dann zwar auch lange anhalten, aber sie tun den Beteiligten vielleicht nicht so gut, wie sie es sich einreden. Da herrscht dann eher eine gegenseitige Abhängigkeit um die eigenen Probleme zu kaschieren.
********_bln Frau
11.844 Beiträge
Ich glaube nicht, dass es die Erfahrung des Alleinsein unbedingt dafür braucht. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass wenn jemand das Alleinsein nicht aushält, oft die Liebe eher aus Mangel eingeht und lebt. Somit darin mehr die Bestätigung, eine gewisse Sicherheit oder vielleicht sogar Ablenkung sucht. Hat in meiner Welt nicht unbedingt was mit ehrlicher authentischer Liebe zu tun.

Wenn ich mich auch im Alleinsein als ganz wahrnehme, dann kann ich doch eher Nähe erleben und dem anderen Freiheit geben und den Mensch respektieren anstelle Ihn zu vereinnahmen.

Insofern sehe ich an dem Zitat schon einen Funken Wahrheit.
*****ucy Frau
14 Beiträge
Zitat von ****az:
Zitat von *****ucy:
Das besagte Zitat ergibt für mich persönlich durchaus Sinn. Es gibt Personen, die nicht alleine sein können und sich folglich immer in eine neue Beziehung stürzen ohne darüber nachdenken wer sie denn sind wenn sie alleine sind. Solch überstürzte Handlungen führen doch schnell dazu, dass diese Beziehung nicht von langer Dauer sind und das ist schade. Wenn man sich etwas Zeit nimmt und für sich klar definierten kann, was man von einem Partner gerne hätte wird sich eine Suche gelassener gestalten.
Sehe Ich auch so. Beziehungsweise können diese Beziehungen dann zwar auch lange anhalten, aber sie tun den Beteiligten vielleicht nicht so gut, wie sie es sich einreden. Da herrscht dann eher eine gegenseitige Abhängigkeit um die eigenen Probleme zu kaschieren.
Da stimme ich dir durchaus zu
*******ed25 Frau
845 Beiträge
Ich mag ja Beispiele: Für mich bedeutet „alleine sein“ zum Beispiel, sich bewusst Zeit für sich zu nehmen – etwa einfach mal ein Buch zu lesen, ohne Ablenkung. Dadurch ist es für mich auch überhaupt kein Problem, wenn er mit seinen Freunden unterwegs ist, weil ich diese Zeit genauso für mich nutzen kann.

Auch im Alltag zeigt sich das für mich: im Haushalt und bei allem, was dazugehört, eine eigene Routine zu entwickeln. Dinge selbstständig zu organisieren, den Überblick zu behalten und sein Leben im Griff zu haben. Das mag vielleicht etwas unromantisch klingen, aber es gibt einem auch eine gewisse Ruhe und Unabhängigkeit.

Weitere Beispiele sind für mich, eigene Hobbys zu haben oder auch mal alleine etwas zu unternehmen – sei es ein Spaziergang, Sport oder einfach Zeit nur mit sich selbst zu verbringen, ohne sich dabei unwohl zu fühlen. Ebenso gehört es für mich dazu, Entscheidungen eigenständig treffen zu können, ohne ständig Bestätigung von außen zu brauchen.

Das Gefühl, „Hilfe“ zu brauchen, steht dabei für mich nicht im Vordergrund. Nicht, weil man nie Unterstützung möchte, sondern weil man grundsätzlich gut alleine zurechtkommt und sein eigenes Leben managen kann. Genau das schafft für mich eine gesunde Basis für eine Beziehung – in der man den anderen als Bereicherung sieht und nicht als jemanden, der etwas kompensieren muss.
*********oenix Frau
306 Beiträge
Meine letzte, fast siebenjährige, Beziehung war geprägt von dysfunktionalen und destruktiven Verhaltensmustern beiderseits. Da heraus zu finden, wieder ganz bei mir selbst anzukommen, war nicht leicht. Ich bin zu tiefer Liebe fähig, weil ich durch das Alleinsein gelernt habe, mich selbst zu lieben.

Ich springe nicht von einem Date ins nächste Date, ebenfalls nicht von der einen Beziehung in die nächste Beziehung.

Ganz im Gegenteil, ich genieße mein Single - Leben, das Alleinsein mit mir selbst. Ich fühle mich keineswegs einsam, denn ich habe ein erfülltes Leben. Ich nutze die Zeit mit mir allein auch für mein inneres Wachstum und es tut so unsagbar gut, nach der Arbeit nur für mich allein verantwortlich zu sein.
**********lchen Mann
21.132 Beiträge
Vielleicht meint der Erich ja, dass wenn man viel alleine ist sich selbst lieben lernt und dann auch fähig ist andere zu lieben.

