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Mein erster Roman - Kapitel 1: Wie alles begann.

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*******ger Mann
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*******ger Mann
9 Beiträge
Themenersteller 
Danke vorweg für die bereits erhaltenen Likes! Das freut einen schon sehr. Und tröstet einen, wenn man draufkommt, dass man zwar vielleicht ganz nett schreiben kann, ansonsten aber etwas - wie man in Österreich sagt - „gschusselig“ ist. Hab nämlich glatt verzu schreiben, wie der Roman heißt! *tomaten*

Belle Nuit - Eine Zartbitterliebe
Das Pseudonym ist meinen Accountnamen hier entsprechend K. M. Singer

*zwinker*
*******n69 Mann
7.433 Beiträge
Aus meinem erotischen Tagebuch.

Die Überwachungskamera

Urlaub 3 Wochen Sardinien.

Ich hatte eine kleine Überwachungskamera installiert und im Wohnzimmer aufgestellt.

Unsere Nachbarin, ca. 165 – 170 groß, gute Figur, dunkle mittellange Haare, hatte den Schlüssel, um sich um die Blumen und die Post zu kümmern.

Mitte der ersten Woche erwachte plötzlich die App auf dem Handy und zeigte unser Wohnzimmer.
Unsere Nachbarin hatte das Wohnzimmer betreten. Sie sah sich etwas um, goss den Ficus Benjamin und die andern 2 Töpfe. Dann stand sie etwas unschlüssig herum, nahm dann einen Bildband aus dem Regal, und blätter darin. Stellt ihn wieder ins Regal.

Plötzlich zog sie ihr Oberteil aus, sie hatte keinen BH an und ich konnte sehen, dass sie sehr schöne Brüste hatte. Nicht zu groß, eine gute Männerhand voll, die Brustwarzen klein und dunkel.
Dann lies sie den Rock fallen, jetzt war sie vollkommen nackt denn sie hatte auch kein Höschen an.

Offensichtlich war das geplant. Sie, verheiratet 2 Töchter und nie Privatsphäre, wollte wohl die Gelegenheit nutzen. Dann sah ich wie sie sich auf die Couch legte, das eine Bein zum Boden.
Nun konnte ich beobachten wie sie ihre Brüste streichelte und die Brustwarzen zwirbelte und zupfte. Die Augen hatte sie geschlossen. Dann wanderte eine Hand zu ihrem, vollkommen blanken, Venusberg, knetete diesen etwas um dann mit den Fingern über ihre Schamlippen zu streichen. Sie spielte mit sich, während die eine Hand noch mit ihrer Brust beschäftigt war tauchte sie einen Finger in ihr Fötzchen und schob ihn rein und raus. Dann kam der zweite Finger hinzu und dann fickte sie sich selber mit 3 Fingern. Ich konnte eine leises Seufzen hören. 3 Finger tanzten in ihrem Möschen und mit dem Daumen bearbeitete sie ihren Kitzler. Die rein raus Bewegungen wurden schneller und sie stöhnte lustvoll. Das ging eine Zeit so bis sie sich plötzlich aufbäumte und ein kleiner Schrei sich ihren Lippen entrang. Dann lag sie eine Zeitlang still und lies wohl ihren Orgasmus ausklingen.
Dann zog sie sich wieder an und verschwand.

Ein paar Tage später, wieder hatte sich meine Überwachungs- App gemeldet.
Sie betrat wieder das Wohnzimmer, lies sofort ihre Kleidung fallen. Hach wie herrlich, sofort stand sie da splitternackt, keinen BH, kein Höschen, aber sie hatte ein kleines Täschchen vorher auf den Tisch gelegt. Daraus zog sie einen künstlichen, hautfarbenen, kräftigen Penis. Sie legte sich wieder auf die Couch und, das Spiel von letzter Woche begann wieder. Dann zauberte sie noch ein Ölfläschchen heraus, träufelte etwas Öl auf ihre Finger und lies diese dann um ihre Rosette kreisen. In dem Beutelchen war wohl auch noch ein kleiner Vibrator, den schalte sie ein und schob ihn sich in ihre Rosette. Ein Lächeln war auf ihrem Gesicht zu sehen.
Dann nahm sie den Dildo, spielte erst etwas damit und lies ihn an ihren Schamlippen auf und ab gleiten und tupfte ein paar mal gegen ihren Kitzler um ihn dann langsam in ihr schon nass glänzendes Fötzchen gleiten zu lassen. Langsam versenkte sie ihn und dann begann sie sich damit zu ficken, erst langsam rein und raus und ich konnte sehen wie der Kunstpenis glänzen von ihrem Saft aus und ein fuhr. Erst langsam und genussvoll und dann wurde sie immer schneller. Sie stöhnte und seufzt, mit der andern Hand spielte sie noch an ihrem Kitzler.
Die Fickbewegungen wurden immer wilder, bis sie plötzlich, heftig aufschrie. Ein starker Orgasmus schüttelte sie, ihre Beine zitterten, ihr Bauch hob sich rhythmisch. Dank sank sie wieder auf die Couch zurück und genoss offensichtlich den Ausklang.
Nach einer Ruhepause war sie wieder verschwunden.

