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Unsicher-ambivalenter Bindungsstil

****s10 Mann
49 Beiträge
Themenersteller 
Unsicher-ambivalenter Bindungsstil
Wer von euch hat Erfahrung in enger Beziehung mit dem unsicher-ambivalenten Bindungsstil oder wer ist sogar selbst betroffen?

Vorab, dieser Bindungsstil ist nicht pathologisch und bestimmt zu 20-30% in der Bevölkerung verbreitet. Darunter versteht man, dass der Betroffene schon als Kleinkind mit der Hauptbezugsperson nicht gut Vertrauen lernen konnte.
Mal war z. B. die Mutter fürsorglich und liebevoll, ein andermal wieder aus verschiedenen Gründen nicht.
Die betroffenen Kinder reagieren darauf mit Wut und einem permanent aktivierten Bindungssystem.

Leider bleibt jenes Muster oft über die Lebensspanne auch in weiteren engen Beziehungen bestehen, ganz besonders auch in engen Paar- und Liebesbeziehungen.

Immer muss gecheckt werden, wo der andere emotional steht. Aus „normalen“ Situationen entstehen nach „normalen“ Verhaltensweisen des Partners oder der Partnerin heftigste Krisen, weil die unsicher-ambivalente Person Verhaltensweisen des anderen ungünstig deutet und sich demnach unsicher und innerlich verloren, getriggert fühlt.
Es kann dann zu heftigen Vorwürfen oder Klammern kommen, aber auch zu emotionaler und räumlicher Distanz, wenn die Person lernte, sich nur im sicheren Rückzug stabilisieren und regulieren zu können.
Das kann dann für den/die PartnerIn dann sehr irritierend, belastend, enttäuschend sein, z. B. weil er/sie subjektiv nicht mehr als 100% da sein kann oder weil viel von dem, was er an Verbindlichkeit einbringt, kaum zu zählen scheint.

Für die/den PartnerIn ist das hoch anstrengend und die Beziehung verläuft in der Regel entsprechend turbulent, dynamisch und krisenhaft. Fantastische Verliebtheitsphasen werden von plötzlichen Krisen, Krämpfen und Kämpfen abgelöst und umgekehrt.

Es kann einfach nicht gut vertraut werden, schnell gibt es Zweifel, darüber, ob der andere noch da ist mit seiner Liebe, zuverlässig ist usw. Es braucht ganz viel Struktur, Beständigkeit, Einhaltung von Absprachen, auch wenn sie noch so belanglos sind, für die innere Sicherheit der Betroffenen.

Ich hatte das schon zweimal mit mir sehr wichtigen Frauen. In beiden Fällen hagelte es mit zunehmender Liebe nach dem beschriebenen Muster immer öfter Abwertungen, Prüfungen, Diskussionen bis die (so ersehnte) beidseitige Liebe völlig zermürbt dahin ging. Das Schlimmste und am meisten befürchtete, die Trennung, das Verlassenwerden, wird somit regelrecht inszeniert. Darüber Reden ist kaum möglich, weil in der Regel zu wenig Verantwortung für die eigenen Anteile übernommen werden kann.

Wer kennt sowas auch?
Und besonders interessant, welches Paar meistert diese Art von Herausforderung und wie?
*****978 Frau
2.605 Beiträge
Eh ich mich zum tatsächlichen Bindungsstil, meine eigenen Erfahrungen und Gefühle äußere, werfe ich ins Feld und frage dich, ohne dass du hierauf antworten musst;

Gibt es Überlegungen, warum du wiederholt Frauen mit derartigem Bindungsstil, Beziehungsverhalten anziehend findest?
Welche deiner Anteile spielen hier eine Rolle?

Ich mag dein Thema, weil es tiefgründige Gespräche zulassen kann, wenn man dafür offen ist.
******yze Frau
947 Beiträge
Ich kenne es so, dass der ängstliche Bindungstyp nur dann getriggert wird, wenn er auf den vermeidenden Bindungstyp trifft. Wenn der ängstliche Typ auf einen sicheren Bindungstyp trifft, dann löst sich das Muster eigentlich.

