Du hast absolut Recht, mit dem Thema könnte man ne Party crashen - nichts ist scheinbar uninteressanter, als eine Frau in den Wechseljahren. Und deshalb reden auch nur Betroffene untereinander darüber.
In der Gesellschaft herrscht eben immernoch das Bild vor, dass man als Frau da eben "einfach durch muss" - wie durch die Periode davor mehrere Dekaden lang.
Dazu kommt, dass Frauen, die im (Peri)Menopausenalter sind, für die gesellschaftliche Mitte einfach nicht mehr interessant genug sind. Sie sind eben alt, zickig, anstrengend und ganz offenbar pflanzen sie sich auch nicht mehr fort. Selbst im Medizinstudium oder der Facharztausbildung findet das Thema kaum bis gar nicht statt.
Ergo --> seht zu, wie ihr klarkommt.
ABER:
Es bewegt sich etwas. Tatsächlich bekommt in meiner Wahrnehmung das Thema mehr und mehr Aufmerksamkeit - auch hier dank Feminismus. Die Frauen meiner Generation wollen sich eben nicht mehr damit abfinden, einfach auf den "altes-Eisen-Haufen" geworfen zu werden, sondern möchten immernoch LEBEN und zwar bestmöglich. Das beginnt mit mehr und mehr Lektüre zum Thema (das hier schon empfohlene Buch ist für mich ein MUSS), jüngerem, "aufgeklärtem" Gynäkologen-Nachwuchs und zumindest meine Social-Media-Bubble ist voll mit dem Thema (Algorithmen sind manchmal ne feine Sache).
Es wird in der Gesellschaft immer "normaler", dass Frauen eine Periode haben und zwar nicht nur das, sondern auch der Umgang damit ändert sich. Nun haben die noch blutenden Frauen den Vorteil, dass sie für Männer, Werbung und Hersteller die wesentlich interessantere Zielgruppe sind - dennoch, der Schwung, den die Sache vor allem in den letzten Jahren bekommen hat, wird auch das Menopausenthema erfassen.
Es ist doch immer so, dass erst die Betroffenen ein Thema zu einem relevanten Thema machen.
Und in diesem Fall ist das die Hälfte der Bevölkerung ab ca. 40, das muss man sich nur mal bewusst machen.
Dazu gehört meiner Meinung aber, dass auch wir Frauen unseren Anteil leisten. Das uns ein Leben lang eingetrichterte "das muss man aushalten" dürfen und sollten wir auch einfach mal mit "Nein!" beantworten.
Man muss Kämpfe ausfechten mit dem Partner, der Familie, dem Gyn, dem KH-Personal und ja, auch anderen Frauen. Nur so entsteht ein Bewusstsein für das, was diese Frauen (wir) wirklich durchmachen und wie wenig Hilfe sie aktuell erwarten dürfen.
Das ist ein langer, zäher Prozess, aber hey .. so war es doch für die Frauen immer schon. Vielleicht erlebt meine Generation nicht mehr das große "Aaaaahhhhh ooohhhhh" in der Gesamtbevölkerung, aber meine Tochter bestimmt. Für sie ist es selbstverständlich, dass ihr Partner die Hälfte der Kosten für die Pille übernimmt - für mich in ihrem Alter absolut undenkbar.
Es wird!