Wow, ich war begeistert. Da wäre ich gerne dabei gewesen und hätte ihr ausgiebig und lang geholfen und sie auch gerne mit meiner Zunge verwöhnt. Tolle Nachbarin.


Passiert am 29/30.04.2025
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*******ger Mann
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Themenersteller 
Lieber PeterPan69,
ist‘s denn möglich, dass dein Beitrag in einen anderen Thread gehört hätte? Oder erkenne nur ich den Zusammenhang als Antwort auf meinen Text nicht wirklich? *zwinker*
LG
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*******ger Mann
9 Beiträge
Themenersteller 
Nachdem es ein paar Likes binnen doch recht kurzer Zeit gab, will ich euch den Rest des ersten Kapitels nicht vorenthalten. Danke jedenfalls für eure Unterstützung! *danke*


Also loggten wir uns erneut bei joyclub.de ein, wo wir schon unsere ersten Swingerpläne geschmiedet hatten. Joyclub ist eine riesige Erwachsenen-Plattform für Leute, die nicht erst drei Wochen Smalltalk brauchen. Man wählt Vorlieben und No-Gos und findet auf diese Weise ähnlich tickende Personen. Und für die, die gerne mehr als nur einen einzelnen Partner oder ein einzelnes Paar treffen wollen: Der Kalender spuckt die passenden Veranstaltungen in den einschlägigen Clubs aus. Wir klickten uns durch das Eventangebot – Titel, Bilder, Schlagwörter – und suchten nach dem einen Funken: nicht nur scharf, sondern stimmig. Nicht nur Reiz, sondern auch Stil.

Und dann war er da: ein Abend in Graz.

Club soho. Titel: „CMNF with mask.“

Klang wie ein Code aus einem mittelmäßigen Spionagefilm, war jedoch eine handfeste Einladung zum Abenteuer.

CMNF stand für Clothed Male, Naked Female. Männer im dunklen Anzug oder Smoking. Frauen nackt, aber mit venezianischer Metallmaske. Wahrscheinlich, damit ihnen nicht kalt wurde. Oder damit es stilvoll blieb. James Bond traf Eyes Wide Shut traf bitte ohne Flip-Flops.

Wir waren sofort elektrisiert.

Der Veranstalter – Eroluna – rollte das Abendprogramm auf seiner Homepage aus. Nicht in Stichpunkten, sondern mit einer fast missionarischen Leidenschaft, wie man sie sonst nur von Foodbloggern kannte, die über selbst eingelegtes Kimchi schrieben.

Wir waren schockverliebt wie später nur noch Thomas Tuchel, als er zum ersten Mal seine Bayern sah. In die Details. In die Sprache. In den Dresscode. In die Vorstellung, in einem Club zu landen, in dem Stil mehr bedeutete, als dass man sein Handtuch nicht auf dem Ledersofa liegen ließ.

Endlich unsere Fantasie ausleben, aber nicht in einer Umgebung mit Polyesterbettwäsche und dem Soundtrack von Zärtliche Cousinen, Teil 7. Sicher, wahrscheinlich würde es trotzdem den einen oder anderen Bierbauch geben. Aber wenigstens nicht in Feinripp. Und niemand würde in Badeschlapfen daherkommen. Das war vertraglich ausgeschlossen.

Wir waren – zumindest auf dem Papier – angekommen.

Die Damen hatten nackt zu sein, bis auf ein paar ausgewählte Accessoires. Ein String? Okay. Halterlose Strümpfe? Auch. Büstenheber? Wenn sie wollte. Jedoch immer nur eines. Kein „und“, nur „oder“. Klang pedantisch, war aber genau nach unserem Geschmack. Klare Regeln.

Bei den Herren: Abendgarderobe. Kein „schwarze Jean ist doch eh fast wie Anzug“. Nein. Frack, Smoking oder zumindest einen dunklen Zwirn mit Krawatte oder Mascherl. Wer in Sneakers, einem Kurzarmhemd oder mit Baseballkapperl aufkreuzte, konnte gleich wieder umdrehen.

