Mehr brandheiße Inhalte
zur Gruppe
Vasektomierte Männer
2631 Mitglieder
zur Gruppe
Safer Sex
1074 Mitglieder
zum Thema
Übergewicht und Unsicherheit beim ersten Treffen...749
Der weibliche Teil dieses Profils möchte einfach gerne mal wissen wie…
zum Thema
Profilfoto - Busen, Po oder Gesicht, was ist euch wichtiger?266
Warum meine viele, dass ein Busen und sexy Po als Profibild geeignet…
Verhütung? Aber natürlich!
Das Thema ist für dich interessant? Jetzt JOYclub entdecken

Selbsthilfe bei Übergewicht

**********essin Frau
2.522 Beiträge
Themenersteller 
Selbsthilfe bei Übergewicht
Ich gebe zu, dass ich diesen Thread nur deshalb starten kann, weil ich endlich meinen Hintern hochbekommen habe und nun (mal wieder) konstant abnehme.
Bis zu diesem echten Startimpuls fühlte ich mich so mies, dass ich das Thema und die Konfrontation mit Menschen, die beim Gegenankämpfen "erfolgreicher" waren als ich, gescheut habe, wie der Teufel was Weihwasser.

Nun aber, wo ich dem schwersten Problem in meinem Leben mal wieder direkt ins Gesicht blicke, möchte ich mich gern darüber austauschen, wie eure persönliche Strategie ist. Was erlebt ihr während und nach eurer Reise? Können wir auch über Fails zu sprechen?
Was habt ihr Überraschendes entdeckt? Womit habt ihr nicht gerechnet. Was waren eventuell ganz anders, als ihr es euch vorgestellt habt?

Auch wenn Adipositas als Erkrankung klassifiziert wird - für mich ist jede Sucht eigentlich immer nur ein Symptom und deshalb ist Gewichtsreduktion allein aus meiner Sicht nur ein Teil der Gesundwerdung. Wie seht ihr das?

Auch wenn es die Höflichkeit gebietet, werde ich in diese Eröffnungspost erst einmal darauf verzichten, meine eigene Geschichte zu erzählen, einfach, weil er sonst so ellenlang wird.
Wenn der Thread mit etwas Glück freigegeben wird, liefere ich das aber selbstverständlich nach.


Achtung! In diesem Thread soll es weder um die Glorifizierung von Übergewicht, noch um Bashing gehen, sondern er soll eine Austauschmöglichkeit auf sachlicher Ebene sein - für alle, die -aus Gründen- keiner entsprechenden Gruppe beitreten möchten.
Ich bitte auch darum, hier von der Sexualisierung übergewichtiger Menschen abzusehen. Dass es spezielle Kinks gibt, dessen bin ich mir bewusst, die sind hier aber nicht Thema.

**********n_NRW Mann
37 Beiträge
Hallo @**********essin

Probleme mit Übergewicht habe ich nicht... Das Gegenteil ist der Fall... Weshalb ich dennoch glaube in diesem Thread richtig zu sein liegt daran:

Zitat von **********essin:
Nun aber, wo ich dem schwersten Problem in meinem Leben mal wieder direkt ins Gesicht blicke, möchte ich mich gern darüber austauschen, wie eure persönliche Strategie ist. Was erlebt ihr während und nach eurer Reise? Können wir auch über Fails zu sprechen?
Was habt ihr Überraschendes entdeckt? Womit habt ihr nicht gerechnet. Was waren eventuell ganz anders, als ihr es euch vorgestellt habt?

Ob nun bei dem schwersten Problem oder dem leichtestem... Dem Ganzen ins Gesicht zu schauen ist der entscheidende Punkt. Oft tut sich erst dann etwas, wenn man sich wieder elend fühlt... Dann beginnt die neue Reise mit allen Erfolgserlebnissen und wie so oft auch den Fails. Letzteres ist immer wieder der selbe bei mir und vermutlich auch bei vielen anderen.
Der größte und schlimmste Fail... Zu denken, dass die Reise irgendwann ein Ende hat. Es gibt kein "was erlebe ich nach der Reise". Ich bin so oft wieder in alte Muster verfallen, wenn ich mein Ziel erreicht hatte, dass es eigentlich weh tun müsste. War ich am Anfang so euphorisch, wurde ich wieder nachlässig als ich mich endlich wieder wohl fühlte und stellte fest, dass es schneller wieder ins Elend umschwang als ich schauen konnte.

Die Reise nicht enden lassen und sich an dem Wohlfühlmoment festhalten, ihn als Ansporn nehmen genau das beizubehalten, dass ist der größte Erfolg. Nicht das Abnehmen oder wie in meinem Fall zunehmen. Und auch wenn es manche nicht glauben können... Nur schwer zuzunehmen ist genauso beschissen wie zuzunehmen, wenn man nur an Essen denkt. *g*

Ich wünsche dir viel Kraft und Ehrgeiz an deinen Zielen festzuhalten und die nötige Konsequenz nach dem Erreichen deiner Ziele weiter Kontinuität an den Tag zu legen, um die von dir angedeutete Spirale zu durchbrechen und dauerhaft im Wohlfühlbereich zu bleiben.

LG
**********essin Frau
2.522 Beiträge
Themenersteller 
@**********n_NRW

Vielen lieben Dank für deine Antwort und deine Wünsche. Du hast Recht, diesen Kampf gibt es auch auf der anderen Seite des BMI. Ich stimme dir auch absolut darin zu, dass der Glaube, irgendwann mal "angekommen" zu sein, ein Fehlglaube ist. Einmal auf diesen Seitenweg abgebogen, wird man ein ganzes Leben davon begleitet.

Nun zu mir:

Ich gehöre zu den Frauen, für die das eigene Körpergewicht, bzw. der Umfang schon mindestens seit der Pupertät immer wieder und zunehmend (har har) ein Thema war. Und tatsächlich sind es, wie aus dem Lehrbuch für Essstörungen, auch meine sehr nahe Verwandtschaft gewesen, die mein Aussehen kritisiert hat. Wenn ich mir heute Fotos von damals ansehe, könnte ich jedes Mal heulen. Ich war ein ganz normales Kind ohne jedes Gewichtsproblem. Ich war nur eben nicht knabenhaft-dürr *wuerg*

In meiner Jugend und frühem Erwachsenenalter hatte ich kaum Probleme mit meinem Gewicht. Gut, ich war nie superschlank, aber ich fühlte mich wohl und auf jeden Fall im gesunden Rahmen schwer.
Dann geriet ich an einen Mann, der am Kindheitsängstebaum rüttelte und nahm zu. Immer mehr.
Bis er mir sagte, ich sei fett geworden.