Von daher bin ich bei @*****978, erstmal den eigenen Typ definieren und schauen, weshalb Du Dich von genau diesen Frauen angezogen fühlst. Für Dich hat sich die Trennung auch bestätigt.

Ich hatte überwiegend das Glück auf sichere Bindungstypen zu treffen, von daher kein Problem. Einmal bin ich auf den vermeidenden getroffen und mache seitdem einen großen Bogen, um Männer, bei denen ich ein solches Muster sehe. Einen ängstlichen hatte ich bisher tatsächlich nicht.
*******rig Paar
187 Beiträge
Lieber TE
ich danke dir sehr für dein Thema. Deine Schilderungen berühren mich sehr, da ich mich in vielem wiedererkennen kann.

Keine Partnerschaft, aber ich führe eine platonisch freundschaftliche Beziehung zu einer Dame, die sehr intensiv ist und von einer starken Bindung und gegenseitiger Liebe geprägt ist.

Deine Beschreibung kommt dem Verlauf dieser Beziehung sehr nahe. Die Ursachen kenne ich nicht, aber die Auswirkungen entsprechen nahezu exakt dem, was du schilderst.
...
„Immer muss gecheckt werden, wo der andere emotional steht. Aus normalen Situationen entstehen nach normalen Verhaltensweisen heftigste Krisen.“
...
„Es kann einfach nicht gut vertraut werden, schnell gibt es Zweifel, ob der andere noch da ist, zuverlässig ist, es ernst meint. Es braucht viel Struktur und Beständigkeit für die innere Sicherheit.“
...

Auch das kenne ich. Aus meiner Perspektive fühlt sich diese Dynamik oft so an, als würde sich Nähe und Verbundenheit immer wieder in Unsicherheit verwandeln. Unsere Beziehung gleicht einer Achterbahnfahrt.
Gespräche über diese Muster erlebe ich als schwierig. Oft haben wir unterschiedliche Wahrnehmung von bestimmten Situationen. Mein Wunsch nach Klärung wird nicht immer als solcher verstanden, sondern eher als Infragestellung abgeblockt. Das führt dazu, dass ich mich zunehmend in einer Rechtfertigungsposition wiederfinde.

Ich bin grundsätzlich bereit und es ist für mich selbstverständlich, meinen Anteil an Krisen zu reflektieren und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig erlebe ich es als sehr belastend, wenn meine eigene Wahrnehmung dauerhaft keinen gleichwertigen Raum bekommt. So entsteht nach meinem Empfinden automatisch ein Ungleichgewicht, das beiden, aber vor allem mir, viel Kraft kostet.

Ich verstehe die Ängste und Sorgen, die hinter solchen Reaktionen stehen können. Ich habe großes Verständnis für Verlustangst und das Bedürfnis nach Sicherheit. Ich versuche Stabilität zu geben und Geduld aufzubringen. Dennoch merke ich, dass auch meine Belastungsgrenzen existieren. Wenn Dialog kaum möglich ist und Klärung immer wieder ins Leere läuft, wird es sehr schwer, auf Augenhöhe verbunden zu bleiben.

Zur Frage, wie wir es meistern kann ich wenig sagen, da es bei uns en laufender Prozess ist. Wir versuchen uns selbst zu reflektieren und somit die Beziehung zu stärken. Dennoch scheitert es immer wieder an einer unvoreingenommenen Konversation.


(er)
****s10 Mann
49 Beiträge
Themenersteller 
@*****978 und @******yze:

Ich bin sicher gebunden.

Die Frage, was das mit mir zu tun hat, ist aber natürlich sehr gut und wichtig. Allerdings habe ich nicht geschrieben, dass ich nur solche Partnerschaften hatte.

Die Wahrscheinlichkeit an einen unsicher gebundenen Menschen zu geraten, ist außerdem ja nicht sehr unwahrscheinlich, denn nur ca. 40 % sind ja sicher gebunden.

Wenn man in sich ruhend und stabil wirkt, ist man für solche Personen einerseits schon anziehend und wenn man bei ersten auffällig heftigen Konflikten nicht gleich wegläuft, rutscht man weiter in die Dynamik.