Denn alleine sein muss erstmal gemeistert werden. Können nicht viele.

So in der Art irgendwie.
*****a_A Frau
13.640 Beiträge
Für mich steht jedenfalls fest " wer sich selbst nicht lieben kann, der kann auch andere nicht lieben".
Wenn ich mich selbst liebe, in meiner Mitte stehe...muss das aber nicht bedeuten, das ich Freude am Alleinsein habe.
Ich selbst kann das schon genießen, ein paar Tage...ein paar Wochen zur Not....aber länger würde mir etwas fehlen
********rmal Mann
763 Beiträge
Ich brauche einen Grund um jemandem zu lieben.

Wenn ich allein komplett im reinem bin mit mir, was bitte könnte dann ein andere dazu beisteuern fiesen yzustand noch liebenswerter zu gestalten.

Ich hab das Gefühl daß viele die mit dich allein im reinem sind einfach zu viel Langeweile haben und dich dann jemanden suchen um eine Aufhabe zu haben, am besten koch jemandem mit nen Arsch voller probleme da wird das Band der Liebe dann besonders stark.
*******exe Frau
2.777 Beiträge
"Ich brauche dich, weil ich dich liebe" ist nicht unbedingt das gleiche wie "ich liebe dich, weil ich dich brauche"

"Ich brauche keinen Partner - aber ich möchte einen."

Wer gelernt hat allein zu sein, sei es aus der Not heraus oder bewußt, kommt oft besser mit sich klar, weil er viel über sich gelernt hat - ok, im besten Falle. Sich kennenlernen bedarf einer gewissen Selbstreflexion - und die kommt nicht so einfach von alleine; es gehört viel Mut zur Erkenntnis, Geduld und den Willen dazu, etwas über sich erfahren zu wollen und damit weiter zu arbeiten, sich zu entwickeln, möglicherweise sich auch zu verändern.

Bedürfnisse werden in einer Beziehung gestillt, denken viele. Was sind solche Bedürfnisse? Der Wunsch nach Nähe, Sex, Zärtlichkeit, Austausch, Bestätigung, Wertschätzung, Unterstützung ........ Also muß der Partner diese Bedürfnisse im besten Falle alle stillen, ansonsten ist der suchende Partner mit den ganzen Bedürfnissen über kurz oder lang wieder auf der Suche.

"Paradoxerweise ist die Fähigkeit, alleine zu sein, die Voraussetzung für die Fähigkeit zu lieben.“ (Erich Fromm)

Seht Ihr diesen Zusammenhang auch, oder ist für Euch Alleinsein, d.h. in keiner Partnerschaft zu sein, eher eine nicht-notwendige Erfahrung, um jemanden lieben zu können?
Anders gesehen, was könnte man in einer Zeit ohne Partnerin oder Partner für eine spätere Liebe gewinnen?

Ja, das mag paradox klingen, aber wenn man mit sich alleine prima zurecht kommt, muß man nur noch mit der anderen Person in der Beziehung klar kommen. Kann manchmal ganz hilfreich sein, wenn wenigstens einer von beiden weiß, was er will *zwinker*

Alleinsein ist eine Erfahrung; ob sie nun zwingend notwendig ist um wieder lieben zu können, stelle ich mal infrage. Die Phase des Alleinseins ist vielleicht bei manchen notwendig dieses ewige Rad der Beziehungen mal anzuhalten, zur Ruhe zu kommen und sich dann weiter zu orientieren. Genau das könnte ein Gewinn für die nächste Liebe sein - die ganze Sache ruhiger und bedachter anzugehen...


Bin ich lange allein, stellt sich allerdings irgendwann die Frage in welche Richtung ich tendiere: a) ich will wieder eine Beziehung oder b) ich möchte keine Beziehung mehr, weil ich mich alleine wohler fühle.
****ody Mann
16.034 Beiträge
Themenersteller 
Besitzt man die Fähigkeit zu lieben, wenn man gut allein sein kann? Das ist der Kern der Aussage. Aber was wären Gründe, nicht allein sein zu können?
*******ed25 Frau
845 Beiträge
Zitat von ****ody:
Besitzt man die Fähigkeit zu lieben, wenn man gut allein sein kann? Das ist der Kern der Aussage. Aber was wären Gründe, nicht allein sein zu können?