Erste Abnahme

Fettreduzierte Ernährung (kann seitdem keine Puten- oder Hähnchenbrust mehr sehen), Sport (ich habe das Gym mit jeder Faser meines Körpers gehasst) und schwupps waren 15kg verschwunden.
Am Ende war ich schlanker, schwanger und meine Beziehung am Ende.

In der Schwangerschaft nahm ich normal zu, nach der Entbindung und den ersten Monaten hatte ich mein Vorhergewicht wieder. Ja, ein paar Kilos mehr als Idealgewicht, aber es ging mir gut.

Dann starb mein Vater und ich nahm, ohne, dass es mir bewusst war, mindestens 25kg zu.
Gemerkt habe ich es erst, als eine F+, die ich lange nicht gesehen hatte, den Sex mit mir verweigerte (höflich, ohne es auszusprechen, aber dennoch deutlich).
Doch mein Leben im Hamsterrad (Alleinerziehung, Job und Co) ließ mich nicht zur Ruhe kommen und so wuchsen die Kilos im selben Maß wie die Hosengrößen.

Ich lernte im JC meinen damaligen Partner kennen und ..nunja.. Typ Teddybär und Genussmensch. Da passte irgendwie auch keine Diät.
Das Ende dieser Beziehung fiel zusammen mit einem Rauchstopp und diverser anderer ungünstiger, depressionsbegünstigender Parameter und dann verlor ich komplett die Kontrolle über mein Essverhalten.

Als ich mich irgendwann wieder im JC anmeldete und die ersten Dates sich ankündigten, MUSSTE ich der Wahrheit ins Gesicht schauen. JA, ich gehörte zu den Damen, die sich irgendwie versuchten um ein Treffen in the reality herumzumogeln (was absolut schwachsinnig ist, ich weiß), aber mein Selbstbewusstsein war auf dem Nullpunkt angekommen.
Es gab da diesen einen Typen, den ich wirklich sehr sehr gern kennenlernen wollte, doch ich verschob ein Treffen immer weiter in die Zukunft. Irgendwann, als er (zu Recht) die Nase voll hatte, borgte ich mir eine Waage aus (natürlich besaß ich keine!) und stellte mich drauf.

EINHUNDERTFÜNFUNDREIßIG KILOGRAMM LEBENDGEWICHT

Ja, so habe ich auch geschaut. Nur, war das nicht irgendeine Uschi in einem Forum, sondern ICH *heul*

Zweite Abnahme

Intervallfasten, Bewegung (Garten im Sommer, Gym im Winter) und schwupps ... 29kg weg.
"Schwupps" - ja ich weiß, das schreibt sich so leicht, aber eigentlich ist es ne verdammt harte Zeit. Nur nicht im Ansatz so hart, wie das "Danach".

Dating war wieder im Rennen, ich hatte Sex und lernte einige tolle Männer und auch meinen Jetzt-Partner kennen. Tja und irgendwie habe ich damit auch mein Ziel wieder aus den Augen verloren. Das ist jetzt 4 Jahre, zehn hoch und sechs Kilo runter her.

Ich werde im nächsten Jahr 50 Jahre alt und auch wenn mir mein einziges Kind keine Hoffnung auf Enkel macht, so möchte ich doch irgendwann einmal ENDLICH wieder "normal" aktiv sein. Wirklich hemmungslos Sex haben, in einen Flugzeugsitz passen ohne die Nachbarn anzustoßen, Ziplining und SUP ausprobieren, tanzen auch nach dem ersten Lied, Klamotten tragen, die mir passen UND gefallen usw. usw.

Dritte Abnahme


Wieder Intervallfasten mit 1600 kcal max am Tag. Ich bin jetzt seit ein paar Wochen dabei und ja, die erste Erfolge habe ich natürlich bereits verbuchen können. Dieses Mal versuche ich es etwas "ganzheitlicher", ich möchte auch die Ursachen zu beheben und nicht nur das Symptom. Das ist ziemlich spannend, aber mein größter Feind ist im Moment meine Ungeduld.
Natürlich weiß ich, dass dieser Job ein Marathon ist und kein Sprint, aber Durchhalten manchmal WIRKLICH schwer. Wie Spurrinnen auf der Straße sind die Muster eingefahren. Sie zu durchbrechen erfordert unfassbar viel Reflexion und Disziplin.
Was ich auch bemerke ist, dass sich die Sucht scheinbar immer irgendeinen neuen Weg sucht. Ich bemerke ein zu großes Interesse am Kalorienzählen und muss aufpassen, dass es im gesunden Rahmen bleibt.

Deshalb dachte ich daran, mich hier mit anderen darüber auszutauschen und würde mich freuen, wenn dieser Thread sich weiter füllt.



Ach ja .. ganz liebe Grüße an alle Mitglieder, die heute auf dem Suche nach meinem Gewicht mein Profil besucht haben *wink* Wer rechnen mag, findet es hier heraus *zwinker*
******aar Paar
945 Beiträge
Bei uns beiden hat ein jeweils anderer Befund fast zeitgleich entscheidend zu einer Lebensänderung beigetragen.
Wir mussten klar erkennen, dass wir so nicht weitermachen wollen und dadurch unsere Gesundheit massiv beeinträchtigen. Es hat offenbar den Keulenschlag gebraucht um den Arsch hochzukriegen.
Umstellung der Ernährung war mal Part eins. Die lieben Gewohnheiten bei jeder Gelegenheit mal was zu naschen oder mal zwischendurch zu essen weglassen war dann der zweite Part. Bewegung fiel uns nicht schwer, mit Hund musst du eh raus.
Zusätzlich dann noch entsprechende Nahrungsergänzung um Defizite auszugleichen als dritte Säule.
Ziel war einfach ein gesünderer Lebenswandel und den Körper wieder zu stabilisieren und normalisieren.
Damit angefangen haben wir im November 25. Mittlerweile sind es fast 10 kg bei jedem von uns und wir fühlen uns wohl damit.
Wir haben auch unsere Schlafgewohnheiten geändert und auch das tat sehr gut.
Wir sind nun viel agiler, aktiver und wesentlich entspannter als früher. In Summe hat es sehr gut getan und wir hoffen, dass es so weitergeht.
Das eine oder andere kg vlt noch und die medizinischen Befunde sind zur Zeit auch alle wieder im Lot.
Ja es war eine Lebensumstellung und das sehr intensiv. Aber wir sehen da mittlerweile die Vorteile daraus und genießen es.
Manchmal braucht man offenbar das Messer an der Kehle um eine Trendwende einzuläuten.
***ba Mann
1.068 Beiträge
Zitat von **********essin:
Selbsthilfe bei Übergewicht...
Ich glaube, Selbsthilfe ist nicht der richtige Weg.
Mein Alter Herr musste vor vielen Jahren vor einer Herzoperation gegen die Uhr abspecken. Mami setzte ihn auf karge, fettarme Kost mit viel Obst und Salat. Papi bezeichnete das Essen als Gefängnisessen. Er nahm in sechs Wochen sieben Kilo ab, was er ohne fremde Hilfe nie geschafft hätte. Er lebte nach der Operation noch 21 Jahre.