In meinen beiden Fällen gab es jedoch noch ein heftiges Thema, besser Trauma bei beiden Frauen oben drauf, und hier gibt es tatsächlich eine Spur zu meiner Herkunftsfamilie.

Was ich mir jedoch vornehme, und das muss ich einräumen, ist, dass ich künftig bei krassen, eher traumabedingten ersten Konflikten, viel klarer Grenzen ziehen und mich ggf. auch verabschieden muss. Das habe ich jeweils so deutlich in beiden Fällen nicht getan, obwohl ich so irritiert war. Ich war halt auch fatalerweise unendlich verliebt.

Ich will nochmal differenzieren und betonen, dass bei beide Partnerschaften es sicher eher wegen dem spezifischen Trauma so schwierig und heftig war und sicher nicht nur wegen dem unsicheren Bindungsstil.


@*******rig
Danke für deinen Beitrag. Er berührt mich sehr. Du weißt ganz genau wovon ich schreibe. Ich vermute, dass in solch besonders schwierigen Paarbeziehungen und dem Muster noch ein Verlassenheitstrauma oben drauf kommt. So war es zumindest in meinen Beziehungen.

Wenn dann die betroffene Person keine Verantwortung für die eigenen Anteile übernimmt bzw. übernehmen kann, fliegt es spätestens in die Luft, wenn sich der stabile Partner abgrenzt und bewusst sich aus dem Druck und der Verantwortung löst, 100% für die Regulation des anderen zuständig zu sein.
So war es jedenfalls bei mir.
****4me Frau
5.851 Beiträge
Ich erlebe tatsächlich, dass ich je nach Partner unterschiedlich reagiere.

Mit meinem Nestingspartner bin ich super sicher gebunden, keine Verlustängste etc pp.

Mit meinem zweiten Partner bin ich eher ängstlich (wobei sich das gerade auflöst und zu einer sicheren Bindung wird).
Aus meiner eigenen Erfahrung heraus und auch aus vielen Gesprächen mit u.a. einer Freundin, die Paartherapeutin ist, wird meine Angst im ambivalenten Verhalten meines Partners begründet.
Ich brauche sehr viel Transparenz und zwar von ihm heraus und nicht nur dann, wenn ich sie einfordere. Er hat das anfangs gar nicht verstanden, weil für ihn doch "gar kein Grund besteht", dass ich mir Gedanken mache.
Seit er verstanden hat, dass mein Nervensystem durch seine Verhaltensmuster getriggert wird und sich dahingehend etwas umgestellt hat, geht es mir super und die Angst und Bedenken sind so gut wie verschwunden.
Auch die Tatsache, dass ich meine Ängste jederzeit einfach artikulieren kann, ohne dass sie gewertet werden hat extrem geholfen.
*******gel Frau
296 Beiträge
Zitat von ****4me:
Ich erlebe tatsächlich, dass ich je nach Partner unterschiedlich reagiere.

Mit meinem Nestingspartner bin ich super sicher gebunden, keine Verlustängste etc pp.

Mit meinem zweiten Partner bin ich eher ängstlich (wobei sich das gerade auflöst und zu einer sicheren Bindung wird).
Aus meiner eigenen Erfahrung heraus und auch aus vielen Gesprächen mit u.a. einer Freundin, die Paartherapeutin ist, wird meine Angst im ambivalenten Verhalten meines Partners begründet.
Ich brauche sehr viel Transparenz und zwar von ihm heraus und nicht nur dann, wenn ich sie einfordere. Er hat das anfangs gar nicht verstanden, weil für ihn doch "gar kein Grund besteht", dass ich mir Gedanken mache.
Seit er verstanden hat, dass mein Nervensystem durch seine Verhaltensmuster getriggert wird und sich dahingehend etwas umgestellt hat, geht es mir super und die Angst und Bedenken sind so gut wie verschwunden.
Auch die Tatsache, dass ich meine Ängste jederzeit einfach artikulieren kann, ohne dass sie gewertet werden hat extrem geholfen.

