„Nun ja, bringen wir es auf den Punkt. Wir brauchen Euch Männer nicht mehr. Das patriarchale System bröckelt. Frauen werden nicht mehr zur Ehe gezwungen, weil ein anderer Mann sie "entehrt" hat. Häufig genug gegen den Willen der Frau.
Frauen sind nicht mehr angewiesen, das eigene Überleben durch die Bindung an einen Mann abzusichern.
Ein System, das Frauen klein gehalten hat, in Abhängigkeiten getrieben hat und bis heute noch anhält. Es bröckelt aber und das ist auch überfällig! Daher werde ich wütend, wenn ich sowas lese
„Die“ haben sich geküsst, „die“ gehen jetzt miteinander. „Die“ hatte seinen Penis im Mund, „die“ sind jetzt zusammen. „Die“ haben miteinander geschlafen, „die“ sind jetzt ein Paar.
Das beschreibt nämlich genau das. Die Entmündigung der Frau, das Kleinhalten, sich über sie setzen. Männer nehmen sich seit vielen hundert Jahren einfach, was ihnen gefällt einzig auf Grund körperlicher Überlegenheit und die Frau muss das akzeptieren. Denn wenn ER sie geküsst hat, waren sie mitnichten zusammen, wenn ER es nicht wollte. Sie war dann die billige Schlampe, die sich ihm an den Hals geworfen hat, obwohl ER übergriffig war...
Also bitte. Was soll Deine Fragestellung?
Autarke, selbstbestimmte Frauen, die Männer wollen, aber nicht brauchen. Klar kommunizierte Bedürfnisse. Aus meiner Sicht ist alles fein. Ganz egal, ob der Wunsch nach Liebe, Partnerschaft, F+, Situationship was auch immer besteht. Offen kommunizierte Absichten und Wünsche sind etwas sehr, sehr gutes und gesundes. Egal ob von Frau oder Mann geäußert. Bedürfnisse ändern sich, genau wie das Leben. Eine absolute Frage, ist daher irrelevant.
Deine Frage ist also, weshalb Frauen klar ihre Wünsche äußern und so leben, wie sie es möchten?
Was Du beschreibst, ist die Trauer um das Schwinden der patriarchale Vorherrschaft. Die Sehnsucht nach der Überlegenheit des Mannes. Macht über Frauen.
Und damit solltest Du Dir die Frage stellen, auf welcher Seite das Problem liegt?
Und ich spoiler mal: nicht bei der Selbstbestimmung der Frauen.
Ich denke, Du meinst es nicht so. Du bist Dir der Übergriffigkeit und Unterstellung Deines Posts vielleicht gar nicht bewusst.
Der Grundanspruch, aus dem dieser Gedanke entspringt, liegt im Denken, ein Anrecht auf eine Frau zu haben. Eine Sozialisation der männlichen Vorherrschaft. Wenn der Grundgedanke nicht ist, dass Du ein Recht auf eine Frau hast die Dich gefälligst zu lieben hätte, worüber echauffierst Du Dich?
Die Fragestellung allein, ich solle ganz, ganz ehrlich sein...." wenn meine Antwort Deine Erwartungen nicht erfüllt, bin ich eben nicht ganz ehrlich? So wie Du die Aussage stellst, willst Du ein bestimmtes Ergebnis haben. Das ist nicht offen, das ist kein Interesse, das ist ein verletztes Männerego.
Frauen. Eigene Meinung. Selbstbestimmung. So ein Skandal aber auch...
Hm, schade, dass du als Werkzeug nur einen Hammer hast und in jedem Penis einen Nagel siehst… oder so ähnlich 😁
Das ist überhaupt nicht das, worum es hier gehen soll. Ich denke an eine selbstbestimmte, unabhängige Single Frau und an gleichwertige Beziehungen auf Augenhöhe.
„Die“ haben sich geküsst, „die“ gehen jetzt miteinander. „Die“ hatte seinen Penis im Mund, „die“ sind jetzt zusammen. „Die“ haben miteinander geschlafen, „die“ sind jetzt ein Paar. soll beschreiben, dass - so wie ich es als Teenager in den 2000er Jahren erlebt habe - doch viele ihre ersten sexuellen Erfahrungen in einer Beziehung gemacht haben oder sexuelle Erfahrungen den Beginn einer Beziehung markierten. Das ändert sich dann mit der Zeit und viele haben weitere sexuelle Erfahrungen ohne dass dies an eine Beziehung geknüpft ist. Das führt dann häufig irgendwann zu der Frage „Du sag mal, was ist das denn jetzt mit uns beiden?“.
„Ganz, ganz ehrlich“ soll zum Ausdruck bringen: die Abstimmung ist anonym. Geh doch mal bitte kurz in dich und frage dich, was du wirklich, wirklich willst - unabhängig von der Meinung anderer und unabhängig von eigenen Schutzmechanismen. Vielleicht hattest du bislang serielle, monogame Beziehungen weil du mit dieser Vorstellung aufgewachsen bist und es auch die Norm in deinem Freundeskreis ist, aber wenn du „ganz, ganz ehrlich“ zu dir bist, hättest du vllt. gerne eine offene Beziehung. Oder du suchst nach einer Freundschaft+, weil du schon mehrere, schmerzhafte Trennungen hinter dir hast, vielleicht eine gescheiterte Ehe mit Kindern und diese Erfahrung möchtest du nicht noch einmal machen. Wenn du aber „ganz, ganz ehrlich“ zu dir bist, wünscht du dir vllt. insgeheim eine monogame Beziehung, die alle Ups and Downs übersteht und ein Leben lang hält.
Ich habe mit diesem Forumsbeitrag keine Agenda. Ich finde es einfach ein interessantes Thema - dieses „Suchen nach einem goldenen Mittelweg“, den ich jetzt häufiger mitbekommen habe: Nicht nur Sex, aber auch keine „richtige“ Beziehung. Ich könnte ein Artikel zu diesem Thema lesen, mir eine Doku dazu anschauen, aber ich finde es viel interessanter, sich hier ein bisschen darüber auszutauschen, freue mich, wenn die JOY Frauen Community über ihre Erfahrungen berichtet und bin gespannt, was die Abstimmung zu Tage fördert. Es haben bisher ja noch nicht so viele abgestimmt, aber dass momentan die lebenslange monogame Beziehung auf Platz 1 liegt, die monogamen Beziehungen zusammen mit über 50% die klare Mehrheit bilden und noch keine einzige Frau angegeben hat, dass sie am liebsten Single bleiben möchte, hätte ich so - wohlgemerkt auf JOY!!! - nicht erwartet.