Wenn du eine Selbshilfegruppe findest, um so besser. Aber suche dir lieber jemanden, der dich fettarm und mit übersichtlichen Portionen bekocht.

Ich versuche gerade, ein paar Kilo Winterspeck loszuwerden, u.a. mit Radfahren.
***ba Mann
1.068 Beiträge
Zitat von ***ba:
Selbsthilfe bei Übergewicht...
Ich glaube, Selbsthilfe ist nicht der richtige Weg.
Mein Alter Herr musste vor vielen Jahren vor einer Herzoperation gegen die Uhr abspecken. Mami setzte ihn auf karge, fettarme Kost mit viel Obst und Salat. Papi bezeichnete das Essen als Gefängnisessen. Er nahm in sechs Wochen sieben Kilo ab, was er ohne fremde Hilfe nie geschafft hätte. Er lebte nach der Operation noch 21 Jahre.

Wenn du eine Selbshilfegruppe findest, um so besser. Aber suche dir lieber jemanden, der dich fettarm und mit übersichtlichen Portionen bekocht und auf dich aufpasst.

Ich versuche gerade, ein paar Kilo Winterspeck loszuwerden, u.a. mit Radfahren. Hape Kerkeling bekam einen medizinischen Schuss vor den Bug und ging danach mehrere Monate auf den Jakobsweg. Es hat bei ihm offenbar auch gewirkt.
**********essin Frau
2.522 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von ***ba:
...
Ich versuche gerade, ein paar Kilo Winterspeck loszuwerden, u.a. mit Radfahren. Hape Kerkeling bekam einen medizinischen Schuss vor den Bug und ging danach mehrere Monate auf den Jakobsweg. Es hat bei ihm offenbar auch gewirkt.

Aber ist das nicht Selbsthilfe? Du brauchst niemanden, der dich aufs Rad hebt und dich jeden Tag daran erinnert, dass du noch Radfahren musst. Hape brauchte niemanden, außer sich selbst, der sich jeden Tag wieder pushte, weiterzulaufen.

Ja, viele Menschen brauchen einen Auslöser, um zu starten - aber am Ende nützt jeder Start nichts, wenn man es nicht wirklich SELBST will.

Aber gerade beim Beispiel Hape Kerkeling wird deutlich, dass es schlussendlich ein lebenslanger Kampf ist und Abnehmen ohne eine Strategie für "danach" nicht nachhaltig gelingen kann.
*********Wien Frau
3.832 Beiträge
Meine Schwester war schlank bis 18, dann aus Liebeskummer oder anderem Kummer folgte rapide Gewichtszunahme, dann Kampf gegen die Kilos, Jahrzehnte lang Jojo Effekt zwischen 60 und 100 Kilo und dann bis zu ihrem Ende Adipositas Typ2.
Meine Mutter war schlank bis zur ersten Geburt, hat 20 Kilo in der Schwangerschaft zugenommen und die nie wieder runterbekommen. Versuche mit den Weightwatchers brachten kurzfristig Erfolge bei beiden.
Was beide verbunden hat, war die Einstellung zum Essen: Essen als Belohnung, als Liebesersatz, aus Frust, aus Langeweile und Bewegung nur notwendigerweise, Sport war Qual.
Mein erster Freund hatte sich seinerzeit lustig gemacht über meinen dicken Hintern, ich war 15, hatte damals 55 Kilo bei 1,68. Ich habe ihn geschimpft und mein Leben lang meine schlanke Figur hart erkämpft, auf eine Pizza folgten 3Tage Intervallfasten und Zucker wurde komplett gestrichen. Einmal im FKK Urlaub legte ich 3 Kilo zu und mußte mit offener Hose nach Hause fahren. Allein diese 3 Kilo wieder loszuwerden, ohne dabei Muskelmasse zu verlieren, war echt schwierig, aber mir war das unglaublich wichtig, ich wollte nie so sein wie die anderen weiblichen Familienmitglieder.
Langsam abnehmen ist entscheidend, nicht mehr als ein halbes Kilo pro Woche. In einer Abnehmphase ist es für mich wichtig, dass es zu Hause nichts zu naschen gibt, aber Alternativen, was die Zähne beschäftigt. Hungern unbedingt vermeiden, aber eben was essen, was nicht dick macht.
Jetzt mit fast 64 bin ich bei 64 Kilo und hab meinen Frieden gefunden mit meinem Körper.
Ich brauche Kraft für mein Tanzpensum und passe die Energiezufuhr dem Energieverbrauch an. Der Hosenbund hilft mir bei der Einschätzung.
Profilbild
*******gArt Mann
1.684 Beiträge
68 Jahre und der Weisheit kaum näher gekommen
wenn ich zurückblicke sehe ich Fotos von einem eher pummeligen Jungen, der sich lieber zuhause einigelte, als mit anderen rumzutollen und zu prügeln. Irgendwann wurde es meinen Eltern zu bunt und sie steckten mich in einen Sportverein und damit aus dem Weichei was "Gescheites" wird war es ein Verein für asiatischen Kampfsport. Und das genau, als ich in die Pubertät kam.
• Zum ersten Mal Fett verloren und Muskeln aufgebaut. - Soweit so gut, aber war ich das wirklich?
Mich zog es seit Kindheit zum tanzen, aber tanzen war für meine Altvorderen unmännlich, also tat ich es heimlich zuhause, wenn ich mir Tanzfilme und Balletaufführungen im Fernsehen ansah. Schon damals merkte ich, dass mein Aussehen und Gewicht ein täglicher Kampf waren. Ließ ich mich gehen, nahm ich sofort zu, also mehr Sport, mehr trainieren.