Danke für deinen offenen und ehrliche Beitrag.
*******ust Paar
6.200 Beiträge
Vertrauen können ist ein sehr hohes Gut
und niemand kann immer vertrauen,
denn Zweifel kommen IMMER irgendwann.
Der Weg dahin führt bei mir über das Thema Selbstliebe.
Nichts mehr nötig haben von aussen,
und deshalb alles was von aussen kommt als Geschenk sehen,
ein Luxusgut.

und die große Frage ist tatsächlich:
bist du noch da mit deiner Liebe zu Dir selbst.
die sollte man sich sein Leben lang stellen.
****s10 Mann
49 Beiträge
Themenersteller 
Ich? Total.

Das ist mein Fundament und deshalb musste ich aussteigen, um mich nicht selbst zu verlieren, mich zu schützen.

@****4me
Was du schreibst ist sehr interessant. An jenem Punkt waren wir auch. Ich hätte sollen…

Und ich hätte gern, hab viel versucht, doch ich und wir schafften es nicht. Das Leben lieferte immer neue Proben, die ich nicht bestand.

Hast du zwei, drei Beispiele, wie sich dein Partner dir angepasst und dir letztlich geholfen hat?
****ody Mann
15.750 Beiträge
Ich finde es aus heutiger Sicht schwierig, genau einem der unsicheren Bindungsstile das zuzuordnen, was mir vor Jahren passiert ist und wirklich das Herz gebrochen hat. Es ging von ihr aus und ich als Liebes- und Beziehungsskeptiker (extrem langsamer, sehr selektiver aber durchaus sicherer Bindungstyp) trat monatelang auf die Bremse, sie wohnte weit weg. Gefühle waren irgendwann auch bei mir da, doch der Verstand sagte lange, das ist lebensfremd. Als wir uns physisch trafen, startete Nähe, die ich niemals so intensiv erlebt habe. Kein Blatt hätte mehr zwischen uns gepasst. Sie überlegte, in meine Stadt zu ziehen, suchte schon nach passenden Jobs. Ich riet dazu, langsam zu machen. Sie bewog mich, sie in immer kürzeren Abständen zu besuchen. Und sie war so liebevoll.

Just in dem Moment, in dem ich ihre Gefühle erwidern konnte, war es von einem Tag auf den anderen vorbei. Nicht nur das, sie war plötzlich total distanziert, selbst ihre Sprache war die eines fremden Menschen. Ich erkannte sie nicht wieder. Sie verwehrte mir ein Treffen, um über alles zu reden. Jede Verbindung und Nähe war weg.

Ich trauerte lange und es hinterließ viele Fragezeichen bei mir. Hin und wieder tauchte sie aus dem virtuellen Unterholz (wie ein scheues Reh) auf, hielt ein paar Tage (online) den Kontakt, nur um dann wieder zu verschwinden. Ich weiß nur, sie litt unter starken Verlustängsten.

Ich denke schon, dass es mit dem Bindungsstil hätte erklärt werden können, ich denke aber auch, dass da noch mehr war. Zumindest hoffe ich, dass sie es irgendwann gepackt hat, bzw. das Problem mit Hilfe angegangen ist.
****4me Frau
5.851 Beiträge
Zitat von ****s10:

@****4me
Was du schreibst ist sehr interessant. An jenem Punkt waren wir auch. Ich hätte sollen…

Und ich hätte gern, hab viel versucht, doch ich und wir schafften es nicht. Das Leben lieferte immer neue Proben, die ich nicht bestand.

Hast du zwei, drei Beispiele, wie sich dein Partner dir angepasst und dir letztlich geholfen hat?

Bei mir geht es primär um transparente Kommunikation.

Ich bin Polyamor, meine Partner nicht, aber wir führen offene Beziehungen.
Es ist für mich daher überhaupt kein Thema, wenn er dated, aber ich möchte auf dem Weg mitgenommen werden.

Sprich, ich will von dem Moment an, an dem er beschließt, dass er auf die Suche geht bis hin zum Treffen und auch die Kommunikation einfacher wissen was gerade los ist und zwar so, dass ich nicht ständig fragen muss, sondern diese Infos proaktiv von ihm kommen.