Kein Einlass für textile Irrtümer.

Ein Club, der unsere Vorstellungen nicht nur verstand, sondern in Paragrafen gegossen hatte.

Halleluja!

Das Programm las sich wie das Drehbuch eines libertinen Theaterstücks – oder besser: eines Erotik-Kabaretts mit klarer Regieanweisung.

Es würde eine Los-Trommel geben, aus der jede Frau zwei Lose ziehen durfte. Drauf: die Nummer eines Mannes. Ihr Gewinn. Ob sie ihn einlöste, blieb ihr überlassen. An einem Pokertisch würden Männer (oder waren auch Frauen erlaubt?) um eine Frau spielen.

Dekadent? Absolut.

Aber auch: fesselnd. Im doppelten Sinne.

Und dann der Blind-Date-Raum: ein abgedunkelter Bereich, Männer mit Augenbinde, aufgereiht wie zum Balztanz. Die Damen? Frei in ihrer Wahl. Ist mir danach, hol ich mir einen. Bin ich neugierig, vielleicht zwei. Oder ich streichle nur kurz durch seine Haare und gehe wieder. Machtspiel, Begehren, Unsicherheit und Dominanz, alles in fünf Minuten.

Gut möglich, dass es exakt das war, was uns in der Fantasie besonders ansprach: nicht der Sex mit Fremden. Nicht das Zeigen, nicht das Gesehenwerden. Nicht einmal das Mitmachen. Sondern das Erleben eines Settings, das wie ein Spiel wirkte – gerade weil es so klare Regeln und eine feste Struktur hatte. Ein Spiel, das mit Macht, Ästhetik und Spannung arbeitete.

Und genau das hatte Reiz.

Nicht für mich als Mitspieler. Wirklich nicht. Ich war mit einer ganz eigenen inneren Agenda in diesen Club gekommen, und die sah nicht vor, dass ich am Ende des Abends als Trophäe in einem der Betten landete. Aber zuzusehen? Den Ablauf zu verstehen, die Dynamiken zu beobachten, zu erleben, wie fremde Menschen Lust choreografieren? Das war etwas anderes.

Fast anthropologisch interessant. Und wenn’s gut lief: erotisch. Neugier statt Kontrolle. Nähe trotz Grenze.

Der Abend war nicht nur ein Date mit einer dritten Person – einem Menschen, den wir dort erst kennenlernen würden –, sondern auch mit einer Version von uns selbst, die bis dahin im toten Winkel unserer Vorstellung geblieben war. Verwunschen? Vielleicht. Verdrängt? Nein, aber vorsichtig verwahrt. Eine Seite, die wusste, was sie wollte, und sich dennoch nie sicher war, ob sie das auch dürfen durfte.

Der Ton war klar, freundlich, offen. Alle Interaktionen freiwillig. Wer nur schauen wollte, durfte das; wer mitspielen wollte, durfte auch das.

Jedenfalls, wenn „er“ konnte.

Es war Platz für Neugierige und Erfahrene, für Exhibitionisten und Vorsichtige. Sogar Solomänner durften dabei sein – maximal zehn Prozent.

Das klang verkraftbar: kein Rudel sabbernder Einzelkämpfer, die einem bei jeder Bewegung folgten, sondern, so hofften wir, Männer mit Stil und Augenmaß. Dass der eine oder andere einspringen müsste, war vorstellbar – Nachladen braucht mitunter seine Zeit. Ein Ersatzschütze schien uns keine schlechte Idee, am liebsten Typ Daniel Craig, nicht John Wayne. Mascherl beats Cowboyhut, und zwar fix. Kurz: Die Beschreibung klang nach ausgesuchter Erotik. Kein billiger Aufriss, sondern ein kuratiertes Spiel.

Der Preis? Über 200 € pro Paar. Stolz. Aber nach dem, was wir gelesen hatten, vermutlich jeden Cent wert. Wir wollten keine halbgare Sauna mit Erotikpostern und Plüschvaginas. Falls es ein Reinfall würde, könnte man ihn sich anschließend immer noch schönreden.

Für Zweifel gab es keine Zeit: Der Event war schon am nächsten Tag. Also klickten wir auf Anmelden. Wenige Minuten später kam die Bestätigung per Mail. Schwarz auf weiß. Kein Zurück mehr – nur noch Vorfreude.

Und ein bisschen Panik.