Für mich hat Liebe nichts damit zu tun, dass jemand ständig in meiner Nähe ist. Natürlich kann ich lieben und gleichzeitig gut alleine sein. Für mich schließt sich das nicht aus – im Gegenteil.
Manchmal frage ich mich sogar, ob das, was als „Kompensation“ entsteht, überhaupt wirklich Liebe ist. Denn für mich bedeutet Liebe nicht, dass jemand eine Lücke füllen muss, sondern dass man sich bewusst füreinander entscheidet – unabhängig davon, ob man auch alleine vollkommen zurechtkommt.
*******exe Frau
2.777 Beiträge
@****ody

Entweder hat man die Fähigkeit zu lieben - oder nicht = Kurzform.
Wenn man gut allein sein kann, muß man sich nicht über den anderen definieren, muß keine Bedürfnisse stillen.

Gründe, nicht allein sein zu können???
Das wäre sicher ein abendfüllendes Thema *zwinker* ... Das kann schon in der Kindheit anfangen, mit Verlustängsten zu tun haben und bis zur Langeweile gehen, wenn man nicht von jmd beschäftigt wird.

Und was man nicht kann, kann oder sollte man lernen.
****769 Frau
3.039 Beiträge
Man könnte auch sagen 'Wenn du das Glück nicht in dir selbst findest, dann wirst du es nirgendwo finden.'
Menschen, die gut allein sein können, sehen den anderen nicht als Notwendigkeit sondern als Bereicherung.
**********lchen Mann
21.132 Beiträge
Zitat von ****ody:
Besitzt man die Fähigkeit zu lieben, wenn man gut allein sein kann? Das ist der Kern der Aussage. Aber was wären Gründe, nicht allein sein zu können?

Das müssen keine erklärbaren Gründe sein.

Wir Menschen sind alle unterschiedlich. Manche können einfach nicht alleine sein.
******rls Frau
177 Beiträge
Ich würde dem aus meiner Wahrnehmung auch zustimmen.
Alleine zu sein hat für mich etwas sehr friedliches und ich habe mir in der Vergangenheit einfach viel von meinen Tieren abgeschaut. Über die kleinen Dinge am Tag freuen und sei es die tägliche Tasse Kaffee am Morgen. Den Alltag genießen, an der vollen Kasse chillen, die Leute beobachten, dankbar sein, das ich das alles tun kann, was ich tue.
Keinen Urlaub zu brauche, um zu entspannen.
Ja, im Alleinsein habe ich mich lieben gelernt, mir verzeihen gelernt. Das ist nicht immer schmerzfrei.

Und ehrlicher Weise wünsche ich jedem Menschen bei sich anzukommen, um dann für den passenden Partner offen zu sein.

Wilde Grüße ♡
******yze Frau
984 Beiträge
"Seht Ihr diesen Zusammenhang auch, oder ist für Euch Alleinsein, d.h. in keiner Partnerschaft zu sein, eher eine nicht-notwendige Erfahrung, um jemanden lieben zu können?"

Ich finde die These für mich in dem Wortlaut nicht stimmig. Wir sind bis zu unserem ersten Partner eventuell schon "allein". Ich sehe da eher keinen Zusammenhang.

"Anders gesehen, was könnte man in einer Zeit ohne Partnerin oder Partner für eine spätere Liebe gewinnen?"

Der Satz entspricht mir viel mehr. So ziemlich alles an Gefühlen und Überzeugungen kann man in einer Zeit ohne Partner gewinnen. Wenn man hier den positiven Gewinn nimmt, wie bereits genannt wurde, Entspannung, Vorfreude. Insbesondere Wissen erlangen wer man ohne Partner wirklich ist. Was ergibt sich bei mir in der Dynamik mit einem Partner und welche Anteile sind vollends meine. Hilft aus meiner Sicht immer bevor man eine neue Partnerschaft eingeht. Ich würde es Klarheit nennen, ist auch super für das Setzen von Grenzen oder Grauzonen. Generell finde ich aber auch, dass man nach jeder Beziehung reifer und klüger ist. Man entwickelt sich durch die Erfahrungen in einer Partnerschaft auch selbst weiter und lernt neue Dinge kennen, die im nachgelagerten Alleinsein vielleicht sogar wieder Teil von einem selbst werden.
*******ed25 Frau
845 Beiträge
Ich glaube, da gibt es verschiedensten Gründen.