Wenn ich das Gefühl habe, dass da irgendwas heimlich ist, kommt bei mir ein Bedrohungsgefühl auf. Sobald ich weiß, was los ist, kann ich gehen lassen.

Mir geht es dabei nicht um Details, was da im Bett abgeht, vielmehr um seine inneren Prozesse.

Er hatte Angst, dass er mich verletzt, wenn er sagt, dass er einfach Lust auf fremde Haut und den Kick nach was Neuem hat und hat deswegen nicht gesagt, was seine Beweggründe sind, dass er datet. Bei mir kamen dann aber Gedanken auf von "was fehlt ihm bei mir und wie gefährdet das unsere Beziehung".
Wenn er einfach gesagt hätte " ich brauche gerade diesen Kick, den kannst du mir halt nicht geben" dann wäre das für mich viel einfacher gewesen, weil dieses Leerstellen füllen in meinem Kopf nicht nötig gewesen wäre.

In dem Moment, wo ich nicht rätseln muss, weil ich die Infos habe, die ich brauche, habe ich auch keine Angst
*******na19 Frau
1.458 Beiträge
Zitat von ****4me:
Zitat von ****s10:

@****4me
Was du schreibst ist sehr interessant. An jenem Punkt waren wir auch. Ich hätte sollen…

Und ich hätte gern, hab viel versucht, doch ich und wir schafften es nicht. Das Leben lieferte immer neue Proben, die ich nicht bestand.

Hast du zwei, drei Beispiele, wie sich dein Partner dir angepasst und dir letztlich geholfen hat?

Bei mir geht es primär um transparente Kommunikation.


Wenn ich das Gefühl habe, dass da irgendwas heimlich ist, kommt bei mir ein Bedrohungsgefühl auf. Sobald ich weiß, was los ist, kann ich gehen lassen.

Mir geht es dabei nicht um Details, was da im Bett abgeht, vielmehr um seine inneren Prozesse.


In dem Moment, wo ich nicht rätseln muss, weil ich die Infos habe, die ich brauche, habe ich auch keine Angst

@****4me
Diese Aussagen kann ich unterschreiben, allerdings als Unsicher-vermeidender Typ (A).

Die Transparenz steht an der ersten Stelle, am besten ohne Nachfragen.
Fragt man nach, geht es eher um die Ehrlichkeit, die aber auch unbedingt wichtig ist.
Ungefragte Transparenz sorgt für emotionale Sicherheit.
So wie bei dir, wenn ich nicht rätseln muss, füllt sich der Kopf mit Infos und es entstehen kaum Lücken oder Fragezeichen.

Ist es nicht der Fall, meidet der Typ A die "Gefahr" und "verschwindet".
Im Unterschied zum Unsicher-ambivalentem Typ (C), der eher klammert und mehr Nähe/Kontakt fordert.

Trifft man dabei sogar auf den Sicher gebundener Typ (B) oder wie in deinem Fall Polyamorie, und der Mensch versteht diese Dynamik nicht, führt es oft zu Missverstanden oder toxischen Entwicklung in der Beziehung.

Kommunikation ist zwar sehr sehr wichtig dabei, aber nicht jeder will sich darauf einlassen oder diese Dynamik ernst nehmen.
****4me Frau
5.851 Beiträge
Zitat von *******na19:
Ist es nicht der Fall, meidet der Typ A die "Gefahr" und "verschwindet".
Im Unterschied zum Unsicher-ambivalentem Typ (C), der eher klammert und mehr Nähe/Kontakt fordert.

Trifft man dabei sogar auf den Sicher gebundener Typ (B) oder wie in deinem Fall Polyamorie, und der Mensch versteht diese Dynamik nicht, führt es oft zu Missverstanden oder toxischen Entwicklung in der Beziehung.

Kommunikation ist zwar sehr sehr wichtig dabei, aber nicht jeder will sich darauf einlassen oder diese Dynamik ernst nehmen.

Ja, ich brauche dann eher mehr Nähe und Kontakt.