Dann lernte ich meine Frau kennen, die ebenfalls leidenschaftlich gerne tanzte und wir gaben unserer Neigung endlich ein Podium - Tanzen als Sport, als Wettkampf. Schnell stellte sich Erfolg ein, aber ich mußte mich vom ersten Tag an der Kritik stellen, daß meine Figur nicht typisch für einen Tänzer war, also mit Anfang zwanzig die erste Diät.
Eine Woche nur Wasser, Ananas und Papayas. Resultat - eine Bromelain Allergie und beim Wettkampf fast umgekippt, aber 5kg abgenommen. Damals lernte ich, dass nicht Abnehmen das Problem war, sondern halten. Der Ping-Pong Effekt begann.
Nach zehn Jahren aktiver Sportkarriere dann mit 30 der Ausstieg für ein glückliches Familienleben. Ach du armer Irrer, hattest Du gedacht, der Körper würde dich nciht bestrafen dafür, dass Du nicht mehr fünfmal die Woche trainierst und am WE stundenlang um Punkte kämpfst.
Es ging bergauf mit den Pfunden und Kilos, dann wieder eine Diät - oder Ernährungsumstellung - dazu Nahruzngsergänzungsmittel. Nichts blieb unversucht. aus den 73 Muskelkilos meiner aktiven Sportzeit wurden über die nächsten 35 Jahre 99 Fettkilos mit diversen Kurzunterbrechungen und überschaubarer Abnahme.
Ein aktiver Hund, den meine Tochter ins Haus brachte zwang mich zweimal am Tag zügig zu gehen und in ein paar Monaten verlor ich 6 Klios. Dann merkte der Körper die veränderten Lebensumstände und es ging weiter bergan.
Kein Arzt oder Ernährungsberater hatte einen hilfreichen Rat. Ja ein Endokrinologe, der mich mit 50 untersuchte meinte nur, sie könnten ab jetzt nur noch Kräutertee trinken und würden trotzdem zunehmen. Herzlichen Dank für so eine dämliche und wenig hilfreiche Bemerkung.
Wer, wie Viele von Euch auch Ähnliches mitgemacht hat, weiß, wie vor allem die seelische und emotionale Befindlichkeit leidet, wieviel dunkle Zeiten und Gedanken einen begleiten. Zu alldem kommen die gesundheitlichen Auswirkungen, die Krisen in Ehe- und Familienleben, die Routine, die sich in jeder Beziehung einstellt und dann das hormonelle "Aus" in der weiblichen Menopause, im Fall meiner Frau mit völligem Libidoverlust. Es sind so viele Faktoren, die zum Überlegen, Nachsinnen und zur Retrospektive führen und grübeln konnte ich ja ganz gut.

Letztes Jahr nun mit gut 67 Jahren habe ich meine berufliche Laufbahn und damit mein öffentliches Leben beendet und sehr gute Gespräche mit einer Freundin hier im Club haben mir die Kraft gegeben, zuzulassen, dass ich eine starke weibliche Seite habe. Seit dem kleide ich mich zuhause auch mal als Frau, genieße schöne Wäsche, oder Nylons, BH und Silikonbrüste und schwups habe ich mich in ein ganz neues Universum katapultiert gefühlt. Ich hatte Spaß am Sehen, Fühlen, Erleben und mich selbst zu fotografieren. Plötzlich mochte ich mich, fand meine Füße mit den lackierten Nägeln hübsch und freute mich, wenn ich Zuspruch von aussen bekam.
Und siehe da - Ende letzten Jahres hatte ich ohne irgendetwas im Tagesablauf oder der Ernährung zu ändern 11 Kilo abgenommen - in Worten: ELF KILOS.
Das war's nun war der Knoten geplatzt, endlich hatte ich die Lösung "meines" Problems!!!
• dachte ich - doch dann kam der Jahreswechsel, das Leben geht weiter, wie vorher, nichts hat sich geändert, ausser meinem Gewicht, dass in drei Monaten schon wieder um 5 Kilo zugenommen hat.
Und wieder stehe ich ratlos vor dem Spiegel und donnere die Waage unter den Schrank. Habe nichts gelernt ausser - "Dein Körper bleibt ein unbekanntes Wesen"
Vielleicht ist der nächste Schritt der Versuch mich anzunehmen, so pummelig, oder verrückt, wie ich eben bin.
Liebe Grüße, Euer TouchingArt
********isch Frau
237 Beiträge
Vor einem Jahr wog ich noch 20 Kilo mehr. Dann krank geworden, und das Gewicht im freien Fall, über zwei Monate jede Woche ca. 3 Kilo *panik*
Was war ich froh, dass ich etwas pummelig war.
Jetzt wird wieder angefuttert (was gerade erstaunlich schwer ist) für eine eventuelle zweite Runde.
Speck hat nicht nur Nachteile. Hätte ich nur 70 Kilo auf den Rippen gehabt - das wäre nicht gut gewesen.

*offtopic*
Profilbild
*******gArt Mann
1.684 Beiträge
So ist das im Leben. Alles hat zwei Seiten und es kommt immer auf die individuelle Situation an. *blumenschenk*
********1979 Frau
2.188 Beiträge
Als Frustesser versuche ich seit letztem Jahr der richtigen Ursache auf den Grund zu gehen. Warum es mich so triggert und mich dann versuche mit Essen zu beruhigen. Belohnung war es eher weniger.

Eine jetzt zum Glück beendete "Freundschaft" war da ganz extremer Tigger: Jedes Mal wenn sie mir ihr Leid am Telefon geklagt hat musste ich mich damit beruhigen. Bis das aber in meinem Kopf angekommen ist... Die Trennung von ihr war das Beste was ich machen konnte. Mittlerweile habe ich es verstanden und ich habe solche Gesprächspartner nicht mehr. Die hatte ich leider in den letzten Jahren zu hauf und es hat mich gestresst.

Für mich ist es so eine Art Körperpanzer. Schutz vor dem Aussen. Und wenn es wieder stressig ist dann möchte der wachsen *snief* Abnehmen hilft trotz Sport, Bewegung, Ernährung usw. nur bedingt. Wechseljahre spielen da auch mit rein.

