Aus meiner eigenen Erfahrung aber noch mehr durch die Erfahrungen meiner Freunde und Umfeld, denke ich dass es verschiedene Ursachen gibt, dass eine Beziehung ihr tiefe emotionale Verbundenheit verloren geht.
Zum einen ist es der Alltag, die Gewohnheit - den Partner nicht mehr tagesaktuell wahrnehmen, weil man denkt, man kennt den anderen bereits seit x Jahren und muss nicht mehr hinschauen. Es ist immer so viel zu tun, so viele Pflichten, so viel in Haushalt und Leben zu tun. Einer kocht, der andere räumt die Spülmaschine aus und kümmert sich um den Müll. Dabei wird "geredet" ohne sich anzuschauen, ohne in wirkliche Verbindung mit Blickkontakt und ungeteilter Aufmerksamkeit.
Ein weiterer Punkt ist mMn dass oft, bereits am Anfang der Beziehung, der Partner irgendwo (nicht ausgesprochen) als Kompromiss empfunden wird. Man ist nicht von dem Partner begeistert sondern es scheint zu reichen, dass der Partner eine gute, solide Wahl ist. Ich denke, früher oder später wird mindestens einem von beiden es nicht mehr reichen.
Ich glaube auch, dass es essenziell ist, dass beide in einer Beziehung immer mal wieder wirklich glücklich sind, zufrieden reicht nicht! Wenn es den Menschen nicht gut geht, werden Konflikte anders gelöst, Eigenarten und Verhalten anders bewertet (meist beim Partner und nicht sich selbst) und Unzufriedenheit führt entweder zu Streit oder dass einer oder beide sich distanzieren und auf eine gleichmütige Gefühlsebene sich zurück ziehen. Bei letzteren scheint es mir häufig noch zu sein, dass die Menschen sich als zufrieden bezeichnen aber nur weil sie vergessen haben wie es sich anfühlt wirklich glücklich zu sein.
Ich halte es für am wichtigsten, die nonverbale Kommunikation im Auge zu haben. Sich umarmen, küssen oder auch Sex im weitesten Sinne. Miteinander reden können sehe ich auch als wichtig an, aber NUR wenn sicher gestellt wird, dass vorher eine aktuelle Verbindung besteht und eben nicht nur dem anderen seine Worte vor die Füße kotzt.
Sich immer wieder bewusst zu machen was für ein toller Mensch da vor einem steht und auch wirklich von dem begeistert sein und es ausstrahlen - sagen und benennen reicht nicht!
Häufig versucht einer, dem anderen alles Recht zu machen. Den Partner zu unterstützen, leider oft aufopferungsvoll und ohne dass man glücklich und stark ist. Das sind dann die Partner die sich wundern, dass sie verlassen/betrogen wurden obwohl sie doch so viel für die Beziehung/den Partner getan haben allerdings ohne den Partner zu erreichen.
Wenn beide als erwachsene Menschen meist stark bleiben, den anderen respektiert, begehrt und sieht, dann sind schon einmal gute Voraussetzungen geschaffen. Beide dürfen sich nicht "gehen lassen" - jeder muss ein Stück weit, innerhalb der Möglichkeiten, zusehen, dass man fit, sexy, schön und positiv bleibt oder wieder wird. Das macht man für sich aber auch dem Partner.
Streitereien können eine große Menge Altlasten anhäufen, aber auch die kann man mit der Zeit vergessen, wenn ausreichend neue, positive Erlebnisse geschaffen werden. Respekt und Vertrauen sollten immer gewahrt bleiben.
Man kann immer etwas dafür tun - wenn man nicht gewillt ist, etwas für den anderen zu tun, dann sollte man ernsthaft nachdenken ob man doch besser geht. Erwartungshaltungen sind erst einmal nicht gut.