Vielleicht würden weniger Frauen über Geld den Einstieg finden, wenn Männer weibliche Dominanz nicht so häufig verdinglichen würden. ‚Femdom erleben‘. Sowas hört man tatsächlich nur von Männern, die passiv BDSM mit einer Frau ausleben wollen. Ich habe noch nicht gelesen / gehört, dass jemand ‚Maledom erleben‘ möchte, auch nicht von schwulen Männern.
Ich bin es als Frau gewohnt, seit meiner Teenagerzeit in sexueller Hinsicht einzig dienlich, als eine Erfüllungsgehilfin männlicher Sexualität angesehen zu werden. Man sollte aber doch meinen, das sei anders, wenn die Frau dominant ist, nicht wahr? Weit gefehlt.
Aber das macht nichts. Man kann diese Art Männer nämlich umschiffen und sie dahin schicken, wo sie alles so erfüllt bekommen, wie sie es sich wünschen. Bei Profis.
Die Fragen im EP stelle ich leicht um:
Wie habt ihr den Switch erlebt, wenn ihr als submissive Person ins Spielen eingestiegen seid?
Ich habe vor Jahren tatsächlich als sehr frustrierte sub mein (Un)Glück gesucht, weil das, was ich (auch sexuell) erleben wollte, sich für mich passiv las.
Ich habe dann zu meinem Erstaunen bei einem Switcher gemerkt, dass mir das Toppen sehr viel mehr lag. Dass es sich richtiger anfühlte, fast wie nach Hause kommen.
Wie habt ihr den Einstieg gefunden, die dominante Seite in euch auch wirklich auszuleben?
Ich habe losgelassen. Das war das Schwierigste.
Mir einzugestehen, dass es mir tatsächlich gefällt, wenn mein Liebster keinen Orgasmus hat, ohne dass ich es will. Dass ich es angenehmer und harmonischer finde, die Beziehung nach meinen Bedürfnissen zu formen und zu gestalten. Und dass es mich unheimlich erregt, einem geliebten Menschen Schmerzen zuzufügen.
Es ist nicht einfach, sich das zu erlauben. Erst, als ich mit mir im Reinen war, konnte ich meine Dominanz auch so ausleben, wie es mir guttat.
Wie gelingt euch die Trennung von Spieldynamik und Umgang miteinander in der Realität?
Genauso gut wie Menschen die Trennung von leidenschaftlichem Liebesspiel und Einkaufen bei Aldi gelingt?
Wie hat sich der Blick aufs Gegenüber durch euer Spiel verändert?
Ich bin in manchen Sachen sehr viel milder geworden, besonders in Beziehungen, weil ich ja vieles steuern kann. Ich habe Männer auch besser verstehen gelernt.
Und ich bin gegenüber misogyner Sprache noch sehr viel hellhöriger geworden.