Als wir später ins Bett gingen, war der Sex ein einziges Vorspiel auf das, was da kommen sollte. Wir waren aufgeregt, voller Bilder im Kopf, heiß auf das Unbekannte.

Meine Bedenken? Für den Moment wie weggeblasen.

Danach lagen wir nebeneinander. Nackt. Wach. Still. Unsere Körper warm voneinander, die Gedanken flirrend.

So viel Erwartung. So viele Fragen. Keine Angst mehr.

Clara musste niesen. Zweimal.
*******n69 Mann
7.433 Beiträge
@*******ger

Oh je, sorry, dass ich mich dazwischen geschmuggelt habe. Ist ein Versehen.
Vielleicht kann der/die Mod es ins richtige Revier schieben, ich kann es leider hier auch nicht mehr löschen.
Danke für die Mühe.
Peter
*****854 Paar
4.182 Beiträge
Wie War der Club besuch???
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*******ger Mann
9 Beiträge
Themenersteller 
Zitat von *****854:
Wie War der Club besuch???

Schön, dass ich euer Interesse geweckt habe. Sehr schön sogar! *zwinker*
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*******ger Mann
9 Beiträge
Themenersteller 
Ich überspringe jetzt zwei Kapitel. Clara und Manuel sind mittlerweile im soho, und tatsächlich enttäuscht. Der Club ist wunderschön, aber das Setting, von dem sie in der Beschreibung so begeistert waren, erotisiert sie nicht so sehr. Zu hohe Erwartungen? Zu viel nackte Haut? Sauna ist ja auch nicht erotisch …
Manuel hatte ursprünglich Bedenken, denn Clara ist wunderschön, aber: Sie trägt (für ihn) Schambehaarung, was in einer Welt, die von Pornhub Startseiten und Venus-Werbung geprägt ist, vielleicht zu Ablehnung führen könnte? Auch will er dort nicht mit anderen Frauen schlafen, sondern möchte seinen Lustgewinn als Claras Lust ziehen. Deswegen können sie bei der ersten Spielrunde nicht dabei sein (wird im Buch erklärt, ist jetzt aber unwichtig). Das folgende Kapitel schildert, was passiert, als sie endlich auch den Spielbereich betreten können.
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*******ger Mann
9 Beiträge
Themenersteller 
Kapitel 4 - Die Tür


Ich. Manuel.


Was Clara in diesem Moment dachte, weiß ich nicht. Was wir beide sahen, war aber leicht zu beschreiben.
Als wir die Schwelle zu den Spielzimmern überschritten, änderte sich die Stimmung mit einem Schlag. Die offenen Türen zu jedem der Räume wirkten wie Einladungen.
Intimsphäre war hier eher ein vernachlässigbares Gut. Und trotzdem – oder deswegen? – überwältigte es uns sofort. Im positivsten aller Sinne. Der Barbereich hatte Klasse, aber Erotik war dort eher eine Ahnung als ein Ereignis. Hier war der Ton ein anderer. Kein Cembalo mehr. Eher ein Kontrabass. Lust. Und zwar nicht dieses absurde 70er-Jahre-Pornogestöhne mit überdrehten Synchronstimmen, sondern echte, unverfälschte Lust.
Mal leise, mal laut. Mal ein gehauchtes Seufzen, mal ein Stöhnen aus tiefster Seele. Lust klang mitunter wie Musik – von piano bis forte, und immer wieder staccato. Manche Paare wirkten wie ein Kammerensemble, andere wie dissonante Freigeister. Wenn Schönberg je in einem Swingerclub war, hat er dort die Zwölftonmusik erfunden. Jede Wette.

Aber das Entscheidende war nicht der Klang, sondern das Gefühl, das sich beim Betreten des Raums in einem ausbreitete. Die Luft war dichter, die Blicke direkter, und selbst das Atmen schien sich verändert zu haben. Die Luftfeuchtigkeit eines Weinkellers, aber Begierde statt Bordeaux.
Clara blieb kurz stehen. Ein Moment der Sammlung. Ich spürte, wie meine Hand nach ihrer suchte. Ich hatte das Bedürfnis, uns in diesem Moment zu verankern. Wir gehörten hierher – ja. Aber wir gehörten auch zusammen. Das eine schloss das andere nicht aus.
Was sich vor uns auftat, war keine Orgie. Es war auch kein Porno in Echtzeit. Es war … ein Schauspiel. Und wir standen in der ersten Reihe – mit Option auf Mitwirkung.
Alles sauber, stilvoll und von einem diskreten Licht inszeniert, das jede Haut ein wenig schöner, jede Bewegung ein wenig fließender wirken ließ. Vor uns ein zentraler Vorraum, der zu den Zimmern führte, die, den Klängen nach zu schließen, alle belegt waren. Zwei Paare warteten und unterhielten sich, die Stimmen niedrig. Die Temperatur war mit Anzug gerade noch gut erträglich, aber hier eher darauf ausgerichtet, dass man sich nackt nicht nach Wollstutzen sehnte.

