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Feli & Jan

*****971 Mann
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*****971 Mann
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Jan – Die erste gemeinsame Session
Ich beginne damit die Haut von Feli aufzuwärmen und streue dann immer wieder einzelne etwas härtere Schläge aus dem Handgelenk mit ein. Die erste Session ist immer eine Reise in unbekanntes Terrain. Wie hart es eine Sub braucht, oder wie soft es dann doch sein muss, ist trotz aller vorherigen Absprachen immer eine Überraschung. Ich hatte schon Sessions mit Subs, die bei den Schlägen aus dem Handgelenk an ihre Grenzen kamen und das obwohl sie sich im Vorgespräch als extrem hart beschrieben haben. Ich beobachte daher besonders genau.
Ich will es mal so formulieren, das Aufwärmen macht Feli Lust auf mehr. Man könnte auch sagen, dass es für sie bestenfalls ein langweiliger Zwischenschritt ist. Selbst die Schläge aus dem Handgelenk nimmt sie ohne weitere Regung hin. Erst als ich mittelfest auf die Außenseite ihres Oberschenkels schlage, höre ich von ihr ein Stöhnen, in dem aber noch sehr viel Lust und bestenfalls ein Hauch Schmerz ist. Gut, Feli ist ordentlich gepolstert und nichts an ihr ist zerbrechlich, aber ich bin bei 80 Prozent von dem angelangt, was ich bei einer ersten Session geben kann. Da haucht sie auch noch: „Mehr. Bitte mehr.“ Das kann ich so nicht stehen lassen, selbst auf die Gefahr hin, dass Feli von der Session enttäuscht ist, aber schließlich bin ich der Dominante und Topping from the Bottom geht schon mal gar nicht.
Ich trete ganz nah an sie heran und flüstere ihr ins Ohr: „Du bist ja noch ungezogener, als ich dachte. Eine gute Sub nimmt mit Freuden das, was ihr ihr Herr gibt und du forderst stattdessen und setzt deinen Herren unter Druck. Du solltest dich schämen.“
Um meinen Worten Nachdruck zu verleihen, gehe ich wieder dazu über ihren Körper mit Schlägen aus dem Handgelenk zu bearbeiten und siehe da, an den Innenseiten ihrer Oberschenkel ist sie dann doch empfindlich. Ihr Stöhnen feuert mich an. Da ist er wieder, der Machtrausch und mit ihm die volle Konzentration auf die Reaktion meines Gegenübers. So viel zu Topping from the Bottom geht gar nicht.
Darf ich mich trauen? Sie ist hart im Nehmen und Schläge seitlich auf ihre Brüste haben sie angeturnt. Ich wage es und schlage ihr direkt auf eine Brustwarze. Nicht besonders fest, aber für manche Sub wäre das viel zu viel. Feli aber entfährt nur ein kurzer Schmerzlaut, der von lustvollem Stöhnen abgelöst wird. Da geht noch mehr. Immerhin habe ich jetzt zwei Stellen, die ich bearbeiten kann, ohne alle meine Grenzen und Vorsätze über Bord zu werfen: Die Innenseiten ihrer Oberschenkel und ihre Brustwarzen. Auf die konzentrier ich mich und streue immer wieder ein paar richtig feste Schläge auf ihren Po mit ein. Es ist intensiv. Feli stöhnt immer öfter und immer lauter. Sie windet sich immer wieder unter meinen Schlägen. Wenn sie dabei ihren Körper anspannt, sieht es so aus, als wären unter ihren Fettpostern jede Menge Muskeln. Das habe ich so noch bei keiner Frau gesehen. Ich habe aber auch noch keine Frau gesehen, die so groß wie Feli ist. Außerdem ist es gerade sowas von egal. Immer mehr Adrenalin fließt durch meine Adern. Das enthemmt mich. Ich brauche eine weitere Steigerung. Ich habe mich gerade wieder die Innenseite ihrer Oberschenkel hoch gearbeitet. Weiter nach oben geht nicht mehr. Da schlug ich ihr gemein grinsend mitten auf die Klit. Offen gesagt, tippte ich die Gerte nur mit dem Zeigefinger an. Einen Rest Verantwortungsbewusstsein gab es dann doch noch in mir. Trotzdem war ich über mich selbst erschrocken. Ein Schlag auf die Klit war eine heikle Sache und erforderte Konzentration und ich tat es unbewusst und ohne weiter darüber nachzudenken. Wenn jetzt ein „rot“ von Feli kam, hatte ich alles kaputt gemacht. Es kam aber kein „rot“ nicht einmal ein „gelb“. Stattdessen stöhnte sie mit der bekannten Mischung aus Lust und Schmerz. Ich wiederholte meinen Schlag und wieder das gleiche Stöhnen von Feli. Da brachen bei mir alle Dämme. Ich traktierte ihre Klit mit einer Unzahl von Schlägen. Felis steigende Erregung war zum Greifen. Sie schrie vor Lust und ich wurde immer noch erregter. Sakko und Hemd hatte ich vorher schon abgelegt. Jetzt waren mir auch Hose und Unterhose zu viel. Die kurze Unterbrechung musste sein. Ich musste nackt sein. Feli betrachtete mich mit unverhohlener Gier.
„Was bist du nur für ein Luder“, kommentierte ich und schlug ihr die Gerte quer über beide Brüste, bevor ich mich wieder ihrer Klit widmete. Dann geschah es. Feli hatte einen Orgasmus. Sie verkrampfte sich mehrfach und stöhnte ihre Lust heraus. Vor ihr hatte ich erst eine andere Sub durch Schläge auf die Klit zum Kommen gebracht und das auch nur ein einziges Mal. Ich erstarrte ebenfalls und betrachtete sie ehrfürchtig. Das hier war etwas Besonderes.
Nach einer kleinen Ewigkeit hob Feli ihren Kopf. Das Grinsen in ihrem Gesicht war Futter für mein Ego. „Fick mich bitte“, flehte sie förmlich.
Woher ich die Selbstbeherrschung nahm, wusste ich nicht. Aber wir hatten vorher vereinbart, dass es keinen Geschlechtsverkehr geben würde und so erregt wie sie gerade war, war nicht sicher, dass sie ihren Wunsch nicht anschließend bereuen würde. Ficken ging nicht. Ich würde mich an unsere Vereinbarung halten. Ich wollte ihrem Wunsch aber so nahe wie nur möglich kommen. Entschlossen trat ich hinter sie und drückte meinen Penis zwischen ihre Pobacken.
„So, du möchtest also gefickt werden? Was ist, wenn ich nicht möchte? Was ist, wenn ich nicht in deine glitschige Fotze möchte und lieber deinen Arsch ficken möchte?“
Ich spürte, wie sich Feli versteifte. Um meine Aussage zu unterstreichen, fuhr ich mit meinem Penis ihre Pospalte einmal rauf und runter. Sie versteifte sich noch mehr.
„Glaubst du wirklich, dass ich meinen Schwanz da reinstecken möchte?“
Zu dieser Frage schob ich ihr zwei Finger in die Vagina.
„Wie kommst du darauf, dass mir das gefallen könnte?“
Zu dieser Frage schob ich meine Finger immer wieder in sie und fuhr dabei mit dem Daumen über ihre Klit.
„Wenigstens bist du so glitschig, dass ich mit deinem Saft dein Poloch schmieren kann. Du bist da hinten bestimmt so trocken, dass ich dir ohne den Arsch aufreißen würde. Du wirst dich über die Schmiere freuen.“
Ich drückte mich von hinten gegen sie. Dass was ich ihr ins Ohr flüsterte gefiel ihr nicht. Macht nichts. Ich stieß meine Finger so heftig in Feli wie ich konnte, drückte dabei von innen gegen ihren Bauch und bearbeitete gleichzeitig ihre Perle mit meinem Daumen. Das wirkte. Felis Lust siegte über ihre Befürchtungen. Es ging nichts über Mindfuck. Ich konnte spüren, wie die eine Art von Anspannung einer anderen Art von Spannung wich. Konnte ihre steigende Erregung spüren. Nichts machte mich mehr an. Nichts spornte mich so an. Dann hatte ich sie so weit. Sie kam ein zweites Mal. Ich drückte sie noch fester an mich. Wollte jede ihrer Zuckungen und Bewegungen spüren. Wollte spüren, wie Anspannung schließlich Entspannung wich.
Damit war dann der letzte Rest meiner Selbstbeherrschung aufgebraucht. Ich ließ sie los, trat vor sie und begann zu wichsen. Sie sollte meine Erregung sehen. Ich wollte sie anspritzen. Ihr auf die Titten oder wenigstens auf den Bauch spritzen. Mein Sperma sollte an ihr runterlaufen. Es brauchte nur ein paar Bewegungen bis ich kam. Klar, dass ich ihr nicht auf die Titten spritze. Nicht einmal auf den Bauch. Ich hatte zwar einen Wahnsinnsorgasmus und verschoss eine ordentliche Ladung, aber das Sperma tropfte trotzdem mehr aus mir heraus als dass es herausspritzte. Etwas Sperma landete auf Felis Unterschenkel. Der Großteil auf dem Boden. Schade.
Mit dem Orgasmus war meine Lust verschwunden.
„Soll ich dich Losmachen oder brauchts du noch Nachschlag?“
„Bitte nicht. Für heute reicht es.“
Richtige Antwort. Ich befreie Feli. Dabei lasse ich mir Zeit und suche immer wieder Körperkontakt. Die Berührungen brauche ich als Abschluss und als Versicherung, dass alles OK ist.
„Danke für das tolle Erlebnis.“ Feli drückt mich, unmittelbar nachdem ich die letzte Manschette gelöst habe.
„Sorry, dass ich dich angespritzt habe. Ich weiß, dass es nicht vereinbart war. Ich war so geil, dass ich mich nicht beherrschen konnte. Hinter der Tür in der Ankleide ist eine Dusche. Wenn du willst, kannst du sie benutzen. Duschgel und Handtücher sind ebenfalls da.“
„Nein, lass mal. Ich wische es nur weg. Das passt schon.“
„Darf ich dich dann wenigstens eincremen. Deine Haut wird es dir morgen danken. Es gibt drei Duftnoten, Neutral, Mango, oder Teebaumöl.“
„Da sage ich nicht nein. Teebaumöl.“
„Das ist für Männer.“
„Wir leben im 21. Jahrhundert. Da hat man als Frau die Wahl und darf auch Teebaumöl nehmen.“
„Auch wieder wahr.“
Damit ist unser kleines Geplänkel auch wieder vorbei. Dass Feli so schnell wieder von Sub zu normaler Frau wechselt, beruhigt mich. Da habe ich schon anderes erlebt. Klar, dass ich bei den Frauen geblieben bin, bis sie wieder völlig im Hier und Jetzt waren. Ein stressiger, unschöner Abschluss war es dennoch jedes Mal. Wenn sich eine Frau so unkompliziert wie Feli verhält, ist das das Sahnehäubchen auf einer gelungenen Session. Eincremen muss aber noch sein. Ich bin kurz irritiert. Feli ist stabiler gebaut, als ich dachte. Sie hat ordentliche Fettpolster, aber darunter sind ordentlich Muskeln. Sehr ungewöhnlich für eine Frau. Felis Haut ist nirgendwo aufgeplatzt und die Striemen verblassen schon. Das passt alles. So intensiv wie die Session war, wird sie morgen allerdings einige Hämatome haben. Schade, dass ich die nicht sehen kann.
Kaum bin ich fertig mit eincremen, schnappt sich Feli ihre Klamotten. Sie ist schon fertig angezogen, während ich noch mein Hemd zuknöpfe.
„Ich soll dich wirklich nicht mitnehmen?“
„Nein, ich nehme die U-Bahn. Aber danke für das Angebot.“
„Gut, dann bin ich weg. Danke für den schönen Abend. Ciao Jan.“
Wir drücken uns noch zum Abschied und sie ist tatsächlich weg. Ich lege alles, was wir benutzt haben in den dafür vorgesehenen Behälter und tippe eine Nachricht, dass das Zimmer frei ist und geputzt werden kann. Dann mache ich mich auf den Weg Richtung U-Bahn. Das war heute ein genialer Tag. Nur wo kommt plötzlich dieses merkwürdige Gefühl her? Nach einer Session lange reden ist nicht mein Ding. Dass Feli ohne weitere Worte verschwunden ist, passt mir aber auch nicht. Irgendwo hingehen, ein Getränk und über den Tag reden, das wäre schön gewesen. Oder sich daheim auf die Couch setzen und den Tag ausklingen lassen. Wenn ich in einer Beziehung wäre, könnte ich das haben.
*****971 Mann
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Feli – Ein Sponsorentermin

Ich bin heute schon um viertel vor sechs aufgestanden. Nicht meine Zeit, aber was tut man nicht alles, um seine Sponsoren glücklich zu machen? Meine Schuld, dass ich unterschrieben habe, mich zwei Mal im Jahr bei irgendwelchen Jedermann-Veranstaltungen sehen zu lassen. Klar ist alles, was Kraftsport bekannter macht, gut, aber vier Wochen vor dem wichtigsten Wettbewerb des Jahres, passt der Termin einfach nicht. Um zehn muss ich schon in Deggendorf sein. Ich bin gerade am Autobahnkreuz München Südwest und es ist acht. Noch zwei Stunden. Das müsste zu schaffen sein.
Rechts von mir steht die Sonne am Himmel und die Playlist ist bei Walking on Sunshine. Passt. Vor vier Wochen war ich auch in München. Der Wettkampf war ein voller Erfolg und die Session am Tag danach noch besser. Jan war so ganz anders als Achim. Achim hat mich mit wenigen heftigen Schlägen an meine Grenzen gebracht und mich anschließend durchgefickt, heftig, wild und leidenschaftlich. Jan war da verspielter, fantasievoller aber auch auf seine Art kontrollierter. Wo es bei Achim die Heftigkeit der einzelnen Schläge war, war es bei Jan die Menge. Auch wenn jeder Hieb für sich nicht besonders war, die Summe war es sehr wohl. Dann hat sich Jan an unsere Abmachung gehalten und mich nicht gefickt. Schade eigentlich, aber trotzdem auf anderer Ebene gut. Ob Achim die Selbstbeherrschung gehabt hätte, weiß ich nicht. Dann das Psychospielchen. Ich hatte tatsächlich kurz Angst, dass er seine Worte wahr machen würde. Hat er aber nicht gemacht und meine Angst hat mir einen zusätzlichen Kick gegeben. Wenn er mich tatsächlich in den Po gefickt hätte, hätte ich ihm wahrscheinlich anschließend die Spreizstange in den Po gerammt, quer. Der letzte Kick wäre gewesen, wenn ich im Subspace gewesen wäre. Mich dahin zu bringen, hat aber auch Achim nur 5- oder 6-mal geschafft. Jan müsste schon ein Sexgott sein, wenn er das gleich bei der ersten Session hinbekommen hätte. Ich genieße die Sonnenstrahlen noch ein paar Autobahnkilometer und vergleiche Jan mit Achim. Am Ende ist es einfach. Es ist kein Wettbewerb und es gibt kein besser oder schlechter. Die beiden sind anders. Das ist alles. Nicht ganz, mit Jan verbindet mich keine gescheiterte Beziehung. Mit Jan ist es unbeschwerter und ohne belastende Vergangenheit.
Ja, der Sonntag vor vier Wochen war gut. Ob ich mich auf noch ein Date einlassen soll? Gestern habe ich mit Amy telefoniert. Wir haben ewig über die Schwangerschaft von Janeece geredet und was wir dem neuen Erdenbürger alles schenken werden. Ich glaube Amy freut sich noch mehr als ich. Von wegen wir sind Konkurrentinnen. Wir sind vor allem Freundinnen Dann hat sie mir noch erzählt, dass sie wieder ein Date mit drei Kerlen hat. Ich dachte, dass die Iren so katholisch wären. Noch katholischer als die Italiener und höchstens noch von den Polen übertroffen. Da grenzt es schon an ein Wunder, dass Amy immer wieder neue Partner findet. Wie viele Iren gibt es eigentlich? Wenn Amy so weitermacht, hat sie bald alle zwischen 18 und 80 durch. Wundert mich nicht. Wenn ich eine Schmerzschlampe bin, ist Amy eine Aufmerksamkeitshure. Sie braucht die Beachtung. Gruppensex und gesehen werden sind genau ihr Ding. Beim Wettkampf ist es das gleiche. Sie tut es wegen der Aufmerksamkeit. Wenn ihr die Leute zujubeln, ist sie in ihrer Welt. Ihr gibt das den Boost den sie braucht. Bei mir ist das anders. Mir bedeuten die Zuschauer nicht wirklich viel. Mir geht es darum mich zu überwinden. Ich will meine Grenzen hinausschieben. Im Training, im Wettkampf und auch bei einer Session will ich diesen Grenzbereich spüren.
Inzwischen bin ich am Flughafen vorbei und Moosburg steht auf den Schildern. Eine Raststätte und ein Kaffee wären gut. Davon ist aber nichts zu sehen. Ich hänge wieder meinen Gedanken nach. Das vor vier Wochen war wirklich gut, dabei war es mir nicht einmal bewusst, wie sehr ich eine Session uns Sex vermisst habe. Ich hätte Lust auf eine Wiederholung. Das, was Amy kann, kann ich schon lange. Da stellt sich gleich noch eine Frage, mit Jan oder mit einem Unbekannten. Amy würde sicher den Unbekannten wählen. Aber ich? Das mit Jan war gut und so experimentierfreudig, dass ich den nächsten Dom kennen lernen muss, bin ich dann doch nicht. So einfach ist es aber auch nicht. Wir haben uns für ein unverbindliches Date getroffen. Kann ich mich da ein zweites Mal melden? Eine meiner Ängste war schließlich, dass ich an einen Psycho gerate, den ich nicht mehr loswerde und jetzt bin ich es, die Kontakt sucht. Ach was solls? Ich schreibe Jan eine Nachricht. Wenn er sich meldet, hat das Schicksal entschieden und wenn nicht, dann auch.
Endlich ist ein Autohofschild zu sehen. Ist das überhaupt noch Landshut, oder bin ich daran auch schon vorbei? Ich fahre von der Autobahn runter, hole mir zwei große Late und weil ich schon mal am Autohof bin, tanke ich auch noch. Während Benzin in den Tank läuft, tippe ich eine Nachricht an Jan. ‚Bin heute gegen 20:00 wieder in München. Hast zu Zeit und Lust? Dieses Mal zahle ich aber das Zimmer.‘ Wie immer gilt, nicht lange überlegen, einfach tun, dann ist es auch nicht schwer.
Dann muss ich aber auch weiter. Gut, dass ich ein Navi habe, sonst müsste ich bestimmt ewig suchen. So habe ich sogar noch ein paar Minuten, um was zu essen und stehe trotzdem pünktlich um zehn auf dem Parkplatz. Vor vier Wochen ein Wettkampf mit den besten Frauen der Welt und heute gemeinsam mit Nonames auf dem Parkplatz vor einem Einkaufszentrum. Wenn man als Frau vom Kraftsport leben will, darf man nicht wählerisch sein.
Erst einmal Athletenbesprechung. Mit mir sind es vier Frauen und 22 Männer. Es gibt vier Disziplinen, Loglift, Framecary, Deadlift und Atlas Stones. Loglift heißt übersetzt Baumstammstemmen. Bei so kleinen Veranstaltungen benutzt man allerdings keinen Baumstamm. Es ist ein dickes Stahlrohr mit Aussparungen für Griffe, das man überkopf drücken muss. Die Übung hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Gewichtheben, aber weil das Rohr unhandlicher ist als eine Hantelstange, ist die Technik etwas anders. Bei den Frauen ist der Log 50 Kilo schwer und bei den Männern 100 Kilo. Gewonnen hat, wer in 90 Sekunden die meisten Wiederholungen schafft. Beim Framecary muss man einen Metallrahmen mit Griffen vom Boden heben und so weit tragen wie man kann. Wenn man den Rahmen loslässt oder nach 90 Sekunden ist es vorbei. Deadlift ist Kreuzheben. Man hebt eine Langhantel vom Boden. Die Übung zählt, wenn Rücken und Beine durchgestreckt sind. Auch hier hat gewonnen, wer in 90 Sekunden die meisten Wiederholungen schafft. Schließlich noch die Atlas Stones. Dabei hebt man fünf Kugeln auf ein Podest, wobei die Kugeln immer schwerer werden. Die Disziplinen sind ziemlicher Standard für Strongman-Wettkämpfe. Das passt schon. Was aber etwas ungewöhnlich ist, ist dass immer vier Athleten gleichzeitig antreten. So viel Equipment ist bei kleinen Events eher ungewöhnlich, erklärt aber auch den knappen Zeitrahmen von nur 3 Stunden. Dann ist wiegen angesagt. Bei nur vier Teilnehmerinnen kann man über den Sinn von Gewichtsklassen streiten und bei mir ist klar, dass ich mehr als 82 Kilo wiege und damit in die höchste Gewichtsklasse falle. Es ist aber Tradition und gehört dazu. Ich wiege nur 159 Kilo. Passt mir überhaupt nicht. In Paris will ich über 160 Kilo wiegen. Langsam läuft mir die Zeit davon.
Nach dem Wiegen sind zwei Stunden, in denen sich die andern Athleten mit dem Equipment vertraut machen und was essen können. Für mich gibt es leider keine Pause. Autogrammstunde ist angesagt. Ich werde mich wohl nie daran gewöhnen, dass mir wildfremde Menschen erzählen, wie toll sie finden, was ich mache, oder dass ich ihr Vorbild bin. Aber es wird immer besser. Emotional reagiere ich nicht mehr mit komplettem Unverständnis. Die Stunde ist dieses Mal erstaunlich schnell um. Sogar eine der Teilnehmerinnen himmelt mich richtiggehend an und erzählt mir bestimmt zwanzig Mal, dass ich ihr großes Vorbild bin. Fühlt sich merkwürdig an. Langsam kann ich aber annehmen, dass die Leute beeindruckend finden, was ich geleistet habe. Wenn die wüsten, was ich sportlich noch alles vorhabe. Dann noch Fotos und ein paar lobende Worte für den Sponsor und die Presse und es geht los.
Am Wettkampf nehme ich außer Konkurrenz teil. Zuerst bei den Frauen und dann gleich noch einmal bei den Männern. Alles andere wäre zu unfair. Schließlich sind alles Hobbysportler. Das werden die Männer auch alle bleiben. Wenn da einer mit Potenzial dabei gewesen wäre, hätte er mich locker besiegen müssen. Die Genetik will nun mal, dass Männer mehr Maximalkraft haben. Das ist zwar von Körperbereich zu Körperbereich unterschiedlich, aber selbst bei gleichem Körpergewicht mindestens ein Viertel und im Durchschnitt eher ein Drittel. Dafür ist bei den Frauen eine dabei, aus der etwas werden könnte. Nein, nicht die Teilnehmerin, die mich angehimmelt hat. Für die wird Kraftsport ein Hobby bleiben. Es ist eine andere Teilnehmerin. Lina Schönhofer heißt sie. 18 Jahre alt, eins fünfundachtzig groß. Sie erinnert mich an eine jüngere Ausgabe von mir. Schade, dass sie so weit weg wohnt. Ich habe sie trotzdem zu mir eingeladen und ihr alle Adressen von Leuten in Ostbayern gegeben, die ich kenne. Dann noch Preisverleihung. Geduscht wird dann im Mitarbeiterbereich des Einkaufszentrums. Wählerisch darf man wirklich nicht sein. Dafür sitze ich um viertel nach sechs wieder im Auto. Der Zeitplan des Veranstalters hat gehalten.
Jan hat mir auch geantwortet. So gegen drei war eine Nachricht auf dem Handy. ‚8 geht. Direkt vor dem Haus. Heute ist es ein anderes Zimmer.‘ Kurz und knapp. Mehr braucht es auch nicht. Ich wähle meine Wohlfühlplaylist. Alte Songs von Liebe und Sommer. Mit Somebody to Love im Ohr düse ich nach München.
*****971 Mann
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Jan – Ein perfekter Tag und eine Überraschung
Aufstehen ist angesagt. Ich habe mich mit Freunden zum Brunchen verabredet. Während ich mich ins Bad schleppe, schnappe ich mir das Handy. Eine schlechte Angewohnheit. Was soll schon Wichtiges passiert sein? Aber man kann nie wissen und vielleicht verschiebt sich kurzfristig was mit dem Brunch. Nö, tut es nicht. Dafür ist eine Nachricht von Feli gekommen. Sie hat Lust zu spielen, heute. Lust hätte ich schon, aber ich weiß nicht, wie lange sich das Brunchen hinzieht. Mal schauen. Ich gehe lieber mal auf Tauchstation und spiele auf Zeit.
Punkt zehn bin ich in der Blutenburgstraße. Neuhausen ist eben doch das beste Viertel von München. Wir kommen alle zur gleichen Zeit an. Innerhalb einer Minute ist die G6 versammelt. Bei den Staaten gibt es die G7 uns reicht seit der Studentenzeit die G6. Tom und Annika, ja die beiden heißen wirklich wie die Freunde von Pippi Langstrumpf, Nils und Meike, Lena und ich. Vielleicht werden wir auch mal zu G7. Dazu müsste aber Lena, der Dauersingle, einen Partner finden. Dass wir mal G8 werden, glaube ich nicht. Ich hatte noch nie eine tiefergehende Partnerschaft. Es gibt Frauen, mit denen ich gerne meine Freizeit verbringe. Es gibt Frauen, mit denen ich gerne zusammenarbeite. Es gibt Frauen, mit denen ich gerne meinen Sadismus auslebe und anschließend Sex habe. Was es aber offensichtlich nicht gibt, ist eine Frau, die mich auf emotionaler Ebene tiefer berührt. für die ich mehr als oberflächliche Sympathie oder Freundschaft empfinde.
