In meinen Augen gibt es einen heimtückischen, mitunter schleichenden Beziehungskiller, nämlich Routine.
Wie man dies durchbricht, oder erst gar nicht aufkommen lässt, immer anders.
Zu Beginn einer Beziehung ist alles erst einmal wieder neu. Man freut sich auf den anderen, schaufelt den Alltag aus der gemeinsamen Zeit, nimmt sich eben etwas frei, auch vom Kopf her.
Oft ist eigentlich nicht das Problem, dass einer überhaupt keine Lust mehr hat, sondern dass beide nicht zur gleichen Zeit Lust haben, oder gar nicht mitbekommen, dass der andere gerade Lust hätte.
Den anderen dort abholen, wo er ist, zu motivieren (verführen) oder es gemeinsam zu schaffen, die Lust auf einen anderen Moment zu verschieben, ist dann eine Kunst. Frust ist da ein üblicher Begleiter, der widerrum ein Lustkiller wird.
Lust von außen.
Ist das jetzt, dass einer Lust bekommt, oder das beide Lust bekommen?
„Um in dem "Appetit darf man sich holen, gegessen wird zu Hause"-Beispiel zu bleiben: Ein satter Mann bekommt keinen Appetit. Ich komme vom Festmahl und wenn ich nach Hause komme, wartet der nächste Gang auf mich.
Auf den ersten Blick klingt das ersten logisch zweitens entzaubernd.
Es gibt noch den Spruch:
Der Appetit kommt beim Essen.
Es ist ja nicht immer ein "Festmahl", in Frankreich sind sowohl der Aperitif als auch ein Amuse-Gueule bekannt.
„Es soll Paare geben, die finden gemeinsames Schauen von Pornos interessant und anregend.
Ich fände es im Rahmen von zweisamem Sex eher ablenkend oder unpassend.
Ich weiß nicht, wie stark meine voyeuristisch Ader ausgeprägt ist. Gemeinsam Pornos schauen kann eine Möglichkeit bieten, in Erfahrung zu bringen, was den anderen tatsächlich anmacht. Einige brauchen dafür keine Hilfmittel, die reden einfach. Nur, das können eben nicht alle. Klar, sollte man dran arbeiten, nur wie, und da kann dass dann eben ein Hilfsmittel sein.
Einfach mal aus dem Alltag raus, grade wenn dieser vielleicht grade sehr stressig ist. Das kann sich auch hinter einem "draußen Appeitit holen" verbergen. Gute Laune bewirkt auch meist, dass man atraktiver wirkt, und gute Laune kann auch mitziehend wirken.
Wer dieses "Appetit kann man sich draußen holen, aber gegessen wird zu Hause" sehr ablehnt, mag sich mal vergegenwärtigen, egal wie gut jemand kocht, mal essen zu gehen ist eben eine Abwechslung, bringt Anregungen und Ideen. Nun muss man für Lust auf Sex nicht zwingend Sex mit anderen haben, für ein Ausbrechen aus ausgetretenen Bahnen kann schon eine simple Idee / Vorstellung reichen.
Und es macht einen riesigen Unterschied, ob man sagt: Da hatte wer Sex, und ich hätte gern mit dem einen getauscht, ging nicht, also musst du jetzt herhalten, oder sagt: Da hatte wer Sex, das hat mir richtig Lust gemacht, so etwas (wieder) mit dir zu erleben.
Eine Verführung im Alltag ist etwas schönes, es braucht dafür aber zwei. Einen, der verführt, und einen, der sich verführen lässt.