Noch bevor wir den ersten Raum betraten, huschte ein Pärchen an uns vorbei, er seine Hand nach ihr ausgestreckt. Là ci darem la mano, schoss es mir unwillkürlich durch den Kopf. Reich mir die Hand, mein Leben, komm auf mein Schloss mit mir. Keine Ahnung, warum mir in diesem Moment Mozart in den Sinn kam, aber wenn schon, dann passte Don Giovanni in dieser Umgebung besser als alle anderen seiner Figuren.
Während ich meinen lapidaren Gedanken nachhing, trat eine attraktive Mittvierzigerin aus einem der Zimmer. Ihr erfülltes Lächeln erzählte Geschichten ohne Worte. Ihr vermutlicher Partner in Crime folgte kurz danach, seine Mundwinkel nicht minder deutlich nach oben gerichtet.
Meine Nervosität löste sich merklich in Faszination auf. Ich spürte, wie mein Hemdkragen am Nacken klebte, und Claras Finger sich in meinen Arm gruben. Unruhig. Elektrisiert. Ihre Schultern richteten sich auf wie bei einem Countdown zum Start. Wir begannen, uns umzusehen. Claras Gang war jetzt zielgerichteter als zuvor. Schuhe, die eben noch als nicht sneakerlike, aber tragbar durchgegangen waren, wirkten plötzlich wie gemacht fürs Erkunden. Die Zwölfzentimeter-Absätze mochten schreien: Ich bin ein Kunstobjekt! – doch innerlich hatten sie sich in Expeditionsstiefel verwandelt.

Wir durchstreiften alle fünf Räume im unteren Stockwerk. Jeder hatte seinen eigenen Klang, seine eigene Temperatur, seine eigene kleine Welt aus Fleisch und Fantasie. In allen Räumen waren Paare beschäftigt. Mal zu zweit, mal zu viert, manchmal auch zu dritt. In einem der Räume lagen zwei Paare nebeneinander, scheinbar völlig unbeeindruckt vom jeweils anderen, wie Fremde im Nachtzugabteil, die zufällig denselben Takt für ihre Bewegungen gefunden hatten. Kein Austausch, kein Blick – nur parallele Lustkoordinaten auf derselben Matratzenachse.
In einem anderen Raum gab es keinen Mann – aber den Damen fehlte offenbar nichts. Ihr Ausdruck sprach Bände. In einem weiteren Raum stand gar ein Andreaskreuz. Eine Frau war daran festgeschnallt, ihr Körper angespannt, ihre Stimme laut. Ekstase pur. Das alles hier war echt. Ungeschönt. Kontrolliert und doch entfesselt. Ihr Partner – durchtrainiert, aber nicht aufdringlich maskulin – blickte uns kurz an und wies mit einem Grinsen auf eine Lacke am Boden. Kein gelber Caution – Wet Floor-Aufsteller weit und breit – aber sein Blick reichte völlig.
Das war kein feuchter Teppich der Sinne, das war ein Statement. Aber, wie sagt man so schön: Gut gesquirtet ist fix gekommen. Oder so ähnlich.
Denn, mal ehrlich: Fast jeder Mann steht drauf, wenn eine Frau alles vollspritzt. Vielleicht, weil es meistens sie ist, die danach das Bett frisch bezieht?
Der Typ war stolz. Verständlich. Seine Sub war ein Erlebnis. Sie hing dort wie eine Heilige der Sinnlichkeit, befreit durch Fesselung, erhoben durch Hingabe. Die Frau hatte klar ihren Spaß. Und er nicht minder.


Clara und ich tauschten einen kurzen Blick. Kein Kommentar nötig. Die Palette der Lust war breit, tief und fließend. Und ich wusste: Genau das würde hängenbleiben. Dass hier Menschen in einem Raum voller Fremder das ausdrückten, was anderswo selbst im Schlafzimmer verschwiegen wurde. Wir blieben einen Moment bei ihnen, aufgeladen. Man konnte das Knistern fast hören. Es war klar, dass wir dieses Kreuz bei Gelegenheit selbst ausprobieren wollten. Nicht heute, aber irgendwann.

