Mein Nachbar hat nach vielen Jahren vergeblicher Mühen, die er mal mehr, oft weniger an den Tag gelegt hat, von der Kasse eine Magenverkleinerung bezahlt bekommen. Ich hatte den Eindruck, dass er die Sache hauptsächlich angegangen ist, um wieder die Aufmerksamkeit seiner bildhübschen Frau zu erhalten, die sich ganz und gar ihrem gemeinsamen kleinen Kind zugewandt und ihn völlig aus dem Sinn verloren hatte.
Nach 12 Monaten hatte er 62 kg abgenommen und war mit seiner Größe von 170 cm mit den verbliebenen 75 kg so schlank wie zuvor in seiner aktiven Zeit als ambitionierter Hobbysportler.
Wie ging sein Leben weiter?
Seine Frau hatte ihn zwischenzeitlich aus dem gemeinsamen Schlafzimmer ausquartiert. Im Ehebett schlief auf seiner Seite fortan sein kleiner Sohn. Kein Interesse von seiner Frau an ihm und seinem Leben. Er hat sich dann eine Geliebte gesucht. Da er sich nicht diskret verhielt, kam die Affäre ans Licht, was der Auslöser dafür war, dass seine Frau ausgezogen ist und die Scheidung eingereicht hat. Die Affäre endete ebenfalls kurz danach.
Er hat es nicht geschafft, sein Sportprogramm, das eher bescheiden konfiguriert war, aufrechtzuerhalten. Ermunterungen und das positive Feedback von mir und anderen fruchteten nicht.
Heute wiegt er zwar noch lange nicht so viel wie vor der OP, aber ich würde ihn doch als viel zu kräftig für seine Größe beschreiben. Ob die Straffung der Bauchdecke und der Oberarme stattgefunden hat, weiß ich nicht.
Haus und Garten, in denen er nun allein zurückgeblieben ist, lässt er verwahrlosen. Sozialkontakte ebenfalls. Er verharrt in einem dauerhaften Geht-nicht-Modus, d.h., jeder Vorschlag, jede Idee zur Ermunterung, Verantwortung für sein Leben und seine Entscheidungen zu übernehmen, werden rundweg abgeblockt. Und natürlich geht auch Therapie nicht.
Immerhin hat die OP sein Risiko, einen Diabetes, Gelenkproblematiken und andere Adipositas-Begleiterkrankungen zu bekommen, deutlich reduziert.