Manche haben einfach Angst vor Einsamkeit oder fühlen sich sofort unwohl, wenn sie keine Nähe haben. Andere kämpfen mit ihrem Selbstwertgefühl: Wer sich selbst nicht richtig schätzt, sucht ständig Bestätigung bei anderen. Dann gibt’s Leute, die emotional ziemlich abhängig von anderen sind – die wissen gar nicht, wie sie ihre Gefühle allein regeln sollen.

Und dann gibt’s natürlich die, die einfach nie gelernt haben, mit sich selbst klarzukommen. Alleinsein bedeutet ja auch, sich selbst beschäftigen zu können, Ruhe auszuhalten oder die eigenen Gedanken und Gefühle zu spüren. Für viele ist es einfach bequemer, Ablenkung durch andere Menschen oder Aktivitäten zu suchen.

Auch die Kindheit spielt oft eine Rolle: Wer in unsicheren oder instabilen Verhältnissen aufgewachsen ist, hat es schwer, sich selbst zu vertrauen. Und nicht zu vergessen: Der gesellschaftliche Druck – ständig hört man, man müsste „zu zweit“ sein – macht es noch schwieriger, das Alleinsein wirklich zu genießen.

Kurz gesagt: Wer nicht gelernt hat, alleine glücklich zu sein, sucht oft unbewusst Nähe, um eigene Unsicherheiten oder Gefühle zu kompensieren. Aber wenn man das kann, ist Alleinsein echt eine super wertvolle Fähigkeit. Man lernt dadurch, sich selbst zu tragen
*********oenix Frau
306 Beiträge
Besitzt man die Fähigkeit zu lieben, wenn man gut allein sein kann?

Die Fähigkeit zum lieben, wenn man gut allein sein kann, liegt im Auge des Betrachters. Kann ich mir im Alleinsein selbst die Liebe geben, die ich im gegebenen Fall meinem Gegenüber bereit bin zu geben? Oder brauche ich mein Gegenüber, um nicht alleinsein zu müssen sowie um mich geliebt zu fühlen?

Aber was wären Gründe, nicht allein sein zu können?

• Angst vor Einsamkeit
• Angst nicht genug zu sein
• Angst vor dem Alleinsein sein
• Verlustängste
• jemanden zu brauchen, weil man sich selbst nicht genug ist


.....
****na Frau
1.435 Beiträge
Im Laufe meines Lebens kannte ich eine Handvoll Frauen, die quasi vom Elternhaus in die Beziehung und/oder Mutterschaft gezogen sind und dafür gesorgt haben, dass der Anschlusspartner vor Beendigung der Nochbeziehung parat war. Bei allen hatte ich den Eindruck, dass sie die Partnerschaft als solche mehr lieben als den eigentlichen Partner.

Bezogen auf Fromm denke ich, dass man sich nur im Alleinsein zu einem Ganzen entwickeln kann, bevor man dann als solches Teil einer Liebesbeziehung wird.
Auch nach dem Ende einer Beziehung halte ich das Alleinsein für wichtig, um u.a. alle die Anteile, die mit dem Ex-Partner verbunden waren, wieder ganz in sich zu reintegrieren und die Anteile loszulassen, die man noch vom Ex in sich trägt.
****ody Mann
16.034 Beiträge
Themenersteller 
Bis ich Anfang Fünfzig war, habe ich niemals wirklich geliebt. Das war mir bewusst. Verliebtheit, Liebhaben ja, ja, ja. Aber die "fette Liebe" war nicht dabei.

Ich bin von jung auf in Beziehungen gestürzt. War ich lediglich auf der Suche nach Sex, wurde eine Beziehung draus. Das ging fließend über in eine längere Ehe, die dann 17 Jahre später zu Ende war. Und danach ging es alsbald weiter. Ich wollte mich austoben und landete in Beziehungen. Aber in denen kann man sich auch alleine fühlen, wenn man nicht liebt.

Ich brauchte wirklich eine lange Pause, um zu verstehen, dass Beziehung nicht unbedingt Liebe hervorbringt. Und Verliebtheit auch nicht. Aber ich suchte nach der Liebe, ich hätte mich schon über Liebeskummer als Indiz dafür gefreut.

Ich kürze mal ab. Es ist mir passiert, als ich gar nicht daran dachte, als ich mir die Suche nach einer Frau regelrecht verboten hatte und viel Zeit mit Selbstreflexion, so gut ich das konnte, verbrachte. Ich war einfach lange mit mir allein, weil ich mir das wünschte. Als ich diese Frau kennenlernte, fuhr ich mit dem Fuß auf der Bremse, zögerte alles monatelang hinaus. Das Ergebnis war überwältigend.
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