„Na alte Rohrverlegerin, wie geht’s?“, begrüßt Tom Meike.
„Wenn ich es nicht so toll finden würde, wie Nils sein Rohr verlegt, würde ich antworten, Frauen können eben alles besser als Männer, sogar Rohre verlegen" Zu diesen Worten drückt sie sich an Nils und holt sich ein Küsschen, bevor Nils Tom begrüßt und Meike sich Annika zuwendet. Das ist schon beeindruckend, die beiden Pärchen sind schon seit gefühlten Ewigkeiten zusammen und wirken immer noch unanständig verliebt ineinander. Noch zur Erklärung, Meike ist Bauingenieurin und wenn irgendwo in Süddeutschland ein Abwasserkanal verlegt wird, ist sie in der ersten Reihe. Tom ist wie ich Architekt. Da gehört es dazu, dass wir die Bauingenieure immer wieder aufziehen. Annika macht irgendwas mit SAP bei BMW und Nils ist als Lehrer für Geschichte, Sport, Kunst und Musik unser Schöngeist. Dann ist noch Lena. Sie sagt immer, sie ist die Frau für schöner sterben. Sie ist nämlich Tierärztin im Schlachthof. Dass man die Tiere zuerst umbringen muss, bevor sie auf dem Teller landen, ist mir schon klar, aber Lenas Beruf empfinde ich trotzdem immer noch als merkwürdig. Das Praktikum im Schlachthof ist für die meisten verhätschelten Tiermedizinstudenten der Endgegner, aber Lena ist nicht mehr vom Schlachthof losgekommen. Sie hat neulich sogar erzählt, dass sie überlegt, den Jagdschein zu machen. Ich frage mich, wo das herkommt. Sie ist wie ich in München aufgewachsen und ich habe null Bezug dazu, morgens durch den Wald zu latschen und Tiere zu erschießen. Ob Lena ebenfalls dominante Neigungen hat? Etwas umzubringen ist schließlich sowas wie ultimative Dominanz. Nicht meine Welt. Mich macht die Reaktion meiner Partnerin an. Wie sie zwischen Hoffen und Bangen, Lust und Schmerz pendelt. Wie sich rote Striemen auf ihrer Haut bilden oder sich ihr Gesicht verzerrt, das ist Erotik pur. Vielleicht ist Lenau auch nur wettbewerbsorientiert und will gewinnen. Ein Tier zu erlegen hat was von einem Sieg. Kurz ich habe keine Ahnung, was Lena antreibt. Ich bin mir aber sicher, dass es mich nicht antreibt. Ich bediene mich erst einmal am Buffet. Die scharfe Salami und der Schinken dürfen natürlich nicht fehlen, soviel Heuchelei muss sein.
Wir haben einen richtig guten Tag. Wir reden über Belanglosigkeiten von früher und über unsere Zukunftspläne und über das hier und jetzt. Das berühmte Loch im Raum-Zeit-Kontinuum tut sich auf und die Zeit verfliegt. Irgendwann sind wir satt und unsere Urlaubspläne an der Reihe. Annika und Tom erzählen, dass sie im Winter nach Chile fliegen und dann drei Wochen mit einem Wohnmobil die Anden bis nach Feuerland runterfahren wollen. Nils und Meike wollen über Weihnachten in die Karibik. Das ist halt der Nachteil, wenn man Architekt oder Bauingenieur ist. Im Sommer kommt man nicht weg. Nils hat als Lehrer zwar jede Menge Ferien, ist aber dafür auch an sie gebunden.
Ich habe keine Pläne und gebe zu: „Ich beneide euch. Seit ich mit dem Studium fertig bin, habe ich keine Woche am Stück mehr frei gehabt. Ich habe mich voll in den Job gekniet und im Büro gibt es immer was zu tun. Wenn ich euch so zuhöre, bekomme ich glatt Lust auch mal ein paar Tage abzuschalten. Dumm ist nur, dass ich Single bin. Allein Reisen ist auch irgendwie doof“, gebe ich schließlich von mir.
„Lena fliegt doch auch allein nach Ghana“, meint Tom.
„Ja, aber ich will mich dort entspannen. Da stört ein Mann“, kommt sofort von Lena.
Was meint sie damit? Hat uns Lena gerade erzählt, dass sie eine Sextouristin ist? Muss wohl so sein, dass jeder seine Geheimnisse hat. Ich gehe zumindest nicht offen mit meinen Neigungen um. Niemanden aus unserem Kreis weiß, dass Reitgerte und Peitsche für mich zum Vorspiel gehören. Wir necken uns zwar immer wieder, aber ernsthaft haben wir Sex nie groß über Sex geredet. OK, Nils und Meike stehen aufeinander und Annika und Tom ebenfalls, aber sonst? Was sie im Bett machen, bleibt ihr Geheimnis.
Kann auch sein, dass für mich gilt: Oversexed but underfucked? Möglicherweise lege nur ich in jeden Satz von Lena eine sexuelle Bedeutung. Die andern am Tisch gehen jedenfalls nicht weiter auf Lenas Worte ein. Dann sollte ich es wohl auch gut sein lassen. Außerdem leben wir im 21. Jahrhundert. Sich darüber wundern, wenn Frauen das machen, was sich Männer schon seit Jahrhunderten herausnehmen, gilt nicht mehr. Außerdem nimmt das Gespräch eine interessante Wendung:
„Es ist schon zwei. Wir haben nur bis gegen sechs Zeit. Am Abend sind wir noch bei meiner Schwester eingeladen“, wechselt Annika ohne Ansatz das Thema. „Olympiapark oder Nymphenburg?“
„Was du immer mit dem Schlosspark hast. Für Nymphenburg sind wir noch nicht alt genug. Ich bin für den Olympiapark“, wirft Nils ein. Damit ist es auch schon beschlossen. Nicht nur der Olympiapark, sondern auch, dass wir uns um sechs Trennen. Schade, andererseits habe ich jetzt am Abend noch nichts vor. Zeit etwas gegen underfucked zu tun. Während wir zahlen, sage ich Feli zu und den Raum buche ich auch gleich. Leider ist nur noch das Romantik-Zimmer frei. Nicht mein Favorit, aber egal. Als Miteigentümer sollte ich mich sowieso über die gute Auslastung freuen. Aber jetzt erst einmal auf in den Olympiapark.
Mit der U-Bahn fahre ich später direkt vom Olympiapark zur Theresienwiese. Wir sind ins nächste Loch im Raum-Zeit-Kontinuum gefallen und Zeit zum Heimfahren ist nicht mehr. Es wird auch so gehen. Gerade als ich vom Bavariaring weg in die Seitenstraße gehe, fährt Feli an mir vorbei. Genauer hätten wir es nicht ausmachen können. Bis sie geparkt hat, stehe ich auch vor dem Eingang des Gründerzeithauses.
„Hallo Jan, ist heute nicht ein toller Tag? Überwältigst du mich heute und wenn du magst, darfst du mich heute zum Abschluss ficken!“ Feli strahlt nur so und sprudelt über vor guter Laune. Ja, das ist heute ein guter Tag und er wird immer noch besser.
„Hallo Feli, alles, was die Dame möchte“, antworte ich lachend. „Heute haben wir ein anderes Zimmer. Anderes Motto und die Aussicht ist nicht so gut. Es wird dir trotzdem gefallen.“
Wir machen uns auf den Weg nach oben.
„Kitschig, aber nett“, ist Felis Kommentar, als wir im Zimmer stehen. Da schubst sie mich aufs Bett und wirft sich auf mich. So hat sich mich überwältigen gemeint. Sie will einen kleinen Ringkampf. Nicht unbedingt mein Ding, aber wenn sie will, warum nicht? Nur was soll das jetzt? Sie hält meine Handgelenke fest. Ihr Griff ist wie ein Schraubstock. Sie ist unglaublich schwer und drückt mich mit ihrem Gewicht in die Matratze. Ich winde mich unter ihr, habe aber keine Chance. Nicht einmal als sie mit einer Hand mein Hemd aufreißt, kann ich mich aus ihrem Griff lösen. Sie schlägt mir mit der flachen Hand auf die Brust. „Du muss schon mitmachen, sonst macht es keinen Spaß!“ Sie greift nach meinem Gürtel. Das ist rohe Gewalt und hat nichts erotisches mehr. Ob sich eine Vergewaltigung so anfühlt? Ich will das, was gerade geschieht nicht und bin trotzdem wie gelähmt. Ob sie ein Savewort stoppt? Darf ich es als Dom überhaupt verwenden? Da entgleisen Feli die Gesichtszüge.
*****971 Mann
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Feli - Strafe
In dem Moment als ich vom Bavariaring in die Seitenstraße biege ist Summertime Blues von The Who zu Ende und Little Girl Of Mine von Francine, das ist eine finnische Rockabilly-Punk-Band beginnt. Unmittelbar vor der Einfahrt zu dem SM-Hotel sehe ich Jan auf dem Bürgersteig. Kann es noch besser werden? Ich parke und wir sind gleichzeitig am Eingang.
„Hallo Jan, ist heute nicht ein toller Tag? Überwältigst du mich heute und wenn du magst, darfst du mich heute zum Abschluss ficken!“, begrüße ich Jan überschwänglich. Ich bin so aufgedreht, dass ich etwas brauchen werde, um in die devote Rolle zu schlüpfen. Ein kleiner Ringkampf zu Beginn ist da genau das richtige. Das wird gut!
„Hallo Feli, alles, was die Dame möchte. Heute haben wir ein anderes Zimmer. Anderes Motto und die Aussicht ist nicht so gut. Es wird dir trotzdem gefallen“, gibt Jan den Gentleman.
Unsere Tür geht von der anderen Seite des Gangs weg. Der Aufbau des heutigen Zimmers ist eine spiegelverkehrte Kopie des ersten. Die Stimmung, die das Zimmer ausstrahlt, ist trotzdem komplett anders. Zum ersten Zimmer fällt mir nur edel und elegant ein. Hier ist alles in cremigen Rosatönen gehalten und überall sind Herzen. An der Wand ist statt einem Andreaskreuz ein rotes Herz an dem man den oder die Sub festmachen kann. In Summe war das erste Zimmer schöner, aber schlecht ist es hier nicht.
„Kitschig, aber nett“, entscheide ich und schubse Jan aufs Bett und werfe mich auf ihn. Sofort merke ich, dass ich eine gute Idee hatte. Von ihm überwältigt werden, ist genau das, was ich jetzt brauche. Nichts lässt mich die Dominanz meines Partners mehr spüren. Nur von Jan kommt keine spürbare Gegenwehr. Er windet sich ein wenig, aber ich spüre im Moment der Bewegung, was er machen wird und reagiere automatisch darauf. Gut, dann mache es ihm leichter. Ich halte seine Hände nur noch mit einer Hand und knöpfe mit der anderen sein Hemd auf. Noch immer kommt von Jan nichts. Langweilig! Er muss schon mitmachen. Ich versuche es mit einer weiteren Ermunterung und schlage ihm spielerisch auf die Brust: „Du muss schon mitmachen, sonst macht es keinen Spaß!“ Dann greife ich nach seinem Gürtel. Hm, wenn er sich endlich wehrt und dabei nackt ist, wäre das richtig geil.
Da schaue ich in Jans Gesicht. Sein überhebliches Grinsen, das mich immer so reizt, ist weg. Ich sehe blanke Angst. Scheiße, was habe ich getan? Was tue ich gerade? Entsetzt lasse ich ihn los.
„Tut mir leid. Das wollte ich nicht“, stammele ich.
Ich richte mich auf und rutsche etwas weg von ihm. Ich will ihn auf nicht einengen oder auch nur das Gefühl geben, dass ich ihn einenge oder bedränge. Mir ist das alles unendlich peinlich. Jan schaut mich eine gefühlte Ewigkeit nur an, dann findet er sein Grinsen wieder und meint:
„Erotische Ringkämpfe können wir auf die schwarze Liste setzen. Da kommt nichts Erotisches raus. Aber ich finde, man soll die Dinge so nehmen, wie sie sind. Körperlich habe ich keine Chance gegen dich. Den Ringkampf habe ich sowas von verloren. Damit darfst du mich jetzt ans Bett fesseln und mit mir machen, was du willst. Du musst mich aber mindestens, so sieben oder achtmal in die Nähe eines Orgasmus bringen, bevor du mich abspritzen lassen darfst. Nach spätestens zehnmal, oder sagen wir zwölfmal, musst du mich aber kommen lassen. Ich bin schließlich kein Masochist.“
Was soll das jetzt? Ist das eine schräge Form von Bestrafung? Was Jan verlangt, ist mir unangenehm. Ich bin Masochistin, aber nicht besonders devot. Dienen ist nicht mein Ding. Ich will dem Mann ausgeliefert sein und Schmerz erleiden. Gleichzeitig aber auch spüren, dass sich der Mann um mich und meine Bedürfnisse kümmert. Einen Mann zu verwöhnen, macht mir nur dann Spaß, wenn er mir möglichst kleinteilig befiehlt, was ich zu tun habe. Ich könnte sagen, dass ich das nicht mache, aber gleichzeitig sind Jans Worte Befehl für mich, den ich mich nicht einfach widersetzen kann.
„Alles was du brauchst, findest du in den Schränken und Vitrinen“, kommt jetzt von Jan.
Der an sich harmlose Satz ist für mich die Aufforderung endlich Jans Anweisungen nachzukommen. So unangenehm es mir ist, ich muss.
Gleich in der ersten Schublade finde ich Bondage-Equipment. Passend zum Motto des Raums sind die Ledermanschetten in rot oder pink. Rot passt besser zu Jan. Pink ist lächerlich. Aber warum nicht in die Vollen gehen. Ich schnappe mir die pinken.
Das Himmelbett ist zwar in einem hellen, cremigen Pink gehalten, aber supermassiv und mit jeder Menge Ösen versehen. In kürzester Zeit habe ich seine Arme und Beine an die Pfosten gefesselt. Er liegt hilflos mit x-förmig auseinandergezogenen Armen und Beinen vor mir. Was jetzt? Schläge oder Klammern scheiden aus. Überhaupt, jede Art von Schmerz scheidet aus. Das kann ich nicht. Da fällt mir ein, dass er mir im Grunde doch eine klare Anweisung gegeben hat. Edging ist das, was er erleben will. Zärtlich und romantisch passt zum Raum. Hoffentlich mag er es.
Ich beuge mich zu ihm runter und Küsse ihn. Sein Mund öffnet sich sofort und meine Zunge beginnt mit seiner zu spielen. Mit der Hand streichele ich über seine Brust. Sie fühlt sich gut an. Nicht viele Muskeln, aber auch wenig Fett. Straff und weich gleichzeigt. Meine Hand wandert weiter nach unten. Gut, dass ich ihm die Hose ausgezogen habe, bevor ich ihn ans Bett gefesselt habe. Er stöhnt als meine Hand am Ansatz seines Penis ankommt. So falsch kann das nicht sein, was ich mache. Ich fühle mich trotzdem nicht ganz wohl. Was ich mache, fühlt sich merkwürdig an. Die aktive Rolle im Bett ist nicht die meine. Einfach abbrechen, kann ich aber auch nicht. Ich lasse seinen Penis erst einmal und streiche über seine Oberschenkel. Dann wandert meine Hand doch zu seinem Schwanz. Während ich ihn immer noch küsse, wichse ich ihn mal langsam und kräftig mal mit schnellen Stößen.
Das stöhnt Jan in meinen Mund: „Vorsicht, ich komme gleich!“
Jetzt schon? Das ging ja schnell. Sicherheitshalber stoppe ich nicht nur meine Bewegung, sondern lasse gleich seinen Schwanz los. Dass ich ihn so anturne, geht runter wie Öl. Hm, wenn es Männer nicht schon gäbe, müsste man sie erfinden. Wenn es nach mir ginge, dürfte Jan zwar gerne 20 Zentimeter größer sein, aber letztlich ist es egal. Er ist hübsch und lecker. Sein Schwanz ist nicht unbedingt schön, aber er ist geil. Ich greife nach seinen Hoden. Der Hodensack hat sich zusammengezogen. Sie pressen sich eng an seinen Körper. Sie sind fest und warm. Sie fühlen sich gut an in meiner Hand, schön männlich. Ich schnappe mir wieder seinen Penis. Samtige Haut über den harten Schwellkörpern. Wie macht die Natur das nur, dass sich ein Schwanz so gut anfühlt. Jan windet sich unter mir und stöhnt vor Lust. Ober er schon wieder so weit ist? Besser ich höre wieder auf, ihn zu wichsen.
Er liegt schwer atmend vor mir. War vielleicht knapper als gedacht. Ich greife ihm in die Haare und küsse ihn. Ich muss einfach. Dann lecke ich über eine seiner Brustwarzen und sauge daran. Sie sehen so verlockend aus. Hm, seine Eichel ist auch nur Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. Deep Throat ist nicht meins, aber an seiner Eichel lecken ist etwas ganz anderes. Kaum habe ich sie in meinem Mund lecke ich über die samtige Haut. Er kommt mir sofort mit dem Becken entgegen. Tja, Pech gehabt, meine Hand hat seinen Penis fest umschlossen. Mehr als ein oder zwei Zentimeter tiefer kann er seinen Schwanz nicht in meinen Mund stoßen. Das darf er nicht nur, es fühlt sich geil an. Ich spiele ein wenig mit ihm und dann ist er schon wieder kurz vor dem Kommen. Wie war das mit der Selbstbeherrschung, die die Männer immer von uns Frauen fordern.
„Ich könnte jetzt vor dir liegen und du dürftest fast alles mit mir machen, aber stattdessen willst du, dass ich dich Quäle. Das ist gemein“, platzt es aus mir heraus. Da taucht auf Jans Gesicht wieder sein überhebliches Grinsen auf: „Das sollte es auch sein.“ So ein gemeiner Arsch! Er gibt es auch noch zu. Seine Worte verstärken für mich aber auch seine Anweisung. Er will, dass ich es durchziehe. Aber es macht mich auch an, dass er selbst in seiner jetzigen Lage noch so unverschämt und herrisch ist. Dominanten Männern kann ich einfach nicht widerstehen. Ich greife wieder nach seinem Schwanz und wieder steht Jan nach kurzer Zeit vor seinem Orgasmus. Da fällt mir auf, dass ich noch angezogen bin. In dem Moment, in dem sie mir bewusst wird, stört sie mich auch schon. Sie ist gerade zu viel und muss weg. Eilig ziehe ich mich aus. Kaum bin ich nackt, bemerke ich Jans Blicke. Ich habe seine ganze Aufmerksamkeit. Er starrt mich gierig an. Genau das brauche ich. Schon immer war das Gefühl, dass ich gerade das Einzige bin, was den Mann interessiert, das was mich am meisten anmacht. Zeit mich wieder um Jan zu kümmern. Plötzlich ist das hier doch nicht nur eine Pflicht, die ich erfüllen muss, sondern richtig heiß. Geil, dass auch Jan sofort wieder an der Grenze steht. Wo kommt das Kribbeln in meinem Bauch her? Ich kann es nicht mehr ignorieren. Jan muss ich sowieso erst einmal eine kleine Pause gönnen. In der Zeit kann ich ja ein klein wenig mit meiner Perle spielen. Nur etwas streicheln, nicht mehr. Fühlt sich das gut an. Ich muss mich dazu zwingen, meine Hand wieder von meiner Perle zu nehmen. Jan fallen fast die Augen aus dem Kopf.
„Möchtest du gerne mehr sehen? Dein Pech. Du hättest mich fesseln dürfen, aber du wolltest nicht. Jetzt musst du mit dem zufrieden sein, was ich dir gebe“, bin ich ein wenig gemein. Aber nur ein wenig. Noch bevor Jan etwas sagen kann, nehme ich seine Eichel wieder in den Mund und greife nach seinem Schaft. Gefühlt geht es dieses Mal noch schneller. Kaum habe ich ihn losgelassen, stöhnt Jan schon: „Ist das geil. Ich halte das nicht mehr aus. Lass mich kommen.“
Sofort will ich wieder nach seinem hilflos zuckenden Schwanz greifen. Da besinne ich mich. Jan wollte Edging haben und hat gefordert, dass ich ihn mindestens sieben oder acht Mal an die Grenze bringe. So weit sind wir noch nicht. Ich darf ihn noch nicht kommen lassen. Besser ich lenke ihn ab. Ich weiß genau, wenn er weiter bettelt, werde ich nicht nein sagen können. Ich bin definitiv nicht zur Femdom geboren. Dafür habe ich eine Idee. Praktisch, dass das Bett so riesig ist. Ich schiebe Jan noch ein Kissen unter den Kopf und setzte mich mit weit gespreizten Beinen vor ihn. Ich beginne mit meiner Perle zu spielen. Jan sitzt oder besser liegt in der ersten Reihe und kann wirklich alles sehen. In seinem Gesicht ist nur noch Lust und Gier. Das macht mich an. Und wie mich das anmacht. Ich rubbele schneller und schneller. Mir fehlt die Selbstbeherrschung, um mein Spiel abzubrechen. Da überrascht mich ein Orgasmus. So schnell habe ich nicht mit ihm gerechnet. Er ist nicht besonders heftig, aber schön und er macht Lust auf mehr.
Jan ist auch noch da. Vorhin dachte ich, dass er mich gierig anschaut, aber da habe ich den Blick, den er jetzt im Gesicht hat, noch nicht gesehen. Alles was er hat, ist auf mich gerichtet. Unendlich geil! Ich fühle mich so richtig als Frau. Ich muss nach seinem Penis greifen. Jan bäumt sich auf und windet sich in seinen Fesseln. Keine Chance. Die Ledermanschetten sind zwar weich gepolstert und Ketten feingliedrig, sie sind aber trotzdem so robust, dass sie kein entkommen und keinen zusätzlichen Zentimeter Bewegungsfreiheit erlauben. Während ich Jan wieder wichse, höre ich in mich. Ja, auch wenn mir die dominante Rolle nicht liegt, habe ich Lust und der kleine Orgasmus war noch nicht genug. Ich will mehr. Ich glaube, Jan steht schon wieder kurz vor seinem Orgasmus. Wenn ich aufhöre ihn zu wichsen und er wieder bettelt, werde ich nicht Neinsagen können. Da hilft nur Flucht nach vorne. Ich lasse seinen Schwanz los und knie mich über sein Gesicht. „Leck mich“, fordere ich.
Mit dem was dann passiert, habe ich nicht gerechnet. Jan stürzt sich auf meine Muschi. OK, stürzen ist nicht das richtige Wort. Er liegt schließlich unter mir. Seine Leidenschaft ist der Wahnsinn, er leckt und saugt so intensiv an meiner Perle, dass es an der Grenze ist. Aber am schönsten war es schon immer, wenn ich nicht mehr sagen kann, ob es Lust oder Schmerz ist. Bequem ist es leider nicht. Meine Körper zuckt immer wieder unkontrolliert. Am liebsten würde ich mich auf den Rücken legen, geht aber halt nicht. In mir baut sich eine unglaubliche Spannung auf. Ich weiß genau, dass es nicht mehr lange dauern wird und dann komme ich. Wow, sage ich nur.
Jetzt ist Jan an der Reihe. Ich greife hinter mich uns wichse ihn wieder. So klappt das nicht besonders gut. Ich knie noch immer über Jan und muss weit nach hinten greifen und mit ausgestrecktem Arm pumpende Bewegungen machen. Noch dazu sehe nicht, was ich tue. Jan scheint es nicht zu stören. Mich dafür umso mehr. So geht das nicht. Neben dem Bett steht eine Schale mit Kondomen. Warum nicht? Schnell rolle ich eines über seinen Penis und setze mich auf ihn. Er gleitet mühelos in mich. Es gibt nichts, was sich so gut anfühlt wie der richtige Penis in meiner Vagina. Ich beginne mich zu bewegen. Dabei beuge ich mich unbewusst vor. Damit kommt mein Busen in die Nähe seines Gesichts. Sofort beginnt er an einer meiner Brustwarzen zu saugen. Das wird immer noch geiler.
Da stöhnt Jan: „Ja ist das geil. Ich komme!“
Im gleichen Moment denke ich: Nein, das ist mir jetzt zu früh. Ich will das noch etwas genießen. Einmal muss Jan noch warten. Ich presse mich fest auf Jan, um ihm jede Bewegungsmöglichkeit zu nehmen und versuche gleichzeitig alle Muskeln in meinem inneren zu entspannen, um Jan so viel Reibung wie möglich zu nehmen. Es funktioniert! Er stöhnt und verflucht mich, aber er kommt nicht. Nur ich bin eben keine Femdom. Ich kann nicht mit ansehen, wie sich Jan hilflos vor unbefriedigter Lust windet. Er tut mir leid.
„Komm für mich“, flüstere ich ihm ins Ohr und hebe mein Becken etwas. Sofort hämmert er seinen Penis in mich und kommt nach weniger Stößen. Viel zu früh für mich, aber das ist OK. Ich habe ihn lange genug leiden lassen.
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Jan- Spontaner Entschluss
War das ein Orgasmus. Feli hat es tatsächlich durchgezogen. Ich habe den Mund wohl zu voll genommen. Zum Schluss habe ich es vor Geilheit kaum mehr ausgehalten und gedacht, ich werde verrückt. Dafür war dann die Erlösung umso besser. Gerade fühle ich mich einfach nur gut und zufrieden und könnte die Welt umarmen.
