Ich habe beobachten können, dass es in solchen Situationen bei Frauen oft nicht nur um „kein Interesse“ geht. Manchmal würde es einer Frau sogar gefallen, aber sie fühlt sich nicht frei genug, schämt sich, ist unsicher oder kann es nicht richtig aussprechen. Entscheidend ist dann, wie man damit umgeht: Wenn da keine negative „Taktik“, kein Druck und kein Drängen entsteht, sondern erst einmal ein sicherer Rahmen, in dem man nur mit prickelnden Momenten arbeitet (ohne dass sofort etwas „passieren muss“), kann sich Dynamik überhaupt erst entwickeln.
Und genauso wichtig zu erwähnen: Wenn es bei einem klaren Nein bleibt, muss das respektiert natürlich werden.
Aber Ich kann dazu aus meiner eigenen Erfahrung berichten:
Ich werde im Alltag, auch im Berufsalltag, als seriöser und zuverlässiger Mensch wahrgenommen und das bin ich auch. Ein Kollege, mit dem ich ein Büro geteilt habe, hat diese Seite von mir schnell gemerkt. Ich lästere nicht und ich trage keine Informationen weiter — egal von wem. Im Nachhinein hatte ich sogar den Eindruck, dass er mich in Situationen „getestet“ hat, ob ich Dinge weitergebe. Für mich ist Diskretion aber in jeder Hinsicht selbstverständlich.
Dadurch entsteht zwangsläufig ein bestimmter Vertrauensvorschuss: Man führt im Büro ganz unterschiedliche Gespräche, und wenn jemand merkt, dass du niemanden bloßstellst oder Themen herumträgst, öffnen sich manche Menschen mehr. Das geschah auch
2) Ausgangslage: Er verheiratet, ich Single — und das Thema kommt auf
Ich Single. Der Kollege jung, verheiratet und zwei Kinder. Er sprach offen über sein Familienleben, auch vor anderen, und machte Kommentare wie: Nach zwei Kindern sei das Sexleben nicht mehr wie früher. Wir haben privat nichts Großes unternommen, aber wir haben im Alltag gut kommuniziert und waren auf einer soliden kollegialen Ebene.
Irgendwann kam es dazu, dass er mich öfter auf sexuelle Themen ansprach und auch auf eine Art, die zunächst wie „Sprüche“ wirkte. Er zeigte z. B. auf meinen Schritt und meinte, man sehe bei mir, dass ich „große Eier“ hätte. Ich fand solche Sprüche nicht wirklich lustig, weil ich Komplimente dieser Art eher von Frauen erwarten würde.
Der Punkt war letztlich: Er wollte, dass ich mit seiner Frau schlafe. Das kam nicht von heute auf morgen. An einem Tag sagte er: „Ich will dir was sagen, aber nicht falsch verstehen…“
Ich habe mehrmals betont, dass er grundsätzlich offen reden kann und ich nicht ausfallend reagieren werde im schlimmsten Fall würde ich nur sagen: „Hab ich nicht gehört.“ Dann hat er seine Fantasie ausgesprochen.
Ich war nicht schockiert, weil die Richtung vorher schon angedeutet wurde. Seine Frau kannte ich bis dahin nur vom Grüßen und kurzen Gesprächen, ganz normal, ohne dass ich da aktiv „hinterher“ gewesen wäre. Mir fiel ein: Er fragte mich auch mehrfach, ob ich auf blonde Frauen stehe ich habe später verstanden, dass das wohl zu seiner Fantasie und seinen Gedankenspielen gehörte.
Meine Antwort war sinngemäß: Wenn ihr das als Paar wirklich wollt, dann müsst ihr das gemeinsam klären. Für mich wäre das nur dann überhaupt kein Thema, wenn es von ihr klar gewollt ist. Ich habe ihm auch gesagt: Ich bin hetero, bei so einer Konstellation wäre mein Fokus auf ihr, und er könnte dabei sein oder zusehen.
Dann stellte sich heraus: Die Frau war dafür zunächst gar nicht bereit. Er sagte mir, dass das seine Fantasie sei, dass er es aber klären wolle. Ich blieb gelassen und ohne Erwartung. Der Gedanke, sie zu verwöhnen, hat mich in den Tagen danach schon angemacht aber ich habe ihm deutlich gemacht: Das darf keine Mission oder ein Zwang werden. Wir sind so oder so kollegial/freundlich verbunden, und wenn daraus nie etwas wird, ist das genauso in Ordnung.
In der Folge hatten wir öfter Kontakt, und ich wurde auch öfter zum Essen eingeladen. Ich war dabei ohne mich zurückzuhalten herzlich: Umarmungen, ein freundlicher Kuss auf die Wange aber immer in einem Rahmen, der auch eindeutig als freundschaftlich/sozial interpretierbar ist. Ein knistern war da….
Nach einiger Zeit berichtete er, dass sie beim Sex über mich sprechen würden und gemeinsam fantasieren. Und erst nach rund zwei Monaten, nachdem er das Thema zum ersten Mal angesprochen hatte, kam es dann tatsächlich zu einem Treffen bei ihnen zu Hause, bei dem es zwischen mir und seiner Frau zum Sex kam. Es war leidenschaftlich und sie auch ich hatten dabei deutlich Spaß.
Mein Fazit aus der Geschichte ist genau das, was auch zu deiner Ausgangsfrage passt: So etwas funktioniert nur, wenn die Frau es sich selbst eingesteht und wirklich will. Nicht, weil jemand drückt, nicht, weil jemand „überredet“, sondern weil ein Rahmen da ist, in dem sie sich sicher fühlt. Und wenn sie das nicht will, muss man Wege finden, die Fantasie anders auszuleben (Rollenspiel, Kopfkino, Dirty Talk, klare Grenzen) ohne Druck.