Bis Mitte 20 hatte ich ein Reizdarmsyndrom und da mich zu dem Zeitpunkt Ärzte nicht ernstgenommen haben war ich eine Zeit lang unter dem Normalgewicht. Nach einer Hypnose war es dann wieder normal und meine Stressbewältigung äusserte sich dann anders. Eine Zeitlang fand ich diesen Puffer ok, weil ich es halt auch anders kannte. Nur Stressphasen sind halt über die Jahre mehr statt weniger geworden. Und die Kilos leider auch.

Mittlerweile arrangiere ich mich damit und gehe meine psychischen Themen an. Ist aber grad mit einer akuten Depression auch eine Gratwanderung *augenzu* Aber ich bin guter Hoffnung, dass wenn ich diese Trigger ausmerze vielleicht auch eine Abnahme möglich ist ganz ohne Hilfsmittel und Jojo-Effekt.

Edit: Grenzen und Nein bin ich auch dran am Arbeiten *roll*
******orn Frau
237 Beiträge
Ich hab jetzt fast 30 Jahre lang ne Essstörung und ich hab da so viel mitgemacht mit meinem Körper, an meinem Körper - das würde ein ganzes Buch füllen.
Ich leide sehr unter meinem Übergewicht - das Gewicht wird aber auch nicht weniger. Trotz Sport, Kcal Defizit und all den Zauberkram mit wenig Weizen, keine Softgetränke, volles Korn, Flohsamen, Haferflocken, Datteln, dunkler Schokolade, Zucker zum Großteil reduziert. You name it - i did it.
Es ist hart nicht ernst genommen werden von medizischem Personal: Waaaas sie machen 4-6 mal die Woche sport? Waaaas sie haben pro tag 10k Schritte. Oder noch schlimmer nicht mal in der Öffentlichkeit nen Stück Kuchen essen gehen können, weil einem selbst die Fachverkäuferin sagt, na sie essen doch ebstimmt das dicke Stücke Sahnekuchen mit extra Sahne - zuletzt vor 20 Jahren aber danke.

Ich hab für mich vor 6 Jahren einfach beschlossen, dass es so bleibt. Um den Druck rauszunehmen. Akzeptanz bin ich immer noch nicht, weil es auch gesundheitsgefährended ist. Aber leider sehen dünne Menschen halt nicht den Druck und die Verzweiflung.
Ich sehe es halt mehr aktuell das ich kein Sport mache um abnzunehmen, sondern um in meine Zukunft zu investieren, mich zu bewegen. Bei Lebensmittel auf die Zutatenliste zu schauen, um so wenig wie möglich an Chemiepampe mir reinzuhauen.

Ich verstehe woher meine Fressanfälle kommen. Ich verstehe auch woher das Hungern kommt. Ich bin ja noch mit Kriegs und Flüchtslingsüberlebenden groß geworden. Futterrüben essen um nicht während der Flucht / vor der Flucht zu verhungern. Brot musste immer da sein, weil man sonsten verhungert. Kein Essen weggschmeißen, selbst Krümel waren heilig. Essen horten und und natürlich hatte man neben dem Garten noch zwei Schrebergärten um immer Essen zu haben.
Da muss man sich nicht wundern. Ich hab bis heute auch diese panische, irrationale Angst. Ich ess zwar so gut wie kein Brot mehr, bei mir hat es sich auf Nudeln verschoben aber die Panik, wenn ich nur noch 10 Packungen Nudeln zu Hause habe..ui. Meine Oma hatte immer ein Brot mit Stalinschmiere uns allen gemacht. Das erste Kind verhungert, mein Vater nach dem Krieg nur so durchgebracht. Öl, Fett und Haferflocken, alles was übrig blieb, da rein, manchmal auch die Sägespähne von Opas Werkstatt. Das konntest du echt nicht essen, wegschmeißen war aber auch nicht. Ich habe bis heute Öl und Haferflocken auf Vorrat, weil ich wirklich manchmal auf Autopilot schalte.

In meiner Kindheit war Essen aber mehr Tröster. Keine Freunde. Familie .. ja emotional auf jeden Fall nicht anwesend. Dann hat es auch immer geschwankt zwischen Magersucht und Bulimie. Man sagt ja Laienhaft: Wenn man Bulimie hat, dann weil einem das Leben ankotzt, Magersucht, weil man verschwinden will und Binge Eating, weil man Halt braucht. Ja. Genauso war es bei mir in meinem Elternhaus 15 Jahre so. Essen zB mitgenommen, weil ich es ansonsten bei Familientreffen nicht ausgehalten habe, und ich Zucker zur Beruhrigun brauchte. Karneval in der Grundschule und ich durfte nicht mitfeiern. Natürlich waren Chips da meine besten Freunde.
Als ich auf das Gym kam und die Noten wirklich gar nicht mehr feierlich waren, war natürlich Essen das einzige, was ich kontrollieren konnte und meinem Magersucht der einzige Erfolg.

Meine Obdachlosigkeit war es auch nicht besser. Da gabs noch Burger für ein Euro. Drei Euro und du hattest Essen für den ganzen Tag. Als ich da raus war, hatte ich dann Fressanfälle, weil ich Angst hatte, wieder Hunger zu haben, Ich habe nur gegessen, weil ich Angst vor dem Hungergefühlt hatte.

Sicherlich habe ich auch die Tendenz Lebensmittel mit traumatischen Ereignissen zu verbinden. Meinen Missbrauch mit einer bestimmten Kekssorte. Ich kauf die wirklich nur und schaufel die mir nur rein, wenn ich halt merke, dass kommt wieder hoch und ich krieg das alles nicht verarbeitet.

Klar hatte ich auch Orthorexie. Wenn du übergewichtig bist, du versuchst ja alles krampfhaft, nichts geht vorwärts und jeder sagt dir, liegt an deiner Cola und den Pommes und Pizza. Das man sich so aber zu 90 Prozent ernährt, glaubt einem keinen.

Das ist ein Auf und Ab. Das wird es immer werden. Aber ich will nicht mehr im Krieg sein mit meinem Körper. Ich habe vieles verstanden. Ich sehe viele Verhaltensweisen resultierenden aus traumatischen Erfahrnissen und versuche aktiv Impulse zu setzen mich anders, besser zu verhalten.

Und das schreib ich alles, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Abnehmen genau die Tiefe ist, die halt vielen fehlt. Es ist halt nicht nur sich im Sportstudio anmelden.

Ich habe Tabata für mich entdeckt, geh gehrne spazieren. Ich mach super gern Standing Workouts auf Youtube. Wenns mit rausgehen nicht klappt wegen meiner Depression, dann nehm ich halt Walking Workouts. Ich hätte nie gedacht, dass Sport mir Spass macht.