„Soll ich dich losmachen?“
„Ja, klar.“ Welche Frage. Die passive Seite ist nicht meine. Naja, vielleicht war ich gerade auf der passiven Seite, aber das war eine Ausnahme. Ich beobachte Feli, wie sie meine Fesseln öffnet und dabei mischt sich ein merkwürdiges Gefühl in mein Glück. Feli sieht wie frisch gefickt aus, aber trotzdem nicht wirklich zufrieden. Sie hat sich den Abend anders vorgestellt, würde ich sagen. Ich habe sie um eine Session gebracht. Nein, sie selbst hat sich um die Session gebracht. Es ist immer der gleiche Fehler: Zu wenig Kommunikation! Vorher Reden ist wichtig und wir haben keine zwei Sätze gewechselt. Zeit das Offensichtliche anzusprechen.
„Das war nicht das, was du dir für heute vorgestellt hast.“
„Stimmt, aber passt schon.“
„Noch ausweichender geht kaum. Ich habe mir sagen lassen, dass Kommunikation der Schlüssel ist. Jetzt rede schon.“
„Immer ein freches Grinsen und immer einen dummen Spruch, oder wie? Naja, es ist einfach so, dass mir die dominante Rolle nicht liegt.“
„Warum hast du es dann trotzdem durchgezogen?“
„Topping from the bottom? Was auch immer. Für mich war deine Ansage eine Anweisung oder ein Befehl. Ablehnen ging für mich nicht. Aber keine Sorge, ich bin auf meine Kosten gekommen und hatte Orgasmen.“
„Gibt es einen größeren Machospruch? Sogar mir als Mann ist klar, dass zwischen Sex, gutem Sex und weltbewegendem Sex Galaxien liegen. Ein Orgasmus allein sagt noch nichts.“
„Punkt für dich“, lenkte Feli scheinbar ein, legte dann aber nach:
„Ich wollte eine Session und Schmerzen spüren und anschließend durchgefickt werden, aber ich bin auch nur eine Frau. Ein geiler steifer Schwanz hat was und wenn dann noch ein geiler Typ an dem Schwanz dran hängt, ist widerstehen schwer. In dem Moment ist es dann egal, dass ich ursprünglich was anderes wollte. Jetzt hat die Idee von einer Session wieder was.“
„Wenn du nur eine Frau bist, bin ich nur ein Mann und kein Pornodarsteller. Nach einem Orgasmus dauert es etwas, bis ich wieder Lust zum Spielen bekomme. Was würdest du am zweitliebsten Machen?“
„Essen. Mir fehlen heute noch 2000 Kalorien. Das gehört zu den Nachteilen meines Berufes. Ich muss mir ständig Kalorien reinstopfen. Mein Schicksal ist schlimm“, grinst Feli.
2000 Kalorien, konnten nur ein Witz sein, aber wenn sie essen gehen wollt: „Ich habe heute schon genug gegessen. Wenn es dich nicht stört, dass ich nur zuschaue, auf der anderen Seite der Theresienwiese sind ein Inder, ein Chinese und ein Italiener. Die sollten noch offen haben und es sind zu Fuß nur 15 Minuten. Du darfst wählen.“
„Dann Chinesisch.“
Gesagt, getan. Ein paar Minuten später gehen wir über die Theresienwiese. Der Name Wiese triff es aber schon lange nicht mehr. Aus der früheren Wiese ist eine Beton- und Teerwüste geworden.
„Was machst du beruflich, wenn essen zu deinem Job gehört?“, bringe ich unser Gespräch wieder ins Laufen.
„Ich mache Strongwoman-Wettkämpfe. Ich bin gerade die Beste von allen und wenn alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, werde ich in ein paar Wochen offiziell den Titel haben und die Stärkste Frau der Welt sein.“
„Du bist die stärkste Frau der Welt?“, frage ich nach.
„Naja, nicht wirklich. Der Titel ist halt Teil des Marketings.“
„Hm?“
„Wo anfangen? Es gibt jede Menge Sportarten, bei denen es um Stärke geht. Wenn ausschließlich Maximalkraft das Maß der Dinge ist, müsste man Kraft-Dreikampf, das was die Amerikaner Powerlifting nennen, nehmen. Drei einfache Übungen, bei denen die Technik nur eine untergeordnete Rolle spielt. Oder noch einfacher so etwas wie Steinheben. Beim olympischen Gewichtheben geht es auch um Kraft, aber da man da die Hantel über Kopf hebt, spielt die Technik eine größere Rolle. Dann gibt es noch Griffkraft-Wettbewerbe, Sachen wie Curl-Wettbewerbe oder Fassheben, bei denen man sich auf bestimmte Details fokussiert. Sachen, bei denen man mit Konkurrenten kämpft, wie Armdrücken, Fingerhakeln oder Seilziehen gibt es auch noch. Wenn du willst, bewegt sich das im weitesten Sinne Richtung Kampfsport. Der nächst Schritt wäre dann Ringen. Oder wenn du die Highland-Games nimmst, Baumstamm- und Steinwerfen geht mit gutem Willen Richtung Leichtathletik. Ich bin überzeugt davon, dass es wirklich niemanden gibt oder geben kann, der überall gleich gut ist oder überall der oder die Beste ist.“
„OK“, nicke ich, um Feli zu signalisieren, dass ich ihr zuhöre.
„Strongman oder Strongwoman kommt aus den USA. Es ist der Versuch Kraftsport für die Zuschauer interessant zu machen. Aus sportlicher Sicht kann man kritisieren, dass es bei einigen Disziplinen nicht auf Maximalkraft, sondern auf Kraftausdauer oder Schnellkraft ankommt. Ich denke aber, dass Strongwoman-Wettbewerbe etwa das sind, was der Zehnkampf in der Leichtathletik ist, ein guter Test der körperlichen Fähigkeiten, für den man wirklich alles trainieren muss. Als Bonus kann man mit Strongwoman auch noch Geld verdienen. Das funktioniert als Frau in keinem anderen Kraftsport.“
„Und du bist da die Beste?“
„Bis jetzt war das Janeece, aber die wird 40, bekommt ein Baby und hört mit Leistungssport auf. Jetzt ist meine Zeit gekommen. Ich bin für eine Frau sehr groß, ungewöhnlich breit gebaut und trotzdem noch halbwegs athletisch.“
Inzwischen sind wir beim Chinesen angekommen. Feli bestellt Suppe, zwei Mal die Acht Schätze und noch eine extra Portion Reis dazu. Das mit den fehlenden 2.000 Kalorien war doch kein Scherz. Da brauche ich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich nur eine Holunderschorle nehme.
„Ich erzähle die ganze Zeit nur von mir. Was machst du beruflich?“
„Nichts so Ungewöhnliches wie du. Ich bin Architekt.“
„Aber das ist doch toll. Ich beneide dich. Du schaffst jeden Tag etwas, in dem Menschen leben und arbeiten. Etwas das uns überdauern wird oder zumindest überdauern könne. Das finde ich beeindruckend.“
„Jetzt übertreib mal nicht, ich bin gewöhnlicher Wald und Wiesen Architekt. Ich halte zwar viel von mir, aber eine Zaha Hadid werde ich nicht mehr werden.“
„Naja, du bist ja auch ein Mann. Muss ich Zaha Hadid kennen?“
„Sie war eine der bedeutendsten Architektinnen der letzten Jahrzehnte. Zuerst hat sie Beton Leben eingehaucht und in ihrem Spätwerk den Beton überwunden und mit Glasfassaden gearbeitet.“
Ich greife zum Handy und zeige Feli Fotos von Zaha Hadids Gebäuden.
„Beeindruckend, besonders dass weiße Gebäude in Baku sieht toll aus. Sie hat es aber auch leicht.“
„Wieso?“
„Klar sind es beeindruckende Bauwerke, aber ich behaupte, dass jedes Gebäude mit vergleichbarer Funktion beeindruckend wäre. Groß und mächtig findet der Mensch immer beeindruckend. Selbst eine Schachtel in vergleichbarer Größe würde man als architektonisches Statement verkaufen. Bei einem normalen Gebäude gibt es viel mehr Zwänge und dann muss es noch um praktisch sein. Auch wenn das Ergebnis unscheinbarer ist, finde ich die Aufgabe schwerer. Zeigst du mir auch Bilder von deinen Häusern?“
„Viel gibt es da nicht zu sehen. Wir machen hauptsächlich Gewerbebauten.“
Ich wische durch die Bilder, während Feli weiter mit unglaublichem Appetit Essen in sich hineinschaufelt.
„Funktional und wirklich hässlich ist keines der Objekte. Passt doch.“
„Wenn das ein Kompliment gewesen sein soll, solltest du noch etwas üben.“
„He, das war ein Kompliment!“, protestiert Feli.
„Lasse ich gerade noch einmal gelten“, stimmen ich mit gespieltem Widerwillen zu und wechsele gleich darauf das Thema: „Wie bist du eigentlich zum Kraftsport gekommen?“
„Familie, würde ich sagen. Meine Eltern betreiben eine Kampfsportschule. Man kann dort Judo, Karate, Taekwondo, Kickboxen und seit kurzem auch noch Systema machen. Ich bin mit Kampfsport aufgewachsen. Am Anfang der Pubertät fand ich es dann aber blöd, dass ich fast immer mit Jungs trainiert habe. Zur gleichen Zeit haben meine Eltern einen Kraftraum eingerichtet und ich habe in dem Moment meine Bestimmung gefunden.“
„Wie bei mir. Mein Vater ist Architekt und für mich war immer klar, dass ich Architektur studiere und das Büro mal übernehme. Mich musste da niemand bitten oder drängen. Es ist aus mir gekommen. Mir ist der Stoff im Studium nur so zugeflogen und jetzt knie ich mich voll ins Büro meines Vaters. Ich habe kaum Privatleben und nur wenige Freunde, aber mein Leben passt perfekt für mich.“
„Ist das nur Begeisterung, oder höre ich da auch einen bitteren Unterton?“
„Du bist ganz schön scharfsinnig. Ich war heute mit Freunden brunchen. Die haben von Familie und Urlaub geredet. Familie ist nicht meins, aber Urlaub? Ich habe seit ich in Vaters Büro eingestiegen bin, keine zusammenhängende Woche Urlaub gemacht. Manchmal frage ich mich, ob ich nicht überziehe.“
„Glaube ich nicht. Ich meine, ich kenne dich kaum, aber du wirkst auf mich ganz gut geerdet. Wenn du psychisch am Limit wärst, würdest du dich anders geben. Aber wenn du eine kleine Pause machen willst, komm doch in drei Wochen mit nach Paris. Bei den Fans sind Laima und Amy, das sind meine Hauptkonkurrentinnen, beliebter. Ich kann jeden gebrauchen, der mich anfeuert.“
Feli winkt der Bedienung und bestellt noch überbackene Bananen mit Eis. Unglaublich, sie hat sich währen unseres Gesprächs die beiden Hauptgerichte tatsächlich schon reingeschaufelt. Kurzentschlossen bestelle ich die Litschis für mich. Auch wenn ich immer noch keinen Hunger habe, finde ich es merkwürdig nur mit einem Getränk neben einer Frau zu sitzen, die kiloweise Essen in sich hineinschaufelt. Dann nehme ich das Thema wieder auf:
„Angenommen, ich würde ich begleiten, was hätte ich davon?“
„Für einen Architekten gibt es in Paris bestimmt genug zu entdecken. Ich will einen halben Tag in den Louvre. Außerdem kannst du deinen Horizont erweitern und einen Strongman/Strongwoman-Wettbewerb aus der ersten Reihe erleben.“
„He, für eine Sub bist du ganz schön frech“, halte ich dagegen.
„Tja, nur weil ich im Bett auf ein wenig Aua stehe, heißt das noch lange nicht, dass ich auch im richtigen Leben devot bin“, ginst Feli selbstbewusst und legt dann noch einen drauf: „Du dürftest mich hinter die Kulissen begleiten. Auch wenn der Wettkampf aus viel Warterei besteht, werde ich allerdings nicht immer Zeit für dich haben. Ich werde mich auf den Wettbewerb konzentrieren. Schließlich will ich gewinnen. Das heißt auch, dass wir nicht miteinander spielen können, oder höchsten ganz sanft.“
„Klare Ansage, würde ich sagen.“
Meine Frage, was ich davon hätte, war als Scherz gemeint, nur bemerke ich, dass Feli mein Interesse geweckt hat. Ein langes Wochenende in Paris, warum eigentlich nicht?
„Wenn ich mit nach Paris kommen soll, schuldest du mir noch heute eine weitere Runde im Spielzimmer und ich darf das Essen bezahlen“, treffe ich eine Entscheidung.
„Dann soll es so sein“, bestätigt Feli.
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Feli – Unerwartete zweite Runde
Ich hätte nicht gedacht, dass sich der Abend noch so entwickelt. Meine Befürchtung war, dass ich alles kaputt gemacht habe, aber zuerst hat sich Jan geschickt gerächt. Wobei gerächt schon zu hart ist. Letztlich hat er nur von mir gefordert, dass ich zu Ende bringe, was ich angefangen habe, obwohl ich es nicht mehr wollte. Unser Gespräch anschließend hat sich wie von selbst ergeben. Ob es eine gute Idee war, dass ich Jan mit nach Paris eingeladen habe, wird sich zeigen. Meinem Bauch gefällt aber in jedem Fall, dass Jan spontan zugesagt hat. Während unseres Gesprächs ist auch Jans Grinsen langsam wieder zurückgekehrt. Langsam, aber doch. Es ist immer noch unverschämt und arrogant, aber es bringt mich nicht mehr so auf die Palme wie bei unserem ersten Treffen. Eher bin ich erleichtert, dass es wieder da ist. Dann ist es schön, dass ich satt bin. Ein voller Bauch ist immer ein gutes Gefühl und bis Paris will ich sowieso noch zwei oder drei Kilo zunehmen, aber das ist ein anderes Thema.
„Du hast ja immer noch Klamotten an. Zieh dich aus. Ich will dich nackt sehen“, kommandiert Jan, kaum dass wir wieder im Spielzimmer sind. Kann er haben.
„Ich hatte ursprünglich etwas anderes vor. Besondere Umstände erfordern aber besondere Maßnahmen. In diesem Zimmer haben wir auch eine Hebebühne an die Decke geschraubt.“
„Wie fantasielos“, muss ich Jan provozieren. Sein Grinsen, über das ich mich gerade noch gefreut habe, stachelt mich schon wieder an.
„Ach keine Sorge, ich habe jede Menge Fantasie. Ob dir das, was in meinem Kopf ist gefällt, ist eine andere Sache.“
Zu diesen Worten fesselt er meine Handgelenke an die Hebebühne und befestigt eine Spreizstange zwischen meinen Beinen. In kürzester Zeit hänge ich wieder wie ein X an dem Metallrahmen. Jan hat ihn so weit nach oben gefahren, dass ich gerade noch mit den Fersen den Boden berühre. Dann verschwindet er aus meinem Blickfeld. Ich höre ihn Vitrinen und Schubladen öffnen. Er bereitet etwas vor oder sammelt etwas zusammen. Dann taucht er wieder in meinem Blickfeld auf. Er hat sein Hemd ausgezogen. Schön, sein nackter Oberkörper hat was. Er drückt sich an mich. Seine Stimme ist kaum mehr als ein Hauchen.
„Dass du mich vorhin so hast leiden lassen, schreit nach Rache. Du wirst für jedes Mal, wo du mich nicht hast kommen lassen, zwei Orgasmen haben. Wie viele sind das. Ach was solls, runden wir auf. Dreißig ist doch eine schöne runde Zahl. Was hältst du von dreißig Orgasmen?“
Zu diesen Worten drückt er mir einen Vibrator an die Klit. Das habe ich nicht kommen sehen. Es ist ein Magic Wand. Die Vibrationen des Teils sind heftig. In mir prickelt zwar eine gewisse Vorfreude, aber ich bin noch nicht besonders erregt. Daher kann ich nicht sagen, ob sich das gerade gut anfühlt oder unangenehm und überreizend ist. Genießen kann ich die Vibrationen jedenfalls nicht wirklich. Wehren kann ich mich aber auch nicht dagegen und wie aus dem nichts werde ich feucht. Jan grinst mir immer noch ins Gesicht. Er ist wieder die pure, ungefilterte Überheblichkeit. Immer wenn ich den fiesen Vibrationen ausweichen will, folgt mir das Ding. Jan drückt es mir permanent direkt auf die Klit. Lange werde ich das nicht aushalten. Meine Erregung steigt immer weiter. Dann überrollt mich ein Orgasmus. Er ist nicht heftig. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob er tatsächlich schön ist, aber es ist ein Orgasmus. Endlich ist auch das vibrierende Ding weg. Ich atme durch. Mein Körper beruhigt sich etwas. Da drückt sich Jan an mich. Seinen nackten Oberkörper zu spüren, tut gut. Das brauche ich gerade. Wieder ist seine Stimme nur ein Flüstern an meinem Ohr: „Das war der erste Orgasmus. Ich fürchte, das wird noch hart für dich.“
Da löst er sich von mir. Schade, Jans Körper hat sich gut angefühlt. Keine Ahnung, wo der Wildlederflogger in seiner Hand herkommt. Das Ding ist cremeweiß mit einzelnen rosa Schnüren. Das Motto des Raums ist bis ins Kleinste durchgezogen. Das Ding ist nur leider super soft. Aber wenn mir Jan direkt auf die Brustwarzen schlägt, flammt doch kurz ein herrliches Brennen auf. Oder wenn er mir auf die Spalte schlägt, das ist dann doch echt hart. Eins muss ich ihm lassen, er weiß, was er tut. Die Hiebe auf meine Spalte sind hart, aber immer so, dass ich gleich anschließend denke, schade, da würde noch mehr gehen.
Da drückt er sich wieder an mich: „Du bist ein kleines schmerzgeiles Luder. Gib es zu, der Flogger ist nicht genug für dich. Aber auch du hast Grenzen und die wirst du gleich kennen lernen.“
Er hat statt dem Flogger einen Gummistriemer mit drei Vierkantzungen. Auch das Ding ist cremeweiß, nur die mittlere der Zungen ist rosa. Wie kitschig darf es bitte sein? Die Bänder fühlen sich gummig an, irgendwie unangenehm und leicht klebrig. Für zärtliches Streicheln ist das Ding definitiv nichts. Als mich dann aber der erste Hieb trifft, weiß ich, dass Jan eine gute Wahl getroffen hat. Das Ding zieht richtig fies. Am ganzen Körper treffen mich brennende Küsse. Wie schafft er es die passende Intensität für jede Körperregion zu treffen? Bin ich so leicht zu lesen? Ich weiß nicht mehr, ob ich dankbar für das intensive Erlebnis sein soll oder ihn und sein überhebliches Grinsen hassen soll. Jeder Zentimeter meiner Haut steht in Flammen. Ich beginne zu stöhnen. Dann schaltet mein Hirn ab. Die Menge der Hiebe macht mich fertig. Gleichzeitig verschwimmen die einzelnen Schmerzspitzen zu einem nicht mehr greifbaren Ganzen. Alles fühlt sich gedämpfter an und ich beginne zu fliegen.
Dann ist es plötzlich vorbei. Jan schiebt zwei Finger in meine Spalte und grinst mir ins Gesicht: „Glaubst du, ich mache es dir so leicht?“ OK, ich hasse ihn nicht, ich bringe ihn um. Dumm, dass ich nur hilflos schnauben kann. Seine Finger sind noch immer in mir, während er sich langsam über meinen Hals, Schlüsselbein, linke Brustwarze – in die er vorsichtig beißt-, Bauch, Bauchnabel nach unten küsst. Was soll das jetzt. Zwischen meinen Beinen angekommen, zieht er seine Finger aus mir und zieht meine Schamlippen mit den Händen so weit auseinander, dass es hart an der Grenze zum unangenehm sein ist. Dann leckt er zuerst mit breiter Zuge durch meine Spalte, bevor sich seine Lippen um meine Perle schließen und er heftig daran saugt. Darf er das? Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Klar befriedigt der dominante Part bei einer Session die Bedürfnisse des Passiven, aber er macht sich dabei nicht so offensichtlich zum Diener. Das hat was von Rollentausch und passt nicht. Allerdings hat mein Körper eine andere Vorstellung davon was passend ist und was nicht. In meinen Adern pulsiert eh schon das Adrenalin und Jans saugen beschleunigt meine Geilheit auf Lichtgeschwindigkeit. Ich habe das Gefühl, dass ich von einer Sekunde auf die andere geradezu auslaufe. Meine Reaktion ist mir auf schräge Art peinlich. Ich möchte Jans Lippen entkommen, aber ich habe kaum Bewegungsspielraum. Dann beginnen sich die Muskeln in meinem Rumpf auch noch sich immer wieder unwillkürlich anzuspannen. Die Spannung in mir kann das aber nicht lösen. Im Gegenteil, ich steuere mit Vollgas auf einen Orgasmus zu. Dann überrollt mich auch schon eine Lustwelle. Bin ich das, der so stöhnt? Der vorherige Orgasmus war aus der Kategorie schön, aber nicht weiter erwähnenswert, aber der hier ist einer, aus der Kategorie wow, der hat mir den Schädel weggesprengt. Trotzdem ist ein kleiner Teil von mir der Meinung, dass es nicht zu einer Session passt, sich so vom aktiven Part verwöhnen zu lassen.
Da taucht Jans Gesicht wieder in meinem Blickfeld auf. Es ist ganz verschmiert von meinen Säften. Er grinst schon wieder und leckt sich genüsslich über die Lippen. Dann küsst er mich. Steckt mir einfach so seine Zunge in den Mund. OK, ich habe mich geirrt. Er darf das. Er darf mich jederzeit lecken und mich jederzeit Küssen. Alles was er macht ist purer Sex.
„Du bist ein kleines geiles Luder und du schmeckst noch geiler. Das war Orgasmus Nummer zwei. Ich frage mich nur, wie du noch 28 weitere überstehen willst. Aber wir werden sehen…“, wieder ist seine Stimme nur ein sexy Flüstern an meinem Ohr. Mein Körper schmilzt dahin. Mein Verstand schreit: Noch 28 Orgasmen? Der spinnt doch. Das ist unmenschlich! Das geht nicht!
Da hat er eine Peitsche in der Hand. Ich bin mir nie sicher, ob man das rautenförmige Teil an der Spitze Drachenzunge oder Drachenschwanz nennt. Das ist mir aber auch egal, als mich der erste Hieb trifft. Der Gummistriemer war brennend und fies. Das Ding ist noch stechender. Noch brennender. Einfach nur heftig. Genau das, was ich brauche, aber lang werde ich das nicht durchhalten. Es braucht nur wenige Schläge und ich fliege wieder. Anders kann ich das Gefühl nicht beschreiben, purer Flow. Es ist egal wie lange ich das durchhalte. Nur der Moment zählt noch. Da werden Jans Hiebe wieder schwächer. Viel zu früh!
„Du bist unglaublich, wenn du im Subspace bist, aber du hast genug.“
Ich will protestieren, aber bevor ich den Mund aufmachen kann, schlägt er mir mit dem Drachenschwanz auf die Brustwarze. Das tut echt weh. Dabei hat die rautenförmige Spitze im unteren Drittel gehalten und nur aus dem Handgelenk gepitscht. Eigentlich lächerlich im Vergleich zu dem, was er gerade eben mit mir gemacht hat. Kraft war da keine dahinter, aber er hat meine Warze genau mit der Spitze getroffen. Mir entfährt ein „Aua“. Der unerwartete Schmerzreiz bringt mich aus dem Flow. Warum kann er mich nicht wieder fliegen lassen? Echt gemein! Mein Protest ist damit im Keim erstickt. Da hat Jan meine Arme befreit. Er dirigiert mich Richtung Bett. Er hat es eilig, aber mit der Stange zwischen den Beinen, fällt mir jede Bewegung schwer. Endlich am Bett angekommen, drückt er meinen Oberkörper nach vorne. Ich lasse es mir gefallen. Jetzt verstehe ich, warum das Himmelbett an der Vorderseite eine gepolsterte Strebe hat. Praktisch. Ich drehe meinen Kopf und sehe aus den Augenwinkeln, wie sich Jan ein Kondom überstreift. Gut, dass er daran denkt. Er wirkt hektisch und kann es nicht mehr erwarten. Das gefällt mir. Da greift er nach seinem Schwanz und führt ihn an meine Pussy. Er stößt ihn bis zum Anschlag in mich hinein. So feucht wie ich bin, ist das kein Problem. Er beginnt mich zu vögeln. Schnell, heftig, leidenschaftlich, genau wie ich es brauche. Aber er hält nicht lange genug durch. Gerade als ich merke, wie sich bei mir diese unerträglich schöne Spannung aufbaut, erstarrt er mitten in der Bewegung und sackt über mir zusammen. Er stößt noch zweimal vorsichtig. Zu wenig, um mich über die Klippe zu schubsen. Schade, aber was solls. Da spüre ich seine Hand an meiner Perle.
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Jan - Nähe, oder doch nicht?