Wir gingen weiter. Auf den Stiegen nach oben lag ein roter Teppich. Dort: eine große Spielwiese. U-förmig aufgebaut, mit frisch überzogenen Matratzenlandschaften, sorgfältig drapiert. In der Mitte schaukelte eine Frau auf einer Liebesschaukel – oder besser gesagt: schaukelte+. Ihr Stöhnen war kein Beiwerk, sondern Hauptprogramm. Das rhythmische Rasseln der Ketten erinnerte mich an unsere Hängematte in Bardolino, aber was dort Entspannung bedeutete, war hier klar Eskalation.
Ringsherum befanden sich leere Lagerstätten, die eine Würde ausstrahlten, wie man sie sonst nur von feierlich weißgedeckten Banketttischen kennt, wobei Kondomboxen immer in Reichweite waren. Schwer zu sagen, für wie viele Menschen die Grazer Bettenbehörde diese Fläche freigegeben hätte, aber sie hatte Orgienpotenzial.
In einem kleinen Nebenraum stand ein Gynstuhl. Es war einer dieser modernen, chromglänzenden, mit Lederpolster. Darauf: eine Frau, etwa Ende dreißig, mit geschlossenen Augen und halb geöffnetem Mund, in dem ein leises Keuchen wohnte. Um sie herum: Zwei Männer und eine weitere Akteurin, die mit der Hingabe von Gourmetköchen an ihr arbeiteten. Ohne Hektik, eine koordinierte Ruhe, als hätte man im Vorfeld Rollen verteilt und Ablaufpläne geschrieben.
Sie hatte offenbar das Rundum-sorglos-Paket gebucht. Und war hochzufrieden damit. Ihr leises Seufzen war das einer Person, die ein Gedicht spürte, aber keines vorlesen musste. Ob man sagen kann, dass sich die beiden Damen – die schaukelnde und die gynstuhlbespielte – stimmlich ergänzten wie die Netrebko und die Garanča in der Barcarole? Wohl kaum. Dafür war der Takt zu frei, die Tonlage zu erdig. Die Geräusche legten eine Klangspur in meinen Bauch. Und in den Claras.
Deren Blick war offen, aufgeregt, elektrisiert. So hatte ich sie noch nie erlebt. Nicht im Alltag, nicht bei unseren privaten Spielereien. Hier war etwas in ihr entfesselt worden, etwas, das lange geschlummert haben musste. Neugier, als hätte sie zum ersten Mal Schnee gesehen.

Ich hingegen war aufgewühlt. Und ein klein wenig stolz, dass sie das alles mit mir teilen wollte.
Wir gingen wieder hinunter.
Die Eindrücke vibrierten in der Haut, in der Kehle, zwischen den Gedanken. Clara schritt vor mir, als hätte ihr Körper längst beschlossen, was ihr Verstand vielleicht noch abwog: Wir waren nicht mehr zum Zusehen hier.
Und dann, fast wie bestellt, sahen wir es wieder. Das Paar, das ich zuvor im Barbereich bemerkt hatte. Die elegante Frau mit Beinen für ein Palmers-Plakat, den feinen Handschuhen und der unprätentiösen Sinnlichkeit. Und bei diesem Paar: Mr. 222. Claras Daniel-Craig-Äquivalent.
Was für ein Zufall. Oder war es ein Zeichen?
Ich sah Clara an. Ihr Blick lag bei den dreien, wie von einem Magnetfeld gehalten. Zwischen Neugier und Erregung, wachsam und weich zugleich. In diesem Moment war klar: Ihre Unsicherheit hatte sich irgendwo im Barbereich verabschiedet, mit einem letzten Schluck Gin Tonic.
„Willst du mitspielen?“, fragte ich leise.
Sie nickte. Wortlos, aber mit einer Intensität, die mich durchfuhr wie ein Stromstoß. Es war kein performatives Nicken, kein Ich-will-gefallen-Signal. Es war ein Ja, das von innen kam. Ein Ja zu sich. Zu mir. Zum Abend.
Ich deutete mit einer kleinen Kopfbewegung auf das Trio. „Geh hin. Frag, ob noch ein Platzerl frei ist.“
Ein Impuls, ja – und einer, der uns vertraut war. Ich in der dominanten Rolle, autoritär und dirigierend. Ich hatte mit Zögern gerechnet, mit vielleicht später oder schau du zuerst mal, aber Clara trat vor, ohne ein weiteres Wort, ohne ein kontrollierendes Augenzwinkern in meine Richtung, nicht eine Sekunde lang fremdgesteuert oder verloren, sondern fokussiert und bereit. Wunderschön in dieser neuen Selbstverständlichkeit. Die Atmosphäre hatte sie längst eingesogen, wie ein edler Stoff den Duft einer guten Nacht. Ich blieb zurück – noch – und sah ihr nach. Jetzt begann das, worüber wir so lange gesprochen hatten. Nicht in Fantasien, nicht in hypothetischen Wenn-dann-Sätzen. Jetzt. Echt.
Und ich war nicht nur bereit.
Ich war stolz.
*****854 Paar
4.182 Beiträge
Beim lesen fühl ich mich wie vor 16 Jhren. Da sind wir zum ersten mal in Club. wir kannten uns 6 Monate. Ic hatte erfahrungen mit meiner EX.
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*******ger Mann
9 Beiträge
Themenersteller 
Ja, ich kann mir vorstellen, dass so manche Empfindung einigen von uns bekannt vorkommt. *g*