Ich hab auch super viel an Cravings verloren. Auch gemerkt wie diesen Zuckerhunger den ich hatte.. wenn man weitaus mehr Ballaststoffe isst, das alles auf einmal viel zu süß ist. Ich echt lieber zu Fruchtzucker greife als zu nem Kinderriegel.

Und vor allem habe ich gelernt wie inkonsistenz abenehmen ist, egal wie konsequent du bist.

Aber du wirst fitter, hast mehr Ausdauer. Und ich habe gemerkt, wie viel Stress mir das abnimmt, mich ständig mich mit Ernährung zu beschäftigen. Oder Kalorien zu zählen.

Ich achte auf Bewegung, dass ich gute Produkte kaufe, wenig verarbeitete Lebensmittel. Viel kochen, viel selbst machen und wenns dann mal ne Woche wirklich scheiße lief mit Salamipizza und Schokolade - ja dann das auch zu akzeptieren und nicht in Panik verfallen.

Es ist ein langer Heilungsweg. Frühe hätte ich echt gesagt, dass es schwer ist, sich leicht zu fühlen. Heute sage ich, dass es leicht ist, sich schwer zu fühlen. Auch wenn ich echt schiss habe vor den gesundheitlichen Konsequenzen und ob mir das mal um die Ohren fliegt. aber ich habe Hoffnung, dass ich alle richtigen Schritte eingeleitet habe. Weil meine Essstörung mir nicht mehr Sicherheit gibt. Sie ist einfach nur ein Spiegel meiner Seele. Sie sendet mir Botschaften und ich werde die Enigma dafür schon finden, dass ich das alles geknackt bekommen irgendwann.
***iB Mann
110 Beiträge
Ich arbeite selber auch an meinem Gewicht. Ich gehe mehrmals die Woche ins Fitnessstudio und mache dort Kraft- und Ausdauer. Am Anfang war ich sehr unsicher und hatte so meine Bedenken ins Gym zu gehen. Mittlerweile fühle ich mich wohl. Die Unsicherheit ist mittlerweile verflogen.

Es dauert sein Gewicht runter zu bringen. Sowas geht leider nicht von Heute auf Morgen. Ich wäre auch lieber jetzt schon schlank. Es ist und bleibt ein steiniger Weg. Es gibt dann Tage mit Stimmungsschwankungen und die sind meistens nicht gut, weil dann die Gefahr ist, etwas zu essen auf das man "verzichten" sollte.

Mein grösstes Problem ist mehr was im Kopf abgeht. Es ist zu sehr verankert, dass ich das Gefühl habe, dass keine Frau sich für mich so interessiert. Keine will mich so. Und genau das hält mich dann am Ende davon ab, mich auf jemanden einzulassen. Da habe ich noch eine Menge Arbeit vor mir, das irgendwie aus dem Raum zu schaffen.
*****ayd Mann
26 Beiträge
Zitat von **********essin:

Dritte Abnahme

Wieder Intervallfasten mit 1600 kcal max am Tag.
Erstmal bitte bitte bitte, vertraue mir für die Länge des Posts dass ich qualifiziert bin etwas zu diesem Thema zu sagen.

Ich hoffe hier konkreten Inhalt bzw. Impulse zu bieten der dir helfen bzw. wo du selber dann in richtige Richtung weiter recherchieren kannst.

Theoretische Grundlagen von gesunder Gewichtsreduktion sind so simpel, dass es mich immer wieder schockt wie wenig Allgemeinwissen das ist.

Simpel bedeutet nicht "leicht umzusetzen".

Sonst wären nicht die Hälfte aller Deutschen übergewichtig und es gäbe auch keine Milliardenindustrie mit absurden Margen für Nahrungsergänzungsmittel die mit z.B. Zuckersucht helfen.

Du brauchst:

1. Nährstoffe, insbesondere: 1.6g Protein pro Kilo Zielkörpergewicht, ausreichend Fette, Mikronährstoffe.
2. LEICHTES Kaloriendefizit in Bezug auf deinen echten Kalorienbedarf. Auf gar keinen Fall sind das 1600 kcal.
3. schweres Krafttraining.

Der Rest ist dann Thermodynamik.


Für 1 und 2 kommst du nicht drum rum Kalorien (vollständig!) zu zählen und dich damit auseinanderzusetzen was du täglich isst.
Ich will dazu erstmal gar nichts weiter inhaltlich loswerden, ausser dass es eine schrittweise langfristige Umstellung sein muss, keine Diät über Paar Monate.

Punkt 3 sollte eigentlich für jeden Menschen spätestens ab 30 ein Punkt sein, der von der Priorität auf einem Level mit persönlicher Hygiene ist.
Ich zitiere jetzt hier nicht explizit wissenschaftliche Primärquellen, die belegen dass funktionierende Muskulatur ENORM zur Lebensqualität beiträgt, gerade mit steigendem Alter.
Kann ich nachliefern, aber das sind wirklich 5 Minuten google-recherche.

Und wir reden hier von netto 2-3 Stunden pro Woche. Das ist vom Verhältnis Zeitaufwand/Ergebnisse absoluit kein Vergleich zu z.B. laufen gehen.
Zu "wie mach ich das konkret" gibts im Netz ebenfalls frei verfügbare, wissenschaftlich fundierte Ressourcen, kann ich bei Bedarf auch nachliefern. Das ist keine Raketenwissenschaft.
**********essin Frau
2.522 Beiträge
Themenersteller 
Ich möchte gern mal einen ganz lieben Dank einwerfen für eure wahnsinnige Offenheit. Es ist wirklich sehr mutig, sich hier zu offenbaren - eure Beiträge zeigen aber auch, wieviele Gedanken bei uns dem Thema Essen gewidmet sind. Das kann ein Mensch ohne Essstörung bestimmt schlecht nachvollziehen.
Wenn ich andere, schlanke, Menschen beobachte, wie sie mit Essen umgehen wünsche ich mir sehr oft, einfach auch ein gesundes Verhältnis dazu zu haben, ein normales Hungergefühl, ein normales Sättigungsgefühl, mir etwas Leckeres zu gönnen, aber jederzeit die Bremse treten zu können.