Kennt ihr das, wenn ihr nach dem perfekten Sex die Welt umarmen könntet? Genau das fühle ich gerade. Ich bin so im reinen mit mir, so zufrieden, so glücklich, wie ich nur sein kann. Die Welt umarmen ist noch zu wenig. Ich könnte das Universum umarmen. Ich bin nicht gläubig, aber was ich gerade empfinde, hat etwas Spirituelles. Feli ist die perfekte Partnerin. Ihre Hingabe, ihre Lust auf Schmerz, wie sie in den Subspace abgedriftet ist und dabei völlig entrückt und glücklich ausgesehen hat. Ein weiterer Beweis dafür, dass man vom Aussehen einer Person unmöglich auf ihre sexuellen Vorlieben schließen kann. Feli hat das, was ich bei meinen Spielgefährtinnen suche, aber nur selten finde. Ich hätte um ein Haar die Beherrschung verloren, aber ich konnte mich gerade noch beherrschen. Oder nein, eigentlich konnte ich mich nicht mehr beherrschen. Ich musste Feli unbedingt ficken. Auch das war perfekt. Ich bin so schnell gekommen, wie ein Sechzehnjähriger. Das muss für Feli zu wenig gewesen sein. Vorsichtig greife ich zwischen ihre Beine und suche nach ihrer Klit. Ich glaube nicht, dass sie auch gekommen ist, aber wissen, kann ich es nicht. Dazu kenne ich sie nicht gut genug. Sie hat nichts gegen meine Finger. Dann soll es so sein. So wie ich sie bisher erlebt habe, steht sie auf intensive Reize. Mit drei Fingern reibe ich über ihre Perle. Zärtlich ist das nicht und eigentlich würde ich Feli gerne einfach nur im Arm halten. Das gilt aber nicht. Den Höhepunkt hat sie sich verdient. Ich will, dass sie das gleiche Hochgefühl spürt, wie ich gerade. Mein Penis wird schlaff und rutscht aus Feli. Trotz Kondom ist er so empfindlich, dass es irgendwie unangenehm ist und trotzdem genau richtig. Dann verkrampft sich Felis Körper. Ich komme kaum noch an ihre Klit, mache aber weiter, dann kommt sie stöhnend. Ich halte sie noch einen Moment. Sie ist immer noch über das Fußteil des Betts gebeugt und ich liege immer noch halb auf ihr. Bequem kann das nicht sein. Nachdem mein Sadismus und meine Lust befriedigt sind, übernimmt meine fürsorgliche Seite.
„Komm, legen wir uns ins Bett. Darf ich dir aufhelfen?“.
Schon steht sie neben mir. Ich würde mich am liebsten sofort mit ihr ins Bett kuscheln. Geht aber nicht.
„Leg dich schon mal hin. Ich muss das Kondom noch loswerden.“ Mit diesen Worten eile ich auch schon ins kleine Bad. Das Kondom wandert in den Papierkorb und mein kleiner Freund ist schnell gewaschen. Auf der Ablage stehen die Cremetiegel. Nach unserer ersten Session hat sich Feli für die Creme mit Teebaumöl entschieden. Für mich passt das nicht. Trotz ihres Aussehens ist Feli für mich eine Mango-Frau. Aber wenn ich ehrlich bin, ist jede Frau für mich eine Mango-Frau. Feli ist aber nicht jede Frau. Sie ist etwas Besonderes. Ich greife nach der Creme mit dem Teebaumölduft.
Feli steht immer noch unschlüssig herum, als ich wieder in den Hauptraum komme. Überlegt sie, ob sie gehen soll. Das will ich nicht.
„Darf ich dich noch eincremen. Leg dich aufs Bett“, bitte ich.
Feli legt sich tatsächlich aufs Bett. Ich beginne ihren Körper einzucremen. Bei mir gibt es nach einer Session oder nach dem Sex nur zwei Optionen. In den meisten Fällen will ich eine Art Schlussstrich unter das Geschehene setzen und kann nicht schnell genug wegkommen. Manchmal passiert aber genau das Gegenteil. Ich kann mich nicht lösen und will das positive Gefühl möglichst lange auskosten. Dann möchte ich mit meiner Partnerin verschmelzen und möglichst viel Hautkontakt. Subs war das schon zu viel. Ich musste mir schon anhören, dass Nachsorge ja OK wäre, dass ich aber mit meinem Bedürfnis nach Nähe und Kuscheln aus meiner Rolle als Dom fallen würde. Mag sein, aber ich kann meine Gefühle und Bedürfnisse nicht einfach so an- und abstellen. Sie sind da, wenn sie da sind. Ich nehme mir die Worte meiner früheren Partnerinnen aber zu Herzen. Auch wenn ich mich gerne neben Feli legen und sie an mich ziehen würde, will ich sie auf keinen Fall verschrecken. Ihre Anwesenheit bedeutet mir viel zu viel. Ich widme mich Felis Armen, ihrem Torso, ihren Brüsten, ihren Oberschenkeln. Dann bitte ich sie, sich umzudrehen und mache mit ihren Schultern weiter. Wir unterhalten uns etwas über Belanglosigkeiten, aber die meiste Zeit herrscht ein angenehmes Schweigen. Gerade, als ich von Felis Schultern zu ihrem Rücken übergehe, merke ich, dass sie sich immer mehr entspannt und schließlich einschläft. Es muss inzwischen auch schon deutlich nach Mitternacht sein. Ich lasse mich davon nicht abhalten und bringe mein Werk zu Ende. Von wegen, ich habe mich zusammengerissen. Überall auf Felis Körper sind Striemen, die zum Teil blutunterlaufen sind. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal solche Spuren auf den Körper der Sub hinterlassen habe. Auch wenn viel der Spuren morgen verschwunden sein werden, werden genügend Striemen und Hämatome bleiben. Nein, ich kann nicht ernsthaft behaupten, dass ich mich zurückgehalten habe. Ich habe nur die medizinisch bedenklichen Stellen und die Körperpartien ausgelassen, die man nicht leicht durch Alltagskleidung bedecken kann. So viel Verantwortung muss dann doch sein. Wie schon früher in solchen Momenten überkommen mich ambivalente Gefühle. Einerseits bin ich erschrocken über mich selbst und welche Spuren ich Feli zugefügt habe, der größere Teil von mir ist begeistert von Felis Hingabe und den Spuren auf ihrer Haut. Als ich auch die Hinterseiten von Felis Oberschenkeln eingecremt habe, bin ich todmüde. Feli schläft tief und fest. Ich lege mich zu ihr und decke uns beide zu. Das war nicht geplant, aber was solls. Für mich fühlt sich das gerade richtig an. Sollte ich damit Felis Grenzen übertreten, wird sie mir das früh genug sagen.
*****971 Mann
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Feli – Morgen danach
Ich wache auf, weil meine Blase drückt. Kurz bin ich desorientiert. Dann wir mir klar, wo ich bin. Ich bin immer noch in dem BDSM-Hotel und liege eng an Jan gekuschelt, mit ihm im Bett. Bevor ich mir weitere Gedanken mache, muss ich erst einmal aus Klo. Das duldet keinen Aufschub mehr. Zurück von der Toilette wird mir bewusst, dass es 5:30 am Morgen ist. Selbst wenn ich sofort aufbrechen würde, würde ich zu spät zu meiner morgendlichen Trainingseinheit kommen. Nur bin ich viel zu müde, um mich jetzt ins Auto zu setzen. Da hebt Jan auch noch einladend die Bettdecke. Ich muss ihn aufgeweckt haben. Er hat eine gewaltige Morgenlatte. Vorhin habe ich sie nur gespürt. Jetzt sehe ich sie und sie sieht lecker aus.
„Komm wieder ins Bett. Es ist noch früh. Du kommst noch früh genug heim“, murmelt Jan.
Kann er meine Gedanken lesen? Sich heimlich wegschleichen geht nicht mehr. Ich kuschele mich wieder an ihn. Sein warmer Körper fühlt sich gut an. Sein Steifer an meinem Oberschenkel gleich noch besser. Ich hätte nichts dagegen ihn in mir zu spüren. Zu diesem Gedanken schlafe ich wieder ein.
Zwei Stunden später ist die Nacht dann tatsächlich vorbei. Meine erste Trainingseinheit des Tages würde eigentlich gerade beginnen. Sie so kurz vor dem wichtigsten Wettkampf meiner Karriere einfach ausfallen lassen ist alles andere als vernünftig. Mein Bauch oder besser meine Eierstöcke sind allerdings felsenfest davon überzeugt, dass sich die Nacht gelohnt hat.
Jan lächelt verschlafen: „Was hältst du davon, wenn wir duschen und dann gemeinsam frühstücken? Acht im Büro schaffe ich sowieso nicht mehr. Da kann ich auch gleich anrufen und sagen, dass ich erst um halb zehn im Büro bin.“
„Warum nicht. Das Vormittagstraining ist für mich eh gelaufen.“
Meine Antwort ist spontan und sie fühlt sich richtig an. Letzte Nacht war gut. Wieder wird mir bewusst, wie anders Jan im Vergleich zu Achim ist. Ich mag keine übertriebenen Muskeln bei Männern, trotzdem hat Achims körperliche Präsenz auf mich gewirkt. Jan ist da anders. Er wirkt weicher. Mir fällt kein anderes Wort ein, auch wenn es meine Empfindungen nicht wirklich trifft. Weiblicher? Nein, das wäre komplett am Thema vorbei. Er ist bestimmt nicht weiblich. Er hat weniger Muskeln, ist kleiner und dadurch körperlich weniger präsent. Jan war aufmerksamer als es Achim je war aber mindestens genau so konsequent. Die einzelnen Schläge waren nicht so hart, aber die Menge hat es gemacht und er hatte das perfekte Gespür für die Intensität, die ich gebraucht habe. Aber ich denke schon wieder zu viel. Gestern war alles leicht, flüssig und genau so wie es sein sollte. Oder noch einfacher, einfach nur gut. Da zieht mir Jan die Decke weg. Damit ist die Nacht dann wohl endgültig um.
„Die werden mir noch einige Tage bleiben“, kommentiere ich, als ich meinen Körper im Spiegel sehen.
„War es gestern zu heftig?“
„Nein, ich finde sie wunderschön. Sie werden mich noch einige Zeit an den Abend erinnern“, protestiere ich. Das meine ich auch ernst, aber so einfach ist es dann doch nicht. So wie mein Körper aussieht, kann ich morgen unmöglich zu meinem Massagetermin gehen. So schön gestern war, ich stehe kurz vor dem wichtigsten Wettkampf meiner Karriere. Da heute die Vormittagseinheit und morgen den Masseur ausfallen lassen ist dumm und geht im Grunde gar nicht.
„Ab in die Dusche“, beendet Jan meine Gedanken.
OK, ich bin das Gegenteil von zierlich, aber etwas größer könnte die Dusche in einem Sexhotel dann doch sein. Wir kleben praktisch aneinander. Da beugt sich Jan vor und saugt an meiner Brustwarze. Dann blickt er mir tief in die Augen. „Gestern war gut. Deine Hingabe hat mich umgehauen. Danke für den schönen Abend.“
Zu diesen Worten hat er plötzlich wieder sein überhebliches Grinsen im Gesicht. Seine Hand ist plötzlich zwischen meinen Beinen. Er will zwei Finger in mich drücken. Darf er das? Meine Libido beschließt, dass er es darf. Jedenfalls ist es nicht nur das angenehm warme Wasser aus der Regendusche, dass seine Finger in mich gleiten lassen. Während er mit den zwei Fingern immer wieder in mich stößt, reibt er mit seinem Daumen über meine Perle. Das hat nichts Sanftes. Ist er grob? Nein auch nicht wirklich. Er hat genau die paar Sekunden gewartet, bis ich feucht genug war, um ihn aufzunehmen. Grob wäre anders. Heftig und leidenschaftlich passt besser. Jedenfalls ist es genau so, wie ich es brauche. Seit wann hat Jan einen Steifen? Hart sieht sein Schwanz geil aus. Ich will nach ihm greifen. Ihn durch meine Hand gleiten lassen. In dem Moment saugt Jan meine Brustwarze wieder in den Mund. Nur dieses Mal beißt er hinein. Fest, so fest, dass es weh tut und ich zurückzucke.
„Na, na, na, seit wann darf eine Sub ohne Anweisung den Schwanz ihres Dom anfassen? Du kleines geiles Luder wirst das schön sein lassen und annehmen, was ich dir zum Dank für letzte Nacht gebe. Mein Schwanz gehört aber nicht dazu. Ich werde den ganzen Tag geil bleiben und mir am Abend beim Gedanken an dich und die gestrige Session genüsslich einen Runterholen und morgen gleich noch einmal.“
Wieder will ein kleiner Teil von mir protestieren. Darf er das? Darf mir Jan einfach so seine Finger reinstecken und mir gleichzeitig verbieten, seinen Schwanz anzufassen? Für diese Unverschämtheit sollte ich ihn packen und aus der Dusche werfen, oder ihn gegen die Wand drücken und mir seinen Schwanz einfach nehmen. Der größere Teil von mir, ist aber mehr als einverstanden mit dem was Jan macht. Seine bestimmte, fordernde Art macht mich an. Seine Finger in mir und sein Daumen auf meiner Perle sind zwar heftig, aber genau deswegen genau richtig. Auch wenn ich Jan kaum kenne, vertraue ich ihm. Er wird nichts machen, was ich nicht will. Überhaupte, dass ein attraktiver, dominanter Mann beim Gedanken an mich wichsen muss, ist Balsam für mein Ego. Ja, Jan darf das!
Dann übernimmt meine Erregung. Ich kann nicht mehr denken und nur noch fühlen. Jan darf das nicht nur. Er muss! Noch mehr Anspannung. Das Gefühl ist so schön, dass es kaum auszuhalten ist. Dann fliege ich endlich. Noch während ich wieder zu Atem komme, beißt mir Jan erneut in die Brustwarze.
„So schnell wie du gekommen bist, bist du ein noch geileres Luder, als ich gedacht habe. Damit ist jetzt aber Schluss. Sonst kommen wir nie zum Frühstücken.“
Der kleine Schmerzreiz, bringt mich zurück in diese Welt. Ich glaube, ich muss Jan doch aus der Dusche werfen, besonders weil er schon wieder oder noch immer sein überhebliches Grinsen im Gesicht hat. Ich könnte auch einfach über ihn herfallen und mir seinen Harten reinschieben. Aber nein, er hat schon einen Klecks Duschgel auf der Hand und beginnt mich einzuseifen. Wie macht er das? Er drückt bei mir immer die richtigen Köpfe. Er darf mich waschen. Er darf das und ich darf ihn waschen. Zeit, dass wir aus der Dusche kommen, bevor ich noch Lust auf die nächste Session bekomme.
*****854 Paar
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Dom/sub ist nict meins
Dise Storry ist was besonderes
*****971 Mann
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Jan -Frühstück zu zweit
Im Cafe bestellt Feli Frühstück für eine Großfamilie und schaufelt sich alles genüsslich rein. Da komme ich mir mit meinem Milchkaffee, Croissant und Joghurt schon fast merkwürdig vor. Merkwürdig ist aber, nicht meine Bestellung - sondern dass Feli ein Omelett mit sechs Eiern bestellt hat. Aber eigentlich wundere ich mich nicht einmal darüber. Im Grunde wundere ich mich über mich. Es ist schon vorgekommen, dass ich nach einem gemeinsamen Spiel bei einer Frau geblieben bin und gemeinsam mit ihr in einem Bett geschlafen habe. Dass ich anschließend auch noch mit ihr frühstücke, ist schon sehr lange nicht mehr vorgekommen. Die gemeinsame Zeit so in die Länge ziehen, wollte ich nicht. Es hat für mich nie gepasst. Heute ist das anders. Ich wäre mir wie ein Vollarsch vorgekommen, wenn ich mich gleich nach dem Aufwachen verdrückt hätte. Immerhin hat sie für mich ihren Tagesplan über den Haufen geworfen. Das ist es aber auch nicht. Ich will mit Feli frühstücken. Es fühlt sich gut an. Alles passiert wie von selbst. Feli hat sich von mir in das kleine Cafe führen lassen. Unsere Unterhaltung ist dabei nie abgerissen und auch jetzt fließt alles wie von selbst.
„Ich weiß, dass ich gestern schon zugesagt habe, dich nach Paris zu begleiten, aber wie würde das ablaufen? Wenn ich dich richtig verstanden habe, nimmst du dort an einem Wettbewerb teil.“
„Nicht nur einen Wettbewerb, den größten Wettkampf im Strongman-/Strongwoman-Sport überhaupt. Aber zu deiner Frage. Ich nehme den TGV von Ulm nach Paris. Der ist so gegen halb eins in Paris. Eine Stunde fürs einchecken im Hotel. Du könntest das gleiche Hotel nehmen. Für Begleitpersonen sind Zimmer reserviert. Sei mir nicht böse, ein gemeinsames Zimmer wäre mir zu eng. Dazu ist der Wettkampf zu wichtig für mich und ich hätte Angst, dass du mich zu sehr ablenkst, oder dass ich keinen Kopf für dich hätte. Um 13:45 wollte ich mich mit Janeece und ihrem Mann Julien treffen und gemeinsam mit ihnen in den Louvre gehen. Vielleicht kommen auch noch ein paar andere Leute mit. Das ist aber kein Muss. Ich kann das jederzeit absagen, wenn dir das zu hektisch ist.“
„Nein, Louvre hört sich gut an“, werfe ich ein.
„Eigentlich wäre es üblich, dass wir am Donnerstag schon die Wettkampfstätte besichtigen, aber die haben die Halle so kurz wie möglich gemietet. Der Event ist zum ersten Mal in einer europäischen Großstadt. Das ist für den Veranstalter halt auch ein Risiko. Freitag ist dafür dann um so dichter. Es geht schon um 9:00 los. Interviews und Fototermine am Vormittag. Am Nachmittag dann Athletenbesprechung, Besichtigung der Halle und des Equipments, noch eine weitere Besprechung und es ist 19:00. Den Tag hättest du ganz für dich, aber ich würde mich freuen, wenn du zum gemeinsamen Abendessen um 20:00 stoßen könntest. Nach dem Abendessen noch ein Saunagang und um 22:30 geht es ins Bett. Samstag bin ich dann ab 8:30 am Veranstaltungsgelände. Von 9:00 bis 9:45 ist Aufwärmen, oder besser letztes Vertraut machen mit den Geräten. Die Show beginnt dann um 10:00 mit dem Einzug der Athleten. Um 10:30 beginnt der erste Wettbewerb und dann kommen zwei Disziplinen, dann eine Stunde Pause und noch einmal zwei Disziplinen. Das wird bis 19:00 dauern. Dazwischen immer wieder Medientermine. Am Sonntag dann das gleiche noch einmal, nur dass in Anschluss noch die Siegerehrung kommt. Dann noch einmal Medien- und Sponsorentermine und ab 20:00 ist die Abschlussfeier. Das mit den Medienterminen hört sich wilder an, als es ist. Das sind meistens Influencer und Internetpersönlichkeiten. Das was man sich unter Medien vorstellt, also Presse und Fernsehen ist eher selten.“ Montag gönne ich mir Ruhe und schaue mir noch etwas von Paris an und am Dienstag geht es wieder heim. Du könntest mich am Donnerstag und Montag begleiten, dir am Samstag und Sonntag den Wettkampf anschauen und Freitag hättest du für dich.“
„Hört sich ganz schön durchgetaktet an. Aber warum nicht? Zugesagt habe ich auch schon. Da kann ich keinen Rückzieher mehr machen.“
„Cool, ich freue mich.“
Um es zu besiegeln, ziehe ich mein Handy und reserviere im Zug den Platz direkt neben Feli. Das ist jetzt wirklich Premiere. Ich bin noch mit keiner Spielgefährtin in ein langes Wochenende gefahren. Wobei man von gemeinsam nur eingeschränkt sprechen kann, so durchgetaktet wie das Wochenende von Feli ist. Zeit zum Spielen wird jedenfalls keine sein und wie oft ich Feli an dem Wochenende sehen werde, scheint mir auch offen. Eigentlich fühlt es sich weniger wie ein gemeinsamer Kurzurlaub an – und mehr wie eine kurze Flucht aus dem Alltag. Ein gemeinsames Sex- und Sessionwochenende wird es jedenfalls nicht.
45 Minuten später hat mich der Alltag wieder. Kaum bin ich im Büro, steht auch schon mein Vater vor meinem Schreibtisch.
„Jan, so geht das nicht. Du bist der Junior-Chef. Da ist Disziplin oberstes Gebot. Du kannst nicht einfach ins Büro kommen, wenn und wann es dir passt“, poltert er lost.
„Ach komm Vater, du übertreibst. Außerdem habe ich Janette Bescheid gegeben, dass ich später komme. Hätte ich einen Kundentermin gehabt, wäre ich auch nicht im Büro.“
„Du meinst, nur weil du die Assistentin angerufen hast, wird es besser? Außerdem hast du keinen Kundentermin gehabt und das hat Janette gewusst.“
Es hat keinen Sinn. Ich mag meinen Vater und wir haben ein gutes Verhältnis. Nur was Arbeitszeiten angeht, kommt er aus einem anderen Jahrtausend. Wenn ich mich ins gemachte Nest setzen würde, könnte ich seinen Ärger noch verstehen.
„Ich arbeite jeden Tag mindestens 10 Stunden, mache nie Urlaub. Seit ich im Büro angefangen habe, hat sich der Umsatz verdoppelt und wir haben neue Mitarbeiter eingestellt. Was willst du eigentlich noch?“, halte ich dagegen.
„Zum Beispiel, dass du am Montag pünktlich im Büro erscheinst!“
Da krachen wir richtig aneinander. Ich kann die Vorwürfe von meinem Vater nicht einfach so stehen lassen und der keilt zurück. Wenn wir nicht aufpassen, hört uns das ganze Büro. Das bringt nichts. Ich werfe meinen Vater mehr oder weniger aus dem Büro: „Ich glaube, du gehst jetzt besser. Das würde ich mir von keinem Chef anhören und ich muss es mir auch von dir nicht anhören, nur weil du mein Vater bist.“
Da zuckt mein Vater plötzlich mit den Schultern.
„Schau, ich werde in einem halben Jahr 63. Wir haben noch nicht darüber gesprochen, aber du weißt, dass der Traum von deiner Mutter und mir ist, mit einer Yacht die Häfen im Mittelmeer abzufahren. Die Hüften deiner Mutter werden nicht besser. Sie will sich im Herbst operieren lassen und wenn das mit der künstlichen Hüfte klappt, wollen wir nächstes Frühjahr zu unserer Reise aufbrechen. Was ich sagen will ist, ich will dir nächstes Jahr das Büro übergeben und mich zur Ruhe setzen. Ich freue mich darauf, aber gleichzeitig habe ich Angst. Ich habe das Büro aufgebaut. Es ist seit dreißig Jahren mein Leben. Auch wenn ich weiß, dass ich keinen besseren wie dich finden werde, habe ich trotzdem Befürchtungen, dass du das Büro nicht in meinem Sinne fortführst. Das geht schon bei der Ausrichtung los. Ich habe immer nur Wohnbau gemacht. Baulücken schließen, Kernsanierungen und wegen meiner noch Wohnbau am Stadtrand oder im Umland. Dich interessiert der Gewerbebau. Revitalisierung von alten Industrieflächen ist dein Ding. Ich weiß, dass du das größte Projekt in der Geschichte das Architekturbüros an Land gezogen hast. Mir ist auch klar, dass das höchst lukrativ ist und wir höchstwahrscheinlich sogar in Architekturzeitschriften erwähnt werden. Aber aus der alten Färberei in Planegg den Hauptsitz der Weißmüllerschen Werke machen … offen gesagt, ich sehe die Herausforderung, aber das Thema reizt mich nicht. Gleichzeitig brennst du für das Thema. Aber ich schweife schon wieder ab. Was ich dir sagen kann, ist, loslassen ist verdammt schwer.“
Nach dieser Ansprache zuckt mein Vater noch einmal ist den Schultern und schleicht schon fast aus meinem Büro.
Das war jetzt eine Menge – und ich weiß nicht, ob ich gerade stolz, erschöpft oder einfach nur überfordert bin.
*****971 Mann
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Feli – Zweifel
Noch zwei Wochen bis Paris. Ich könnte Bäume ausreißen. Das Eisen fühlt sich heute leicht an. Schon fast zu leicht. Auf dem Yoke sind 360 Kilo und ich bin damit ohne Pause 2 Bahnen gelaufen. Das ist nicht nur Weltklasse, das ist noch besser! Deadlift gestern ging auch besser als je zuvor. Ich bin in der Form meines Lebens. Mein Körper ist eine Maschine. Beim Wiegen hatte ich heute Morgen 163 Kilo. Masse bewegt Masse. Das Verrückte ist, dass ich immer noch Energie habe. Ich könnte weitermachen. Soll ich? Die Gefahr, dass ich überpace ist da. Gerade jetzt wäre ein Trainer hilfreich. Andererseits, was soll mir der schon sagen? Letztlich spüre nur ich meinen Körper. Die Spiegelwand gegenüber zeigt mir eine Feli, die stark und fokussiert ist und noch Kraft hat. Damit ist die Entscheidung gefallen. Heute geht noch was!
Eine Stunde später sitze ich im Kältebecken. Nicht mein Lieblingsplatz, aber Regeneration ist wichtig. Für einen Moment bin ich einfach nur zufrieden. Es läuft perfekt. Niemand wird mich in Paris schlagen. Beim Überkopfdrücken vielleicht Laima, aber in allen anderen Disziplinen hat sie keine Chance. Wenn ich mich nicht verletze, werde ich gewinnen.
Wenn nur alles so einfach wäre. Ich muss mich besser vermarkten. Social Media gehört heute dazu. Meine Präsenz im Netz sollte eigentlich meine Haupteinnahmequelle sein. Meine Sponsoren wollen Reichweite und Reichweite zieht neue Sponsoren an. Aber ich poste kaum was. Stories, Reels, Videos – alles schon mal gehört, aber ich weiß nicht, wie man sie macht und wo man sie am besten online stellt. Ich kann Gewichte aber kein Marketing.
Ob ich Laura fragen kann? Die hat Laima zur Marke gemacht und schafft es aus einem schlecht gelaufenen Satz Kreuzheben eine halbe Million Views und begeisterte Kommentare zu machen. Ich verziehe das Gesicht. Die Vorstellung, mich ständig selbst zu filmen oder noch schlimmer ständig gefilmt zu werden, liegt mir nicht. Aber ich muss wohl einfach akzeptieren, dass zu meiner Karriere nicht nur Training und Wettkampf gehören, sondern auch Vermarktung und Internet.