Als letztes Kapitel, das ich hier zitieren werde, kommt die erste tatsächliche Erfahrung. Vielleicht kann der oder speziell die eine oder andere hier auch Claras Eindrücke in sich selbst hervorrufen. Das Buch ist prinzipiell immer wieder mal abwechselnd aus Manuels oder Claras Sicht geschrieben . Kapitel 5 schildert das Erlebte aus ihrer Sicht.



Kapitel 5 - Das erste Mal


Ich. Clara.


Meine Stimme klang fremd in meinen Ohren; zu selbstbewusst für ein Herz, das unaufhörlich Trommelwirbel spielte. „Darf ich bei euch mitmachen?“, fragte ich. Das warme Lächeln der Dame verstand ich als Einladung.
Während ich mich zwischen Mr. 222 und seine Spielpartner setzte, rückte der Mann des Paares taktvoll zurück, mit Respekt und einer Art wohltuender Großzügigkeit. Ich hätte ihn in diesem Moment beinahe dafür gelobt, aber wer bedankt sich schon am Beginn einer Orgie für Etikette?
Mein erster bewusster Hautkontakt war mit dem muskulösen Oberkörper von Mr. 222. Warm, glatt, überzogen von der kühlen Frische eines teuren Aftershaves. Noch ehe ich weiter nachdenken konnte, fand meine Hand ihren Weg zur Schulter seiner Spielpartnerin, strich sanft über ihren Rücken, ungewiss, ob ich damit streichelte oder nur tastete, wie jemand, der eine neue Sprache spricht und hofft, dass das Gesagte nicht aus Versehen Hühnersuppe heißt.
Ich wartete auf ein Zeichen von ihr. Für Sekundenbruchteile flackerten Zweifel auf. Nicht laut, nicht panisch, eher wie ein kurzer Stromausfall in einem romantisch beleuchteten Restaurant. Doch dann geschah es. Eine zarte Drehung, ein Blick, und ihre Lippen trafen die meinen. Kein Testkuss, kein Versuch, sondern ein Ja ohne jeglichen Zweifel. Unser Kuss fühlte sich an, als würde mir jemand Champagner direkt in die Venen injizieren.
Es war nicht so sehr ein Moment des Triumphs, sondern einer der Erleichterung. Ich war nicht mehr Zuschauerin meiner eigenen Lust, ich wurde zur Mitspielerin.
Meine Finger verschmolzen zum ersten Mal bewusst mit einer Frauenbrust. Nie zuvor hatte ich eine fremde, weibliche Rundung so behutsam ertastet. Ein Glücksrausch überflutete mich: Dieser Kuss war Herzöffnung und Tor zur Welt meiner einsamen Fantasien. Kein Vergleich zu den kitschigen Vorstellungen, die ich einst heimlich in Foren gelesen oder in nächtlichen Gesprächen mit Freundinnen zerlegt hatte. Dies war kein Klischee. Es war echt. Haut, die nach Haut schmeckte. Wärme, die nichts versprach, sondern einfach da war.
Neben mir spürte ich Mr. 222, zurückhaltend, und doch präsent. Ein Dirigent, der den Einsatz noch nicht gab, aber genau wusste, wann seine Stunde schlug.
Der Gedanke an Manuel, an seinen Blick, an seine Zustimmung, elektrisierte mich. Ohne sein Zeugnis wäre ich hier bloß eine Frau, die einen Fremden küsst. Erst seine Gegenwart machte aus diesem Moment unsere gemeinsame Freiheit.
Dann spürte ich Mr. 222s Hand auf meiner Brust.
Ein Kontrastprogramm.
Wo ihre Berührung vorsichtig tastete, war seine fordernd. Wo sie eine Ahnung blieb, war er längst zur Aussage geworden. Kein Vielleicht. Er spielte nicht mit der Tür, er trat ein. Sein Kuss schmeckte nach Neuem, nach warmer Atemluft und kühlem Rasierwasser. Die glatte Haut fühlte sich ganz anders an als Manuels vertrauter Dreitagebart. Bei Manuel war jeder Kuss ein Stück Zuhause. Dieser hier war ein Fenstersturz in ein unbekanntes Land – mit fremder Währung und offener Grenzpolitik. Ich erkundete Mr. 222s Körper, fuhr seine Schultern entlang, seine Brust, spürte die Spannung unter der Haut.