Zum Glück ist es bei uns kommunikativ echt so, dass immer alles offen auf den Tisch kommen darf. Da ich selbst auch eine Ausbildung als Kommunikationstrainerin und Coach habe gelingt es bei uns auch recht gut sehr vorwurfsfrei und eher nach dem Vorbild der GFK zu kommunizieren und wirklich Bedürfnisse in den Fokus zu nehmen und daraus Wünsche zu formulieren.

Ist nicht immer leicht, aber meistens sehr erfolgreich bei uns. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich mir meiner Baustellen auch durchaus bewusst bin und sehr an mir arbeite und mich selbst immer wieder auf den Prüfstand stelle und auch meinen Anteil an einer Situation analysiere und die Verantwortung nicht auf meinen Partner abwälze.

Trotzdem sind meine Muster doch so tief verankert, dass sie oftmals mein Bewusstsein übertrumpfen und ich dann erstmal mit der Situation kämpfe
*******rig Paar
187 Beiträge
@*****s10
Vielen Dank für deine Worte. Ja ich denke, ich verstehe dich sehr gut.
Selbstverständlich ist dieses Beziehungsmuster in unterschiedlichster Ausprägung anzutreffen. Pauschale Aussagen kann man nicht treffen und es gibt vermutlich enorme Unterschiede.


Ich verspüre es so, dass in unserer Beziehung beide den Wunsch haben zu reflektieren und die Verantwortung für die jeweiligen Defizite auch zu übernehmen. Aber ich nehme dabei auch deutliche Unterschiede in der Verarbeitung wahr.

Ich glaube beobachtet zu haben, dass schmerzhafte Erfahrungen aus zuvor gescheiterten Beziehung ein sehr zentrales Thema bei dem ambivalenten Partner sind. Über die Jahre entsteht nach meinem Dafürhalten Furcht vor Verlust, Trennungsschmerz und Schuldzuschreibung. Das ist völlig menschlich und verständlich.

Ich sehe daher hier den zentralen Ansatzpunkt. Es muss Vertrauen aufgebaut werden, es benötigt Konstanz und einen offenen Diskurs ohne Schuldzuschreibungen. Es braucht ein beidseitiges Verständnis für den Partner.
Und genau hier liegt nach meiner Einschätzung sehr oft der Knackpunkt. Der Partner der Konstanz sucht, und auf Dauer braucht, wird oft vom ambivalenten, stark sicherheitsorientiertem Verhalten des Partners erdrückt.

Und ich sehe es ähnlich, auf Dauer sind enorme Ungleichgewichte in solch einer Beziehung nicht zu tragen. Wenn man wiederholt verletzt wird, dann muss man sich rein aus Selbstschutz, irgendwann zurückziehen.

Natürlich versucht man alles, den ambivalenten Partner zu verstehen und ihn zu unterstützen. Dabei bleiben Fehler nicht aus, vor allen dann, wenn in sensiblen Lebenslagen auch ambivalent kommuniziert wird. Und selbst direktes Nachfragen nicht beantwortet wird. Das darf später nicht Vertrauen zerstören.


Und wie bereits geschrieben, eine offene, direkte Kommunikation, die Vertrauen voraussetzt, ist der Schlüssel. Auch stete beiderseitige Selbstreflexion ohne Schuldzuweisungen.
Aber diese darf eben nicht zur einseitigen Selbstinfragestellung werden. Eine Beziehung betrifft beide Partner.

(er)
********2212 Mann
1.389 Beiträge
Ich kenne es, ist aber nicht aus meiner Kindheit begründet, sondern aus einer jahrelangen Beziehung mit einer Narzisstin, die mich bis zum Burnout getrieben hat. Das hat mich beim Thema Beziehung sehr vorsichtig gemacht. Meine letzte kurze Beziehung habe ich beendet, als sie nach 2 Wochen sagte: "Dich lasse ich nie wieder gehen", das hat in mir förmlich Panik ausgelöst. Na gut, zu dem Zeitpunkt war ich mir auch noch nicht sicher, ob es überhaupt eine Zukunft hat.
******yze Frau
947 Beiträge
@****s10:

"Wenn man in sich ruhend und stabil wirkt, ist man für solche Personen einerseits schon anziehend und wenn man bei ersten auffällig heftigen Konflikten nicht gleich wegläuft, rutscht man weiter in die Dynamik."