Die Zeit im Becken ist gleich um. Als nächstes ist wieder Essen an der Reihe. Da ist er wieder in meinem Kopf: Jan. Passiert in den letzten Tagen öfter als ich will.
Ich bin überrascht, dass ich ihn mit nach Paris eingeladen habe. Noch überraschter, dass er sofort zugesagt hat. Ich rede mir ein, dass es nur darum geht, jemand Vertrautes dabei zu haben. Die anderen haben ja auch Betreuer und Trainer. Dass Jan niemand aus der Kraftsport-Bubble ist – geschenkt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte? Ich will mich zeigen. Ich will Anerkennung. Nicht nur von Fans und Konkurrentinnen. Ich will auch als Frau gesehen werden. Von ihm? Hm … die beiden Treffen waren gut. Nein, gut trifft es nicht. Es war anders. Kein Geplänkel, kein Smalltalk zum Warmwerden – nur ein kurzes Vorgespräch, und wir waren mitten im Spiel. Und doch: das Spiel, die Gespräche anschließend – alles eine verwirrende Mischung aus Spannung und Leichtigkeit, an die ich mich gewöhnen könnte. Von der ich mehr will. Also ja, ich will von Jan als Frau gesehen werden.
Wie werden die anderen auf ihn reagieren? Er kommt nicht aus der Sportwelt, schon gar nicht aus der Kraftsportwelt. Er ist Architekt. Kein Typ, der mit einem Eiweißshake in der Hand posiert oder mit dem mal eben schnell trainieren geht. Vielleicht wirkt er wie ein Fremdkörper. Amy wird es egal sein – deren einziges Kriterium ist, dass zwischen den Beinen ein Schwanz hängt. Laima und Laura? Keine Ahnung, beide sind lesbisch. Vielleicht achten sie gar nicht weiter auf Jan, vielleicht sind sie aber auch superkritisch. Janeece? Offen gesagt, scheue ich ihr Urteil am meisten. Sie ist Weltklasseathletin, und ihr Partner ist ein Weltklasseathlet. Hoffentlich ist sie nicht zu kritisch – ich will sie auch nach dem Ende ihrer Karriere als Freundin behalten.
*****971 Mann
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Jan – Auf dem Weg nach Paris
Ich steige in den TGV und wundere mich über mich selber. Ein Wochenende in Paris mit einer Frau, die ich kaum kenne. Das bin nicht ich. Noch dazu eine Frau, die bei den zwei bisherigen Treffen meine Grenzen so ganz nebenbei im Guten wie im Schlechten getestet hat und mit der ich anschließend frühstücken gegangen wäre, als würde ich das immer machen. Dabei mache ich das nie! Feli ist keine klassische Schönheit, eher im Gegenteil, sie fällt auf. Aber die Stunden mit ihr hatten was. Den Platz neben ihr habe ich spontan reserviert. Es fühlt sich gut an. Auch wenn ich noch nicht sicher bin, worauf ich mich einlasse.
Strongman- oder besser Strongwoman-Wettkämpfe? Bis vor ein paar Wochen habe ich noch nicht einmal gewusst, dass es sie gibt. Die paar Videos, die ich mir im Netz angeschaut habe, wirkten für mich sehr amerikanisch. Muskelberge ziehen LKWs oder werfen Bierfässer. Nicht mein Ding. Mir ist aber auch klar geworden, dass Feli das Potenzial zum zukünftigen Star der Szene hat. Ich weiß nicht recht, wie das ganze live auf mich wirkt. Vielleicht kann ich mich dafür begeistern. Vielleicht aber auch nicht. Und selbst wenn nicht – ich werde das Wochenende trotzdem nutzen. Nicht als Urlaub. Eher als Standortbestimmung. Feli wird in Ulm zusteigen. Gut anderthalb Stunden für mich. Zeit, um in Ruhe nachzudenken.
Auch nach drei Wochen kämpfe ich noch mit der Ansage meines Vaters. Zuerst hat er mir Vorhaltungen gemacht – ich wäre zu spät ins Büro gekommen und wäre ein schlechtes Vorbild – dann hat er zögernd erklärt, dass er Angst hat. Angst, dass ich das Büro nicht so weiterführen werde, wie er. Dass ich andere Häuser bauen werde wie er. Dass ich das Büro in eine Richtung führe, die nicht mehr seine ist. Seine Worte haben mich mehr getroffen, als ich zugeben möchte.
Dabei war für mich immer klar, dass ich in seine Fußstapfen trete. Schon im Grundschulalter habe ich mir Baupläne erklären lassen – auch wenn ich damals noch nichts verstanden habe, haben mich die Pläne fasziniert. Es war nie die Frage, ob ich Architekt werde. Wenn überhaupt war die Frage, welcher Architekt ich werde. Mein Vater hat Wohnbau gemacht – Baulücken, Stadtrand, solide Qualität, zuverlässige Rendite für die Bauherren. Er hat Häuser gebaut, die gebraucht wurden. Die Leute müssen wohnen und er hat dafür gesorgt, dass sie es können. Was er mach ist funktional, effizient, gut kalkuliert – keine Frage und der Erfolg gibt ihm recht.
Ich habe das nie verachtet. Ich bewundere es. Aber es ist nicht meine Baustelle. Mich faszinieren andere Dinge: alte Industrieareale, leerstehende Lagerhallen, backsteinerne Fabrikkomplexe mit Geschichte und Potenzial. Ich will diese Orte neu denken. Neues Leben hineinbringen und gleichzeitig ihre Identität und Schönheit bewahren.
Und ich weiß: Das wird mein Vater nie verstehen. Für ihn ist das alles Unsinn. Spielerei fürs Prestige, aber kein Geschäft.
Und trotzdem erwartet er von mir, dass ich seine Arbeit kopiere und seine Linie weiterführe. Nur ist das eben nicht meine Arbeit. Und ich frage mich, wie lange ich mir noch vormachen will, dass ich beides gleichzeitig haben kann: seine Anerkennung und meine Freiheit.
Ein Dilemma. Eines, das in Paris nicht verschwinden wird. Aber vielleicht wird es klarer. Vielleicht hilft mir etwas Abstand, zu sehen, was ich wirklich will. Vielleicht – und das ist ein Gedanke, den ich noch nicht ganz fassen kann – wird Feli mir dabei sogar helfen. Nicht durch irgendeine große Weisheit. Sondern einfach durch ihr Anderssein, ihre Kraft. Dadurch, dass ich etwas anderes sehe und sie mich aus meinem alltäglichen Trott reißt.
*****971 Mann
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Feli – Endlich unterwegs
Ich stehe unter Strom wie noch nie. Mir läuft das Adrenalin zu den Ohren raus. Am liebsten würde ich sofort in die Halle rennen und mit dem Wettkampf starten. Ich weiß, dass ich in Form bin. Besser als je zuvor. Meine Gefühle sind kaum zu beschreiben: Spannung, Vorfreude – auf den Wettkampf, auf die Halle, auf die Zuschauer, auf meinen Sieg, auf die anderen Mädels. Alles ist gleichzeitig da. Und vielleicht freue ich mich auch auf Jan. Ich tigere den Bahnsteig auf und ab. Der TGV ist schon drei Minuten überfällig.
Ich bin auf Jan gespannt. Ich meine das nicht äußerlich oder auf seine Charakterzüge bezogen. Er wird sich in den letzten Wochen nicht verändert haben. Ich beziehe das auf uns. Seine Zusage hat mich überrascht, dass ich mich darauf freue, ihn wiederzusehen, noch mehr. Jetzt bin ich gespannt, wie das gemeinsame Wochenende wird. Wird er sich auf meine Welt einlassen können oder wird sie ihm fremd bleiben? Wird er mir helfen oder ein Störfaktor sein? Fest steht, er ist der erste Mann seit Achim, mit dem ich Zeit verbringen will. Die beiden Abende in München haben sich gut angefühlt.
Der Zug ist endlich da. Die Tür von Wagen 16 geht direkt vor mir auf. Ich schultere meinen Rucksack und packe meine beiden Koffer. Da bietet mir ein freundlicher Herr um die fünfzig seine Hilfe an. Er weiß offensichtlich nicht, wen er vor sich hat, aber warum nicht? Wenn er sich mit den Koffern abmühen will, bitte. Das Gesicht, das er macht, als ich ihm die Koffer abnehme und ohne Mühe ins Gepäckregal wuchte ist unbezahlbar.
Ein paar Schritte weiter und dann sehe ich ihn, Jan. Als er mich bemerkt, huscht ein Lächeln über sein Gesicht. Nicht dieses überhebliche Grinsen, das mich auf Lichtgeschwindigkeit bringt, sondern ein ehrliches Lächeln. Er freut sich, mich zu sehen.
„Hey“, sage ich.
„Hallo Feli“, sagt er.
Dann umarmen wir uns noch, bevor ich meinen Rucksack in die Ablage über den Sitzen wuchten kann. Die Umarmung ist kurz und nicht zu eng, mehr freundschaftlich als verliebt und genau passend. Das Gefühl von Harmonie ist sofort da. Ich lasse mich in den Sitz fallen. Hups, ich brauche Platz. Überraschung! Da hilft es auch nicht, dass wir im Erste-Klasse-Abteil sitzen. Die Welt ist zu klein für mich. Da muss Jan durch. Einer Sub wäre das wahrscheinlich peinlich. Mir nicht. Ich bin keine Sub. Dass ich im Bett auf Aua stehe, hat nichts mit der Alltags-Feli zu tun. Die ist alles, nur nicht devot. Eher finde ich es merkwürdig, dass Schmerz für mich zum Vorspiel gehört.
„Bereit für Paris?“, reißt mich Jan aus meinen Gedanken.
„Aber sowas von“, lache ich. „Die letzten Wochen bestanden nur aus Training, Essen und Schlafen. Jetzt geht es endlich los. Ich will in die Halle.“
Er nickt, aber ich merke, dass er es nicht nachvollziehen kann. Er hat noch keinen Wettkampf erlebt. Er kann nicht wissen, wie es sich anfühlt, wenn man in der Arena steht: Scheinwerfer, Kameras, jubelnde Fans, Sponsoren, die erwarten, dass du funktionierst, Adrenalin, alles immer genau an der Grenze zwischen maximalem Fokus und Kontrollverlust. Ekstase, wenn alles funktioniert. Es gibt nichts Besseres. Ich überlege kurz, ob ich ihm davon erzählen soll, entscheide mich aber dagegen. Er soll es selbst erleben. Worte können es nicht beschreiben.
„Was hast du im Zug gemacht?“, wechsele ich das Thema.
„Nachgedacht. Überlegt. Etwas Abstand zum Alltag hilft manchmal“, antwortet er kryptisch und schiebt sofort hinterher: „Ich freue mich riesig auf das Wochenende in Paris und ich bin gespannt, was du mir von deiner Welt zeigen wirst.“
„Ich freue mich auch, dass du dabei bist.“
Das war das Startsignal. Wir reden über dies und das. Musik, Essen, Architektur – bei dem Thema leuchten seine Augen –, Paris. Es ist kein tiefgründiges Gespräch, aber ein müheloses Miteinander. Alles ist leicht und selbstverständlich, als würden wir uns schon ewig kennen. Dabei lernen wir uns gerade erst kennen.
Die Zeit verfliegt. Wir sind viel zu schnell in Paris. Jetzt ist erst einmal Organisatorisches angesagt. Hotel, Check-in, Koffer ins Zimmer. Das geht erstaunlich schnell. Der Veranstalter hat ganze Arbeit geleistet. Mein Zimmer ist klein, aber hell, mit Blick in einen Innenhof. Straßenseite wäre mir lieber. Leben und Bewegung, die Energie einer Großstadt, ziehen mich an. Ich muss mich wieder einmal selber bremsen. Ruhe hilft beim Fokussieren. Das pulsierende Leben ist für Jan. Sein Zimmer ist direkt gegenüber.
Kaum habe ich mich umgesehen, bekomme ich eine Nachricht aufs Handy.
Janeece: Treffpunkt Hotelrezeption in 10 Minuten. Louvre-Karten habe ich schon. Edgars und Mantas kommen auch mit. Ich bin gespannt, für wen deine zweite Karte ist.
Sie kann nicht aus ihrer Haut. War klar, dass sie die beiden Küken unter ihre Fittiche nimmt. Umziehen spare ich mir. Jeans, Shirt und Jacke passen. Meine Haare zu einem unordentlichen Dutt zusammengewurstelt und ich bin startklar.
Jan, in 10 Minuten. Passt das? – tippe ich.
Dieses Wochenende folge ich dir überall hin – ausnahmsweise. – kommt zurück.
Ich grinse. Das wird ein gutes Wochenende.
*****971 Mann
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Jan – Wo bin ich da hingekommen?
Kaum im Zimmer, holt mich Feli auch schon wieder ab. Ich habe grade noch Zeit, mein Shirt zu wechseln. An der Rezeption wartet ein Pärchen auf uns, das es sonst nur im Kino gibt. Er sieht aus wie der Russe aus Rocky: riesig, noch ein paar Zentimeter größer als Feli, kurze blonde Haare, eine Nase, die schon mehrfach gebrochen wurde, Blumenkohlohren und ein Körper, der vor Kraft strotzt.
Neben ihm steht eine Afrikanerin mit langen blauen Rastazöpfen, kaum kleiner als Feli, mit mindestens so vielen Muskeln wie der Typ neben ihr. Sie grinst breit, als sie Feli sieht, und zieht sie in eine herzliche Umarmung.
„Hallo, ich bin Janeece“, stellt sie sich selbst vor, „und du?“
Den Akzent habe ich schon mal gehört: USA, Südstaaten.
„Jan“, antworte ich knapp. Da umarmt sie mich. Ihre Energie ist ansteckend, oder schon fast zu viel.
„Und das ist Julien“, stellt Feli den Blonden vor.
„Hi.“ Sein Ton ist fast zurückhaltend, der Händedruck fest.
Da geht die Aufzugtür wieder auf und es wird noch schräger. Ein Mann, kaum kleiner als Julien und trotzdem gedrungen wirkend: Brustkorb wie ein Fass, kurze Arme, wirrer Vollbart noch wirrere Frisur - eine Mischung aus Catweazle und Sam Hawkins, oder doch ein Zwerg aus Herr der Ringe? Dabei ist er ein Stück größer als ich.
„Mantas“, stellt ihn Janeece vor. „Und das ist Jan.“
Dann kommt der Nächste. Ich habe noch nie einen größeren Menschen gesehen: Locker über zwei Meter, Schultern wie ein Schrank, Muskeln ohne Ende, dabei athletisch.
„Edgars“, kommt von Janeece.
Die Fünf begrüßen sich wie alte Bekannte.
„Edgars und Mantas sind unsere Küken. Sie sind erst seit einem Jahr mit dabei“, erklärt mir Feli.
Küken? Für mich sehen sie nicht so aus. Aber stimmt, sie sind beide recht jung.
„Noch einen Shake, dann können wir los. Ich habe schon wieder Hunger“, meint Mantas.
„Gute Idee“, stimmt der Rest zu.
„Nicht für mich“, sagt Julien. Ich stimme ihm sofort zu.
Die Hotelbar scheint vorbereitet zu sein. Im Handumdrehen stehen vier große Pitcher mit dickflüssigem Inhalt auf der Theke.
Drei Schluck und die Krüge sind leer. Ich habe schon mal einen Eiweißshake probiert. War nicht meins. Wie Feli dieses Zeug so schnell runterbekommt, ist mir ein Rätsel. „Mango ist echt lecker“, meint sie nur. Mantas outet sich als Erdbeertyp, und Janeece verkündet lautstark, dass nur Schoko das einzig Wahre wäre.
Das geht die ganze Metrofahrt so weiter. Sie diskutieren und necken sich. Für mich ist nicht immer klar, was ernst ist und was nur Spaß. Eins merke ich aber schnell: Die haben nicht nur Muskeln. Ihr Englisch ist mindestens zwei Stufen über meinem.
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Feli – Im Louvre
Die Metro hält praktisch im Museum. Man steigt aus und kommt noch unterirdisch zu den Kassen. Gut, dass Janeece schon Tickets besorgt hat und wir uns nicht anstellen brauchen. Es ist schnell klar, dass wir uns trennen. Edgars und Mantas wollen die Mona Lisa sehen – klar, wollte ich bei meinem ersten Besuch im Louvre auch – und Janeece und Julien zieht es ebenfalls in die Gemäldesammlung.
Mich nicht, ich will in die Skulpturensammlung. Während der Zugfahrt hat mir Jan verraten, dass das auch sein bevorzugtes Ziel ist.
Gleich im ersten Saal spüre ich die vertraute Faszination. Ich bestaune die weißen Marmorfiguren und kann mich nicht sattsehen. Alle Spannung fällt von mir ab. Das hier ist genau die Ablenkung, die ich gesucht habe.
„Warum die Skulpturensammlung?“, fragt Jan leise, während wir nebeneinander durch den Raum gehen.
„Weil sie so unglaublich beeindruckend sind. Was wir betrachten, war mal ein Marmorblock, vielleicht ein Quader, vielleicht auch nur ein großes Stück Stein. Vor Hunderten von Jahren hat jemand Hammer und Meißel genommen und hat so lange Stück für Stück vom Stein weggeschlagen, bis das hier herausgekommen ist.“ Ich deute auf einen Mann mit einem Dreizack, der auf ein Pferd einsticht. „Oder das hier.“ Ich deute auf einen griechischen Gott, der auf einem Thron aus Menschen sitzt. Kannst du dir vorstellen, wie viel Vorstellungskraft und handwerkliches Geschick nötig sind, um aus einem Stück Marmor etwas so Schönes zu schaffen? Dann sind sie auch noch so unwahrscheinlich realistisch: Proportionen, Gesichtszüge, Muskeln, Adern, alles passt. Und es musste auf Anhieb passen. Wenn bei einem Gemälde etwas nicht stimmt, kann man es übermalen. Der Bildhauer konnte das nicht. Er konnte nicht sagen: ‚Hoppala, der Arm ist zu kurz geworden, den muss ich noch um 10 Zentimeter länger machen‘. Nein, der hat sofort perfekt sein müssen. Die Kombination aus all dem, macht die Skulpturen für mich so besonders.“
Jan schaut mich verwundert an: „Wow, was du gesagt hast, hätte eins zu eins von mir sein können. Ich habe nur eine Ergänzung: Das Alter. Die Statuen hier sind Jahrhunderte, einige sogar mehr als 2.000 Jahre alt. Für mich ist es unglaublich, dass Menschen etwas schaffen können, das so lange Zeit überdauert und für Leute, die in einer ganz anderen Zeit leben, immer noch schön ist.“
„Dein Zusatz hätte auch von mir sein können“, gebe ich zu.
Wir schlendern weiter. Die Skulpturensammlung ist riesig. Die Menschen kommen und gehen. Wir beachten sie kaum. Wir verlieren das Gefühl für Zeit, verlieren uns in den Skulpturen.
Irgendwann werden die Räume leerer. Der große Besucheransturm ist für heute vorbei. Wir setzen uns auf eine Bank, mitten zwischen Statuen. Ich strecke die Beine aus, lehne mich zurück und atme tief ein. Jan sitzt neben mir, Hände locker auf den Knien, und sieht schweigend auf die Figuren. Wir sagen minutenlang nichts, und doch fühlt es sich nicht unangenehm an. Im Gegenteil.
„Weißt du, dass wir erst einen Teil der Sammlung gesehen haben. In einem anderen Trakt sind noch mehr Skulpturen. Dort wären auch Amor und Psyche, das Sinnbild der Liebe“, sagt Jan irgendwann.
„Leider haben wir nicht mehr Zeit“, erwidere ich.
„Ich freue mich auf deinen Wettkampf“, kommt darauf hin von Jan.
Ich zucke innerlich zusammen. Ja, ich wollte mich ablenken. Wollte meinen Kopf frei bekommen. Aber dass der Wettkampf für mich gerade so weit weg ist? Ich nehme es als gutes Zeichen. So kurz vor einem Wettkampf kann ich normalerweise keine Leute um mich herum haben. Sie stören mich nur. Ihre Aufregung färbt auf mich ab und macht mich nur nervös. Mit Jan ist das anders. Er beruhigt mich. Der Nachmittag war entspannend. Überhaupt, die beiden Sessions mit ihm waren zwar anders als ich erwartet habe, aber doch genau richtig. Sex mit ihm war gut und die Zugfahrt kurzweilig. Jan tut mir gut.
Eine Mitarbeiterin kommt auf uns zu und weist uns freundlich darauf hin, dass die Besuchszeit für heute zu Ende ist. Es ist tatsächlich schon sechs.
*****971 Mann
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Jan – Nach dem Louvre
Wir treffen die anderen vor dem Louvre wieder. Alle sehen zufrieden aus, auch wenn Edgars und Mantas sich mehr von der Mona Lisa erwartet hatten – dafür schwärmen sie von den anderen Bildern. Hätte ich ihnen auch vorher sagen können. Janeece übernimmt schnell wieder das Kommando:
„Was haltet ihr davon, wenn wir Essen gehen?“
Die anderen sind sofort dabei. Janeece hat auch schon ihr Handy gezückt und schaut, was es in der Umgebung gibt. Wir landen in einem Bistro nur ein paar Straßen weiter. Typisch Paris: kleine Tische direkt am Gehsteig, Blick auf einen kleinen Park, gut besucht und größer als es auf den ersten Blick scheint. Das Personal fällt auf. Es sieht aus, als würde es direkt von einer Modelagentur kommen: alle groß und schlank, mit auffällig perfekten Frisuren, die Männer in dunklem Anzug und weißem Hemd, die Frauen in schwarzen Etuikleidern. Das gibt es so in München nicht.
Die Bedienung, die uns die Karte bringt, lächelt und ist sofort im Flirtmodus. Allerdings nicht meinetwegen. Ihr Blick bleibt an den anderen Männern hängen. Verständlich. Ich halte mich zwar für attraktiv, aber neben den Muskelbergen am Tisch bin ich so auffällig wie ein Statist in einem Superheldenfilm.
Bestellt werden Berge. Fünfmal das 500-Gramm-Steak und einmal das mit 200 Gramm für mich. Bei den Beilagen bilde ich mit Julien die Pommes-Fraktion. Der Rest wählt Folienkartoffeln – natürlich zwei.
Die Stimmung ist ausgelassen. Mantas und Edgars albern in einer slawisch klingenden Sprache rum, wie die zwei Klassenclowns. Janeece runzelt die Stirn: „Es ist unfair, wenn ihr russisch redet. Da können wir nicht mitreden.“
Das wirkt. Naja, nicht wirklich. Die beiden wechseln in eine wilde Mischung aus drei Viertel Englisch, einem Viertel Russisch und garnieren das Ganze mit eingestreuten Wörtern aus weiteren Sprachen. Jetzt verstehe ich wenigstens den Großteil. Feli lacht Tränen über den Blödsinn von Mantas und Edgars. So unbeschwert habe ich sie noch nie gesehen.
Nebenbei verschwinden Fleisch und Kartoffeln in einem Tempo, das ich nicht begreifen kann. Dass sich die beiden Riesenbabys das Essen nur so reinschaufeln – OK. Aber auch Feli und Janeece verdrücken ein Riesensteak, zwei Folienkartoffeln und noch eine weitere Beilage. Feli Paprikagemüse und Janeece Champignons. Mir würde das zwei Tage reichen.
Mein Bauchgefühl? Die Truppe ist OK. Aber sie ist auch sehr extrem. Um mich herum sitzen ein paar der körperlich stärksten Menschen der Welt. Der Normalste ist der zurückhaltende Julien. Der ist echt sympathisch und gehört zu den Leuten, mit denen ich sofort ein Bier trinken würde.
Jetzt fangen sie auch noch an von Weltrekorden zu reden, so als wäre so ein Weltrekord das Selbstverständlichste der Welt.
„Beim Log steige ich bei 112 Kilo ein“, tönt Janeece, „wer mich schlagen will muss schon Weltrekord drücken.“
„112 Kilo ist mein letzter Aufwärmsatz. Mit so einem lächerlichen Gewicht gehe ich nicht auf die Bühne“, hält Feli dagegen. „Wenn du auch nur in die Nähe des Weltrekords kommst, lasse ich Mantas meinen letzten Versuch machen – beides wird nicht passieren.“
Mantas lacht: „Typisch, Frauen wollen nur meinen Körper.“
Alle lachen. Ist das alles Aufschneiderei – wie man in Bayern sagt – oder ernst gemeint? Ich weiß es nicht. Ob sich Feli bei den G6 auch so fühlen würde. Grundsätzlich gut aufgenommen, aber doch nicht dazugehörend?
Dann wendet sich Mantas an Julien:
„Sag mal Julien, beendest du deine Karriere tatsächlich nach deinem nächsten Kampf?“
Julien nickt. „Ja. Es wird mein dreiundvierzigster Sieg. Ich werde nächsten Monat vierzig. Da soll man sein Glück nicht herausfordern. Jede Serie kann reißen. Ich will ungeschlagen abtreten. Außerdem werde ich in einem halben Jahr Vater. Das wird die größte Herausforderung meines Lebens. Da haben Kämpfe keinen Platz mehr.“
Alle nicken. Wer bitte ist Julien?
Unter dem Tisch tippe ich seinen Namen ins Handy, Julien Mulot. Laut Internet eine lebende Legende: mehrere schwarze Gürtel, über vierzig Profikämpfe – alle gewonnen. Jetzt sitzt er mir gegenüber, höflich, fast schüchtern, als wäre er der stille Nachbar von nebenan. Das passt überhaupt nicht zusammen.