Unser Begehren wurde schnell ein gemeinsames Duett. Mit sicheren Fingern fand er seinen Weg in mich; ein Moment, der einfach geschah. Ich erschrak fast ein wenig über die Leichtigkeit. Bei meinem Ex hatte dieser Moment mehr Vorbereitung erfordert. Immer war da Gleitgel gewesen. Als hätte mein Beckenboden eine schriftliche Anfrage gebraucht, bevor er jemanden hereinließ. Manuel war der erste Mann, bei dem ich kein Gleitgel brauchte. Aber: Manuel war … Manuel.
Und nun, mit einem Fremden: einfach so.
Als ich nach einem Kondom griff, wurde meine Nervosität plötzlich körperlich. Zweimal ließ ich es fallen. Ein peinliches Minidrama in einer Szene, in der Coolness gefragt war – nicht Slapstick.
Mr. 222 hatte Takt. Er sagte nichts. Bückte sich nicht. Gab keine Kommentare über mangelnde Fingerfertigkeit oder verrutschte Momente. Er nahm ein weiteres Kondom aus der Box, öffnete es ohne Hast, ohne Hektik – und zog es sich über.
Und dann begann der Teil, für den Worte oft nicht mehr ausreichen.
Er hatte Takt. Und Rhythmus. Und, so schien es, auch einen exquisiten Sinn für Timing.
Er begann sanft, wurde zielstrebiger – bis er in mir eine Intensität entfachte, die keine Hemmung mehr kannte. Mein Körper antwortete schneller, als mein Verstand hinterherkam. Es überrollte mich in Wellen; drei, vielleicht vier oder fünf Orgasmen, kurz hintereinander, ineinander verschränkt wie ein Kanon. Kein Pathos, kein Drama; aber echt und tief.
Ich weiß nicht, wie lange wir zu zweit zu Gange waren, ich kam und kam und kam, immer und immer wieder. Ich krallte mich an seinen Rücken, spürte, wie meine Muskeln flimmerten, mein Atem stoßweise herausgepresst.
Irgendwann, als eine weitere Welle abebbte, war ich vollkommen leer und zugleich ganz bei mir. Warm, zufrieden und komplett erschöpft.
„Ich kann nicht mehr“, flüsterte ich.
Und meinte es.
Nicht als Rückzug. Sondern als Fazit.
In diesem Moment berührte mich eine Hand, und ich wusste sofort, dass sie Manuel gehörte. Er hatte sich neben mich gesetzt, nackt, still, gegenwärtig. Teil dieser Intimität, ohne sich aufzudrängen.
„Wie geht’s dir?“, fragte er leise.
„Wunderbar“, sagte ich. Es war der präziseste Satz, den ich in dem Moment zur Verfügung hatte.
Er lächelte. „Ich bin so stolz auf dich. Und ich genieße das mindestens so sehr wie du.“
Mr. 222, noch immer in mich vertieft, ließ sich sanft zurücksinken. Dann strich er mir über den Bauch, sein Blick glitt tiefer. Er lächelte. „Du bist eine unglaubliche Frau. Und dieser Busch …“ Er sagte es wie einen Satz, der aus einer alten Ballade gefallen war.
Manuel lachte leise. „Ihr seid also schon per Du?“
Ich grinste. Mr. 222 auch. Drei Menschen, ein Bett, und ein Moment, den man spüren konnte, der sich nicht erklären musste.
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*******ger Mann
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Ein Angebot für diejenigen, die das bisher hier veröffentlichte soweit interessant fanden, dass sie den ganzen Text lesen möchten:
Wenn ihr kein Kindle unlimited habt (übrigens auch als Gratisprobemonat mittels Handy-App gut lesbar): Ich vergebe 5 Autorenexemplare als Taschenbuch. Bei Interesse, schreibt mir hier öffentlich oder als PN eure Antwort zu folgender Frage:

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