Das erste Mal sah ich es, anlässlich einer Reise in den Staaten. Wir gingen um uns den Abend zu vertreiben. Und auf Anraten eines Freundes dort, besuchten wir eine solche Performance in Brooklyn/Boroughs, einen Public Play-Event. So nannte man das. Das Paar beschlief sich vor aller Augen. In echt. Nichts war gestellt. Kein gekünstelter Akt, ein Privileg innerhalb dieser Gemeinschaft, den Kreis der Zuseher zu bespielen. Die Devotees standen gebührend mit Abstand was zum Common Sense gehörte. Man starrt nicht, man ist Zeuge. Man stand und trank. Schaute interessiert zu. Männer onanierten. Auch Frauen schauten zu. Einige Frauen stimmulierten auch sich. Oder fellationierten ihren Partner. Auffallend, wie gut alle gekleidet waren. Vom dem performenden Paar abgesehen, und den zur Schau gestellten entblößten Geschlechtsteilen und den Hantierungen daran, trugen die Männer weiße Hemden, dunkle Hosen. Die Frauen weiße Blusen, kurze Röcke, hohe Hacken, das kleine Schwarze, Cocktailkleidung, sowas. Einige Zuseher trugen Masken, andere nicht. Es wurde wenig gesprochen. Es wurde, wenn überhaupt geredet wurde, geflüstert, angemessen gestöhnt. Dass die Zuseher anlässlich masturbierten, galt als höchste Form der Anerkennung für das Paar. Verlangt war es nicht. Es war eigentümlich speziell. Fast jenseits aller Wirklichkeit. Das monotone Stöhnen und die repetitiven Bewegungen wirkten hypnotisch. Eine sterile, hochästhetisierte Version von Sex.