Mantas überlegt: „Könnt ihr euch vorstellen, dass wir eine Social-Media-Sache gemeinsam machen? Ich besuche euch, wir trainieren zusammen, du zeigst mir ein paar Kampfsportsachen. Vielleicht reden wir über euer Kind?“
Julien lächelt kurz, aber bevor er antworten kann, entscheidet Janeece für ihn: „Hört sich klasse an. Ich habe mir sowieso überlegt, etwas Richtung Wiedereinstieg ins Training nach der Geburt zu machen. Das könnte passen.“
Dann bringt sich Feli ins Gespräch ein. Sie will wissen, wie man Social Media macht, welcher zeitliche Aufwand dahintersteckt und wie viel Geld man damit realistisch verdienen kann. Bei aller Lockerheit, das hier ist auch ein Geschäftsessen.
Die Bedienung kommt wieder und räumt die Teller ab. Da meint Edgars: „Ist das da in der Vitrine Himbeertorte? Kannst du uns die ganze Torte bringen?“
Sie stockt, schaut kurz verwundert, meint dann aber: „Klar, möchtet ihr auch noch Kaffee?“
„Für mich nicht. Dann kann ich nicht mehr schlafen“, kommt trocken von Mantas.
Bei dem Kerl weiß ich nie, was ein Witz und was ernst gemeint ist.
Wenig später steht die Torte auf dem Tisch. Mantas nutzt die Gelegenheit und spricht die Bedienung in perfektem Französisch an. Was kann der Kerl eigentlich nicht? Mit meinem Schulfranzösisch verstehe ich gerade mal die Hälfte. Ich glaube er flirtet mit ihr und will sie mit Edgars verkuppeln.
Als Edgars seinen Namen hört und nachfragt, worüber sie reden, lügt Mantas, ohne mit der Wimper zu zucken: „Ich habe Leá gefragt, was sie von meinem Image als Hinterwäldler hält und ob ich als Intellektueller glaubwürdig wäre.“
Sie lacht: „Den Intellektuellen müsstest du nicht spielen.“
Dann fügt Janeece trocken hinzu: „Mantas hat Leá nicht nur nach ihren Namen gefragt. Sie kommt mit nach Bercy und ihre Freundin Camille möchte dich kennenlernen.“
Leá, deutet auf eine Kollegin hinter der Theke, eine exotische Schönheit, die sofort zu strahlen beginnt, als Edgars sie ansieht. Der läuft knallrot an und ist so verlegen wie ein Schuljunge.
„Dann wäre das klar“, entscheidet Janeece, „und jetzt essen wir die Torte.“
Klar, dass auch die in Rekordtempo verschwindet. Sind bestimmt nur 10.000 Kalorien pro Kopf. Mir hat mein Ministückchen gereicht.
*****971 Mann
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Feli – Vanilla?
Wir sind wieder zurück im Hotel. Inzwischen ist es halb Zehn. Erstaunlich wie die Zeit verflogen ist. Dass wir Mantas und Edgars beinahe nicht von den beiden Frauen weggebracht hätten, ist nicht der Grund. Der Louvre, das gemeinsame Essen, die Sprüche der beiden Küken, Janeece und Julien und vor allem die Zeit mit Jan, alles war leicht und entspannt.
Die erste Anlaufstelle ist die Hotelbar. Ein Shake muss noch sein. Sich täglich 10.000 Kalorien reinzustopfen hat nicht viel mit Lebensfreude zu tun, dafür aber einiges mit Arbeit und Disziplin. Steak und Torte waren lecker, aber zusammen waren das keine 4.000 Kalorien. Damit fehlen mir heute noch gut 1.000. Jan schaut mich nur verwundert an, als ich beim Barkeeper einen Shake mit 180 Gramm Weightgain und einem Liter Magermilch bestelle – natürlich Mango. Janeece nimmt das gleiche, nur mit Schokogeschmack.
Mantas und Edgars reden über Leá und Camille. Die beiden haben echt Eindruck hinterlassen. Julien steht neben Janeece und hat seinen Arm um ihre Hüften gelegt. Nur Jan steht einfach so neben mir. Schade, dass sein Arm nicht auf meiner Hüfte liegt. Moment mal, ich kann es nicht einmal haben, wenn mich meine Eltern zu einem Wettkampf begleiten, und gerade bedauere ich, dass mich Jan nicht berührt? Aber ja, eine Berührung wäre schön, signalisiert mein Bauch. Ob ich ihn berühren kann? Nein, geht nicht. Ich weiß nicht, wie er dazu steht und überhaupt ist er der sexuell Dominante. Ihn einfach so betatschen, wäre ein Übergriff. Trotzdem schade. Warum muss alles, was mit Beziehungen zu tun hat nur so kompliziert sein?
Mantas, Edgars und Janeece teilen sich zu ihrem Shake noch ein Kilo Erdnüsse. Der Barkeeper hat die Schälchen gar nicht erst wieder aufgefüllt, sondern ihnen gleich die Packung hingestellt. „Ich muss schließlich für zwei essen“, zuckt Janeece mit den Schultern. Unsere Küken brauchen keine Ausrede, für die zählen nur Kalorien. Dann ist es Zeit, um aufs Zimmer zu gehen.
Wir passen nicht alle in den winzigen Aufzug und lassen daher die anderen zuerst fahren. Jetzt sind nur Jan und ich in dem Ding – nur wenige Zentimeter getrennt. Er sieht entspannt aus, aber schweigt vor sich hin. Warum? Kann ich den ersten Schritt machen? Das ist doch Sache der Männer! Die wollen doch immer? Der Aufzug hält. Es sind nur wenige Schritte bis zu unseren Zimmertüren. Soll ich?
„Jan?“ Seit wann ist meine Stimme piepsig?
„Hm?“
„War das ein guter Tag?“
„Ja.“ Noch kürzer und unverbindlicher geht es wohl nicht.
„Warum bist du dann so distanziert?“, muss ich wissen.
„Wieso distanziert?“
„Naja, du hast mich den ganzen Tag über kaum berührt.“ Ich laufe rot an. Geht es noch peinlicher?
„Und?“
Plötzlich ist wieder dieses Grinsen in seinem Gesicht. Das treibt mich zum Äußersten.
„Du bist der Mann und noch dazu ein dominanter Sadist! Muss ich da nicht davon ausgehen, dass du kein Interesse an mir hast, wenn du so distanziert bist?“
Sein Grinsen wird noch überheblicher: „Ich dachte, du willst dich auf den Wettkampf konzentrieren.“
„Es wäre trotzdem schön, wenn du mit in mein Zimmer kommen würdest.“ Wie verzweifelt muss man sein, um einen Mann so anzubetteln?
Ich schiebe hinterher: „Keine Session, kein Spanking, keine blauen Flecken – ich muss übermorgen topfit sein. Einfach nur Berührungen und Zärtlichkeit – Wenn dir das nicht zu langweilig ist.“
„Berührungen und Zärtlichkeit? Kriege ich hin“, sagt er, ohne zu zögern.
Perfekt, oder auch nicht. Während ich meine Zimmertür öffne, geht mein Gedankenkarussell los. Jan ist erst der vierte Mann, mit dem ich Sex hatte. Wobei zwei eigentlich nicht einmal zählen. Mit siebzehn hatte ich mein erstes Mal. Wir feierten das Ende unserer Schulzeit. Thomas war in einer Parallelklasse. Er war süß, aber es war eine einmalige Sache. Es war OK, aber rückblickend fällt mir eher interessant als schön dazu ein. Mit Achim hatte ich jede Menge Sex, aber der war immer im SM-Kontext. Allein durch den Altersunterschied waren wir nie wirklich auf Augenhöhe. Nach Achim hatte ich dann noch einen One-Night-Stand. Das war ganz Vanilla und genau deswegen hat mir etwas gefehlt und ich hatte keine Lust auf eine Wiederholung. Sex mit Jan war bisher auch immer im SM-Kontext. Was ist, wenn mir Vanilla-Sex nichts gibt und mir heute wieder etwas fehlt. Eine Session geht aber wirklich nicht. Ich werde nichts tun, was meine Perfomance beim Wettkampf beeinträchtigen könnte.
Da zieht Jan meinen Kopf zu sich herunter und küsst mich. Seine Zunge drängt zwischen meine Lippen und in dem Moment sind alle meine Gedanken vergessen. Er streift mir die Jacke von den Schultern und will mir das Shirt ausziehen. Schade, dass er so klein ist. 15 Zentimeter mehr und es würde leichter gehen. Aber ich habe selbst keine Geduld und beuge mich etwas vor, während ich die Arme nach oben strecke. So schafft er es dann doch. Jetzt bin ich an der Reihe. Ich reiße ihm sein Polo fast vom Körper und öffne im nächsten Moment seine Hose.
Eine Hose elegant ausziehen geht nicht. Es wirkt immer unbeholfen. Egal. Wir schauen und an und grinsen dann beide. In kürzester Zeit sind wir nackt und liegen im Bett. Ich könnte mich auf Jan stürzen so eilig habe ich es. Aber nach dem Erlebnis in München traue ich mich nicht. Ich will ihn kein zweites Mal überfallen. Ich werde ihm die Initiative überlassen. Gespannt liege ich ihm zugewandt auf dem Bett. Er lässt mich nicht warten und nimmt meinen Kopf mit beiden Händen, während er mich erneut küsst. Mein Bein schlingt sich von selbst um seine Hüften und zieht sein Becken ganz nah an meins.
„Scheint, als hätte es jemand eilig“, neckt er mich und drückt mich gleichzeitig aufs Bett. Was soll das? Er löst sich von mir. Das will ich nicht! Im nächsten Moment beißt er mir in die Brustwarze. So ein Schuft! Dann saugt er sanft an ihr und küsst sich langsam über mein Brustbein und meinen Bauch vor bis zwischen meine Beine. In mir kribbelt alles. Jan hat genau die richtige Mischung aus Saugen und Lecken. Ich weiß nicht mehr, ob ich seinen Kopf von meiner Perle wegziehen soll, weil es zu viel ist oder seinen Mund auf meine Perle drücken soll, weil ich unbedingt noch mehr brauche. Dann reißt mich ein Orgasmus mit. Jan gibt mir einen Moment, um wieder in diese Welt zurückzukommen. Aber kaum bin ich wieder zu Atem gekommen, ist es auch mit seiner Selbstbeherrschung vorbei. Hektisch zieht er sich ein Kondom über. Schön, dass er daran denkt. Dann fickt er mich leidenschaftlich, ganz klassisch in der Missionarsstellung. Später gibt es eine zweite Runde. Ich reite ihn. Kein einziger negativer Gedanke schleicht sich dabei in meinen Kopf. Es ist einfach nur schön, Jan Lust zu bereiten. Seine Erregung mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu wissen, dass ich der Grund dafür bin, turnt mich an ohne Ende. Ganz so selbstlos bin ich dann aber doch nicht. Ich hole mir noch einen Orgasmus.
Zwischen den beiden Runden haben wir uns im Arm gehalten. Wir haben nicht einmal besonders viel gesprochen. Das war auch nicht notwendig. Streicheln, küssen, den anderen spüren, war genug. Auch jetzt ist meine Lust auf Jan noch nicht weg. Ich möchte ihn spüren und jeden Zentimeter seiner Haut erkunden, aber es ist schon nach eins. Wo ist die Zeit nur hingekommen?
„Ich könnte die ganze Nacht weitermachen, aber ich muss dringend schlafen“, kommt halb bedauernd und halb entschuldigend über meine Lippen.
„Macht nichts, Feli. Darf ich die Nacht über bei dir bleiben?“
„Du musst!“
Ich lege mich auf Jans Schulter und kuschele mich ganz eng an ihn. Mit ihm ist alles so leicht und einfach. Ein kleiner Teil von mir sehnt sich immer noch nach der Peitsche, aber das können wir nachholen. Heute war es gut, so wie es war.
********lara Frau
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Danke für diese Geschichte, erzählt aus Frauen- und aus Männersicht, wobei hier die Grenzen zwischen Mann und Frau genauso verschwimmen wie die zwischen aktiv und passiv.
Ich kann Felis Gedanken sehr gut nachvollziehen, aber auch Jans.
Selten gibt es hier Texte, die mich so lange halten.
*****971 Mann
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Jan – Zukunft?
Nach einer eigentlich viel zu kurzen Nacht läutet der Wecker. Felis Kopf liegt auf meiner Schulter, unsere Beine sind ineinander verknotet. Ich habe eine gewaltige Morgenlatte. Felis Hand liegt auch noch auf meinem Bauch, nur wenige Zentimeter entfernt. Kaum zu glauben, dass wir so schlafen konnten – aber ich fühle mich frisch und erholt, geradezu aufgedreht. Dass Feli neben oder besser halb auf mir liegt, hat was. Nein, es fühlt sich gut an.
„Schon so spät! Und ich hätte schon wieder Lust“, schnurrt Feli mit Schlafzimmerblick. „Ich muss duschen, sonst schaffe ich die Termine heute nicht.“
Sie springt auf.
„Besser, ich gehe rüber in mein Zimmer. Wenn ich jetzt mit dir ins Bad gehe, kann ich meine Finger bestimmt nicht von dir lassen“, bestimme ich.
„Schade, aber du hast recht. Treffen wir uns in einer halben Stunde beim Frühstück?“
Wenig später stehe ich unter der Dusche und genieße das warme Wasser, das über meinen Körper rieselt. Ich hole mir als Erstes einen runter – sonst wird das heute nichts. Irgendwie muss die Erregung aus mir raus, dabei hatte ich erst vor ein paar Stunden zweimal Sex mit Feli.
Ich kann es nicht greifen, aber alles fühlt sich ungewohnt an – auf eine gute Art. Das gemeinsame Wochenende ist eine gute Idee.
Die vereinbarte halbe Stunde später klopfe ich an Felis Tür, und wir gehen gemeinsam zum Frühstücksraum. Die anderen Athleten sind alle schon dort. Feli begrüßt jeden Einzelnen. Mein Eindruck? Lauter Mutanten.
Janeece habe ich gestern schon kennengelernt. Dann stellt mir Feli eine Mischung aus Barbie und She-Ra vor: Amy – lange blonde Haare, deutlich kleiner als Feli, aber immer noch größer als ich, ganz in Pink. Dann ein lesbisches Pärchen: Laura, zierlich und bildhübsch, und Laima, eine riesige, dicke Butch. Feli begrüßt sie mit den Worten: „Du hast tatsächlich abgenommen? Wird dir nichts helfen. Ich gewinne trotzdem.“ Wenn sie abgenommen hat – wie hat die Frau dann vorher ausgesehen?
Zu den anderen vier Frauen meint Feli, dass sie sie kaum kenne, aber sie sowieso nur da wären, um das Feld aufzufüllen. Im Gegensatz zu den Männern sei die Leistungsdichte bei den Frauen noch nicht besonders groß.
Die Männer gibt es nur in zwei Ausführungen: Vier sind ältere Kopien von Edgars – über zwei Meter, breite Schultern, jede Menge Muskeln, aber trotzdem noch irgendwie athletisch. Und zwei sind ältere Kopien von Mantas – zwischen eins neunzig und zwei Meter, Körper wie ein Fass, Unterarme dicker als meine Oberschenkel.
Noch etwas fällt mir auf: Die männlichen Athleten haben richtige Teams dabei. Um jeden scharen sich drei oder vier weitere Leute. Bei den Frauen sind es nur eine oder höchstens zwei Personen – oder sie sind wie Feli allein. Mich kann man nicht zählen.
Über die riesigen Portionen, die auf den Tellern landen, wundere ich mich schon nicht mehr.
Dann ist es Zeit zum Aufbruch. Feli und der Rest des Trosses machen sich auf zur Wettkampfstätte, und ich fahre mit der Metro ins Zentrum. Ich will zum Eiffelturm. Ich weiß, eine Touristenfalle – aber der Blick von der Aussichtsplattform über Paris lohnt.
Haussmann, der Architekt, der im 19. Jahrhundert das heutige Paris geschaffen hat, hat ganze Arbeit geleistet. Nachdem ich mich sattgesehen habe, wechsle ich das Seine-Ufer und setze mich auf eine der Bänke im Jardins du Trocadéro.
Das alles hier ist nicht so alt, wie es aussieht. Den Eiffelturm hat man in den 1880er-Jahren für eine Weltausstellung gebaut. Damals empfand man ihn als so hässlich, dass man ihn nach der Ausstellung wieder abreißen wollte. Gut, dass man es nicht gemacht hat. Der Palais de Chaillot ist noch jünger. Man hat ihn in den 1930er-Jahren für eine andere Weltausstellung gebaut – bewusst mit einem Freiraum zwischen den beiden Flügeln, damit die Blickachse auf den Eiffelturm nicht gestört wird.
Das kann Architektur leisten! Alles um mich herum ist gelungen und architektonisch durchdacht. Ich lasse meine Seele baumeln und beobachte die Menschen, die an mir vorbeiziehen.
Dann wandern meine Gedanken zurück nach München. Ich sehe, was mein Vater geleistet hat. Wohnbau – Reihenhäuser, Wohnblöcke – nicht Duzende, sondern Hunderte. Praktisch, solide, berechenbar. Ich will das nicht kleinreden. Es hat meine Eltern ernährt, das Büro groß gemacht und bringt gutes Geld. Nur es ist nicht meine Leidenschaft.
Die alte Färberei in Planegg ist etwas ganz anderes. Ich brenne für das Projekt. Das Gebäude hat Charakter und Geschichte. Außerdem ist die Substanz mehr als in Ordnung. Daraus kann man was machen! Genau diese Transformation und Revitalisierung ist es, die mich reizt. Ja, es gibt Stolperfallen. Klar, jeder Bau ist ein Projekt, aber bei Revitalisierung sprechen wir wirklich von Projektgeschäft. Die Aufträge kommen unregelmäßiger. Jedes Projekt hat das Potenzial zu scheitern, weil die Kosten aus dem Ruder laufen, der Denkmalschutz nicht mitspielt, die Substanz schlechter als gedacht ist oder der Bauherr schlicht die Lust am Projekt verliert. Selbst wenn man nichts dafür kann – der Name ist trotzdem ruiniert.
Grübelnd stehe ich auf und spaziere das Ufer der Seine entlang. Irgendwann kaufe ich mir einen Kaffee in einem der unzähligen Cafés. Zeit habe ich mehr als genug. Ich treffe mich erst um 19:00 Uhr wieder mit Feli. Ich denke kurz an sie. Ich hoffe, ihr Tag läuft gut. Dann gehe ich weiter.
Als ich am späten Nachmittag wieder am Hotel ankomme, bin ich immer noch nicht weiter. Ich bin mir sicher, dass ich gerne Architekt bin. Ein anderer Beruf ist für mich nie in Frage gekommen. Ich bin mir auch sicher, dass ich selbständig sein will. Als angestellter Architekt in einem Büro zu arbeiten, kommt für mich nicht in Frage. Außerdem war es für mich immer klar, dass ich das Büro meines Vaters mal übernehme. Nur meine Interessen und Schwerpunkte liegen nicht beim Kerngeschäft meines Vaters. Ich will einem alten Objekt neues Leben einhauchen. Dabei geht es um Ideen und Kreativität. Jedes Projekt ist einzigartig und am Ende muss etwas stehen, dass für den Nutzer funktioniert. Mein Vater will die tausendste Wiederholung des immer Gleichen und dabei das schon bis ins kleinste Detail Optimierte noch weiter optimieren. Dafür fehlt mir der Perfektionismus. So gesehen, kann ich die Bedenken meines Vaters nachvollziehen. Als Chef würde ich das Büro ziemlich sicher nicht in seinem Sinn fortführen. Nur wo ist die Lösung? So drehe ich mich seit Stunden im Kreis. Das Problem ist analysiert, aber ich bin nicht in der Lage auch nur eine Idee für eine Lösung zu entwickeln.
Ich beschließe das Grübeln fürs erste sein zu lassen und mich auf den Abend mit Feli zu konzentrieren. Das Wochenende ist noch lang. Mir wird schon noch was einfallen.
*****971 Mann
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Feli – Wieder im Hotel
Der Tag war lang, aber gut. Ich bin zurück im Hotel. In einer halben Stunde treffe ich mich mit Jan, dann ist Abendessen angesagt. Gerade noch genügend Zeit, um zu duschen. Genau in dem Moment, in dem ich aus dem Shuttle-Bus steige, kommt Jan aus der anderen Richtung ums Eck.
„Wenn das kein Omen ist. Lass dich vor dem Essen noch vernaschen“, neckt Amy, als sie Jan sieht.
Ihre direkte Art finde ich peinlich, aber warum eigentlich nicht. Ob ich ihn auffordern kann? Der Gedanke hat mich doch schon einmal umgetrieben. Naja, es ist nun einmal so, dass ich sexuell devot bin und es mag, wenn der Mann die Initiative ergreift. Ich finde, dass selber Sex einzufordern nicht zur devoten Rolle passt. Das Leben ist manchmal kompliziert.
Als Jan mich sieht winkt er mir und kommt zu uns. Wir verabschieden uns schnell von den andern und gehen zu unseren Zimmern. Jan wirkt heute nachdenklicher als sonst. Dann stehen wir wieder vor unseren Zimmern. Das hatten wir doch gestern schon. Muss ich ihn wieder einladen. Da meint Jan:
„Möchtest du ein paar Minuten allein sein, oder soll ich dir den Rücken einseifen? Duschen solltest du aber auf jeden Fall vor dem Essen.“
„Rieche ich nach Schweiß? Peinlich! Naja, wir haben die Implements – das sind die Gewichte, die wir morgen bewegen – nicht nur angeschaut. Keine Sorge, Duschen steht ganz oben auf der Liste der Dinge, die ich jetzt tun werde. Und ja, ich würde mich freuen, wenn du mitkommst.“
Geht doch. Wenig später stehen wir im Bad. Dass ich unter die Dusche muss, ist klar und dass mich Jan begleiten wird, wohl auch. Trotzdem entsteht ein Moment der Unsicherheit. Wir stehen uns beide gegenüber und wissen nicht recht, was wir tun sollen. Da lacht Jan: „Es ist schon schräg. Ich habe dich schon dominiert, dich schon gespankt und schon Sex mit dir gehabt und jetzt traue ich mich nicht recht, dich anzufassen.“
„Und wenn ich nichts dagegen hätte?“
Damit ist das Eis gebrochen. Wir lösen uns aus unserer Starre. Jan zieht meinen Kopf zu sich runter und küsst mich. Zuerst sanft, aber er wird schnell fordernder. Er zieht mir mein Shirt und meinen Sport-BH vom Körper. Wieder einmal empfinde ich den Größenunterschied als störend. Schade, dass Jan nicht größer ist, aber Frau kann eben nicht alles haben. Dann greift er in den Bund meiner Hose und knetet meine Pobacken.
„Du hast einen wahnsinnig geilen Hintern. Am liebsten würde ich dich übers Knie legen, und spanken, bis er feuerrot ist.“
„Das könnte mir gefallen, geht aber heute nicht.“ Wie schafft es Jan immer genau das Richtig zu sagen? Er darf mich jederzeit übers Knie legen, nur heute geht halt wirklich nicht. Irgendwie schaffen wir es unter die Dusche. Jan hat immer noch oder schon wieder sein überhebliches Grinsen im Gesicht. Wie mich das provoziert. Am liebsten würde ich ihn übers Knie legen. Er zwickt mich in die linke Brustwarze.
„Was geht schon wieder in deinem Kopf vor. Ich sehe richtig, wie du denkst. Dabei bin ich geil.“
Zu diesen Worten, drückt er mit den Händen auf meine Schultern. Eigentlich lächerlich – da kann er lange drücken. Vielleicht lassen sich andere Frauen von der Geste beeindrucken. Ob ich ihm mal die Schultern nach unten drücken soll? Sein arrogantes Grinsen würde bestimmt sofort verschwinden. Andererseits ist Jans Schwanz tatsächlich hart. Warum eigentlich nicht?
Ich gehe vor ihm auf die Knie und weiß sofort, dass ich dem richtigen Impuls gefolgt bin. Ich muss zu Jan aufschauen – das gefällt mir. Und sein Steifer ist direkt vor mir. So ein Penis ist nicht wirklich schön, aber unwahrscheinlich männlich. So steif hat er etwas unwiderstehliches. Ich kann nicht anders. Ich greife mit der einen Hand nach seinem Schwanz und mit der anderen fasse ich an seine Eier, während ich seine Eichel in den Mund sauge. Wie die samtig weiche Haut über die harten Schwellkörper gleitet, hat was und als Kontrast dazu die fleischige Eichel in meinem Mund. Deep Throat ist nicht meines. Das habe ich mit Achim einmal ausprobiert und ihn vollgekotzt. Einmal und nie wieder! Nur die Eichel und noch ein zwei Zentimeter vom Schaft ist aber etwas ganz anderes. Daran zu saugen oder sie mit der Zunge zu erkunden, macht mich an. Der Blick von unten in Jans Gesicht und zu beobachten, wie es sich vor Lust immer mehr verzieht, macht mich gleich noch mehr an. Der Gedanke gehört sich für eine Sub eigentlich nicht, aber dass ich es bin, der Jan diese Lust bereitet, gibt mir ein Gefühl von Macht und Weiblichkeit. Ich wichse ihn noch etwas heftiger und sauge gleichzeitig noch etwas stärker. Sein Stöhnen lässt alles in mir kribbeln. Da stöhnt er: „Vorsicht, ich komme gleich. Du musst nicht schlucken.“
Müssen nicht, aber wollen! Da versteift sich auch schon sein Körper und im nächsten Moment ist mein Mund voll von seinem Sperma – fischig, salzig und richtig geil. Schade, dass er nicht mehr davon hat. Ich schlucke es. Da fühle ich auch schon, wie sein Penis wieder weich wird. Schade, aber wenn es anders wäre, würden wir nur noch ficken und nichts anderes mehr tun. Dass ich rein körperlich nicht befriedigt worden bin, ist auch OK. Jans Erregung mitzuerleben, war die Sache wert und meine Vagina wird sich wieder beruhigen.