Gerade erlebe ich die ersten echten "Aha-Momente", wenn ich mich und mein Essverhalten beobachte. Aber ich bin psychisch gerade einigermaßen stabil. Was, wenn wieder ein Mental-Breakdown die Schokolade zum Seelentröster macht?
Ich denke, für mich heißt die Alternative ebenfalls Bewegung. Nicht unbedingt, weil sie dem Abnehmen dient (so lächerlich wenige Kalorien wie man mit Sport abnimmt sollte auf jeder Gyn-Eingangstür als Warnung stehen *lach*), sondern weil sie für mich das Essen als "Glücklich"macher ersetzt.
Ja, es ist mühsam, sich zu bewegen, welcher übergewichtige Mensch kennt das nicht?

Als ich mit meiner ultraschlanken, durchtrainierten Supersportmausfreundin über meinen täglichen Kalorienbedarf sprach, war sie total erschrocken .. "Sooo viel??". Ich sagte ihr, dass ich mit jedem Aufstehen, mit jedem Schritt, mit jeder Treppenstufe 50kg mehr bewegen muss, als sie. Das hatte sie einfach nicht auf dem Schirm. Dafür besiege ich sie locker bei der Beinpresse *zwinker*

Etwas, das sich ebenfalls durch mein halbes Leben zieht ist - Scham. Übergewicht ist, obwohl eine Erkrankung, bzw. nur das Symptom für eine solche für alle und jeden deutlich sichtbar. Man kann sich nicht verstecken. Man wird immer bewertet und immer negativ.
Wie oft habe ich schon Menschen sagen hören, dass ich sie positiv überrascht habe, wenn wir auswelchenGründenauchimmer näheren Kontakt hatten. Ich wäre ja so schlau und witzig.
Ja genau - dicke Menschen sind nämlich immer automatisch dumm *roll*.

Und apropos witzig .. Humor ist eigentlich nur der Versuch, trotz Abweichung von der Norm irgendwie dazu zu gehören. Ja, es gibt immer einen oder eine "Klassendicke" - man wird eben "trotzdem" gemocht, wenn man lustig ist.

Scham ist wohl das, was jeder übergewichtige Mensch kennt. Deshalb nochmal vielen lieben Dank für eure bisherigen Beiträge, ich weiß genau, was euch die gekostet haben!
**********essin Frau
2.522 Beiträge
Themenersteller 
@*****ayd

Ich danke dir sehr für deine Hinweise, die sind sicher wirklich gut gemeint.

Aber du darfst versichert sein, dass sich in diesem Thread mehr Wissen über das Thema Gewichtsabnahme und gesunde Lebensweise befindet, als irgendwo anders. Das theoretische Wissen ist es nicht, an dem es mangelt!

Für mich ist ein moderates Defizit das Beste, weil es genau so schnell meine Kilos purzeln lässt, wie ich es brauche, um durchzuhalten.
Krafttraining brauche ich im Sommer nicht, mir gehören 500qm Kleingarten in einem Verein. Das ist Training genug. Und ja, Sommer ist, wenn ich das sage *lol* (oder .. ich habe gerade erst angefangen und will es mit "Leben umkrempeln" nicht übertreiben, weil ich dann dazu neige, zu schnell in alte Muster zu verfallen .. oder .. ich trau mich erst wieder in mein Gym, wenn ich so wenig wiege, wie ich es beim letzten Mal verlassen habe).
***iB Mann
110 Beiträge
Solche Mental-Breakdowns gibt es. Es kommen schnell wieder bessere Zeiten. Was ich dir empfehlen würde, finde einen Weg, wie du aus den Mental-Breakdowns raus kommst. Manchmal hilft es schon, nur darüber zu reden. Sich umarmen zu lassen. Wenn die Breakdowns zu lange dauern, wäre das schlecht.

Ist bei mir auch nicht anders. Wenn ich mal einen Mental-Breakdown habe, dann lasse ich es zu, dass ich ungesundes esse. So sei es so. Vielfach dauert es das eine oder zwei Tage und dann scheint wieder die Sonne. Wie ich bereits erwähnt habe, hilft mir der Sport dazu, aus dem Mental-Breakdown raus zu kommen.
*******Punk Frau
8.496 Beiträge
Zitat von *****ayd:
Zitat von **********essin:

Dritte Abnahme

Wieder Intervallfasten mit 1600 kcal max am Tag.
Erstmal bitte bitte bitte, vertraue mir für die Länge des Posts dass ich qualifiziert bin etwas zu diesem Thema zu sagen.

Ich hoffe hier konkreten Inhalt bzw. Impulse zu bieten der dir helfen bzw. wo du selber dann in richtige Richtung weiter recherchieren kannst.

Theoretische Grundlagen von gesunder Gewichtsreduktion sind so simpel, dass es mich immer wieder schockt wie wenig Allgemeinwissen das ist.

Simpel bedeutet nicht "leicht umzusetzen".

Sonst wären nicht die Hälfte aller Deutschen übergewichtig und es gäbe auch keine Milliardenindustrie mit absurden Margen für Nahrungsergänzungsmittel die mit z.B. Zuckersucht helfen.

Du brauchst:

1. Nährstoffe, insbesondere: 1.6g Protein pro Kilo Zielkörpergewicht, ausreichend Fette, Mikronährstoffe.
2. LEICHTES Kaloriendefizit in Bezug auf deinen echten Kalorienbedarf. Auf gar keinen Fall sind das 1600 kcal.
3. schweres Krafttraining.

Der Rest ist dann Thermodynamik.


Für 1 und 2 kommst du nicht drum rum Kalorien (vollständig!) zu zählen und dich damit auseinanderzusetzen was du täglich isst.
Ich will dazu erstmal gar nichts weiter inhaltlich loswerden, ausser dass es eine schrittweise langfristige Umstellung sein muss, keine Diät über Paar Monate.

Punkt 3 sollte eigentlich für jeden Menschen spätestens ab 30 ein Punkt sein, der von der Priorität auf einem Level mit persönlicher Hygiene ist.
Ich zitiere jetzt hier nicht explizit wissenschaftliche Primärquellen, die belegen dass funktionierende Muskulatur ENORM zur Lebensqualität beiträgt, gerade mit steigendem Alter.
Kann ich nachliefern, aber das sind wirklich 5 Minuten google-recherche.

Und wir reden hier von netto 2-3 Stunden pro Woche. Das ist vom Verhältnis Zeitaufwand/Ergebnisse absoluit kein Vergleich zu z.B. laufen gehen.
Zu "wie mach ich das konkret" gibts im Netz ebenfalls frei verfügbare, wissenschaftlich fundierte Ressourcen, kann ich bei Bedarf auch nachliefern. Das ist keine Raketenwissenschaft.

