Ich bin keine Freundin von allgemeiner Dominanz. Der Begriff in der Härte erinnert mich an Graukapitel der Geschichte...
Ich denke, das meint man nicht.

Selten strebt man Herrschaft, Macht an im Privat- oder Sexualbereich.
Ich bin daher nicht technisch veranlagt, was z. B. D/s angeht. Ich betrachtet es feiner.
Mich interessiert wie ihr Dominanz für euch versteht und erlebt.
Für mich ist es das, was ich in jedem Partner suche, sogar ins "Stinos" fand. Ich verstehe darunter stille Autorität, die durchs Leben wächst und sich in der eigenen Lebensführung, inneren Selbstnavigation, Ordnung kennzeichnet. Das sagt nicht aus, das man keine Fehler macht, gar Topmanager ist. Es geht um Erwachsenheit. So trifft man gute, wichtige, verantwortungsvolle Entscheidungen für sich, sein Leben. Ebenso ist mir da wichtig:
-Mut- zur Eigeninitiative, eine gewisse Risikobereitschaft. Dies ermöglicht vor allem die innere Sicherheit, die absehen lässt, inwiefern man sich innerlich halten, regulieren, abfangen kann - ohne sich zu verlieren in Situationen, Menschen, Illusionen, Umfelder, bestimmte Kreisläufe.
Annahme, Wunschdenken, Glaube ist da nicht Realität. Es ist damit auch die Stärke Hilfe anzunehmen, Muster zu korrigieren, Differenzierung zuzulassen, eine gewisse Freiheit für Eigenheit zu geben, bis zu einem bestimmten Punkt. Und den Punkt gilt es zu merken, wo es in die falsche Richtung ausschweift, weil diese "Dominanz" zur Mehrheit nicht schwerfällt, nicht drückt, nicht zwickt, nicht verkrampfen lässt.
Besseres Wort daher: Selbstführung.
Daraus sollte nicht Selbstgeißelung oder fehlende Selbstbeherrschung werden, damit man für andere überhaupt offen sein kann, fair bleibt, cool mit sich, anderen ist.
Was braucht es damit Vertrauen wachsen kann
Ein Kennenlernen auf einer Basis,
die grundverankert ist oder sich festigt.
Er muss - wissen-, was er da will, tut, verlangt, wie wichtig und unerlässlich er im Prozess ist und strategisch arbeiten, aktiv sein für sich, anstatt Füße hochzulegen und zu denken: "Och, das entwickelt sich."
Es ist damit ein Deutungs- und Lesungsprozess, der darauf basiert,
dass Aussagen, Gelegenheiten nicht nur abgenickt werden, ehe einer weitermacht, wie bisher oder gar unter 0 Prozent fällt.
Es verlangt Offenheit, Verlässlichkeit, Anwesenheit, Verfügbarkeit, sowie sie eben zu leisten ist in der Zeit. Keine Show.
Und woran merkt ihr dass ihr euch sicher genug fühlt um Kontrolle abzugeben oder Verantwortung zu übernehmen
Ich merke es daran, wenn jemand im Start-, Annäherungs- und Kennenlernprozess wirklich verstand, was wir da tun und den Erhalt von Vertrauen, Bindung, wie eine These über unser Miteinander festnagelt. Er hat damit selber investiert, ist emotional involviert, hat sich vielleicht auch manchmal verplappert, war dankbar über meine Reaktionen und hat keine Lust von Vorn anzufangen. Da wird es interessant, denn das ist nicht mehr Kontakt, sondern Bindung. Dann passiert auch etwas ganz Komisches, das man gut bei jungen Haustieren beobachten kann, denen man das Halsband (Reiz) angewöhnt. Sie sträuben sich über Stunden, energisch, versuchen das Ding abzubekommen, bis durch das Verknüpfen an Reize/Training die Wehrsetzung langsam abnimmt. Es wird ruhiger. Dabei gilt es in regelmäßigen Abständen abzuwiegen: Sitzt es dann zu eng, zu locker, entwickelt das Tier auch danach nämlich Probleme, fühlt sich nicht wohl damit, was das Zusammenleben stört.
Ich gebe also nichts ab...
Wir sind keine Menschen, die zum schiefen Turm von Pisa verschmelzen. Jeder trägt sich, entscheidet auf Basis seiner Realität. Beide finden Wege zueinander, fürsprechende Umgänge miteinander.
Ich lasse daher etwas an mich ran, in mich rein, teile es, öffne mich dafür, bleibe, renne nicht weg, akzeptiere es, nehme es auf in meinen Alltag, fange an es zu gewichten in Denken, Gewohnheiten, Planung und habe es in meinem Gefühl dann irgendwann integriert. So bin ich bereits beim nächsten "Halsbandwechsel" unbeeindruckt, gelassen, weil es nicht mehr stört und ohne sogar sich ein bisschen kalt, ungewohnt anfühlt...
Es ist kein Geben und Nehmen.
Zwei Menschen sind so komplex.
Es ist eher ein Gefühl von Zugehörigkeit auf vielerlei Ebenen, sodass Selbstschutz, Vorsicht, Bedenken, Fremde abnimmt.
Klingt viel. Macht aber Sinn, denn Selbstaufgabe soll bei mir nicht daraus werden und ich bin kein Mensch, der sich gerne aufbäumt, um etwas abzuwehren.
Das sollte dort nicht sein...