Ich glaube, dass eher das Trauma Deiner Partnerinnen in diesen Beziehungen entscheidend war und nicht der Bindungstyp. Denn der unsichere ängstliche Typ kommt bei Sicherheit zur Ruhe und das Muster löst sich auf. Sein Nervensystem wird nur aktiviert, wenn Unsicherheit für die Person im Raum steht. Ich glaube, es lässt sich nicht alles mit dem Bindungstyp erklären und es spielt zu viel in eine Beziehung rein, um das immer klar zu erkennen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man die Bindungstypen auf andere Modelle als monogame Beziehungen anwenden kann.

Wenn Du nicht nur solche Beziehungen hattest, sondern jetzt sicher gebunden bist, dann ist doch gut.

Für allgemeine Tipps für unsichere Typen stimme ich @*******na19 100 prozentig zu:
"Die Transparenz steht an der ersten Stelle, am besten ohne Nachfragen.
Fragt man nach, geht es eher um die Ehrlichkeit, die aber auch unbedingt wichtig ist.
Ungefragte Transparenz sorgt für emotionale Sicherheit."
Dazu fällt mir noch der Begriff "reale Informationen" ein. Ein unsicherer Typ zweifelt oft. Hier helfen logische Sachinfos bei den sogenannten Fragezeichen und Lücken.

Eine Anmerkung noch: Wenn sich das Muster nie legt, kann die Beziehung beim besten Willen nicht dauerhaft bestehen bleiben. Wie anstrengend muss es für einen ehrlichen, sicheren Bindungstyp sein, sich ständig erklären zu müssen. Und wie schlimm muss es für ein ängstlichen Typ sein, der auf einen vermeidenden trifft und nie das bekommt, was er sich wünscht. Oder noch schlimmer, wenn ein ängstlicher auf einen trifft, der ihn anlügt oder betrügt. Daher ist es auch ganz wichtig andere Aspekte mit einzubeziehen und genau hinzuschauen, was ist mein Anteil, aber wo komme ich an meine Grenzen und habe es nicht mehr in der Hand. Da kann Selbstliebe auch bedeuten besser zu gehen.
****ody Mann
15.750 Beiträge
Zitat von ******yze:
@****s10:

"Wenn man in sich ruhend und stabil wirkt, ist man für solche Personen einerseits schon anziehend und wenn man bei ersten auffällig heftigen Konflikten nicht gleich wegläuft, rutscht man weiter in die Dynamik."

Ich glaube, dass eher das Trauma Deiner Partnerinnen in diesen Beziehungen entscheidend war und nicht der Bindungstyp. Denn der unsichere ängstliche Typ kommt bei Sicherheit zur Ruhe und das Muster löst sich auf. Sein Nervensystem wird nur aktiviert, wenn Unsicherheit für die Person im Raum steht. Ich glaube, es lässt sich nicht alles mit dem Bindungstyp erklären und es spielt zu viel in eine Beziehung rein, um das immer klar zu erkennen.

Ich finde den von Dir zitierten Abschnitt grundsätzlich schon diskussionswürdig. Ich selbst habe mich oft gefragt, warum ich "besondere" Frauen anziehe. Mit Anziehen meine ich ausdrücklich nicht Suchen. Ich bin von jeher immer gefunden worden, fast ausnahmslos war es nicht meine Initiative.

Ich vermittle den Eindruck des entschleunigten Steins in der Brandung, fatalerweise auch den des Problemlösers, weil ich ein guter, unvoreingenommener Zuhörer bin. Ich habe mich bereits mehrfach darin überschätzt.

