Unsicher-ambivalenter Bindungsstil
Wer von euch hat Erfahrung in enger Beziehung mit dem unsicher-ambivalenten Bindungsstil oder wer ist sogar selbst betroffen?Vorab, dieser Bindungsstil ist nicht pathologisch und bestimmt zu 20-30% in der Bevölkerung verbreitet. Darunter versteht man, dass der Betroffene schon als Kleinkind mit der Hauptbezugsperson nicht gut Vertrauen lernen konnte.
Mal war z. B. die Mutter fürsorglich und liebevoll, ein andermal wieder aus verschiedenen Gründen nicht.
Die betroffenen Kinder reagieren darauf mit Wut und einem permanent aktivierten Bindungssystem.
Leider bleibt jenes Muster oft über die Lebensspanne auch in weiteren engen Beziehungen bestehen, ganz besonders auch in engen Paar- und Liebesbeziehungen.
Immer muss gecheckt werden, wo der andere emotional steht. Aus „normalen“ Situationen entstehen nach „normalen“ Verhaltensweisen des Partners oder der Partnerin heftigste Krisen, weil die unsicher-ambivalente Person Verhaltensweisen des anderen ungünstig deutet und sich demnach unsicher und innerlich verloren, getriggert fühlt.
Es kann dann zu heftigen Vorwürfen oder Klammern kommen, aber auch zu emotionaler und räumlicher Distanz, wenn die Person lernte, sich nur im sicheren Rückzug stabilisieren und regulieren zu können.
Das kann dann für den/die PartnerIn dann sehr irritierend, belastend, enttäuschend sein, z. B. weil er/sie subjektiv nicht mehr als 100% da sein kann oder weil viel von dem, was er an Verbindlichkeit einbringt, kaum zu zählen scheint.
Für die/den PartnerIn ist das hoch anstrengend und die Beziehung verläuft in der Regel entsprechend turbulent, dynamisch und krisenhaft. Fantastische Verliebtheitsphasen werden von plötzlichen Krisen, Krämpfen und Kämpfen abgelöst und umgekehrt.
Es kann einfach nicht gut vertraut werden, schnell gibt es Zweifel, darüber, ob der andere noch da ist mit seiner Liebe, zuverlässig ist usw. Es braucht ganz viel Struktur, Beständigkeit, Einhaltung von Absprachen, auch wenn sie noch so belanglos sind, für die innere Sicherheit der Betroffenen.
Ich hatte das schon zweimal mit mir sehr wichtigen Frauen. In beiden Fällen hagelte es mit zunehmender Liebe nach dem beschriebenen Muster immer öfter Abwertungen, Prüfungen, Diskussionen bis die (so ersehnte) beidseitige Liebe völlig zermürbt dahin ging. Das Schlimmste und am meisten befürchtete, die Trennung, das Verlassenwerden, wird somit regelrecht inszeniert. Darüber Reden ist kaum möglich, weil in der Regel zu wenig Verantwortung für die eigenen Anteile übernommen werden kann.
Wer kennt sowas auch?
Und besonders interessant, welches Paar meistert diese Art von Herausforderung und wie?