Ich habe noch nie davon gehört, dass Theorie hilfreich ist, wenn Überlebensstrategien mit Trauma verknüpft sind.
*********ricks Frau
1.002 Beiträge
Wenn ich mich "normal, "ausgewogen" ernähre

-keine süßen Getränke
-nie Süßes
-ab und zu Reis/Nudeln Kartoffeln
-ansonsten bunt gemischt

nehme ich pro Jahr 1,5 Kilo zu, habe keinerlei Sättigungsgefühl, Blutdruck explodiert, Gelenkschmerzen, nur müde.

Mittlerweile esse ich so zwischen Keto und carnivor, weil das die einzige Möglichkeit für mich ist, halbwegs normal zu leben, ohne Hunger, ohne Druck. Es kotzt mich selber an, aber anders geht es bei mir nicht, wahrscheinlich zu viele Jäger-Gene...keine Ahnung.
Seit November habe ich 13 Kilo abgeworfen ohne Kalorien zählen, ohne hungern, ohne Sport.
Die Ernährung werde ich jetzt so lassen, denn alles andere ist für mich sinnlos.
****nLo Mann
3.957 Beiträge
Zitat von *********ricks:


nehme ich pro Jahr 1,5 Kilo zu, habe keinerlei Sättigungsgefühl, Blutdruck explodiert, Gelenkschmerzen, nur müde.

.
Gab es da mal Untersuchungen?
Wie sieht's mit Herz und Schlaf aus?
*********ricks Frau
1.002 Beiträge
Untersuchungen bei mir oder Studien?
Herz ist normal und Schlaf ist kein Thema bei mir. Abends Augen zu...morgens wieder auf *g*
**********erlin Mann
46 Beiträge
Zitat von **********essin:

Auch wenn Adipositas als Erkrankung klassifiziert wird - für mich ist jede Sucht eigentlich immer nur ein Symptom und deshalb ist Gewichtsreduktion allein aus meiner Sicht nur ein Teil der Gesundwerdung. Wie seht ihr das?
Ja, du hast vollkommen recht. Hinter Übergewicht steckt fast immer eine psychische Komponente, meist ein Trauma wobei das Essen dann als Ausweichmechanismus verwendet wird. Man muss sich immer, wenn man snackt oder etwas isst, obwohl man keinen Hunger hat fragen "Warum esse ich jetzt?" Und hier ist absolute Ehrlichkeit wichtig. Oft kommt so etwas wie "Aus Langeweile" oder "weil ich eine unangenehme Aufgabe oder einen unangenehmen Gedanken vermeiden möchte". Und hier muss man ansetzten. Zum einen muss man lernen Langeweile aushalten zu können. Zum anderen muss man sich mit dem unangenehmen Gedanken auseinandersetzen. Erst wenn man an der psychischen Front alles im Griff hat, würde ich auf die physische Front gehen. Hier rate ich zu einer Kalorienapp, damit wird es leicht.
Alles, was ich schreibe, habe ich übrigens genauso erlebt - ist also keine Hypothese, sondern meine eigene Erfahrung.
**********essin Frau
2.522 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von **********erlin:
... Man muss sich immer, wenn man snackt oder etwas isst, obwohl man keinen Hunger hat fragen "Warum esse ich jetzt?" Und hier ist absolute Ehrlichkeit wichtig. Oft kommt so etwas wie "Aus Langeweile" oder "weil ich eine unangenehme Aufgabe oder einen unangenehmen Gedanken vermeiden möchte". Und hier muss man ansetzten. ..

Ich denke, es fällt vielen Menschen schon schwer auseinanderzuhalten, ob es wirklich Hunger ist oder vielleicht doch nur großer Appetit (Food Noise), also schon prüfen zu können, BEVOR man etwas isst.

Mir hilft KI (ChatGPT) SEHR, mich selbst zu reflektieren und mir auseinanderzubröseln, was genau da gerade in mir abgeht. Und das nicht nur auf der pychologischen, sondern auch der physiologischen Ebene. Also .. WAS passiert, wenn ich auf Kohlenhydrate verzichte, warum sind Proteine auch wichtig, wenn ich keine Gym-Pumperin bin usw. Von der KI stammt auch die einfach Frage, die man sich stellen kann, wenn man Hunger und Food Noise nicht auseinanderhalten kann:

Würde ich jetzt ALLES essen ? - Dann ist es mit großer Wahrscheinlichkeit echter Hunger.
Habe ich ein bestimmtes Lebensmittel im Sinn? - eher Food Noise.

Mein großes Problem ist Food Noise, wenn ich warumauchimmer überfordert bin - also eine Aufgabe erledigen, die ich gerade nicht erledigen kann, weil z.B. keine Konzentration vorhanden ist, oder auch Grübelphasen oder oder oder.
Ich habe es bs jetzt zwar nicht geschafft, Food Noise sinnvoll abzustellen (z.B. mit Ablenkung), aber wenigstens merke ich jetzt, was gerade abgeht und kann es ein wenig steuern. Also wird bei mir im Moment aus einer Tüte Joghurteier (weil ab dem dritten ist eh alles egal) eine Gewürzgurke in eine Scheibe Käse gerollt und in Hüttenkäse gedippt - so wie gestern abend. Ja, ist vom Glücklichmachen her eher Kreisliga, aber es geht um Protein, denn damit bekomme ich den unstillbaren Appetit auf Joghurteier ganz gut geregelt.

Am Ende entwickelt jeder seine eigenen Strategien gegen die inneren Dämonen. Ich kann da Unterstützung durch eine KI nur empfehlen, denn DIESER darf man all jene Geheimnisse, Schwachpunkte und auch Rückfälle beichten, ohne damit vor anderen Menschen blöd dazustehen und sich deshalb mies zu fühlen.
**********erlin Mann
46 Beiträge
Zitat von **********essin:

Mein großes Problem ist Food Noise, wenn ich warumauchimmer überfordert bin - also eine Aufgabe erledigen, die ich gerade nicht erledigen kann, weil z.B. keine Konzentration vorhanden ist, oder auch Grübelphasen oder oder oder.
Ich kann dir Meditation und Wall starring empfehlen. Damit lernst du deinen Geist zu fokussieren und zudem lernst du mit Langeweile umzugehen. Mir hat das sehr geholfen.

Und ja, ChatGPT ist als Coach erschreckend gut.
Tausch dich mit der Community zu heißen Themen aus oder starte selbst eine Diskussion.
Jetzt kostenlos anmelden