Nach meiner Erfahrung beruhigt sich eine gestresste, ängstliche Seele in einer sicheren Beziehungsumgebung nur zeitweise. Wenn irrationale Ängste und Vermeidungsstrategien tief verankert sind, spülen sie irgendwann wieder an die Oberfläche, sofern keine professionelle Individualhilfe und keine Partnertherapie in Anspruch genommen wird.
******yze Frau
947 Beiträge
@****ody: Wir können gern diskutieren *g* So wie ich die Theorie verstehe, sind Vermeidungsstrategien eher dem Autonomietyp zugeschrieben. Irrationale Ängste sollten generell angegangen werden, den gegen diese kommt man mit rationalen Erklärungen nicht an. Vielleicht sollten wir unterscheiden zwischen den Typen und wirklich traumatisierten Personen. Bei den Typen kann man mit bestimmten Verhaltensweisen gegensteuern und lösen bei Trauma nur mit Therapie. Oder wie siehst Du das?
******ele Frau
1.920 Beiträge
Zitat von ******yze:
Ich glaube, dass eher das Trauma Deiner Partnerinnen in diesen Beziehungen entscheidend war

Zitat von ****ody:
Wenn irrationale Ängste und Vermeidungsstrategien tief verankert sind, spülen sie irgendwann wieder an die Oberfläche, sofern keine professionelle Individualhilfe und keine Partnertherapie in Anspruch genommen wird.

Davon bin ich zu 100 % überzeugt!

Solche Schubladisierung in "Bindungstypen" dient mit Verlaub nur wieder der Bequemlichkeit, an der Oberfläche bleiben zu dürfen.
Ich bin jedoch der Meinung, dass (Bindungs-)Probleme immer einen Ursprung in einem eigenen, übernommenen oder vererbten Trauma und unterdrückten Gefühlen haben. Die Frage ist halt, bin ich bereit, das zu lösen, oder projiziere ich es auf alle aktuellen und künftigen Partner, die mein Problem überhaupt nicht verursacht haben.
****ero Frau
7.351 Beiträge
Ich lese hier aufmerksam mit und arbeite gerade selber an bzw in meiner Partnerschaft.

Dazu haben wir uns parallel ein Buch gekauft, um die Schwierigkeiten zu erkennen und bestenfalls gemeinsam lösen zu können.

Dieses möchte ich gerne empfehlen: Wiederherzgestellt von Sharon Brehm
****ody Mann
15.750 Beiträge
@******yze In meinen Augen sind die nicht-sicheren Bindungsstile Hinweise auf etwaige Entwicklungstraumata, bzw. deren Folge.
*******na19 Frau
1.458 Beiträge
Zitat von ****ody:
@******yze In meinen Augen sind die nicht-sicheren Bindungsstile Hinweise auf etwaige Entwicklungstraumata, bzw. deren Folge.

Das Verstehen von Bindungstypen hilft auch die Reaktion zu verstehen. Warum reagiert diese Person so?
Wer Interesse hat, hinterfragt auch, inwieweit kann ich da helfen oder mein Verhalten (bedingt) anpassen. Das müssen wiederum im perfekten Fall beide machen.
Wenn beide wollen und Wert darauf legen.

Mit den Hinweisen oder Folgen einer Traumata kannst du als Partner wenig anfangen, außer bedingt Verständnis haben.
Mit dem Verständnis zu den Reaktionen kann man als Partner schon mehr "arbeiten".
Hilft auch nicht immer.
Dann bleibt nur eins, den Bindungstyp rechtzeitig erkennen und den Kontakt nicht weiter vertiefen.
*******Punk Frau
8.323 Beiträge
Ich finde, Traumata (in der Kindheit) und emotionale Gewalt im Elternhaus etc. ein zu sehr komplexes Thema um das auf Bindungsstile runterzubrechen.
*******rig Paar
187 Beiträge
@*******na19

Genau so sehe ich es auch.
Nur hat "Interesse" und "Verstehen" des anderen die Grenzen der eigenen Belastbarkeit. Man kann Verständnis aufbringen, respektieren, sich versuchen weitmöglich anzupassen, aber es muss auch der ambivalente Teil dazu etwas beitragen.
Selbstinfragestellung und Selbstaufopferung kann keiner erwarten und daher scheitern viele dieser Konstellationen recht schnell.

(er)
****ody Mann
15.750 Beiträge
Zitat von *******Punk:
Ich finde, Traumata (in der Kindheit) und emotionale Gewalt im Elternhaus etc. ein zu sehr komplexes Thema um das auf Bindungsstile runterzubrechen.

Meinst Du nicht, dass das eine das andere recht oft begleitet?
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