Da habe ich die Rechnung ohne Jan gemacht. Er setzt sich neben mich und schiebt mir zwei Finger in die Vagina. Mit dem Daumen rubbelt er im nächsten Moment über meine Perle. Das ist heftig, schon fast zu viel, genau an der Grenze, wo aus Lust Schmerz wird. Romantisch ist anders, aber meine Lust katapultiert es ins Universum. Ich komme in kürzester Zeit. Das war einfach nur gut.
Während ich wieder zu Atem komme, drückt Jan einen ordentlichen Klecks Duschgel aus dem Spender und beginnt damit mir die Haare zu waschen. Die Geste ist so liebevoll, dass sie für mich nicht zum Bild des sadistischen Dom passt, aber sie gefällt mir.
„Wie war dein Tag?“, will er wissen.
„Ich würde sagen, er ist erstaunlich glatt gelaufen. Bei der Athletenbesprechung gab es keine Überraschungen. Die Disziplinen waren ja schon vorab bekannt und das was angesprochen wurde, ist im Grunde Standard. Die Interviews und Fotoshootings waren so nervig, wie erwartet, aber auch nicht schlimmer. Es sind halt immer die gleichen Fragen und die gleichen Fotos. Lästig, aber es gehört dazu“, erzähle ich. „Allerdings war der Zeitplan für den Aufbau echt mutig. Die Halle war bis zum Nachmittag eine Baustelle. Die sind erst auf den allerletzten Drücker fertig geworden. Dafür sieht jetzt alles klasse aus. Die Arena ist riesig und der Zuschauerbereich doppelt so groß, wie alles was ich bisher erlebt habe. Wenn es morgen nur halbwegs voll wird, wird das gigantisch. Ich freue mich riesig. Das Konzept der Veranstaltung - in jeder Disziplin treten zuerst die Frauen an und anschließend die Männer und dann geht es zur nächsten Disziplin ist ein Geschenk für den Strongwomansport. Sonst stehen die Frauen beim Kraftsport immer im Abseits. Dieses Wochenende stehen wir auf der gleichen Bühne. Mehr Aufmerksamkeit für uns kann es nicht geben.“
Vor Begeisterung quellen die Worte nur so aus mir. Während meiner kleinen Rede, hat mir Jan nicht nur die Haare gewaschen, sondern auch meinen Körper eingeseift. Das könnte ich mir glatt gefallen lassen.
*****971 Mann
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Themenersteller 
Jan – Abendessen
Wir sind gerade noch pünktlich, als der Aufzug nach unten bringt. Feli steht so eng neben mir, dass wir uns berühren. Sie riecht blumig fruchtig – vielleicht Mango – mit einem leicht holzigen Unterton. Ich finde, der Duft passt zu ihr. Sie sieht mich an und schaut dann gespielt unsicher zu Boden. Mir ist schon klar, dass weibliche Flirtsignale spielerische Unterwerfungsgesten sind, aber für einen Außenstehenden müssen wir ein eigenwilliges Bild abgeben. Der körperliche Unterschied zwischen uns beiden ist so eindeutig, dass wenn dann ich die Unterwerfungsgesten aussenden müsste. Wie machen das eigentlich Femdom? Unterwerfung, auch spielerisch, passt nicht zu deren Rolle. Kopieren die Männer beim Flirten?
„Danke, das war schön.“, reißt mich Feli aus meinen Gedanken.
„Hm?“
„Dass du dich für mich und meinen Tag interessiert hast. Dir davon zu erzählen hat gutgetan.“ „Der Sex war auch schön“, fügt sie dann noch hinzu.
Da hält der Aufzug und ein Paar, dass mir Feli beim Frühstück vorgestellt hat, tritt zu uns.
„Ah, die unsägliche Konkurrenz“, begrüßt eine Frau mit blondem Undercut, Jeans und offenem Holzfällerhemd Feli.
„Hallo Laima, du kannst mich auch mal“, erwidert Feli lachend und drückt die Frau.
„Hallo, ich bin Laura“, hält mir die zweite Frau die Hand zum Gruß hin. Laima ist eine Butch, der man die Lesbe schon von weitem ansieht, aber die Frau vor mir ist ein kleines zierliches Püppchen mit langen, schwarzen Haaren. Mit ihrer übertrieben femininen Art, hätte ich sie als männerfressenden Vamp eingeschätzt. Dass sie mit einer Frau zusammen ist, überrascht mich.
Die Tür des Aufzugs öffnet sich erneut. Ich kann aus der Ferne schon Stimmengewirr hören.
„Auf zum Carboloading. Bereit Laima und mir beim Essen zuzuschauen?“, fragt mich Feli und ist schon auf dem Weg Richtung Saal. Dass sie dabei nach meiner Hand greift, gefällt mir. Erstaunlich, sonst sind mir klammernde Frauen zuwider und meistens brauche ich nach einer Session erst einmal Abstand, aber bei Feli ist die Nähe schön.
Wir setzen uns zu Janeece und Julien. Die Frau neben ihr hat mir Feli am Morgen schon vorgestellt, Amy. Sie sieht nicht so wuchtig aus wie die andern drei Sportlerinnen, aber wirkt durch ihre drahtigere Art fast noch fitter. Wie am Morgen trägt sie ein pinkes Shirt. Neben ihr sitzt ein Mann um die dreißig, der mir als David vorgestellt wird. Die vier Frauen haben ihn für das Wettkampfwochenende als Physiotherapeut und Masseur engagiert. Für mich sieht es so aus, als würde Amy heftig mit ihm flirten, was Feli nur mit, „In Irland gibt es keinen halbwegs attraktiven Mann zwischen sechzehn und sechzig, mit dem Amy noch nicht im Bett war“, kommentiert.
„Das habe ich gehört“, grinst Amy nur.
Nach der kurzen Begrüßung machen wir uns auf in Richtung Buffet. Ich nutze die Gelegenheit und lasse meinen Blick durch den Raum schweifen. Im Saal sind an die 70 Leute. Die Athleten sind nicht zu übersehen. Die acht Männer sind alles Schränke und selbst die kleinste und schmächtigste Athletin ist noch größer und schwerer als ich. Auch die Betreuer sehen alles super fit aus. Bei den Partnerinnen sind ein paar Typ Spielerfrau dabei, aber die meisten könnten selbst Fitnessmodel sein. Die Veranstalter und Schiedsrichter scheinen auch alle ehemalige Sportler zu sein. Auch wenn sie ein paar Jahre älter sind, sieht man nur Muskeln und überbreite Schultern. Der Gesamteindruck ist überwältigend. Wieder einmal komme ich mir körperlich unzulänglich vor. Das wird noch Dauerzustand dieses Wochenende.
Ich nehme mir vom Lachs und etwas Reis und Gemüse. Auf Felis Teller liegt ein Steak und ein Berg Kartoffeln. Während wir zurück zu unserem Platz gehen, überlegt sie mit Laima, ob sie als nächsten Gang auch Lachs nehmen sollen, oder doch zuerst die Spaghetti Bolognese. Inzwischen weiß ich, dass das kein Gerede ist.
Noch bevor wir zu Essen beginnen, bittet der Veranstalter um Aufmerksamkeit und hält eine kurze Rede. Der Kerl könnte der Vater von Mantas sein – vermutlich schon Ende fünfzig, eins neunzig groß, Geheimratsecken, aber immer noch lange, graue Locken, gepflegter Vollbart und immer noch gebaut wie ein Bär.
„Es freut mich, dass ihr hier seid und noch mehr freue ich mich auf morgen. Der Kartenverkauf ist gut gelaufen. Genießt die Stimmung in der Halle. Auf einen guten Wettkampf und darauf, dass es keine Verletzungen gibt. Aber jetzt haut euch den Bauch voll. Ach ja, Carl will auch noch was sagen.“
Der Typ, der jetzt aufsteht, sieht aus wie eine Comicfigur, um die fünfzig, zwei Meter groß, breite Schultern, grauer Bürstenschnitt, Berge von Muskeln und kein Gramm Fett. Wenn der eine Mantas Vater war, ist das jetzt Edgars Vater.
„Marcus redet immer so ewig lang. Ich mache es kurz: Wer morgen nicht sein Bestes gibt, dem trete ich persönlich in den Hintern. Euch allen einen guten und verletzungsfreien Wettkampf.“
Dann setzen sich die beiden wieder. Alle lachen. Feli erklärt mir: „Marcus ist der Veranstalter und Carl der Oberschiedsrichter. Die kurzen Reden der beiden sind ein Running Gag. Es gibt Gerüchte, dass sie eine heimliche Wette am Laufen haben, wer es schafft sich am knappsten zu fassen.“
„Das haben sie dann aber gut drauf. Noch kürzer wäre unhöflich“, finde ich.
Gleich darauf holen sich Laima und Feli eine zweite Portion. Nudeln haben gesiegt. Sieht lecker aus, aber ich verstehe nicht, wie sie diese Mengen in sich reinschaufeln können.
„Sieht so aus, als wäre jetzt auch Feli auf den Geschmack gekommen“, meint Amy.
„Was meinst du?“, fragt Feli zurück.
„Naja, Sex ist einfach die beste Entspannung vor dem Wettkampf. Nichts anderes macht den Kopf so frei. Janeece hat Julien. Laima hat Laura. Ich habe David, nur du hast bisher niemanden gehabt. Schön, dass du jetzt Jan hast“, findet sie.
„David haben wir alle gebucht“, mischt sich jetzt Laima ein.
„Falsche Zielgruppe! David ist ein Mann. Außerdem haben wir ihn nur tagsüber gebucht. Ich sorge nur dafür, dass ihm am Abend nicht langweilig wird. Wäre doch schlimm, wenn er einsam auf seinem Hotelzimmer sitzen müsste“, hält Amy lachend dagegen.
„Stimmt, dass Laima einen Mann mit aufs Zimmer nehmen will, kann ich mir nicht vorstellen und bei Feli hätte ein zweiter Mann schon was von Überkompensation, nach den Jahren ohne Partner, aber woher willst du wissen, dass ich mich nicht von Julien und einem zweiten Mann verwöhnen lassen möchte?“, wirft Janeece ein.
„Ein zweiter Mann? Trau dich! Es gibt keinen zweiten wie mich!“, protestiert da Julien und gibt Janeece einen Kuss. Alle lachen.
Ich hätte mehr Rivalität erwartet. Ihre drei Hauptkonkurrentinnen sitzen mit uns am Tisch, aber von Spannung ist nichts zu merken. Ich spüre nur Freundschaft. Da sind die Neckereien der G6 bissiger. Ich frage mich, ob die andern von Felis Leidenschaft für Schmerz wissen. Vermutlich nicht, sonst hätten sie schon eine Bemerkung in die Richtung gemacht. Für sie ist Feli vermutlich nur eine kaum zu bezwingende Konkurrentin und gute Freundin. Für mich dagegen ist sie die Frau, die ich noch viel besser kennen lernen würde und eine Frau, auf die ich schon wieder Lust habe und das, obwohl wir erst vor kurzem in der Dusche Sex hatten. Warum auch immer kriege ich von Feli nicht genug. Jede Minute mit ihr ist schön und zurück aufs Hotelzimmer gehen und sie spanken und sie anschließend vögeln, hätte was. Gut, dass niemand meine Gedanken lesen kann.
Da kommt Carl, der Oberschiedsrichter, zu uns an den Tisch. Auf seinem Teller ist schon eine Nachspeise, natürlich in XXL. Wenn ich die Rolle des Oberschurken besetzen müsste, wäre er meine erste Wahl, so furchteinflößend wie er aussieht. Er lächelt Janeece an: „Darf ich mich kurz zu euch setzten?“
„Klar“, lädt ihn diese ein.
Carl lächelt sie und Julien an und wirkt nur noch halb so furchteinflößend: „Ich habe da was gehört. Darf ich schon gratulieren?“
„Ja, darfst du“, erwidern Julien und Janeece zur gleichen Zeit.
„Und du willst morgen tatsächlich antreten?“
„Carl, ich bin schwanger und nicht krank!“, erklärt Janeece da bestimmt. „Ich bin in der 15. Schwangerschaftswoche. Mein kleiner Wurm ist so um 10 Zentimeter groß und in meinem Bauch so sicher wie nirgendwo sonst. Das Wochenende wird mein letzter Wettkampf und dann freue ich mich darauf Mutter zu werden. Außerdem…“ Sie beugt sich vor und flüstert Carl etwas ins Ohr.
„Guter Plan, gefällt mir“, grinst der breit. „Dann werden wir dich wohl als Athletin verlieren. Das ist echt schade. Aber vielleicht habe ich was für dich. Marcus und ich möchten unseren Medienauftritt ausbauen und brauchen ein glaubwürdiges weibliches Gesicht. Kraftsport ist bei den Frauen in den USA populärer als in Europa und wer könne ein glaubwürdigeres Gesicht sein als du?“
„Cool, das könnte passen. Ich wollte zusammen mit Julien sowieso in Richtung Social Media gehen“, kommt von Janeece.
„Dann setzen wir uns am Sonntag nach dem Wettkampf zusammen“, schlägt Carl vor.
„Perfekt“, kommt von Janeece.
„Ich muss mich auch endlich um das Thema Social Media kümmern. Ich vermarkte mich einfach zu schlecht“, wirft Feli ein.
„Ich kann dir Tipps geben, aber du brauchst jemand, der dir hilft. Der Content entsteht nicht von selbst“, kommt von Laura.
Da wird mir klar, das hier ist eine eingeschworene Gemeinschaft. Eine eigene kleine Welt. Man kennt sich. Man schätzt sich. Man hilft einander und bei allem Spaß denkt man immer wieder auch an das Geschäftliche. Trotz seines Aussehens finde ich Carl auf einmal sogar richtig sympatisch. Was mir aber auch klar wird ist, dass ich nicht - hoffentlich nur noch nicht - Teil dieser Welt bin. Ich habe meine eigene kleine Welt und meine eigenen Kontakte. Ob die Frau, die für die Weißmüllerschen Werke die Social-Media-Kampagne aufgesetzt hat, zu Feli passen würde? Sie ist aus Landsberg, das ist ein ganzes Stück von Kempten weg und Sport ist ein ganz anderes Thema als Industrie, aber ich glaube, Feli würde sich gut mit ihr verstehen. Ich werde in einer ruhigen Minute mal mit ihr reden.
**********dbeer Paar
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Herzlichen Dank für diese Geschichte! So herrlich anders als das meiste, was man hier zu lesen findet. Fortsetzung wird sehnsüchtig erwartet.
*****971 Mann
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Feli – Ein unerwartet gutes Gespräch
Die Joghurtcreme mit Früchten war lecker. Jetzt habe ich noch ein Stück Aprikosenkuchen und dann ist es gut. Ich bin so richtig satt. Ich mag das. Der volle Bauch sorgt bei mir für eine träge Zufriedenheit, die sich gut anfühlt. Die ersten gehen schon. Oh, es ist schon Viertel vor zehn. Das Kuchenstück ist mit drei Bissen weg und Jan isst schon seit einer gefühlten Ewigkeit nichts mehr.
„So Leute, es ist Zeit. Ich verabschiede mich. Willst du noch hierbleiben, Jan?“
„Nö, ich komme mit.“
Wie wir vor unseren Zimmertüren ankommen, druckst plötzlich Jan rum: „Das war ein interessanter Abend. Die Zeit ist nur so verflogen. Wir haben eigentlich vereinbart, dass ich jetzt Gute Nacht sage, aber – naja – noch eigentlicher würde ich jetzt lieber nicht Gute Nacht sagen. Mir ist klar, dass morgen ein wichtiger Tag für dich ist, und ich will dich auch nicht weiter stören, oder die Nacht klauen. Ich will auch keinen Sex, aber dich im Arm halten und gemeinsam mit dir einschlafen, wäre schön.“
„Betteln steht einem Dom nicht und dir gleich gar nicht.“
Seit wann bin ich so frech? Meine Antwort ist doppelt unpassend. Einer Sub steht sie nicht zu und morgen ist zu wichtig, um mich von Jan ablenken zu lassen. Aber ich möchte, dass er mich ablenkt. Nur ist der gerade begriffsstutzig. Ich kann das Fragezeichen über seiner Stirn schon fast sehen.
Ich lächle einladend und drücke meine Tür auf: „Jetzt komm schon.“
Nach dem Zähneputzen legen wir uns dann auch wie Brüderchen und Schwesterchen ins Bett. Zumindest fast. Immerhin sind wir nackt und ich kuschele mich an Jans Brust. An einen Mann in meinem Bett könnte ich mich glatt gewöhnen. Wenn er mir vor dem Einschlafen noch den Po versohlen und ordentlich durchficken würde, wäre das gleich noch besser, aber das geht heute wirklich nicht.
„Das ist unfair. Wie soll ich da nicht auf dumme Gedanken kommen, wenn du dein Bein so gegen meine Eier drückst“, beschwert sich Jan jetzt auch noch.
„Und was ist mit deiner Hand auf meinem Po?“, halte ich schwach dagegen.
„Punkt für dich“, lacht Jan und wechselt abrupt das Thema: „Social Media treibt dich um, oder?“
Ich nicke.
„Vielleicht ist es eine ganz dumme Idee. Ich habe gerade ein großes Projekt am Laufen, die Weißmüllerschen Werke. Ohne Social Media geht heute wohl nichts mehr. Jedenfalls haben sie jemand, der ihren Social-Media-Auftritt managt. Ich dufte auch schon für Fotos und Reels posieren. Industrie und Sport sind unterschiedliche Paar Schuhe und die Frau wohnt in Landsberg. Von da aus ist es noch ein schönes Stück ins Allgäu. Aber die Frau, Nadine, ist in unserem Alter und ich glaube, ihr würdet euch gut verstehen. Außerdem kann die Frau was.“
„Wow, klasse! Danke! Kannst du mir die Kontaktdaten von dieser Nadine schicken? Ich werde auf jeden Fall mit ihr reden. Das Thema schiebe ich schon viel zu lange vor mir her.“
Das erzählt mir Jan einfach so kurz vor dem Einschlafen im Bett? Im besten Fall hat er mir nebenbei die Lösung für mein größtes Problem geliefert und schlimmstenfalls kenne ich eine Person mehr, mit der ich keine Geschäfte machen will. Mit der Freude ist auch meine Müdigkeit weg. Dann können wir auch noch etwas reden.
„Ich weiß nicht, ob ich zu aufdringlich bin“, wechsele ich das Thema, „du hast erzählt, dass du über etwas nachdenken möchtest und heute vor dem Hotel hast nachdenklicher als sonst gewirkt. Möchtest du darüber sprechen.“
„Das wird dann aber eine längere Geschichte“, beginnt Jan. Dann erzählt er mir vom Architekturbüro seines Vaters, dass er es übernehmen soll und will, aber im Detail andere Interessen als sein Vater hat.
„Das ist ja wie bei mir“, falle ich ihm irgendwann ins Wort.
„Wieso?“
„Ich habe dir erzählt, dass meine Eltern eine Kampfsportschule haben. Beide leben für den Kampfsport. Ich bin zwar mit dem Kampfsport aufgewachsen und habe zwei schwarze Gürtel, aber meine Leidenschaft ist der Kraftsport. Ich habe aus dem kleinen Kraftraum meiner Eltern ein Strongwoman-Gym gemacht und inzwischen gibt es ein paar Leute, die mit mir trainieren. Meine Eltern werden sich in ein paar Jahren zur Ruhe setzten und dann werde ich die Schule übernehmen. Aber ich werde mich nur ums Management und den Kraftbereich kümmern. Alles andere werden Mitarbeiter machen. Meine Eltern haben jetzt auch schon mehrere Angestellte, Trainer, Thekenkräfte, einen Putzmann. Ich werde zusätzliche Trainer suchen, aber dann wird das schon laufen. Ich habe allerdings auch Glück. Gabi, eine der Trainerinnen, ist die gute Seele der Schule und ist so etwas wie die heimliche Geschäftsführerin neben meinen Eltern. Ich verstehe mich blendend mit ihr und werde ihr etwas mehr zahlen und noch etwas mehr Verantwortung geben.“
„Du meinst, ich soll mir jemand suchen, der die Projekte meines Vaters fortführt und mich auf meine Interessen konzentrieren?“
„Ich weiß nicht, ob man eine Kampfsportschule und ein Architekturbüro vergleichen kann, aber falls ja, wäre das meine Idee.“
„Darüber muss ich nachdenken. So wie du es sagst, hört es sich ganz einfach an. Das wird es nicht sein, aber es könnte tatsächlich klappen.“
Zu diesen Worten küsst er mich. „Danke für die Anregung“, fügt er noch hinzu, als er sich wieder von mir löst.
Ich muss alle Willenskraft aufbringen, um nicht nach seinem Po zu greifen und ihn zwischen meine Beine zu ziehen. Aber Jan scheint sich an sein Versprechen zu erinnern und tut nichts, um mich zu verführen. Schade, aber vernünftig. Ich kuschele mich wieder an seine Brust. Seine Nähe entspannt und beruhigt auch ohne Sex und morgen werde ich die anderen Mädels nicht nur besiegen, sondern vernichtend schlagen.
*****971 Mann
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Jan – Eindrücke
Ich wache auf, weil ich eine Bewegung spüre. Auch wenn wir immer noch eng umschlungen im Bett liegen, Feli ist wach.
„Habe ich dich aufgeweckt? Das wollte ich nicht. Danke, dass du die Nacht bei mir geblieben bist. Deine Nähe hat mir gutgetan.“
Da läutet der Wecker.
„Die Nacht ist dann wohl vorbei“, murmele ich genervt, während Feli das Ding ausmacht. Sie drückt mir einen Kuss auf die Backe.
„Morgenmuffel! Du kannst noch ein paar Minuten liegen bleiben, bis ich im Bad fertig bin. Heute gilt es. Heute wird sich zeigen, ob sich das harte Training gelohnt hat. Ich freue mich auf den Tag. Allerdings werde ich nicht viel Zeit für dich haben. Du kannst mir zuschauen oder musst dich selbst beschäftigen.“
Felis Wortschwall ist mir gerade zu viel, aber da ist sie schon im Bad verschwunden.
„Ich verziehe mich dann mal in mein Zimmer“, rufe ich ins Bad, während ich mich aus dem Bett quäle. „Bis wann muss ich fertig sein?“
„35 Minuten“, kommt aus dem Bad zurück.
Pünktlich klopfe ich wieder an Felis Tür. Sie hat schon Sportklamotten an und recht auffälliges Make-up im Gesicht. Außerdem zieht sie einen Trolley hinter sich her.
„Wofür brauchst du denn den?“, muss ich wissen und zeige auf den Koffer.
„Ohne Ausrüstung geht es an so einem Tag nicht, und ich finde den Koffer praktischer als eine Sporttasche.“
Im Aufzug stehen schon Amy und David. Die beiden haben wohl doch die Nacht miteinander verbracht, und so wie David grinst, würde ich darauf wetten, dass die beiden gerade noch Sex gehabt haben. Warum auch nicht?
„Wir müssen uns noch abstimmen, wer wann David haben kann. Nachdem ich ihn die ganze Nacht hatte, dürft ihr entscheiden, und ich nehme die Slots, die übrig bleiben“, kommt von Amy noch im Aufzug.
„Kein Problem. Janeece und Laima sollen ihre Termine machen. Den Rest teilen wir zwei uns“, antwortet Feli sachlich. Echte Konkurrenz klingt anders. Das hier hört sich für mich alles mehr nach Freundschaft an. Ums Business geht es trotzdem.
Im Frühstücksraum sind die Termine dann schnell vergeben. Die Stimmung ist trotzdem anders als gestern. Man spürt die Anspannung. Feli sagt kaum ein Wort. Ich verstehe sie, und trotzdem gibt es mir einen Stich, dass sie mit dem Kopf woanders ist. Anschließend geht es mit dem Shuttlebus zur Halle. Feli ist noch weiter weg. Am Eingang zur Halle drückt man mir einen Lanyard mit einer Karte in die Hand. Laura und Julien, die im selben Bus wie wir gefahren sind, wenden sich an mich: „Komm, wir zeigen dir alles. Feli ist immer schon Stunden vor dem Wettkampf in ihrer eigenen Welt.“
„Hey, das habe ich gehört“, beschwert sich Feli, schiebt aber hinterher: „Ist aber eine gute Idee. Häng dich an die beiden ran.“
Wir gehen durch die Katakomben der Halle. Feli und die anderen Athleten biegen in Richtung Umkleideräume ab, und wir halten uns rechts. Plötzlich stehen wir im Innenraum, und mir wird bewusst, wie groß das Event ist. Die Halle hat mehrere tausend Plätze. Vor mir steigen die Zuschauerränge auf. Ich bin Architekt und mir ist klar, welche Dimensionen man für die Masse an Zuschauern braucht. Der Raum wirkt trotzdem auf mich.
„Immer wieder beeindruckend“, scheint Julien meine Gedanken zu lesen. „Warte, bis die Zuschauer in der Halle sind, dann wird es noch beeindruckender.“
Er und Laura gehen auf einen Vorhang zu.
„Hinter der Abtrennung ist das Equipment für die Wettbewerbe, und es geht in den Aufwärmbereich. Das ist für die nächsten zwei Tage das Reich der andern. Wir haben mehr Freiheiten. Solange du Feli und auch sonst niemanden auf die Nerven gehst, kannst du dich frei zwischen dem Aufwärmbereich und unseren Sitzplätzen bewegen. Schau einfach, was für dich besser passt. Die Wettbewerbe kann man von unseren Plätzen aus besser verfolgen, aber der Aufwärmbereich hat eine ganz eigene Stimmung. Das zieht mich magisch an. Du darfst nur nicht enttäuscht sein, wenn Feli heute mehr als abweisend ist. An den Wettkampftagen ist sie in einer Art Dauertrance und bekommt außer den Implements kaum was mit“, erklärt jetzt Laura.
Wir treten durch eine Öffnung im Vorhang, und das Glamouröse ist verschwunden. Der Eindruck kippt in Richtung Lagerhalle. Neben uns sind alle möglichen merkwürdig aussehenden Geräte und Aufbauten, und gleich daneben sind noch mehr Gewichte gestapelt. Es geht durch einen weiteren Vorhang, und wieder ein neuer Eindruck: Wir sind im Aufwärmbereich. Ich hätte mehr Glamour erwartet, etwas vom Charakter eines Highend-Fitnessstudios, aber das hier hat eher etwas von einer Werkstatt, statt Schickimicki ehrliche Arbeit.
Ein paar Stühle stehen an der Wand, und die Athleten stehen entweder um mehrere Metallrohre und heben sie abwechselnd oder machen Übungen mit Gummibändern. Kreide staubt, wenn die Athleten in die Hände klatschen. Es riecht leicht nach Schweiß. Feli wuchtet gerade eines der Rohre nach oben. Inzwischen weiß ich, dass die Rohre Logs – wie Holzstämme – genannt werden und auch tatsächlich eine Nachbildung von Holzstämmen sein sollen. Nach Feli schnappt sich Edgars den Log und stemmt ihn fünfmal hintereinander über Kopf. Bei den beiden sieht das spielend einfach aus, dabei sind links und rechts an dem Rohr jeweils noch 10 Kilo Gewicht. Am nächsten Log stehen Laima und Amy und schreien sich gegenseitig Beschimpfungen ins Gesicht. Es sieht so aus, als würden sie gleich aufeinander losgehen, aber dann schnappt sich Laima den Log und drückt ihn mehrmals über Kopf.
„Das darfst du nicht ernst nehmen“, kommentiert Julien. „Laima und Amy pushen sich immer gegenseitig. Die gegenseitigen Beleidigungen sind Teil von ihrem Ritual.“
Da wendet sich Amy an mich und lockt: „Möchtest du es mal versuchen? Auf dem Log ist noch kein Gewicht. Es ist nur das Implement. Du hast ja gesehen, wie leicht es ist. Sogar Laima hat das Ding viermal über Kopf gestemmt, und sie ist nur eine Frau. Versuch einfach mal, es auf Brusthöhe zu stemmen.“
Mein Bauch sagt mir, dass es eine ganz schlechte Idee ist, aber mein Ego springt auf die Provokation von Amy an. So schwer wird das Ding schon nicht sein. Laima hat es mühelos mehrmals über Kopf gestemmt, und auf dem Log von Feli sind noch 20 zusätzliche Kilo. Außerdem habe ich sie beobachtet. Der Trick ist, dass sie die Öffnung mit den Griffen von sich wegrollen, sodass die Unterarme am Stahl aufliegen. Ich verstehe zwar nicht, warum das wichtig ist, aber wenn es alle machen, wird es eine Bedeutung haben. Selbst dass Feli Amy ein „Muss das sein?“ zufaucht, kann mich nicht bremsen.
Ich schnappe mir das Ding und wuchte es mit einem Ruck hoch. Scheiße, ist das Ding schwer. Das wiegt mindestens einen Zentner und ist total unhandlich. Ich schaffe gerade, es vom Boden wegzuheben, aber dann ist Schluss. Ich habe keine Ahnung, wie ich es von Hüfthöhe zur Brust hochwuchten soll. Frustriert lasse ich den Log wieder zu Boden sinken. Neben mir grummelt eine Athletin etwas, das ich mit meinem Schulfranzösisch nicht verstehe. Julien sieht meinen fragenden Blick und meint schulterzuckend: „Sie kann nichts für ihren Dialekt. Wahrscheinlich ist sie dieses Wochenende zum ersten Mal aus den Pyrenäen rausgekommen. Sie hat nur gemeint, dass sie alles andere auch gewundert hätte – oder, Amelie?“ Der letzte Halbsatz war direkt an die Frau gerichtet. Die grinst nur und deutet eine Verbeugung an.
Plötzlich steht Feli neben Amy. „Es reicht, wenn du die Kerle lächerlich machst, mit denen du ins Bett steigst. Lass Jan in Ruhe!“ Sie sieht aus, als würde sie Amy gleich eine reinhauen.
„Kein Grund, so aus der Haut zu fahren. Entspann dich. Schon vergessen, ich bin der Mann von uns beiden und der Dominante. Ich kann selbst auf mich aufpassen. Wenn es dazugehört, mich etwas zum Affen zu machen, um hier aufgenommen zu werden, kann ich damit leben.“ Mit diesen Worten versuche ich zu beschwichtigen und trete an die beiden heran.
Ich habe wohl den richtigen Ton getroffen. Feli winkt ab, und Amy schubst sie leicht an der Schulter, und im nächsten Moment lachen die beiden. Auch die anderen im Raum, die die Szene gerade interessiert verfolgt haben, wenden sich wieder ab und machen mit ihrem Programm weiter.
„Lass uns raus zu unseren Plätzen gehen. Hier liegen mir zu viele Nerven blank“, schlägt Julien vor.
„Aber nicht, bevor ich meine Motivation bekommen habe“, protestiert Janeece und greift ihm an den Po. Nach einem langen Kuss machen wir uns wieder auf den Weg nach draußen.
Wir haben die besten Plätze, direkt vor der Wettkampffläche. Während sich die Halle zu füllen beginnt, erklären mir Laura und Julien den weiteren Ablauf und die verschiedenen Disziplinen. Innerhalb einer knappen Stunde ist der Großteil der Plätze besetzt. Erstaunlich, wie schnell das gegangen ist. Zum größten Teil sind es Fitnessfreaks. Dann werden die Spots für den Innenraum hochgedimmt, stampfende Musik kommt aus den Lautsprechern, und ein Moderator betritt die Bühne. Er begrüßt die Zuschauer und stellt die Athletinnen und Athleten vor.
Zuerst treten die acht Frauen auf die Bühne. Feli ist die vorletzte, die durch mehrere funkensprühende Bögen in die Mitte des Innenraums tritt. Sie trägt wie die anderen ein goldenes Shirt mit dem Logo des Sponsors, in der Hand eine Deutschlandfahne. Der Moderator brüllt ihren Namen ins Mikrofon, und sie lacht und winkt dem Publikum zu. So entspannt, wie sie wirkt, macht sie das nicht zum ersten Mal.
Nach den acht Frauen kommen die acht Männer. Es folgt eine ganz kurze Umbaupause, die der Moderator geschickt überbrückt, indem er den Tagesablauf vorstellt und den ersten Wettbewerb erklärt.
Auf der Bühne liegt ein goldener Log, natürlich mit Sponsorlogo. Im Halbkreis davor stehen acht Stühle, auf denen die Athletinnen sitzen. Der Log wiegt zum Start 62 Kilo. Pro Runde wird er um zehn Kilo schwerer. Die Athletinnen können beliebig viele Versuche machen oder auch Runden auslassen. Gewertet wird das schwerste Gewicht. Zuerst wird noch die Reihenfolge ausgelost: Janeece muss als Erste antreten, dann kommen drei Französinnen, danach Laima, dann Feli, eine Engländerin und zum Schluss Amy.
Janeece winkt bei den 62 Kilo gelangweilt ab, aber die drei Französinnen machen einen Versuch. Sie schaffen es alle, aber bei einer sieht das schon richtig schwer aus. Laima winkt ab, aber Feli macht das Gewicht – bei ihr sieht es aus, als würde das Ding nichts wiegen. Die Engländerin schafft es ebenfalls, und Amy winkt ab. Damit ist die erste Runde vorbei.
In der zweiten Runde treten nur drei Athletinnen an. Für eine der Französinnen ist schon Schluss. Mein Eindruck hat mich nicht getäuscht – schon das Ausgangsgewicht war schwer für sie. Bei 92 Kilo macht dann Amy ihren ersten Versuch. Bei 102 Kilo sind nur noch sie, die Engländerin und eine der drei Französinnen, Amelie, im Wettbewerb – und natürlich Janeece, Laima und Feli, die dem Geschehen interessiert zuschauen.
Die 102 Kilo sehen echt schwer aus, aber Amy kämpft und schafft es irgendwie, das Gewicht nach oben zu stemmen. Außer ihr schafft das nur noch Amelie. Die Engländerin scheidet aus.
112 Kilo werden aufgelegt, und Janeece nimmt ihre Kopfhörer ab. Julien hat mir zugeflüstert, dass sie sich bis unmittelbar vor ihren Versuchen Lady Leshurr in ohrenbetäubender Lautstärke reinzieht. Sie zögert nicht lange und wuchtet den Log nach oben. Für mich sieht es aus, als würde da noch deutlich mehr gehen. Sie geht zum Moderator und schnappt sich das Mikrofon. Auf Französisch sagt sie ins Publikum:
„Danke, dass ich heute hier sein darf. Einige von euch werden es vielleicht schon wissen: Ich bin schwanger. Ich werde mit meinem Mann Julien ein Kind haben. Das hier wird mein letzter Wettkampf sein. Verzeiht mir, dass ich mich heute nur noch von euch verabschieden und Spaß haben will. Für die absoluten Höchstleistungen müssen dieses Wochenende andere sorgen. Nochmals danke für all die schönen Jahre.“
Tosender Applaus brandet auf. Dann wiederholt sie ihre Worte auf Englisch – wieder Applaus. Der Moment ist ergreifend. Julien neben mir hat Tränen in den Augen.
Der Moment ist vorbei und Laima tritt auf die Bühne. Sie macht als Letzte ihren ersten Versuch. Auch bei ihr sehen die 112 Kilo aus, als würden sie nichts wiegen. Auch Feli steht auf und hebt die 112 Kilo. Während Felis Versuch geht Laima zu Amy. Es sieht so aus, als würde sie ihr die Ohren ausreißen wollen, und sie brüllt Amy wüste Beschimpfungen ins Gesicht, die ich bis zu meinem Platz hören kann. Auch wenn ich dieses Ritual merkwürdig finde – es wirkt. Amy läuft wütend auf die Bühne. Das Wegheben vom Boden sieht noch halbwegs leicht aus, aber schon das Umsetzen auf die Brust kostet ihr alle Kraft. Als sie den Log dann über Kopf stemmt, verharren ihre Arme für mehrere Sekunden in einer nur fast durchgestreckten Position. Ihr ganzer Körper zittert vor Anstrengung, aber dann schafft sie es, ihre Arme ganz durchzudrücken und bekommt den Versuch gültig.
Die Halle brüllt, und auch ich lasse mich mitreißen und jubele ihr zu. Mit dem Sport kann ich eigentlich nicht viel anfangen, aber Amys Kampf war jenseitig.
Die nächste Runde – 122 Kilo – sieht bei Laima und Feli wie eine Pflichtübung aus. Janeece hat ihre Worte ernst gemeint und tritt nicht mehr an. Bei Amy war das sowieso klar. Ach ja, Amelie, die letzte Französin, hat schon die 112 Kilo nicht geschafft.
„Jetzt wird es ernst“, kommentiert Julien die 132 Kilo der nächsten Runde.
„Tut mir leid, aber gegen Laima hat Feli keine Chance“, ergänzt Laura von der anderen Seite.
Laima tritt als Erste auf die Bühne. Erfolgreicher Versuch. Immer noch sieht es für mich nicht so aus, als wäre sie an ihrer Grenze angelangt. Bei Feli wirkt es schon schwerer, aber auch sie bringt das Gewicht nach oben.
„Sag ich doch, Laima gewinnt“, kommt von Laura.
Der Moderator überschlägt sich fast. Noch zwei Frauen im Wettbewerb – und wir sind bei Weltrekordgewicht. Laima und Feli einigen sich darauf, nur um fünf Kilo zu steigern. Jetzt steht Amy bei Laima und brüllt sie an. Ich sehe, wie sehr Laima das pusht. Der Wettkampf fesselt mich inzwischen völlig. Ich bin hin- und hergerissen: Ich würde es Laima gönnen, aber gleichzeitig will ich, dass Feli gewinnt.
Laima bemalt ihr Shirt mit Kreide, tritt zum Log und stemmt das Gewicht nach oben. Weltrekord! Noch immer glaube ich nicht, dass das alles war.
„Schade“, sagt Julien, „damit ist der Rekord von Janeece Geschichte, noch bevor sie ihre Karriere beendet hat. Gratuliere!“
Feli hat sich das Mikrofon geschnappt. „Der Sieg geht an Laima. Beim Loglift gibt es für mich nichts zu gewinnen. Es reicht, wenn ich den Titel hole.“
Damit ist der erste Wettbewerb der Frauen beendet, und die Männer sind an der Reihe. Der Sieger stemmt 227 Kilo. Ich kann mir schon nicht vorstellen, wie man das Gewicht bewegen kann, das Laima gehoben hat, und dann noch fast hundert Kilo mehr?
Die nächste Disziplin nennt sich Conan’s Circle. Wie der Name schon sagt, müssen die Athletinnen mit vor der Brust verschränkten Armen eine Stange anheben und dann im Kreis laufen. Es sieht so aus, als würden sie einen Mühlstein antreiben. Gezählt wird die Distanz, die sie zurücklegen, bevor sie die Stange fallen lassen.
Von den vier Athletinnen, die laut Feli nur da sind, um das Feld aufzufüllen, schafft keine eine ganze Umdrehung. Dann kommt Amy. Sie schafft mehr als anderthalb Umdrehungen und lässt die Stange erst nach 620 Grad fallen. Sie hat alles gegeben.
Laima kommt auf 400 Grad. Bei ihr sieht es aus, als wäre es kaum mehr als ein Spaziergang. Einerseits klar, dass sie während der Schwangerschaft nicht mehr an ihre absolute Leistungsgrenze geht, andererseits Wahnsinn, welche Kraft sie hat.
Dann kommt Feli, und ich halte den Atem an. Die erste Umdrehung sieht leicht aus. Am Ende der zweiten sieht man, wie sie kämpft, aber sie geht weiter, Schritt für Schritt. Die Stange wird immer schwerer, ihre Arme rutschen immer weiter nach unten. Sie kämpft sich weiter. Sie hat zweieinviertel Umdrehungen und sieht aus, als würde sie gleich umkippen, aber sie setzt weiter einen Fuß vor den anderen. Gleich sind zweieinhalb Umdrehungen erreicht. Da rutscht ihr die Stange endgültig aus den Armen. Im selben Moment sackt sie über der Stange zusammen.
Mir bleibt das Herz stehen. Ich springe auf. Auch die Schiedsrichter sind sofort bei ihr, aber sie steht schon wieder. Blass und schwer atmend winkt sie ins Publikum.
Laima ist die Letzte. Sie macht 640 Grad und setzt die Stange dann ab. „Man muss wissen, wann man gewinnen kann und wann nicht, aber der zweite Platz war wichtig, und morgen wird abgerechnet“, spricht sie anschließend ins Mikrofon und wiederholt damit sinngemäß Felis Worte nach der ersten Disziplin.
Jetzt sind die Männer dran, und ich mache mich mit den anderen beiden auf zu den Athletinnen.
Kaum sind wir im Aufwärmraum, springt Laura in Laimas Arme und gibt ihr einen langen Kuss. „Du warst großartig!“, jubelt sie und küsst sie gleich noch einmal. Julien steht bei Janeece und drückt sie. Die beiden sehen glücklich aus. Feli liegt auf einer Massageliege, und David bearbeitet ihren Rücken. Für Privatsphäre ist kein Raum bei so einem Wettbewerb – es gibt nicht einmal einen Sichtschutz. Ich stehe herum wie bestellt und nicht abgeholt, will die beiden aber auch nicht stören. Nach der Leistung braucht Feli sicher jede Sekunde Erholung, die sie kriegen kann.
„Dauert nur noch eine Minute, dann bin ich an der Reihe“, bedeutet mir Amy.
Da ist Feli auch schon fertig. Als sie sich aufrichtet und mich sieht, hat sie sofort ein Lächeln auf den Lippen. „Läuft alles wie geplant, und jetzt kommen meine beiden Paradedisziplinen“, sprudelt es aus ihr heraus, dann bedauernd: „Tut mir leid, dass ich keine Zeit für dich habe. Ich würde dir gern mehr darüber erzählen, was ich hinter der Bühne mache und warum, aber ich muss mich schon wieder auf die nächste Disziplin vorbereiten.“
„Verstehe ich doch. Du hast mir gerade ganz schön Angst gemacht. Verausgabst du dich immer so? Wenn du willst, bleibe ich die Nacht wieder bei dir“, packe ich gleich drei Themen in meine Begrüßung.
„Danke. Nur wenn es sein muss. Und gerne, dann habe ich noch etwas, auf das ich mich freuen kann. Schau nicht so, das waren meine Antworten auf das, was du gesagt hast“, lächelt sie und macht sich einen Shake.
„Ich behindere dich in deiner Vorbereitung. Das will ich nicht.“
„Ja und nein. Ich bin es nicht gewohnt, dass jemand beim Wettkampf um mich herum ist, aber trotzdem ist es schön, dass du da bist.“
Kaum ist der Shake getrunken, geht sie zur nächsten Hantelstange und beginnt mit den nächsten Aufwärmübungen. Mein Gefühl sagt mir, dass ich mehr störe als nutze. Auf dem Weg zurück nach draußen raunt mir Janeece zu: „Mach dir nichts draus. Feli ist während der Wettkampftage krass fokussiert.“
Das habe ich doch schon einmal gehört.
Kaum sitze ich wieder, kündigt der Moderator auch schon den nächsten Wettkampf an: Deadlift auf Wiederholungen. Die Athletinnen können zwischen vier Gewichten wählen und müssen innerhalb von 60 Sekunden so viele Wiederholungen wie möglich machen. Gewicht steigern dürfen sie, aber zurück zu einem leichteren Gewicht können sie nicht. Dass schon die leichteste Hantelstange 200 Kilo hat, schockiert mich. Wie soll das eine Frau bewegen? Wofür sollen dann noch die anderen drei Stangen mit 230, 260 und 290 Kilo gut sein?
Wieder bin ich erstaunt, wie stark die Frauen sind. Selbst die Schwächste macht vier Wiederholungen mit 200 Kilo. Amelie, die Beste der angeblichen Feldauffüller, macht mit 230 Kilo acht Wiederholungen. Dann kommt Janeece. Sie geht ebenfalls zu den 230 Kilo, lässt es aber nach fünf Wiederholungen gut sein. Dass sie nicht an Amelies Leistung herankommt, scheint sie nicht zu stören. Sie winkt ins Publikum und geht dann auf zwei Kinder zu, die an der Bande stehen. Sie beugt sich zu den beiden runter und wechselt lachend ein paar Worte mit ihnen, bevor sie ihnen mit der Kreide an ihren Fingern zwei weiße Punkte auf die Nasen malt. Sie zeigt mit der Hand zu Amy, die inzwischen auf der Plattform steht, und fordert die beiden auf, Amy anzufeuern.
Amy macht zwei Wiederholungen mit 230 Kilo und geht dann zu den 260. Sie atmet ein paar Mal durch und wickelt die Zughilfen über die Stange.
„Mutig“, kommentiert Laura, „ich wünsche ihr, dass sich ihr Mut bezahlt macht. Wenn die Hantel vor Ablauf der Minute den Boden verlässt, zählt der Versuch.“
Amy wartet, bis nur noch zwei Sekunden auf der Anzeige stehen, und wuchtet die Hantel vom Boden. Ihr ganzer Körper zittert, aber sie schafft es, ihren Rücken durchzustrecken. Kaum ist die Hantel wieder am Boden, macht sie vor Freude einen Luftsprung und gleich noch einen Backflip hinterher. Der Applaus der Halle ist ihr sicher.
Laima tritt gleich entschlossen zu den 260 Kilo, macht zwei Wiederholungen, wartet, versucht kurz vor Ablauf der Zeit eine dritte Wiederholung und … scheitert. Sie bleibt neben der Bühne stehen und schaut zu, wie Feli auf die Plattform kommt. Nach dem Startsignal des Schiedsrichters geht sie ohne Eile zu den 290 Kilo.
„Ha, jetzt überpaced sie! Das geht nicht gut!“, kommt von Laura neben mir, aber Feli zieht das Gewicht vom Boden weg. Ihre Beine zittern kurz, aber die Hantel bleibt nie stehen. Der Schiedsrichter gibt das Signal, und das Gewicht zählt. Ich juble ihr zu. Julien freut sich ebenfalls, aber Laura wirkt enttäuscht.
„Das war’s“, kommt von ihr.
Bei aller Freundschaft ist das hier eben doch ein Wettbewerb. Ein Schwanzvergleich – oder besser: ein Eierstockvergleich – unter den besten Athletinnen der Welt, und Feli hat heute sozusagen den längsten. Ich stelle mir vor, dass sie auch die 260-Kilo-Stange hätte nehmen können, aber sie hat sich bewusst für Risiko entschieden. Ich würde sagen: Psychospielchen gewonnen. Dass bei den Männern die schwerste Hantelstange 440 Kilo wiegt, wundert mich nicht einmal mehr.
Die nächste Disziplin nennt sich Hercules Hold. Die Athletinnen stehen zwischen zwei Säulen, die nach außen wegkippen wollen. Sie halten sie an Griffen fest und müssen sie so lange wie möglich am Umkippen hindern. Julien und Laura sind sich einig, dass es sowieso für niemanden außer Feli etwas zu gewinnen gibt und dass sie noch dazu den Vorteil hat, als Gewinnerin der letzten Disziplin als Letzte anzutreten. So kommt es dann auch. Laima kämpft sich zu 53 Sekunden, aber als Feli die Griffe nach 57 Sekunden loslässt, ist jedem in der Halle klar, dass sie nicht mehr als notwendig gezeigt hat.
Da geht der Moderator auf sie zu.
„Das hat so einfach ausgesehen.“
„War es nicht“, behauptet Feli.
„Ich glaube, das ist nur die halbe Wahrheit. Jeder weiß, dass du die Frau mit der größten Griffkraft überhaupt bist. Das, was jetzt kommt, haben wir vorab nicht abgesprochen. Aber wir wollen alle sehen, wie groß deine Griffkraft wirklich ist. Wir wollen wissen, ob deine Hände wirklich so stark sind, dass du bei den Männern mitmachen könntest. Daher folgendes Angebot: Du trittst bei den Männern mit an. Wenn du weniger als zehn Sekunden auf die schlechteste Zeit der Männer verlierst, bekommst du 10.000 Euro extra und für jeden Mann, den du schlägst, weitere 10.000 Euro. Du weißt, seit seiner Handverletzung hat Gerry große Probleme mit seiner Griffkraft. Du musst dich nicht sofort entscheiden. Schau den Männern zu, erhol dich etwas, und wenn du dich gut fühlst, kannst du es versuchen. Was meint das Publikum? Wollt ihr sehen, was die Hände von Feli leisten können?“
Klar, dass das Publikum jubelt.
„Es ist peinlich, wie billig die Frauen abgespeist werden. Einem Mann hätte er das Doppelte oder eher das Dreifache angeboten“, kommt verstimmt von Julien.
Laura pflichtet ihm bei: „Feli kann sich nur zum Affen machen. Selbst zehn Sekunden schlechter als Gerry sind nicht zu schaffen.“
Gerry, der aussieht wie eine fünfzehn Jahre ältere Kopie von Mantas, wird wie vorhergesagt mit 25,3 Sekunden mit Abstand Letzter. Sechs schaffen Zeiten zwischen 45 und 55 Sekunden, und einer hält die Griffe unglaubliche 73,8 Sekunden lang. Als der Moderator anschließend wieder auf Feli zugeht, meint sie nur: „Was soll’s, ich probiere es“, und winkt ins Publikum.
Sie reibt ihre Hände mit Kreide ein und stellt sich in Position. Als die Arretierung gelöst wird, kann ich zunächst keinen Unterschied erkennen. Feli steht felsenfest, wie eine Statue, aber schon nach fünf Sekunden sieht man, wie schwer das Gewicht ist. Nach zehn Sekunden beginnt ihr linker Arm zu zittern. Sie stöhnt – das kann ich sogar von meinem Platz aus hören –, aber ihre Hände sind fest geschlossen. Fünfzehn Sekunden, sie hat es geschafft. Sie ist bis auf zehn Sekunden an die Zeit von Gerry herangekommen.
„Unglaublich“, murmelt Laura neben mir.
Ich weiß nicht mehr, worauf ich mich konzentrieren soll – auf Feli oder auf die Digitalanzeige über ihr, auf der die Sekunden unglaublich langsam nach oben zählen. Zwanzig Sekunden! Felis Kopf ist knallrot und vor Anstrengung verzerrt. Ihre Arme zittern wie verrückt. Sie stöhnt. 21 Sekunden. Es fehlt nicht mehr viel. 22 Sekunden! 23 Sekunden! Da lässt Feli die Griffe los. 23,6 Sekunden! Es haben nicht einmal zwei Sekunden zur Zeit von Gerry gefehlt – unglaublich. Das Publikum jubelt. Ich schreie. Kein Zweifel: Das war der Höhepunkt des Tages.
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